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Re: Beth & Jodie ~ Back to Life (September 2023)
von Beth am 20.09.2025 14:19Sie antwortet mir nicht gleich - und eigentlich gar nicht...Sie blickt nur darhin, nachdenklich und verschlossen, ehe sie mir ein Schulterzucken schenkt. Ich hake nicht weiter nach, doch ich bin mir sehr sicher, dass ich ihre Antwort - die eigentliche, in ihrem Inneren - gut interpretrieren kann. Aber ich will sie nicht drängen, alles zu seiner Zeit...wenn einer das immer wieder schmerzlich feststellen muss, dann wohl ich, wenn man schon in die verschiedensten Realitäten blicken und eintauchen kann...
Und so reiten wir stattdessen.
Ich selbst, dieses Ich, na ja, mein hauptsächliches Ich, das in alle anderen Beths des Multiversums zersplittert war, ist noch zuvor geritten. Und doch habe ich mir das Wissen von einem anderen Ich angeeignet, oder viel mehr...habe ich mich mit dieser Realität im Moment besonders verbunden. Nicht nur ich selbst kann wandeln, sondern auch nur Teile von mir...Erinnerungen, Talente, Fähigkeiten, Schmerz, Leid, Angst, Liebe...alles ist überall gleichzeitig und doch kann ich es von hier nach dort verschieben...Dinge von mir drängen oder sie näher holen...
In Gedanken versunken und die Welt auf mich wirken lassend, kann ich gar nicht so schnell mit Jodie mithalten, wie sie davon gerauscht war. Ihr Pferd hat seinen Namen wohl vollkommen zurecht. Adria ist eine stolze und wunderschöne Stute, doch Geschwindigkeit ist nicht ihr Steckenpferd (kleiner Wortwitz), dafür ist sie herzlich und sensibel, das kann ich spüren, wie sie sanft meinem Blick folgt, kleinsten Bewegungen nachgibt, ohne sich zu ergeben, doch bemüht, mit mir eins zu sein. Geschmeidig gleitet sie durch den verschneiten Wald und bald haben auch wir Jodie und Torpedo erreicht, die inne gehalten haben. Adia ist erschöpft, auch sie dunkel vom Schweiß, doch auch mir ist die Stirn eisig kalt von der frischen Luft, die die nasse Haut kühlt.
Ich lächle, als ich ihre Worte höre, sage nicht gleich etwas, komme erst einmal richtig bei ihr an. "Oh?", hake ich nur nach. Aber ich muss gar nicht nachfragen, woher der Sinneswandel kommt, es erklärt sich so ziemlich von allein nach diesem Ausritt und ihren nächsten Worten. "Das klingt nach einem Plan", sage ich dann, ehe es ruhig wird und man nur die Laute des Winterwaldes um uns hören kann - leichter Wind in den Baumkronen, ein Vogel und ein Eichhörnchen hier und da.
"Mhm?", horche ich auf, als sie mir eine Frage stellt, und wende mich wieder direkt zu ihr. Ich brauche einen Moment, um zu verarbeiten, was sie meint. Ich runzle die Stirn, ehe ich wieder den Blick durch den beschneiten Wald wandern lasse. "Ich suche nach Zerstreuung." Ich schweige einen Augenblick. "Gehe belanglosen Dingen nach...starre aus dem Fenster...versuche, nicht zu sehr nachzudenken...lasse meinen Geist wandern, von Realität zu Realität, von Ich zu Ich." Wieder bin ich kurz ruhig. "Meistens versuche ich auch, etwas zurückzugeben, gehe in der Suppenküche aushelfen oder so, wandere über Flohmärkte, gebe alten Dingen ein Zuhause. Alles, was mir das Gefühl gibt, dass ich etwas bewegen kann..." Es ist nicht viel und sicher auch nicht der richtige Weg...Aber...wir alle haben immer wieder mal das Gefühl, nur ein kleines Licht zu sein und in der Welt nichts bewegen zu können...und vielleicht sind wir das auch, aber das heißt nicht, dass wir nicht für jemand anderen die Welkt aus den Angeln heben können - im Tierheim aushelfen, mit Hunden spazieren gehen, Tauben füttern...gerade für diese kleinsten in der Welt...kann man so viel tun - und besonders als Mensch für eine andere Seele die Welt erstrahlen lassen...Man muss sich nur immer wieder darauf besinnen, dass man etwas bewegen kann, dass man freien Willen hat, zu tun und zu lassen, was man will, dass man die Veränderung in der Welt sein kann, die man sehen will, denn wenn man nicht bei sich selbst anfangen kann, wo soll es denn dann jemals starten?




Re: Beth & Jodie ~ Back to Life (September 2023)
von Beth am 20.05.2025 14:46Ich hebe eine Augenbraue und mustere sie einen Augenblick. „Das klingt für mich nur nach einer Ausrede, sich der Sache nicht stellen zu müssen", entgegne ich schließlich trocken. Sie hat ihre Worte in einem Scherz verpackt und versucht, hinter schwarzem Humor zu verstecken, doch so leicht lasse ich sie nicht davon kommen; dieser Kerl hat ihr in ihrem anderen Leben mit Aiden sehr viel bedeutet, das war sehr deutlich, und doch hält sie sich selbst davon ab, wieder Kontakt aufzunehmen. Dabei könnte ihr vielleicht genau das sogar helfen, wieder ein paar Puzzleteile zusammenzuführen, ist er doch ein Teil ihres Weges mit Aiden gewesen, in diesem Leben, das so weit weg scheint. „Ihr habt viel miteinander geteilt...wieso also nicht auch das?"
Nachdem ich im Schnellverfahren gelernt habe wie man reitet und endlich aufgesessen habe, geht es dann wohl an die Frage, ob wir überhaupt ein Ziel haben – und da dieser Ausflug für Jodie ist, soll sie das auch entscheiden.
„Klingt gut", sage ich dann, als sie ihren Vorschlag gemacht hat. Ein bisschen durch die Natur zu streifen sollte nicht schaden – und bringt ihr vielleicht genau diese Form von Freiheit und endlosen Weiten, die sie braucht, um klar zu denken zu können und das Durcheinander in ihrem Kopf etwas unter Kontrolle zu bringen. Und was gibt es da besseres, als die spätwinterliche Einöde von Alaska? Natur hin oder her, ich hoffe inständig, dass ich mir nicht zu sehr den Arsch abfriere. Aber reiten ist ja Sport, da man mit dem Pferd in Einklang sein muss, sich mitbewegen muss; die frische Winterluft zieht mir dabei tief in die Lungen, die Kälte prickelnd und erweckend auf dem Gesicht. Vielleicht kann ich auch etwas daran finden, denke ich bei mir, während ich ihr ins Galopp folge, das Pferd zur Beschleunigung anhalte, um mit ihr Schritt halten zu können...
Die Bäume rauschen dabei an uns vorbei, während wir dem Weg durch den Wald folgen. Ein Farbenwirbel aus grün und grau und weiß. Der Schnee aufwirbelnd unter den Hufen der Pferde, der Wind fährt mir durch die Haare, erfrischend, kalt, belebend.
Und so reiten wir dahin. Ich überlasse es Jodie, wenn sie eine Pause oder einen Stopp einlegen will. Im Moment sieht es ohnehin so aus, als braucht sie mehr das Gefühl zu fliegen und alles hinter sich lassen zu können als alles andere...




Re: Beth & Jodie ~ Back to Life (September 2023)
von Beth am 19.04.2025 15:12Hobbys können einem auch Frieden bringen, das stimmt wohl, doch sie ist ja schon selbst zu dieser Erkenntnis gekommen, als sage ich nichts mehr dazu, lasse das Thema entschwinden, während wir uns einem anderen zuwenden; Teile ihrer Vergangenheit, die manchmal einfach nach oben treiben, entweder weil sie sie besonders ehrt oder sie eine tiefere Bedeutung für sie und ihren Weg haben (oft tiefer, als sie es selbst zugeben will), dringen manchmal einfach aus Jodie heraus, das fällt mir auch hier mal wieder auf. Natürlich erzählt sie den Leuten deshalb nicht bereitwillig alles, was durch ihren Kopf geht. Also, ja, ich fühle mich geehrt, dass sie mich darin eingeweiht hat...in die Ranch...und den Mann, der ihr scheinbar sehr nahegegangen ist.
Ich schmunzele. Sicher, solche Erfahrungen macht wohl jeder mal, aber Jodie spricht und grübelt darüber nach wie ein 14-jähriges Mädchen...Ihr Leben hat ihr wirklich die Dinge genommen, die für andere ganz selbstverständlich sind und schon in frühen Jahren auftauchen. Mein Schmunzeln weicht bei dem Gedanken einem nachdenklichen Gesichtsausdruck.
„Warum solltest du nicht zu ihm zurückkönnen", frage ich und sehe sie von der Seite her an, als wir weiter so durch die Wildnis stolpern. Sie klingt fast so, als hätte sie etwas schlimmes getan, um ihn vor den Kopf zu stoßen. Doch so wie sie an ihn denkt...wie ein Teenager...könnten auch diese Zweifel nur die Ängste eines kleinen Mädchens sein, dass sich davor fürchtet, jemandem gegenüber zu treten, von dem sie denkt, ihn verletzt zu haben...Doch man kann nur reifen und erwachsen werden, wenn man auch für sich einsteht – und als Person wächst. Egal, wann man im Leben an diesen Punkt auch kommen muss.
Einige Zeit später, nachdem ich den Mann etwas bezirzt habe, und wir ihm gern auf der Ranch geholfen haben, um uns die Zeit mit den Pferden auch zu verdienen, sind wir dann im Stall. Und Jodie hat sich in einen ganz anderen Menschen verwandelt – so offen und strahlend habe ich sie selten erlebt. Hm, nur dass diese Beth noch nie auf einem Pferd gesessen hat. Aber...das Multiversum bat unendliche Möglichkeiten – mit geschlossenen Augen drehe ich meinen Kopf leicht zur Seite, lasse ihn auf meine Schulter fallen, drehe ihn noch mal leicht...Nein, das ist es nicht, das auch nicht, hier nicht...hm, falsch abgebogen...Aber dann, nachdem ich durch unendliche bunte Bilder gescrollt habe wie durch ein Daumenkino sehe ich sie...Beth, eine erfolgreiche Karriere als Reiterin seit kleinster Kindheit. Ich atmete durch die leicht geöffneten Lippen ein und spüre, wie meine Muskeln sich anspannen, jede noch so kleine Sehne sich streckt und dann wieder entspannt...mir wird heiß am ganzen Körper und meine Nackenhaare stellen sich mir auf...es prickelt, als die Beth von mir Besitz ergreift und ich sie gleichzeitig zu mir einlade, ich mich mit diesem Selbst aus einer anderen Welt verbinde und wir beide ein Teil voneinander werden, unendlich und enger verschmolzen als ich es gerade mit irgenndeinem anderen Ich war...Ich bin überall gleichzeitig, und doch kann ich auch hier und dort sein, hereinzoomen und wieder herauszoomen. Ich sehe die Beth auf der Ranch und ich sehe mich auf meinem Pferd und gemeinsam reiten wird...schließlich öffne ich meine Augen und setze meinen Kopf wieder an seinen Platz; unendliche Möglichkeiten und auf einmal kann ich reiten...auch wenn mein Pferd ein wenig Abstand genommen hat. Die schokoladenbraune Stute beäugt mich misstrauisch und ich trete vorsichtig an sie heran, die Hand höflich geöffnet, ehe ich sie sachte an ihren Hals legte. Sie beruhigte sich...
Einige Minuten später habe ich dann auch aufgesessen und sah Jodie auf ihre Frage hin an. „Keine Ahnung", erwidere ich und zucke mit den Schultern. „Gibt es hier einen Ort, den du unbedingt schon mal sehen wolltest, irgendwo, wo du hinwolltest?" Ich will ihr die Führung überlassen, immerhin machen wir das hier für sie.




Re: Beth & Jodie ~ Back to Life (September 2023)
von Beth am 15.02.2025 15:30Ich mustere sie von der Seite her. „Wieso hast du´s dann gemacht, wenn du nicht mal sagen kannst, ob es spaßig war?", erkundige ich mich, leicht nachdenklich. Ich weiß, dass nicht alles im Leben Spaß machen kann – und man sich durch viele Dinge durchbeißen muss...vertrau mir, ich weiß das sehr gut...bevor ich geworden bin wer ich nun bin...habe ich das alles am eigenen Leben erfahren...stundenlang schuften, keine Freunde, kein Familienleben...Das Leben kann sehr hart sein. Aber gerade deshalb...sollte man doch dann nur solche Hobbys unternehmen, die einem Freude bereiten, nicht?
Sie fügt im Stillen noch etwas hinzu, doch ich kann mir denken, was es ist. Ich sage aber nichts dazu; jemand, der solche Dinge durch hatte wie Jodie...der stolpert immer wieder darüber wie einsam es werden kann. Jemand, der sein ganzes Leben mit jemandem verbracht hat, der einem näher war als alles andere...
Ich werfe ihr einen Blick von der Seite her zu, schmunzle dann, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob sie das noch sehen kann. „Tja, einen Vorteil muss es ja haben, wenn man überall im Multiversum gleichzeitig sein kann." Ich lache kurz auf, ehrlich amüsiert, ehe ich wieder ernster werde. „Gerne", ergänze ich dann, leiser.
„Von solchen Menschen gibt es dort draußen mehr als du vermuten würdest, aber die wenigsten davon kommen an so etwas heran wie wir...", erkläre ich, leicht nachdenklich. Sie wirkt überrascht, dass sie damals auf Menschen getroffen ist, die ähnlich mit der anderen Seite, den Schatten, verbunden gewesen sind wie sie...doch es gibt viele Menschen dieser Art – und viele von eben diesen wissen nicht mal, was sie beherrschen oder tun...es ist einfach ein natürlicher Teil von ihnen...
Wieder schmunzle ich leicht, betrachte sie von der Seite. Es klingt nicht so, als wäre es nur irgendein Mensch gewesen...viel mehr so, als hätte sie jemanden gefunden gehabt, der...wirklich für sie gemacht ist...Umso trauriger, dass es keinen Bestand gehabt hat. „Manchmal sollte man gar nicht so viele Gedanken daran verschwenden, was hätte werden können, wenn nicht dies oder das geschehen wäre...sondern man sollte einfach schätzen, dass es gewesen ist", spreche ich wie vor mich her. Den Dingen nachtrauern, bringt sie nicht wieder zurück, darüber zu sinnieren, was hätte werden können, hält einen nur davon ab, im Hier und Jetzt zu leben, das Leben zu leben, das man hat...und die Erinnerungen als solche zu ehren, was sie gewesen sind...schön und rein und belebend.
Und nicht zuletzt bringt sie mich damit auch auf eine Idee!
Nachdem ich bereits am Zaun der Pferdekoppel stehe und die schönen Tiere betrachte, wende ich mich zu ihr, nachdem ich ihre Frage gehört habe – auf meinen Lippen ein freches Grinsen, schelmisch. Ich reibe mir kurz die Hände. „Oh, ich hoffe doch, dass wir die Leute hier davon überzeugen können!" Vielleicht können wir uns ja einem kleinen Treck anschließen, viele Ranches und Höfe reiten doch regelmäßig aus – wieso als nicht einfach jemanden mitnehmen?
Mit diesem Gedanken richte ich mich auf, und gehe auf das große Wohnhaus zu, steige die Stufen nach oben, um uns anzumelden. Die kleine Veranda ist mit Blumen und Pflanzen geschmückt, auch wenn diese zu dieser Jahreszeit schon nicht mehr ganz so strahlend und lebendig aussehen wie sie es wohl im Frühjahr und Sommer getan haben. Schönes dunkles Holz formt die Veranda, die mit Mustern und Gestaltungen in das ebenso aus stabilem Holz gebaute Haus übergehen. Ein schwarz gemalter Nagel drückt auf den gläsernen Knopf der Klingel, dann wird es kurz still, ehe es etwas Tumult gibt, dann öffnet ein hoch aufgeschossener Mann mit schwarzen Haaren die Tür. „Äh, ja...?", fragt er leicht verwirrt. „Kann ich...helfen?"
„Hey hey", sage ich fröhlich. „Meine Freundin und ich waren gerade in der Nähe und haben ihre Ranch gesehen und uns gefragt, ob wir vielleicht den Tag mit den Pferden verbringen könnten...?" Ich winke Jodie zu uns heran, die noch schüchtern bei der Koppel steht. „Wir würden uns selbstverständlich auch an den, äh, unschöneren Arbeiten beteiligen, wenn es so um Tiere geht." Ich grinse ihn breit und einnehmend an, stehe aufrecht, die Hände hinter dem Rücken verschränkt.
Ich kann selbst nicht sagen, wie ich ihn überzeugt habe, doch etwa eine halbe Stunde später finden sich Jodie und ich im Stall wieder, die Pferde pflegend, während er uns erklärt, wo und wie man die Pferde aufzusatteln hatte...




Re: Jak & Beth: Is there not a more comfortable way of travel?
von Beth am 18.10.2024 14:13„Oh, dann gehört ich wohl zu diesen Glücklichen", erwidere ich und klopfe mir selbst kurz auf die Schulter, während ich ein leises, sarkastisches „Yeah!" von mir gebe.
„Joa, das ist es wohl für dich", gebe ich zurück. „Mehr als ein bisschen Tarotkarten legen oder eine Kerze anzünden, um seinen Wunsch nach einem besseren Parkplatz oder mehr Geld zu 'manifestieren' ist in dieser Welt nicht drinnen." Wieder zucke ich mit den Schultern. „Aber das wird doch wohl kaum nach Hause bringen."
Mit schief gelegtem Kopf schaue ich ihn an. Er kann nicht so hoch springen. Fast muss ich lachen, als er dann erklärt, dass er wirklich mehr oder weniger aus dem Himmel gekommen sein. „Tja, herzlichen Glückwunsch, dann bist die Ausnahme in der Regel, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist", sage ich grinsend und nippe an meinem Kaffee.
„Na ja", fahre ich dann fort. „So sehr habe ich mich mit eurer seltsamen kleinen Welt nicht befasst. Ihr seid mehr eine Ausnahme im großen, endlosen Multiversum, weißt du? Die meisten Welten sind doch eher wie diese hier, mit kleinen Unterschieden wie zum Beispiel, dass Kennedy nicht ermordet wurde, Obama immer noch Präsident, ist, Hitler sein Kunststudium erhalten hat..., aber ihr habt da drüben eine ganz eigene, vollkommen anders gestrickte Realität..." Ich mache wieder eine kurze Pause. „Hat mich einfach nicht abgeholt."
Ich lehne mich schließlich zurück, breite die Hände ehrerbietig in der Luft vor mir aus. „Oh, dann gebührt dir auch noch Respekt. Erwarte aber mal keinen Knicks von mir, Mister." Ich mache eine wegwerfende Handgeste, knabbere dann an einem meiner Nägel, scheinbar desinteressiert, während ich überlege, was für mich hierbei rausspringen könnte. Ruhm, Ehre...ne, nichts für mich. Kontakt zu jemandem, der – wenn auch ungeschickt – verschiedene Realitäten besuchen kann wie ich...Hm, das hat doch schon eher was.
Noch immer meine Fingernägel betrachtend, ohne ihn dabei anzusehen, schlage ich schließlich vor: „Ich könnte natürlich einen Blick in deine Welt werfen und schauen, ob ich jemanden finde, der dir helfen kann bei deinem...kleinen Problem, Herr Kriegsheld." Ich sehe ihn endlich an. „Aber das würde ich natürlich nicht aus reiner Herzensgüte machen." Ich lege meine Hände offen auf den Tisch und beuge mich ihm leicht entgegen. „Ich habe nämlich gar kein Interesse an deiner schrägen Welt. Aber einen hübschen und begabten Kerl wie dich kann man doch nicht einer so langweiligen Welt wie dieser hier versauern lassen." Ich setze ein mitfühlendes Lächeln auf, als ich mich zurücklehne und seine Antwort erwarte.




Re: Beth & Jodie ~ Back to Life (September 2023)
von Beth am 18.10.2024 13:45Jodie scheint mich kaum wahrzunehmen, während wir uns immer weiter von der Hütte entfernen. Der frische Wind im Gesicht, der einem sofort in alle Ritzen zieht, macht die Sache auch nicht gerade angenehmer. Auf der anderen Seite hat sie sich hier oben im Norden, in Alaska, verschanzt und hofft seitdem auf ein Wunder, das ihr ihr Leben wieder zurückgeben, ihren Bruder aus dem Nichts heraufbeschwören könnte.
Es wundert mich nicht – und eigentlich ist meine Frage auch mehr eine Feststellung gewesen –, dass sie die Hütte, seit sie hier aufgeschlagen ist, nur sporadisch verlassen hat und wenn, dann immer nur allein mit sich selbst in der Natur.
Ich schüttle nur leicht den Kopf. Verdenken kann man es ihr wohl nicht, immerhin ist sie immer schon eher der Einzelgänger gewesen und der Verlust von Aiden und ihr Leben, das seitdem in Scherben liegt, haben nicht unbedingt dazu beigetragen, sie geselliger zu machen...
„Hat es dir wenigstens Spaß gemacht? Das Paddeln und das Fischen?", hake ich nach und schreite dabei voran über trockenes Laub und Zweige, die unter meinen Stiefeln knirschen und rascheln. Immerhin klingt sie vom zweiten nicht unbedingt überzeugt.
Leicht nicke ich vor mich hin, sehe sie immer wieder von der Seite her an, während sie bei ihrer Erzählung immer weiter in Gedanken abdriftet – bis sie irgendwann schweigt und nur noch vor sich hinstarrt. Wie in Trance läuft sie neben mir her durch das Unterholz. Ich wecke sie nicht und überlasse sie ihren Gedanken; ich nutze die Zeit lieber, um darüber nachzudenken, was ich nun mit ihr anstellen mag. Ein Spaziergang ist ja schon mal nicht das richtige – nicht nur kennt das Gebiet mittlerweile zu gut, sodass sie sich hier auch im Schlaf zurechtfindet, sondern die Gedanken holen sie auch hier viel zu schnell ein...schon bei diesen wenigen Worten. Dabei geht es doch genau darum, sie davon abzuhalten, zu viel über sich nachzudenken, damit ihr Geist ruhen konnte...
Ich seufze. Ich hatte keine passende Idee. Ich allein wäre vermutlich einfach in irgendeine andere Realität abgeglitten und hätte mir dort Ablenkung gesucht, aber Jodie hier...ist nicht unbedingt dafür geschaffen, die Grenzen dieser Welt zu verlassen...nicht so wie ich jedenfalls.
„Eine Ranch...?", wiederhole ich leicht ungläubig und sehe sie von der Seite her an. Wenn ich so darüber nachdenken, allerdings... Auf der Fahr hier raus bei dem Mann, der mich mitgenommen hat, habe ich auf einem Wegweiser etwas von einer Ranch gelesen. Das ist dann wohl der Einfall, auf den ich gewartet habe! Und wenn ich mich richtig erinnere, dann ist sie nicht mal weit weg!
Ich grinse Jodie an, ehe ich ihr Hand greife und sie einfach mit mir ziehe. „Hier längs!"
Und ich soll recht behalten! Die Golden Shine Ranch ist wirklich nicht weit weg – nach einem kurz Weg durch den Wald erreichen wir die Straße, und einen Wegweise, der uns verrät, dass die Ranch an der nächsten Abbiegung links sei. Ein Kinderspiel!
So stehen wir etwa eine Viertelstunde später vor dem riesigen offenen Holztor einer Ranch. In gelben Lettern steht auf einem Schild am höchsten Punkt des Torbogens: „Golden Shine". „Tadaa!", sage ich, sehe zu Jodie, ehe ich durch das offene Tor auf das Gelände trete. In der Ferne sieht man ein kleine Gruppe Menschen auf der Koppel bei einigen Pferden – ein paar Kinder sind dabei. „Das spricht doch für ein sehr offenes Konzept", scherze ich, während ich Jodie auf die Gruppe und die Pferde aufmerksam mache. Ich warte keine Antwort ab, sondern gehe einfach weiter auf das Gelände; irgendjemanden muss man doch hier ansprechen können.




Re: Sharons "Inner World"
von Beth am 08.09.2024 00:28Hier drinnen ist es nicht unglaublich eng, sondern auch stickig. Wie auch immer das im Inneren des Kopfes eines Menschen möglich sein kann – doch ich will nicht zu sehr darüber nachdenken, das bereitet mir nur noch mehr Kopfschmerzen, als ich sie nicht sowieso schon habe.
Also schließe ich kurz die Augen, versuche, ruhig durchzuatmen. Für all das gibt es eine logische Erklärung, spreche ich mir leise vor. So logisch wie die Tatsache, dass ich selbst ein interdimensionales Wesen bin...aber hey, danach kommt ja ohnehin nicht mehr viel, was noch krasser sein soll – da ist das Abhängen in jemandes Kopf doch ein Klacks dagegen!
Noch ein tiefes Durchatmen.
Das Mädchen vor mir auf dem Stuhl bibbert und zittert. Und ich verliere langsam die Geduld. Wenn das ein Weg nach draußen sein soll, dann war es aber ein echt abgedroschener! Gibt es keine, ich weiß nicht, Bodenluke oder einen Hinterausgang, aus dem man sich davonstehlen kann...? Muss es durch den Kopf dieser Frau sein? Auf der anderen Seite...ergibt das wohl nur Sinn so, immerhin bin ich ja durch ihren Kopf hier hineingekommen, also kann es wohl auch nur auf diesem Wege wieder hinausgehen...
So in meinen Gedanken bekomme ich nur am Rande mit, dass das Mädchen in der Außenwelt Anstalten macht, sich auf die Socken zu machen. Ob mein eigener Körper auch leblos dort draußen herumliegt? Ich kneife mir in den Oberschenkel und fluche laut auf. „Scheiße!" Nein, das fühlt sich sehr echt an. Und wenn mein Gehirn mir das nur vorspielt...? Genug! Genug, genug, genug, genug, genug!
„Was soll das?", frage ich sie und sehe von oben auf die herab. „Man hat mir gesagt, dass ich hier wieder nach dort-" Ich deute auf den Bildschirm. „-draußen komme." Ich mustere sie. Ein Teenager vielleicht? Auf der anderen Seite habe ich mit Legolas gesprochen, da ist die hier vermutlich noch eine der greifbareren Persönlichkeiten. „Irgendeine Ahnung, wie ich das anstellen kann?" Sie bleibt stumm, mehr oder weniger, wenn sie nicht gerade vor sich hin wimmert. „Hey, ich...argh!" Eine Hand fährt an meinen Kopf. Es fühlt sich an, als hätte man mir mit einem Vorschlaghammer beiderseits gegen die Schläfen gedroschen.
Ich krümme mich und breche auf der Stelle zusammen, die Hände auf den Schläfen, versuche ich, den Schmerz wegzuatmen wie man es sonst nur bei Schwangeren erleben würde. Scheiße, ich bin schwanger, schwanger mit Problemen und lauter beschissenen Angelegenheiten. Das Leben fickt mich einfach viel zu gern – scheinbar nun mit vielfacher Härte, jetzt, wo ich tausende von Leben führen kann.
Ich halte mich mit einer Hand an dem Tisch vor mir fest, im Versuch, wieder auf die Beine zu kommen, doch ich bleiben in einer seltsamen Hocke hängen. Ich sehe die Umgebung auf dem Schirm vorbei fliegen. Rannten wir? Klar, wir liefen durch die Straßen! Gott! Was stellt denn dieses Gör mit dem Körper an? Wissen die Konsorten vor dieser Abstellkammer denn davon? Statt mich hier zu Strafarbeit zu verdonnern, weil ich aus Versehen hier hinein geraten bin, sollen sie sich vielleicht erst mal an die eigene Nase fassen...äh, Nasen. Ob sie hier überhaupt alle Nasen hatten...? Ich schüttel leicht den Kopf. Schon wieder viel zu viel abwegige Gedanken.
„Mädel, was machst du denn da?", fahre ich sie an, durch den Schmerz kaum in der Lage, meine Stimme ordentlich zu regulieren. Ich versuche, mein Kinn über die Tischkante zu bringen, um zu schauen, wo sie uns hinbringt. Und was ich sehe, gefällt mir nicht! Hält sie doch wirklich auf eine Brücke zu!
Aus Reflex fahre ich hoch und stoße sie vom Stuhl, um mich selbst darauf zu werfen. „Lass mal die Erwachsenen ran!"
Wir bleiben stehen und auf einmal...
Ich sehe wieder die Außenwelt. Die abendliche Brise auf der Haut, der Verkehr unter mir auf der Straße und den Druck des Bodens unter meinen Schuhen. Ich hole tief Luft – und zucke zusammen. Warum schmeckt mein Mund nach Kotze?! Ich schüttle mich leicht und trete sachte von der Barrikade zurück auf den Gehweg. Langsam, ein Schritt nach dem anderen. Der Körper gehorcht mir, wenn auch schwerfällig, als habe ich zwar die Fernbedienung in der Hand, aber die Batterien sind schwach und deshalb sind die Reaktionen des ferngesteuerten Wagens langsam und träge.
Gleichzeitig hat es auch etwas Vertrautes – es erinnert mich daran, wenn ich meinen Fokus von einer Welt auf eine andere lege und ich schlagartig in den jeweiligen Körper fahre.
Doch nach einem Moment schon wird mir schwarz vor Augen. Der dröhnende Kopfschmerz kehrt zurück, während ich auf dem Stuhl nach hinten sacke, um dann an ihm herunterzurutschen auf den Boden der Kabine.
Aber dieser kommt nicht. Stattdessen gleite ich ins Leere und falle immer weiter und weiter und meine Ohren fallen mir zu, so ein gewaltiger Druck! Und diese Kopfschmerzen...und...und...und...
Auf einmal ist mir kalt – Wind weht mir um die Nase und lauter Verkehr erfüllt die Luft. Ich drehe mich auf die Seite und berühre mit meiner Hand einen anderen Körper, der neben mir auf dem Boden liegt.
Ich stöhne, während ich mich vorsichtig aufsetze. Ich hocke auf einem Gehweg hoch oben auf einer Brücke. Träume ich...? Wieder kneife ich mir in den Oberschenkel. Kacke, die gleiche Stelle wie vorhin – und sogar noch schmerzhafter!
Ich stöhne, in meinem Kopf dreht sich alles, bunte Farben, abstrakte Welten, Namen und Gesichter. Ist das vielleicht alles nur ein wilder Trip gewesen? Ich wünsche es mir, ich wünsche es mir so sehr – doch meine Intuition belehrt mich eines Besseren, als ich mich umsehe und die Frau vom Kino erkenne...in der Legolas und noch so viel mehr stecken. Sie ist bewusstlos, doch immerhin auf der richtigen Seite des Geländers. Ich drehe mich, setze mich auf die Knie neben sie und überprüfe Puls und Atmung. Alles scheint in bester Ordnung zu sein, sie ist nur...etwas ausgeknockt. Also lehne ich mich zurück, gegen das Geländer und beschließe, zu warten, dass sie wieder zu sich kommt.
In meinem Kopf ist immer noch so viel los; ich lasse ihn gegen das kühle Metall fallen und schließe die Augen...wartend und hoffend...




Re: Sharons "Inner World"
von Beth am 16.06.2024 01:35Als ich mich schließlich von ihm los riss und ein Beben durch den Urwald ging, habe ich scheinbar auch bei ihm das Fass zum Überlaufen gebracht. Denn er schreit, dabei sah er gar nicht so aus, als könnte er das überhaupt. Aber ich gebe deshalb trotzdem nicht nach, aber ich schreie nicht zurück. Stattdessen sage ich, so ruhig es mir eben möglich ist: „Dann sag mir das einfach – ich will raus und ihr wollt mich loswerden, wieso behandelt ihr mich dann also wie einen beschissenen Kriminellen statt mir einfach zu sagen, was abgeht und den verfickten Ausgang zu zeigen."
Meine Kopfschmerzen dröhnen wieder ein bisschen – und so erwischt er mich offguard, als er mich wieder am Handgelenk packt und mit sich zieht.
Ich stöhne heftig auf. Aber ich sehen auch, dass es eh keinen Sinn macht, mit diesen Wahnsinnigen zu streiten. Sie wollen mich nicht wahrnehmen und mir erklären, was abgeht, und ich will hier nicht sein. Soll er mich mit sich ziehen und hoffentlich wird dieser Scheiß hier endlich enden.
Er schleppt mich schließlich zu einer Treppe, an deren Ende eine Tür wartet – und das mitten im Urwald. Ich pfeife anerkennend, als er mich die Treppe hinauf zerrt, die Tür springt auf und gibt den Blick auf einen großen, gemütlichen Aufenthaltsraum frei, wie von so einer WG.
„Ui", sage ich, als ich an der Fensterfront vorbeigegeschliffen werde und dabei das Weltall mit Sonne, Mond und fremden Galaxien sehe. Die haben es ja ganz schön krass hier drinnen!
Und dann erreichen wie eine Tür irgendwo auf dem Gang und er hält endlich an.
Ich hebe eine Augenbraue. Auf einmal kann man ja doch vernünftig mit mir sprechen! Warum denn nicht gleich so – wir sind doch alle zivilisierte Menschen...oder, na ja, Persönlichkeiten im Kopf irgendeiner wahnsinnigen Ische auf der Straße.
Ich nicke schließlich. „Kay", erwidere ich. „Dann mal hoffentlich auf Nimmerwiedersehen."
Ich trete durch die Tür und könnte Kotzen.
Es ist eng...verdammt eng. Wie die Toilette in einem Bus. Aber wenigstens riecht diese Kammer hier angenehmer. Und durch etwas, das sich anfühlt wie ein riesiger Fernseher kann ich die süße Freiheit sehen. Nun, wie soll ich das anstellen – soll ich einfach dort...
Aber meine Aufmerksamkeit wird abgelenkt von einem chaotischen Mädchen, das bereits auf dem Platz sitzt. Sie wirkt verschüchtert und labil, als würde sie gleich aus dem Fenster springen – na ja, wenn sie sich nicht in diesem Bahnhofsklo befinden würde.
Ich erinnere mich daran, dass ich nicht mit ihr reden soll – hatte auch nicht vor, mit so einem Wrack auch nur ein Wort zu wechseln. Allerdings...muss ich irgendwie an ihr vorbei. Ich muss ja an den Flachbildschirm kommen, um vielleicht nach draußen zu kommen, endlich. Das gestaltet sich aber sehr viel schwieriger als gedacht. Wir zwei zusammen können uns fast nicht rühren. „Kannst du mal bitte...", stöhne ich und überlege mir, ob ich sie einfach vom Stuhl zerren soll. Aber das wäre wohl auch für mich zu unfreundlich. Vielleicht. „Ich würd da gern ran..." Ich zeige vage auf die Glotze, die Leinwand oder wie auch immer man das nennen kann.




Re: Beth & Jodie ~ Back to Life (September 2023)
von Beth am 16.06.2024 01:13Ich schmunzle, während ich sie kurz dabei beobachte, wie sie mit den Ecken des Taschentuch spielt. „Na dann, ein Mädelstrip!"
Ich helfe ihr auf die Beine und drehe mich bereits zur Tür, als sie lospringt, um sich ihre Jacke zu holen. „Hm", mache ich, nur leicht nachdenklich. „Wenn man eins lernt, wenn man gleichzeitig überall und nirgends sein kann, dann wie unterschiedlich und trotzdem irgendwie gleich die Menschen sind." Auf eine Weise...haben wir alle etwas an uns, das uns gleich macht, und doch so viel, das uns in etwas ganz einzigartigem verwandelt. Menschen sind etwas Sonderbares.
Ich ziehe mir selbst wieder die Winterjacke an – wir werden vermutlich einige Zeit dort draußen verbringen.
Dann holt sie noch ihren Schlüssel. Und dann, ja, dann kann es losgehen!
Ich öffne die Tür und halte sie ihr auf, damit sie hindurchgehen und hinter uns abschließen kann. Dann wende ich mich in Richtung, na ja, Natur. Allerdings ist das hier Alaska, also...eben...irgendwie überall Natur, und Wildnis, und Wald und Tiere. Auf letzteres kann ich zwar gut und gern verzichten, aber der Rest, der wird Jodie sicher auf etwas andere Gedanken bringen – oder es bringt uns den Kältetod, je nachdem, was als erstes eintreten mag.
Für einen Moment halte ich inne und sehe den Weg hinunter, den ich entlang gekommen bin, ehe ich endlich die Tür erreicht habe. Ich runzle nachdenklich die Stirn, ehe ich das Wort ergreife: „Seit du hier angekommen bist, hast du diese Hütte kaum verlassen, nicht?" Ich will gern wissen, ob sie überhaupt schon irgendwann irgendwo mal in den Wäldern um das Häuslein gewesen ist und wenn ja, in welche Richtung wir gehen können, damit sie etwas anderes sehen kann – außer sie hat Empfehlungen, einen Ort, der ihr hier besonders gefällt.
Ich stecke meine Hände in die Taschen. Nach einem Spaziergang durch den Wald und die Natur kann man durchaus auch in die nächste Stadt gehen und sich dort ein wenig vergnügen – und Jodie mal unter Menschen bringen!
„So, Mausi", sage ich also. „Außer dich unter Millionen von Zetteln zu vergraben oder auf deinem Balkon Geschirr zu zerkloppen, was hast du das letzte Mal so getrieben, als du Spaß haben wolltest?" Gibt es in dem kleinen Städtchen, aus dem ich gekommen bin, so etwas wie eine Spielhalle? Ein Kino? Oder wenigstens eine Mall?! Ich hoffe es, denn ich habe nicht viel Bock, mir etwas anderes einfallen zu lassen, wenn es damit nicht klappen sollte!




Re: Jak & Beth: Is there not a more comfortable way of travel?
von Beth am 16.06.2024 00:54Ich grinse, die Verwirrung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Hach, es ist zu herrlich!
Dann ziehe ich eine leichte Schnute, als ich sein T-Shirt befreie. „Du strahlst es regelrecht in die Welt hinaus – bist wohl nicht mal nen normaler Magni, huh?", erwidere ich dann, als ich mich wieder zurücklehne, um ihn noch einmal in Gänze unter die Lupe zu nehmen. Nein, er trieft förmlich vor Energie und Zauberkunst, fast zu viel für seinen hübschen Körper, als könnte es alles aus ihm herausbrechen...und ihm das niedliche Gesicht ruinieren...
Ts ts, soweit wollen wir es mal nicht kommen lassen! Allerdings muss ich ihm dennoch den Wind aus den Segeln nehmen...
Ich seufze. „Da muss ich dich enttäuschen, mein Schnucki", erkläre ich und hebe die Schultern, um sie dann wieder fallen zu lassen. „Aber so etwas gibt es hier nicht. Was Magie und Zaubereien angeht, wirst du in dieser Welt nicht viel Glück haben, das läuft hier so nicht." Ich mache eine kurze Pause. „Magiequellen gibt's auch nicht."
Es wird kurz still, während ich nachdenke. „Sag mir nur eins, wie bist du eigentlich überhaupt hergekommen – und warum nimmst du nicht einfach den gleichen Weg zurück?" Immerhin wird er ja nicht einfach aus dem Boden gewachsen oder vom Himmel gefallen sein! Auf der anderen Seite – irgendwie tue ich das aber schon, wenn der Großteil meines Bewusstseins in eine andere Welt wandert, sich verlagert; dann sprieße ich buchstäblich aus einer anderen Beth in einem anderen Universum! Aber das können wohl die wenigsten von sich behaupten – immerhin gibt es nur eine ich, aber viele Varianten, die alle gleichzeitig miteinander verbunden sind...was mich auf eine weitere Frage bringt: „Als ich das letzte Mal in eurer Welt war, sah es nicht sonderlich gut aus – läuft euer Ewiger Krieg immer noch oder ist er nicht mehr so ewig?" Als ich vor einigen Wochen durch Zufall in dieses Universum gespickt habe, haben sie sich noch auf härteste Weise die Köpfe eingeschlagen und um irgendwelche bunten Lichterbahnen gestritten.













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