Extrapyramidale Krankheiten und Bewegungsstörungen
Morbus Parkinson ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Dabei gehen nach und nach Nervenzellen verloren, die den Botenstoff Dopamin herstellen – dadurch gerät die Bewe-gungssteuerung aus dem Gleichgewicht. Die genaue Ursache ist meist unklar; heilen kann man Parkinson bisher nicht, aber Medi-kamente und Bewegungstherapie können die Beschwerden oft über viele Jahre gut lindern.

Inkl.: Hemiparkinson, Paralysis agitans, Parkinsonismus oder Parkinson-Krankheit: idiopathisch/primär/o.n.A.

Die Zuordnung des Schweregrades der Parkinson-Krankheit zu den Subkategorien G20.0-G20.2 ist nach der modifizierten Stadieneinteilung der Parkinson-Krankheit nach Hoehn und Yahr vorzunehmen.
Sekundärer Parkinsonismus bezeichnet eine Gruppe von Erkran-kungen, die durch parkinsonähnliche Symptome gekennzeichnet sind, die durch äußere Ursachen wie bspw. bestimmte Medika-mente, Durchblutungsstörungen im Gehirn, Kohlenmonoxid-/Man-ganvergiftungen, Kopfverletzungen, Wasserkopf oder andere Hirn-erkrankungen ausgelöst werden, anstatt durch degenartive Verän-derungen. Wird der Auslöser erkannt und behandelt, können sich die Beschwerden oft deutlich bessern.

Inkl.: Sekundärer Parkinsonismus
bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
G22*
Beim Parkinson-Syndrom infolge anderer Grunderkrankungen ent-stehen parkinsonähnliche Beschwerden als Begleitfolge einer an-derswo klassifizierten Krankheit. Typische Auslöser sind z.B. Ent-zündungen des Gehirns, Stoffwechselstörungen oder strukturelle Hirnprozesse/Tumore. Therapie und Prognose richten sich primär nach der Grunderkrankung.

Inkl.: Parkinson-Syndrom bei Syphilis (A52.1+)
Unter den anderen degenerativen Erkrankungen der Basalgangli-en versteht man eine Gruppe seltener Hirnerkrankungen, die zu Bewegungsstörungen führen und teilweise einem Parkinson äh-neln, aber andere Ursachen haben und oft schlechter auf typische Parkinson-Medikamente ansprechen. Die Behandlung ist vor allem symptomorientiert, der Verlauf hängt von der jeweiligen Erkran-kung ab.
G24
Unter Dystonie versteht man unwillkürliche, anhaltende oder wie-derkehrende Muskelanspannungen, die Fehlhaltungen oder ver-drehte Bewegungen verursachen (z. B. Lidkrampf, Schiefhals, Schreibkrampf) und dabei einen oder mehrere Körperbereiche be-treffen können. Die Erkrankung verläuft meist chronisch, lässt sich aber oft gut behandeln – etwa mit Botulinumtoxin („Botox“) und gezielter Therapie.

Inkl.: Dyskinesie
nicht dazugehörend:
• Athetotische Zerebralparese (G80.3)
Unter den sonstigen extrapyramidalen Krankheiten und Bewe-gungsstörungen versteht man einen Sammelbegriff für Störungen der Bewegungssteuerung, die nicht zu den Hauptgruppen zählen – etwa starkes Zittern, kurze unwillkürliche Muskelzuckungen oder „schleudernde“ Überbewegungen. Ursachen und Behandlung un-terscheiden sich je nach Form; hilfreich sind je nach Befund Medi-kamente, teils Botulinumtoxin („Botox“) und in ausgewählten Fäl-len eine tiefe Hirnstimulation.
bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
G26*
Unter extrapyramidalen Krankheiten und Bewegungsstörungen bei anderenorts klassifizierten Krankheiten versteht man Bewe-gungsstörungen (z.B. Zittern, unwillkürliche Zuckungen oder ver-drehende Bewegungen), die als Folge einer anderen Grunderkran-kung auftreten, z.B. bei Morbus Wilson, Sydenham-Chorea oder HIV/Entzündungen des Gehirns. Therapie und Verlauf hängen vor allem von der zugrunde liegenden Ursache ab.