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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 17.02.2025 06:49

Als der kühle, hochprozentige Alkohol sich über ihre Wunde ergoß, entfachte er sofort ein Feuer in ihrem gesamten Oberschenkel. Corey biss ihre Zähne fest zusammen und hielt die Luft an. Das wäre ein passender Moment gewesen, um zu schreien, zu sehen, ob ihre Stimmbänder noch funktionierten, aber sie hielt an ihrem eisernen Entschluss von vor über 33 Jahren fest. Stattdessen krallte sie sich an der Couch fest und presste ihre Augen fester zusammen, als sie spürte, dass sich Tränen darin sammelten. Tränen durch den Schmerz hervorgerufen und damit keine, die sie zurückhalten konnte. Statt sich abzulenken, konzentrierte sie sich auf den Schmerz in ihrem Bein, besondern den in ihrer Wunde. Der Alkohol rann in die offene Haut hinein und Corey hatte nicht nur das Gefühl, dass ein Feuer um die Wunde herumtanzte, sondern sie konnte Stiche darin spüren, als würde jemand mit einem Messer darin herumstochern. Diese Stiche weiteten sich wie kleine Blitzschläge in ihrem ganzen Bein, bis hin zu ihren Zehen und leider auch bis zu ihrem Unterleib aus. Verdammt. Sie begann sich stärker auf den Schmerz zu konzentrieren und war froh, dass sie Widererwarten nicht in Ohnmacht gefallen war. So schlimm war es dann doch nicht. Je mehr sie sich auf den Schmerz konzentrierte, desto weniger wurde er und als er ein wenig abgeklungen war, öffnete Corey ihre feuchten Augen. Sie beugte sich nach vorne, nahm die Wasserflasche auf dem Tisch und spülte die Wunde damit aus. Der Alkohol sollte nicht darin bleiben, er würde die Wunde nur weiter reitzen. Auch das brannte wieder, aber deutlich erträglicher. Sie lehnte sich wieder zurück und atmete erleichtert auf. Nach einigen Sekunden sah sie zu Cecilia und lächelte sie schwach an. Sie schenkte ihr ein Schulternzucken, so als ob sie schon Schlimmeres durchgestanden hätte und dem war auch insgeheim so. Schließlich nahm sie den Block und las die kurzen Zeilen von Cecilia. Einen Moment lang starrte sie einfach nur auf den Block. Sie würde ihr viele unangenehme Dinge antun müssen, wenn sie ihr helfen wollte clean zu werden. Corey biss sich auf die Unterlippe, nickte dann aber einmal entschieden. Dann war es eben so. Sie nahm den Stift und schrieb.
~ Wie ist es im Moment? Hast du ein starkes Verlangen? Wirst du gleich aufstehen und gehen oder hast du Angst, du könntest es tun und traust du dir in der Sache selbst nicht? ~
Sie hielt kurz inne und wandte ihren halben Oberkörper herum, damit sie eine Tür bei dem Küchenbereich ansehen konnte. Sie schluckte, wandte sich dann wieder dem Block zu.
~ Ich habe Möglichkeiten dich einzusperren, wenn du das willst. ~
Sie reichte Cecilia den Block und während jene las und sich vielleicht Gedanken darum machte, was sie antworten sollte. Schnappte Corey den bestens ausgerüsteten Verbandskasten auf dem Tisch. Sie suchte diese merkwürdigen Wundklammern raus oder wie man sie nannte und befestigte sie an ihrer aufgeplatzten, einst genähten Wunde. Sie taten nicht weh, es tat nur weh, dass die Wunde wieder zusammengezogen wurde, aber das war notwenidig. Dann begann sie ihren Oberschenkel zu verbinden. Die Wunde war wirklich stark gerötet, aber es gab noch keinen Eiter. Sie roch eisenhaltig, nach Blut eben, aber ansonsten auch nicht unangenehm. Das würde schon werden. Sie warf einen Blick zur Decke, obwohl es ganz sicher nicht die Zimmerdecke war, die sie ansehen wollte. Nein, sie sah zu ihm, zu Gott. Er würde es schon richten. Er hatte es bisher immer gerichtet, sie immer überleben lassen, immer das bestmögliche Endergebniss für sie gewählt. Das würde er auch diesmal.
Nach diesem Blick konzentrierte sie sich wieder darauf ihre Wunde zu verbinden und als sie damit fertig war, stülpte sie ihre Schuhe und die blutverschmierte Hose aus. Sie würde in nächster Zeit ohnehin ein wenig bequemere und weitere Hosen tragen, anstatt enge Jeans. Davon abgesehen war das auch wegen ihrem Babybauch wahrscheinlich bequemer.
Sie seufzte leise, lehnte sich dann an Cecilia ran und legte ihren Kopf auf deren Schulter. Sie schnappte ihre Hand, hielt sie ganz fest und strich sanft darüber. Sie war so froh sie hier zu haben und plötzlich, wie aus heiterem Himmel machte sie die Dankensgeste zu ihr gewandt, sagte aber nichts weiter dazu, sondern kuschelte sich wieder an sie heran. Sie hätte es ohnehin nicht verstanden, wenn sie gestikuliert hätte, dass sie froh, dass sie mit nach Austin gekommen war, dass noch wach war, als sie nach Hause kam und dass sie einfach da war. Noch würde sie es nicht verstehen, eines Tages vielleicht schon. Obwohl es Corey schon unangenehm war, dass Cecilia ihre Sprache lernen musste und sie nicht einfach die von Cecilia sprechen konnte. Obwohl, das konnte sie doch ...

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Nikolai

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von Nikolai am 16.02.2025 12:54

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Marku Purišić aka Baby Lasagna

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Cecilia

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 16.02.2025 08:15

Cecilia war keine zwei Schritte weit in Richtung der Treppe nach oben gekommen, als sie einen sanften aber bestimmten Griff um ihr Handgelenk fühlte. Nimm Heroin. Sie drehte sich um, sah Corey und fühlte sich einfach nur elendig. Sie hatte keine Kraft sich zu wehren, folgte der Armbewegung um das Sofa herum. Sie hatte nicht das Gefühl sie selbst zu sein. Ihr Körper schien von selbst zu agieren, wärend ihr eigentlich Ich innen am Schreien war. NIMM ES DOCH!! Sie setzte sich - von Corey geleitet, neben sie auf die Couch, sah ihr in die Augen und wollte schon zugeben, dass sie Heroin brauche (dieses Angebot ging ihr niicht mehr aus dem Kopf), doch bevor sie den Mund öffnen konnte, wurde sie schon in eine Umarmung hineingezogen. In eine lange und warme. Wann war sie das letzte Mal so lang und warm und ehrlich umarmt worden? Umarmungen waren in Cecilias Leben selten. Es musste nach dem Knast gewesen sein, als ihre beste Freundin sie da abgeholt hatte. Und davor... Cecilia wusste es nicht. Nachdem sie anfangs in der Umarmung, recht steif gewesen war, nicht wusste wohin mit sich, legte sie schließlich auf ihre Arme um Corey. Und noch ein bisschen später, klammerte sie sich an ihr fest, als würde sie ertrinken. Denn genau so fühlte sie sich. Als würde sie ertrinken. Sie weinte wieder. Doch als Corey sie schließlich losließ, fühlte sich Cecilia ein wenig besser. Ein wenig mehr wieder, wie sie selbst.
Die Liebkosungen Coreys waren so unglaublich ungewohnt und doch... war es schön, das zu erleben. Die Stimme in ihr Nimm es doch... war auf ein Flüstern reduziert worden. Wenigstens für den Moment. Gott sei Dank...
Und dann gebärdete Corey etwas. Das Zeichen für Gesundheit oder stark kannte sie zwar nicht, aber die Lppenbewegung half ihr, es zu verstehen. Ein schwaches, ungläubiges und trauriges Lächeln legte ich auf Cecilias Lippen. Nein... nein, nicht wirklich. Sie fühlte sich grade alles andere als stark. Aber selbst zum widersprechen fehlte ihr grade die Kraft. Das 'Warte'-Zeichen hingegen hatte sie schon gelernt, auch wenn es dauerte, bis sie sich daran erinnerte. Und dann wurde sie etwas gefragt, was sie tatsächlich gelernt hatte und konnte und in immer noch schwaches, dieses Mal aber ehrliches Lächeln, legte sich auf ihre rissigen Lippen. Sie nickte. Ihr war klar gewesen, dass das ABC wichtig war und hate das mit als erstes gelernt. Und ständig wiederholt - auch vor Sandro. Er war zwar viel zu jung, aber man konnte nie früh genug anfangen, das ABC zu lernen, oder?
Da sie warten sollte, blieb Cecilia sitzen und sah Coreys Humepln hinterher. Sie hatte immer noch Angst. Neben allem anderen Scheiß. Aber sie hatte verstanden, dass sie warten sollte, hatte verstanden, dass sie keine Hilfe wollte (warum auch immer) und musste akzeptieren, dass sie hilflos war. Nimm etwas Heroin. Dann ist das alles weg. All diese Scheiß-Gefühle sind weg. Alles weg. Sie schloss die Augen. Ihr Herz stolperte. Oh wie sehr sie das wollte. Wie sehr. Es klang so verdammt verlockend. Sie konnte es sich genau vorstellen. Sie wollte es, sie brauchte es.
Sie sah Coreys angestrengtes Humpeln nicht, sie hörte es nur. Etwas wurde auf den Wohnzimmertisch gestellt. Cecilia hielt die Augen geschlossen, krallte ihre Fingernägel immer wieder in ihre Oberschenkel. Ein lächerliches verzweifeltes Bemühen, im Hier und Jetzt zu bleiben. Dieser verführerischen teuflischen Stimme in ihr irgendwie zu wiederstehen, obwohl sie doch so viel Wahres sprach...
Dann wurde ihr plötzlich etwas in die Hand gedrückt. Cecilia öffnete die Augen. Sah erst den Tee in der Hand, dann das Blut auf der Hose und dann hoch in Coreys Gesicht. Sie sah den Schnaps auf dem Tisch neben dem Erste-Hilfe-Kasten (wollten sie sich betrinken? - Nimm Heroin!) und beobachtete dann das Handtuch und wie sie ihre Hose öffnete. Hieß das...? Für einen Moment wurde ihre innere Stimme vollkommen verdrängt, wieder stollperte ihr Herz. War Corey etwa bereit...? ihr Kopf funtionierte aktuell nicht richtig, sodass sie erst spät reagierte und endlich den Blick abwandte, damit Corey sich so die Hose herunterziehen konnte, ohne dass es allzu unangenehm wäre. Sie hörte ein unglaublich unangenhmes Ratschen - und musste doch hinsehen. Die Wunde blutete, war gerötet und sah... in absolut keiner guten Verfassung aus. Cecilia hoffte wirklich, dass Corey nicht wieder ins Krankenhaus müsste. SIe wünschte sich einen Alltag mit ihrer Mum. Außerhalb dieser weißen Wände. Corey legte sich hin - nahm Pillen. Alles in Cecilia zurckte, plötzlich und mi voller Macht war ihr Unterbewusstsein wieder da, brüllte nahezu HEROIN!!! und sie hielt den Atem an. Bis sie die Ibuprofen-Packung sah. Ziternd stieß sie die Luft aus und nickte.
Dann kam der block. Corey schrieb eine Weile, ehe sie ihn weiterreichte. Cecilia nahm ihn und las. Die ersten Worte bedeuteten ihr viel - denn nicht immer war sie sich sicher. Cecilia hatte das Gefühl, als würde sich die Zeit verlangsamen. sie hörte ihren eigenen Atem, spürte ihren eigenen unregelmäßigen Puls, wie ihre Haare an ihrer Stirn und im Nacken klebten, die getrockneten Tränenspuren auf ihren Wangen. Sie griff nach dem Stift. Sie schluckte einen schweren Kloß heruner, glaubte in ihrem Inneren ein langgezogenges Neeeeeiiiiiiiiiiiiiin zu hören und schrieb: ~ Ich will clean sein. Ich wollte es schon, seit ich von dieser Sucht wusste ~ Tränen traten ihr in die AUgen. Tränen der Erleichterung? Dass sie vielleicht endlich etwas erreichen könnte? Sie wollte es... für Sandro. Für sich selbst. Für ihr eigenes Leben.
Sie griff nach der Schnapsflasche. Ähnlich wie Corey war sie versucht, zu trinken, aber konnte sich abhalten. Sie warf Corey noch einen Blick zu, dass sie berei war - und dann ließ sie den Alkohl gradewegs über die Wunde laufen, ums ie zu desinfizieren.

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.02.2025 09:40.

Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Purvis

von Corinne am 16.02.2025 00:58

Corey hatte nun wirklich nicht bedacht, wie ihre neue Begleitung zum Lüftungsschacht hochklettern sollte, sollten sie wirklich flüchten müssen. Sie war schlicht davon ausgegangen, dass sie es konnte und wer wusste, in einer Notlage war das vielleicht sogar möglich. Menschen wuchsen dich ständig über sich hinaus.
Sie breitete eine ihrer Decken auf dem Boden aus und setzte sich darauf. Sie bekam dieses 'okay-zeichen' von Joanna mit und lächelte schwach. Es war nicht das richtige Zeichen, dass in ASL genutzt wurde, aber sie war ja nicht auf den Kopf gefallen und verstand es. Und sie war so unheimlich froh und dankbar, dass sie nicht nachfragte, wieso sie sie Tabletten verwahren sollte. Vielleicht, war das in einer solchen Welt auch nicht mehr wichtig. Sie betrachtete das Essen auf dem Boden. Auch sie nahm sich eine Reiswaffel und bestrich sie mit ihrem kleinen Taschenmesser mit Marmelade. Früher hatten sie immer diese typischen, amerikanisches Sandwiches mit Erdnussbutter und Marmelade gegessen. Wie sehr sie das vermisste. Eine Reiswaffel schmeckte einfach nicht genauso. Ob sie je wieder Brot essen würde? Sie knabberte an ihrer bestrichenen Reiswaffel herum und wirkte ein wenig nachdenklich und das war sie auch. Sie machte sich bereits Gedanken über eine mögliche Zukunft. Es würde nie wieder werden, wie es einmal war, aber man konnte trotzdem das Beste daraus machen. Irgendwann kam dann ein Blatt Papier bei ihr an, auf dem einige Dinge standen. Corey las alles aufmerksam durch und verspeiste erst ihre Waffel, ehe sie antwortete. Ihre Finger wischte sie einfach mal schlicht an ihrer Hose ab. Wer trug heutzutage schon noch saubere Kleidung?
~ Ich habe eine Schwester. Wir wurden vor ein paar Tagen getrennt. Jetzt versuche ich sie wieder zu finden. Wir sagten, wenn wir uns verlieren, dann würden wir uns am Seuchenkontrollzentrum von Atlanta treffen, aber ich glaube, dem ist längst der Notstrom ausgegangen, wahrscheinlich schon drei Monate nach versagen des Stromnetzes. Die zuständige KI hat es sich durch den Schutzmechanismus wahrscheinlich längst zur Dekontaminierung mit FAE selbst in die Luft sprengen lassen. Außerdem hat Atlanta über 500.000 Einwohner, wenn nur die Hälfte von denen zu solchen Sickos wurden ... ich hoffe einfach, dass ich sie finde, bevor sie Atlanta erreicht, damit ich meine beschissene Idee irgendwie ausbügeln kann. ~
Hoffentlich. Hoffentlich war sie noch bei ihnen und hoffentlich waren alle noch am Leben. Suchten sie vielleicht auch nach ihr? Oder glaubten sie, dass sie tot war? Corey schluckte. Grausam. Hatten sie je geschätzt, was sie hatten, ehe es zu Ende ging? Nein, es war doch alles selbstverständlich gewesen. Nach einer Weile in Erinnerungen schwelgend, schrieb sie weiter.
~ Ich komme ürsprünglich aus Chicago. Nachdem meine Mutter sich von meinem Vater getrennt hatte, hab ich sie und meine kleine Schwester geschnappt und wir sind nach Austin in Texas gezogen. Und aus der Richtung komme ich derzeit auch. Woher kommst du? Und falls es nicht Mississippi ist, wie hat es dich herverschlagen? ~
Sie reichte Joanna das Blatt und musste zugeben, dass sie viel geschrieben hatte, aber taube oder eben stumme Menschen hatten eben am Meisten zu erzählen, außerdem hatten sie hier doch Zeit zu schreiben.

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 15.02.2025 23:34

Wirklich nur zufällig hatte Corey zu Cecilia hingesehen, als diese anscheinend irgendetwas recht wütend von sich gab und wie es der weitere Zufall wollte, war sich Corey sicher, dass sie die Worte diesmal richtig von den Lippen abgelesen hatte. Dennoch stutzte sie. Sie hatte doch gar nichts gesagt. Seit mehr als 33 Jahren nicht mehr gesprochen. Dann jedoch fiel ihr auf, dass Cecilia sich unsanft gegen den Kopf schlug und irgendwie hatte Corey das Gefühl, dass es mit einer inneren Stimme zu tun hatte. Menschen die hören konnten, dachten zumeist in gesprochenen Worten, während gehörlose Menschen oft in geschriebenen Worten oder Handzeichen dachten. Zumindest konnte man es so wenigstens Ansatzweise beschreiben. Das Denken selbst war im Grunde viel komplexer. Dennoch ging irgendetwas in Cecilia vor sich.
Corey musste zugeben, dass sie nicht wenig erstaunt war, als ihre Ziehtochter ihr gebärdete, was sie gerade empfand und danach senkte Corey selbst sofort den Blick. Nachdem sie kapiert hatte, was Cecilia gerade wegen ihr durchmachte und nachdem sie realisierte, dass der Weg, den sie gerade ging, den Menschen um sie herum Schwierigkeiten machte, ließ sie die Schultern hängen und gab auf. Im Augenwinkel bekam sie mit, dass Cecilia aufstand und um die Couch herumging. Corey wusste, welchen Weg sie einschlug. Es war jedenfalls nicht der in ihr eigenes Reich, also griff Corey über die Rückenlehnte der Couch und schnappte Cecilia sanft am Handgelenk. Vorsichtig führte sie jene so wieder um das Sofa herum, bis sie sich neben sie setzen konnte. Ohne zu zögern schlang Corey dann ihre Arme um Cecilia und zog sie fest an sich. Für eine lange Minute hielt sie die Jüngere einfach nur fest in den Armen, dann küsste sie liebevoll ihre Stirn und wischte ihre Tränen von den Wangen. Cecilia sah elend aus und genauso fühlte sie sich wahrscheinlich auch. Dagegen war Coreys Befinden nichts. Sie angelte eine Decke von der Seite der Couch und legte sie Cecilia über den Rücken. Einen Moment lang sah sie jene einfach nur an, dann lächelte sie ehrlich und tippte sie an ihrem Brustkorb an. Das Zeichen für 'du'. Anschließend ballte sie ihre beiden Hände in etwa an ihrer Schulterhöhe zu Fäusten. Es war das Zeichen für 'Gesundheit', aber Coreys Gesichtsausdruck lieferte den entscheidenden Hinweis, dass sie es im Kontext auf 'stark' bezogen war. Cecilia war stark und Corey wusste, dass sie es schaffen konnte und irgendwie wusste sie auch, dass sie sich halbwegs denken konnte, was Corey ihr sagen wollte. Sie gab ihr noch mal einen Kuss auf die Stirn und stand dann leicht schmerzverzerrtem Gesicht auf. Ihre Hand zeigte den Buchstaben 'y' nur in waagerechter Form und sie bewegte ihren ganzen Arm mit dieser Geste einmal kurz und leicht nach Vorne. 'Warte' hieß dieses Zeichen. Dann hielt sie kurz inne. Sie fragte sich, ob es vielleicht möglich war, dass Cecilia bereits das Alphabet konnte. Sie zeigte kurz noch mal auf Cecilia selbst, formte dann mit ihren Händen ABC, tippte sich mit vier Fingern an den Kopf und zeigte nochmal auf Cecilia, dabei sah sie sie fragend an.
"Du - ABC - wissen - du?"
Wenn sie das Alphabet kannte, würde sie wenigstens das ABC erkennen. Aber sie wartete keine Antwort ab, dazu schmerzte ihr Bein zu sehr und sie hatte ein wenig zu tun. Sie hinkte in den Küchenbereich, füllte erst mal den Wasserkocher und stellte ihn an. Dann sammelte sie ein paar weitere Dinge zusammen. Ein frischen Geschirrtuch, einen sauberen Lappen und eine Flasche hochprozentigen, klaren Alkohols, irgendein Schnaps. Diese Dinge brachte sie zum Wohnzimmertisch, dann ging sie noch einmal zurück. Sie bereitete zwei Pfefferminztees zu und kam mit den Tassen zurückgehinkt. Sie merkte selbst, dass sie das Bein immer weniger belasten konnte und immer stärker humpelte, aber irgendwie brachte sie die Tassen trotzdem safe zur Couch. Ihre stellte sie auf den Wohnzimmertisch und Cecilia drückte sie die ihre in die Hand. Ihr war das Zittern nicht entgangen. Es mochte vielleicht nichts mit Kälte zu tun haben, aber sie war sich sicher, dass das auch eine Rolle spielte. Cecilia sah nicht so aus, als würde sie anständig essen oder genug trinken, dafür, dass sie sich dauernd übergab.
Dann breitete sie das Handtuch auf der Couch aus und legte ihre Hände an den Verschluss ihrer Jeans, aber sie hielt inne. Sie hatte zwar eine Unterhose drunter, aber es kostete sie dennoch eine menge Überwindung vor Cecilia ihre Hose fallen zu lassen, das war nicht immer so, aber das Ereignis mit Cecilias Vater hatte wieder viel getriggert. Jetzt mach kein Drama draus. Sei nicht so kompliziert, Corinne. Schwer schluckend öffnete sie schließlich ihre Hose und zog sie herunter, zumindest ein Stück weit, denn sie klebte an der Stelle, an der das Blut getrocknet war an ihrer Haut und Corey wusste, was das hieß. Sie nahm tief Luft, ballte eine ihrer Hände zu einer Faust, biss darauf und kniff ihre Augen zusammen und dann zog sie ihre Hose mit einem Ruck herunter. Die genähte wieder aufgerissene Wunde, an der das Blut gerade getrocknet war, riss abermals auf, aber Corey gab keinen Ton von sich, ging nur einmal kurz in die Knie. Nachdem sie ihre Faust wieder sinken gelassen und ein paar kräftige Atemzüge genommen hatte, hievte sie sich dann auf die Couch. Jetzt kam der eigentlich wirklich schmerzhafte Part, vielleicht sollte sie zuerst ... Sie griff nach ihrer Handtasche auf dem Boden neben der Couch. Ein Glück, dass sie jene in Ungedanken mitgeschleppt hatte. Sie angelte eine Verpackung mit Tabletten heraus, drückte sich Zwei aus der Verpackung und schluckte sie mit dem Rest Orangensaft in ihrem Glas. Danach schielte sie zu Cecilia und seufzte. Sie legte ihr die Verpackung auf den Schoß, damit sie beruhigt sein konnte. Es war nur Ibuprofen, dass sie bekommen hatte, um die Schmerzen zu lindern und glücklicherweise half es auch gegen Entzündungen und Fieber. Coreys Wunde war feuerrot und definitiv entzündet. Sie durfte nur nicht eitern und deswegen ... sie nahm die Alkoholflasche vom Tisch und öffnete sie. Schon beim Geruch wurde ihr schwindlig. Ja, das würde weh tun. Sie presste ihre Lippen zusammen und im Angesicht der Tatsache hätte sie fast einen Schluck von dem Zeug genommen. In allerletzter Sekunde hielt sie jedoch an ihren Lippen inne. Halt! Sie war schwanger und hatte Medikamente genommen. Sie atmete tief durchm dann gab sie die Flasche plötzlich Cecilia und schnappte den Block vom Tisch. Sie hatte keine Ahnung, ob die Schmerzen sie nicht in eine Ohnmacht befördern würden, aber vorher musste sie ihr noch etwas sagen.
~ Ich hab dich auch lieb. Sehr sogar, wie eine Tochter. Und wenn du keine Drogen mehr nehmen möchtest, dann sag es mir hier und jetzt und ich verspreche dir, ich werde alles in meiner Macht stehende tun und dich davon fern halten, bis du darüber hinweg bist. Aber dir muss klar sein, dass ich dann wirklich alles tun werde und dass du ziemlich sauer auf mich werden könntest. Dass du üböe Dinge tun könntest ... ich glaube aber, dass es das wert sein könnte. Tust du mir noch einen Gefallen? Lässt du einfach ein wenig von dem Alkohol über die Wunde laufen. Ich würde es selbst tun, aber ... bitte. ~
Sie reichte Cecilia den Block, lehnte sich dann zurück und kniff ihre Augen zusammen.

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Enoch

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Re: Enoch & Emily ~ Burning Drugs (2021) | FSK18

von Enoch am 15.02.2025 16:03

Gefühlt hatte ich eine Ewigkeit für meine Idee gebraucht, das Gerede der anderen war im Hintergrund verschwunden, während mich das leere Blatt Papier ausgelacht hatte. Natürlich hatte es nicht wortwörtlich gelacht, sondern es waren die Stimmen in meinem Kopf gewesen und, na ja, auch egal. Performanceängste, ja, die hatten mich schon immer geplagt, wenn etwas von mir erwartet wurde, wenn ich etwas erreichen sollte, oder wenn ich mir einredete, etwas erreichen zu müssen – immer dicht gefolgt und sofort sabotiert von meiner Unfähigkeit, die Perfektion zu erreichen, nach der meine Seele so sehr strebte...
Zum Kotzen war es!
Doch bevor es noch peinlicher wurde, ich mich zu sehr von meinen mir selbst auferlegten Regeln und Richtlinien wie Dinge sein mussten, die ich schuf, auch wenn jeder andere an meiner Stelle keinen feuchten Fick darauf geben würde, auffressen ließ, schrieb ich einfach irgendetwas auf. Simpel und es traf nicht im geringsten was ich gehofft hatte, was ich schaffen und aus mir und meinen Fähigkeiten machen konnte, doch...es reichte wohl für den Moment; immerhin hatte es alles wichtige: Ein Outfit, dass sich schnell zusammenfinden ließ, dass man schnell wechseln konnte und doch seine Zwecke erfüllte, und einen Namen.
Die Mädels stürzten sich auch darauf. Sollte mir das etwas Beruhigung verschaffen, dass ich mich umsonst fertig gemacht hatte? Klar. Tat es das. Pfft, natürlich nicht!
Natürlich wurde über den Namen diskutiert. Nichts schlechtes, doch sie wussten nicht, was er zu bedeuten hatte – auch hier kamen Zweifel hoch bis...
„Ja, das ist es...", erwiderte ich auf Emilys kurze Erklärung, verstummt jedoch schnell wieder und musste den Blick abwenden, auf den Block auf dem Tisch starren, als ich den zweiten Teil ihres Satzes gehört hatte. Das angedeutete Lächeln auf ihren Lippen hatte mir den Rest gegeben. Schlimmer als die beißenden Selbstzweifel waren nur noch Leute, die ihnen aktiv entgegenwirkten...und dann auch noch auf eine Weise, mit der sie den Nagel auf den Kopf trafen, was ein Teil von mir sehr gut wusste, den zweifelnden Teil, den schlechten Teil jedoch nur noch mehr anfachten, mir Flausen und Lügen in den Kopf zu setzen, denn ich hatte neben ADHS und schlechtem Selbstvertrauen auch noch Impostersyndrom und meinte in einer Lage wie dieser hier, dass ich erfolgreich darin gewesen wäre, den Leuten einzureden, dass ich ein toller Mensch war, was doch aber gar nicht stimmte...mein Gesicht glühte – ich war errötet.
Nach einem Moment, der sich für mich wie ein Jahrhundert anfühlte, räusperte ich mich schließlich. „Ja, äh", sagte ich mit leicht rauer Stimme. „Die Kostüme. Kann...hat irgendjemand Talent und ein Händchen für Klamotten? Nähen? Sticken?" Ich warf die Frage in die Runde, ohne jemanden direkt anzusehen. Meine Mom hatte mir solche Dinge beigebracht, aber ich war mir nicht sicher, ob ich solche Arbeiten tun konnte...also ganze Kostüme, meinte ich. Berechtigte Zweifel, wollte ich gern einwerfen. Ich konnte ne Hose zurechtnähen, wenn sie ein Loch hatte, ne Socke stopfen, aber...ein ganzes Outfit nähen...äh, keine Ahnung. Ich wäre ehrlich nur froh, wenn wir uns einfach einem neuen Thema widmen könnten...

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Heaven never heard me calling Guess this is the reason I feel like hell Weatherman the rain is pouring, yeah, yeah I wanna be in time See I'm being honest right now I've been in this dark hotel So why do I keep myself locked in? Yeah I wanna be, I wanna be! Be in oblivion Don't wanna live like this Need something to knock me out Don't wanna feel Nothing can make me numb Nothing left but to run I need you to knock me out...

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Beth

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Beiträge: 26

Re: Beth & Jodie ~ Back to Life (September 2023)

von Beth am 15.02.2025 15:30

Ich mustere sie von der Seite her. „Wieso hast du´s dann gemacht, wenn du nicht mal sagen kannst, ob es spaßig war?", erkundige ich mich, leicht nachdenklich. Ich weiß, dass nicht alles im Leben Spaß machen kann – und man sich durch viele Dinge durchbeißen muss...vertrau mir, ich weiß das sehr gut...bevor ich geworden bin wer ich nun bin...habe ich das alles am eigenen Leben erfahren...stundenlang schuften, keine Freunde, kein Familienleben...Das Leben kann sehr hart sein. Aber gerade deshalb...sollte man doch dann nur solche Hobbys unternehmen, die einem Freude bereiten, nicht?
Sie fügt im Stillen noch etwas hinzu, doch ich kann mir denken, was es ist. Ich sage aber nichts dazu; jemand, der solche Dinge durch hatte wie Jodie...der stolpert immer wieder darüber wie einsam es werden kann. Jemand, der sein ganzes Leben mit jemandem verbracht hat, der einem näher war als alles andere...
Ich werfe ihr einen Blick von der Seite her zu, schmunzle dann, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob sie das noch sehen kann. „Tja, einen Vorteil muss es ja haben, wenn man überall im Multiversum gleichzeitig sein kann." Ich lache kurz auf, ehrlich amüsiert, ehe ich wieder ernster werde. „Gerne", ergänze ich dann, leiser.
„Von solchen Menschen gibt es dort draußen mehr als du vermuten würdest, aber die wenigsten davon kommen an so etwas heran wie wir...", erkläre ich, leicht nachdenklich. Sie wirkt überrascht, dass sie damals auf Menschen getroffen ist, die ähnlich mit der anderen Seite, den Schatten, verbunden gewesen sind wie sie...doch es gibt viele Menschen dieser Art – und viele von eben diesen wissen nicht mal, was sie beherrschen oder tun...es ist einfach ein natürlicher Teil von ihnen...
Wieder schmunzle ich leicht, betrachte sie von der Seite. Es klingt nicht so, als wäre es nur irgendein Mensch gewesen...viel mehr so, als hätte sie jemanden gefunden gehabt, der...wirklich für sie gemacht ist...Umso trauriger, dass es keinen Bestand gehabt hat. „Manchmal sollte man gar nicht so viele Gedanken daran verschwenden, was hätte werden können, wenn nicht dies oder das geschehen wäre...sondern man sollte einfach schätzen, dass es gewesen ist", spreche ich wie vor mich her. Den Dingen nachtrauern, bringt sie nicht wieder zurück, darüber zu sinnieren, was hätte werden können, hält einen nur davon ab, im Hier und Jetzt zu leben, das Leben zu leben, das man hat...und die Erinnerungen als solche zu ehren, was sie gewesen sind...schön und rein und belebend.
Und nicht zuletzt bringt sie mich damit auch auf eine Idee!
Nachdem ich bereits am Zaun der Pferdekoppel stehe und die schönen Tiere betrachte, wende ich mich zu ihr, nachdem ich ihre Frage gehört habe – auf meinen Lippen ein freches Grinsen, schelmisch. Ich reibe mir kurz die Hände. „Oh, ich hoffe doch, dass wir die Leute hier davon überzeugen können!" Vielleicht können wir uns ja einem kleinen Treck anschließen, viele Ranches und Höfe reiten doch regelmäßig aus – wieso als nicht einfach jemanden mitnehmen?
Mit diesem Gedanken richte ich mich auf, und gehe auf das große Wohnhaus zu, steige die Stufen nach oben, um uns anzumelden. Die kleine Veranda ist mit Blumen und Pflanzen geschmückt, auch wenn diese zu dieser Jahreszeit schon nicht mehr ganz so strahlend und lebendig aussehen wie sie es wohl im Frühjahr und Sommer getan haben. Schönes dunkles Holz formt die Veranda, die mit Mustern und Gestaltungen in das ebenso aus stabilem Holz gebaute Haus übergehen. Ein schwarz gemalter Nagel drückt auf den gläsernen Knopf der Klingel, dann wird es kurz still, ehe es etwas Tumult gibt, dann öffnet ein hoch aufgeschossener Mann mit schwarzen Haaren die Tür. „Äh, ja...?", fragt er leicht verwirrt. „Kann ich...helfen?"
„Hey hey", sage ich fröhlich. „Meine Freundin und ich waren gerade in der Nähe und haben ihre Ranch gesehen und uns gefragt, ob wir vielleicht den Tag mit den Pferden verbringen könnten...?" Ich winke Jodie zu uns heran, die noch schüchtern bei der Koppel steht. „Wir würden uns selbstverständlich auch an den, äh, unschöneren Arbeiten beteiligen, wenn es so um Tiere geht." Ich grinse ihn breit und einnehmend an, stehe aufrecht, die Hände hinter dem Rücken verschränkt.
Ich kann selbst nicht sagen, wie ich ihn überzeugt habe, doch etwa eine halbe Stunde später finden sich Jodie und ich im Stall wieder, die Pferde pflegend, während er uns erklärt, wo und wie man die Pferde aufzusatteln hatte...

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Cecilia

23, Weiblich

FSK 18 Mensch gut androsexuell Two-Spirit panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

Beiträge: 242

Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 15.02.2025 12:17

Cecilia hätte nicht gedacht, dass Corey direkt nach dem Block greifen würde. Mittlerweile kannte sie ihre Mum ein wenig. Kannte ihre Sturheit. Sie hatte erwartet, sie würde den Block einfach ignorieren. Aber sie las. Und kurz darauf flog der zweite Papierball. Das war wohl eindeutig. Cecilia biss sich wieder auf die Unterlippe, die sich schon wund anfühlte, beugte sich erneut vor, das Gesiht wieder in den Händen vergraben. Was sollte sie nur tun? Nimm Heroin!! Sollte sie einen Krankenwagen rufen? Nimm Heroin!! Nein. Corey und sie hatten mehr als genug Zeit in Krankenhäusern verbracht. Nimm Heroin!! Sollte sie Elias wecken? Ja... ja, das wäre vielleicht eine - Möglichkeit - Heroin!!! - wenn jemand sich um sie kümmern konnte, dann er. Nichts tun kam nicht in Frage (Nimm Heroin!!) - die Angst, dass Corey sterben würde, war zu groß. Ja, ja das würde sie wohl tun... NIMM ES!!!
"HALT DIE KLAPPE!!!", schrie sie plötzlich weinend und schlug mit ihren Fäusten gegen ihre Schläfen. Verzweiflung, reine Verzweiflung diese Worte, diese innere Stimme, dieses endlose Verlangen in ihr endlich zum Schweigen zu bringen. Als sie aufblickte war über ihre blass wirkenden Wangen breite Tränenspuren, Rotz lief ihr aus der Nase, sie wischte hin achtlos mit dem Handrücken weg. Sie zitterte. Ihr war kalt und Erschöpfung hatte sich ihres Körpers bemächtigt.
Mit geröteten Augen und ohne sie wirklich zu sehen, sah sie Corey auf dem Sofa liegen. Den Block dem Tisch. Sie stand auf, wie in Trance, taumelte los. Sie stieß mit ihrem Knie gegen den Tisch, nahm den Block. Ihre Sicht verschwamm, sie wischte sich über die Augen, um die Tränen loszuwerden. Sie hatte einen Kloß in der Kehle, ihr Herz fühlte sich schwer, aber reden musste sie ja eh nicht. Sie legte den Block wieder zurück auf den Tisch, tippte Corey an die Schulter und gebärtete: Ich - dich - lieb. Und nach kurzem Zögern fügte sie mit deutlichen Lippenbewegungen hinzu: und Angst. Sie deutete auf die Wunde. Nach kurzen Zögern nahm sie den Block wieder, schrieb zu der Aussage, dass sie die Babys hasse: ~ Tut mir leid ~ Und dann (Nimm Heroin) ging sie langsam los, es fühlte sich an wie in Zeitlupe, jeder Schritt ein Kraftakt. Sie nahm die Papierbälle vom Boden, schmiss sie weg, ging orientierungslos wieder zurück zum Block und schrieb: ~ Ich muss es schaffen ~ Nimm Heroin. Sie stand wieder auf und machte sich langsam auf den Weg nach oben, um Elias zu wecken. Er sollte wissen, dass seine Frau heim war. Und sich um ihre Wunde kümmern. Und Cecilia selbst? Sie wusste es nicht. Sie hatte keine Ahnung. Sie fühlte sich einfach nur schwach. Elendig schwach.
Nimm Heroin...

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Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 544

Re: Purvis

von Joanna am 10.02.2025 18:40

Während Joanna auf Corey wartete, hatte sie sich hin und wieder tatsächlich noch einen Schluck Tequila genommen, diesen schließlich jedoch wiede verschlossen und in den Beutel geräumt um stattdessen eine der beiden Weinflaschen herauszuholen. Ihr Alibi-Getränk. Es war fast befremdlich. Es war so unglaublich lange her, dass sie ihren tatsächlichen Alkohol-Konsum vor anderen Leuten versteckt hatte... es fühlte sich wie ein kleiner Zeitsprung an, es nun wiederzutun. Auch wenn es natürlich nichts gutes war. Ganz und gar nicht. Und wahrscheinlich auch völlig unnötig. Tja, aber was sollte sie tun. Sie seufzte leise...
Sehr sehr leise Schritte und kurz darauf öffnete sich die Tür. Unwillkürlich zuckte Joanna zusammen und blickte auf, ihre Waffe bereits reflexartig in der Hand. Doch es war nur Corey, die mit einer Ladung Kissen und Decken hereinkam. Tief atmete Joanna durch, um sich wieder zu beruhigen. Sie stand sogar auf den Beinen, so schnell hatte sie sich bewegt. Jetzt - erst mit deulicher Verzögerung - kam ein leichter Schwindel hinzu, der ihr nur allzu bekannt war, sie aber nicht weiter störte. Damit konnte sie umgehen. Den kannte sie.
Sie setzte sich wieder auf den Bürostuhl und erwiderte Coreys Winken mit einem Lächeln. Sie war froh, die andere zu sehen und dass sie wieder da war. Mit einem dankbaren Nicken nahm sie zwei der Decken entgegen. Eine davon legte sie auf den Tisch, die andere über ihre Beine. Eigentlich war ihr nicht kalt. Tatsächlich war ihr trotz des veränderten und deutlich kälter gewordenen Klimas selten kalt. Aber sie wusste selbst, dass das an ihrem Alkohol-Konsum lag, der ihr Temperaturempfinden einfach vollkommen manipulierte. Also musste sie trotzdem darauf achten, nicht zu unterkühlen, was deutlich schwieriger war, wenn man die Unterkühlung dank des Alks nicht spürte. Als Corey Anstalten machte, den Stuhl zu nehmen, stand Jo inklusive Decke auf und setzte sich stattdessen auf den Tisch. So beobachtete Joanna, wie Corey zunächst die Tür versperrte und dann den Türspalt abdichtete (würden sie noch genügend Luft bekommen?) und anschließend den Schrank hinaufkletterte (na klar würden sie Luft bekommen. Der Lüftungsschacht). Joanna bewunderte Coreys Agilität und Fitness. Sie glaubte nicht, dass sie selbst zu sowas im Stande wäre. Das waren die seltenen Momente, in denen sie den Alkohol wirklich hasste. Aber wenn sie selbst durch eine Apolalypse nicht trocken wurde... dann würde sie das wohl nie werden.
Als Coreys Fuß gegen den Schrank geschlagen war, war ein lautes dumpfes Geräusch ertönt, dass Joanna wieder zusammenschrecken ließ. Sofort stand sie auf (die Decke rutschte von ihren Beinen) und sie ging zur Tür. Eigentlich wollte sie sie öffnen, aber dann fiel ihr ein, dass die Weste an den Spalt gestopft war und die Tür aufhalten würde. Also lauschte sie nur angestrengt durch die Tür, ob sie irgendetwas hörte. Aber nein. Es war alles still.
Kurz danach war Corey auch schon wieder bei ihr und reichte ihr den Block mit einer Antwort. Sie nickte leicht bei ihren Erklärungen, auch wenn sich Joanna Teile davon schon fast hatte denken können (es blieb die Frage, wie zur Hölle sie da hoch zum Lüfungsschacht kommen sollte, aber diese Blöße wollte sie sich nun nicht geben). Und schließlich war da eine Frage. Eine Frage, die Joanna leicht beantworten konnte: ~ Nein. Seit dem Tod meines Mannes ziehe ich nur umher und versuch zu überleben. Wie schauts bei dir aus? ~
Sie roch Feuer. Nein, Kerzen. Überrascht blickte Joanna auf und sah, dass Corey Kerzen angezündet hatte. Irgendwie verlieh es dem Büro fast etwas heimeliges. Joanna mochte Kerzen und hatte sich zugegeben ewig keine mehr angezündet. Aber es war eine gute Idee. Insbesondere sparte es Batterien, von denen sie eh immer nur sehr wenig bis keine hatte.
Corey kam auf sie zu und beschriftete ein Blatt, welches sie ihr inklusive einer Tablettenpackung zuschob. Stirnrunzelnd las Joanna. Es klang eindringlich und ernst. Joanna nickte, deutete mit dem Daumen nach oben, nahm die Tablettenpackung und steckte sie sich in ihre hintere Gesäßtasche. Da wäre sie wohl am sichersten aufgehoben. Dann nahm sie den Stift und schrieb zu den Worten, ohne jegliche Fragen oder irgendwelche verlangende Erklärungen: ~ Versprochen ~ Tatsächlich regte sich so etwas wie angenehme Überraschung in ihr. Es hatte so geklungen, als köntne sich Vorey vorstellen, noch eine kleine weitere Weile mit ihr unterwegs zu sein. Und warum auch nicht? Joanna hatte kein Ziel. Es hielt sie nirgendwo. Nur... würde sie dann früher oder später Corey beichten müssen, dass sie infiziert war. Aber noch nicht. Sie wollte nicht auf die neue Gesellschaft verzichten.
Sie beobachtete, wie Corey allerhand Essen herauskramte. Kurzerhand ließ sich Joanna auf den Boden sinken, wo sie sich im Schneidersitz hinsetzte. Sie las den neuen Satz, lächelte und zeigte mit ihren Fingern das Zeichen für 'OK' indem sie mit Zeigefinger und Daumen ein O bildete und die anderen drei Finger abspreizte. Sie trank einen Schluck Rotwein (einen Korkenzieher hatte sie immer in ihrem Rucksack) und betrachtete dann das Essen. Sie nahm sich eine Reiswaffel, holte ein Schwizer Taschenmesser aus ihrem Rucksack und beschmierte sich diese mithilfe des Messers mit der Marmelade. Noch auf der Waffel kauend nahm sie den Block und schrieb: ~ Woher kommst du ursprünglich? ~
Wenn sie jetzt schon einen Abend gemeinsam hatten, sprach nichts dagegen, sich auch ein wenig kennenzulernen, oder?

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 10.02.2025 18:16

Ihre Ziehtochter las die Worte und dann ließ sie soch nahezu verzweifel auf den Sessel sinken und verbarg ihr Gesicht in ihren Händen. Corey schluckte. Das war nicht die Reaktion, die sie erwartet hatte. Sofort biss sie sich mitfühlend auf die Unterlippe, obwohl sie nicht wusste, was in Cecilia vor sich ging, aber sie wollte sie in den Arm nehmen. Sie sollte ihr Gesicht an ihrer Schulter verbergen und nicht einsam und alleine in ihren Händen. Also rutschte sie auf der Couch näher, aber sie schaffte es noch immer nicht Cecilia zu berühren und aufstehen war gerade leider eine Quahl. Ihre Jungs hatten aber eine offene Packung Gummibärchen auf dem Wohnzimmertisch liegen gelassen, da kam sie ran. Sie angelte sich eines heraus. Ein Orangenes, die schmeckten gut. Und zack war es in ihrem Mund. Verdammt! Sie angelte ein Weiteres heraus, ein Weißes. Auch die waren gut und schon landete es wieder in ihrem Mund. Mist! Sie mochte Gummibärchen nicht mal wirklich, aber ihre Schwangerschaft verleitete sie dazu, sie doch zu essen. Zum Teufel! Bewusst angelte sie sich nun ein rotes Gummibärchen heraus, denn ungleich zur Mehrheit der Menschen, aß sie die Roten nicht gerne und das warf sie zu Cecilia, aber wie Gott es so wollte, traf sie dank ihrer sich schwer anfühlenden Gliedmaßen nicht. Außerdem war vielleicht auch ihr leichter Schwindel, der ihr seit einigen Minuten Zielschwierigkeiten bereitete, schuld. Jedenfalls kam das Gummibärchen irgendwo hinter Cecilia auf dem Boden auf. Naja, Max würde es morgenfrüh als erster finden und hätte einen kleinen, süßen Snack. Corey warf kein Neues, das war auch nicht nötig. Cecilia bewegte sich, nahm ihre Hände von dem Gesicht, riss das Blockblatt und knüllte es zusammen. Im nächsten Moment flog es quer durch den Raum und blieb irgendwo als Papierkugel liegen. Corey biss sich wieder auf die Unterlippe. Nicht nur, weil Cecilias Realtion eindeutig war und sie nichts von Beidem oder einfach ihre Hilfe nicht wollte, sondern auch, weil sie daran denken musste, den Papierball aufzuheben. Wenn Elias den in ein paar Stunden fand und las, dann war ihre Ehe diesmal endgültig aus. Alleine die Tatsäche, dass sie Drogendealer kannte und sich in dem Millieu auskannte, würde ohn schocken und tief enttäuschen. Er würde realisieren, dass ihre Tablettensucht, falls es denn wirklich eine war, so ganz wollte Corey es noch nicht einsehen, ein viel größeres Ausmaß hatte, als von Außenstehenden angenommen. Corey schluckte schwer. Sie ließ Cecilia in Ruhe schreiben, hatte auf eine Erklärung gehofft, aber als sie den Block vom Tisch zog und las, war da keine. Stattdessen war da nur die Sorge, um ihr Bein, die Wunde, Entzündungen, Blutvergiftungen. Corey wusste, was mit entzündeten Wunden geschehen würde und vielleicht hatte sie in den drei Tagen absichtlich nicht den Verband gewechselt, sich nicht darum gekümmert. Vielleicht hatte sie absichtlich in den drei Tagen nur so wenig gegessen und getrunken, dass ihr Kreislauf nicht versagte, aber eben gefährlich am Abgrund stand.
Corey tat es Cecilia gleich und riss das Blatt ab. Zerknüllte es und warf es achtlos in eine Ecke des Zimmers. Würde sie nachher alles aufsammeln müssen. Dann schien es erst nicht, als wollte sie überhaupt etwas dazu schreiben. Als wollte sie schlicht Cecilias Sturheit immitieren, wobei deren Sturheit diesmal deutlich vernünftiger war, als ihre eigene. Schließlich schnappte sie doch den Stift und schrieb:
~ Warum quälst du dich so? ~
Sie wollte ihr den Block zuschieben, aber hielt inne. Da war etwas in ihrem Innern, das endlich raus wollte. Eine fiese, böse Stimme in ihr, die vieles erklären würde, aber sie konnte genau das nicht aufschreiben. Man würde ein falsches Bild von ihr bekommen, sie verurteilen, aber wäre das dann nicht einfach gerecht? Nur, warum sollte sie es Cecilia erzählen, sie damit belasten? Vielleicht weil sie eben gemerkt hatte, dass sie ihr eine Mutter sein wollte, aber sie stattdessen nur weiter wegtrien, genau wie sie es mit allen anderen gerade tat. Und wenn es so weiterging, würde es so oder so passieren. Coreys Hand und Finger bewegten sich fast automatisch, als sie etwas hinzuschrieb:
~ Ich hasse die Babies. ~
Das Wirt 'hassen' unzerstrich sie zwei Mal. Dannach legte sie den Stift zur Seite und las den Satz nicht noch einmal durch. Im Moment wirkte es eher, als hätte jemand anderen ihn geschrieben und als wäre er surreal. Sie schob Cecilia nicht den Block zu, wohl aber wissend, dass sie doch lesen würde, was sie geschrieben hatte, so, wie es vorgesehen war.

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