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Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 544

Re: Purvis

von Joanna am 01.03.2025 19:14

Coreys Flugzeug-Bau hatte Joanna gar nicht richtig mitbekommen. Erst als sie aus den Augenwinkeln etwas durch die Luft fliegen sah, sah sie instinktmäßig auf (der Instinkt war mittlerweile darauf gepolt, bei jeder unerwarteten Bewegung sofort aufzumerken und wachsam zu sein) - aber dann sah sie, dass es sich nur um einen Papierflieger handelte und lächelte leicht. Er sah wirklich gut und stabil aus. Vielleicht sollte sie das gleich auch einfach mal machen.
Nachdem sie Corey also den Block gegeben hatte und diese las und antwortete, schnappte sich Joanna ebenfalls ein Blatt Papier, setzte sich in einen ungefähren Schneidersitz (einen richtigen bekam sie mit ihrer fehlenden Koordination im Augenblick nicht hin) und begann auch einen Papierflieger zu falten. Ihrer war deutlich schräger, als der Coreys, weil sie gerade um Längen nicht so genau arbeiten konnte wie die änderen und die Faltenden nicht genau traf. Als sie ihn durch die Luft segeln lassen wollte, stürzte er bereits auf dem ersten Meter ab. Dennoch musste Joanna leicht grinsen und fuhr sich dann mit einer Hand über Augen und Stirn. Shit. Sie war echt betrunken. Aber sie hatte heute auch echt viel getrunken. Das brachte das mit sich. Ihr war auch zur Hölle schwindlig. Nur gut, dass sie zum Glück schon immer einen recht festen Magen besessen hatte.
Ein Block. Joanna nahm ihn, blinzelte erneut um ihre Augen irgendwie auf die Buchstaben zu fokussieren (was ihr Kopfschmerzen verurschte), aber dennoch schaffte sie es irgendwie noch zu lesen. Sie nickte nur bei dem ersten Absatz. Ja. Ja, das stimmte. Und Lis' Tod - generell der Tod ihrer Familie, der Unfall - würde sie auf ewig verfolgen. Damit hatte sie sich abgefunden. Die Schuld wurde sie nicht mehr los.
Als sie Coreys Geschichte vom Biss lag, befiel sie eine kalte Gänsehaut. Sie konnte es sich nur allzu lebendig vorstellen. Das musste schrecklich gewesen sein. Insbesondere, die kleine Zombie-Dame dan umbringen zu müssen. Sie kannte das. Sie selbst hatte auch schon gegen infizierte Kinder kämpfen müssen. Und jedes Mal schien es einen innerlich zu zerfetzen. Zumindest am Anfang. Irgendwann stumpfte man wohl gegenüber alles ab. Eine der Dinge, bei der der Alkohol half.
Mit schwerer Hand, setzte sie den Stift auf das Papier.  ~ Gerne. ~, schrieb sie auf das Angebot der Versorgung ihres Bisses. Damit hatte sie wirklich nicht gerechent. Aber sie war wirklich dankbar. ~ Auch für dein Vertrauen. Bis morgen ~
Sie schob Corey, welche sich bereits hingelegt hatte, dan Block hin, legte sich dann selbst auf den Boden - als "Kissen" benutzte sie ihren Rucksack, und bereits innerhalb weniger Minuten, hatte der Rausch sie in einen Schlaf befördert.
Nur zwei Stunden später wachte sie mit einem Ruck aus einem Alptraum auf. Sie hatte schon seit dem Unfall jede Nacht Alpträume gehabt, diese aber mit dem Alkohol immer gut ertränken können. In dieser apokalyptischen Welt jedoch waren die Alpträume schlimmer geworden und der Alk half nicht mehr. Erschöpft rieb sich Joanna die brennenden Augen. Unbewusst nahm sie einen Schluck Wein und sah dann kurz zur schlafenden Corey. Sie hatte ihr versprochen, wachsam zu sein. Entschieden packte Joanna die Flasche weg, setzte sich direkt an die verbarrikadierte Tür und hielt Wache: sie lauschte. Hin und wieder nickte sie ein und schlief eine halbe Stunde, doch die restliche Zeit saß sie da, lauschte auf etwaige Zombie-Geräusche und stand manchmal sogar auf um durch das Glas zu spähen, ob sie zwischen den dunklen Regalreihen nicht vielleicht irgendeine Art Bewegung erkennen könnte. Trinken tat sie die restliche Nacht über nichts, sondern schlief in den winzigen Etappen die ihr Körper ihr gestattete, ihren Rausch nach und nach aus.

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 01.03.2025 15:21

Cecilia saß auf dem Boden vor dem Tisch. Sie sah so elend aus, aber dennoch fuhr eine gewisse Erleichterung durch Corinne hindurch. Sie war noch da, war nicht durch eines der Fenster abgehauen. Entweder weil sie wirklich stärker war, als Cecilia von sich selbst glaubte, oder weil sie ws nicht bedacht hatte ... oder weil sie nicht konnte. Corey drückte sich von der Tür ab und ging zu der auf dem Boden kauernden Frau hin. Sie struggelte ein wenig damit selbst runter zu kommen. Hinter Cecilia knien konnte sie sich nicht, das würde ihre verletzten Oberschenkel zu sehr dehnen. Also setzte sie sich ganz normal hinter sie, die Beine ausgestreckt und genauso zog sie die junge Frau zwischen ihre Beine und an sich heran. Ganz fest schlang sie ihre Arme um den zierlichen Körper und irgendwo in der wirren Haarbracht gab sie ihr einen Kuss auf den Kopf. Vorsichtig legte sie ihre Hand auf Cecilias Stirn, ohne Druck auszuüben. Nur für den Fall, dass sie ihren Kopf wieder an ihre Knie schlagen wollte. Selbst das konnte schon eine Gehirnerschütterung auslösen. Corinne wusste wie empfindlich das Hirn war. Oh, woe sehr sie es seit dem letzten Jahr wusste. Ihre Augen wanderten zu der Stelle in der Garage, an der ehemals ihr Motorrad gestanden hatte. Da stand es heute selbstverständlich nicht mehr. Elias hatte es hinter das Haus und unter die Überdachung gestellt. Dennoch weckte es Erinnerungen, schöne, wie unschöne.
Sanft strich sie Cecilia mit ihrer Hand über die Seite ihres Körpers und rieb auch ihren Arm, un ihr zu zeigen, dass alles gut war. Dass, egal was sie tat oder sagte, Corinne es ihr nicht übel nehmen würde. Sie konnte ja schlecht mit ihr reden. Handzeichen würden jetzt auch nichts bringen und schreiben erst recht nicht. Sie kannte diese Situation. Nicht von sich selbst, nein. Sie hatte das alles schon einmal hinter sich gebracht. Nur ohne kleines Baby im Hintergrund. Damals war es Deryks Sohn gewesen, dem sie im kalten Entzug beigestanden hatte. Nicht hier, aber es war die gleiche Situation. Er hatte es danach geschafft, er war clean geworden. Corey angelte ihr Handy aus ihrer Hosentasche, öffnete die App und schrieb mit einer Hand, dann spielte sie die Computerstimme ab. Unpersönlich, aber es waren ihre Worte und vielleicht kam es irgendwo bei Cecilia an.
~ Es ist hart, aber egal wie schlimm es noch wird, ich weiß, du bist stark. Du schaffst das. Du bist stärker, als alles was dir bisher widerfahren ist, stärker als die Menschen, die dich versucht haben zu brechen und stärker als alles, was noch kommen wird. Ich hab dich lieb. ~
Worte, die sie damals auch Marvin sagte und jedes einzelne davon war bei beiden dieser jungen Leute wahr. Sie liebte beide wie ihre eigenen Kinder. Marvin hatte es damals geschafft, er war clean geworden. Was Corinne jedoch nie erwähnte war, dass er auch wieder anfing Drogen zu nehmen. Nicht mehr so wie früher, unregelmäßiger, nicht mehr so viel, aber er tat es. Von ihm wusste sie, dass man eine Sucht niemals wirklich los würde, es war ein Leben lang ein Kampf und die kleinste Ungereimtheit reichte, um einen wieder zurückzustreiben. Das waren seine eigenen Worte gewesen. Und sie wusste, er hatte Recht. Deryk wusste, dass sein Sohn recht hatte. Sie hatte es am eigenen Leib gespürt und Deryk wusste es. Er wusste, dass sein Sohn und seine beste Freundin abhängig waren. So, wie Deryk wusste, dass sie von ihm schwanger war. Corey schloss kurz ihre Augen und konzentrierte sich wieder auf die Situation, aber sie weckte so viele Erinnerungen und eine Sehnsucht, die sie immer versucht hatte zu unterdrücken. Unbewusst drückte sie Cecilia fester an sich heran. Ihre Nähe tat ihr gerade so gut, auch, wenn Corinne eher Cecilia gut tun sollte. Ob das der Fall war, wusste sie nicht, aber sie wusste eines. Wieder schnappte sie ihr Handy und tippte mit einer Hand etwas Neues ein.
~ Egal, wie das hier endet, oder irgendetwas je endet, ich werde dich nicht alleine lassen. Ich werde immer dein sicherer Hafen sein, egal wie weit du hinaus segelst ind wie lange du auf See bist. ~
Sie spielte die Nachricht ab und bemerkte erst im Nachhinein, wie poetisch das klang. Ab und an kam eben ihr Literaturstudium heraus. Sie küsste abermals Cecilias Kopf und legte ihre Hand wieder an deren Stirn. Sie würde ihr gerne all diese Entzugserscheinungen nehmen, aber das war unmöglich ...

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Cecilia

22, Weiblich

FSK 18 Mensch gut androsexuell Two-Spirit panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

Beiträge: 242

Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 01.03.2025 12:40

Schritte, auf sie zu. Ihr Herz hämmerte schnell. Dann wurde ihr das beruhigende Gewicht Sandros aus den Armen genommen. Sofort schlang sie ihre Arme um sich selbst, hielt sich selbst fest, die Augen weier geschlossen und fest gegen die Tränen ankämpfend. Und endlich - endlich hörte sie, wie sich die Tür mit einem Klicken schloss. Das Drehen des Schlüssels im Schloss.
Erst kam ein Schluchzer. Dann zwei. Ihre Beine brachen unter ihr zusammen und sie sank zu Boden. Haltlos schluchzend, ihre Schultern bebten, immer und immer wieder hämmerte sie mit den Fäusten auf den Boden, kratzte dann mit ihren Fingernägeln über die Dielen, ehe sie ihre Fäuste gegen sich selber schlug. Wieder und wieder, bis sie keine Kraft hatte. Ihr Bein schmerzte, wo sie sich selbst gesechlagen hatte. Immer wieder hickste sie, wenn sie einen tiefen Atemzug nahm. So hatte es nicht laufen sollen. Nein, so hatte das doch nicht laufen sollen!!
Sie zog sich an ihrem Schreibtisch hoch, stellte sich auf ihre zitternden, schwachen Beine und sah hinaus in die Nacht. WIe spät es sein mochte? Zwei Uhr? Drei Uhr? Vier Uhr? ihr war kalt und ihr war schon wieder schlecht. Sie erinnerte sich, wie sie glücklich und erleichtert nach draußen gelaufen war, um Corey zu begrüßen. Warum hatte sie wieder solche Scheiße bauen müssen, wieso hatte sie wieder einmal alles ruinieren müssen? Ihr war kalt, wütend auf sich selbst krallte sie sich in den Schreibtisch. Ob die Fenster offen waren? Es wäre sicher ein leichtes, sie zu öffnen und rauszuklettern. Irgendwo wäre ein Dealer. Die fand sie immer. Oder besser gesagt: die Dealer fanden sie. Vermutlich sah man ihr ihren Konsum irgendwie an. Oh Gott wie sehr sie danach lechzte. Wie sehr alles in ihr dafür brannte und es wollte. Zitternd ließ sie sich wieder auf den Boden nieder, legte ihren Kopf auf ihre Knie, krallte ihre Finger in ihre Beine. Eine Weile lang verharrte sie so. Doch dann wurde ihr Kopf wieder laut. Die Stimmen. Die Erschöpfung, die Müdigkeit. Die Übelkeit. Sie begann ihren Kopf gegen ihre Knie zu schlagen. Einmal, zweimal, dreimal, ... sie wusste nicht wie of. Alles drehte sich und ihr war übel, Gott war ihr übel, aber alles war besser als die Stimmen, alles war besser als.... zwanzig... einundzwanzig, ... ..., dreißig ...
Jemand hielt sie. Sie zuckte zusammen, blickte aus Augen die nicht fokussierten auf und sah Corey und fragte sich, ob sie eine Halluzination war. Ob nicht vielleicht ihr ganzes Leben eine Halluzination war. Was tat sie hier. Ihre Wangen waren tränenverschmiert, die Augen wirr. Und doch war sie froh, dass Corey da war...
Wie sehr sie einfach schlafen und nie wieder denken wollte...
Wie sehr Morphium ihr dabei helfen würde...

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 28.02.2025 09:05

Corey brauchte ihr Handy nicht, auch, wenn die App die Worte Cecilias aufzeichnete, alle. Dennoch konnte ein eben erst schwerhörig gewordener Mensch wahrscheinlich die dreimalige Verneinung von Cecilias Lippen ablesen. Corey wusste nur nicht, was genau sie nun verneinte. Da Cecilia offensichtlich mit sich zu kämpfen schien und mehrmals dazu ansetzte, etwas zu sagen, aber selbst die App nichts aufschrieb, gab Corey ihr Zeit. Wenn sie nicht selbst wusste, wie ein Entzug war und ihrer war wahrscheinlich nur halb so schlimm gewesen, wer dann sonst? Nach einigen Versuchen sprach Cecilia schließlich. Und wieder brauchte Corey die App nicht, um zu verstehen, was sie sagte. Sie antwortete nicht direkt auf Cecilias Worte. Stattdessen verengten sich ihre Augen für den Bruchteil einer Sekunde. Corey hatte verstanden, was gerade Sache war, weswegen sie ihr Handy einsteckte und Cecilia vorsichtig, aber bestimmt Sandro aus den Armen nahm. Sie legte den Jungen wieder in sein Bettchen und drehte sich wieder zu seiner Mutter um. Sie schrieb nichts auf, aber sie nutzte ihre eigene Sprache, um Cecilia zu sagen, dass sie in diesem Zustand Sandro lieber liegen lassen sollte. Und sie war sich verdammt sicher, dass Cecilia es verstanden hatte, auch wenn sie ihre Sprache gar nicht sprach. Sie hatte keine Lust, dass der Junge noch auf den Boden fiel oder sonst was passieren würde und sie wusste, dass sich Cecilia das auch nicht verzeihen würde. Und dann ging sie ...
Sie ging an Cecilia vorbei, zur Tür, die ins Haupthaus führte, ging hinaus ohne ein weiteres Wort und sperrte die Tür hinter sich ab, aber das war es bei weitem noch nicht für Cecilia gewesen. Corey ging, so schnell es ihr Bein erlaubte, in das Schlafzimmer von ihr und Elias. Leise musste sie nicht sein, aber sie suchte nur mit der Taschenlampe ihres Handys nach frischen Kleidern. Schnell hatte sie ihre Lieblingsjogginghose, mit einem dehnbaren Bund und einen bequemen Pullover gefunden. Sie zog sich um und begab sich daraufhin ins Badezimmer. Dort verband sie ihr Bein mit einem zusätzlichen Verband, nur für alle Fälle. So war es stabilier. Dann öffnete sie den Medizinschrank und nahm Penicillin heraus. Davon schluckte sie zwei Tabletten, in dem Wissen, dass dieses Antibiotika wohl am unschädlichsten in ihrer Schwangerschaft war, aber am wirksamsten gegen Entzündungen vorging und ihr Bein war zum Teufel noch mal entzündet. Ibuprofen hatte ihr aber Gott sei Dank den großen Schmerz genommen. Als sie das Penicillin wieder zurückstellte, entdeckte sie daneben Valium und Ritalin. Sie sah die beiden Pillendöschen einige Sekunden lang an. Schließlich griff sie danach und betrachtete sie in ihrer Hand. Wie leicht hätte sie etwas nehmen können, wie viel besser würde es ihr dann im Umgang mit Cecilia und der momentanen Situation gehen, aber sie schüttelte nur den Kopf. So hatte sie ihre Mutter nicht erzogen. So hatte sie ihre Studien nicht geschafft, ihre Kinder nicht auf die Welt gebracht und nicht in jedem verdammten Krieg ums Überleben in ihren neun Einsätzen gekämpft. Und vielleicht wollte sie nicht so enden wie Cecilia, für die sie nun verantwortlich war und zwar auf ganzer Linie. Sie öffnete beide Döschen und kippte den Inhalt in die Toilette. Dann spülte sie ab, warf die leeren Behälter in den Müll und ging so schnell sie konnte wieder zur Garage zurück. Wenn Cecilia wirklich durchdrehte, war es nur eine Frage der Zeit, bis sie auf die Idee kam ein Fenster zu öffnen und daraus zu entschwinden. Außerdem waren genug Dinge in der Garage, mit denen sie sich ernsthaft verletzen konnte. Der Keller wäre eine deutlich bessere Option gewesen. Sie sperrte die Tür wieder auf, trat ein, sperrte hinter sich ab und lehnte sich dann an eben diese Tür. Sie blickte sich um und musterte Cecilia, um die Situation zu erfassen.

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Cecilia

22, Weiblich

FSK 18 Mensch gut androsexuell Two-Spirit panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

Beiträge: 242

Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 28.02.2025 08:05

Ihr ging es nicht gut. Scheiße, ihr ging es echt nicht gut. Cecilia ging auf und ab, Sandro in ihrem Arm, den sie fest an sich drückte und versuchte gegen diesen schrecklich intensiven Impuls anzukämpfen, einfach rauszurennen. Rauszurennen und zu rennen und zu rennen und zu rennen, bis sie keine Kraft und Luft mehr hatte. Ihr wurde etwas hingehalten. Ein Handy. Wieso? Weshalb? Hatte sie nicht ein Handy? Sie trat näher und konnte sehen, dass darauf etwas geschrieben stand.
"Nein nein nein...", murmelte sie verzweifelt und Tränen stiegen in ihre Augen. Die Buchstaben veränderten sich. Sie blinzelte die Tränen weg. Was zum...? Auf dem Handy stand jetzt Nein, nein, nein. Sie hatten diese besondere App ewig nicht mehr benutzt. Lange vergessene Erinnerungen rührten sich tief hinten in Cecilias Gedanken. ihr allererstes Treffen mit Corey. Im Café. Die Stimmen aufzeichnete. War das diese App? Testweise sagte sie "Ah" und kurz darauf erschien auf dem Bildschirm Ah. Okay, das machte das es grade einfacher, auch wenn ein Teil von ihr lieber schreiben wollte (es fühlte sich irgendwie besser an, wenn sie die gleiche Form der Kommunikation benutzten), aber der andere wollte Sandro nicht ablegen. Wer weiß, was sie dann tun würde? Es kostete sie enorma eAnstrengung und Überwindung den Mund aufzumachen und die Worte zu sagen. Mehrmals setzte sie an, doch es kam kein Laut aus ihrer Kehle, nur Knacken. "Geh einfach udn schließ die Tür ab. Ich nehm einen Eimer für die Nacht." Und wieder wollte sie rennen. Und wie. Sie wollte rennen, ewig rennen, bis ihre Lunge stach, bis sie nichts mehr fühlte, bis das Blut durch ihre Adern rauschte...
... bis sie Heroin bekam.
Sie hatte die Augen geschlossen und sah deshalb nicht, dass ihr das Handy erneut hingehalten worden war. Sie klammerte sich an Sandro fest, wippte auf ihren Fußballen auf und ab und wartete nur auf das Geräusch der sich schließenden Tür. Wartete darauf, dass sie den Kampf aufgeben und durchdrehen konnte...

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Purvis

von Corinne am 28.02.2025 00:34

Während Joanna schrieb, räumte Corey das Essen zusammen. Nichts davon steckte sie in ihren Rucksack. Es gehörte ihnen beiden. Also zog sie einen kleinen Pappkarton zu sich, der in der Nähe herumlag und früher mal haufenweise Druckerpapier beinhaltet hatte. Das wäre ein wares Paradies für Corey gewesen. Sie hätte ein Bild nach dem anderen malen können, aber heute war daran nicht mehr zu denken, obwohl hier genügend Blätter und Stifte rumlagen. Sie räumte das Essen in eben diesen Karton und schob ihn ein wenig auf die Seite, damit niemand heute Nacht darüber fiel, sollte er aufstehen müssen. Zum Frühstück würden sie ihn sowieso wieder brauchen. Danach betrachtete sie einfach wieder die Flammen der Kerze. Joanna brauchte länger als zu Beginn, was wahrscheinlich am Alkohol lag. Sie angelte sich ein Blatt Papier heran, dass mit irgendwas bedruckt war und das man definitiv nicht mehr zum schreiben gebrauchen konnte. Was darauf stand, las sie nicht, aber sie begann einen Papierflieger damit zu falten. So einen richtigen, keinen null-acht-fünfzehner. Als sie fertig war, ließ sie ihn durch die Luft segeln. Ein paar Meter flog er, aber stürzte dann ab. Die Faltarbeit war nicht präzise gewesen, aber es diente auch nur zum Zeitvertreib. Dann reichte Joanna ihr wieder das Papier. Corey las die Sätze komplett und biss sich dann auf die Unterlippe.
~ Es spielt keine Rolle wie lange etwas her ist. Manche Ereignisse verblassen nicht und wenn doch, bleiben die Gefühle. ~
Das schrieb sie zu Joannas Verlust ihrer Schwester wegen. Sie verstand die Blonde nun ein wenig besser und auch die dahintersteckende Alkoholsucht. Dann sah sie wieder auf und betrachtete die eigentlich noch immer Fremde lange. Sie überlegte, wie viel sie schreiben sollte, was sie noch realisieren würde und entschied sich für die Kurzversion ihrer Geschichte.
~ Es war damals, als alles begann und die ersten Untoten in Austin auftauchten. Ich wollte gemeinsam mit meiner Schwester meine Mutter abholen, aber sie war bereits tot. Zwei Untote, ihre ehemaligen Nachbarn, waren dabei sie aufzufressen. Kaylee und ich töteten sie, dabei hatten wir nicht bedacht, dass diese Nachbarn ein Kind hatten, bis es dann aus dem Nichts hinter mir auftauchte und mich biss. Keine Ahnung, ob ich immun bin. Wenn die Immunität wirklich mit der Genetik zu tun hat, dann liegt es vielleicht daran, dass meine sowieso im Arsch ist oder vielleicht haben wir bei der Versorgung auch etwas anders gemacht. ~
Und damit hatte sie doch mehr geschrieben, als sie wollte, zur Not konnte Joanna es am nächsten Morgen lesen. Abermals sah sie auf und betrachtete die offensichtlich Angetrunkene und auch ein wenig intensiver als zuvor deren Hand, so gut es eben im Kerzenschein möglich war. Dann schrieb sie wieder.
~ Vielleicht bist du es auch. Man weiß doch nie, wie es sich verhält, aber wenn du willst, kann ich deine Hand morgen versorgen, dann spannt sie nicht mehr so, juckt vielleicht weniger, aber ich denke, wir sollten jetzt etwas schlafen. ~
Sie schob Joanna das Geschriebene zu. Ihr war aufgefallen, dass der Alkohol jene immer mehr vereinnahmte. Schlaf schien da die beste Lösung. Sie öffnete den Zopf ihrer Haare und ihre wilden Afrolocken fielen ihr auf die Schultern. Ausziehen tat sie aber nichts, nichts mal ihre Schuhe, dazu fühlte sie sich zu unsicher in dieser Welt. Stattdessen legte sie ihre Taschenlampe und ihr Messer bereit. Ihre Waffe zog sie aus ihrem Gürtel und schob sie unter die Decke, auf welcher sie schlief. Mit dem Kopf legte sie sich dicht daneben, dann zog sie die Decke über ihre Schultern, griff die Taschenlampe und umklammerte sie, wie ein Kind sein Stofftier. Wenn sie die Kerzen ausmachten, dann war es in Coreys Welt nicht nur mucksmäuschen still, sondern auch noch stockdunkel. Früher war das nie ein Problem gewesen, heute machte es ihr Angst.

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Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 544

Re: Purvis

von Joanna am 27.02.2025 14:04

Joanna döste dahin. Aber das hieß nicht, dass sie taub war. Mit schwerem Kopf gönnte sie sich einfach diesen Moment der Ruhe, der Auszeit. Es war angenehm, einfach mal an nichts zu denken. An absolut gar nichts. Das war eine der Dinge und Zustände, die ihr so am Alkohol gefielen. Wenn alles einfach egal wurde, man nur noch atmete und keine Gedanken und Sorgen fühlte.
Dann spürte sie plötzlich eine Berührung auf ihrem Knie. Sie öffnete die Augen, brauchte einen Moment um wieder aufzunehmen wo sie war und schenkte Corey dann ein kleines Lächeln, ehe sie den Block nahm. Es brauchte etwas, ihren dösigen Kopf dazu zu überreden, wieder zu lesen und vor allem: zu verstehen. Aber nach ein oder zwei Minuten schaffte sie es, sich auf die geschriebenen Worte zu fokussieren.
Auf dem ersten Absatz legte sich nur ein schwaches Lächeln auf ihre Lippen. Es war nicht unbedingt so, als hätte sie eine Wahl gehabt. Ihr Mann war infiziert worden. Es war schnell gegangen. Sehr schnell. Und dann hatte er sie angegriffen. Sie hatten gekämpft. Er hatte sie gebossen. Sie hatte keine andere Möglichkeit gehabt, als sich zu verteidigen. Und... nun. Ihn zu töten. Es wra der reine Überlebensinstinkt gewesen, den sie - warum auch immer - noch in sich trug und der sogar stark war. Stärker als alles andere in ihr, würde sie sogar meinen. Wenn sie nur wüsste warum. Sie seufte leise, versuchte ihre sich zerstreuenden Gedanken zu sammlen und auf den nächsten Absatz zu konzentrieren. Ach ja. Richtig. Das andere Trauma. Sie nickte, als Antwort und es dauerte eine ganze Weile, bis ihr einfiel, dass das eher unnütz war. Also schrieb sie mit unsauberer Schrift (Koordination war im Augenblick nicht mehr ihre Stärke): ~ Das war 2015. Also 10 Jahre her. Und ja. Dadurch hab ich den Halt verloren. ~ War sinnlos, das zu leugnen. Und die Schuld, die sie damit auf sich geladen hatte, mit diesem Unfall, würde sie auch niemals los werden. Bis sie starb. Aber vielleicht konnte sie nun wengistens jemand anderen wieder mit ihrer Schwester vereinen. Irgendwie tat es gut, jetzt wieder ein Ziel zu haben. Einen tatsächlichen Lebenssinn, mehr als... nun. Einfach nur zu überleben.
Corey bewegte sich. Joanna blickte von dem Block auf, ehe sie auf die letzte Frage antworten konnte und sah, wie Corey ihr T-Shirt hochzog. Eine Zombie-Mal zog sich über ihre Seite. Man konnte die Biss-Spuren. Eigentlich hätte das wohl Angst in ihr wecken sollen, oder Vorsicht oder... was auch immer. Tatsächlich jedoch fühlte sich Joanna eher erleichtert. Ob das der Alkohol war? Sie war froh, nicht die Einzige zu sein. Und dass Corey wusste, wie das war. Als Antwort daruaf, zog sie ihren eigenen Pullover nach oben, sodass man das ganze Ausmaß der vernarbten Haus sehen konnte, welche sich über ihren Unterarm zog, auf ihr Handgelenk und bis hin zu den Fingergelenken streckte. Knapp oberhalb ihres Handgelenkes konnte man den dunkel vernarbten Biss erkennen, den sie James zu verdanken hatte. Nachdem sie sicher war, dass Corey es gesehen hatte, zog sie den Ärmel wieder runter und schrieb: ~ Keine Ahnung, wann es war. Zeitrechnung in dieser Welt ist schwierig. Ich schätz mal so 1 Jahr nach dem Ausbruch? Am Anfang war es nur ein kleiner Fleck, direkt um die Bisswunde. Aber er breitet sich immer weiter aus. Wie man sieht. ~ Sie zögerte kurz, sich fragend, ob sie noch wach und klar genug war, für dieses Gespräch; andererseits interessierte es sie: ~ Wie wurdest du gebissen. Und heißt es, du bist immun? ~ Sie reichte Corey den Block mit einem kleinen, aber ehrlichen Lächeln zurück.

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Allison

17, Weiblich

FSK 18 Mensch gut heterosexuell heteroromantisch Profi Teen Wolf

Beiträge: 84

Re: Palazzo der Familie Lobosca

von Allison am 27.02.2025 12:21

Während Luca mit ihr Sprach, betrachtete sie zunächst einfach weiter das Geschenk für ihre Eltern in ihren Händen. Das Set war ein wirklich schönes und durchaus durchdachtes Geschenk. Immerhin tranken ihre Eltern sehr gerne Tee. Erst nach der Bemerkung mit dem Tee, den ihre Eltern sich nachkaufen konnten, sah sie ihren Bruder wieder aufmerksam an. Achtete dabei aber darauf ein wenig Distanz zu wahren, denn so nahe wie beide sich jetzt waren, war es nicht einfach ihre Gedanken zu ordnen und nicht abschweifen zu lassen. In eine Richtung die definitiv nicht in dieser Art passend waren. Sie gehörten hier, in ihrem 'Kinderzimmer' und im Haus ihrer Eltern jetzt nicht hin und dürften auch nicht sein. Dürfte einfach nichts passieren zwischen Luca und ihr, außer Küssen oder der ein oder anderen Berührung vielleicht. Aber schon die Küsse waren gefährlich, denn sie weckten die Lust auf mehr und das ging aber nicht!
Das Eingeständnis das Luca mit ihr allein sein und sprechen wollte, kam nicht überraschend für Chiara und sie hatte ihn ja auch vermisst. „Mir geht es gut und ich hab dich in diesem Jahr doch auch vermisst.", gab sie mit einem kleinen sanften Lächeln zu. „Gerade mache ich nicht viel, weil ich Urlaub habe. Sonst würde ich mich um die Kinder und Jugendlichen im Forschungszentrum kümmern. Und wie oft ich an dich gedacht habe kann ich dir gar nicht genau sagen. Ich hab darüber schließlich kein Buch geführt." Letzterer Satz endete in einem leisen Lachen ihrerseits und die Nähe seiner Lippen zu ihren versuchte sie gekonnt zu ignorieren, konnte aber auch nicht viel weiter von ihm abrücken ohne sich auf dem Boden lang zu legen...

Celestine Allison Argent
The Huntres
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You can be taught to hate. But hate is powerless against Love.".

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 27.02.2025 03:15

Corey wartete geduldig, bis Cecilia ihre Nachricht gelesen und auch darauf geantwortet hatte, immerhin musste sie erst einmal wissen, ob ihr Vorschlag in Ordnung war, ehe sie etwas tat. Dann kam der Block und sie las Cecilias Worte. An sich war das eine gute Idee, aber die Sache hatte im Moment einen Haken. Corey schmunzelte dennoch. Das sie gerade ihr Handy in der Hand hatte, antwortete sie diesmal mit ihrer besonderen App.
~ Das ist an sich eine gute Idee und ich denke, wir können auch provisorisch ein solches System für die nächsten Wochen anbringen, aber sämtliche Baumärkte hier in Austin schließen um 22:00 Uhr und öffnen erst wieder morgens und ich weiß nicht, wo ich jetzt auf die Schnelle eine Klingel, genügend Kabel und solche Lampen herbekommen soll. Ich denke, für jetzt und für heute Nacht, muss es einfach so gehen, seidenn uns fällt etwas besseres ein. ~
Sie wollte die Nachricht abspielen, dann fiel ihr aber Sandro ein, der schlief und sie entsann sich eines besseren, da sie nicht wusste, wie laut irgendeine Lautstärke auf dem Handy wirklich war und so hielt sie Cecilia das Handy wieder hin. Ihr war unbegreiflich wieso Cecilia nicht redete. Sie wusste doch, dass die App es aufzeichnen würde und auch, dass Corey recht sicher ihre Lippen lesen konnte, wenn sie nicht mal gerade wieder wütend war. Aber manche Rätsel sollten einfach nicht gelöst werden.
Nachdem sie sicher war, dass Cecilia alles gelesen hatte, zog sie das Handy zurück und antwortete auf die restlichen Sätze.
~ Das ist mein Haus, also zahle ich auch die Umbaukosten. Wenn es dir wirklich so wichtig ist, dann lassen wir uns was einfallen, wie du es anderwertig wieder gut machen kannst. Also schreib ruhig deine Liste, da ich ohnehin in den Baumarkt muss, kann ich gleich alles besorgen. ~
Corey warf Cecilia noch einmal einen Blick zu. Ihr war aufgefallen, dass es ihr zunehmend schlechter ging, aber es gab gerade nichts, dass Corey tun konnte. Sie hatte versprochen bei dem Entzug zu helfen.
~ Vielleicht solltest du dich hinlegen und versuchen zu schlafen. Schlaf ist gerade jetzt wichtig. ~
Und damit hielt sie ihr das Handy abermals hin, damit sie lesen konnte.

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Purvis

von Corinne am 27.02.2025 02:57

Nachdem Corey Joanna das Geschriebene gereicht hatte, sah sie jene gerade noch lange genug an, um zu erkennen, dass sich ihre Lippen bewegt hatten. Und da Joanna nicht komplett nach unten schaute und Corey ihr ziemlich genau gegenüber saß, konnte sie einen Großteil der Worte von Joannas Lippen ablesen. Nicht alles, aber es reichte, um den Sinn des Satzes zu erkennen und Corey grinste daraufhin. Ja, Kaylee war eine echte Nachzüglerin gewesen. Ihre Mutter hatte geglaubt, sie sei in den Wechseljahren, dabei war sie gerade mal so alt wie Corey heute und Corey wusste, dass sie definitiv nicht in den Wechseljahren war, obwohl ihr das in diesen Zeiten vielleicht sogar lieber wäre.
Sie seufzte leise und während Joanna schrieb, nahm sie sich noch eine zweite Reiswaffel. Nicht, weil sie hungrig war, sondern weil es wohl nötig war. Sie bestrich sie mit dem gleichen Belag wie zuvor und knabberte daran herum. Sie hatte die Hälfte aufgegessen, als Joanna fertig war und während sie las, aß sie den Rest. Dann nahm sie sich wieder den Stift und begann zu antworten.
~ In diesen Zeiten muss man Dinge tun, die man nie für möglich gehalten hat, aber wenigstens hast du deinen Mann nicht so zurückgelassen und seine Seele erlöst. ~
Ob das nun stimmte oder nicht, dass wusste wohl niemand. Aber Corey mochte den Gedanken. Es erleichterte es ungemein die Untoten noch einmal zu töten. Manchmal wünschte sie sich, sie hätte ihren Mann auch wenigstens töten können, dann wüsste sie, was ihm zugestoßen war, aber insgeheim wusste sie es ohnehin. Und insgeheim hatte sie damit schon abgeschlossen. Dann kam sie zu dem Abschnitt mit Joannas Schwester und sie presste kurz ihre Lippen zusammen. Das erinnerte sie an ihre eigene Tochter, die sie sozusagen auch auf dem Gewissen hatte. Sie schluckte schwer.
~ Tut mir auch Leid wegen deiner Schwester. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie du dich dabei gefühlt hast. Wie lange ist das schon her? Ist das der Grund, warum du trinkst? ~
Beinahe hätte sie die Fragen wieder durchgestrichen, aber Joanna hätte sie dennoch lesen können und so war Corey nun mal, direkt. Heutzutage spielte alles andere sowieso keine Rolle mehr. Man musste schnellstmöglich rausfinden mit wem man es zu tun hatte, nur das zählte. Sie blickte auf und beobachtete Joanna für einen Moment und wie sie dort an die Wand gelehnt saß und döste. Der Alkohol schien zu wirken und Corey fühlte sich damit zunehmend unwohler, aber sie ließ sich gekonnt nichts anmerken. Es hatte ja auch weniger mit der Tatsache zu tun, dass Joanna trank, sondern mehr damit, dass sie jetzt beide so gut wie taub waren. Nachdem sie die Blonde beobachtet hatte, wanderte ihr Blick auf deren Hand und dann schrieb sie wieder.
~ Wie ich schon schrieb, es gibt auch Menschen, die immun sind, wir werden sehen, welches Szenario bei dir eintritt. Wie lange ist es her, dass du gebissen wurdest? ~
Im Moment machte Joanna ja noch einen lebendigen Eindruck. Corey hatte schon so viele gesehen, die sich verwandelt hatten, dass sie sagen konnte, wann jemand kurz davor stand. Und ihre Beobachtungsgabe war es auch gewesen, die diese Vermutungen bezüglich des Virus aufgestellt hatten. Allzu viel hatte sie damals von ihren Journalistenkollegen nicht mehr erfahren, dafür ging alles viel zu schnell. Sie sah wieder auf und winkte, aber Joanna reagierte nicht. Corey seufzte wieder, beugte sich zu ihr rüber und tippte mit dem Block an ihr Bein, dann ließ sie jenen einfach in ihren Schoß fallen und nachdem sie sicher war, dass sie wieder etwas bei sich war, schlug Corey ihre Decke zurück und hob ihre Jacke samt Shirt hoch. An der rechten Seite, unterhalb ihrer Rippen und zwischen ihrer Hüfte, kam ein Mal zum Vorschein. Ein Biss, der jedoch nicht infiziert, sondern verheilt war und nur noch eine dunkle Narbe darstellte.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 27.02.2025 02:58.
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