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Re: Enoch & Emily ~ Burning Drugs (2021) | FSK18
von Enoch am 09.01.2026 15:16Puh! Das war ja nochmal glimpflig ausgegangen. Shoppen war nie meine Stärke gewesen - nicht, weil ich es nicht in dem Sinne mochte, schöne Dinge für mich zu finden, auf irgendetwas zum Werkeln zu stoßen und so weiter, doch ich war auch ebenso schnell damit überfordert, die Menschen, die vielen Dinge, so viel, auf das man achten musste; Benehmen, Regeln und das alles in Einklang mit eigenen Bedürfnissen bringen. Und dann könnte ich mit den anderen nicht mal meine Musik hören und die Sache in eigenem Tempo angehen. Ein Erlebnis, zu dem ich nur wenige Male im Monat im Stande war. Und wenn ich ehrlich war, saß mir der Schock der Ereignisse der vergangenen Nacht noch immer in den Gliedern. Ich brauchte erstmal Abstand von Menschen, würde ich sagen.
Aber wenigstens konnten sich die beiden immerhin doch etwas freuen, trotz der leichten Enttäuschung, dass sie das wohl allein durchziehen mussten - weil Emily und ich abgesprungen waren. Doch ich war Emily sehr dankbar, dass sie es sanft verpackt hatte, uns dort herauszuhalten - ich war mir sicher, dass Soundwave und Lighsaber es deshalb zumindest nicht ganz so schwer nahmen. Und das Argument war ja auch nicht an den Haaren herbeigezogen - immerhin waren sie nun mal die Kategorie Mädels, die gern ausgingen, etwas unternahmen, shoppten und so weiter. Girl's girls...oder wie man sagte.
Einen Moment überlegte ich, ob ich Emily fragen sollte, ob ich mitkommen könnte, doch auf der anderen Seite war sie nicht die richtige für Gesellschaft - ich wollte sie nicht bedrängen, nur weil mein ADHS wieder mit dem ersten Menschen anbandeln wollte, bei dem es so schien, als verstehe ich mich und ich könnte mich bei ihm sicher fühlen. Stattdessen biss ich mir leicht auf die Zunge und dachte über ihre Worte nach. Natürlich das Internet! Ob sie genauso legal bei ihrer Suche nach einem Outfit vorgehen würde, stand dabei wohl noch in Frage - eine Frage, die ich aber nicht aussprechen würde. Je weniger man über Emily wusste, umso besser war es vermutlich - für die eigene Psyche, aber auch für den Fall, dass man irgendwann doch mal in eine Ermittlung hineingezogen werden sollte...so konnte man sie wenigstens nicht verraten.
Als ich aus meinen Gedanken wieder auftauchte, waren die beiden Mädels schon ein in ein Gespräch vertieft - sie gingen bereits Läden durch, die sie besuchen wollten und noch viel mehr. Ich nahm das als mein Zeichen, mich ebenso auf die Socken zu machen.
Ich verabschiedete mich und verließ den Unterschlupf. Dann würde ich mich wohl ebenso dran machen, mir etwas zu suchen, in das ich mich in Zukunft schmeißen könnte, wenn es wieder auf Mission ging. Ich hoffte nur, dass es nicht ganz so bald so weit sein würde...

Heaven never heard me calling Guess this is the reason I feel like hell Weatherman the rain is pouring, yeah, yeah I wanna be in time See I'm being honest right now I've been in this dark hotel So why do I keep myself locked in? Yeah I wanna be, I wanna be! Be in oblivion Don't wanna live like this Need something to knock me out Don't wanna feel Nothing can make me numb Nothing left but to run I need you to knock me out...
Re: Enoch & Emily ~ Burning Drugs (2021) | FSK18
von Enoch am 07.09.2025 16:18Noch immer nach einer Ausrede suchend überlegte ich, was ich sagen sollte - oder was ich erst einmal tun sollte, absagen, zusagen, mich krank melden...so viele Möglichkeiten und doch eine schlimmer und fieser gegenüber den anderen als die nächste...
So bekam ich gar nicht sofort mit, dass Emily bereits für mich in die Bresche gesprungen war...Nur am Rande bekam ich mit, wie sie den anderen Mädels einen Vorschlag machte - und noch länger dauerte es bis das Verständnis ihrer Worte in mein Bewusstsein gesicker war.
Ich runzelte leicht die Stirn, als ich wieder aufsah, zu Emily blickte, die mir kurz einen vielsagenden Blick zuwarf. Mehr oder weniger in ihrer Schuld zu stehen...war kein angenehmes Gefühl...Dann wieder...stand ich ungern in irgendjemandes Schuld - nicht mal in der von meiner Ma. Es hatte für mich immer etwas Beunruhigendes, zu wissen, dass jemand etwas für mich hatte tun müssen...und ich ihm etwas schuldig war...ich es ihm doch irgendwie zurückzahlen musste, so sehr dieser Jemand auch verneinte und eben nichts wollte...aber das machte es im Grunde nur noch schlimmer für mich...Was meinst du, du willst nichts...aber ich musste doch irgendwie meinen Dank zeigen! Vielleicht war ich zu ADHS, um solche Feinheiten des zwischenmenschlichen Daseins abwägen und verstehen zu können.
Ich würde ja gern sagen, dass das wohl eher ein Thema für die Zukunft wäre, das mich jetzt nicht belasten musste...doch, auch so funktionierte ich nicht.
Ich seufzte leicht und kaum hörbar, ehe ich mich aufrichtete. "Das klingt nach einem tollen Plan. Ihr kennt euch mit solchen Dingen doch sowieso sehr viel besser aus." Immerhin hatte ich meinen ganz eigenen Style und...von Emily wollte ich gar nicht anfangen. Wäre doch so viel besser, wenn wir uns nach unseren Dingen allein umsahen...auf unsere Weise.
Ich warf Emily wieder einen Blick zu - und versuchte, all meine Dankbarkeit hineinzulegen. Ich war ganz sicher, dass sie verstand.
Nun, dass das geklärt war, konnte ich mir über andere Dinge Gedanken machen - zum Beispiel, dass ich mich nun tatsächlich auf die Suche nach meinen Sachen machen musste...und das niemand wirklich für mich übernehmen konnte. Tja, ein Problem nach dem andere, oder? Jede Ausflucht brachte neue mit sich...

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Re: Enoch & Emily ~ Burning Drugs (2021) | FSK18
von Enoch am 28.06.2025 22:24„Dieses Wochenende?", wiederholte ich, räusperte mich dann aber, damit es eher ungläubig als panisch klang. Wie sehr ich es hasste, wenn ich spontan in Dinge hineingezogen wurde. Nicht, dass ich nicht die Wichtigkeit darin sah, dass wir uns die Klamotten und all den anderen Schnickschnack zusammensuchten, aber...na ja, was mich daran störte, war das...also, äh, tatsächliche Rausgehen und sie suchen müssen...Die...Tatsache an sich, wenn man so wollte...
Ich biss mir leicht auf die Unterlippe. Ehe ich etwas zu meinen eigenen privaten Plänen sagen konnte, hatte sich Emily bereits zu Wort gemeldet. Ich kniff leicht die Augen zusammen und musterte sie. Es klang ganz danach, als dass sie sich gern drumherum mogeln wollte, indem sie einfach angab, keine Zeit zu haben – und die Mädels allein loszuschicken. Ich musste gestehen, dass mir der Plan gefiel. Und wer wusste schon, ob sie nicht wirklich arbeiten war? Es war ja nicht so, als würde ich am Wochenende bei ihr auf der Matte stehen, um es zu überprüfen.
Ich knabberte an einem Fingernagel und musste nach etwas Überlegen leider feststellen, dass ich dieses Wochenende frei war, weil die Firma gerade keine aufwendigen Baustellen hatte, sodass sie niemandem am Wochenende irgendwohin schicken mussten. Ich sank auf dem Sofa leicht in mich zusammen, mit mir ringend, wie ich nun handeln sollte. Sollte ich mir etwas einfallen lassen, eine Ausrede erfinden, weshalb ich nicht mitgehen konnte? Mein schlechtes Gewissen gegenüber den anderen würde mich wochenlang nicht ruhig schlafen lassen...Sollte ich nun aber zusagen...dann würde ich mich ja verpflichten und...würde die ganzen nächsten Tage an nichts anderes denken und nichts anderes tun können als panisch an diesen Ausflug zu denken.
Hilfesuchend sah ich zu Emily, wohl wissend, dass sie vermutlich schon alles nötige in mir gelesen hatte – und mich ebenso schnell auffliegen lassen könnte.

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Re: Enoch & Emily ~ Burning Drugs (2021) | FSK18
von Enoch am 19.04.2025 14:07Noch immer leicht in Gedanken versunken, fiel mir schließlich auf, dass wir das wichtigste für eine Diskussion über Kostüme und Namen wohl noch vergessen hatten – wie wir sie herstellen sollten...Handwerkliches Geschick für kleine Dinge hatte ich – von meinen eigenen Basteleien, aber so richtig ein Outfit zusammenschneidern überstieg meine Fähigkeiten.
Nach einem Moment räusperte ich mich dann, um die Frage in die Runde zu werfen. Von Emily hatte ich keine Antwort erwartet – es war nicht so, dass ich ihr unterstellen wollte, dass sie solche Dinge nicht konnte, sondern eher...dass sie ja immer noch eher nebenher lief statt sich selbst als Teil der Gruppe zu sehen; sie...hatte ihre Prioritäten, wenn man so wollte, und die respektierte ich, auch wenn das im Moment noch bedeutete, dass sie sich in der Regel selbst am nächsten war.
Aber das schien jetzt kein Thema zu werden – denn Louise meldete sich schneller zu Wort, als ich erwartet hatte, dass irgendjemand antworten würde. An ihrem Namen war vielleicht sogar doch mehr dran als nur die Manipulation von Licht...? Dummer Scherz.
Aber ihre Antwort war toll. „Dann haben wir das ja auch geklärt", verkündete ich mit einem Grinsen. Mehr aus Erleichterung, dass ich nicht nähen und sticken lernen würde müssen – vorerst nicht. Ich war mir nicht sicher, ob ich das nötige Fingerspitzengefühl dafür hatte – oder die Geduld; wenn mir Dinge nicht sofort gelangen, wurde es mir schnell zu viel und es konnte unbequem werden...nicht nur für mich, sondern auch für alle Beteiligten. Auch wenn mir der Gedanke an einen Shopping-Trip nicht unbedingt zusagte, war es dann wohl der Kompromiss, den ich dafür würde eingehen müssen. So viele Menschen und dann Kleidung und Stoff aussuchen vor aller Augen...war nicht so meins. Online-Shopping war ein Segen für mich – nicht nur, weil es dort Klamotten nach meinen kühnsten Vorstellung ohne Gender-Stempel und was auch immer gab, sondern weil ich mich dann in Ruhe damit befassen konnte, mit mir allein. Allerdings war mir klar, weshalb es wohl ein notwendiges Übel war...wie sonst sollte sie sonst Größen und Wünsche erfahren und auch noch live austesten können? Da konnte man doch schonmal über seinen Schatten springen, nicht?
„Klingt gut", sagte ich deshalb auf den Vorschlag hin. „Wann und wie und wo?" Ich warf dabei Emily einen Blick zu. Sicher war sie auch alles andere als begeistert – auch wenn sie nach außen nicht viel davon zeigte (nein, ehrlich, sie sah einfach nur genauso unnahbar und wenig glücklich aus wie sonst auch immer), doch wenn eins klar war, dann, dass sie sicher keines der Mädchen war, die sich darum rissen, stundenlang in einem Shopping-Centre zu verbringen. Ich setzte ein schiefes Grinsen auf, als ich meinen Blick kurz erwiderte, um ihr zu zeigen, dass wir das schon überstehen würde, und hoffte, dass sie verstand.

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Re: Enoch & Emily ~ Burning Drugs (2021) | FSK18
von Enoch am 15.02.2025 16:03Gefühlt hatte ich eine Ewigkeit für meine Idee gebraucht, das Gerede der anderen war im Hintergrund verschwunden, während mich das leere Blatt Papier ausgelacht hatte. Natürlich hatte es nicht wortwörtlich gelacht, sondern es waren die Stimmen in meinem Kopf gewesen und, na ja, auch egal. Performanceängste, ja, die hatten mich schon immer geplagt, wenn etwas von mir erwartet wurde, wenn ich etwas erreichen sollte, oder wenn ich mir einredete, etwas erreichen zu müssen – immer dicht gefolgt und sofort sabotiert von meiner Unfähigkeit, die Perfektion zu erreichen, nach der meine Seele so sehr strebte...
Zum Kotzen war es!
Doch bevor es noch peinlicher wurde, ich mich zu sehr von meinen mir selbst auferlegten Regeln und Richtlinien wie Dinge sein mussten, die ich schuf, auch wenn jeder andere an meiner Stelle keinen feuchten Fick darauf geben würde, auffressen ließ, schrieb ich einfach irgendetwas auf. Simpel und es traf nicht im geringsten was ich gehofft hatte, was ich schaffen und aus mir und meinen Fähigkeiten machen konnte, doch...es reichte wohl für den Moment; immerhin hatte es alles wichtige: Ein Outfit, dass sich schnell zusammenfinden ließ, dass man schnell wechseln konnte und doch seine Zwecke erfüllte, und einen Namen.
Die Mädels stürzten sich auch darauf. Sollte mir das etwas Beruhigung verschaffen, dass ich mich umsonst fertig gemacht hatte? Klar. Tat es das. Pfft, natürlich nicht!
Natürlich wurde über den Namen diskutiert. Nichts schlechtes, doch sie wussten nicht, was er zu bedeuten hatte – auch hier kamen Zweifel hoch bis...
„Ja, das ist es...", erwiderte ich auf Emilys kurze Erklärung, verstummt jedoch schnell wieder und musste den Blick abwenden, auf den Block auf dem Tisch starren, als ich den zweiten Teil ihres Satzes gehört hatte. Das angedeutete Lächeln auf ihren Lippen hatte mir den Rest gegeben. Schlimmer als die beißenden Selbstzweifel waren nur noch Leute, die ihnen aktiv entgegenwirkten...und dann auch noch auf eine Weise, mit der sie den Nagel auf den Kopf trafen, was ein Teil von mir sehr gut wusste, den zweifelnden Teil, den schlechten Teil jedoch nur noch mehr anfachten, mir Flausen und Lügen in den Kopf zu setzen, denn ich hatte neben ADHS und schlechtem Selbstvertrauen auch noch Impostersyndrom und meinte in einer Lage wie dieser hier, dass ich erfolgreich darin gewesen wäre, den Leuten einzureden, dass ich ein toller Mensch war, was doch aber gar nicht stimmte...mein Gesicht glühte – ich war errötet.
Nach einem Moment, der sich für mich wie ein Jahrhundert anfühlte, räusperte ich mich schließlich. „Ja, äh", sagte ich mit leicht rauer Stimme. „Die Kostüme. Kann...hat irgendjemand Talent und ein Händchen für Klamotten? Nähen? Sticken?" Ich warf die Frage in die Runde, ohne jemanden direkt anzusehen. Meine Mom hatte mir solche Dinge beigebracht, aber ich war mir nicht sicher, ob ich solche Arbeiten tun konnte...also ganze Kostüme, meinte ich. Berechtigte Zweifel, wollte ich gern einwerfen. Ich konnte ne Hose zurechtnähen, wenn sie ein Loch hatte, ne Socke stopfen, aber...ein ganzes Outfit nähen...äh, keine Ahnung. Ich wäre ehrlich nur froh, wenn wir uns einfach einem neuen Thema widmen könnten...

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Re: Enoch & Emily ~ Burning Drugs (2021) | FSK18
von Enoch am 09.11.2024 15:34Ich war sehr beruhigt, wenn auch etwas überrascht, dass Emily sich als nächste den Block zur Hand nahm, ehe sie sich wieder in den Schatten zurückzog. Soundwave und Lightsaber. Die Namen, die sich derweil die anderen beiden Mädels ausgedacht hatten, brachten mich zum Schmunzeln. Genau mein Humor. Auch wenn ich so gar keine Idee hatte. Alchemie war nicht unbedingt eine eindrucksvolle Begabung – und sie in seinem eigenen Körper durchführen zu können, auch nicht gerade unbesorgniserregend, wenn ich ehrlich war. Wieder einmal kam in mir der Gedanke auf, was ich eigentlich beisteuern sollte. Ich...hatte mit Emily bei diesem brennenden Haus geholfen, doch nicht jedes Gebäude, das in Flammen stand, war auch gleichzeitig eine Drogenküche und um den Rauch konnte sich Emily vollkommen allein kümmern. Im Allgemeinen hatten die drei doch bereits alles, was es so brauchte für Superhelden, was sollte da noch ein wandelndes Gewürzregal beitragen...?
Ich seufzte, ließ mich vom Gespräch zwischen Maria und Louise berieseln, während ich versuchte, meine Gedanken zu ordnen und die Zweifel abzuschütteln. Ich konnte ja immerhin der Typ im Stuhl sein, einer musste hier ja die Stellung halten und aufräumen und sauber machen und die Kostüme pflegen...
Und schon wieder Gedanken. Gedanken, die im Großen und Ganzen eigentlich keinen Sinn machten, die sich mir aber dennoch aufdrängten...
Ich war dankbar, dass Emily schließlich wieder zu uns stieß und ihre Arbeit präsentierte. Und noch mehr Erleichterung machte sich in mir breit, als ich feststellte, dass sie ihre Ansichten und ihre Planung nur aufgeschrieben hatte. Also brauchte ich mich wegen meiner miesen Zeichenkünste auch nicht schämen und würde auch nur schreiben...auch wenn ich noch nicht ganz wusste, wo ich mit dem Design überhaupt hinwollte. Gott! Wenn die Polizei über meine Fähigkeiten Bescheid wüsste, würden sie mich nicht nur wegen Selbstjustiz verknacken, sondern auch gleich noch weiter wegsperren, weil ich ein wandelndes Drogenlabor war. Und dann kam auch noch erschwerend hinzu, dass ich noch gar nicht so richtig wusste, worin mein Talent eigentlich bestand; irgendwelche Dinge zusammen mischen, absorbieren, verändern. Aber...was steckte dahinter? Ich konnte es nicht genau benennen, worauf sollte ich also irgendeine Identität aufbauen als „Held"...? Meine Gedanken gingen auf Wanderschaft, während Maria und Louise sich über Emily Idee hermachten – letztere mochte vielleicht keine Aufmerksamkeit dieser Art, doch den beiden anderen Mädels war das so ziemlich egal...
Ich runzelte die Stirn, als ich mir den Block ansah und mich einen Moment später endlich vorbeugte und sowohl Stift als auch Block in die Hand nahm, mich wieder zurücklehnte und, na ja, erstmal gar nichts machte. Ich starrte nur auf das leere Papier.
„Krasse Idee", kam von Maria von der Seite, noch immer auf das Blatt von Emily sehend. „Ich kann es mir schon richtig vorstellen." Sie hielt einen Moment inne. „Und wie wäre es mit, hm, Shroud als Name? Wenn du sagst, du verhüllst dein Gesicht mit Rauch....? Oder...Fade-Out?" Ich schmunzelte in mich hinein, während die beiden versuchten, für Emily einen Namen zu finden und sich gleichzeitig ihr Outfit schon bildlich ausmalten.
Aber mich von ihnen ablenken zu lassen, würde mir nicht helfen. Also...wandte ich mich wieder dem Blatt zu, das mich mit gähnender Leere begrüßte...es fühlte sich erdrückend an. Mein Kopf war ebenso leer...und gleichzeitig so voll. So viele Gedanken, die sich in Kreisen drehten und ich konnte keinen davon greifen. Den anderen war das so leicht gefallen, wieso stellte ich mich also wieder mal so an...?
Ich schloss die Augen, atmete einmal tief durch, ließ die Stimmen im Hintergrund verschwimmen und konzentrierte mich dann wieder auf meine Aufgabe. Ich hielt den Stift fest zwischen den Fingern und wandte mich dann wieder dem leeren Papier zu. Was sollte schon schlimmes herauskommen? Im besten Fall war es eine dämliche Idee und ich musste sie über Board werfen. Ich musste ohnehin lernen, solche Begebenheiten nicht persönlich zu nehmen, sondern als das, was sie waren, Fehler, die man beheben und nochmal von vorn beginnen konnte. Also...los!
Wie Emily schrieb ich nur hintereinander weg, wie ich mir mein Kostüm vorstellte: Stabile Lederstiefel, vorzugsweise Combat Boots, eine lange, funktionale Cargohose, Techwear, verstand sich, und im ähnlichen Stil ein Kompressionsshirt. Und, um das Ganze abzurunden, ein Tuch über Mund und Nase gezogen, damit man mich nicht so leicht erkennen konnte. Am liebsten mit einem menschlichen Kiefer drauf. Fingerlose Handschuhe, nur zu Sicherheit, und weil es zum Stil passte. Nur der Name war auch bei mir so eine Sache...Ich hatte an Chirality gedacht, ein Wort, das aus dem Chemieunterricht hängen geblieben war, Objekte, die nicht gespiegelt werden konnten, auch wenn es den Anschein machte. Hm, immerhin konnte ich Stoffe und Stoffzusammensetzungen verändern. Ich...schrieb das Wort einfach mal mit dazu, ehe ich den Block umdrehte, damit die anderen es sich ansehen konnten.

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Re: Enoch & Emily ~ Burning Drugs (2021) | FSK18
von Enoch am 14.06.2024 23:28Im Hinterkopf hatte ich noch Emilys Worte von vergangener Nacht, dass ich irgendwie doch die Führung in der Gruppe innehatte. Hm, irgendwie war mir das immer noch nicht ganz recht und wollte mir auch nicht so richtig in den Kopf gehen. Doch auf der anderen Seite – ich war schon immer sehr von der Gruppendynamik abhängig gewesen. Und wenn niemand die Initiative ergriffen hatte, dann hatte ich mich halt immer bemüht, die Gruppe mit ihrer Aufgabe zum Erfolg zu bringen – das war besonders in der Schule so gewesen, auch wenn ich vielleicht nicht so aussehen mochte. Und doch...sobald ich mir das bewusst machte – also bewusst gemacht hatte, damals –, war es mir schlagartig unangenehm. Wie auch jetzt gerade; nachdem ich Block und Stift auf den Tisch gelegt hatte und damit den Startschuss gegeben hatte, dass wir uns überlegten, wie wir uns in Zukunft für unsere „Einsätze" kleiden und damit vor allen möglichen Dingen schützen wollten, war es mir sofort unangenehm. Ich wollte niemandem etwas aufzwingen – und schon gar nicht wollte ich den anderen, na ja, mich aufzwingen. Ein großer Teil von mir wusste, wie dumm dieser Gedanke war – denn es war einfach nicht wahr, sie wären alle nicht hier, wenn sie nichts mit mir würden zu tun haben wollen –, aber da war eben auch der Teil, der sagte, dass ich die Sache an mich riss, meinen Willen aufzwang und eigentlich niemand etwas mit dieser Sache und besonders mit mir am Hut haben wollte.
Ich war erleichtert, dass Louise ziemlich schnell nach dem Stift und Block griff und gleich loslegte. Es durchbrach das peinliche Schweigen – und mein Starren auf die Gegenstände.
Was sie allerdings zu Papier brachte, war irgendwie...nicht das, was ich erwartet hatte. Ich meine...es war nicht schlecht, es sah sogar ziemlich gut aus, aber...es war nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte, als ich Block und Stift ausgelegt hatte. Ich hatte mehr mit so etwas...wie einer Liste gerechnet, wenn ich ehrlich war und nicht mit einer ganzen Designstunde am Körpermodell zu Papier. Sie wirkte auf jeden Fall sehr zufrieden mit sich. Und ich musste sagen, dass sich damit doch schon gut arbeiten ließ.
Heimlich, still und leise nahm sich währenddessen Maria Stift und Papier und lehnte sich wieder auf dem Sofa zurück. Für eine ganze Weile blieb es still und man hörte nur das Kratzen auf dem Papier. Es sah ganz so aus, als würde Maria jetzt auch zeichnen. Davor graute es mir etwas – also in meinem eigenen Fall. Zeichnen, na ja...
Einige Zeit verging und immer wieder wurde die nachdenkliche Stille unterbrochen vom Kratzen auf dem Papier, dann setzte sie kurz ab, ehe sie weitermachte.
Und dann, nach fünf Minuten, hielt auch sie ihren Zettel hoch und zeigte ihn der Runde. Sie hatte die Silhouette einer Person mit weiblichen Zügen gezeichnet, die Person trug einen dunkles Outfit (aus Mangel an Farben auf dem Papier schwarz) mit einem karierten Rock über einer Leggins. Schwere Punkstiefel trug die Figur und eine Lederjacke über einem Tanktop. Die Haare waren zu einem Zopf gebunden und im Gesicht hatte die Person ein Tuch über Mund und Nase und eine ins Gesicht geschnürte Brille, vermutlich so etwas wie eine Skibrille. „Und wenn ich mir einen Namen geben müsste, dann wäre es vermutlich Soundwave", erklärte Maria schließlich, während sie Block und Stift wieder auf den Tisch zwischen uns legte. „Der nächste bitte."

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Re: Enoch & Emily ~ Burning Drugs (2021) | FSK18
von Enoch am 21.04.2024 12:54Kleidung, Kleidung, Kleidung. Ich wollte definitiv nicht in Spandex herumlaufen wie die Helden in den Comics und Superhelden-Filmen, denn das hier war ernst und keinesfalls nur ein farbenfroher Comics für Kinder – und Kindgebliebende. Mal abgesehen davon, dass hautenge Stoffanzüge alles andere als mein Stil waren. Ich mochte trainieren und ins Gym gehen, aber ich war kein Poser, ich wollte mich in meinem Körper nur auf meine Weise wohl fühlen.
„Dann...dann", grübelte ich noch ein wenig und kramte aus meinem Rucksack einen Block und einen Stift hervor. „Dann sollten wir eventuell Ideen zusammentragen, was sich eignen würde." Ich würde ein Blatt und den Stift auf einem Tisch liegen lassen und die anderen sollten sich Gedanken dazu machen und ein paar Dinge aufschreiben. Am Ende musste man es sich noch leisten können und es musste sich verarbeiten lassen. Ich konnte Nähen und sicher jemand anderes hier auch noch, aber ich konnte kein Leder oder solche Sachen verarbeiten.
Louise war selbstverständlich nicht begeistert davon, dass sie nicht hatte an der vergangen Nacht teilhaben können – sie war so erpicht darauf, irgendetwas mit ihren Kräften anzustellen.
Aber am Ende hoffte ich, sie etwas beruhigen zu können. Immerhin würde sie heute mit Marie patrouillieren. Da könnte sie zeigen, was sie wollte, solange sie nicht zu sehr auffiel und sich nicht in Schwierigkeiten brachte...Bei dem Gedanken daran sah ich mich bereits jetzt die ganze Nacht kein Auge zu tun, weil ich daran denken würde, was die beiden wohl da draußen trieben. Ja, der Kontrollzwang war etwas sehr reales.
Ich atmete tief durch und bekam gar nicht so richtig mit, dass auch die vierte und letzte Person zu uns stieß. Auch irgendwie ironisch, immerhin konnte Marie Schall beeinflussen, aber trotz ihrer grungien Persönlichkeit war sie meist immer die unauffälligste. Aber ich hatte schon länger die Theorie, dass sie unterschwellig und vermutlich ganz unbeabsichtigt Schall schwächen und sogar absorbieren konnte.
„Na da sind sie ja", erklärte sie sogleich, als sie die Treppe nach oben gekommen war. „Unsere nächtlichen Unruhestifter." Auf ihrem Kaugummi kauend warf sie sich neben mir auf das Sofa. „Nur Spaß, coole Sache." Ihre aufgetretenen Chucks knietschten etwas, als sie das eine Bein gechillt über das andere legte und damit auf Manspreading Womanspreading machte.
Dass Emily sich in eine Ecke verzogen hatte, hatte ich nur am Rande mitbekommen, im Schatten glimmte ihre Zigarette, die xte heute, wie mir schien.
„Also erzähl, wie wars?", fragte Marie. Ich zuckte mit den Schultern, ich wusste nicht, was sie von mir hören wollte. „Beschissen", gab ich schließlich zu. „Es war scheiße heiß und wir sind fast erstickt, nur ein paar Methköche zu retten." Ich konnte mir vorstellen, dass wir die Nacht hatten besser verbringen können. Aber am Ende...hatten wir Menschenleben gerettet und das...war es auch irgendwie wert gewesen. Und als hätte sie meine Worte aus meinem Gesicht gelesen, grinste Marie. „Der erste zufällige Einsatz für die Truppe, hu, und dann seid es ausgerechnet ihr beiden. Bin ja fast neidisch. Aber schauen wir mal, was wir heute Nacht haben."
Ich hob meinem Block etwas dabei an. „Apropos, ich finde, wir sollten mal notieren, wer wie auf Patrouille geht und gleichzeitig haben Emily und ich festgestellt, dass, na ja, normale Klamotten echt nicht toll sind bei so etwas – also...wenn ihr Ideen hättet, die wir etwas sammeln könnten..." Ich beugte mich nach vorn, um Zettel und Stift auf den Tisch am Sofa zu legen.
Dann wurde es still, ich wusste nicht, was ich sagen sollte und auch sonst niemand tat oder sagte etwas. Smalltalk war nicht so mein Steckenpferd, auch wenn ich an sich manchmal den ganzen Tag lang irgendetwas quatschen konnte, doch gerade...war mein Kopf nur leer. Ich hatte gesagt, was ich sagen wollte und nun...äh, ja.

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Re: Enoch & Emily ~ Burning Drugs (2021) | FSK18
von Enoch am 17.02.2024 04:45„Hm", machte ich nur und warf ihr einen schnellen Blick zu, ehe ich wieder auf das Handy im Stand-By-Modus neben mir auf dem Sofa starrte. Es war ja nicht so, dass sie damit nicht recht hatte – wie so oft, weil sie die Welt so natürlich und ehrlich und wahrhaftig sehen und erkennen konnte. Ich wusste, dass es zu meinen größeren Schwächen zählte – wenn es nicht sogar meine größte Schwäche selbst war –, dass ich auf gewisse Weise sehr naiv war, dass ich immer das beste in den Menschen und in der Welt sehen wollte, eine Haltung, in der ich mich ständig und von Natur aus befand...es war nicht leicht für mich, umzudenken und meinen Idealismus einmal zurückzustecken, um die Welt zu sehen, wie sie wirklich war, und nicht, wie ich sie gern hätte...
Ich spielte mit einer Naht von einer Tasche an meinem Hosenbein herum und sah sie nicht an, während sie sprach. Sie hatte es wieder geschafft – sie hatte mich durchschaut. Noch etwas, was mir eigentlich gewaltig gegen den Strich ging, denn ich fühlte mich immer dumm und einfach gestrickt, wenn die Leute mich leicht durchschauen konnten – oder wenn es sich so anfühlte, als hätten sie mich mit Leichtigkeit durchschauen können. Natürlich war es nicht so – manche Menschen hatten einfach dieses besondere Talent, doch auch war so eine Sache, bei der ich nicht über meinen Schatten springen und es anders sehen konnte, außer ich verwendete einen großen Teil meines Konzentration und Aufmerksamkeit darauf.
Doch ich schwieg. Ich wusste, dass sie recht hatte – doch ich wollte es mir nicht eingestehen –, und sie wusste, dass ich es wusste; es gab nichts, das man noch offen aussprechen musste.
Meine eigenen Gedanken zu dem Thema sowie ihre Worte ließen mich allerdings noch lange nicht los. Ja, es stimmte schon, man konnte es nie allen recht machen – und wenn wir scheiterten, waren wir nur gefundenes Fressen, doch...auf der anderen Seite, wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Wenn wir jetzt einfach die Zelte abbrachen und die Sache ruhen ließen...würde ich mich auf ewig dafür hassen – denn auch wenn es mir einen Stich versetzte, dass es dort draußen Menschen gab, die uns dafür hassten, was wir getan hatten, dass wir echte Menschenleben gerettet hatten, so sehr würde mich mein idealistisches Ich, wie ich es eben war, auf ewig dafür verurteilen, wenn ich mich davon unterkriegen ließe, wenn wir uns davon unterkriegen ließen.
Noch immer in düsteren Gedanken gefangen besah ich uns beide für einen Moment. „Für das nächste Mal", brachte ich schließlich leise und mit rauerer Stimme als mir lieb war hervor. „Brauchen wir etwas anderes zum Anziehen." Ich schenkte ihr ein nervöses Lächeln. Meine steife Leder- und Stiefelkombi von vergangener Nacht wäre vielleicht in einem Kampf von Person zu Person nicht allzu schlecht, aber wenn es schnell gehen musste oder man sich in die tosenden Flammen stürzte, war es eher hinderlich gewesen...also, halt schützend, aber behindernd. Vielleicht konnte ich mir da etwas einfallen lassen...
Doch ehe ich noch etwas anderes dazu sagen konnte, wurden wir unterbrochen – unten war die Tür des Nebeneingangs aufgestoßen worden und jemand hatte sich eilig die Stufen hinauf gemacht...
Louise.
Mit einer Mischung aus Frust und Irritation starrte sie Emily an, als sie ihre Worte gehört hatte, doch sie schwieg und warf sich dann nur resigniert seufzend auf einen Sessel zu ihren Sachen. „Da lebt man schon in der Zeit von Handy und Social Media und dann kann man trotzdem nicht einmal schnell eine Nachricht schicken...", scherzte sie und bemühte sich allerdings nur halbherzig, ihren Unmut darüber, wie die letzte Nacht gelaufen war, zu verbergen. „Dann werden wir wohl ein Batman-Signal bauen und einführen müssen, damit wir immer alle wissen, wenn wir vor Ort sein müssen – oder uns gerade um die Hausarbeit drücken wollen..."
Ich warf ihr einen ernsten Blick zu, sagte jedoch nichts. Das war nur ein Scherz, hoffentlich...bei ihr wusste man das ehrlich gesagt nicht immer so genau. So mysteriös und verschwiegen Emily war, so offenherzig und sprunghaft war Louise. Sie unterschieden sich wie Licht und Schatten, ironischerweise. Und auf der anderen Seite konnte ich auch nicht leugnen, dass die Idee irgendwie witzig wäre.
„Aber mal im Ernst", sagte ich dann schließlich. „Wir haben es nur spontan mitbekommen und haben das brennende Gebäude gefunden – für Warten bis jemand von euch durch die ganze Stadt gerannt wäre, war keine Zeit mehr...deshalb haben wir ja auch Patrouillen, nicht?" Genau aus dieser Tatsache heraus hatten wir uns ja darauf geeinigt, dass wir mehr oder weniger Patrouilllen liefen und die anderen gingen ihrem Alltag nach. „Heute Nacht ist dann jemand anderes unterwegs und kann eventuell etwas tun." Sollten wir dafür einen Plan aufstellen...? Ein schwarzes Brett mit einem...Dienstplan? Ich würde es mir im Hinterkopf behalten.

Heaven never heard me calling Guess this is the reason I feel like hell Weatherman the rain is pouring, yeah, yeah I wanna be in time See I'm being honest right now I've been in this dark hotel So why do I keep myself locked in? Yeah I wanna be, I wanna be! Be in oblivion Don't wanna live like this Need something to knock me out Don't wanna feel Nothing can make me numb Nothing left but to run I need you to knock me out...
Re: Enoch & Emily ~ Burning Drugs (2021) | FSK18
von Enoch am 26.11.2023 15:59Ich wusste nicht, was mich an diesen Nachrichten so störte - immer wieder musste ich dabei auch daran denken, was Emily nachts noch zu mir gesagt hatte...Es war doch genau das, was wir wollten. Ja, wir wollten doch Helden für die sein, die sich nicht selbst helfen konnten, mit unseren seltsamen Kräften Gutes tun.
Und doch lösten diese Nachrichten eine regelrechte Panik in mir aus.
Wir waren überall.
Social Media. Lokalnachrichten. YouTube. Auf einmal gab es einen Haufen Leute, die etwas wissen oder gesehen haben wollen. Wie sollte es auch anders sein? Immer wollten alle eine Scheibe Ruhm.
Ich allerdings wollte gar keinen Ruhm. Es fühlte sich gut an, etwas getan zu haben - und dafür solches Lob zu erhalten -, aber ich wollte auf keiner Bühne stehen...
Leicht zuckte ich zusammen, als Emily neben mir auftauchte, sie klang ruhig, aber auf ihrem Gesicht meinte ich etwas zu erkennen...Sie hatte gesehen, dass ich auf mein Handy gestarrt hatte - ich war mir sicher, dass sie auch schon etwas mitbekommen hatte. Ihre nächste Frage bestätigte meinen Verdacht.
Ich zuckte mit den Schultern.
„Im Moment weiß noch niemand, womit man es zu tun hat, hauptsächlich sind die Menschen dankbar, dass es jemanden gab, der - auf welche Weise auch immer - eingreifen konnte, sodass niemandem etwas passiert ist", fasste ich zusammen, was ich bisher aus den verschiedenen Quellen hatte zusammenklauben können. „Aber...es gibt auch welche, denen das nicht gefällt...solches...Eingreifen von Zivilisten." Nachdenklich betrachtete ich die Bilder auf meinem Handy, ehe ich es mit der Taste an der Seite in den Ruhemodus versetzte und mich in die Kissen des alten Sofas fallen ließ.
Ich warf meine Sneaker beiseite und zog die Beine auf dir Couch, wobei meine Lederhose knisterte und der Stoff des Möbelstücks raschelte.
„Ich weiß, dass das doch genau das ist, was wir sein und tun wollen", wiederholte ich meine Gedanken, die zu ihren Worten gehabt hatte, noch einmal laut. „Aber irgendwie..." Etwas daran fühlte sich falsch an, seltsam...und das jagte mir Angst ein. Wir waren damit nun das erste Mal öffentlich in Erscheinung getreten und die Menschen sprachen über uns. Nein, ich wollte keinesfalls einen Rückzieher machen - ich wollte das hier alles immer noch. Aber...was, wenn die Menschen uns nicht wollten. Nun...nun wusste man, dass dort draußen jemand war, der theoretisch auf seine Weise immer irgendwie eingreifen könnte...wie lange würde es also dauern, bis die Menschen uns nicht mehr mochten, weil wir nicht alles verhindern konnten, die Welt nicht immer retten konnten? Und dann würde sie Stimmung schnell umschlagen - und es gab jetzt schon Zweifler, Neider, für die wäre das alles gefunden Fressen.
All die Hoffnungen, die ich für dieses Projekt gehabt hatte, seit wir eingestiegen waren...sah ich auf einmal in einem ganz anderen Licht. Als hätte man mir die rosarote Brille von der Nase geschlagen und...ich musste einer schmerzhaften Wahrheit ins Auge sehen...nämlich dass es keine Superhelden gab.
Aber ehe ich noch etwas dazu sagen konnte, war dieses Mal das Öffnen des Tür des Nebeneingangs deutlich zu hören - und keinen Moment später stand Louise vor uns. Der fordernde Blick in ihren Augen sagte mir bereits, dass auch sie bereits die Nachrichten gesehen hatte. Ich warf einen Blick zu Emily. Sie teilte meine Sorgen offenbar nicht. Gut für sie...wie gern hätte ich es, dass es mir genauso ginge. Doch stattdessen saß ich hier und hatte schon wieder Angst und machte mir Sorgen über Dinge, die nicht sicher waren, nicht eintreten mussten...
„Du...hast also schon was gehört...?", sprach ich schließlich das Offensichtliche aus, um dieses Gespräch zu beginnen. Sie ging dabei durch den Raum, legte ihre Sachen ab und blieb dann vor uns stehen, zwischen uns beiden hin und her sehend.
„Und ihr habt mich nicht dazu geholt?!", sagte sie nur anklagend. Nicht womit ich gerechnet hatte. Auf der anderen Seite...war es auch Louise. Dennoch konnte ich im ersten Moment nichts dazu sagen und sah deshalb hilgrsuchend zu Emily.

Heaven never heard me calling Guess this is the reason I feel like hell Weatherman the rain is pouring, yeah, yeah I wanna be in time See I'm being honest right now I've been in this dark hotel So why do I keep myself locked in? Yeah I wanna be, I wanna be! Be in oblivion Don't wanna live like this Need something to knock me out Don't wanna feel Nothing can make me numb Nothing left but to run I need you to knock me out...









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