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von Allison am 03.02.2025 18:26AVATAR:
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You can be taught to hate. But hate is powerless against Love.".
Re: Purvis
von Joanna am 03.02.2025 17:52Die Fremde antwortete auf ihre Frage nicht, ob sie sie umlegen wolle. Ein eher schlechtes Zeichen. Im Kopf ging Joanna bereits ihre Optionen durch. Der angenehme Rausch-Effekt, den sie durch den Whiskey bereits verspürt hatte, wurde durch das Adrenalin das sich grade breit machte, verdrängt, was das Denken durchaus einfacher machte. Sie suchte nach einer Waffe, die sie schnell greifen könnte, oder nach einer fluchtmöglichkreit, hinter die sie sich werfen könnte, sollte die Framde doch den Abzug drücken. Unsinnige Gedanken. Joanna war viel langsamer als eine Kugel. Wenn, dann musste sie jetzt aktiv werden und durfte nicht weiter warten. Grade als sie zu diesem Schluss gekommen war (was im Ernstfall vermutlich schon viel zu lange gedauert hätte), ließ auch die Fremde ihre Waffe sinken. Unbewusst atmete die Kanadierin einmal tief durch. Das war nochmal gut getan. Sie fragte sich, wann ihr unverschämtes Glück (wenn man es denn Glück nennen konnte) enden würde. Es grenzte eigentlich an ein Wunder, dass sie noch nicht gestorben war.
Aufmerksam beobachtete Jo die Fremde - welche immer noch kein Wort gesagt hatte (war sie stumm oder wollte sie einfach nicht reden?). Sie setzte ihren Rucksack ab und begann darin zu kramen. Ein Buch und eine Taschenlampe fielen heraus - das Buch packte sie sofort wieder ein, die Taschenlampe zog sie zunächst unter dem Regal unter welche sie gerollt war wieder hervor, inklusive einer alten Packung Schokoriegel. Scheiße, das war jetzt unfair. Joanna warf einen Blick auf ihre Waffen. Aber das Risiko war ihr noch zu groß. Vielleicht würde die Fremde sofort losballern, sobald sie ihre Waffen wieder an sich nahm. Sie seufzte und sah sich im Supermarkt selbst um, ob sie von hier aus irgendetwas sah. Eine ganze Regalreihe voll von einem unförmigen Schimmelteppisch, der mal Obst und Gemüse gewesen sein musste. Hm, lecker. Pilze. Innerlich würgte Jo. Sie würde sich gleich erstmal umsehen, ob es hier eine Alkohol-Abteilung gab und ob dort noch etwas vorrätig war. Dann konnte sie nach Essensresten suchen. Denn die Kalorien von Alkohol hin oder her - Essen musste man dennoch. Erst recht in dieser apokalyptischen Scheiße.
Die Geräusche einer aufreißenden Tüte ließ Joanna wieder zu der Fremden blicken. Ernsthaft? Musste sie ihr auch noch ihr Glück unter die Nase reiben? Es juckte ihr in den Fingern, ihre Waffen wieder zu nehmen und selber nach irgendetwas zu suchen - auch wenn es wohl unwahrscheinlich war, dass sie etwas fand, wenn diese Frau ja schon hier gewesen war. Aber egal, sie musste es versuchen. Viele Möglichkeiten gab es heutzutage nicht mehr. Manchmal konnte man in leerstehenden Häusern noch irgendwelche alten konserven im Keller finden, aber das war ebenfalls reines Glücksspiel. Wie alles heutzutage.
Aber dann machte die Fremde was, mit was Joanna nicht gerechnet hatte. Die Schokoriegel-Tüte wurde ihr - inklusive eines Apfels - zugeschlittert. Unsicher blickte Joanna die Fremde an. Je länger sie ihr Verhalten beobachtete, desto sicherer wurde sie sich, dass sie stumm sein musste. Aber darum konnte sie sich gleich kümmern.
Sie traute sich nciht,d irekt nach der Tüte zu greifen. Befürchtete immer noch eine Falle (diese neue Welt konnte einen fucking paranoid machen). Nur langsam griff sie danach, dabei die Augen nicht von der Frau - inklusive ihrer Waffe - abwendend. Aber als diese keine Anstalten machte, sie sofort zu erschießen, nahm sich Joanna die Tüte endlich ganz, öffnete sie und nahm sich den Apfel daraus. Sie hockte sich hin, nahm aus ihrer Hosentasche ein Schweizer Taschenmesser heraus und halbierte erst den Apfel, dann halbierte sie die Hälfte. Ein Viertel behielt sie beiseite, den Rest packte sie wieder in die Tüte, verschloss diese und packte sie sich in ihren eigenen Rucksack. Dann begann sie den Apfel restlos zu essen. Hier wurde man nicht wählerisch. Man nahm alles, was man kriegen konnte.
Noch bevor Joanna das Viertel Apfel aufgegessen hatte, wurde ihr noch eine Tunfischdose und eine Wasserflasche zugerollt. Sie zog die Augenbrauen zusammen. "Bist du sicher?", fragte sie und sah auf. Großzügigkeit war man nicht mehr gewohnt. Aber konnte sie es sich leisten, dieses großzügige Geschenk anzunehmen? "Was möchtest du dafür?", fragte sie ein wenig argwöhnisch. Und langsam begann es ihr zu dämmern. Sollte sie wirklich stumm sein... vielleicht war sie ja auch taub? Obwohl... konnte eine Taube in dieser Welt überleben? Tja. Genauso gut könnte man wohl fragen, ob eine Alkoholikerin in dieser Welt überleben konnte. Alles war scheinbar möglich.
Joanna stand auf, ging hinter eine der Kassen und fand tatsächlich eine Rolle Kassenbon-Papier, sowie längt verlassene und vergessene Stifte. Die Kugelschreiber taten es nicht. Aber sie fand in einer Schublade einen Bleistift. Gut, dass die immer hielten. Sie ging zu der Frau zurück und schrieb auf die leere Rolle: ~ Was möchtest du dafür? ~ und rollte sie zu ihr. Inklusive des Stiftes. Hoffentlich konnte sie lesen... und englisch. Wenn nicht, dann musste es wohl notfalls bei dieser Körpersprache bleiben. Würde auch schon irgendwie funktionieren. So wie alles irgendwie funktionierte...

Re: Teststrecke
von Allison am 03.02.2025 17:51Kleiner Test 

You can be taught to hate. But hate is powerless against Love.".
Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Purvis
von Corinne am 02.02.2025 13:02Die Fremde hatte sie verstanden, das war gut. Wahrscheinlich war sie schon mehr Leuten über den Weg gelaufen, die genau das verlangt hatten, was Corey verlangen musste. Zu viele dieser Brutalos liefen herum und zu viele mussten deswegen extrem vorsichtig werden.
Während die blonde Frau ihre Waffe alà selbstgebasteltem Stab mit Klingen ablegte, musterte Corey sie. Sie wirkte nach wie vor nicht gefährlich, doch in ihren hellen Augen konnte Corey erkennen, dass sie durchaus tun würde, was nötig war, um ihr Leben zu verteidigen, aber Corey trachtete ja nicht nach ihrem Leben. Allerdings wurde sie dennoch aufmerksamer, als eine Waffe gezogen wurde. Das Entsichern bekam Corey nicht mit, aber wohl diese eine kleine Fingerbewegung, die den Abzug drückt. Sie zog ihre Augenbrauen zusammen. Ein normaler Mensch hätte sofort kapiert, was los war, aber Corey beobachtete, ob es einen Rückschlag an der Hand der Fremden gab und suchte dann den Boden nach einem Einschussloch ab. Das kostete sie einige Sekunden. Die Fremde hatte längst die Waffe auf den Boden gelegt, als Corey verstand, dass entweder das Magazin leer oder die Waffe an sich defekt war. Nachdem dann alles offensichtlich Waffenähnliche auf dem Boden lag, war sie zufrieden. Sie hatte im Gefühl, dass sie Beide hier, in diesem Laden, ganz gut miteinander klar kommen würden. Sie würde die Fremde nicht stören und die Fremde sie nicht. Eventuell würden sich ihre Wege wieder trennen, wenn sie hier fertig waren. Das wusste Corey noch nicht und konnte man heuzutage auch vorher kaum noch wissen und entscheiden. Zufrieden sicherte sie ihre Waffe wieder und ließ ihren Arm sinken. Die blonde Frau sagte etwas. Ihre Lippenbewegungen waren deutlicher, als die von manch Anderen, aber Corey machte sich dennoch nicht die Mühe sie zu lesen, antworten konnte sie ohnehin nicht. Aber sie steckte als Zeichen des guten Willens ihre Waffe wieder in ihren Gürtel und nahm dann langsam ihren Rücksack von den Schultern. Sie stellte ihn auf den Boden, öffnete ihn und kramte darin herum. Allzuviel war nicht darin, aber ein dünnes Buch, dass mehr für Kinder gemacht war, als Erwachsene, glitt daraus hervor. Es handelte sich um Experimente, wie man Strom selbst herstellen konnte, von kleinen Energiequellen, bis hin zu Großen und es wurde auch erklärt, wie die einzelnen Stromerzeugungen funktionierten.
Corey hatte das Buch in einer Bibliothek unweit von hier gefunden. Kaum einer verirrte sich in diesen Zeiten in Bibliotheken. Sie waren nicht von Nutzen, sicherten das Überleben nicht, aber Corey dachte schon weiter. Nach drei Jahren hatte sie gelernt, wie man überlebte und wenn der Plan ihrer Gruppe aufging, sie nach Europa reisten und sich in Spanien niederließen, dann würden sie mit der Vieh- und Pflanzenzucht beginnen und recht resistente Nutzpflanzen wuchsen auch mit wenig Sonnenlicht. Strom wäre da zwar ein Luxus, aber letztendlich sollten sie auch darüber, zur Erleichterung aller, nachdenken. Bibliotheken waren in dieser Zeit die letzten, verbleibenden Quellen großen Wissens, wie sie fand.
Sie schnappte das Buch und steckte es wieder ein, dabei fiel ihre Taschenlampe heraus, kullerte über den Boden und unter das Regal, bei welchem sie sich hingekauert hatte. Sie beugte such herunter, um sie unter dem Regal herauszufischen und zog etwas anderes mit hervor. Es war eine ganze Packung Schokoriegel. Keine bekannte Marke, aber wohl ein Erdnussriegel, der Snickers nachempfunden war. In ihrer Jugend hatte sie Snickers gerne mal gegessen, je älter sie geworden war, desto weniger Lust hatte sie auf Schokolade bekommen. Aber heute, wenn man wusste, man würde es im Leben wahrscheinlich nie wieder haben, sah das anders aus. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen. Sie riss die Tüte auf, holte drei der sechs Riegel raus und schmiss sie samt Taschenlampe in ihren Rucksack. Dann angelte sie einen Apfel daraus hervor. Die Äpfel, die sie dabei hatte, hatte sie in der Nähe auf einem Feld fernab der Städte gefunden. Anscheinend waren Apfelbäume wunderbare Kanditaten dafür, auch bei einem unwirtlichen Klima wie diesem doch irgendwie zu gedeihen. Sie steckte den Apfel zu den drei verbliebenen Riegeln in die Tüte und warf diese dann mehr über den Boden schlitternd zu der Fremden hin. Sie sah aus, als könnte sie Vitamine vertragen und eigentlich noch viel mehr. Die Schokoriegel waren ohnehin auch ein Verdienst der Fremden, wie sie fand, denn ohne sie, hätte sie sich hier nicht niederglassen, und ihre Taschenlampe wäre nicht weggerollt. Sie hätte die Schokoriegel nie entdeckt, also war es nur fair zu teilen. Sie selbst würde ihre Riegel aufheben, bis sie wieder bei ihrer Schwester und ihren Freunden war, dann würde sie sie ganz gerecht aufteilen. Nicht nur sie sollte ein vielleicht letztes Mal Schokolade kosten, auch wenn die vielleicht schon grau geworden war und einen leicht bitteren Beigeschmackt hatte. Der Zucker würde aber alles übertünschen und deswegen waren sie ja nicht unverträglich geworden.
Corey zog eine Tunfischdose und eine kleine 250 ml Wasserflasche, wie die, die man Kindern zu ihrem Pausenbrot - nein! Sie würde jetzt nicht über Kinder nachdenken. Jedenfalls hatte sie neben ihrer Feldfalsche, die an dem Rucksack baumelte noch ein paar dieser kleinen Flaschen dabei. Original verschlossen waren sie nicht mehr. Tatsächlich hatte Corey abgekochtes Wasser eingefüllt. Wasser konnte man nie genug haben. Also ließ sie die Tunfischdose und die Wasserflasche ebenso zu der Fremden hinschlittern. Ein Friedensangebot. Jetzt hatte sie was bei ihr gut. Sie hatte sie gefüttert und sie nicht verletzt. Bei Tieren machte man das auch so, um sich das Vertrauen zu erschleichen und wenn Corey eines gemerkt hatte in diesen Zeiten, dann dass der Mensch nicht weit vom Tier entfernt war. Wenn sie sich das nächste Mal über den Weg liefen, war Corey also auf der sicheren Seite, dass sie ihr kein Messer in den Rücken rammen würde, vielleicht ... Heutzutage wusste man ja nie.
Re: Purvis
von Joanna am 02.02.2025 09:11Leise Geräusche ließen Joanna plötzlich aufmerken und die Augen wieder öffnen. Sie mochte ein klein wenig betrunken sein (eine komplette Flasche Whiskey ging auch an ihr nicht spurlos vorbei), aber sie war dennoch einwandfrei einsatzfähig. Kaum einen Moment später tauchte hinter einem Regal dann auch schon eine Frau auf. Sie war ein starker Kontrast zu Joanna selbst. Joanna hatte helle Haut und blonde Haare. Eine Kopfbedeckung trug sie nicht, aber ein warmes dunkles Tuch, eine dicke dunkelgrüne Jacke, darunter einen hellen Pulli der schon lange vor Dreck dunkel geworden war und eine Jeans, die nach unten hin etwas auseinander ging. Ebenfalls dreckig. Dazu trug sie Wanderstiefel. Die Frau ihr gegenüber war kleiner, mit Mütze und weit besser bewaffnet als sie selbst, wie die Kanadierin mit nur einem Blick feststellen konnte.
"Fuck...", murmelte sie leise. Sie war schon zu vielen Verbrechern in dieser abgefuckten Apokalypse begegnet. Jeder schien plötzlich zu Räubern und Mördern und schlimmerem werden zu können. In der Regel hatte sich Joanna gewehrt. Aber hier, in diesem Fall, hatte sie definitiv den Kürzeren gezogen. "Schon gut, schon gut. Ich mach nichts.", sagte sie beschwichtigend, griff nach ihrer selbstgebastelten Waffe, zog sich den Gurt über den Kopf und ging langsam in die Knie, um diese auf den Boden zu legen. Es folgte die leere Pistole aus ihrem Hosenbund hinten. Zum Zeichen, dass sie leer war, entsicherte Joanna sie und drückte ab, allerdings den Lauf auf den Boden gerichtet. Es klickte nur und nichts passierte. Beide Waffen nun auf dem Boden liegend, richtete sich Joanna wieder auf, beide Hände erhoben.
"Und jetzt?", fragte sie und spürte die Schwere ihrer Zunge Vor Müdigkeit. Schlaf war in dieser Welt quasi ein Ding der Unmöglichkeit. "Willste mich umlegen?" Ihre Unterarm juckte. Und ihr Handgelenk. Vielleicht wäre es gar nich so schlech, wenn sie jetzt starb. Andererseits kämpfte etwas in ihr immer noch dagegen an. Vielleicht war es dieser eine kleine letzte Funken Stolz, den sie sich irgendwie erhalten hatte. Stolz auf eine ganz einfache Einstellung: Ich werde niemals aufgeben. Der einzige Grund, warum sie immer noch lebte.

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Purvis
von Corinne am 02.02.2025 04:07Mehr als drei Jahre war es nun schon her, dass der Vulkan im Yellowstone Park ausgebrochen war und fast ganz Wyoming ausgelöscht hatte. Zumindest glaubte Corey, dass es so viele Jahre her sein musste, wenn man der digitalen Armbanduhr mit solarbetriebenem Zifferblatt glaubte, welche sie am Handgelenk trug. Tatsächlich war das Datum vielleicht gar nicht mehr so wichtig, die Zeit hingegen schon. Corey konnte genau bestimmen, wann die Sonne untergehen würde und somit, wann es zu dunkel und gefährlich wurde auf offener Straße herumzuirren. Der Vulkanausbruch alleine hätte die Straßen Amerikas vielleicht nicht unbedingt so gefährlich werden lassen, aber wenn man der Regierung, die längst gefallen war, glaubte, dann war mit dem Ausbruch ein Virus freigesetzt worden. Zumindest war das die Vermutung. Niemand hatte mehr Zeit gehabt Nachforschungen anzustellen. Es ging alles so rasend schnell. Menschen infizierten sich, wurden zu lebenden Toden, die einem bei lebendingem Leib das Fleisch von den Knochen fraßen und aus unerklärlichen Gründen starben diese wandelnden Leichen nicht. Corey vermutete, dass sie noch viele Jahre auf der Erde wandeln würden, bis sie vielleicht komplett zerfielen, aber was wusste sie schon? Sie war nur eine Journalistin aus Austin, Texas gewesen, ehe die Apokalypse über sie hereinbrach. Texas war größtenteils von dem Ausbruch des Vulkans verschont geblieben. Erst die Nachwirkungen waren es gewesen, die Texas lahm gelegt hatten und dann kam dieses Virus. Die Kommunikation brach zusammen, dann das Verkehrsnetz, schließlich schaltete sich der Strom ab. Eine Zeit lang hatte Corey versucht mit ihrer jüngeren Schwester und Freunden in Texas zu überleben, sich etwas aufzubauen, aber irgendwann mussten sie einsehen, dass es keinen Sinn machte oder zumindest glaubten sie, dass es bessere Orte gab ihr Leben neu zu gestalten. Ihre Gruppe hatte den Plan entwickelt an die Ostküste der USA zu reisen und von dort mit einem Schiff nach Europa überzusetzen. Die Auswirkungen des Vulkans wären dort weniger verherend wie in den Staaten und man glaubte, dass es auf anderen Kontinenten keine lebenden Tode gab oder man hatte längst ein Gegenmittel entwickelt. Corey war sich da nicht so sicher. Wenn der Vulkan das Virus freigesetzt hatte, dann hatte er es mit der Luft über die ganze Erde verteilt. Und schlimmer noch. Wahrscheinlich hatte sich das Virus bereits längst im Wasser abgesetzt. Sie vermutete sogar, dass mit der Weile alle das Virus in sich trugen, dass es nur nicht ausbrach. Aber ehrlich gesagt, hatte sie keine Ahnung? Sie war weder Arzt noch Wissenschaftler und konnte sich nur auf Erlebtes berufen und die Tode und Verwandlungen waren so unbeständig gewesen, wie die Flugrouten von nervigen Fliegen, also hatte sie den Mund gehalten. Wahrscheinlich wusste ohnehin schon jeder, was sie nicht aussprach. Wäre nicht die ganze Welt gefallen, wo war dann Hilfe von anderen Ländern? Wo waren die Länder, die nach dem Fall der amerikanischen Regierung versucht hätten, das Land zu besetzen?
Jedenfalls hatte ihre Gruppe irgendwann vor einiger Zeit entschieden, dass es Zeit wurde die Zelte in Texas abzubrechen. Zuerst hatten sie sich versucht mit Autos durchzuschlagen, aber die ganzen Hauptstraßen und auch Nebenstraßen waren so verstopft gewesen mit leerstehenden Wagen, Bussen und sonstigen Kraftfahrzeugen, von ehemaligen Lebenden, die versuchten wohin auch immer zu fliehen, dass es fast unmöglich war voran zu kommen. Außerdem war es fast genauso unmöglich noch Treibstoff aufzutreiben. Die Tankstellen waren alle samt leer. Die Wagen, die die Straße verstopften, hatten zwar noch massig Benzin im Tank, aber da Benzin die unschöne Eigenart hatte und seine Zündfähigkeit nach längerer Zeit im Verbleib eines Tankes verlor, war es eine Qual überhaupt ein Auto zum Laufen zu bringen. Letztlich hatten sie sich dann alle entschieden ihre Tour zu Fuß fortzuführen. Dementsprechend langsam kamen sie voran, aber was hatten sie denn zu verlieren? Zeit spielte in dieser Welt keine Rolle mehr. Zumindest nicht so, wie es früher der Fall gewesen war.
Auf ihrer Reise durch Louisiana trafen ihre Gruppe auf viele andere Menschen. Wohlgesinnte und auch durchtrieben Schlechte. Von den ganzen lebenden Toden, die ihnen immer wieder über den Weg liefen, sprach man besser gar nicht. Manches Mal waren sie gezwungen für längere Zeit zu rasten, und hin und wieder kamen sie über mehrere Tage hinweg gut durch. Umwege lagen aber an der Tagesordnung. Und so hatte Corey mitsamt ihrer Schwester, ihren Freunden und anderen Verbündeten schließlich den Bundesstaat Mississippi erreicht.
Es passierte vor ein paar Wochen. Wann genau hatte Corey nicht mehr auf dem Schirm. Sie wollten die Stadt Jackson mit einer ehemaligen Bevölkerung von knapp 150.000 Menschen umgehend, denn wenn nur die Hälfte der Leute dort Untote waren, dann hätten sie ein Problem gehabt. Niemand von ihnen ahnte, dass sie auch Außerhalb auf eine verdammt große Horde dieser treffen würden. Corey hatte keine Ahnung, wie viele es waren. Es ging alles so schnell. Das war jedenfalls der Tag gewesen, an dem sie von ihrer Gruppe getrennt worden war. Sie hatte sie Tage lang gesucht, aber vergeblich. Ohne Kommunikationsmittel und lebende Menschen, die einem weiterhelfen konnten, war es fast unmöglich jemanden wieder zu finden, der geflüchtet war. Dennoch kannte sie das Ziel ihrer Gruppe. Die Ostküste. Sie konnte sich an die Route erinnern, die sie nehmen mussten und sie hatte mit ihrer Schwester und Freunden abgemacht, wenn sie sich verloren, dass sie sich am Seuchenkontrollzentrum in Atlanta, Georgia wieder treffen würden. Dafür musste Corey nur Mississipi durchqueren und über Alabama nach Georgia wandern. Und ja, sie war sich absolut sicher, dass ihre Schwester und der Rest noch lebte. Sie konnte es spüren.
Jedenfalls war sie auf ihrer alleinigen Reise an Purvis vorbei gekommen und wie jeder andere Mensch, der lebte, brauchte sie Nahrung, Waffen, Munition und vielleicht auch ein sicheres Versteck für die aufkommende Nacht. Die Nacht und auch das Schlafen war eine Qual für sie. Sie konnte sich nicht, wie viele andere auf freiem Feld einen Stolperdraht mit klirrenden und lärmende Gegenständen um ihr Lager ziehen, der warnte, wenn einer dieser Untoten auf sie zustolperte. Das funktionierte nicht, denn sie wurde davon nicht wach. Sie hörte es nicht. Also musste sie sich des Nachts irgendwo verbarrikadieren. Meist nutzte sie ein altes Auto, wenn es sonst nichts anderes gab. Voraussetzung war, dass es keines der Neuen war, denn sie musste es verschließen. Sie kletterte auf den Rücksitz, drückte überall die Knöpfchen runter und hing die Fenster mit dem ab, was sie fand. So war die Gefahr, dass ein Untoter auf sie aufmerksam wurde, gering, aber eben auch nicht unmöglich. Dennoch wurde sie dann, wenn schon nicht durch Geräusche, wach, wenn das Auto wackelte. Und so würde sie auch früh genug einen Menschen erkennen, der sich Zugriff zu ihr verschaffen wollte. Trotzdem schlief sie unregelmäßig, meist nur zwei, drei Stunden am Stück, ehe sie wieder ewig wach war. In einer solchen Welt alleine, als Gehörlose herumzustreichen war ein Spiel mit dem Feuer, dass musste selbst sie sich eingestehen. Es war so oder so schon gefährlich, aber ihr fehlender Sinn zeigte ihr mal wieder, dass sie doch irgendwie benachteiligt war. Aber eben nicht so sehr, dass sie nicht überlebt hätte.
In Purvis hatte sie sich schließlich zu dem hiesigen Supermarkt durchgeschlagen. Besonders viele Untote gab es nicht mehr. Schon von Außen war ihr klar, dass es hier nicht mehr viel zu holen gab, aber vielleicht fand sie noch irgendetwas halbwegs Essbares, dass übersehen worden war. Also war sie so vorsichtig vorgegangen, wie immer. Sie war eingetreten und hatte erst einmal gegen ein Metalregal geklopft und auf Bewegungen geachtet. Untote reagierten ganz besonders auf Geräusche, das zog sie an. Es zog sie an und Corey konnte die Geräusche nicht hören, welch Ironie. Es war aber längst nichts mehr in dem Laden, dass von der Hölle selbst gewesen sein könnte. Dennoch war Corey wachsam geblieben.
Wasser gab es hier nicht mehr, auch keine Softdrinks mehr, nur noch ein Regal mit Unmengen an Alkohol. Scheinbar konnte den keiner in einer Apokalypse gebrauchen. Heuzutage blieb man auch besser nüchtern, das war deutlich sicherer. Sie ging an den Regal mit dem längst verrotteten Obst und Gemüse vorbei. Man konnte nicht mehr erkennen, was einmal was gewesen war. Tasächlich war die Verrottung schon so weit fortgeschritten, dass es nicht mehr nach dieser typischen Obst- und Gemüsefäulnis roch. Sie durchsuchte ein paar Regale und tatsächlich fand sie noch eine Packung Reis ganz hinten, in der untersten Reihe. Reis war eben etwas, dass Amerikaner ab und an nicht zu schätzen wussten. Sie fand sogar unter einem der Regale eine Packung Kekse. Mindestens schon drei Jahre alt, aber solange sie nicht schimmelten, konnte man sie essen. Das würde Corey testen, aber nicht hier. Sie hatte die Packung gerade zu dem Reis in ihren Rücksack gesteckt, als das Licht gebrochen wurde. Da war etwas. Corey duckte sich instinktiv und sah zu der einzigen Lichtquelle im Raum, dem Eingang. Sie hatte die blonde Frau, an eine der Kassen gelehnt schnell entdeckt. Sie wirkte erschöpft, aber wer war das nicht zu diesen Zeiten? Corey gab sich nicht zu erkennen. Noch nicht. Sie wartete, ob sie alleine war, aber sie schien mit niemandem zu sprechen, niemand kam nach. Tatsächlich machte sie keinen gefährlichen Eindruck, aber was machte eine solche Frau hier draußen ganz alleine? ... die gleiche Frage könnte man ihr stellen. Sie biss sich auf die Unterlippe. Vielleicht sollte sie verschwinden, einfach verschwinden und ihren Weg nach Atlanta fortsetzen. Aber da stand ein Mensch und es gab nur noch so wenige, die genau wie sie atmeten. Corey war hin und her gerissen zwischen ihrer Hilfsbereitschaft, der Menschlichkeit, ihrem Misstrauen und den Erfahrungen. Schließlich fasste sie sich ein Herz und gleichzeitig ihre Waffe. Sie zog ihre Beretta 92FS aus dem Gürtel ihrer Hose am Rücken. Irgendwo in Louisiana hatte sie die mal von der Straße gesammelt oder vielleicht einem Toden geklaut. Es war ein wenig Munition dabei gewesen. 16 Schuss, wie sie gezählt hatte. Das Magazin der Waffe war also voll geladen und eine Patrone hatte sie sogar übrige. Nur eine, um sich selbst den Schädel wegzupusten, wenn es keinen Ausweg mehr gab. Sie verdrehte ihre Augen, wegen ihrer eigenen, seltsamen Gedanken. Dann schulterte sie ihren Rucksack und trat hinter dem Regal hervor. Die Waffe gehoben und auf die Fremde gerichtet. Es mochte ein ungewöhnliches Erscheinungsbild sein. Sie war kaum 1,57 groß und trug ein olivefarbenes Mützchen, unter welchem ihre dunklen Afrolocken herausragten und unter ihrer Steppjacke in gleicher Farbe einen rosa Pullover. Eigentlich war Rosa nicht ihre Farbe, aber er hatte ihr eben auf ihrer letzten Tour an einem Kleidergeschäft vorbei, gefallen. Außerdem hielt er zu dieser Jahreszeit und unter den Umständen, des abgekühlten Klimas warm. Ihre Hose war braun, eng anliegend und aus einer Art Jeansstoff und am Ende steckten die Beine in einem Paar brauner Schnürstiefeln. An ihrem Gürtel hing ein Jagdmesser und auf dessen anderer Seite eine Schleuder. Keine dieser Steinschleudern, die Kinder nutzten, sondern eine richtig Professionelle, mit der sie jemanden auch ganz einfach den Schädel wegpusten konnte und das lautlos. Sicher wäre die Schleuder eine bessere Wahl gewesen, aber sie hatte eigentlich nicht vor der Fremden weh zu tun. Sie ließ nur Vorsicht walten.
Und so deutete sie mit ihrer freien Hand auf Joannas Waffen und dann auf den Boden. Sie sollte ihre Waffen ablegen und damit sie sah, wie ernst sie es meinte, auch, wenn sie wahrscheinlich nicht schießen würde, solange Joanna nicht angriff, entsicherte sie ihre eigene Waffe, wissend, dass ein hörender Mensch das wahrnehmen konnte.
Purvis
von Joanna am 01.02.2025 18:51Beginn
Xhapan war eher ein Einzelkämpfer. Etwas, was Joanna nur zu gut nachvollziehen konnte. Also hatten sich ihre Wege wieder getrennt. Aber er hatte ihr noch Abschiedsgeschenke mitgegeben: eine volle Flasche Whiskey und eine Packung Zigaretten. Mehr als sie sich hatte erhoffen können. Bewaffnet mit einer Pistole für die sie keine Muni mehr hatte (sie hatte sie trotzdem hinten in ihrer Hose stecken), sowie einem Besenstiel, an welchem sie diverse Messer und Klingen befestigt hatte und der mit einem Gut über ihren Rücken hing, ging sie Schritt für Schritt die Straßen entlang. Sie näherte sich der nächsten Stadt seit Varnado: Purvis, wie es auf einem Ortschild. Während der sechsstündigen Reise, hatte sie nur vereinzelt Zombies gesehen, die kein Problem gewesen waren, zu besiegen. Hier würde es aber wieder mehr werden. Sie trank den letzten Schluck aus der Whiskey-Flasche und warf diese dann achtlos ins nächste Gebüsch. Vielleicht würde sie im Ort ja einen Kiosk finden, wo noch etwas alkoholisches verblieben war.
Auf de weg zum Supermarkt lief sie insgesamt vier Zombies über den Weg. Zweien, die früher einmal Männer gewesen waren und denen sie ihre selbstgebastelte Waffe mit den klingen tief in die Kehle rampte. Eine Frau, welcher sie den bauch aufschlitzte, wodurch sie genug Zeit gewann, sich aus dem Staub zu machen; und ein Mädchen, bei dem es ihr das Herz brach ihr den Schädel spalten zu müssen.
So verschwitzt und dreckig kam sie endlich in dem ausgeplünderten Supermarkt an. Sie fühlte sich schwach und schwindelig. War es der Hunger oder der Alkohol? einen moment lehnte sie sich gegen die Kasse und schloss die Augen um mehrmals tief Luft zu holen. Dann packte sie ihre Waffe wieder fester, bereit den Laden nach allem essbaren und alkoholischem zu durchsuchen - und bereit für unschöne Überraschungen, die hier immer lauern konnten.

Re: Time to Start a new Chance for an Old Dream.. | Joanna & Adria (Sommer 2026)
von Joanna am 29.01.2025 14:24Joanna nickte wissend, als Adria zugab, dass es nicht wirklich ihre Tonlage gewesen war. "Ja, das hat man gehört. Wie gesagt, daran können wir arbeiten, aber einfacher und für deine Stimme angenehmer wäre es mit Sicherheit, es wie gesagt zwei Halbtöne höher zu setzen. Oder in welcher Tonart auch immer die andere Version davon ist. Wenn du magst kannst du sie mir gerne einmal etwas höher nochmal vorsingen. Die erste Strophe reicht, es geht ja nur um die Tiefe." Und inwiefern es dann womöglich besser klingen würde.
Erneut nickte Joanna. "Es is gut, neben ner Acoustic Version auch nochmal ne vollständige zu habn. So deckt man nen weiteres Publikum ab. Sehr gut. Auch dass du bereit bist, an dir zu arbeiten. Loud habe ich ja sonst jetzt gehört, wie wäre es dann einmal als Vergleich noch nen Spanischen Song?" Sie neigte den Kopf leicht zur Seite. Sie fragte sich, in welcher Sprache Ariadna ihre Gefühle wohl besser verkörpern und rausbringen konnte. Tatsächlich konnte sich das unterscheiden. Und würde auch einen guten Einfluss darauf haben, mit welcher Sprache sie führen wollten, denn in Joannas Ansicht, war das transportieren von Gefühlen und der Message immer einer der absolut wichtigsten Faktoren.

Re: Time to Start a new Chance for an Old Dream.. | Joanna & Adria (Sommer 2026)
von Adria am 29.01.2025 12:01Gespannt wartete Ariadna ab was Joanna zu ihrer Performance wohl zu sagen hatte. Denn die Frau kannte sich immerhin aus, war schon länger in diesem Buisness und konnte ihr mit Sicherheit helfen! Dementsprechend war ihre volle Aufmerksamkeit auch auf ihr Gegenüber gerichtet und hörte sich an, wie Jo ihren Gesang gefunden hatte und was dieser dann aufgefallen war, während sie eines ihrer ersten selbst geschrieben Lieder zum besten gegeben hatte.
Hin und wieder nickte die Latina dabei oder ließ die Worte für einen Augenblick auf sich wirken. „Das Lied an sich jetzt nicht wirklich nur die Version mit dem Piano war jetzt nicht wirklich meine Tonlage." Denn normalerweise waren die Klänge, wenn Sie den Song mit ihrer Band gesungen hatte, nicht so tief gewesen. „Ich bin bereit an meiner Stimme zu arbeiten und konstuktive Kritik von Ihnen anzunehmen", versicherte Adria ehrlich. Denn deshalb war sie schließlich hier, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen und zu entfalten. Es könnte ihr nicht Schaden sondern definitiv nur nützen. „Also ich habe auch noch eine andere Version von dem Lied auf meiner CD mit den Instrumental Versionen, ganz am Ende. Die müsste ich nicht extra erst aufnehmen. Oder ich könnte mich selbst auch am Keyboard begleiten und den Song nochmal singen."
Denn im Normalfall sang Adria nicht wirklich tief, wäre aber auch bereit das zu lernen oder eher zu trainieren. Denn es würde ihr auch neue Möglichkeiten eröffnen.

Sometimes the only payoff for having any faith
Is when it's tested again and again everyday
Quelle Gifs: Tumblr Quelle Zitat: Songtexte.com








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