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Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 10.02.2025 15:40Corey schüttelte den Kopf. Warum hatte Cecilia eigentlich was anderes erwartet? Dennoch war es leichtsinnig!! Sie wusste, dass entzündete und unbehandelte Wunden tatsächlich eine Blutvergiftung auslösen könnten, die tödlich enden konnte. Das durften sie nicht auf die leichte Schulter nehmen! Wer wusste schon, seit wann die Wunde entzündet war? (Wenn sie es denn war. Cecilia vermutete es einfach nur wegen Coreys Fieber und dem nicht zu übersehenden Blut auf ihrer Hose). Bevor sie protestieren und einen Block suchen konnte, hielt Corey ihr schon einen entgegen, auf dem einiges geschrieben stand. Cecilia atmete kurz durch um ihr stolperndes Herz irgendwie zu beruhigen (sie hatte noch immer den widerlichen Geschmack der Galle im Mund) und nahm den Block um selbst zu lesen. Und was sie las, verstärkte das Stolpern ihres Herzens nur noch. Nein. Nein, nein, nein. Das konnte Corey nicht verlangen. Das konnte sie nicht. Sie konnte es nicht...
Cecilia hatte den Block fallen lassen ohne es zu bemerken, saß auf dem Sessel ohne eszu bemerken und verbarg das Gesicht in ihren Händen. Ihre Wange pochte, schmerzte, sie ignorierte es. Oh Gott, wie sehr sie sich etwas Heroin wünschte. Oder Morphium um mal eine Nacht durchzuschlafen. Wie heftig stark das Verlangen war. Aber wenn sie jetzt was nahm, wann würde sie es nochmal schaffen drei Tage am Stück nichts zu nehmen? In einem Jahr? In zehn Jahren? Cecilia kannte sich selbst zu gut. Und außerdem schallten immer noch die Abschiedsworte Coreys mit Kaylees Stimme durch ihren Kopf: Außerdem würde sie es zu schätzen wissen, wenn du sie wegsperrst, damit ihre Jungs sie nicht zufällig in die Finger bekommen. Und es wäre auch nett, dass du dich ihnen nicht voller Drogen zeigst. Das sollten sie nicht sehen und du solltest daran denken, wenn du was auch immer nimmst, dass du dir jemanden suchst, der in der Zeit auf Sandro aufpasst. Diese Worte hatten ihr mehr als alles andere klargemacht, was für eine beschissene Mutter sie wirklich war und was für ein beschissener Mensch. das konnte sie nicht mehr verantworten. Scheiße, das konnte sie nicht. Und Medikamente? Fast hätte sie bitter aufgelacht. Ihre leibliche Mutter hatte sich doch damit umgebracht. Es würde Cecilia nicht wundern, wenn sie dann anstatt von Heroin und Morphium im Handumdrehen von diesen Pillen abhängig wäre. Nein. Nein, sie musste dieses 'vom Regen in die Traufe'-Scheiß endlich lassen.
Immer noch war ihr Herz schwer, ihre Kehle war wie zugeschnürt. Sie kann dir Stoff besorgen. Ignorier das nicht!!, schien ihr Unterbewusstsein zu schreien und für einen kurzen Moment hatte Cecilia tatsächlich den Mund geöffnet, war drauf und dran zu sagen, dass sie Heroin brauche...
...aber dann biss sie den Kiefer fest zusammen, ignorierte die Schmerzeswellen die dadurch enstanden erneut und schüttelte mit verdächtig glänzenden Augen, aber völlig entschieden den Kopf. Sie konnte das nicht. Sie konnte das einfach nicht.
Sie hob den Block vom Boden auf, riss die Seite mit dem Angebot ab, zerknültte sie und warf sie beiseite. Sie nahms ich den Stift vom Wohnzimmer-Tisch und zwang ihre schwächliche Hand zu schreiben: ~ Wir müssen deine Wunde desinfizieren und dann fest verbinden. Wenn ich es nicht machen soll, dann mach du es bitte und zwar jetzt. Ich hab Angst, dass schon zu viel Zeit verstrichen ist. ~
Sie legte den Block auf den Wohnzimmertisch in Coreys Reichweite, sodass sie ihn sich jederzeit nehmen konnte. Dann beugte sie sich vor, die Ellenbogen auf ihren Knien, die Augen geschlossen und wippte vor und zurück. Es fiel ihr so schwer zu entscheiden, was richtig und was falsch war. Es fiel ihr so verdammt schwer. Aber dieses eine Mal, dieses eine Mal wo sie glaubte tatsächlich ein wenig Kraft zu haben, wollte sie versuchen standhaft zu sein. Musste sie standhaft sein. Wenn nicht jetzt, bei ihrem Neuanfang... wann dann?

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Austin [Texas, USA]
von Corinne am 10.02.2025 04:56Nachdem Cecilia ihr gefolgt war und Corey zu lesen bekam, was sie von ihrer Einstellung bezüglich ihrer Wunde hielt, seufzte sie schlicht und schrieb nichts mehr dazu. Natürlich hatte Cecilia recht, aber das würde Corey niemals zugeben. Ihre Sturheit gemischt mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz war schon immer eine ihrer schlechten Eigenschaften gewesen. Das wusste sie sogar selbst. Ihre Psychologin war sogar noch einen Schritt weiter gegangen und war der Ansicht, dass Corey sogar ein gewisses, selbstzerstörerisches Verhalten, gekennzeichnet durch Leichtsinn und Waghalsigkeit an den Tag legte. Und auch dem konnte Corey irgendwie zustimmen, aber außer ihr und ihrer Psychologin wusste das niemand und das war gut so. Außerdem ging es hier erst mal nicht um sie. Vielmehr machte ihr Cecilia Sorgen.
Sie gab zu, dass es schwer war gerade einen klaren Gedanken zu fassen. Das Fieber raubte ihr den letzten Nerv und vielleicht auch alle Energie. Sie betrachtete Cecilia nachdenklich, nachdem sie gelesen hatte, wie es ihr in den drei Tagen ergangen war. Genau wie Cecilia es vorher bei Corey getan hatte, legte jene ihren Handrücken gegen die Stirn der jungen Frau, aber sie konnte nicht sagen, ob sie auch Fieber hatte oder nicht. Ihre eigene Hand war zu heiß. Jedenfalls blieb Corey dabei, Cecilia sah elend aus und das war kein Wunder. Sie nahm nicht sofort den Block und schrieb wieder, als Cecilia aufstand und irgendwie geschäftig wirkte. Was hatte sie vor? Corey beboachtete sie und dann wurde ihr ein kalter Lappen auf die Stirn gepresst. Corey zuckte bei der plötzlichen Kälte zusammen und zog scharf die Luft zwischen ihren Zähnen ein, was ein Zischen verursachte. Das war zwar rührend, aber gar nicht, was sie wollte. Dennoch legte sie den Kopf gegen die Sofalehne und ließ den Lappen darauf liegen. Je mehr sie sich daran gewöhnte, desto besser tat er. Er linderte den Kopfschmerz, aber nur dezent und wahrscheinlich auch nur in der ersten Minute. Ceclia schrieb wieder etwas und Corey las es. Doch bevor sie antworten konnte, stand Cecilia eilends auf und verschwand Richtung Bad. Corey hob überrascht ihre Augenbrauen, konnte sich aber denken, aus was das Ganze hinauslief, denn Cecilia war mit einem Mal leichenblass geworden. Corey sah ihr einen Moment nach und runzelte ihre Stirn. Das war nicht gut. Normalerweise wäre sie ihr nachgegangen, aber das war gerade nicht wirklich möglich. Also nahm sie wenigstens den Block, um zu antworten und überlegte, wie sie beginnen sollte und schrieb dann einfach frei heraus. Oder sie wollte schreiben. Der Lappen rutschte von ihrer Stirn und landete auf dem Papier. Blitzschnell hob Corey ihn auf und warf ihn auf den Wohnzimmertisch. Dann endlich schrieb sie:
~ Hast du gerade gekotzt? Wie auch immer, wenn du nichts genommen hast, aber auch keine Medikamente, die dir den Entzug erleichtern, dann bist du gerade voll auf Entzug und das ist genauso gefährlich wie irgendeine Schusswunde. Wir müssen dir wenigstens eine der beiden Möglichkeiten besorgen, egal welche. ~
Corey lag noch mehr auf dem Herzen. Nämlich, dass sie es nicht gut fand, dass Cecilia sich einigelte, aber vielleicht war es wirklich noch zu früh. Außerdem kannte sie weder Elias noch die Jungs richtig gut und sie hatte mit sich selbst zu kämpfen, also schrieb Corey erst einmal nichts dazu. Vielleicht konnte sie Cecilia ja aus ihrer Schale hervorlocken. Sie legte den Block auf den Tisch und ließ den kalten Lappen daneben liegen, der war ihr eindeutig zu kalt. Dann lehnte sie sich zurück, aber nicht lange, denn schon kam Cecilia zurück ... mit dem erste Hilfe Kasten und Corey verdrehte ihre Augen. Wenn die scheiß Wunde nicht durchgeblutet wäre, wäre Cecilia niemals darauf aufmerksam geworden. Sie blickte Cecilia abwartend an und tatsächlich deutete sie ihr an, was sie von ihr wollte, aber damit war Corey gar nicht einverstanden. Sie hob überrascht und irritiert ihre Augenbrauen, grinste dann zusätzlich, als wäre Cecilia irgendein Typ, der sie gerade gefragt hatte, ob sie sich nackt für ihn ausziehen würde. Demnach schüttelte sie ihren Kopf bezüglich ihrer Hose. Es reichte doch, dass Cecilias Vater sie nackt gesehen hatte, dann musste nicht auch noch seine Tochter das gleiche zu Gesicht bekommen. Bei der Erinnerung verblasste Coreys Grinsen urplötzlich wieder. Und diese Erinnerungen triggerten noch ganz andere. Sie nahm tief Luft, schluckte schwer und räusperte sich leise. Dann schanppte sie wieder den Block und fügte an:
~ Ich werde mich später selbst drum kümmern. Jetzt sollten wir erst einmal zusehen, dass es dir besser geht. Also, was wählst du? Drogendealer oder Apotheke? Es ist zwar mitten in der Nacht, aber ich weiß, wo ich Dealer gerade um diese Uhrzeit finde und ich weiß auch welche Apotheken Notdienste haben. ~
Sie hielt Cecilia den Block vor die Nase.
Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 09.02.2025 19:12Cecilia zog die Augenbrauen zusammen, als sie Coreys Antwort las und schüttelte dann entschieden den Kopf. Nein, so funktionierte das nicht! ~ Bei sowas wie deiner Wunde wird es durch Ignorieren eher schlimmer!! ~, schrieb sie entschieden darunter, während Corey wieder etwas herausholte. Das Hinken bereitete Cecilia Sorgen. Und generell ihre Vergassung. Ob ihre Fahrt aleine wirklich die beste Option gewesen war? Cecilia hatte keinen Führerschein, aber vielleicht hätten wirklich Deryk oder Elias sie fahren sollen, damit sie das Bein schonen konnte...
Als sie sah, was Corey vor hatte, folge sie ihr - mitsamt des Blockes. Sie hätte ihr auch die Flasche und das Glas abgenommen, aber mittlerweile kannte sie Corey zu gut und wusste, dass sie das nicht zulassen würde. So setzte sie sich auf den Rand des Sessels und reichte Corey den Block, nachdem diese sich endlich auf dem Sofa niedergelassen hatte. Doch diese schrieb schon auf einem neuen Block und als Cecilia diesen erhielt, standen da diverse Fragen drauf. Cecilia ignorierte die meisten davon gekonnt und antwortete ehrlich auf das, was sie antworten konnte. Aber sie griff wieder zu dem Stift. Ihre Wange tat bei jeder Bewegung des Kiefers weh, weswegen sie verscuchte ihren Mund so wenig wie möglich zu verwenden; und außerdem hatte sie keine Ahnung wer im Haus war. Wenn jemand im Haus war der hören konnte, wollte sie die Letzte sein, die jemanden weckte. ~ Sandro geht es gut. Von dem Rest und was hier im Haus los ist, habe ich keine Ahnung. Ich habe mein Zimmer seit der Ankunft praktisch kaum verlassen. ~ Corey würde es eh von Elias erfahren. Und was sollts? Cecilia war es lieber so gewesen und es war ihr ehrlich gesagt auch immer noch lieber so. Dann war da noch die Sachen mit den Drogen. Ihr Herz stolperte. Wie so oft. Scheiße, wie sehr sie sich etwas wünschte... ~ Und nein, ich habe nichts genommen. Ist auch egal, wir müssen uns um dein Bein kümmern. Sowas kann tödlich sein wenn sich das entzündet und zu einer Butvergiftung führt! ~ Unter Umständen hatte Cecilia in einer ihrer schlaflosen Nächte auch mal nach Schusswunden und etwaigen Gefahren gegoogelt. Eine schlechte Idee, weil es ihr nur noch mehr Alpträume eingebracht hatte. Aber dafür wusste sie zumindest, dass das hier echt ernst war. Sie deutete auf Coreys Wunde und deuete dann mit dem Zeigefinger an, eben zu warten. Dann stand sie auf und holte sich einen Lappen aus der Küche, den sie mit kaltem Wasser tränkte und dann auf Coreys überhitzte Stirn legte. Dann lief sie nach draußen und zu der Garage. Sie sah kurz nach Sandro - er schlief ruhig - schnappte sich dann ihr Handy und googelte. Sie nickte leicht während sie las, dann lief sie zurück ins Haupthaus - die Tür hatte sie nur angelehnt - und ließ sich schnell wieder Corey nieder. Ihre Hände zitterten, ihr war mal wieder schlecht, aber die Übelkeit schob sie beiseite. Kotzen konnte sie später noch. Sie nahm den erstbesten Block auf dem Tisch und schrieb schnell ~ Habt ihr Desinfektionsmittel und Kompressen? ~ schrieb sie und sah Corey aus großen Augen an. Wahrscheinlich im Bad. Vielleicht sollte sie einfach suchen? Das könnte sie dann auch gleich mit dem Klobesuch verbinden...
Ihr Magen stülpte sich. Scheiß drauf. Sie wartete nicht auf Antwort und stürmte gleich wieder los, in das Bad im Erdgeschoss und kam grade rechtzeitig an, um auf den knien schlitternd vor dem Klo Halt zu machen, und sich dorthinein zu übergeben. Es war nicht viel im Magen, das hätte rauskommen können. Nachdem sie etwas saure Galle herausgewürgt hatte, die ihre Kehle wegzubrennen schien, lag sie noch kurz entkräftet und erschöpft auf der Kloschüssel. Dann spülte sie, stand auf und sah tatsächlich einen Erste-Hilfe-Kasten. Fast zu gut um wahr zu sein. Perfekt. Sie spülte sich kurz den Mund aus um den widerlichen Geschmack nicht mehr zu haben, dann kehrte sie mit dem erste Hilfe Kasten zu Corey zurück und stellte ihn auf den Tisch ab. Sie deutete auf Coreys Hose und tat dann, als ob sie sich selbst die Hose herunterziehen würde, als Frage, ob sie ihre Hose ausziehen könnte.

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Purvis
von Corinne am 09.02.2025 04:14Tatsächlich vertraute Corey Joanna schon. Vielleicht noch nicht zu hundert Prozent, aber sie hatte sich bisher selten in Menschen getäuscht, die sie in ihrem Leben getroffen hatte. Viele von ihnen hatte sie sogar sofort durchschaut. Joanna mochte Alkoholikerin sein, aber Corey sah schon jetzt etwas in ihr, für das sie viele als verrückt erklären würden. Wenn dem nicht so wäre, hätte sie die Bitte der blonden Frau die Nacht mit ihr im Büro zu verbringen nicht so leichtfertig angenommen.
Es dauerte noch keine Stunde, da war Corey wieder zurück. Sie war sich dessen bewusst, dass Joanna das volle Alkoholregal gefunden haben musste. Ein wahres Schlaraffenland für sie. Corey seufzte, als sie mit Adleraugen die die Regalreihen des Supermarktes absuchte, ehe sie zu ihrem versteckten Rucksack ging. Er war noch da, unangetastet. Corey lächelte. Damit hatte sie gerechnet. Sie schulterte ihn und nahm dann tief Luft. Sie hatte draußen ein paar Untote gesehen und sie auch alle mit einem glatten Stich in den Kopf getötet. Ein paar davon hätte sie laufen lassen können, weil sie sie nicht entdeckt hatten, aber solange sie nicht in einer Herde auftauchten, hatte Corey es sich in letzter Zeit zur Aufgabe gemacht, sie zu erledigen. Irgendwann mussten es doch mal weniger werden, oder eben auch nicht.
Konnte schon sein, dass ihr schwarzes Shirt dabei ein paar Blutflecken abbekommen hatte, aber dank des dunklen Stoffes sah man sie kaum und es war nicht so, dass Corey es nicht gewohnt war. Sie nahm ihre Taschenlampe und machte sich auf den Weg, die Regalreihen entlang. Scheiße war im Moment, dass sie die Stofftasche in der Hand hatte und vier Decken. Würde sie jetzt ein solcher Untoter angreifen ... nun gut, sie hatte die Decken als Polster, sollte er da rein beißen ... Dennoch verspürte sie dezente Angst, als sie in den immer dunkler werdenden Supermarkt vordrang. Sie hatte Glück und kein Monster oder Sicko, wie sie sie ab und an nannte, war hier. Vielleicht hatte Joanna sie beseitige, wenn sie überhaupt soweit gekommen war. Corey wusste ja nicht, ob sie überhaupt noch lebte.
Dann aber sah sie einen dünnen Lichtschein in einem der Gänge. Das war schwaches Licht, dass unter einer Tür hindurchschien und das konnte nur eines bedeuten.
Sie näherte sich vorsichtig der Tür und öffnete sie auch genauso vorsichtig. Erleichtert stellte sie fest, dass es wirklich Joanna war, die inmitten des Raumes stand. Corey atmete hörbar aus, trat ein und schloss sofort die Tür hinter sich. Dann sah sie sich mit ihrer eigenen Taschenlampe um, dabei winkte sie Joanna kurz.
Keine Fenster, das war gut oder auch schlecht. Ein Belüftungsschacht, mindestens 50 cm breit und auch hoch. Corey runzelte ihre Stirn. Sie stellte ihren Rucksack, die Stofftasche, die nun einige Dinge enthielt auf dem Boden ab. In eine Ecke warf sie achtlos zwei der mitgebrachten Decken und Joanna reichte sie die zwei weiteren. Dabei entdeckte sie den Zettel neben ihr. Sie las ihn und legte ihn wieder zurück. Abermals hob sie ihren Finger, als Zeichen, dass sie gleich antworten würde.
Dann schnappte sie eine Weste, die wohl vor etlichen Jahren mal ein Mitarbeiter hier vergessen haben musste und diese klemmte sie am unteren Ende der Tür zwischen den Türspalt. Dann schnappte sie sich einen der Stühle. Es gab insgesamt drei, einer davon war ein Schreibtischstuhl, aber der interessierte sie nicht, er hatte Rollen. Einen der Stühle klemmte sie mit der Lehne direkt unter die Türklinke, damit sie niemad aufdrücken konnte. Aufbrechen würde man sie dennoch können. Den zweiten Stuhl stellte sie vor den Schrank, über welchem sich der Lüftungsschacht an der Wand befand. Corey kletter auf den Stuhl, testete, ob der Schrank stabil war, aber da er aus Metall war, war das wohl der Fall. Dann hievte sie sich auf ihn drauf. Dabei schlugen ihre Füße einmal gegen die Metalltür und es entstand ein mehr oder weniger lauter Rums. Corey verzog ihr Gesicht. Oh ja, sie wusste, dass sie gerade laut war, aber theoretisch hatte sie keine andere Wahl gehabt. Als sie zusammengekauert auf dem Schrank saß, der vielleicht nur gute 70 cm von der Decke entfernt war, zückte sie ihr Allzweckmesser aus ihrer Hosentasche und dann begann sie die Schreiben vom Gitter des Belüftungsschachts abzuschrauben. Wie zu erwarten kam keine frische Luft hinein. Die Ventilatoren darin funktionierten eben nur mit Strom, aber wenigstens war der Schacht breit genug. Nachdem sie das Gitter abgeschraubt hatte, leuchtete sie mit ihrer Taschenlampe hinein. Alles in Ordnung. Dann stellte sie jenes Gitter einfach nur wieder vor den Schacht. Sollte da etwas durchkommen, würde er das Gitter umschmeißen und zu Boden katapultieren. Das würde wenigstens Joanna wecken. Hoffentlich. Corey kletterte vorsichtig wieder von dem Schrank herunter. Diesmal ohne Geräusche zu verursachen. Sie hatte eine erstaunlich gute Körperbeherrschung und auch nicht wenige Muskeln. Den Stuhl ließ sie an Ort und Stelle stehen. Dann endlich kam sie zu Joanna zurück.
Sie musterte sie mit der Taschenlampe, abschätzend, ob es denn überhaupt noch Sinn machte, wenn sie ihr eine Antwort oder überhaupt etwas schrieb. Sie entschied sich, es zu versuchen.
~ Danke, dass du mir den Weg hier her geebnet hast. Die Straße draußen ist ruhig. Ich hab die ganzen Autos durchsucht und uns einige Decken besorgt und ich hab auch noch etwas mehr gefunden. Die Medikamente kenne ich nicht alle, aber heutzutage weiß man nie, wann man was gebrauchen kann und ob man es dann überhaupt findet. ~
Sie wollte Joanna den Zettel reichen, aber ihr fiel ein, dass das, was sie hier im Raum getan hatte, sicher merkwürdig schien, also fügte sie noch etwas an.
~ Man konnte das Licht unter der Tür hindurch schimmern sehen. Mir hat es gehoflen dich zu finden, obwohl ich auch das Büroschild hätte lesen können, aber es zieht auch Sickos an, also hab ich die Weste da hingetan und sollte es wirklich einen Notfall geben, ist der Luftungsschacht unser Fluchtweg. Die Ventilatoren funktionieren ohnehin nicht mehr, was allerdings auch bedeutet, dass wir nicht länger als nötig hier bleiben können, denn hier hinten wird es sonst stickig. Hast du eigentlich ein Reiseziel? ~
Jetzt reichte sie Joanna den Zettel und mann, sie hatte vielleicht viel geschrieben. Während Joanna also ein wenig was zu lesen hatte, leerte Corey die Stofftasche aus. Sie schnappte die Kerzen, die sie gefunden hatte. Es waren sechs, aber nur drei davon zündete sie mit ebenso gefundenen Streichhölzern an. Damit herrschte ein wenig Licht und die konnten die Batterien der Taschenlampen schonen. Apropos Batterien. Sie hatte auch davon welche gefunden. Außerdem jede Menge Medikamente. Corey kannte nur Ibuprofen, Paracetamol und noch ein paar andere Dinge gegen Erkältung und Entzündungen. Und eine Sache kannte sie davon ur allzugut. Valium. Es gab wohl einer der Autofahrer oder Mitfahrer, der Schlafprobleme hatte. Corey wollte die Packung erst nicht mitnehmen, aber sie war keine Ärztin, vielleicht brauchte man das Zeug oder vielleicht trafen sie mal auf einen Arzt, der es gebrauchen konnte. Diese Packung schob sie nun direkt Joanna zu und da hier so viel Papier und genug Stifte herumlagen, schrieb sie auf ein Blatt.
~ Kannst du das verwahren und es mir niemals, unter keinen Umständen, egal was ich tue, aushändigen? Niemals, verstehst du? Wenn es nicht anders geht, dann verbrenn es lieber, als es mir in die Hand zu geben. ~
Sie legte das Blatt zu der Packung hinzu. Anonsten gab es noch Medikamente, die Corey nicht kannte. Vielleicht würde sie eines Tages ja mal ein Buch in einer Bibliothek finden und alles nachlesen. Außerdem gab es zu all diesen Dingen auch noch ein wenig Nahrung, aber nichts bedeutendes. Sie hatte Reiswaffeln gefunden, noch verpackt. Die wurden nicht wirklich schlecht. Und zwei Dosen mit Tomatensuppe, außerdem eine Dose mit eingelegten Pfirsischen und ein Glas mit Marmelade und eines mit Erdnusbutter. Dazu gab es mal Toastbrot, aber das war in der Verpackung, die im Wagen dabei gelegen hatte, schon zu grau-grünem Staub verfallen. Aber sie hatten ja die Reiswaffeln und es gab einen Jackpot. Eine Dose Früchstücksfleisch. Corey hatte alles zwischen ihr und Joanna aufgestellt. Nichts davon würde sie in ihren Rucksack packen. Es war ganz offensichtlich, dass sie wieder mit der Blonden teilen würde. Und sie schrieb erneut auf einen neuen Zettel. Das hier war nicht nur ein Schlaraffenland für Trinker, sondern auch für Schreiber.
~ Bedien dich. Ich hab übrigens eine Karte der Stadt gefunden. Nicht weit von hier gibt es einen Outdoorladen, da würden wir sicher auch Campingzeugs finden und vielleicht auch mehr Waffeln. WAFFEN. ~
Corey verdrehte ihre Augen und korrigierte dieses eine Wort sofort wieder. Das wäre ein richtiger Outtake in einem Film geworden oder ein lustiger Schreibfehler in der Zeitung, für den irgendwer zum Boss zitiert wurde. Vielleicht hatte sie auch einfach nur Hunger. Dennoch würde sie teilen oder sogar alles einfach hergeben. Sie war nie der Ansicht gewesen, dass das, was jemand fand ihm auch wirklich gehörte. Es gehörte nur dem, der es am meisten brauchte.
Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Austin [Texas, USA]
von Corinne am 09.02.2025 03:19Corey beobachtete Cecilia und ein leichtes, sogar stolzes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, als sie sie ihr in Gebärdensprache zu verstehen gab, wie es ihr ging. Nur drei Tage waren vergangen, aber es war erstaunlich, was sich verändert hatte. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Sie stützte sich mit den Händen an der Kücheninsel ab und betrachtete ihre Ziehtochter ein wenig genauer. Sie war blass, wirkte ausgemergelt und hatte dunkle Ränder unter den Augen. Corey runzelte kaum merklich ihre Stirn. Entweder sie nahm Drogen, oder sie war gerade auf Entzug. Wenigstens war die Schwellung, die sie ihrem Vater zu verdanken hatte, dezent zurückgegangen, aber es würde wohl noch eine Weile dauern, bis man davonnichts mehr sah oder bis es nicht mehr weh tat.
Ganz unvermittelt legte Cecilia mit einem Mal ihren Handrücken auf Coreys Stirn. Es passierte so plötzlich, dass Corey erst nach wenigen Sekunden ihren Kopf wegdrehte und das reichte anscheinend, um Cecilia zu verstehen zu geben, dass sie Fieber hatte. Sie ließ die junge Frau den Block herausholen und las anschließend, was sie geschrieben hatte. Sie verdrehte nicht ihre Augen, sie seufzte nicht genervt, stattdessen schenkte sie Cecilia ein Grinsen und schrieb dann unter eben diese Worte von ihr.
~ Was von alleine kommt, geht von alleine wieder, wenn man es ignoriert. ~
Sie schob ihr den Block zu und hinkte dann zu einem der Schränke. Cecilia sah aus. als könnte sie etwas zu trinken vertragen. Also nahm sie ein frischen Glas und aus dem Kühlschrank eine Flasche Orangensaft. Mit diesem und dem Glas, dass sie benutzt hatte, nickte sie Richtung Couch, als Zeichen, dass sie es sich da gemütlich machen würden. Zumindest kurz, immerhin war es spät, aber Corey war sich sicher, dass Cecilia ohnehin nicht schlafen konnte. Sie humpelte zu der besagten Couch und stellte die beiden Gläser, sowie den Orangensaft auf dem Tisch ab. Dann band sie ihre Weste, die sie um ihre Hüfte geschlungen hatte ab, platzierte sie so auf der Couch, dass sie sich draufsetzen konnte und ihr Bein tunlichst nichts mit Blut beschmierte. Sie sah sich anschließend um. Den Block hatte Cecilia, aber Corey kramte in einer der Schubladen des Sofatisches herum. Als eine taube Familie gab es überall mal etwas zu schreiben. Und tatsächlich, die fand einen alten DinA5 Block auf dem ein paar Worte mit Kinderhand geschrieben standen. Corey betrachtete diese. Es waren Worte von Lean gewesen, zu denen er noch keine Zeichen kannte. Wie lange war das her? Mindestens schon fünf Jahre. Vielleicht länger. Sie hatte ihren beiden Jungs verdammt früh das Schreiben beigebracht und auch das lesen. Dennoch musste sie ihnen bis vor einem halben Jahr Abends immer noch ab und an vorlesen. Wie das funktinierte? Ganz einfach, in dem sie das, was sie las in ASL übersetzte. Manchmal benutzte sie auch PSL, das war einfacher und für ihre Jungs war es einerlei. Sie lächelte, als sie die kindliche Schrift sah, schlug das Blatt aber dann um und schrieb selbst.
~ Dir geht es also weder schlecht, noch gut? Und wie steht es um Sandro? Erzähl mal, hast du dich schon eingelebt? Waren meine Jungs und Elias nett zu dir? Ich hoffe, meine Mutter war noch nicht hier. Ó.ò ~
Sie fügte den gemalten Smiley tatsächlich hinzu. Dann hielt sie kurz inne. Unbedacht lehnte sie sich dabei auf ihr verletztes Bein und sofort zuckte sie mit einem zischenden Laut zurück. Sofort warf sie danach einen Blick zu Cecilia, aber sie schüttelte nur ihren Kopf und winkte lächelnd ab, als Zeichen, dass sie sich keine Sorgen machen sollte. Es war alles gut. War es eine Lüge? Vielleicht, aber wie sie in den letzten drei Tagen festgestellt hatte, war ihr ganzes Leben eine Lüge gewesen. Sie setzte den Stift wieder an.
~ Hast du was genommen? Hast du noch Angst? Und denk dran, du kannst sprechen und musst nicht schreiben. Wenn meine Schwester oder meine Mutter nicht hier sind, dann kann dich niemand hören. Sogar Max ist eine taube Nuss. ~
Okay, jetzt hatte sie sich und wahrscheinlich die ganze Deaf-Community gedisst, indem sie den Hund so genannt hatte. Sie grinste belustigt und reichte Cecilia den größeren Block und schaltete dann eine kleine Salzlampe auf dem Tisch an. Das war gemütlich und das dämmrige Licht reichte ihr, um Cecilias Lippen zu sehen. Dann nahm sie die Orangensaftflasche und schenkte ihnen beiden ein. Sie war so schön kühl, dass Corey nicht widerstehen konnte und sie an ihren Hals hielt. Daraufhin schloss sie kurz ihre Augen und zitterte leicht. Die Kühle tat gut und war doch so unangenehm zugleich. Als sie aber bemerkte, was sie tat, stellte sie die Flasche wieder blitzschnell auf den Tisch und wartete dann ab, was Cecilia zu berichten hatte.
Re: Purvis
von Joanna am 08.02.2025 15:35Selbst eine Kassenrolle war irgendwann und irgendwo zu Ende. Jo betrachtete das nun ein gutes Stück entfernt gerollte Papier. Solche ZEiten würde es nie wieder geben. Wo man einfach gemütlich in einen Supermarkt gehen konnte, um irgendetwas kaufen zu können. Die Zeiten waren vorbei und es ging nur noch um das nackte Überleben. Aus welchem Grund... das vermochte keiner zu sagen. In - vor allem betrunkenen - Momenten, in denen Joanna versuchte über so etwas wie den Sinn des Lebens nachzugrübeln, kam sie immer nur auf eines: das Leben selbst. Zu atmen, zu essen. Einfach die Existenz, dass man am Leben war. Das allein reichte schon, um leben zu wollen. Zumindest bei den meisten. Bei sich selbst war sie dar gar nicht so sicher, bei alldem Scheiß, den sie hatte erfahren müssen. Aber egal, irgendetwas trieb einen an. Immer weiter zu machen. Weiter zu kämpfen. Weiter zu leben.
Joannas Augen richteten sich von ihrem eigenen aufgeschriebenen Namen wieder zu der Fremden, als sie von dieser Bewegungen wahrnahm. Sie konnte zwar das Finger-Alphabet nicht, doch das 'o' erkannte sie zweifelsfrei. Die erste Bewegung (die ein wenig ausgesehen hatet wie ein geformter Haken mit dem kleinen Finger), hatte sie so schnell nicht erkennen können. Zumindest nicht schnell genug um es reproduzieren zu können. Als Corey auf sie deutete, versuchte Joanna es aber wenigstens. Streckte den kleinen Finger grade weg und machte irgendeine Hakenähnliche Bewegung nach innen und dann ein 'o'. Sie lächelte leicht und glaubte zu verstehen. Ganz sicher war sie sich allerdings nicht. Sie würde später mal nachfragen (vorausgesetzt sie schaffte es, daran zu denken).
Corey schrieb eine Weile. Joanna stellte sich zu ihr, um das Geschriebene zu lesen. Tja... bei dem ersten Absatz ging der Punkt definitiv an sie. Ja, wer war heutzutage kein Kämpfer? Das stimmte wohl. Und Glück musste man obendrein auch haben. Sich selbst konnte sie davon ja ebenfalls nicht freisprechen. Der zweite Absatz.... tat weh. Aber er war zu wahr, um ihn zu ignorieren. Vielleicht musste sie sich heute einfach mal wirklich am Riemen reißen (vorausgesetzt, sie fand hier überhaupt was zu trinken). Dann mussten ein oder zwei Flaschen Wein eben reichen. So, dass sie halt immer noch reagieren konnte, wenn irgendetwas war. Aber Corey hatte Recht. Besser Vorsicht als Nachsicht. Beim letzten Absatz lächelte sie leicht. Das freute sie tatsächlich. Sie wollte grade etwas dazu schreiben,a ls Corey ihr bedeutete, dass sie noch etwas hinzufügen wolle. Also ließ Joanna das zu und las auch die neuen Worte. Sie nickte, zum eichen, dass sie verstanden hatte. Dann schrieb sie noch rasch - den Block auf die Kasse hinter sich legend - dazu: ~ Ich werde versuchen, es nicht zu ausufernd werden zu lassen. Dann sehen wir uns später. ~
Einen Moment beobachtete Joanna, die Corey ihren Rucksack versteckte, und sich dann wieder auf den Weg machte, inklusive Einkaufstasche. Was sie wohl vorhatte? Jedenfalls war es schon ein Vertrauenszeugnis, dass sie ihren Rucksack hier ließ. Joanna rührte ihn nicht an (auch wenn die böse Stimme in ihr meinte, dass da Essen drin sei). Corey hatte ihr Essen gegeben, also gab es keinen Grund zu plündern. Sie nahm selbst einen Stoffbeutel und machte sich auf den Weg - der Kassenbonrolle folgend - zwischend ie Regale und suchte nach Ess- oder Trinkbarem, dass noch da war. Vorher hing sie sich selbstversetändlich noch ihre Waffe wieder um, die ihr schon so viele gute Dienste geleistet hatte. Grade nach der Warnung wollte sie nicht unvorbereitet den Supermarkt durchsuchen. Sie ging langsam und aufmerksam vor. Ihr Alkoholpegel - der einen unerfahrenen Trinker vermutlich schon isn Delir geschickt hätte - wurde von dem Adrenalin so runtergedrückt, dass sie perfekt einsatzfähig war. Die Ohren gespitzt, die Augen huschten in die Dunkelheit und die Regalreihen. Und dann - fand sie die Alkoholabteilung. Ihr Herz machte einen Satz. Sie wirkte fast vollständig. Ein peer zerbrochene Flaschen hier und da, wo man bei den Glasscherben aufpassen musste, keine knirschenden Geräusche zu verursachen oder sich Splitter zu holen. Aber sonst... unangerührt! Sie konnte ihr Glück nicht fassen. Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Hier würde sie sich auf jeden Fall richtig eindecken können. Wenn es gut funktionierte und der Platz sicher war, könnte sie sogar eine Weile hier bleiben. Bis sie das Feld abgegrast hätte. Der Gedanke gefiel ihr. Für den Moment nahms ie eine teure Weinflasche und legte sie in ihren Beutel. Rasch ging sie zurück zur Krasse, um noch ein paar weitere Stoffbeutel zu holen - einen davon elgte sie über ihre bereits eingepackte Flasche, dann legte sie eine zweite darauf und wiederholte das ganze noch mit einer dritten (diesmal aber Tequila - sie konnte nicht widerstehen). Die Stoffbeutel zwischen den Flaschen verhinderten Klirren, was etwaige Monster auf den Plan hätte rufen können.
Dann erst ging Joanna mit ihrer Beute vorsichtig weiter in den hinteren Teil des Ladens, der aufgrund fehlender Beleuchtung und fehlender Fenster dunkel war. Sie fand eine Leiche, welcher sie vorsichtshalbe ihre Waffe in die trockene Kehle stach. Er gab kein Geräusch vons ich. Also war er wohl tatsächlich tot und kein lebender Untoter gewesen. Sicher war sicher. Eine große Automatik-Schiebe-Tür führte in ein großes Warenlager. Natürlich gingen die Schiebetüren nicht auf, doch die manuelle daneben sehr wohl. So durchstreifte die Kanadierin das Lager. Ihre Tasche legte sie neben der Tür auf den Boden. Zwei Zombies überraschten sie. Dem einen durchbohrte sie wie schon der Leiche die Kehle, dem zweiten schlitzte sie den BAuch auf, trat ihm dann geradewegs in die Eingeweide, ehe sie die Klingen dann ebenfalls durch die Kehle schlitzen ließ, bis er sich nicht mehr regte. Einige blonde Strähnen hatten sich gelöst und hingen ihr ins Gesicht. Sie pustete sie weg, ging zu ihrem Beutel und öffnete sich die oberste Flasche - den Tequila - um daraus zwei große Schlucke zu nehmen. Das hatte sie sich grade verdient und die heimatliche Hitze des Getränkes in ihren Adern tat gut. Sie stellte die Flasche wieder beiseite und machte sich - die Waffe am Anschlag - wieder auf den Weg. Zombies waren keine mehr da. ABer sie fand einige volle Müslipackungen, und einige Konserven mit Erbsen und Bohnen, die in dunklen Ecken versteckt gerollt waren. Sie sammelte alles ein, stopfte es in einen weiteren Beutel. Auch ein paar Softgetränke fand sie, die sie mal für Corey mitnahm, sollte sie so etwas mögen - und viele verschimmelte Dinge, die sie getrost ignorierte.
Mit ihrer Beute verließ sie das Lager wieder - den Tequila hatte sie wieder eingepackt - und ging weiter. Bereits nach wenigen Schritten im eigentlichen Laden, fand sie eine weitere Tür - und hier war das Büro. Es war klein. Blätter von Aktenordnern bedeckten den Boden, ein Schreibtisch war heir mit diversen schwarzen MOnitoren, mit denen einstmals der Laden wohl auch überwacht worden war. Auch eine Kaffeemaschine war hier und eine schon lange gestorbene Pflanze. Es mochte nicht der gemütlichste Ort sein, aber definitiv sollte er zum Schlafen gut geeignet sein. Er hatte keine Fenster, nur einen schmales Lüfungsgitter über dem Schrank. Ihre Beutel stellte Joanna in der Ecke ab, ihren Rucksack gleich daneben. Sie band sich ihre Haare neu, holte dann die Softdrinks für Corey heraus und gönnte sich selbst noch einen Schluck Tequila. Aber sie sollte gleich zum Wein wechseln. Sie hatte Corey ja versprochen, dass sie nicht übertreiben wollte.
Sie nahm sich einen der Zettel vom Boden, fand in der Schublade einen Stift und schrieb: ~ Nebenan ist ein Lager. Da hab ich neben zweiZombies noch ein bisschen Verpflegung gefunden. Keine Sorge, die Zombies werden uns keine Probleme mehr machen. Die sind tot. Wie lief es bei dir? ~ Und dann lehnte sie sich auf dem Stuhl etwas zurück, gönnte ihrem Körper die kurze Entspannung und wartete auf Corey.

Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 08.02.2025 14:28Die Umarmung dauerte lange. Cecilia glaubte, Coreys Herzschlag sogar zu spüren. Sie war warm - sehr warm sogar - aber das lag sicher daran, dass sie aus einem warmen Auto gestiegen war. Sie hörte sie atmen, auch wenn es leicht angestrengt war (kein Wunder, sie hatte eine dreitägige Reise hinter sich) und es tat einfach nur gut sie da zu haben. Einfach nur gut, sie im Arm zu halten und zu wissen (oder zu hoffen), das wenigstens ein klein bisschen jetzt wieder ins Lot kommen könnte.
Stolz hatte sie ihre wenigen Brocken Gebärensprache präsentiert. Zugegebenermaßen war sie dankbar, dass Corey nicht aus ASL antwortete, sondern stattdessen aus ihrer Tasche wieder den Block herausholte. Dabei fiel Cecilia durchaus der dunkle Fleck auf der Hose auf. Die Schusswunde. Shit. Aber das machten sie besser, wenn sie drinnen waren (falls Cecilia da überhaupt etwas tun konnte, denn mit Erste Hilfe Maßnahmen kannte sie sich nun so gar nicht aus).
Unwillkürlich musste Cecilia leicht Lachen, als sie Coreys geschriebene Worte las. Das erste ehrliche Lachen seit Tagen. Es fühlte sich ungewohnt für ihre Gesichtsmuskulatur an. Vielleicht war es also auch noch länger her gewesen. Wer wusste es schon? Wie geht es dir? Tja... die Frage war nicht so einfach zu beantworten. Sie zuckte die Schultern und machte deine mit der flachen Hand eine Drehbewegung hin und her um zu sagen: So la-la. Was der vollen Wahrheit entsprach. Sie fühlte sich häufig schwach und zittrig, von der Übelkeit und dem Durchfall, welche sie beide immer wieder überkamen mal ganz zu schweigen. und ihren Nervenzusamenbrüchen, die Gott sei Dank aber niemand mitbekam außer Sandro. Und dem komplett fehlenden Schlaf. Zumindest erholsamen und guten Schlaf. Aber das war nichts, worüber sie reden oder an die große Glocke hängen wollte.
Wie es Corey ging würde Cecilia natürlich auch noch erfragen. Aber damit woltle sie warten, bis sie drinnen im Warmen waren.
Sie wollte Corey die Tasche abnehmen, doch da hatte sie diese schon selbst in der Hand und humpelte los. Bildete sich Cecilia das ein, oder war das Humpeln stärker geworden? Sie folgte ihrer Lebenden Mutter und hielt ihr sofort die Haustür auf. mit dem Licht in der Küche, wo sich Corey gleich ein Glas Wasser einschenkte, konnte Cecilia ihre Mum nun näher betrachten. Schweiß stand auf ihrer gebräunten Stirn, ihre Augen wirkten glasig. Oder besser gesagt... fiebrig? Sofort war Cecilia bei ihr und legte ungefragt ihren Handrücken auf Coreys Stirn. Jep. Sie glühte nahezu. ihre Augen wanderten hinutner zu dem recht großen Blutfleck auf ihrer Hose und sie biss sich auf die Lippen. Das überstieg ihre dürfitgen ASL-Fähigkeiten bei weitem.
Sie bückte sich um den Block wieder herauszuholen - sie hatte sich gemerkt, wo Corey den hingetan hatte, und schrieb: ~ Kann es sein, dass sich die Wunde entzündet hat? ~ Besorgt sah sie ihre Mutter an und war hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, ihr alle Freiheiten zu lassen und sie zu bitten, sich aufs Sofa zu legen und auszuruhen...

Re: Adria's kreative Ecke
von Adria am 07.02.2025 19:07Freut mich das sie dir gefällt 

Sometimes the only payoff for having any faith
Is when it's tested again and again everyday
Quelle Gifs: Tumblr Quelle Zitat: Songtexte.com
Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Purvis
von Corinne am 07.02.2025 12:31Corey nahm den Notizblock entgehen und las die Worte, die darauf geschrieben waren. Natürlich wusste sie, was die Untoten anzog und dass es hauptsächlich Lichter und Geräusche waren. Sie hatte in ihrem Leben nie so viel über Geräusche lernen müssen, wie in den vergangenen drei Jahren. Sie hatte gelernt, darauf zu achten, was auch nur minimal laut war. Sie selbst war es jedenfalls nicht, das war wenigstens schon mal ein Vorteil gewesen, aber anders, als Andere, bemerkte sie zu Beginn der Apokalypse selten, wann sie versehentlich zu laut war. Heute jedoch konnte sie abschätzen, was Geräusche verursachte. Sie würde fast schon sagen, sie konnte es spüren, und das nicht unbedingt immer anhand von Vibrationen. Joanna hatte recht. Die Untoten würden nicht auf sie aufmerksam werden, wenn sie leise waren, aber wenn doch, dann waren sie einkesselt und das machte Corey Angst, auch, wenn sie es nie zugeben würde.
Sie seufzte leise und blickte zu den entfernten, großen Fenstern der Ladenfront, die erstaunlicherweise alle, bis auf die Eingangstür intakt waren. Die Zeit wurde knapp, bald schon würde es dämmern. Vielleicht hatte Joanna recht, andererseits würde sie nicht darauf vertrauen, dass sie noch was mitbekam, wenn sie besoffen war. Corey bemerkte, dass Joanna ebenso etwas auf die Kassenrolle schrieb und sie dann aufrollte und rollen ließ. Ein wenig verdutzt blickte Corey der Rolle nach, die irgendwo im nirgendwo endete. Wie viele Meter Papier da wohl drauf waren? Wie viel davon wohl täglich aufgebraucht worden war, ehe alles zusammengebrochen war? Ob jemals wieder solche Kassenbons gebraucht wurden? Joanna schien das Fortrollen der Rolle zu amüsieren, wie es ein Kind erfreute und Corey hatte keine Ahnung, ob das schon der Alkohol war oder ob Joanna an sich eine solche Persönlichkeit hatte. Jedenfalls amüsierte es sie innerlich, dass Joanna sich irgendwie darüber freute.
Letztlich schaute sie auf den Teil zu ihren Füßen und selbst im Stehen konnte sie den dort geschriebenen Namen sehen. Joanna. Corey lächelte zaghaft und nickte. Daraus einen Spitznamen zu machen, war einfach. Jo. Und es würde mit ihrem Fingern auch einfach zu buchstabieren sein, bis sie Joanna besser kannte und sich ein passendes Zeichen zu ihren dominanten Anfangsbuchstaben überlegt hatte. Sie blickte die Fremde an und nickte. Dann hob sie ihre Hand. Bildete das J des amerikanischen Fingeralphabets und ließ diese Handbewegung ganz schwungvoll, elegant und ziemlich schnell in ein O übergehen. (//You know, what you know!//) Eine sehr angenehme Bewegung und vor allem schnell und effizient. Nachdem sie diese Bewegung durchgeführt hatte, zeigte sie auf Joanna, um ihr zu vermitteln, dass dies das Zeichen war, wenn sie sie ansprach oder rief, wenn man es denn so nennen konnte.
Dann erst nahm sie wieder den Stift und begann zu schreiben. Um ehrlich zu sein, hatte sie sich in der Sekunde entschieden, als sie Joanna das vorherige Zeichen gezeigt hatte, trotz aller Zweifel.
~ Wer ist heutzutage, der noch atmend aufrecht steht, denn kein Kämpfer? Ich würde sagen, ich hatte einfach Glück und vielleicht ein wenig Köpfchen. ~
Sie zögerte wieder kurz, nachdem sie das geschrieben hatte. Sie wollte im Nachfolgenden wirklich nicht unhöflich wirken. Erst recht nicht, weil sie registriert hatte, dass Joanna offensichtlich ein Alkoholproblem hatte. Wenn es nicht so gefährlich wäre, hätten das wahrscheinlich in diesen Zeiten viele oder vielleicht hatten auch viele schon das Problem, sie hatten es nur nicht überlebt.
~ Es tut mir Leid, aber das beruhigt mich nicht wirklich. Ich zweifel dein Gehör nicht an, wirklich nicht. Genauso wenig, wie ich dein Urteilsermögen anzweifel, aber ich weiß, wie wenig betrunkene Menschen auf irgendwas reagieren. ~
Hatte sie Erfahrung? Vielleicht. Woher? Das spielte keine Rolle. Vielleicht waren Alkohol und Drogen oder Medikamente auch das ein und selbe. Sie berauschten, machten einen unzurechnungsfähig. Dennoch hatte Joanna recht. Sie hatte bislang überlebt und das musste etwas heißen.
~ Aber ich werde das Angebot dennoch annehmen und die Nacht mit dir in dem Büro verbringen. Vorausgesetzt wir finden es. ~
Die Nacht mit ihr im Büro verbringen. Wie das klang. Früher hätte man da auf eine Affaire geschlossen, heute würde sich keiner mehr darim scheren. Corey verdrehte schmunzelnd ihre Augen. Ihr Blick wanderte für einen kurzen Moment zu dem goldenen, schlichten Ring an ihrem linken Ringfinger, den sie niemals wagen würde abzulegen und dann reichte sie der eigentlich noch Fremden, zu der sie endlich einen Namen hatte, den Block und während sie las, kramte Corey wieder in ihrem Rucksack herum. Sie nahm zwei Taschenlampen heraus. Die würden sie im hinteren Teil des Ladens brauchen. Eine davon reichte sie Joanna, die Ersatzlampe behielt sie selbst. Beide hatten frische Batterien drin. Noch einmal sah sie zum Eingang. Joanna würde wohl ihren Alkohol suchen gehen und auch fündig werden, dann konnte sie auch noch mal kurz raus. Joanna las zwar gerade oder war fertig, aber Corey deutete an, dass sie noch etwas hinzuschreiben wollte und das tat sie, den Block ließ sie aber in Joannas Hand ruhen, sie hielt ihn nur ein wenig fest, damit sie so besser schreiben konnte. Gerade war sie ihr so verdammt nahe und sie konnte die Fahne noch einmal um ein Vielfaches riechen. Wie viel hatte sie bitte schon intus? Dennoch ließ sie sich nichts anmerken.
~ Ich werde uns noch ein paar Dinge besorgen. Pass im hinteren Teil des Ladens auf dich auf. Da war ich noch nicht. ~
Das sollte als Hinweis, dass sie nicht wusste, was da lauerte oder feststeckte, reichen. Dann blickte sie Jo noch einmal an, schenkte ihr ein kleines Lächeln, versteckte ihren Rucksack bei der Kasse und machte sich nur mit ihren Waffen und einer unter der Kasse ausgeliehenen Einkaufstasche aus Stoff, auf den Weg.










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