Austin [Texas, USA]

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Cecilia

22, Weiblich

FSK 18 Mensch gut androsexuell Two-Spirit panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

Beiträge: 242

Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 26.03.2025 12:31

Cecilia bekam Coreys Reaktion auf ihr Geschriebenes gar nicht mit. Sie hatte sich bereits auf das Bett verzogen, starrte an die frisch gestrichene Wand und stellte sich vor, wie Corey gleich hinaushumpeln, die Tür abschließen und wer weiß was tun würde. Vielleicht ja Drogen oder Medikamente kaufen? Cecilia würde es ihr nicht verübeln können. Sie wollte ja selbst. Aber sie musste an Sandro denken. An Coreys Abschlussworte. Vielleicht sollte sie sie aufschreiben? Damit sie sie ja nie vergaß und immer wenn sie schwach wurde, wieder lesen konnte? Ja. Wahrscheinlich wäre das gut. Vielleicht würde es ja irgendetwas bringen. Später. Gott wie gern würde sie diesen Schmerz in sich betäuben, diesen Schmerz von dem sie gar nicht so genau wusste oder benennen konnte, wo er herrührte, aber der sie einfach noch in den Wahnsinn trieb, dieser tiefe psychische Schmerz...
Schritte... Klirren. Cecilia öffnete die Augen, die sie irgendwann geschlossen hatte und sah auf. Corey stand da, die zerbrochene Tasse Tee zu ihren Füßen. Es war nicht schlimm. Sie würde es später wegmachen. Kleidung hatte sie ja, damit könnte sie das wegwischen. Oder so. Sie beobachtete, wie der Tee um Coreys Fuß herumfloß, ohne es so wirklich wahrzunehmen. Erst im Nachhinein fiel ihr auf, wie seltsam das war - doch dann schob sie es auf ihre Entzugserscheinungen. Wahrscheinlich nur eine ihrer beschissenen Halluzinationen. Gott, wie gern sie sich selbst den Kopf abreißen würde...
Corey ging hinaus - die Tür blieb spindelweit offen. GEH RAUS!!!, schrie ihr Verstand sie an. Cecilia krallte ihre Finger in ihre Beine, zog diese noch dichter an ihren Körper und legte ihren Kopf auf die Knie. Wenn sie sie nicht ansah, könnte sie ihrem Verstand vielleicht vorgaukeln, die Tür wäre geschlossen. Aber natürlich war das nicht so einfach. HAU SCHON AB!!! Worauf wartest du??? Sie stellte sich vor aus der Tür raus zu gehen und über den Hof, inw elchem Corey vorige Nacht angekommen war. Sie stellte sich vor auch den zu überqueren und dann der Straße einfach in die nächste Stadt zu folgen. Es war egal wie lange es dauerte, sie würde das packen, weil sie wusste, dass am Ende eine Belohnung auf sie warten würde. Es wäre einfach dort in den Gassen, in der Nähe von Clubs jemanden zu finden. Meist waren es eh die Dealer, die einen fanden - sie erkannten Junkies, die auf der Suche nach Stoff waren. Natürlich hatte Cecilia grade kein Geld, aber es wäre ja nciht das erste Mal, dass sie einen Dealer anders bezahlte...
Die Euphorie und die Motivation, die sich ihrer bemächtigten, als sie es sich so vorstellte, bekamen die Überhand. Sie stand auf, doch in diesem Augenblick war Corey wieder da. Sie wischte den Tee weg. Starr wie eine Statue, als wäre sie ertappt worden, stand Cecilia da, rührte keinen Muskel und beobachtete Corey steif. Wenn sie jetzt ging, würde sie die Tür abschließen, oder? Sie würde nicht mehr offen und einladend dastehen.
Aber sie schloss sie nicht... und Cecilia konnte sehen, wie Corey auch nicht das Grundstück für ihren "Spaziergang" verließ, sodnern wieder ins Haupthaus ging. Wie lange würde sie weg sein. Würde sie schnell merken, wenn sie jetzt ging? Cecilia steltle sich ihren Weg erneut vor. Stellte sich vor wie Corey zurückkam und feststellte, dass Cecilia weg war. Selbst hinterherlaufen würde sie mit ihrem Bein nicht können. Aber wahrscheinlich würde sie Elias Bescheid sagen. Sie hätten ein Auto. Und würden sie schnell wieder einsammeln. Und dann käme sie vielleicht doch in den Keller.
Unschlüssig stand Cecilia noch immer an Ort und Stelle und war nur wenige Schritte auf die geöffnete Tür zugegangen, als Corey erneut erschien. Schnell, als wäre sie geschlagen worden, stolperte Cecilia zurück zu ihrem Bett. Ihr Herz schlug schwer. Jetzt hast du deine Chance verpasst, sagte ihre innere Stimme und sie fühlte sich schlecht.
Corey hatte allerhand Essen dabei. Unwillkürlich fragte sie sich, was das sollte. Wollte sie sie zum Essen zwingen? Es jetzt einfach hier stehen lassen und dann gehen, wie sie es angekündigt hatte? Cecilia verstand nicht, was hier abging...
Sie zog die Augenbrauen zusammen, als das Grünzeug einer Erdbeere bis zu ihr flog. War das etwa auch eine Halluzination? Sie griff danach und betrachtete es. Sie fühlte es zwischen ihren Fingern, den sanften Widerstand der kleinen grünen Blättchen? Wenn ja, dann war es eine ziemlich realistische Halluzination. Was ging hier ab? Verlor sie jetzt allmählich wirklich den Verstand? Oder war das nur eine weitere beschissene Entzugserscheinung? Bildete sie sich Corey vielleicht auch nur ein?
Sie verstand Coreys Gestik, bewegte sich jedoch nicht und beobachtete nur, wie diese sich ein Brot schmierte und tatsächlich zu essen begann. Ja. Es musste definitiv eine Halluzination sein. Was machte man eigentlich bei sowas? Sollte man es ignorieren oder mitspielen?
Wenigstens hatte Cecilia über dem allen ihre Übelkeit vergessen. Nur sehr zögernd stand Cecilia auf und setzte sich mit einigem Abstand zu Corey auf den Boden. Ihrer Paranoia erschien grade alles suspekt. Sie las die wenigen Worte auf dem Block und wenigstens passte das zu ihrer Halluzinations-Theorie. Sie stand auf um sich ihren eigenen Block und Stift vom Schreibtisch zu nehmen, setzte sich wieder in dem Abstand wie zuvor und schrieb: ~ Australien klingt gut. Ich halluziniere gerade, oder? ~ In Wahrheit war Corey wahrscheinlich einfach gegangen und hatte die Tür abgeschlossen. Und alles - der Tee, die offene Tür, dieses Frühstück hier - bildete sich ihr Schädel nur ein, um ihr... vorzugaukeln, dass alles gut und okay war? Oder so? Ergab das Sinn?
Konnte man in einer Halluzination eigentlich essen, oder flog das dann auf, wenn sie das versuchte? Nachdenklich betrachtete sie das Essen und ihr Magen verknotete es. Wollte ihr Magen sie daran hindern das Gedanken-Konstrukt auffliegen zu lassen? Ode rhatte sie womöglich sogar selbst Angst davor, einen Beweis zu haben, dass sie den Verstand verlor? Und wenn das alles doch wahr war? Aber nein, dafür ergab zu vieles keinen Sinn... Gott, seit wann konnte sie denn selbst ihrem eigenen Verstand nicht mehr trauen???
Nachdem sie ewigkeiten den Block in der losen Hand gehalten hatte, hielt sie ihn endlich einfach hoch, damit Corey es lesen konnte und fragte sich gleichzeitig, ob sie den Block gerade vielleicht auch einfach nur einem leeren Raum zeigte und wie das wohl von außen wirken musste... vermutlich, als sei sie völlig irre geworden...

~ ZWANGSCUT - Thread wieder frei ~ Adria 

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 27.07.2025 15:03.

Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 20.03.2025 16:59

Cecilia schrieb. Ihre Hand flog schnell über das Papier, als wäre sie aufgeregt und sie drückte den Stift fest auf, was Coreys Vermutung nur bestätigte. Sie schielte auf das Papier und konnte ein paar Worte davon lesen, aber sie wartete geduldig, bis Cecilia geendet hatte und ihr den Notizblock reichte. Als Corey die Worte las, hob sie ihre Augenbrauen, schürzte ihre Lippen kurz und nahm tief Luft. Ihre Lüge war aufgefallen und das Problem war nicht nur, dass sie sich damit immer tiefer in den Mist ritt, sondern auch, dass sie es Cecilia und ihren Mitmenschen nicht einfacher machte. Einen Moment starrte Corey an dem Notizblock vorbei auf den Boden. Safefood ... Sie schloss ihre Augen. Endlose Sekunden vergingen. Sekunden, die wie eine Ewigkeit wirkten und ihr tausend Gedanken durch den Kopf schießen ließen. Irgendwann öffnete sie ihre Lider wieder und nahm abermals tief Luft. Sie legte den Block auf den Tisch, drehte sich um und wollte statt die Garage zu verlassen, in die Küche gehen. Dabei stieß sie mit dem Fuß die Tasse mit ihrem Tee um. Die Tasse kippte mit einem dezenten Klirren um und die Flüssigkeit ergoß sich vor Coreys Füßen und begann sich auszubreiten. Der Tee floß auf ihre Schuhe zu, aber nur zwei Zentimeter davor machte er um ihren Schuh rechts und links einen Bogen und berührte nicht einmal die Sohlen. Hinter ihrem Fuß floß der Tee wieder zu eienr einheit zusammen. Sie beobachtete das Schauspiel, wohl wissend, dass es nicht normal war, aber ließ sich auch nichts anmerken. Stattdessen machte sie einen Schritt über das Malheur und ging dann aus dem Raum. Kurz darauf kam sie mit einem Putzlappen wieder, wischte alles auf und verschwand dann wieder. Nach einigen Minuten war sie aber schon wieder da. Jedes mal hatte sie die Tür zum Haus hin offen gelassen, darauf vertrauend und vielleicht auch wissend, dass Cecilia nicht abhauen wollte. Als sie diesmal reinkam, hatte sie ein großes Tablett dabei. Darauf standen zwei Schüsseln voll Müsli, eine weitere mit frischen Erdbeeren, dann einige Toastbrotscheiben, dazu Marmelade, Käse und Honig. Auch zwei Gläser Orangensaft und Tee stand auf dem Tablett. Sie stellte es auf dem Tisch ab. Wenn Cecilia nicht mit ihrer Familie essen wollte, schön. Aber nichts zu essen war keine Option. Sie nahm eine Erdbeere, steckte sie in den Mund und ließ bloß das Grünzeug am Ende übrig. Dieses warf sie in Cecilias Richtung. Es hätte niemals genügend Widerstand besessen überhaupt so weit fliegen zu können und doch tat es das und es traf die junge Frau am Arm und damit hatte Corey ihre Aufmerksamkeit. Sie deutete ihr an, herzukommen und mit ihr gemeinsam zu essen und um ihr zu zeigen, wie ernst es ihr war, nahm sie ein Toastbrot, schmierte es mit Honig ein und begann es zu essen. Soviel zu Arfid. Während sie aß, setzte sie sich an den Tisch und betrachtete das Honigglas. Sie wusste, woher es kam und plötzlich kam ihr eine Idee. Sie legte das Brot ab, schnappte den Notizblock und schrieb:
~ Lass uns nach Australien gehen. ~
Sie hielt den Block und Stift in einer Hand und hielt Beides hoch, damit Cecilia es lesen konnte und mit der anderen Hand nahm sie wieder ihr Toastbrot und knabberte daran herum.

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Cecilia

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 16.03.2025 14:56

Corey ignorierte ihre helfende Hand. Eigentlich hätte sie es sich nicht wundern durfen, oder? Sie wusste schließlich, dass ihre Mum eine Einzelkämpferin war. Also zog sie ihre Hand wieder zurück, lächelte sie jedoch leicht an. Ihre Augen glitten kurz zu der Schusswunde am Bein, die immer noch gut und fest verbunden war. Zum Glück. Sie btete, dass sich die Entzündung oder so noch würde aufhalten lassen. Sie wollte nicht, dass ihre Mutter wieder ins Krankenhaus müsste... (und diese wollte es sicher genauso wenig).
Corey schrieb etwas und Cecilia wartete. Doch als sie die Nachricht dan las, zogen sich ihre Augenbrauen sofort misstrauisch zusammen. Sie schüttelte den Kopf, nahm jetzt - aus Gewohnheit - den Stift und schrieb schnell und kräftig: ~ Ich bin schon seit Stunden wach. Entzugserscheinungen und Schlafstörungen. Du hast geschlafen. Nur Elias kam einmal rein mit den Kissen und Decken und hat uns dann nochmal den Kaffee gebracht. Wenn du gehst, dann sperr mich bitte direkt wieder ein. Und versprich mir, dir etwas Safe Food zu kaufen, ja? ~
Sie versuchte, nicht zu viel ihrer Sorgen und Ängste und zurzeit dank des Entzugs eh völlig durcheinanderwirbelnden und viel zu starken Gefühle in die Worte zu legen und reichte Corey den Block. Das gute Gefühl beim Wachwerden war wieder komplett verflogen. Ihr war schlecht und am liebsten würde sie sich aufschlitzen. Daran durfte sie nicht denken. Sie wollte Sandro nehmen, doch sein Bettchen war leer (ach ja... Elias...), also wandte sie ihre Schritte stattdessen zum Bett, setzte sich in seine Ecke, zog ihre Beine eng an ihren Körper, mit den Armen umschlungen, und legte ihren Kopf seitlich auf die Knie, um irgendwo ins Nichts zu starren. Wo sollte alles noch enden? Und würde sie jemals wieder vertrauen können...?

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 06.03.2025 05:20

Corey hatte keine Ahnung, an wie viel sich Cecilia noch erinnerte, aber ihre Vermutung lag dabei, dass sie das Meiste, das letzte Nacht passiert ist, gar nicht mehr in Erinnerung hatte. Einerseits war das für Cecilia gut. Niemand wollte sich an sein Entzugsverhalten erinnern. Andererseits spielte es auch etwas Corey in die Karten, denn das Ganze schwächte die Erinnerung Cecilias an Coreys eigenen Probleme schön ab. Und das war gut so.
Nachdem sie gezeigt hatte, wie Elias Name ging oder wie man ihn rief, fragte Cecilia, ob es Elias Name in ASL war. Das hatte Corey nur allzu gut verstanden, trotzdem neigte sie ihren Kopf leicht zur Seite und ihre wurden wieder einmal die Unterschiede zwischen Hörenden und Gehörlosen bewusst. Tatsächlich waren die Namen, die man in ASL erhielt nicht zwingend mit den Namen gleichzusetzen, die auf dem Papier standen. Für Gehörlose waren die Namen auf dem Papier nur rein formell. Natürlich teilten sie jene den Hörenden mit, weil sie wussten, dass sie nur damit etwas anfangen konnten, aber für Gehörlose war es einerlei. Sie wussten sowieso nicht wie sich ihre Namen anhörten, sie kannten nur Zeichen und wussten damit etwas anzufangen, aber das zu erklären würde den Rahmen ihrer Kommunikation sprengen. Also zuckte sie lediglich mit den Schultern und nickte gleichzeitig.
Und dann stand Cecilia auf und Corey rappelte sich von alleine auf. Es wäre eine Lüge gewesen, wenn sie behauptet hätte Cecilia helfende Hand nicht bemerkt zu haben, aber sie tut nun mal so, als hätte sie sie nicht bemerkt und stand ganz alleine, ohne Hilfe auf. So, wie sie es gewohnt war und vielleicht war sie nach einer solchen Nacht, in der sie mehr Stärke bewiesen hatte, als eigentlich noch in ihr hätte schlummern können, einfach ein wenig zu stolz, um sich helfen zu lassen. Diese Nacht hatte sie wieder daran erinnert, was sie alles konnte und was sie alleine bewerkstelligt hatte. Sie war nicht der Typ Mensch, der nicht alleine klar kam. So stand auch sie kurz darauf auch und dann kam diese Frage. Corey nahm den Block von Cecilia entgegen und schrieb als Antwort zurück.
~ Bin schon etwas länger wach, hab bereits gegessen. ~
Und das war eine Lüge, aber Corey brachte sie rüber, ohne rot zu werden oder mit der Wimper zu zucken. Sie würde sich heute nicht die Blöße geben und an einem Frühstückstisch mit ihren Jungs und Cecilia sitzen und nichts essen können oder wollen. Sie wandte ihren Blick Richtung Küche. Apropos Jungs. Sie schluckte schwer. Sie hatte keine Lust ihnen über den Weg zu laufen. Nein, ganz und gar nicht und das hatte seine Gründe, also schrieb sie erneut.
~ Ich werde einen Spaziergang machen, während du frühstückst. Solltest du den Drang haben, dir Drogen zu besorgen, wird Elias dich einsperren und dann kannst du gleich deine Idee mit ihm besprechen. ~
Sie reichte Cecilia wieder den Block und hinkte auf die Tür zu, die zur Straße hinaus führte. Den Schlüssel dafür hatte sie ja.

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Cecilia

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 02.03.2025 18:48

Corey lächelte sie an. Und es tat gut, en freundliches Gesicht zu sehen. Eines, welches sie nicht mit ihrem Verhalten am vorigen Tag irgendwie weggestoßen hatte. Sicherer Hafen, kam irh grade unzusammenhängend in Den Kopf, aber sie wussete nict warum und konnte sonst auch keinen Bezug herstellen. Die letzte Nacht war... ein schmerzhafter, verchwommener Klumpen. Sie schämte sich dafür und hoffte, nicht so wahnsinnig gewesen zu sein, wie sie sich gefüht hatte. Zumindes jetzt im Rückblick.
Sie erwiderte Corey, die fast aussah als würde sie strahlen und beobachtete dann ihre Geste. Sie erkannte, dass auch sie Elias Namen buchstabierte. Und dann formte sie ein E, bewegte sie Hand jedoch an der Stirn. Kurz strenge Cecilia ihr Hirn an, dann fragte sie: Gebärden-Name? Sie wusste nicht, ob sie es wirklich richtig gebärdete, fügte einfach nur die beiden gebären die sie kannte: "Gebärden" und "Name", aneinander. Aber sie hoffte, dass Corey sie verstehen würde.
Mit dem Kaffee in der Hand - davon getrunken hatte sie noch nicht - beobachtete sie erneut Coreys Gestern. Sie glaubte, sie kennen zu müssen, doch es fiel ihr schwierig, sich zu konzentrieren. Sie fühlte sich wie überführen. Fragte sie, wie es ihr ging... oder so? Würde zumindest Sinn ergeben, oder?
Aber schon ertönte auch wieder die mechanische Stimme von Coreys App. Frühstücken... Cecilias Magen rumorte und bäumte sich kurz danach leicht auf. Sie zuckte mit den Schultern, nickte dann aber. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als es zu probieren. Ihr Körper brauchte unbedingt ein wenig Energie. Sie reckte sich, um ihre Kaffee-Tasse auf den Tisch zu stellen. Dann reichte sie Corey die Hände, um ihr hochzuhelfen. Sicher war sie nach einer Nacht auf dem Boden steif - und da war ja auch immer noch die Wunde. Als Corey stand, sah Cecilia auf ihrem Tisch Papier und Stifte liegen. Rasch schrieb sie: Versuchen wir beide was zu essen. Grade wollte sie fragen, ob sie nicht später vielleicht gemeinsam etwas Safe Food für sie kaufen wollten, da fiel ihr ein, dass das in ihrem (also Cecilias) momentamen Zustand, wohl keine gute Idee wäre. Sie würde sich sofort etwas besorgen. Scheiße. Sie biss sich kurz auf die Unterlippe, dann sah sie zu Corey und gebärdete: Danke - die Nacht.

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 01.03.2025 22:40

Cecilia war wach. Corey wusste nicht, ob sie die junge Frau geweckt hatte oder ob sie vorher schon wach gewesen war. Tatsächlich hatte sie nicht mal mitbekommen, als diese in der Nacht oder vor wenigen Stunden aufgeschreckt war. Corey musste ziemlich erledigt gewesen sein oder das Ibuprofen und das Penicillin hatten dazu beigetragen. Sie wusste es nicht und sie wusste ja auch nicht, dass Cecilia schon wach gewesen war. Wahrscheinlich hätte sie sich selbst dafür geohrfeigt, dass sie davon nicht aufgewacht war.
Sie lächelte Cecilia an und ihr Lächeln wurde breiter, als sie Elias namen buchstabierte. Corey nickte einmal kurz. Ihr war klar gewesen, wer hier für sie gesorgt hatte. Sie hob ihre Hand, formte sie zu einem 'E' und schüttelte sie dann sanft neben ihrem Kopf in Höhe ihrer Schläfen zwei Mal. Das war Elias Name in ihrer lokalen Deaf-Community und natürlich auch in der Familie und bei Freunden. Sie buchstabierte seinen Namen wieder und machte dann wieder das Zeichen, damit Cecilia verstand, was sie meinte. Sie wollte hier leben und hatte auch schon Interesse an ASL gezeigt, also warum nicht. Außerdem lenkte es sie vielleicht ein wenig ab.
Corey nahm den Tee dankend entgegen und trank einen Schluck davon. Sie hätte gerne gegegen den Kaffee getauscht, aber das ging leider nicht. Nach ein paar Schlucken stellte sie den Tee wieder ab und setzte sich langsam richtig aufrecht hin. Das klappte mehr schlecht als recht. Sie wurde wirklich alt. Dann begann sie zwei Gesten zu zeigen. Ihre beiden Hände lagen mit den Fingerrücken aneinander und nur eine davon drehte sie zur Hälfte, ehe sie fragend auf Cecilia deutete. Die Bewegungen waren etwas unflüssig, vor allem die erste, aber man konnte es dennoch erkennen. 'Wie geht es dir?' sollte es heißen. Corey war sich nicht sicher, ob Cecilia es verstand. Hatte sie es am Abend zuvor nicht schon genutzt? Sie wusste es nicht mehr, es war so viel dazwischen passiert. Sie schnappte ihr Handy und öffnete die App. Schnell tippte sie ein.
~ Wie geht es dir? Willst du mal versuchen etwas zu frühstücken? ~
Und spielte die Computerstimme wieder ab. Sie hatte ja bemerkt, dass es Cecilia auf seltsame Art ein wenig beruhigt. Außerdem war lesen für die junge Frau sicher noch schwer, nach der ganzen Anstrengung, die wahrscheinlich noch nicht ganz rum war. Mit der offenen Tür, fand momentan ohnehin eine Probe Cecilias statt, die Elias wahrscheinlich unbeabsichtigt aufgestellt hatte. Corey blickte zu der offnen Tür. Wäre sie schnell genug, wenn Cecilia es versuchen würde?

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Cecilia

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 01.03.2025 22:02

Erschöpfung hin oder her. Cecilia schlief nicht gut. Oder gar durch. Nach etwa drei Stunden schreckte sie auf, schreiend, keuchend. Ihr Vater, der sie wieder einmal misshandelt, vergewaltigt hatte. Und die toten Augen ihrer Mãe und ihres Bruders, welche sie dabei beobachteten. Sie fühlte sich elendig. Ihr Mund war trocken und schmeckte nach Erbrochenem, ihre Haut war kalt und klamm. Durch das Fenster fiel das erste schwache Sonnenlicht, der Himmel war in einem lilanen rosa gefärbt. Wie spät es sein mochte? Cecilia hatte keine Ahnung, wann hier die Sonne aufging. Fünf Uhr? Sechs Uhr? Sieben Uhr? Sie betrachtete ihre Mum und war dankbar, dass sie da geblieben war. Das war nicht selbstverständlich. Sie rollte sich wieder zusammen - es brauchte lange, aber irgendwann war ihr erschöpfter Körper wieder in einen unruhigen Schlaf geglitten.
Das nächste Mal wachte sie auf, als die Tür geöffnet wurde. Sie zuckte zusammen, fuhr hoch, war sich usnicher, ob sie überhaupt seit dem letzten Wach werden geschlafen hatte. Es war Elias. Er winkte ihr kurz zu und deutete auf Sandro. Er weinte. Sofort fühlte sich Cecilia schlecht. Wie war ihr das nicht aufgefallen? Hatte er grade erst angefangen? Hatte sie das wirklich ignoriert? Sie fühlte sich schlecht. Umso mehr wie die beschissenste Mutter die es gab. Sie verstand Elias lautlose Frage und nickte nur. Peinlicherweise fühlte sie sich grade nicht mal bereit, aufzustehen. Er gab ihr ein Kissen, legte auch den Kopf seiner Frau liebevoll auf eines, was Cecilia leicht lächeln ließ. Sie wartete, bis er - mitsamt Sandro im Arm - gegangen war, dann legte sie ihren Kopf auch wieder auf das Kissen. Ihr war klar, dass die Tür jetzt offen war. Sie könnte einfach rausspazieren. Raus, über den Hof und niemand würde sie aufhalten. Sie könnte sich den nächstbesten Dealer suchen. Aber wollte sie das?
Sie betrchtete Sandros leeres Bettchen, und eine Art schwere, bleierne Traurigkeit befiel sie. Ihr ganzer Körper pochte dumpf. Die Schmerzen waren weg und hatten eine bleierne erschöpfende Schwere hinterlassen. Nein. Nein,d as wollte sie nicht. das hatte ihr Sohn nicht verdient.
Und sie selbst auch nicht, dachte sie trotzig.
Kurz darauf kam Elias wieder. Kaffee und Tee. Cecilia dankte ihm kurz mit der Geste, dann legte sie sich erneut hin. Sie wollte bei Corey bleiben, bis sie wach war, so wie sie auch bei ihr geblieben war. Cecilia hatte außerdem nicht das Gefühl, viel geschlafen zu haben. Ihr ganzer Körper fühlte sich, als hätte sie Muskelkater. Ihr Magen war ein einziger leerer Schmerz. Ob sie es später wagen konnte, etwas zu essen? Sie schloss die Augen wieder. Irgendwann meinte sie, Brötchen zu riechen. Ihr Magen knurrte, gleichzeitig wurde ihr schlecht. Aber sie würde es versuchen müssen, oder?
Und dann spürte sie eine Hand, die ihr durch die Haare strich. Mum, dachte sie sofort. Einige Momente lang genoss sie die sanften Liebkosungen, die sie so gar nicht gewohnt war. Dann öffnete sie die Augen, richtete sich auf. Sie lächelte schwach und dankte auch ihr. Von ganzem Herzen. Sie deutete erst auf das Tablett und machte dann mit ihren Fingern das Finger-Alphabet: E-L-I-A-S. Wahrscheinlich war Corey das klar gewesen, dennoch... wollte Cecilia es ihr mitteilten. Sie beugte sich vorsichtig über Coreys Beine, um nicht auf ihr verletztes Bein zu kommen, reichte ihr dann Tee und nahm sich selbst den Kaffee. ihre kalten Finger klammerten sich an die heiße Tasse. Ob der drin bleiben würde?

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 01.03.2025 21:28

Sie hätte es nicht für möglich gehalten, vielleicht auch, weil sie es selbst nicht nachvollziehen konnte, aber Cecilia beruhigte sich durch das Hörspiel. Sie betrachtete ihr Handy kurz. Geräusche hatten eine unheimliche Macht. Das hatte auch sie des Öfteren schon am eigenen Leib zu spüren bekommen, wenn sie die Soundprozessoren ihres Cochlea-Implantats angezogen hatte. So, wie sie es die letzten drei Tage auf ihrer Heimreise getan hatte. Sie war immer mitten im Nirgendwo, inmitten der Natur stehen geblieben, hatte gerastet und die Soundprozessoren angezogen. Es war überwältigend gewesen, aber außer Vögeln, dem Plätschern von Wasser, wenn sie in Flussnähe war und dem Rauschen des Windes, der die Baumkronen der Bäume durchstreifte und das Laub zum Rascheln brachte, war nie etwas zu hören gewesen. Bis auf ihren eigenen Atem, der jedoch etwas beruhigendes hatte und ihre Schritte und der Waldboden, der unter ihren Schuhsohlen knirschte. Sonst gab es nichts. Keine anderen Geräusche. Nur sie und die Natur, alleine, ganz alleine. Das hatte sie drei mal am Tag getan, für jeweils eine Stunde, eben immer dann, wenn sie rastete und es noch hell genug dafür war, draußen herumzulaufen. Und diesmal war es anders gewesen. Ganz anders als sonst. Vielleicht, weil sie es wollte. Weil es diesmal nicht ihr Vater wollte, sondern sie. Schon am dritten Tag, kurz bevor sie hier ankam, hatte sie bemerkt, dass etwas passierte. Ihre Ohren begannen die Geräusche herauszufiltern. Sie war in der Lage gewesen einen nervig pfeifenden Vogel in den Baumkronen ausfindig zu machen. Größtenteils hatten ihre Augen ihr dabei natürlich geholfen, aber lokalisieren konnte sie den Vogel nur, durch die Soundprozessoren. Corinne blickte wieder auf ihr Handy. Dennoch würden ihre Implantate hier nicht viel bringen. Sprachen klangen alle chinesisch für sie, wie man immer so schön sagte. Sie musste die Menschen, ihre Lippen ablesen und so langsam erst einmal lernen, wie sich die einzelnen Buchstaben wirklich anhörten und dann kamen die Worte, jedes einzelne, wie ein Baby, dass eine Sprache erlernen musste und genauso war es ihr auch erklärt worden. Bis sie überhaupt mal begreifen würde, wie die Sprache funktionierte würde ein gutes Jahr oder in ihrem Alter sogar zwei, drei Jahre ins Land gehen. Aber darum ging es ihr gar nicht. Sie wollte nur die Geräusche hören, wissen, wie sich Dinge anhörten. Gedankenverloren strich sie Cecilia so über den Kopf. Noch sehr lange war sie in ihrer eigenen Gedankenwelt geblieben, bis sie bemerkte, dass Cecilia eingeschlafen und das Hörspiel längst zu Ende war. Das war der Moment, indem sich Corey einfach auf den Rücken legte. Der Boden war hart, aber das war ihr egal. Sie war erleichtert, dass Cecilia eingeschlafen war. Im Schlaf konnte man die meisten Krankheits- oder eben Entzugssymptome bekämpfen. Sie bemerkte es nicht, aber auch ihr fielen irgendwann die Augen zu.
Erst, als es draußen bereits hell war, wurde sie wieder wach. Wie lange sie geschlafen hatte, wusste sie nicht, aber sie spürte sofort das weiche Kopfkissen unter ihrem Kopf. Jemand musste es dahingelegt haben, denn sie und Cecilia lagen noch da, wie zuvor. Aber nun lag zwischen Corinnes Beinen ebenso ein Kissen, auf dem die jüngere Frau ruhte. Außerdem waren sie, wie auch Cecilia mit einer Decke zugedeckt und neben ihnen beiden stand ein Tablett. Eines mit Kaffee und einem Zettel, auf dem Cecilia stand und eines mit Tee. Der war mit 'Corey' beschriftet. Natürlich ... kein Kaffee für sie, aber das war ja im Anbetracht ihrer Umstände in Ordnung. Corey blickte sich um und stützte sich auf die Ellbogen. Scharf zog sie ihre Luft ein. Ihr Rücken schmerzte von dem harten Boden. Sie war eben nicht mehr die Jüngste und die Schwangerschaft tat wohl ihren Rest. Jedenfalls erkannte sie nachdem die ersten Schmerzen verflogen waren, dass Sandro fehlte und auch die Tür zum Haupthaus stand sperrangelweit offen und der Duft von frisch gebackten Brötchen drang an ihre Nase und ... ihr wurde schlecht davon. Schwangerschaft und Arfid sei Dank. Sie konzentrierte sich wieder auf ihre Situation und strich Cecilia sanft über den Kopf, befühlte ihre Stirn, um zu sehen, wie es ihr ging.

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Cecilia

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 01.03.2025 20:48

Es brauchte eine Weile, bis endlich etwas ertönte. In der Stille, die bis dahin herrschte, verkrampften sich immer wieder Cecilias Hände. Mal in ihre eigenen Arme, bohrten ihre Fingernägel in ihre Haut, dann in Coreys Bein, dann kratte sie über den Fußbdoden. Verzweifelte Versuche, den Inneren Drang loszuschlagen, einfach auf irgendetwas in zu ürpgeln und zus chreien und bis zum Umfallen oder Heroin zu rennen zu unterdrückten. Sie wollte sich selbst den Kopf einschlagen, damit einfach alles ruhig war, endlich alles aufhörte, und grade als sie beschloss, das zu tun, beschloss sich aufsetzen zu wollen um dann ihren Kopf einfach rasend gegen den Boden zu donnern - gerade in diesem Moment, ertönte Musik. Natürlich kannte Cecilia die Musik. Bibi und Tina. Unwillkürlich musste sie lächeln. Es war ungewohnt, die Titelmusik auf Englisch zu hören. In ihrer Heimat hatte sie sie auf Portugiesisch gehört. Aber es war in Ordnung. Eigentlich war es sogar perfekt. Es versetzte sie in ihre Kindheit. Und zwar in einen Teil ihrer Kindheit, der heil gewesen war. Wenn sie bei ihrer Mãe im Bett gelegen hatte, an sie gekuschelt und dieses Hörspiel hörte. Oder mit Kopfhörern auf den Ohren mit diesem Hörspiel in ihrem Bett lag und irgendwelche Malbücher ausmalte. Sie hatte ewig kein Hörspiel mehr gehört, dabei war es früher eien sichere Zuflucht für sie gewesen. Ein Ort, wo sie alles vergessen konnte. Wo sie in Welten floh, in denen alles in Ordnung war.
Cecilias Atem wurde merklich Ruhe. Ihre angespannte Muskulatur erschlaffte, während sie den Worten und der vorlesenden Stimme horchte. Der Geschichte folgte sie nicht - dazu waren ihre Gedanken gar nicht in der Lage - aber einfach einer Stimme zu zu hören die redete und redete, über irgendetwas belangloses, irgendetwas vollkommen anderes, lenkte sie ab. Es ließ sie zur Ruhe kommen. Ihre innere schreiende Stimme wurde schwächer. Und nicht viel später hatte die enorme Erschöpfung wegen des ewigen Kampfes ihren Tribut gefordert und Cecilia war in Schlaf geglitten.

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 01.03.2025 20:09

Cecilia kämpfte wirklich mit sich selbst oder besser dem Entzug. Alleine das und sich darauf einzulassen, war schon sehr mutig. Corinne war sich durchaus bewusst, dass Cecilia auch jederzeit durchdrehen konnte. Auch das kannte sie schon und das nicht nur von Marvin, Deryks Sohn. Aber viele Menschen vergaßen gerne, wer wirklich vor ihnen stand oder in dem Fall bei ihnen saß. Corinne mochte klein und schmächtig sein, derzeit vielleicht auch schwanger, aber sie war trotz allem eine Soldatin. Sie kannte sich nicht nur mit automatischen und halbautomatischen Waffen aus und traf jedes Mal ins Schwarze, sondern sie hatte dank dem Spezialprojekt gelernt mit jeder Waffe umzugehen. Wenn es sein musste, konnte sie mit einem Besenstiel töten oder sogar mit ihrer bloßen Hand. Sie kannte so viele verschiedene Verteidigungs-Kampfsportarten und konnte auch einige recht gut anwenden. Egal was Cecilia hier anstellte, Corinne würde sie mit wenigen Griffen so fixieren können, dass sie niemanden, nicht mal sich selbst schaden zufügen konnte. Auch, wenn das das Letzte war, was Corinne tun wollte, aber genau das hatte sie damit gemeint, als sie zu Cecilia sagte, dass sie, nachdem sie ihr Wort hatte, den Entzug wirklich durchziehen zu wollen, alles dafür tun würde, dass sie es auch wirklich durchzog.
Irgendwann bewegte sich das kleine Häufchen Elend in Corinnes Armen und sah sie an. Sie sah wirklich furchtbar aus und es gab noch nicht mal Tempotaschentücher in der Nähe. Daran hatte Corinne nun wirklich nicht gedacht. Und dann sprach Cecilia. Nicht jedes Wort konnte sie von deren Lippen ablesen und sie musste sich eingestehen, dass sie das noch mal vermehrt seit ihrem Unfall üben musste. Vielleicht sprach Cecilia auch nur undeutlich, zu verübeln war es nicht. Die App zeichnete aber alles auch und Corey konnte es lesen und dann stutzte sie. Sie hob überrascht ihre Augenbrauen und blickte die junge Frau, die es sich nun auf ihrem nicht verletzten Bein gemütlich gemacht hatte irritiert an. Ihr musste glatt entfallen sein, dass Corey taub war. Was sollte sie denn mit einem Hörspiel? Aber gut, sie kam der Bitte nach und begab sich mit ihrem Handy auf Youtube. Dort suchte sie nach Geschichten, aber im ersten Moment fand sie nur Gruselgeschichten oder Thriller. Na, das brauchten sie nun nicht. Also verließ Corey Youtube wieder. Da kam eh immer so merkwürdige Werbung und die musste für Hörende schon störend sein, wenn es sie bereist störte, wenn sie dann doch mal Videos mit Untertitel ansah. Ihr kam aber eine andere Idee. Und wieder war Deryk indirekt beteiligt. Deryk hatte nicht nur einen noch 25 Jahre alten Sohn, sondern auch eine 5 Jährige Tochter. Beide natürlich nicht taub und in der Vergangenheit kam es öfter vor, dass Corey auf Neave aufpasste. Diese liebte es, wenn man ihr etwas vorlas, was Corinne ja nicht wirklich konnte. Also hatte sie eine App mit Hörspielen, die sie immer laufen ließ. Als Ausgleich musste Corey dann mit Neave kuscheln, während das Hörspiel lief. Kinder wussten einfach, wie sie es machen mussten und sie vermisste die Kleine, aber jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt jemanden zu vermissen. Sie öffnete eben diese App und scrollte durch. Es gab natürlich nur Kinderhörspiele und viele davon kannte sie nicht. Neave hörte gerne Bibi und Tina, so ein Hörspiel mit einer kleinen Hexe auf einem Reiterhof. Pferde waren doch immer gut und so startete Corinne einfach eine Folge von Bibi und Tina, drehte die Lautstärke des Handys auf die Hälfte hoch und hoffte einfach mal, dass das laut genug für Cecilia war und gleichzeitig Sandro nicht weckte. Dann platzierte sie ihre Hand vorsichtig auf Cecilias Kopf und sanft strich sie durch deren Haare.

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