Austin [Texas, USA]

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Cecilia

22, Weiblich

FSK 18 Mensch gut androsexuell Two-Spirit panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

Beiträge: 242

Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 06.02.2025 19:22

------- Corey & Cecilia IN aus Mexiko ------------->

Es war drei Tage später und spät Abends. Der Mond war bereits an dem dunklen Himmel aufgegangen. Cecilia sah ihn durch das Fenster hindurch. Er strahlte sein blasses fahles Licht auf den Vorhof, auf dem alles verlassen schien. Elias und die Jungs waren im Haus. Vielleicht schliefen sie auch schon. Cecilia wusste es nicht. Abgesehen von dem Tag-Nacht-Zyklus hatte sie kein Zeitgefühl und sah auch nicht auf die Uhr. Nachdem sie in Texas angekommen waren und mit einem weiteren Mietauto hierhin gefahren waren, hatte Elias sie nur einmal durch die Räumlichkeiten gefühlt - ihr Küche und Bad und Wohnzimmer und alles gezeigt - und sie schließlich in ihr versprochenes Zimmer angrenzend zum Haus gebracht, was früher einmal eine Garage gewesen worden war. Überrascht stellte Cecilia fest, dass sich Elias an ihre Bitte gehalten und tatsächlich nichts gestrichen hatte. Farben, die er wohl noch irgendwie vorrättig gehabt ahtte, inklusive Kreppband und Folien zum Abdecken des Bodens lagen allerdings bereit. Auch ein Kinderbett und ein normales Bett zum Schlafen, ein Tisch und ein Schrank waren da. Ansonsten war alles spärlich - logisch. Sie wollten es ja renovieren. Sie bekam einen Schlüssel zum Abschließen.
Ihre erste Amtstat war tatsächlich gewesen, sich einzuschließen. Dann - nachdem sie Sandro gestillt und in sein Bett gelegt hatte, inklusive eines T-Shirts von ihr, mit dem er spielen konnte, hatte sie damit begonnen, selbstständig die obere Hälfte der Wände beige zu streichen. Es brauchte fast die ganze Nacht und danach war sie so tot, dass sie tatsächlich fast fünf Stunden durchschlief, ehe sie erneut aus einem Alptraum aufschreckte. Als sie aufwachte, schlich sie sich in die Küche, stibitzte sich aus dem Kühlschrank ein paar Pfannekuchen, die Elias oder die Jungs wohl gemacht hatten und zog sich mit der Beute sofort wieder in die Garage zurück. Sie hatte niemanden gesehen und das war auch gut so. Sie wollte niemandem schaden. Das war das letzte, was sie wollte. Nachdem sie etwas gegessen und sich um Sandro gekümmert hatte - wickeln, stillen und kuscheln, sogar ein wenig spielen - verbrachte sie den Tag damit, die untere Hälfte der Wände in einem dunklen lila zu streicheln. Ihr gefiel die Farbkombo. Am liebsten würde sie noch Akzente darein haben, in Form von Holz-Dielen, aber das musste sie sich wohl für später aufheben, wenn sie Geld für so etwas hatte. Denn das künstlichere Talent um das nur zu simulieren hatte sie ganz sicher nicht. Sie war ja schon stolz, dass sie das Streichen so hinbekommen hatte. Insbesondere mit den Entzugserscheinungen, die sie immer stärker hitteten. Sie schlief beschissen, übergab sich (in letzter Sekunde nutzte sie den Eimer mit weißer Farbe, in dem Gott sei Dank nciht mehr so viel drin gewesen war) und musste wegen Durchfalls öfter das Haupthaus und das Bad betreten, als ich lieb war. Immer achtete sie dabei möglichst darauf, von niemandem gesehen zu werden. Unbeachtet zu bleiben. Das war ihr am liebsten. Und sonst war da das Craving. Sie sehnte sich nach dem Heroin. So stark, dass es ihr manchmal vorkam wie körperliche Schmerzen. Doch der Gedanke das Haus zu verlassen, die Angst - und ja, auch Coreys mahnende Abschluss-Worte - hielten sie davon ab. Sie lenkte sich ab mit ihrem Projekt. Mit dem Malen. Sie sah sich YouTube-Videos an zu ASL und versuchte, sich selbst die ersten kleinen Basics beizubringen. Sie zeichnete sich einen Grundriss des Raumes und überlegte, so sie was hinhaben wollte, veruschte aufzuzeichnen, wie sie sich diesen Raum als Wohnung vorstellte und verfasste eine Einkaufsliste. sie googelte auf ihrem Handy, welche Preise es ungefähr waren um sich auszurechnen, wie viel Geld sie würde zusammensparen müssen, um sich das Inventar dass sie wollte zu kaufen.
Daran saß sie gerade, als sie draußen einen Motor hörte. Sie blickte vom Mond herunter und zwei Scheinwerfer bogen in die Einfahrt ein. Cecilias Herz stolperte und sie hielt inne. War das... konnte das...? Sie warf einen schnellen Blick zurück auf ihren Sohn, doch er schien ruhig zu schlafen. Also schloss sie die Tür auf, lief stolpernd - und barfuß - nur in ihrem hellblauen Schlafanzug gekleidet hinaus. Die platte kalte Erde schien sich in ihre Füße zu drücken, unangenehm stark, doch es war egal. Denn Corey war tatsächlich ausgestiegen und ohne Halt zu machen, ohne zu zögern, schlang sie ihre Arme um sie und drückte sie fest. Sie hatte kaum gewagt daran zu denken, dass sie wirklich kommen würde, hatte sich schon gefragt wie sie das Haus verlassen sollte, ohne dann nicht doch Dummheiten zu machen, wie sie Geld verdienen sollte, ohne sich wieder zu verkaufen oder sonst was...
Aber nun war Corey tatsächlich da und vielleicht würde ein Teil - wenigstens ein kleiner Teil - endlich wieder gut werden...
Erst nach einer Weile ließ sie ihre Mutter los und gebärderte das, was sie für diesen unwahrscheinlichen Fall geübt hatte - langsam zwar und immer wieder zwischendurch nachdenkend um bloß nichts zu vergessen (diese innere immerwährende Unruhe half nicht zwingend dabei): Ich vermisst dich, Mum.

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 07.02.2025 01:55

Genau wie Corey ausgerechnet hatte, brauchte sie drei Tage, um von Tijuana, Mexiko nach Austin, Texas zu fahren. Im Nachhin musste sie sich eingestehen, dass es eine völlig absurde Idee gewesen war, die Reise alleine auf sich zu nehmen. Zwar hatte sie ihrem Mann, ihrer Schwester und Ziehtochter gesagt, sie würde nicht alleine fahren, aber das war mehr ein Versuch gewesen sie zu beruhigen. Leider war der ja auch nach hinten losgegangen, weil Elias vermutete, dass sie an Deryks Seite reisen würde. Vielleicht sollte sie ihrem Ehemann allmählich doch mal reinen Wein einschenken und ein ernstes Gespräch mit ihm führen.
Jedenfalls war sie nach Mitternacht in Austin bei dem zuständigen Autoverleih-Service, der den Mietwagen aus Tijuana annehmen würde, angekommen. Sie musste noch ein paar Unterschriften geben und der Wagen wurde inspiziert. Aber da Corey vorsichtig gefahren war, wenigstens eine Sache, die sie sich selbst als Pluspunkt gutschreiben konnte, fehlte dem Wagen nichts. Nicht einmal Blutspuren waren zu finden. Die Fahrt und die ständige Belastung des Beines hatten Corey in der Tat nicht gut getan. Ständig war die Wunde aufgeplatzt, blutete durch den Verband und ihre Hosen hindurch. So, wie auch im Moment, weswegen sie im Taxi ihre Weste als Unterlage benutzt hatte. Die war nun auch ruiniert. Sie war definitiv verrückt. Von den Schmerzen, die sie hatte mal ganz abgesehen. Sie hatte schon die ein oder andere Wunde, aber keine hatte bisher so weh getan. Vielleicht lag es auch daran, dass die Haut um die Einschusswunde extrem gerötet und heiß wie Feuer war. Apropos heiß. Tijuana war heiß gewesen, aber Austin hatte sie um diese Jahreszeit nicht so extrem in Erinnerung und trotzdem schwitzte sie und es fühlte sich an, als würde sie verbrennen. Sogar ihre Augen brannten, so heiß war ihr und das bei Nacht, die in Texas im allgemeinen stark herunterkühlte.
Weit nach Mitternacht kam sie schließlich mit dem Taxi vor ihrem eigenen Haus an. Ein paar Sekunden rührte sie sich nicht. Sie betrachtete es nur. Dann bezahlte sie den Taxifahrer, stieg mühsam aus und zog ihre Reisetasche vom Sitz herunter. Dann stand sie einfach nur da und betrachtete die Szenerie vor ihr, während das Taxi wieder vom Hof fuhr.
Alles hier war ihr so vertraut. Das Haus, die Einfahrt, der Garten, die gesamte Straße. Im Gegensatz zu anderen Teilen Texas' gab es in Austin unheimlich viel Grün, nur an manchen Stellen war das Gras verbrannt, aber die Bäume, Sträucher und Blumen wuchsen ganz wunderbar. Hinter ihrem recht großen, umzäunten Garten erstreckte sich die Natur und zur rechten Seite des Hauses erhob sich die ferne Silhouette der Großstadt. Sie lebten außerhalb von Austin, genauer gesagt in West Oak Hill. Eine suburb Nachbarschaft, wie man es auch nannte. Sie waren hier fern des hektischen Großstadtlebens und hatten es trotzdem nicht weit in die Stadt und auch ohne Auto eine wunderbare Anbindung. Wie sehr hatte sie sich danach gesehnt wieder zuhause zu sein und doch kam es ihr vor, wie ein Traum. Alles wirkte so so fern und fremd und doch irgendwie vertraut. Wahrscheinlich war sie wirklich verrückt.
Das Haus lag im Dunkeln. Kein Wunder, es war mitten in der Nacht und mit Sicherheit schliefen die Bewohner, ihre Familie schon. Es war diese Erkenntnis und der Moment, in dem Corey eine Bewegung zu ihrer Rechten wahrnahm. Sie erschrak sich nicht, verspürte nicht einmal Angst. Zuhause hatte man für gewöhnlich weniger Angst oder vielleicht hatte ihre Intuition gegriffen, bevor sie registrieren konnte, was wirklich geschah. Wahrscheinlich war sie auch einfach nur verrückt genug, um sich nicht mehr zu fürchten. Sie blickte zu Cecilia hin, wie sie nur im Schlafanzug und barfuß auf sie zugerannt kam. Corey rechnete schon mit einer Umarmung und ließ ihre Tasche einfach fallen. Und so kam es. Cecilia umarmte sie fast schon stürmisch. Corey taumelte leicht, aber die junge Frau hatte sie fest im Griff und dafür war sie dankbar. Auch sie schlang ihre Arme um sie und seit langem genoß sie mal wieder eine Umarmung, weswegen sie sie wahrscheinlich länger hielt, als nötig gewesen wäre. Als sie sich wieder von einander lösten, lächelte Corey sie schwach an und im Schein der Straßenlaternen und den Strahlen des Mondes, verfolgte sie Cecilias Bewegungen mit der Hand aufmerksam. Sofort verbreiterte sich ihr Lächeln. Cecilias Bewegungen waren stockend, aber klar erkennbar. Lediglich die Grammatik stimmte nicht, aber die meisten Hörgeschädigten oder Gehörlosen verstanden neben ASL auch PSL, Pidgin sign language. Die Gebärdensprache, die den originalen, englischen Grammatikaufbau nutzte und nur die Worte wegließ, die auch ASL nicht nutzte. Ihre Mutter und hörende Freunde nutzten den Stil und das war in Ordnung. Corey korrigierte nichts. Es gab auch nichts zu korrigieren. Der Flow würde von alleine für Cecilia kommen. Es war ohnehin erstaunlich, dass sie sich wirklich die Mühe gemacht hatte ein wenig ASL zu lernen. Ob ihr Elias das beigebracht hatte? Wie es hier wohl lief? Corey bückte sich und holte den altbekannten Notizblock aus ihrer Tasche. Das Blut an ihrer Hose war entgegen ihrer Vermutung nicht getrocknet. Dann blutete die Wunde also noch oder schon wieder. Darum würde sie sich später kümmern. Sie richtetet sich wieder auf, darauf bedacht das Gesicht vor Schmerz nicht zu verziehen. Dann schrieb sie:
~ Nicht schlecht. Du hast einen südländischen Akzent. ~
Sie grinste, als sie diese Worte schreibte. So ganz der Wahrheit entsprach das nicht. Gebärdensprachen hatten keine Akzente in dem Sinne, aber eben ihre gewissen Eigenheiten, anhand welcher man zuordnen konnte, woher eine Person kam und wo sie es gelernt hatte.
~ Ich hab dich auch vermisst. Wie geht es dir? ~
Setzte sie darunter und reichte Cecilia den Block und Stift. Dann hob sie ihre Tasche auf und zeigte auf die Haustür. Dann ging sie langsam los. Stark hinkend, obwohl sie es vermeiden wollte, aber mehr ließ sie sich immer noch nicht anmerken. Stattdessen zog sie den Schlüssel aus ihrer Hosentasche und öffnete die Haustür. Cecilia war aus der Garage gekommen, also hatte sie nicht mal eine Ahnung, ob sie viel im Haus unterwegs war, aber Corey brauchte einfach ein Glas eiskaltes Wasser und ein weiches Sofa. Und so trat sie ein. Es war keinen Flur direkt, den sie betraten. Der abgetrennte Teil gehörte zu dem riesigen, offenen Raum, der auf der rechten Seite eine moderne, große Küche mit Kochinsel hatte. In der Mitte befand sich der große Esstisch und zur linken den Wohnzimmerbereich, sowie die Tür, die zur seitlichen Terrasse führte und den Blick auf die Skyline von Austin offenbarte. Sie stellte ihre Tasche achtlos in die Ecke und humpelte erst mal zum Kühlschrank. Auf dem Weg dorthin drehte sie die Klimaanlage im Haus, erheblich runter obwohl die bereits lief und es eigentlich recht kühl im Haus war. Am Kühlschrank angekommen, nahm sie eine Wasserfalsche raus, schnappte sich ein Glas, das herumstand (sie wusste, es war Elias' Glas, denn er hatte die Eigenheit nur die Gläser mit den weißen Streifen zu nutzen und selbst, wenn es Cecilias oder das Glas einer ihrer Jungs war, war es ihr ziemlich egal, blieb alles in der Familie) und schenkte sich ein. Sie trag es gierig und in einem Zug leer. Tatsächlich bot sie Cecilia nichts an, weil sie davon ausging, dass sie sich wie zuhause fühlte und längst wusste, wo die sauberen Gläser standen. Sie konnte ja nicht ahnen, dass es irgendwie nicht so war.

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Cecilia

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 08.02.2025 14:28

Die Umarmung dauerte lange. Cecilia glaubte, Coreys Herzschlag sogar zu spüren. Sie war warm - sehr warm sogar - aber das lag sicher daran, dass sie aus einem warmen Auto gestiegen war. Sie hörte sie atmen, auch wenn es leicht angestrengt war (kein Wunder, sie hatte eine dreitägige Reise hinter sich) und es tat einfach nur gut sie da zu haben. Einfach nur gut, sie im Arm zu halten und zu wissen (oder zu hoffen), das wenigstens ein klein bisschen jetzt wieder ins Lot kommen könnte.
Stolz hatte sie ihre wenigen Brocken Gebärensprache präsentiert. Zugegebenermaßen war sie dankbar, dass Corey nicht aus ASL antwortete, sondern stattdessen aus ihrer Tasche wieder den Block herausholte. Dabei fiel Cecilia durchaus der dunkle Fleck auf der Hose auf. Die Schusswunde. Shit. Aber das machten sie besser, wenn sie drinnen waren (falls Cecilia da überhaupt etwas tun konnte, denn mit Erste Hilfe Maßnahmen kannte sie sich nun so gar nicht aus).
Unwillkürlich musste Cecilia leicht Lachen, als sie Coreys geschriebene Worte las. Das erste ehrliche Lachen seit Tagen. Es fühlte sich ungewohnt für ihre Gesichtsmuskulatur an. Vielleicht war es also auch noch länger her gewesen. Wer wusste es schon? Wie geht es dir? Tja... die Frage war nicht so einfach zu beantworten. Sie zuckte die Schultern und machte deine mit der flachen Hand eine Drehbewegung hin und her um zu sagen: So la-la. Was der vollen Wahrheit entsprach. Sie fühlte sich häufig schwach und zittrig, von der Übelkeit und dem Durchfall, welche sie beide immer wieder überkamen mal ganz zu schweigen. und ihren Nervenzusamenbrüchen, die Gott sei Dank aber niemand mitbekam außer Sandro. Und dem komplett fehlenden Schlaf. Zumindest erholsamen und guten Schlaf. Aber das war nichts, worüber sie reden oder an die große Glocke hängen wollte.
Wie es Corey ging würde Cecilia natürlich auch noch erfragen. Aber damit woltle sie warten, bis sie drinnen im Warmen waren.
Sie wollte Corey die Tasche abnehmen, doch da hatte sie diese schon selbst in der Hand und humpelte los. Bildete sich Cecilia das ein, oder war das Humpeln stärker geworden? Sie folgte ihrer Lebenden Mutter und hielt ihr sofort die Haustür auf. mit dem Licht in der Küche, wo sich Corey gleich ein Glas Wasser einschenkte, konnte Cecilia ihre Mum nun näher betrachten. Schweiß stand auf ihrer gebräunten Stirn, ihre Augen wirkten glasig. Oder besser gesagt... fiebrig? Sofort war Cecilia bei ihr und legte ungefragt ihren Handrücken auf Coreys Stirn. Jep. Sie glühte nahezu. ihre Augen wanderten hinutner zu dem recht großen Blutfleck auf ihrer Hose und sie biss sich auf die Lippen. Das überstieg ihre dürfitgen ASL-Fähigkeiten bei weitem.
Sie bückte sich um den Block wieder herauszuholen - sie hatte sich gemerkt, wo Corey den hingetan hatte, und schrieb: ~ Kann es sein, dass sich die Wunde entzündet hat? ~ Besorgt sah sie ihre Mutter an und war hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, ihr alle Freiheiten zu lassen und sie zu bitten, sich aufs Sofa zu legen und auszuruhen...

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.02.2025 14:30.

Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 09.02.2025 03:19

Corey beobachtete Cecilia und ein leichtes, sogar stolzes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, als sie sie ihr in Gebärdensprache zu verstehen gab, wie es ihr ging. Nur drei Tage waren vergangen, aber es war erstaunlich, was sich verändert hatte. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Sie stützte sich mit den Händen an der Kücheninsel ab und betrachtete ihre Ziehtochter ein wenig genauer. Sie war blass, wirkte ausgemergelt und hatte dunkle Ränder unter den Augen. Corey runzelte kaum merklich ihre Stirn. Entweder sie nahm Drogen, oder sie war gerade auf Entzug. Wenigstens war die Schwellung, die sie ihrem Vater zu verdanken hatte, dezent zurückgegangen, aber es würde wohl noch eine Weile dauern, bis man davonnichts mehr sah oder bis es nicht mehr weh tat.
Ganz unvermittelt legte Cecilia mit einem Mal ihren Handrücken auf Coreys Stirn. Es passierte so plötzlich, dass Corey erst nach wenigen Sekunden ihren Kopf wegdrehte und das reichte anscheinend, um Cecilia zu verstehen zu geben, dass sie Fieber hatte. Sie ließ die junge Frau den Block herausholen und las anschließend, was sie geschrieben hatte. Sie verdrehte nicht ihre Augen, sie seufzte nicht genervt, stattdessen schenkte sie Cecilia ein Grinsen und schrieb dann unter eben diese Worte von ihr.
~ Was von alleine kommt, geht von alleine wieder, wenn man es ignoriert. ~
Sie schob ihr den Block zu und hinkte dann zu einem der Schränke. Cecilia sah aus. als könnte sie etwas zu trinken vertragen. Also nahm sie ein frischen Glas und aus dem Kühlschrank eine Flasche Orangensaft. Mit diesem und dem Glas, dass sie benutzt hatte, nickte sie Richtung Couch, als Zeichen, dass sie es sich da gemütlich machen würden. Zumindest kurz, immerhin war es spät, aber Corey war sich sicher, dass Cecilia ohnehin nicht schlafen konnte. Sie humpelte zu der besagten Couch und stellte die beiden Gläser, sowie den Orangensaft auf dem Tisch ab. Dann band sie ihre Weste, die sie um ihre Hüfte geschlungen hatte ab, platzierte sie so auf der Couch, dass sie sich draufsetzen konnte und ihr Bein tunlichst nichts mit Blut beschmierte. Sie sah sich anschließend um. Den Block hatte Cecilia, aber Corey kramte in einer der Schubladen des Sofatisches herum. Als eine taube Familie gab es überall mal etwas zu schreiben. Und tatsächlich, die fand einen alten DinA5 Block auf dem ein paar Worte mit Kinderhand geschrieben standen. Corey betrachtete diese. Es waren Worte von Lean gewesen, zu denen er noch keine Zeichen kannte. Wie lange war das her? Mindestens schon fünf Jahre. Vielleicht länger. Sie hatte ihren beiden Jungs verdammt früh das Schreiben beigebracht und auch das lesen. Dennoch musste sie ihnen bis vor einem halben Jahr Abends immer noch ab und an vorlesen. Wie das funktinierte? Ganz einfach, in dem sie das, was sie las in ASL übersetzte. Manchmal benutzte sie auch PSL, das war einfacher und für ihre Jungs war es einerlei. Sie lächelte, als sie die kindliche Schrift sah, schlug das Blatt aber dann um und schrieb selbst.
~ Dir geht es also weder schlecht, noch gut? Und wie steht es um Sandro? Erzähl mal, hast du dich schon eingelebt? Waren meine Jungs und Elias nett zu dir? Ich hoffe, meine Mutter war noch nicht hier. Ó.ò ~
Sie fügte den gemalten Smiley tatsächlich hinzu. Dann hielt sie kurz inne. Unbedacht lehnte sie sich dabei auf ihr verletztes Bein und sofort zuckte sie mit einem zischenden Laut zurück. Sofort warf sie danach einen Blick zu Cecilia, aber sie schüttelte nur ihren Kopf und winkte lächelnd ab, als Zeichen, dass sie sich keine Sorgen machen sollte. Es war alles gut. War es eine Lüge? Vielleicht, aber wie sie in den letzten drei Tagen festgestellt hatte, war ihr ganzes Leben eine Lüge gewesen. Sie setzte den Stift wieder an.
~ Hast du was genommen? Hast du noch Angst? Und denk dran, du kannst sprechen und musst nicht schreiben. Wenn meine Schwester oder meine Mutter nicht hier sind, dann kann dich niemand hören. Sogar Max ist eine taube Nuss. ~
Okay, jetzt hatte sie sich und wahrscheinlich die ganze Deaf-Community gedisst, indem sie den Hund so genannt hatte. Sie grinste belustigt und reichte Cecilia den größeren Block und schaltete dann eine kleine Salzlampe auf dem Tisch an. Das war gemütlich und das dämmrige Licht reichte ihr, um Cecilias Lippen zu sehen. Dann nahm sie die Orangensaftflasche und schenkte ihnen beiden ein. Sie war so schön kühl, dass Corey nicht widerstehen konnte und sie an ihren Hals hielt. Daraufhin schloss sie kurz ihre Augen und zitterte leicht. Die Kühle tat gut und war doch so unangenehm zugleich. Als sie aber bemerkte, was sie tat, stellte sie die Flasche wieder blitzschnell auf den Tisch und wartete dann ab, was Cecilia zu berichten hatte.

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Cecilia

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 09.02.2025 19:12

Cecilia zog die Augenbrauen zusammen, als sie Coreys Antwort las und schüttelte dann entschieden den Kopf. Nein, so funktionierte das nicht! ~ Bei sowas wie deiner Wunde wird es durch Ignorieren eher schlimmer!! ~, schrieb sie entschieden darunter, während Corey wieder etwas herausholte. Das Hinken bereitete Cecilia Sorgen. Und generell ihre Vergassung. Ob ihre Fahrt aleine wirklich die beste Option gewesen war? Cecilia hatte keinen Führerschein, aber vielleicht hätten wirklich Deryk oder Elias sie fahren sollen, damit sie das Bein schonen konnte...
Als sie sah, was Corey vor hatte, folge sie ihr - mitsamt des Blockes. Sie hätte ihr auch die Flasche und das Glas abgenommen, aber mittlerweile kannte sie Corey zu gut und wusste, dass sie das nicht zulassen würde. So setzte sie sich auf den Rand des Sessels und reichte Corey den Block, nachdem diese sich endlich auf dem Sofa niedergelassen hatte. Doch diese schrieb schon auf einem neuen Block und als Cecilia diesen erhielt, standen da diverse Fragen drauf. Cecilia ignorierte die meisten davon gekonnt und antwortete ehrlich auf das, was sie antworten konnte. Aber sie griff wieder zu dem Stift. Ihre Wange tat bei jeder Bewegung des Kiefers weh, weswegen sie verscuchte ihren Mund so wenig wie möglich zu verwenden; und außerdem hatte sie keine Ahnung wer im Haus war. Wenn jemand im Haus war der hören konnte, wollte sie die Letzte sein, die jemanden weckte. ~ Sandro geht es gut. Von dem Rest und was hier im Haus los ist, habe ich keine Ahnung. Ich habe mein Zimmer seit der Ankunft praktisch kaum verlassen. ~ Corey würde es eh von Elias erfahren. Und was sollts? Cecilia war es lieber so gewesen und es war ihr ehrlich gesagt auch immer noch lieber so. Dann war da noch die Sachen mit den Drogen. Ihr Herz stolperte. Wie so oft. Scheiße, wie sehr sie sich etwas wünschte... ~ Und nein, ich habe nichts genommen. Ist auch egal, wir müssen uns um dein Bein kümmern. Sowas kann tödlich sein wenn sich das entzündet und zu einer Butvergiftung führt! ~ Unter Umständen hatte Cecilia in einer ihrer schlaflosen Nächte auch mal nach Schusswunden und etwaigen Gefahren gegoogelt. Eine schlechte Idee, weil es ihr nur noch mehr Alpträume eingebracht hatte. Aber dafür wusste sie zumindest, dass das hier echt ernst war. Sie deutete auf Coreys Wunde und deuete dann mit dem Zeigefinger an, eben zu warten. Dann stand sie auf und holte sich einen Lappen aus der Küche, den sie mit kaltem Wasser tränkte und dann auf Coreys überhitzte Stirn legte. Dann lief sie nach draußen und zu der Garage. Sie sah kurz nach Sandro - er schlief ruhig - schnappte sich dann ihr Handy und googelte. Sie nickte leicht während sie las, dann lief sie zurück ins Haupthaus - die Tür hatte sie nur angelehnt - und ließ sich schnell wieder Corey nieder. Ihre Hände zitterten, ihr war mal wieder schlecht, aber die Übelkeit schob sie beiseite. Kotzen konnte sie später noch. Sie nahm den erstbesten Block auf dem Tisch und schrieb schnell ~ Habt ihr Desinfektionsmittel und Kompressen? ~ schrieb sie und sah Corey aus großen Augen an. Wahrscheinlich im Bad. Vielleicht sollte sie einfach suchen? Das könnte sie dann auch gleich mit dem Klobesuch verbinden...
Ihr Magen stülpte sich. Scheiß drauf. Sie wartete nicht auf Antwort und stürmte gleich wieder los, in das Bad im Erdgeschoss und kam grade rechtzeitig an, um auf den knien schlitternd vor dem Klo Halt zu machen, und sich dorthinein zu übergeben. Es war nicht viel im Magen, das hätte rauskommen können. Nachdem sie etwas saure Galle herausgewürgt hatte, die ihre Kehle wegzubrennen schien, lag sie noch kurz entkräftet und erschöpft auf der Kloschüssel. Dann spülte sie, stand auf und sah tatsächlich einen Erste-Hilfe-Kasten. Fast zu gut um wahr zu sein. Perfekt. Sie spülte sich kurz den Mund aus um den widerlichen Geschmack nicht mehr zu haben, dann kehrte sie mit dem erste Hilfe Kasten zu Corey zurück und stellte ihn auf den Tisch ab. Sie deutete auf Coreys Hose und tat dann, als ob sie sich selbst die Hose herunterziehen würde, als Frage, ob sie ihre Hose ausziehen könnte.

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 10.02.2025 04:56

Nachdem Cecilia ihr gefolgt war und Corey zu lesen bekam, was sie von ihrer Einstellung bezüglich ihrer Wunde hielt, seufzte sie schlicht und schrieb nichts mehr dazu. Natürlich hatte Cecilia recht, aber das würde Corey niemals zugeben. Ihre Sturheit gemischt mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz war schon immer eine ihrer schlechten Eigenschaften gewesen. Das wusste sie sogar selbst. Ihre Psychologin war sogar noch einen Schritt weiter gegangen und war der Ansicht, dass Corey sogar ein gewisses, selbstzerstörerisches Verhalten, gekennzeichnet durch Leichtsinn und Waghalsigkeit an den Tag legte. Und auch dem konnte Corey irgendwie zustimmen, aber außer ihr und ihrer Psychologin wusste das niemand und das war gut so. Außerdem ging es hier erst mal nicht um sie. Vielmehr machte ihr Cecilia Sorgen.
Sie gab zu, dass es schwer war gerade einen klaren Gedanken zu fassen. Das Fieber raubte ihr den letzten Nerv und vielleicht auch alle Energie. Sie betrachtete Cecilia nachdenklich, nachdem sie gelesen hatte, wie es ihr in den drei Tagen ergangen war. Genau wie Cecilia es vorher bei Corey getan hatte, legte jene ihren Handrücken gegen die Stirn der jungen Frau, aber sie konnte nicht sagen, ob sie auch Fieber hatte oder nicht. Ihre eigene Hand war zu heiß. Jedenfalls blieb Corey dabei, Cecilia sah elend aus und das war kein Wunder. Sie nahm nicht sofort den Block und schrieb wieder, als Cecilia aufstand und irgendwie geschäftig wirkte. Was hatte sie vor? Corey beboachtete sie und dann wurde ihr ein kalter Lappen auf die Stirn gepresst. Corey zuckte bei der plötzlichen Kälte zusammen und zog scharf die Luft zwischen ihren Zähnen ein, was ein Zischen verursachte. Das war zwar rührend, aber gar nicht, was sie wollte. Dennoch legte sie den Kopf gegen die Sofalehne und ließ den Lappen darauf liegen. Je mehr sie sich daran gewöhnte, desto besser tat er. Er linderte den Kopfschmerz, aber nur dezent und wahrscheinlich auch nur in der ersten Minute. Ceclia schrieb wieder etwas und Corey las es. Doch bevor sie antworten konnte, stand Cecilia eilends auf und verschwand Richtung Bad. Corey hob überrascht ihre Augenbrauen, konnte sich aber denken, aus was das Ganze hinauslief, denn Cecilia war mit einem Mal leichenblass geworden. Corey sah ihr einen Moment nach und runzelte ihre Stirn. Das war nicht gut. Normalerweise wäre sie ihr nachgegangen, aber das war gerade nicht wirklich möglich. Also nahm sie wenigstens den Block, um zu antworten und überlegte, wie sie beginnen sollte und schrieb dann einfach frei heraus. Oder sie wollte schreiben. Der Lappen rutschte von ihrer Stirn und landete auf dem Papier. Blitzschnell hob Corey ihn auf und warf ihn auf den Wohnzimmertisch. Dann endlich schrieb sie:
~ Hast du gerade gekotzt? Wie auch immer, wenn du nichts genommen hast, aber auch keine Medikamente, die dir den Entzug erleichtern, dann bist du gerade voll auf Entzug und das ist genauso gefährlich wie irgendeine Schusswunde. Wir müssen dir wenigstens eine der beiden Möglichkeiten besorgen, egal welche. ~
Corey lag noch mehr auf dem Herzen. Nämlich, dass sie es nicht gut fand, dass Cecilia sich einigelte, aber vielleicht war es wirklich noch zu früh. Außerdem kannte sie weder Elias noch die Jungs richtig gut und sie hatte mit sich selbst zu kämpfen, also schrieb Corey erst einmal nichts dazu. Vielleicht konnte sie Cecilia ja aus ihrer Schale hervorlocken. Sie legte den Block auf den Tisch und ließ den kalten Lappen daneben liegen, der war ihr eindeutig zu kalt. Dann lehnte sie sich zurück, aber nicht lange, denn schon kam Cecilia zurück ... mit dem erste Hilfe Kasten und Corey verdrehte ihre Augen. Wenn die scheiß Wunde nicht durchgeblutet wäre, wäre Cecilia niemals darauf aufmerksam geworden. Sie blickte Cecilia abwartend an und tatsächlich deutete sie ihr an, was sie von ihr wollte, aber damit war Corey gar nicht einverstanden. Sie hob überrascht und irritiert ihre Augenbrauen, grinste dann zusätzlich, als wäre Cecilia irgendein Typ, der sie gerade gefragt hatte, ob sie sich nackt für ihn ausziehen würde. Demnach schüttelte sie ihren Kopf bezüglich ihrer Hose. Es reichte doch, dass Cecilias Vater sie nackt gesehen hatte, dann musste nicht auch noch seine Tochter das gleiche zu Gesicht bekommen. Bei der Erinnerung verblasste Coreys Grinsen urplötzlich wieder. Und diese Erinnerungen triggerten noch ganz andere. Sie nahm tief Luft, schluckte schwer und räusperte sich leise. Dann schanppte sie wieder den Block und fügte an:
~ Ich werde mich später selbst drum kümmern. Jetzt sollten wir erst einmal zusehen, dass es dir besser geht. Also, was wählst du? Drogendealer oder Apotheke? Es ist zwar mitten in der Nacht, aber ich weiß, wo ich Dealer gerade um diese Uhrzeit finde und ich weiß auch welche Apotheken Notdienste haben. ~
Sie hielt Cecilia den Block vor die Nase.

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Cecilia

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 10.02.2025 15:40

Corey schüttelte den Kopf. Warum hatte Cecilia eigentlich was anderes erwartet? Dennoch war es leichtsinnig!! Sie wusste, dass entzündete und unbehandelte Wunden tatsächlich eine Blutvergiftung auslösen könnten, die tödlich enden konnte. Das durften sie nicht auf die leichte Schulter nehmen! Wer wusste schon, seit wann die Wunde entzündet war? (Wenn sie es denn war. Cecilia vermutete es einfach nur wegen Coreys Fieber und dem nicht zu übersehenden Blut auf ihrer Hose). Bevor sie protestieren und einen Block suchen konnte, hielt Corey ihr schon einen entgegen, auf dem einiges geschrieben stand. Cecilia atmete kurz durch um ihr stolperndes Herz irgendwie zu beruhigen (sie hatte noch immer den widerlichen Geschmack der Galle im Mund) und nahm den Block um selbst zu lesen. Und was sie las, verstärkte das Stolpern ihres Herzens nur noch. Nein. Nein, nein, nein. Das konnte Corey nicht verlangen. Das konnte sie nicht. Sie konnte es nicht...
Cecilia hatte den Block fallen lassen ohne es zu bemerken, saß auf dem Sessel ohne eszu bemerken und verbarg das Gesicht in ihren Händen. Ihre Wange pochte, schmerzte, sie ignorierte es. Oh Gott, wie sehr sie sich etwas Heroin wünschte. Oder Morphium um mal eine Nacht durchzuschlafen. Wie heftig stark das Verlangen war. Aber wenn sie jetzt was nahm, wann würde sie es nochmal schaffen drei Tage am Stück nichts zu nehmen? In einem Jahr? In zehn Jahren? Cecilia kannte sich selbst zu gut.  Und außerdem schallten immer noch die Abschiedsworte Coreys mit Kaylees Stimme durch ihren Kopf: Außerdem würde sie es zu schätzen wissen, wenn du sie wegsperrst, damit ihre Jungs sie nicht zufällig in die Finger bekommen. Und es wäre auch nett, dass du dich ihnen nicht voller Drogen zeigst. Das sollten sie nicht sehen und du solltest daran denken, wenn du was auch immer nimmst, dass du dir jemanden suchst, der in der Zeit auf Sandro aufpasst. Diese Worte hatten ihr mehr als alles andere klargemacht, was für eine beschissene Mutter sie wirklich war und was für ein beschissener Mensch. das konnte sie nicht mehr verantworten. Scheiße, das konnte sie nicht. Und Medikamente? Fast hätte sie bitter aufgelacht. Ihre leibliche Mutter hatte sich doch damit umgebracht. Es würde Cecilia nicht wundern, wenn sie dann anstatt von Heroin und Morphium im Handumdrehen von diesen Pillen abhängig wäre. Nein. Nein, sie musste dieses 'vom Regen in die Traufe'-Scheiß endlich lassen.
Immer noch war ihr Herz schwer, ihre Kehle war wie zugeschnürt. Sie kann dir Stoff besorgen. Ignorier das nicht!!, schien ihr Unterbewusstsein zu schreien und für einen kurzen Moment hatte Cecilia tatsächlich den Mund geöffnet, war drauf und dran zu sagen, dass sie Heroin brauche...
...aber dann biss sie den Kiefer fest zusammen, ignorierte die Schmerzeswellen die dadurch enstanden erneut und schüttelte mit verdächtig glänzenden Augen, aber völlig entschieden den Kopf. Sie konnte das nicht. Sie konnte das einfach nicht.
Sie hob den Block vom Boden auf, riss die Seite mit dem Angebot ab, zerknültte sie und warf sie beiseite. Sie nahms ich den Stift vom Wohnzimmer-Tisch und zwang ihre schwächliche Hand zu schreiben: ~ Wir müssen deine Wunde desinfizieren und dann fest verbinden. Wenn ich es nicht machen soll, dann mach du es bitte und zwar jetzt. Ich hab Angst, dass schon zu viel Zeit verstrichen ist. ~
Sie legte den Block auf den Wohnzimmertisch in Coreys Reichweite, sodass sie ihn sich jederzeit nehmen konnte. Dann beugte sie sich vor, die Ellenbogen auf ihren Knien, die Augen geschlossen und wippte vor und zurück. Es fiel ihr so schwer zu entscheiden, was richtig und was falsch war. Es fiel ihr so verdammt schwer. Aber dieses eine Mal, dieses eine Mal wo sie glaubte tatsächlich ein wenig Kraft zu haben, wollte sie versuchen standhaft zu sein. Musste sie standhaft sein. Wenn nicht jetzt, bei ihrem Neuanfang... wann dann?

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 10.02.2025 18:16

Ihre Ziehtochter las die Worte und dann ließ sie soch nahezu verzweifel auf den Sessel sinken und verbarg ihr Gesicht in ihren Händen. Corey schluckte. Das war nicht die Reaktion, die sie erwartet hatte. Sofort biss sie sich mitfühlend auf die Unterlippe, obwohl sie nicht wusste, was in Cecilia vor sich ging, aber sie wollte sie in den Arm nehmen. Sie sollte ihr Gesicht an ihrer Schulter verbergen und nicht einsam und alleine in ihren Händen. Also rutschte sie auf der Couch näher, aber sie schaffte es noch immer nicht Cecilia zu berühren und aufstehen war gerade leider eine Quahl. Ihre Jungs hatten aber eine offene Packung Gummibärchen auf dem Wohnzimmertisch liegen gelassen, da kam sie ran. Sie angelte sich eines heraus. Ein Orangenes, die schmeckten gut. Und zack war es in ihrem Mund. Verdammt! Sie angelte ein Weiteres heraus, ein Weißes. Auch die waren gut und schon landete es wieder in ihrem Mund. Mist! Sie mochte Gummibärchen nicht mal wirklich, aber ihre Schwangerschaft verleitete sie dazu, sie doch zu essen. Zum Teufel! Bewusst angelte sie sich nun ein rotes Gummibärchen heraus, denn ungleich zur Mehrheit der Menschen, aß sie die Roten nicht gerne und das warf sie zu Cecilia, aber wie Gott es so wollte, traf sie dank ihrer sich schwer anfühlenden Gliedmaßen nicht. Außerdem war vielleicht auch ihr leichter Schwindel, der ihr seit einigen Minuten Zielschwierigkeiten bereitete, schuld. Jedenfalls kam das Gummibärchen irgendwo hinter Cecilia auf dem Boden auf. Naja, Max würde es morgenfrüh als erster finden und hätte einen kleinen, süßen Snack. Corey warf kein Neues, das war auch nicht nötig. Cecilia bewegte sich, nahm ihre Hände von dem Gesicht, riss das Blockblatt und knüllte es zusammen. Im nächsten Moment flog es quer durch den Raum und blieb irgendwo als Papierkugel liegen. Corey biss sich wieder auf die Unterlippe. Nicht nur, weil Cecilias Realtion eindeutig war und sie nichts von Beidem oder einfach ihre Hilfe nicht wollte, sondern auch, weil sie daran denken musste, den Papierball aufzuheben. Wenn Elias den in ein paar Stunden fand und las, dann war ihre Ehe diesmal endgültig aus. Alleine die Tatsäche, dass sie Drogendealer kannte und sich in dem Millieu auskannte, würde ohn schocken und tief enttäuschen. Er würde realisieren, dass ihre Tablettensucht, falls es denn wirklich eine war, so ganz wollte Corey es noch nicht einsehen, ein viel größeres Ausmaß hatte, als von Außenstehenden angenommen. Corey schluckte schwer. Sie ließ Cecilia in Ruhe schreiben, hatte auf eine Erklärung gehofft, aber als sie den Block vom Tisch zog und las, war da keine. Stattdessen war da nur die Sorge, um ihr Bein, die Wunde, Entzündungen, Blutvergiftungen. Corey wusste, was mit entzündeten Wunden geschehen würde und vielleicht hatte sie in den drei Tagen absichtlich nicht den Verband gewechselt, sich nicht darum gekümmert. Vielleicht hatte sie absichtlich in den drei Tagen nur so wenig gegessen und getrunken, dass ihr Kreislauf nicht versagte, aber eben gefährlich am Abgrund stand.
Corey tat es Cecilia gleich und riss das Blatt ab. Zerknüllte es und warf es achtlos in eine Ecke des Zimmers. Würde sie nachher alles aufsammeln müssen. Dann schien es erst nicht, als wollte sie überhaupt etwas dazu schreiben. Als wollte sie schlicht Cecilias Sturheit immitieren, wobei deren Sturheit diesmal deutlich vernünftiger war, als ihre eigene. Schließlich schnappte sie doch den Stift und schrieb:
~ Warum quälst du dich so? ~
Sie wollte ihr den Block zuschieben, aber hielt inne. Da war etwas in ihrem Innern, das endlich raus wollte. Eine fiese, böse Stimme in ihr, die vieles erklären würde, aber sie konnte genau das nicht aufschreiben. Man würde ein falsches Bild von ihr bekommen, sie verurteilen, aber wäre das dann nicht einfach gerecht? Nur, warum sollte sie es Cecilia erzählen, sie damit belasten? Vielleicht weil sie eben gemerkt hatte, dass sie ihr eine Mutter sein wollte, aber sie stattdessen nur weiter wegtrien, genau wie sie es mit allen anderen gerade tat. Und wenn es so weiterging, würde es so oder so passieren. Coreys Hand und Finger bewegten sich fast automatisch, als sie etwas hinzuschrieb:
~ Ich hasse die Babies. ~
Das Wirt 'hassen' unzerstrich sie zwei Mal. Dannach legte sie den Stift zur Seite und las den Satz nicht noch einmal durch. Im Moment wirkte es eher, als hätte jemand anderen ihn geschrieben und als wäre er surreal. Sie schob Cecilia nicht den Block zu, wohl aber wissend, dass sie doch lesen würde, was sie geschrieben hatte, so, wie es vorgesehen war.

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Cecilia

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 15.02.2025 12:17

Cecilia hätte nicht gedacht, dass Corey direkt nach dem Block greifen würde. Mittlerweile kannte sie ihre Mum ein wenig. Kannte ihre Sturheit. Sie hatte erwartet, sie würde den Block einfach ignorieren. Aber sie las. Und kurz darauf flog der zweite Papierball. Das war wohl eindeutig. Cecilia biss sich wieder auf die Unterlippe, die sich schon wund anfühlte, beugte sich erneut vor, das Gesiht wieder in den Händen vergraben. Was sollte sie nur tun? Nimm Heroin!! Sollte sie einen Krankenwagen rufen? Nimm Heroin!! Nein. Corey und sie hatten mehr als genug Zeit in Krankenhäusern verbracht. Nimm Heroin!! Sollte sie Elias wecken? Ja... ja, das wäre vielleicht eine - Möglichkeit - Heroin!!! - wenn jemand sich um sie kümmern konnte, dann er. Nichts tun kam nicht in Frage (Nimm Heroin!!) - die Angst, dass Corey sterben würde, war zu groß. Ja, ja das würde sie wohl tun... NIMM ES!!!
"HALT DIE KLAPPE!!!", schrie sie plötzlich weinend und schlug mit ihren Fäusten gegen ihre Schläfen. Verzweiflung, reine Verzweiflung diese Worte, diese innere Stimme, dieses endlose Verlangen in ihr endlich zum Schweigen zu bringen. Als sie aufblickte war über ihre blass wirkenden Wangen breite Tränenspuren, Rotz lief ihr aus der Nase, sie wischte hin achtlos mit dem Handrücken weg. Sie zitterte. Ihr war kalt und Erschöpfung hatte sich ihres Körpers bemächtigt.
Mit geröteten Augen und ohne sie wirklich zu sehen, sah sie Corey auf dem Sofa liegen. Den Block dem Tisch. Sie stand auf, wie in Trance, taumelte los. Sie stieß mit ihrem Knie gegen den Tisch, nahm den Block. Ihre Sicht verschwamm, sie wischte sich über die Augen, um die Tränen loszuwerden. Sie hatte einen Kloß in der Kehle, ihr Herz fühlte sich schwer, aber reden musste sie ja eh nicht. Sie legte den Block wieder zurück auf den Tisch, tippte Corey an die Schulter und gebärtete: Ich - dich - lieb. Und nach kurzem Zögern fügte sie mit deutlichen Lippenbewegungen hinzu: und Angst. Sie deutete auf die Wunde. Nach kurzen Zögern nahm sie den Block wieder, schrieb zu der Aussage, dass sie die Babys hasse: ~ Tut mir leid ~ Und dann (Nimm Heroin) ging sie langsam los, es fühlte sich an wie in Zeitlupe, jeder Schritt ein Kraftakt. Sie nahm die Papierbälle vom Boden, schmiss sie weg, ging orientierungslos wieder zurück zum Block und schrieb: ~ Ich muss es schaffen ~ Nimm Heroin. Sie stand wieder auf und machte sich langsam auf den Weg nach oben, um Elias zu wecken. Er sollte wissen, dass seine Frau heim war. Und sich um ihre Wunde kümmern. Und Cecilia selbst? Sie wusste es nicht. Sie hatte keine Ahnung. Sie fühlte sich einfach nur schwach. Elendig schwach.
Nimm Heroin...

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Corinne
Gelöschter Benutzer

Re: Austin [Texas, USA]

von Corinne am 15.02.2025 23:34

Wirklich nur zufällig hatte Corey zu Cecilia hingesehen, als diese anscheinend irgendetwas recht wütend von sich gab und wie es der weitere Zufall wollte, war sich Corey sicher, dass sie die Worte diesmal richtig von den Lippen abgelesen hatte. Dennoch stutzte sie. Sie hatte doch gar nichts gesagt. Seit mehr als 33 Jahren nicht mehr gesprochen. Dann jedoch fiel ihr auf, dass Cecilia sich unsanft gegen den Kopf schlug und irgendwie hatte Corey das Gefühl, dass es mit einer inneren Stimme zu tun hatte. Menschen die hören konnten, dachten zumeist in gesprochenen Worten, während gehörlose Menschen oft in geschriebenen Worten oder Handzeichen dachten. Zumindest konnte man es so wenigstens Ansatzweise beschreiben. Das Denken selbst war im Grunde viel komplexer. Dennoch ging irgendetwas in Cecilia vor sich.
Corey musste zugeben, dass sie nicht wenig erstaunt war, als ihre Ziehtochter ihr gebärdete, was sie gerade empfand und danach senkte Corey selbst sofort den Blick. Nachdem sie kapiert hatte, was Cecilia gerade wegen ihr durchmachte und nachdem sie realisierte, dass der Weg, den sie gerade ging, den Menschen um sie herum Schwierigkeiten machte, ließ sie die Schultern hängen und gab auf. Im Augenwinkel bekam sie mit, dass Cecilia aufstand und um die Couch herumging. Corey wusste, welchen Weg sie einschlug. Es war jedenfalls nicht der in ihr eigenes Reich, also griff Corey über die Rückenlehnte der Couch und schnappte Cecilia sanft am Handgelenk. Vorsichtig führte sie jene so wieder um das Sofa herum, bis sie sich neben sie setzen konnte. Ohne zu zögern schlang Corey dann ihre Arme um Cecilia und zog sie fest an sich. Für eine lange Minute hielt sie die Jüngere einfach nur fest in den Armen, dann küsste sie liebevoll ihre Stirn und wischte ihre Tränen von den Wangen. Cecilia sah elend aus und genauso fühlte sie sich wahrscheinlich auch. Dagegen war Coreys Befinden nichts. Sie angelte eine Decke von der Seite der Couch und legte sie Cecilia über den Rücken. Einen Moment lang sah sie jene einfach nur an, dann lächelte sie ehrlich und tippte sie an ihrem Brustkorb an. Das Zeichen für 'du'. Anschließend ballte sie ihre beiden Hände in etwa an ihrer Schulterhöhe zu Fäusten. Es war das Zeichen für 'Gesundheit', aber Coreys Gesichtsausdruck lieferte den entscheidenden Hinweis, dass sie es im Kontext auf 'stark' bezogen war. Cecilia war stark und Corey wusste, dass sie es schaffen konnte und irgendwie wusste sie auch, dass sie sich halbwegs denken konnte, was Corey ihr sagen wollte. Sie gab ihr noch mal einen Kuss auf die Stirn und stand dann leicht schmerzverzerrtem Gesicht auf. Ihre Hand zeigte den Buchstaben 'y' nur in waagerechter Form und sie bewegte ihren ganzen Arm mit dieser Geste einmal kurz und leicht nach Vorne. 'Warte' hieß dieses Zeichen. Dann hielt sie kurz inne. Sie fragte sich, ob es vielleicht möglich war, dass Cecilia bereits das Alphabet konnte. Sie zeigte kurz noch mal auf Cecilia selbst, formte dann mit ihren Händen ABC, tippte sich mit vier Fingern an den Kopf und zeigte nochmal auf Cecilia, dabei sah sie sie fragend an.
"Du - ABC - wissen - du?"
Wenn sie das Alphabet kannte, würde sie wenigstens das ABC erkennen. Aber sie wartete keine Antwort ab, dazu schmerzte ihr Bein zu sehr und sie hatte ein wenig zu tun. Sie hinkte in den Küchenbereich, füllte erst mal den Wasserkocher und stellte ihn an. Dann sammelte sie ein paar weitere Dinge zusammen. Ein frischen Geschirrtuch, einen sauberen Lappen und eine Flasche hochprozentigen, klaren Alkohols, irgendein Schnaps. Diese Dinge brachte sie zum Wohnzimmertisch, dann ging sie noch einmal zurück. Sie bereitete zwei Pfefferminztees zu und kam mit den Tassen zurückgehinkt. Sie merkte selbst, dass sie das Bein immer weniger belasten konnte und immer stärker humpelte, aber irgendwie brachte sie die Tassen trotzdem safe zur Couch. Ihre stellte sie auf den Wohnzimmertisch und Cecilia drückte sie die ihre in die Hand. Ihr war das Zittern nicht entgangen. Es mochte vielleicht nichts mit Kälte zu tun haben, aber sie war sich sicher, dass das auch eine Rolle spielte. Cecilia sah nicht so aus, als würde sie anständig essen oder genug trinken, dafür, dass sie sich dauernd übergab.
Dann breitete sie das Handtuch auf der Couch aus und legte ihre Hände an den Verschluss ihrer Jeans, aber sie hielt inne. Sie hatte zwar eine Unterhose drunter, aber es kostete sie dennoch eine menge Überwindung vor Cecilia ihre Hose fallen zu lassen, das war nicht immer so, aber das Ereignis mit Cecilias Vater hatte wieder viel getriggert. Jetzt mach kein Drama draus. Sei nicht so kompliziert, Corinne. Schwer schluckend öffnete sie schließlich ihre Hose und zog sie herunter, zumindest ein Stück weit, denn sie klebte an der Stelle, an der das Blut getrocknet war an ihrer Haut und Corey wusste, was das hieß. Sie nahm tief Luft, ballte eine ihrer Hände zu einer Faust, biss darauf und kniff ihre Augen zusammen und dann zog sie ihre Hose mit einem Ruck herunter. Die genähte wieder aufgerissene Wunde, an der das Blut gerade getrocknet war, riss abermals auf, aber Corey gab keinen Ton von sich, ging nur einmal kurz in die Knie. Nachdem sie ihre Faust wieder sinken gelassen und ein paar kräftige Atemzüge genommen hatte, hievte sie sich dann auf die Couch. Jetzt kam der eigentlich wirklich schmerzhafte Part, vielleicht sollte sie zuerst ... Sie griff nach ihrer Handtasche auf dem Boden neben der Couch. Ein Glück, dass sie jene in Ungedanken mitgeschleppt hatte. Sie angelte eine Verpackung mit Tabletten heraus, drückte sich Zwei aus der Verpackung und schluckte sie mit dem Rest Orangensaft in ihrem Glas. Danach schielte sie zu Cecilia und seufzte. Sie legte ihr die Verpackung auf den Schoß, damit sie beruhigt sein konnte. Es war nur Ibuprofen, dass sie bekommen hatte, um die Schmerzen zu lindern und glücklicherweise half es auch gegen Entzündungen und Fieber. Coreys Wunde war feuerrot und definitiv entzündet. Sie durfte nur nicht eitern und deswegen ... sie nahm die Alkoholflasche vom Tisch und öffnete sie. Schon beim Geruch wurde ihr schwindlig. Ja, das würde weh tun. Sie presste ihre Lippen zusammen und im Angesicht der Tatsache hätte sie fast einen Schluck von dem Zeug genommen. In allerletzter Sekunde hielt sie jedoch an ihren Lippen inne. Halt! Sie war schwanger und hatte Medikamente genommen. Sie atmete tief durchm dann gab sie die Flasche plötzlich Cecilia und schnappte den Block vom Tisch. Sie hatte keine Ahnung, ob die Schmerzen sie nicht in eine Ohnmacht befördern würden, aber vorher musste sie ihr noch etwas sagen.
~ Ich hab dich auch lieb. Sehr sogar, wie eine Tochter. Und wenn du keine Drogen mehr nehmen möchtest, dann sag es mir hier und jetzt und ich verspreche dir, ich werde alles in meiner Macht stehende tun und dich davon fern halten, bis du darüber hinweg bist. Aber dir muss klar sein, dass ich dann wirklich alles tun werde und dass du ziemlich sauer auf mich werden könntest. Dass du üböe Dinge tun könntest ... ich glaube aber, dass es das wert sein könnte. Tust du mir noch einen Gefallen? Lässt du einfach ein wenig von dem Alkohol über die Wunde laufen. Ich würde es selbst tun, aber ... bitte. ~
Sie reichte Cecilia den Block, lehnte sich dann zurück und kniff ihre Augen zusammen.

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