Intelligenzstörung
Bei einer leichten Intelligenzminderung ist der Spracherwerb ver-zögert, erreicht jedoch in der Regel ein Niveau, das für die tägli-chen Anforderungen und eine normale Konversation ausreicht. Die meisten Betroffenen erlangen vollständige Unabhängigkeit in der Selbstversorgung (Essen, Waschen, Ankleiden) sowie in prakti-schen und häuslichen Tätigkeiten, auch wenn ihr Entwicklungs-tempo deutlich langsamer ist als üblich.
Bei einer mittelgradigen Intelligenzminderung zeigt sich in der Kindheit eine ausgeprägte Entwicklungsverzögerung. Der Erwerb von Selbstversorgungs- und motorischen Fähigkeiten ist deutlich verlangsamt. Erwachsene benötigen in unterschiedlichem Ausmaß Unterstützung im Alltag und bei der Arbeit; ein Teil der Betroffe-nen ist lebenslang auf Beaufsichtigung angewiesen.
Bei einer schweren Intelligenzminderung treten meist deutlich ausgeprägte motorische Beeinträchtigungen oder andere Funkti-onsausfälle auf. Im Übrigen ähnelt das klinische Bild der mittelgra-digen Intelligenzminderung. Eine fortlaufende Unterstützung ist in der Regel erforderlich.
Bei einer schwersten Intelligenzminderung sind die Betroffenen in der Regel nicht in der Lage, Aufforderungen oder Anweisungen zu verstehen oder auszuführen. Auch die Bewegungsfähigkeit ist häu-fig stark eingeschränkt. Menschen mit einer schwersten Intelli-genzminderung benötigen lebenslang umfassende Hilfe und stän-dige Überwachung.
Dissoziierte Intelligenz bezeichnet einen Zustand verzögerter oder unvollständiger Entwicklung der geistigen Fähigkeiten. Besonders betroffen sind Fertigkeiten, die sich während der Entwicklungspha-se ausbilden und zum allgemeinen Intelligenzniveau beitragen, wie Kognition, Sprache, motorische Fähigkeiten und soziale Kompeten-zen.
Diese Kategorie wird verwendet, wenn eine Intelligenzminderung vorliegt, deren Schweregrad nicht genau bestimmt werden kann oder wenn die Ausprägung der Symptome nicht eindeutig in die Kategorien F70–F73 einzuordnen ist. Häufig liegt dies an zusätzli-chen Beeinträchtigungen (z. B. schweren Sinnesstörungen oder körperlichen Behinderungen), die eine zuverlässige Intelligenzdia-gnostik erschweren.
nicht näher bezeichnet
F79
Diese Kategorie wird verwendet, wenn eindeutig eine Intelligenz-minderung vorliegt, der Schweregrad jedoch mangels ausreichen-der Informationen nicht festgestellt oder klassifiziert werden kann (z. B. bei fehlender Untersuchung oder unvollständigen Angaben).
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