Austin [Texas, USA]
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Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 16.02.2025 08:15Cecilia war keine zwei Schritte weit in Richtung der Treppe nach oben gekommen, als sie einen sanften aber bestimmten Griff um ihr Handgelenk fühlte. Nimm Heroin. Sie drehte sich um, sah Corey und fühlte sich einfach nur elendig. Sie hatte keine Kraft sich zu wehren, folgte der Armbewegung um das Sofa herum. Sie hatte nicht das Gefühl sie selbst zu sein. Ihr Körper schien von selbst zu agieren, wärend ihr eigentlich Ich innen am Schreien war. NIMM ES DOCH!! Sie setzte sich - von Corey geleitet, neben sie auf die Couch, sah ihr in die Augen und wollte schon zugeben, dass sie Heroin brauche (dieses Angebot ging ihr niicht mehr aus dem Kopf), doch bevor sie den Mund öffnen konnte, wurde sie schon in eine Umarmung hineingezogen. In eine lange und warme. Wann war sie das letzte Mal so lang und warm und ehrlich umarmt worden? Umarmungen waren in Cecilias Leben selten. Es musste nach dem Knast gewesen sein, als ihre beste Freundin sie da abgeholt hatte. Und davor... Cecilia wusste es nicht. Nachdem sie anfangs in der Umarmung, recht steif gewesen war, nicht wusste wohin mit sich, legte sie schließlich auf ihre Arme um Corey. Und noch ein bisschen später, klammerte sie sich an ihr fest, als würde sie ertrinken. Denn genau so fühlte sie sich. Als würde sie ertrinken. Sie weinte wieder. Doch als Corey sie schließlich losließ, fühlte sich Cecilia ein wenig besser. Ein wenig mehr wieder, wie sie selbst.
Die Liebkosungen Coreys waren so unglaublich ungewohnt und doch... war es schön, das zu erleben. Die Stimme in ihr Nimm es doch... war auf ein Flüstern reduziert worden. Wenigstens für den Moment. Gott sei Dank...
Und dann gebärdete Corey etwas. Das Zeichen für Gesundheit oder stark kannte sie zwar nicht, aber die Lppenbewegung half ihr, es zu verstehen. Ein schwaches, ungläubiges und trauriges Lächeln legte ich auf Cecilias Lippen. Nein... nein, nicht wirklich. Sie fühlte sich grade alles andere als stark. Aber selbst zum widersprechen fehlte ihr grade die Kraft. Das 'Warte'-Zeichen hingegen hatte sie schon gelernt, auch wenn es dauerte, bis sie sich daran erinnerte. Und dann wurde sie etwas gefragt, was sie tatsächlich gelernt hatte und konnte und in immer noch schwaches, dieses Mal aber ehrliches Lächeln, legte sich auf ihre rissigen Lippen. Sie nickte. Ihr war klar gewesen, dass das ABC wichtig war und hate das mit als erstes gelernt. Und ständig wiederholt - auch vor Sandro. Er war zwar viel zu jung, aber man konnte nie früh genug anfangen, das ABC zu lernen, oder?
Da sie warten sollte, blieb Cecilia sitzen und sah Coreys Humepln hinterher. Sie hatte immer noch Angst. Neben allem anderen Scheiß. Aber sie hatte verstanden, dass sie warten sollte, hatte verstanden, dass sie keine Hilfe wollte (warum auch immer) und musste akzeptieren, dass sie hilflos war. Nimm etwas Heroin. Dann ist das alles weg. All diese Scheiß-Gefühle sind weg. Alles weg. Sie schloss die Augen. Ihr Herz stolperte. Oh wie sehr sie das wollte. Wie sehr. Es klang so verdammt verlockend. Sie konnte es sich genau vorstellen. Sie wollte es, sie brauchte es.
Sie sah Coreys angestrengtes Humpeln nicht, sie hörte es nur. Etwas wurde auf den Wohnzimmertisch gestellt. Cecilia hielt die Augen geschlossen, krallte ihre Fingernägel immer wieder in ihre Oberschenkel. Ein lächerliches verzweifeltes Bemühen, im Hier und Jetzt zu bleiben. Dieser verführerischen teuflischen Stimme in ihr irgendwie zu wiederstehen, obwohl sie doch so viel Wahres sprach...
Dann wurde ihr plötzlich etwas in die Hand gedrückt. Cecilia öffnete die Augen. Sah erst den Tee in der Hand, dann das Blut auf der Hose und dann hoch in Coreys Gesicht. Sie sah den Schnaps auf dem Tisch neben dem Erste-Hilfe-Kasten (wollten sie sich betrinken? - Nimm Heroin!) und beobachtete dann das Handtuch und wie sie ihre Hose öffnete. Hieß das...? Für einen Moment wurde ihre innere Stimme vollkommen verdrängt, wieder stollperte ihr Herz. War Corey etwa bereit...? ihr Kopf funtionierte aktuell nicht richtig, sodass sie erst spät reagierte und endlich den Blick abwandte, damit Corey sich so die Hose herunterziehen konnte, ohne dass es allzu unangenehm wäre. Sie hörte ein unglaublich unangenhmes Ratschen - und musste doch hinsehen. Die Wunde blutete, war gerötet und sah... in absolut keiner guten Verfassung aus. Cecilia hoffte wirklich, dass Corey nicht wieder ins Krankenhaus müsste. SIe wünschte sich einen Alltag mit ihrer Mum. Außerhalb dieser weißen Wände. Corey legte sich hin - nahm Pillen. Alles in Cecilia zurckte, plötzlich und mi voller Macht war ihr Unterbewusstsein wieder da, brüllte nahezu HEROIN!!! und sie hielt den Atem an. Bis sie die Ibuprofen-Packung sah. Ziternd stieß sie die Luft aus und nickte.
Dann kam der block. Corey schrieb eine Weile, ehe sie ihn weiterreichte. Cecilia nahm ihn und las. Die ersten Worte bedeuteten ihr viel - denn nicht immer war sie sich sicher. Cecilia hatte das Gefühl, als würde sich die Zeit verlangsamen. sie hörte ihren eigenen Atem, spürte ihren eigenen unregelmäßigen Puls, wie ihre Haare an ihrer Stirn und im Nacken klebten, die getrockneten Tränenspuren auf ihren Wangen. Sie griff nach dem Stift. Sie schluckte einen schweren Kloß heruner, glaubte in ihrem Inneren ein langgezogenges Neeeeeiiiiiiiiiiiiiin zu hören und schrieb: ~ Ich will clean sein. Ich wollte es schon, seit ich von dieser Sucht wusste ~ Tränen traten ihr in die AUgen. Tränen der Erleichterung? Dass sie vielleicht endlich etwas erreichen könnte? Sie wollte es... für Sandro. Für sich selbst. Für ihr eigenes Leben.
Sie griff nach der Schnapsflasche. Ähnlich wie Corey war sie versucht, zu trinken, aber konnte sich abhalten. Sie warf Corey noch einen Blick zu, dass sie berei war - und dann ließ sie den Alkohl gradewegs über die Wunde laufen, ums ie zu desinfizieren.

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Austin [Texas, USA]
von Corinne am 17.02.2025 06:49Als der kühle, hochprozentige Alkohol sich über ihre Wunde ergoß, entfachte er sofort ein Feuer in ihrem gesamten Oberschenkel. Corey biss ihre Zähne fest zusammen und hielt die Luft an. Das wäre ein passender Moment gewesen, um zu schreien, zu sehen, ob ihre Stimmbänder noch funktionierten, aber sie hielt an ihrem eisernen Entschluss von vor über 33 Jahren fest. Stattdessen krallte sie sich an der Couch fest und presste ihre Augen fester zusammen, als sie spürte, dass sich Tränen darin sammelten. Tränen durch den Schmerz hervorgerufen und damit keine, die sie zurückhalten konnte. Statt sich abzulenken, konzentrierte sie sich auf den Schmerz in ihrem Bein, besondern den in ihrer Wunde. Der Alkohol rann in die offene Haut hinein und Corey hatte nicht nur das Gefühl, dass ein Feuer um die Wunde herumtanzte, sondern sie konnte Stiche darin spüren, als würde jemand mit einem Messer darin herumstochern. Diese Stiche weiteten sich wie kleine Blitzschläge in ihrem ganzen Bein, bis hin zu ihren Zehen und leider auch bis zu ihrem Unterleib aus. Verdammt. Sie begann sich stärker auf den Schmerz zu konzentrieren und war froh, dass sie Widererwarten nicht in Ohnmacht gefallen war. So schlimm war es dann doch nicht. Je mehr sie sich auf den Schmerz konzentrierte, desto weniger wurde er und als er ein wenig abgeklungen war, öffnete Corey ihre feuchten Augen. Sie beugte sich nach vorne, nahm die Wasserflasche auf dem Tisch und spülte die Wunde damit aus. Der Alkohol sollte nicht darin bleiben, er würde die Wunde nur weiter reitzen. Auch das brannte wieder, aber deutlich erträglicher. Sie lehnte sich wieder zurück und atmete erleichtert auf. Nach einigen Sekunden sah sie zu Cecilia und lächelte sie schwach an. Sie schenkte ihr ein Schulternzucken, so als ob sie schon Schlimmeres durchgestanden hätte und dem war auch insgeheim so. Schließlich nahm sie den Block und las die kurzen Zeilen von Cecilia. Einen Moment lang starrte sie einfach nur auf den Block. Sie würde ihr viele unangenehme Dinge antun müssen, wenn sie ihr helfen wollte clean zu werden. Corey biss sich auf die Unterlippe, nickte dann aber einmal entschieden. Dann war es eben so. Sie nahm den Stift und schrieb.
~ Wie ist es im Moment? Hast du ein starkes Verlangen? Wirst du gleich aufstehen und gehen oder hast du Angst, du könntest es tun und traust du dir in der Sache selbst nicht? ~
Sie hielt kurz inne und wandte ihren halben Oberkörper herum, damit sie eine Tür bei dem Küchenbereich ansehen konnte. Sie schluckte, wandte sich dann wieder dem Block zu.
~ Ich habe Möglichkeiten dich einzusperren, wenn du das willst. ~
Sie reichte Cecilia den Block und während jene las und sich vielleicht Gedanken darum machte, was sie antworten sollte. Schnappte Corey den bestens ausgerüsteten Verbandskasten auf dem Tisch. Sie suchte diese merkwürdigen Wundklammern raus oder wie man sie nannte und befestigte sie an ihrer aufgeplatzten, einst genähten Wunde. Sie taten nicht weh, es tat nur weh, dass die Wunde wieder zusammengezogen wurde, aber das war notwenidig. Dann begann sie ihren Oberschenkel zu verbinden. Die Wunde war wirklich stark gerötet, aber es gab noch keinen Eiter. Sie roch eisenhaltig, nach Blut eben, aber ansonsten auch nicht unangenehm. Das würde schon werden. Sie warf einen Blick zur Decke, obwohl es ganz sicher nicht die Zimmerdecke war, die sie ansehen wollte. Nein, sie sah zu ihm, zu Gott. Er würde es schon richten. Er hatte es bisher immer gerichtet, sie immer überleben lassen, immer das bestmögliche Endergebniss für sie gewählt. Das würde er auch diesmal.
Nach diesem Blick konzentrierte sie sich wieder darauf ihre Wunde zu verbinden und als sie damit fertig war, stülpte sie ihre Schuhe und die blutverschmierte Hose aus. Sie würde in nächster Zeit ohnehin ein wenig bequemere und weitere Hosen tragen, anstatt enge Jeans. Davon abgesehen war das auch wegen ihrem Babybauch wahrscheinlich bequemer.
Sie seufzte leise, lehnte sich dann an Cecilia ran und legte ihren Kopf auf deren Schulter. Sie schnappte ihre Hand, hielt sie ganz fest und strich sanft darüber. Sie war so froh sie hier zu haben und plötzlich, wie aus heiterem Himmel machte sie die Dankensgeste zu ihr gewandt, sagte aber nichts weiter dazu, sondern kuschelte sich wieder an sie heran. Sie hätte es ohnehin nicht verstanden, wenn sie gestikuliert hätte, dass sie froh, dass sie mit nach Austin gekommen war, dass noch wach war, als sie nach Hause kam und dass sie einfach da war. Noch würde sie es nicht verstehen, eines Tages vielleicht schon. Obwohl es Corey schon unangenehm war, dass Cecilia ihre Sprache lernen musste und sie nicht einfach die von Cecilia sprechen konnte. Obwohl, das konnte sie doch ...
Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 18.02.2025 06:49Coreys Gesicht glitzerte vor Schweiß - Fieber und Schmerzen - und auch die ränen wirkten glasig. Aber es musste sein. Die Desinfektion war wichtig gewesen und Cecilia war froh, dass sie auf irgendeine Art und Weise doch hatte helfen durfen. Nach dem Ausspülen der Wunde griff Corey nach dem Block, las Cecilias Antwort. Ihr Herz stolperte erneut. Sie hatte Angst (auch wenn sie es nie zugeben würde) und ihre innere Stimme schien zu kreischen: Was tust du?! Corey gab ihr den Block wieder. Cecilia starrte auf die Worte, ohne sie richtig zu sehen. Ihr Geist ging schon wieder die Pros und contras durch. Das selige Gefühl, das sie beommen würde, wenn sie etwas nahm, der ruhige erholsame Schlaf, keine Alpträume. Es wäre.... ein Traum und sie brauchte es so sehr, sehnte sich danach. Kein Übergeben, keine Übelkeit oder Kälte oder Nervenzusammenbrüche, einfach die alte Ruhe zurück. Sie ar doch immer klargekommen, oder nicht? Aber dann dachte sie auch an Corey. An ihren Medikamentenkonsum und wie sie selbst dabei durchgedreht war. Sie dachte an ihre Mutter, die sich (angeblich) umgebracht hatte. Sich und Sandro. Sie dachte an die von Kaylee übersetzten Worte und sie dachte an ihren eigenen Sohn. An Sandro. Mit klebriger, schwitziger Hand, griff sie nach dem Stift. Sie leckte sich über die rissigen Lippen und las endlich die Wore auf dem Block richtig. ~ Ich habe Angst, es nicht durchhalten zu können. Es ist immer meine Psyche/Willenskraft die mir im Weg steht ~ Sie seufzte und leckte ich erneut über die Lippen, ehe sie weiterschrieb. ~ Grade ist das Verlangen sehr groß. Alles in mir schreit danach ~ Wieder ihr stolperndes Herz. ~ Wenn ich in die Stadt würde, würde ich mir was besorgen ~ Da brauchte sie sich ncihts vormachen. Eine Träne kullierte, die sie sofort wütend wegwischte. ~ Kann man mich auch in der Garage bei Sandro einsperren? ~ Sie wollte ihren Sohn bei sich haben... diese Familie tat schon mehr als genug für sie, da sollten sie sich nicht auch noch um ein Kleinkind kümmern müssen, nur weil sie grade wiedermal einen Entzug versuchte.

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Austin [Texas, USA]
von Corinne am 19.02.2025 03:03Corey nahm den Block, als er ihr gereicht wurde und las. Sie war müde, geschwächt, aber das hier war wichtig. Sie biss sich auf die Unterlippe. Wenn Cecilia die Willenskraft fehlte, würde sie selbst nach einem Entzug wieder rückfällig werden, aber das war wiederum kein Grund es nicht wenigstens zu versuchen. Sie dachte kurz nach und blickte Cecilia dann an. Sie nickte. Der Keller war eine Sache, die Garage eine andere. Dort wäre es bequemer für Cecilia und den Jungen, den sie ihr so oder so nicht vorenthalten hätte. Denn wenn es einen Antrieb für Cecilia gab, dann war es Sandro.
Vorsichtig erhob sich Corey von der Couch. Ihre Wunde war nur zusammengeklammert. Sie musste vorsichtig sein. Was sie vorher vielleicht auch mal hätte sein sollen, aber nein, sie hatte ja anderes im Kopf gehabt. Sie schlüpfte in ihre Hausschuhe, eine Hose zog sie nicht an. Hier hatte sie auch gerade keine, außerdem war sie in ihrem eigenen Haus. Dann deutete sie Cecilia an ihr zu folgen. Ihr Weg, den sie mehr oder weniger humpelnd hinter sich brachte, führte sie geradewegs in die Garage. Dort blieb Corey erst einmal stehen und lehnte sich an die Wand. Beeindruckt sah sie sich um. Ihr Mann hatte ganze Arbeit geleistet. Sie lächelte leicht und wischte sich einen Schweißtropfen von der Schläfe. Wenn die Tabletten nicht gleich wirkten, dann würde sie das Fieber noch verbrennen ... eine bitterböse Erinnerung kam in ihr hoch, die sie mit einem Schlucken schnell verdrängte, dennoch blieben die militärischen Experimente in ihrem Unterbewusstsein hängen. Sie konzentrierte sich wieder auf ihr Vorhaben. Die Garage war hell und gemütlich. Es gab drei Ausgänge. Eine Tür, die nach vorne führte, wie eine Haustür, eine Tür, die in den Garten führte und die Tür, die ins Haus führte. Drei Türen mussten abgesperrt werden. Skeptisch blickte Corey zu den Fenster. Die waren einfach zu öffnen. Man drehte den Griff um, zog es auf und konnte hinaus steigen. Immerhin lag die Garage ja ebenerdig. Außerdem gab es hier noch ganz andere Dinge. Gegenstände, mit denen Cecilia sich weh tun konnte oder gar jemandem, der reinkam. Sucht war immer ein heißes Pflaster. So heißt wie ihre Haut, die in Flammen stand ... Corey schüttelte ihren Kopf und konzentrierte sich wieder. Sie nahm den Block und Stift zur Hand, den sie in weiser Voraussicht mitgeschleppt hatte.
~ Sicher, dass du das willst? Wenn ja, dann brauche ich die Schlüssel. ~
Und eine gehörige Portion Vertrauen. Immerhin wäre Cecilia ihr hier, eingesperrt ausgeliefert und auf sie angewiesen. Zu den Fenstern und Gegenständen sagte sie erst mal nichts. Vielleicht kam Cecilia nicht auf die Idee oder vielleicht räumte sie ein paar Dinge einfach noch zusammen und versteckte es, bis alles vorbei war. Ja, das war eine gute Idee. Ein plötzliches, leises Knurren unterbrach ihre Gedanken und Corey zuckte zusammen. Verwirrt blickte sie sich um. Woher kam das? Moment! Hatte sie gerade ... hatte sie gerade ein Knurren 'gehört'? Corey fasste an ihre Ohren. Sie hatte in ihrem Fieberwahn doch nicht etwa ihre CI's angezogen? Nein, da war nichts. Aber was war es dann ... hatte Cecilia das auch gehört? Sie sah die junge Frau aus dem Seitenwinkel an, aber sie schien ganz und gar unbeeindruckt. Dann hatte sie es sich eingebildet. Mit absoluter Sicherheit. Das war ja gruselig. Und doch kam es ihr irgendwie bekannt vor, fast schon vertraut, als hätte sie es schon einmal gehört, was unmöglich war. Corey schlang ihre Arme um sich, zitterte einmal kurz und wartete dann brav auf den Schlüssel, falls Cecilia es sich nicht anders überlegte.
Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 22.02.2025 18:12Cecilia lächelte ein schwaches, erleichtertes Lächeln, als Corey nickte. Sie fasste es so auf, dass sie also auch in der Garage eingesperrt werden könnte. Das war gut. Das war wirklich gut. Das hatte sie die letzten Tage ja quasi eh gemacht und das würde sie auch noch ein wenig weiter schaffen. Zumal sie hier Sandro bei sich haben könnte. Gott, wie sehr sie hoffte es dieses Mal zu schaffen. Dieses eine Mal...
Cecilia verstand die Geste und folgte Corey hinaus und in Richtung der Garage. Dabei hing ihr Blick auf dem Humepln. Aber sie wirkte vorsichtig, belastete das Bein nicht mehr als nötig. Immerhin etwas, oder? Hoffentlich würde sie sich bald ausruhen.
In der Garage sah sich Cecilia um und tatsächlich war tatsächlich stolz auf ihr Werk. Man roch noch die frische Farbe, aber sie war in den Wänden schon getrocknet. Vielleicht würde sie die Nacht eine Einkaufsliste für Holzbretter schreiben, mit einer Bitte, ob jemand die holen würde und dass sie das Geld auch zurückzählen würde? Sie würde dann natürlich auch Dübel und Nägel brauchen, um die Bretter zu befestigen... oder dergleichen. SIe musste alles bedneken für ihre Ablagen und Verzierungen. Aber das würde sie schon irgendwie schaffen. Mit irgendwas musste sie sich ja beschäftigen... und ablenken...
Sie las die Worte auf dem Block. Sie leckte sich über ihre trockenen Lippen, schluckte den Kloß in ihrem Hals herunter (es schmeckte nach Erbrochenem) und nahm die Schlüssel aus ihrer Tasche. Sie legte sie sanft in Coreys Hand und schloss dann ihre FInger darum. Danke, sagte sie auf Gebärdensprache, obwohl sie sich auch fürchterlich elend fühlte und ihr Unterbewusstsein zu schreien schien.
Sie setzte sich an ihren Tisch, nahm Stift und Block und schrieb: ~ Wie machen wir es mit Klo und Essen? ~ Sie führte es nicht weiter aus; Corey würde wissen, was sie meinte. Sowohl mit der Übelkeit und teilweise Durchfall, als auch den normalen Geschäften. Sie könnte natürlich einen Eimer nutzen für die Zeit... aber wer würde den schon leeren wollen?
Kurz war sie versucht jetzt schon zu fragen, ob Elias gegebenenfalls für sie im Baumarkt einkaufen gehen würde... aber dann ließ sie es doch. Ihr Stolz oder ihr Misstrauen oder ihre Paranoia oder was auch immer es war, ließen es einfach nicht zu. Sie würde nicht um Almosen betteln. Sie würde ausharren und wenn es soweit war, sich selbst durm kümmern.

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Austin [Texas, USA]
von Corinne am 24.02.2025 04:23Cecilia hatte Corey die Schlüssel gegeben. Damit stand der Entschluss der jungen Frau wohl fest. Während diese sich an den Tisch setzte und zu schreiben begann, humpelte Corey zur Tür, die raus in den Garten führte und sperrte diese ab. Dann hinkte sie zur neuen Tür, die Richtung Straße führte und sperrte auch diese ab. Cecilia war währendessen natürlich längst mit schreiben fertig und so las Corey deren kleinen Text. Sie stutzte, starrte eine ganze Weile darauf und musste sich eingestehen, dass sie an die Toilettensache nicht gedacht hatte. Nahrung wäre kein Problem. Corey würde Cecilia Frühstück, Mittagessen und Abendessen bringen und auch für sie mitkochen. Für dazwischen konnte sie hier Obst und Süßigkeiten deponieren. Aber eine Toilette ... im Keller würde es auch keine geben, aber damit hatte Corey damals auch keine Probleme. Sie musste sich ja nicht übergeben und hatte auch keine anderen Beschwerden in der Richtung gehabt. Es gab Campingtoiletten, aber war das eine Lösung? Sie musste das am Morgen mal mit Elias besprechen. Im Moment fiel ihr jedenfalls nichts gescheites ein, außer ein, zwei Möglichkeiten. Sie könnte hier bleiben und Cecilia würde ihr Bescheid geben, wenn sie das Badezimmer brauchte, aber mit Sicherheit wäre ihr das zu peinlich. Es gab noch eine zweite Möglichkeit. Sie nahm den Stift und schrieb unter Cecilias Fragen.
"Essen werde ich dir bringen und sobald die Supermärkte öffnen, werde ich dir Snacks besorgen, die du hier aufbewahren kannst. Ich werde auch alles besorgen, was Sandro braucht. Vielleicht kannst du eine Liste erstellen? Was das Badezimmer angeht, lassen wir am besten die Tür zum Haupthaus offen. Ich werde mich sowieso davor in Küche und Wohnzimmer aufhalten und bekomme ja mit, falls du das Haus verlassen willst und kann dich dann entsprechend aufhalten."
Sie schob Cecilia den Block zu. Mit dieser Lösung müsste die junge Frau wenigstens nicht fragen, ob sie zur Toilette konnte und konnte es selbst entscheiden. Natürlich würde Corey Wache halten, aber so wollte sie es nicht unbedingt ausdrücken. Sie hatte nämlich so eine Ahnung, dass Cecilia damit nicht einverstanden sein würde. Sie wollte den Schlüssel in ihre Hosentasche gleiten lassen, aber sie trug ja gar keine. Vielleicht sollte sie sich doch allmählich mal eine anziehen oder sich vielleicht ganz umziehen, aber zuerst musste sie hier alles andere regeln. Da fiel ihr noch etwas ein. Sie nahm das Handy zur Hand, welches sie in weiser Voraussicht mitgeschleppt hatte und tippte zusätzlich etwas.
"Brauchst du sonst eigentlich noch etwas?"
Sie hielt das Handy so hoch, dass Cecilia die Frage lesen konnte.
Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 25.02.2025 06:41Während sie geschrieben hatte, war Corey losgehumpelt. Einmal hatte Cecilia aufgeblickt und dabei gesehen, wie Corey eine der beiden Türen zuschließ. Die andere würde vermutlicha uch gleich folgen. Kurz wallte Panik in ihr auf, fürchterliche Panik. Erinnerungen gefangen zu sein und niemals raus zu können, niemals wieder frei sein zu können, wollten sich ihres Verstandes bemächtigen - die Erfahrung wie ihr Vater sie in Mexiko festgehalten hatte, unter Drogen versetzt, hilflos. Adrenalin schoss durch ihren Körper, sie wollte aufspringen, schreien, dass sie es sich anders überlegt habe, dass sie das nicht wolle...
...doch dann war Corey schon wieder bei ihr und alles was Cecilia getan hatte, war, ihr den Block zu geben. Sie fragte sich, ob man ihr die Panik in ihrem Blick und ihren schwitzigen zittrigen Händen ansehen konnte.
Aber zum Glück war Corey grade eh beschäftigt, während sie auf ihre Frage antwortete. Cecilia wischte sich ihre Hände an ihrer Schlafanzug-Hose ab, ihr Herz stolperte weiter. Sie schloss die Augen, und kämpfte mit ihrem Unterbewusstsein. Später konnte sie ja zusammenbrechen, später konnte sie ihren Nervenzusammenbruch haben, später, wenn Corey weg war, wenn es niemand mitbekam... aber jetzt hast du noch die Möglichkeit rauszukommen. Jetzt kannst du noch frei sein, schrie ihr ihr Unterbewusstsein ins Ohr. Sie schluckte schwer, stützte ihren Ellenbogen auf den Tisch ab und legte sich die Faust auf die Stirn. Es sollte aufhören. Es sollte einfach aufhören...
Etwas berührte ihren Arm. Sie zuckte zusammen, doch es war nur ein Block. Ein Block mit Buchstaben. Richtig. Ja. Sie schluckte, schüttelte leicht den Kopf um die Stimme loszuwerden, um klarer denken zu können, und begann zu lesen. Den Inhalt der Worte nahms ie jedoch kaum auf. Essen. Supermärkte. Snacks. Sandro. Liste erstellen? Liste erstellen! Ja, das würde sie hinkriegen. Sie nickte. HEROIN!!!! Und in diesem Moment fiel ihr auch eine Möglichkeit ein, wie es mit der Toilette gehen würde. Sie nahm den Stift und schrieb schnell und schlampig, bevor sie es in ihrem momentanen Zustand wieder vergessen würde: ~ Oder wir installieren eine Klingel, dass ich hier klingeln kann und dann bei euch eine Lampe oder so leuchtet, als Zeichen, dass ich ins Bad muss? Dann könnt ihr mich abholen ~ Denn wenn sie ehrlich war... wenn Corey jetzt rausging, und die Tür offen ließ...
... nun, grade wollte alles in ihr rennen.
Mit leerem Blick sah sie auf den Block, dann zu Coreys Handy. Sie fühlte sich nicht wirklichw ie selbst, als sie wie in Trance den Stift aufsetzte: ~ Ich werd eine Liste machen. Ich bräuchte noch ein paar Sachen aus dem Baumarkt um das hier weiter auszubauen, aber das mach ich wenns mir besser geht. Und ich Geld hab. ~
Sie legte den Stift beiseite, stand auf und ging hinüber zu Sandros Kinderbett, um ihn herauszuholen und in den Arm zu nehmen. Siem usste sich grade an ihrem Sohn festhalten. Sie brauchte jemanden, den sie umklammerte, oder besser auch, jemand der sie daran erinnerte, warum zur Hölle sie das hier eigentlich tat. Warum ließ sie sich eigentlich darauf ein?? Es hatte doch funktioniert, oder? Ja!! Es hatte doch alles funktioniert! Warum tat sie das hier?!!

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Austin [Texas, USA]
von Corinne am 27.02.2025 03:15Corey wartete geduldig, bis Cecilia ihre Nachricht gelesen und auch darauf geantwortet hatte, immerhin musste sie erst einmal wissen, ob ihr Vorschlag in Ordnung war, ehe sie etwas tat. Dann kam der Block und sie las Cecilias Worte. An sich war das eine gute Idee, aber die Sache hatte im Moment einen Haken. Corey schmunzelte dennoch. Das sie gerade ihr Handy in der Hand hatte, antwortete sie diesmal mit ihrer besonderen App.
~ Das ist an sich eine gute Idee und ich denke, wir können auch provisorisch ein solches System für die nächsten Wochen anbringen, aber sämtliche Baumärkte hier in Austin schließen um 22:00 Uhr und öffnen erst wieder morgens und ich weiß nicht, wo ich jetzt auf die Schnelle eine Klingel, genügend Kabel und solche Lampen herbekommen soll. Ich denke, für jetzt und für heute Nacht, muss es einfach so gehen, seidenn uns fällt etwas besseres ein. ~
Sie wollte die Nachricht abspielen, dann fiel ihr aber Sandro ein, der schlief und sie entsann sich eines besseren, da sie nicht wusste, wie laut irgendeine Lautstärke auf dem Handy wirklich war und so hielt sie Cecilia das Handy wieder hin. Ihr war unbegreiflich wieso Cecilia nicht redete. Sie wusste doch, dass die App es aufzeichnen würde und auch, dass Corey recht sicher ihre Lippen lesen konnte, wenn sie nicht mal gerade wieder wütend war. Aber manche Rätsel sollten einfach nicht gelöst werden.
Nachdem sie sicher war, dass Cecilia alles gelesen hatte, zog sie das Handy zurück und antwortete auf die restlichen Sätze.
~ Das ist mein Haus, also zahle ich auch die Umbaukosten. Wenn es dir wirklich so wichtig ist, dann lassen wir uns was einfallen, wie du es anderwertig wieder gut machen kannst. Also schreib ruhig deine Liste, da ich ohnehin in den Baumarkt muss, kann ich gleich alles besorgen. ~
Corey warf Cecilia noch einmal einen Blick zu. Ihr war aufgefallen, dass es ihr zunehmend schlechter ging, aber es gab gerade nichts, dass Corey tun konnte. Sie hatte versprochen bei dem Entzug zu helfen.
~ Vielleicht solltest du dich hinlegen und versuchen zu schlafen. Schlaf ist gerade jetzt wichtig. ~
Und damit hielt sie ihr das Handy abermals hin, damit sie lesen konnte.
Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 28.02.2025 08:05Ihr ging es nicht gut. Scheiße, ihr ging es echt nicht gut. Cecilia ging auf und ab, Sandro in ihrem Arm, den sie fest an sich drückte und versuchte gegen diesen schrecklich intensiven Impuls anzukämpfen, einfach rauszurennen. Rauszurennen und zu rennen und zu rennen und zu rennen, bis sie keine Kraft und Luft mehr hatte. Ihr wurde etwas hingehalten. Ein Handy. Wieso? Weshalb? Hatte sie nicht ein Handy? Sie trat näher und konnte sehen, dass darauf etwas geschrieben stand.
"Nein nein nein...", murmelte sie verzweifelt und Tränen stiegen in ihre Augen. Die Buchstaben veränderten sich. Sie blinzelte die Tränen weg. Was zum...? Auf dem Handy stand jetzt Nein, nein, nein. Sie hatten diese besondere App ewig nicht mehr benutzt. Lange vergessene Erinnerungen rührten sich tief hinten in Cecilias Gedanken. ihr allererstes Treffen mit Corey. Im Café. Die Stimmen aufzeichnete. War das diese App? Testweise sagte sie "Ah" und kurz darauf erschien auf dem Bildschirm Ah. Okay, das machte das es grade einfacher, auch wenn ein Teil von ihr lieber schreiben wollte (es fühlte sich irgendwie besser an, wenn sie die gleiche Form der Kommunikation benutzten), aber der andere wollte Sandro nicht ablegen. Wer weiß, was sie dann tun würde? Es kostete sie enorma eAnstrengung und Überwindung den Mund aufzumachen und die Worte zu sagen. Mehrmals setzte sie an, doch es kam kein Laut aus ihrer Kehle, nur Knacken. "Geh einfach udn schließ die Tür ab. Ich nehm einen Eimer für die Nacht." Und wieder wollte sie rennen. Und wie. Sie wollte rennen, ewig rennen, bis ihre Lunge stach, bis sie nichts mehr fühlte, bis das Blut durch ihre Adern rauschte...
... bis sie Heroin bekam.
Sie hatte die Augen geschlossen und sah deshalb nicht, dass ihr das Handy erneut hingehalten worden war. Sie klammerte sich an Sandro fest, wippte auf ihren Fußballen auf und ab und wartete nur auf das Geräusch der sich schließenden Tür. Wartete darauf, dass sie den Kampf aufgeben und durchdrehen konnte...

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Austin [Texas, USA]
von Corinne am 28.02.2025 09:05Corey brauchte ihr Handy nicht, auch, wenn die App die Worte Cecilias aufzeichnete, alle. Dennoch konnte ein eben erst schwerhörig gewordener Mensch wahrscheinlich die dreimalige Verneinung von Cecilias Lippen ablesen. Corey wusste nur nicht, was genau sie nun verneinte. Da Cecilia offensichtlich mit sich zu kämpfen schien und mehrmals dazu ansetzte, etwas zu sagen, aber selbst die App nichts aufschrieb, gab Corey ihr Zeit. Wenn sie nicht selbst wusste, wie ein Entzug war und ihrer war wahrscheinlich nur halb so schlimm gewesen, wer dann sonst? Nach einigen Versuchen sprach Cecilia schließlich. Und wieder brauchte Corey die App nicht, um zu verstehen, was sie sagte. Sie antwortete nicht direkt auf Cecilias Worte. Stattdessen verengten sich ihre Augen für den Bruchteil einer Sekunde. Corey hatte verstanden, was gerade Sache war, weswegen sie ihr Handy einsteckte und Cecilia vorsichtig, aber bestimmt Sandro aus den Armen nahm. Sie legte den Jungen wieder in sein Bettchen und drehte sich wieder zu seiner Mutter um. Sie schrieb nichts auf, aber sie nutzte ihre eigene Sprache, um Cecilia zu sagen, dass sie in diesem Zustand Sandro lieber liegen lassen sollte. Und sie war sich verdammt sicher, dass Cecilia es verstanden hatte, auch wenn sie ihre Sprache gar nicht sprach. Sie hatte keine Lust, dass der Junge noch auf den Boden fiel oder sonst was passieren würde und sie wusste, dass sich Cecilia das auch nicht verzeihen würde. Und dann ging sie ...
Sie ging an Cecilia vorbei, zur Tür, die ins Haupthaus führte, ging hinaus ohne ein weiteres Wort und sperrte die Tür hinter sich ab, aber das war es bei weitem noch nicht für Cecilia gewesen. Corey ging, so schnell es ihr Bein erlaubte, in das Schlafzimmer von ihr und Elias. Leise musste sie nicht sein, aber sie suchte nur mit der Taschenlampe ihres Handys nach frischen Kleidern. Schnell hatte sie ihre Lieblingsjogginghose, mit einem dehnbaren Bund und einen bequemen Pullover gefunden. Sie zog sich um und begab sich daraufhin ins Badezimmer. Dort verband sie ihr Bein mit einem zusätzlichen Verband, nur für alle Fälle. So war es stabilier. Dann öffnete sie den Medizinschrank und nahm Penicillin heraus. Davon schluckte sie zwei Tabletten, in dem Wissen, dass dieses Antibiotika wohl am unschädlichsten in ihrer Schwangerschaft war, aber am wirksamsten gegen Entzündungen vorging und ihr Bein war zum Teufel noch mal entzündet. Ibuprofen hatte ihr aber Gott sei Dank den großen Schmerz genommen. Als sie das Penicillin wieder zurückstellte, entdeckte sie daneben Valium und Ritalin. Sie sah die beiden Pillendöschen einige Sekunden lang an. Schließlich griff sie danach und betrachtete sie in ihrer Hand. Wie leicht hätte sie etwas nehmen können, wie viel besser würde es ihr dann im Umgang mit Cecilia und der momentanen Situation gehen, aber sie schüttelte nur den Kopf. So hatte sie ihre Mutter nicht erzogen. So hatte sie ihre Studien nicht geschafft, ihre Kinder nicht auf die Welt gebracht und nicht in jedem verdammten Krieg ums Überleben in ihren neun Einsätzen gekämpft. Und vielleicht wollte sie nicht so enden wie Cecilia, für die sie nun verantwortlich war und zwar auf ganzer Linie. Sie öffnete beide Döschen und kippte den Inhalt in die Toilette. Dann spülte sie ab, warf die leeren Behälter in den Müll und ging so schnell sie konnte wieder zur Garage zurück. Wenn Cecilia wirklich durchdrehte, war es nur eine Frage der Zeit, bis sie auf die Idee kam ein Fenster zu öffnen und daraus zu entschwinden. Außerdem waren genug Dinge in der Garage, mit denen sie sich ernsthaft verletzen konnte. Der Keller wäre eine deutlich bessere Option gewesen. Sie sperrte die Tür wieder auf, trat ein, sperrte hinter sich ab und lehnte sich dann an eben diese Tür. Sie blickte sich um und musterte Cecilia, um die Situation zu erfassen.










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