Alena & Zeynep ~ Death Is Everywhere (Beendet)

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Zeynep

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Alena & Zeynep ~ Death Is Everywhere (Beendet)

von Zeynep am 03.05.2023 18:11

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Alena Agreste & Zeynep Yildirim

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Quelle: Fanpop                                                                  Quelle: YouTube (GIF selbst erstellt)

Alena Agreste ist für einige Besorgungen zu Besuch in London. Ausgerechnet an diesem Tag springt der Radar der halben Banshee an - das eindeutige Zeichen, dass ganz in der Nähe gleich jemand sterben wird. Doch sie ist nicht die einzige, die dieses übersinnliche Signal empfängt. Auch die StripClub-Besitzerin Zeynep Yildirim bemerkt es und sieht sich prompt mit Flashbacks aus ihrer Kindheit bombardiert. Die Bekanntschaft der beiden Halb-Banshees ist nun unausweichlich und vielleicht könnten sie sich sogar helfen...

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Re: Alena & Zeynep ~ Death Is Everywhere

von Zeynep am 03.05.2023 18:21

Zeynep war schlecht. Den ganzen Tag schon hatte sie nichts gegessen. Sie hatte nicht geschlafen und kaum etwas getrunken. Drückende Kopfschmerzen pochten hinter ihren Schläfen, was wohl kaum jemanden wundern durfte, und dennoch bereitete der Geruch der Dönerbude ihr Übelkeit. Es war dunkel, die Nacht war hereingebrochen. Eine Zeit, in welcher sie normalerweise ausnahmslos in ihrem Club zu finden war, doch diese Nacht war anders. Diese NAcht konnte sie unmöglich da sein. Diese Nacht konnte sie unmöglich den Club führen.
Es hatte bereits damit begonnen, dass dieser Tag begonnen hatte und mit den ersten Strahlen des Sonnenlichts ein Gefühl sie beschlichen hatte, von dem sie sich gewünscht hätte es nie wieder zu empfinden. Es war das Gefühl einer dumpfen Vorahnung, dass bald etwas schreckliches passieren wurde. Dieses ganz einfache Wissen, dass etwas dunkles und unaufhaltbares nahte. Etwas, wogegen man nicht das geringste tun konnte. Und Zeynep wusste auch, was dieses etwas war: Es war der Tod.
Bereits zeimal in ihrem Leben, war sie mit dieser Vorahnung erwacht. Bei dem ersten Mal war ihre Mutter abends gestorben, niedergeprügelt von ihrem Vater, derweil die jugendliche Zeynep wie gelähmt im Türrahmen stand, zusah und nicht das geringste unternahm (sie gab sich die Schuld und würde dies vermutlich auch bis ans Ende ihrer Tage tun). Und beim zweiten Mal hatte es ihren Vater betroffen. Als sie nach Hause kam von der Schule, lag er betrunken im Wohnzimmer. Die leeren Bierflaschen um sich. Es stand. Und nicht viel später überkam sie die Erkenntnis: er lag da nicht nur einfach im Delirium. Nein, er war tot. Und vermutlich war es auch noch geschehen, während sie im Zimmer stand. Eine Vermutung, die sie niemals gegenüber irgendjemanden geäußert hatte. Man würde sie für paranoid halten.
Die Angst, dass ihre Banshee-Seite wieder so etwas endecken, wieder so empfinden könnte, begleitete sie. Doch es geschah nichts, und langsam hatte sie es geschafft, diese Angst in den Hintergrund zu drängen, ja sogar ihr Banshee-Wesen fast shcon zu verdrängen und zu vergessen. Bis heute. Bis dieses verdammte beschissene Gefühl aus dem Nichts zurückgekehrt war in ihr Leben.
Sie war jede Nacht in ihren Club. Dementsprechend war es für Zeynep keine Frage, dass dort der Todesfall stattfinden würde. Und diesmal würde sie nicht anwesend sein. Diesmal würde sie nicht die Schuld auf sich laden. Nein, diesmla nicht. In ihrer schwarzen Bomberjacke ballte sie ihre Hände zu Fäusten, so fest dass sich ihre schwarzen Gelnägel in die Handflächen gruben. Ihr Herz pochte heftig. Das unaangeheme Gefühl des Bevorstehenden wurde immer heftiger. So heftig war es jetzt, dass sie am liebsten heulen und ihren Kopf wie wild gegen diese Backsteinmauer schlagen wollte.
Und dann hörte sie ein ersticktes Stöhnen. Ruckartig blickte sie auf, konnte einen älteren Mann auf einer Bank erkennen, der sich in einem scheinbar plötzlichen Anfall zusamenkrümmte. Ein Mädchen war bereits neben ihm.
Und wieder war Zeynep unfähig sich zu bewegne. Sie wollte hinlaufen, helfen, den Notarzt rufen. Doch sie stand einfach nur da, die Lippen leicht geöffnet und starrte wie ein Reh im Scheinwerferlicht auf die Szenerie wo - wie sie ganz genau wusste - gleich jemand sterben würde.

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Re: Alena & Zeynep ~ Death Is Everywhere

von Alena am 30.09.2023 17:23

Alena hätte nicht erwartet jemals wieder ins Vereinigte Königreich beziehungsweise nach Schottland und insbesondere Iverness zurück zu kehren. Besonders da sie die Pflege ihres Elternhauses ja in professionelle Hände gegeben hatte. Aber wie sagte man so schön? Unverhofft kommt oft.. oder noch besser: Leben ist das was passiert, während man damit beschäftigt ist andere Pläne zu machen.. Jedenfalls war der Firmenchef besagter Firma wegen Betrug in den Knast gewandert und die Studentin hatte keine Ahnung, in welchem Zustand sie ihr Elternhaus vorfinden würde, als sie in Saint John in den Flieger gestiegen war. Und der Anblick hatte wirklich noch ihre schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Der Garten war vollkommen verwildert, die Fenster verdreckt und in den Gängen und Zimmern sammelte sich der Staub und die Spinnweben. Und die Blumen im Haus waren verwelkt. Sie hatte einige Minuten wie vom Donner gerührt einfach nur dagestanden unfähig sich zu rühren und tief in sich, bereits die Ahnung - nein die Gewissheit - das dies nicht das schlimmste sein würde, was sie heute sehen würde. Der Tod gehörte in gewisser Weise bereits seit ihrer Geburt zu ihrem Leben. An diesem Tag war ihre Urgroßmutter verstorben aber noch vor ihrer Geburt weshalb sie das nicht wirklich bewusst wahrgenommen hatte. Aber dann einige Jahre später während ihrer Grundschulzeit, wie man in Deutschland sagen würde, war ein Mitschüler an einem angeborenen Herzfehler verstorben und dann war es im Abstand mehrerer Jahre noch ein paar Mal geschehen... Daher diese Gewissheit - nur im Fall ihrer Eltern und ihrer kleinen Schwester, fehlte ihr diese da sie in oder um China verschwunden waren. Und das nun wirklich eine zu große Distanz für sie als halbe Banshee gewesen war. Und von Seiten der chinesischen Ermittlungsbehörden waren keine Überreste gefunden worden, also galt ihre Familie weiterhin als vermisst und war lediglich von der Gesetzeslage her für Tot erklärt worden, weil inzwischen einfach bereits zu viel Zeit vergangen war...
Jedenfalls hatte Alena den ganzen weiteren Tag, bis zum Abend - nach einem Nachtflug wohlgemerkt - damit verbracht drinnen im Haus das größte Chaos zu beseitigen. Dann bestellte sie sich etwas zu Essen was schon an sich meist eher untypisch für die junge Frau war und dann kippte sie mindestens einen halben Liter Wasser auf einmal hinunter, bevor sie dann die angebrochene und eine weitere Flasche deutlich langsamer und Gläserweise leerte. Was ihre Kopfschmerzen in keinster Weise hatte beseitigen können aber es würde zumindest verhindern, dass sie morgen überhaupt nichts im Haus würde machen können. Wobei Alena sich nicht einmal sicher war ob sie nach der heutigen Nacht überhaupt morgen zu irgendetwas in der Lage wäre... Irgendwann übernahm dann einfach ihre Banshee-Seite die Kontrolle und schon stand sie vor dem Mann und versuchte ihm beizustehen währenddessen ließ sie kurz ihren Blick umherschweifen und erblickte die andere Frau. Und sie wusste das die Frau wie sie war, nun zumindest zum Teil aber das sie auf jeden Fall aus dem gleichen Grund wie die Blondine hier war. Und nicht nur eine einfach überforderte, zufällige Beobachterin war. Doch, bevor jemand da wäre, der sich um den Mann kümmerte beziehungsweise sich seiner Seele angenommen hätte, könnte sie sich nicht um die fremde Frau kümmern. Also wartete Alena noch so lange ab, bevor sie zu der Fremden ging und sie ansprach. "Hey entschuldige.. kann ich dir vielleicht helfen? Weil.. wir sollten vielleicht von hier verschwinden, das sieht nicht gut aus wenn man uns beide in der Nähe einer Leiche antrifft... Zwar haben wir nichts getan aber naja das wissen die Ermittlungsbehörden ja nicht im ersten Moment." Und Alena war todmüde und wollte sich nun nicht auch noch mit Scotland Yard auseinandersetzen. Weshalb sie die junge Frau sanft am Arm berührte und ihr bedeutete, ihr zu folgen. "Bitte, lass uns jetzt gehen, ja?", bat sie fast flehend.


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Re: Alena & Zeynep ~ Death Is Everywhere

von Zeynep am 13.10.2023 12:44

Noch immer starrte Zeynep auf den alten Mann. Er war zusammengebrochen, hatte noch kurz in offensichtlichen Krampfen gezuckt. Und jetzt? Jetzt lag er da. Ganz still. Der Blick der Augen war irgendwo in den Himmel gerichtet und er blinzelte nicht. Und dieses angespannte Gefühl, dieser Felsen in ihrem Magen der über den gesamten Tag hin immer schlimmer geworden war? Er war weg. So schnell gegangen, wie er aufgetaucht war, als hätte einfach jemand ihn mit einem Schnipsen verschwinden lassen. Aber es war nicht irgendjemand gewesen. Sondern der Tod.
Die Club-Besitzerin konnte sich wieder bewegen. Sie biss sich auf die Lippen. Zorn brannte in ihr. Und Scham. Sie spürte den heißen Druck hinter ihren Augen, der Tränen ankündigte und nichts wünschte sie sich lieber, als ihren Boxsack jetzt hier zu haben und bis zur maximalen Erschöpfung auf ihn einzudreschen. Sie war so sehr in Gedanken versunken, dass sie gar nicht bemerkt hatte, dass die fremde Frau, die bei dem Mann beigestanden hatte (im Gegensatz zu ihr selbst), zu ihr getreten war.
...wenn man uns beide in der Nähe einer Leichte antrifft...
...Zwar haben wir nichts getan...
Nur diese beiden Fetzen blieben hängen. Laut und hallend. Ruckartig stand Zeynep auf. Ihre Faust hatte in der linken Tasche ihrer Bomberjacke eine zerdrückte Packung Zigaretten gefunden. Mit zitternden Händen zündete sie sich eine an und nahm einen tiefen Zug. "Haben wir das denn?", fragte sie mit einer verbitterten Wut in der Stimme und folgte endlich dem Flehen der Frau, diesen Ort zu verlassen. Wie von selbst schlugen ihre Schritte den Weg in Richtung ihres Strip-Clubs ein. "Haben wir denn nichts getan?" Sie spürte stechenden Schmerz in ihrer rechten Handfläche. Jetzt hatte sie sich mit ihren Gelnägeln wohl wirklich ins Fleisch geschnitten. Fuck it. Sie nahm noch einen tiefen Zug, doch die beruhigende Wirkung des Rauchs wollte sich nicht einstellen. "SCHEIßE!", brüllte sie plötzlich und rammte ihre rechte Faust gegen die nächstbeste Häuserwand. Ein stechender Schmerz schoss durch ihr Handgelenk bis hinauf in die Schulter. Die Haut an ihren Knöcheln war aufgeratscht und einige Augenblicke später traten auch schon die ersten Blutstropfen zutage. Zeynep lehnte sich mit dem Rücken zur Wand und schloss die Augen. "Fuck, fuck, fuck.", flüsterte sie. Die Fremde hatte sie fast vergessen.

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Re: Alena & Zeynep ~ Death Is Everywhere

von Alena am 29.11.2023 16:08

Es war immer schrecklich wenn man mit dem Tod konfrontiert wurde, besonders auf diese Art und Weise, dass man einfach aus dem nichts auf eine Leiche stieß. Sie auffand und in das Jenseits begleiten musste, ob man nun wollte oder nicht oder ob man darauf gefasst war oder nicht. Alena hatte es immer wieder aufs neue gehasst, wenn es ihr nun einmal passiert war und das war es in ihrem Leben bisher leider schon viel zu oft... Vor allem war es eine Erfahrung, die einen immer wieder in gewisser Weise herunterzog, denn schließlich kam man ja immer zu spät und konnte nichts weiter mehr tun, als einfach mit der Situation irgendwie umzugehen. Dem Tod konnte man halt irgendwie nicht entkommen zumindest als Banshee nicht. Also für diesen Teil ihres Wesens war die gebürtige Schottin definitiv nicht gerade dankbar... Ändern konnte sie es allerdings natürlich auch nicht und gerade ging es definitiv in erster Linie mal um Schadensbegrenzung, denn sie und die Fremde hatten nichts getan. Auch wenn die Dunkelhaarige das dann doch etwas anders zu sehen schien.. aber vielleicht hatte sie ja einfach noch nicht viel Erfahrung mit dem Dasein als Banshee. Sie war schon froh das die beiden nun endlich weg kamen vom Ort des Geschehens.
Allerdings schien die Dunkelhaarige schon ein paar Probleme mit der ganzen Situation zu haben so wie die Fremde reagierte. Zutiefst erschrocken zuckte Alena zusammen und betrachtete die Verletzung an der Hand der Frau. Sie hatte keine Ahnung wohin die beiden Frauen denn gerade überhaupt unterwegs waren aber klar war auf jeden Fall, dass die Verletzung versorgt werden musste. "Gibt es hier irgendwo einen Ort, wo wir deine Verletzung versorgen können?", fragte sie deshalb zunächst einmal. "Und nein wir haben nichts getan, der Mann.. es war nicht unsere Entscheidung dass seine Zeit gekommen war.. wir haben ihn einfach nur gefunden. Das liegt in unserem Wesen.. dafür können wir nichts. Wirklich nicht, dass kannst Du mir glauben. Es hat auch lange gedauert bis ich das begriffen habe. Aber es ist nicht unsere Schuld." Das war vermutlich schwer zu glauben aber die beiden hatten sich das ja schließlich nicht ausgesucht alles... Alena wäre nun auch deutlich lieber mit ihrem Mateo zusammen als mitten in der Nacht mit irgendeiner Fremden durch die Gegend zu laufen, nachdem sie einen Toten gefunden hatten. Gerade hätte Alena sich am liebsten in ihrem Bett verkrochen und sich an ihren Traummann gekuschelt, damit ihr wieder warm würde...


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Re: Alena & Zeynep ~ Death Is Everywhere

von Zeynep am 04.01.2024 18:41

Achtlos winkte Zeynep ab. Ihre Knöchel pochten und bluteten, aber weh taten sie nicht. Noch nicht. Das würde später kommen. "Spielt alles keine Rolle. Kann ich später behandeln, in meinem Club. Da hab ich alls Nötige. Mit Verletzungen kenn ich mich aus. Vor allem diesen." Sie sprach ihre Gedanken aus, ohne es zu merken. Sie lehnte noch immer gegen die Wand, ihr Schädel begann hinter der Stirn zu pochen und rasch nahm sie wieder einen tiefen Zug von ihrer Kippe. Die Worte der Fremden konnte sie nicht glauben. Es ging nicht. Verbittert lachte sie also auf.
"Es war vielleicht nicht unsere Entscheidung, aber wir hätten etwas tun können. Etwas tun müssen!! Hätten... scheiße keine Ahnung. Nen Krankenwagen rufen oder..." Sie brach ab, denn der Impuls, erneut gegen die Wand zu schlagen, war zu heftig. Dabei hätte sie sich jetzt wahrscheinlich das Handgelenk gebrochen (nicht zum ersten Mal, im Übrigen), und so schaffte sie es gerade noch den Drang zu utnerdrücken und zerquetschte stattdessen die glimmende Zigarette in ihrer Faust. Wütend schmiss sie sie weg und ging mit strammen Schritten weiter in Richtung Club, bis ihr etwas auffiel. Schlagartig blieb sie stehen und wirbelte zu der Fremden herum.
"Warte. Was heißt wir?! Was heißst unserem Wesen?? Bist du... bist du etwa auch..." Ihr Herz fühlte sich an als wäre es in ihrem Brustkasten stehen geblieben. Sie trat ganz nah an die Fremde heran, zu nah als man normalerweise an einen Fremden trat, aber das war ihr egal. "Bist du eine Banshee?", flüsterte sie leise und sprach das Wort mit einem Unwillen aus, welches sie beim besten Willen nicht verbergen konnte. Ihre Faust hatte sie vergessen. Selbst den tod des Mannes hatte sie für einen Augenblick nicht mehr im Kopf, denn alels was zählte, war, ob vor ihr wirklich jemand stand... wirklich jemand stand... der es kannte..!!

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Re: Alena & Zeynep ~ Death Is Everywhere

von Alena am 12.01.2024 11:55

Alena stand der Fremden ruhig gegenüber und ließ sie einfach sprechen. Es störte die gebürtige Schottin auch keineswegs das sie so ungewöhnlich offen war, denn das alles war selbstverständlich eine Ausnahme vom normalen alltäglichen Lauf des Lebens. Und das sie sich wohl mit Verletzungen dieser Art auskannte, war nun auch keine so wahnsinnig persönliche Enthüllung, da gab es in ihren Augen ganz andere Dinge, die sie hätte sagen können. Und Alena war ja froh, dass sie jetzt nicht auch noch irgendwie in ein Krankenhaus mussten, denn darauf hätte die Studentin nun weniger Lust gehabt. Und da die Fremde gerade ohnehin unter Autopilot zu laufen schien, nickte sie auch nur und unterbrach sie in ihren Überlegungen auch nicht. Damit, daß diese ihr gleich glauben schenken würde hatte Alena auch gar nicht gerechnet, denn es war ja tatsächlich nicht leicht zu glauben. Besonders wenn man mit seinem Wesen noch struggelte, dann konnte man das auch nur sehr schwer glauben. Besonders wenn man niemanden hatte, der einem hätte erklären können, was es mit dem Wesensanteil auf sich hatte... Und davon ging die Blondine nun einfach einmal anhand der Reaktion davon aus, dass ihr Gegenüber da niemanden hatte.
Auch das verzweifelte nicht wahr haben wollen sprach sehr dafür. Denn natürlich hätten die beiden einen Krankenwagen rufen können aber es hätte nichts mehr gebracht, es wäre schlicht und ergreifend zu spät für den armen Mann gewesen, so tragisch es auch wahr... Sie hätten es nicht verhindern können und auch nichts mehr tun können, da diese Entscheidung von anderer Seite bereits getroffen worden war. Und sie waren nur die bedauerlichen Frauen, die den Mann hatten finden und ihm beim Übergang hätten helfen sollen und müssen. Diese Tatsache stieß bei Alena ebenfalls nicht auf Begeisterung aber sie hatte dieses Schicksal schon länger für sich akzeptiert. Auch wenn es definitiv nicht einfach gewesen war aber danach fragte ja keiner. Sicherlich hatte auch Zeynep da keiner gefragt. Und das es schrecklich für sie war das konnte Alena vollkommen verstehen.
Auch die Überforderung konnte sie verstehen, weshalb sie die Clubbesitzerin auch zunächst gehen ließ und nur minimal zurücktrat als die junge Frau so nah an sie herantrat. Denn ihr war das schon irgendwie unangenehm. Und den wiederwillen hörte sie ihr auch deutlich an. Wobei es schonmal irgendwie erleichtert war, daß Zeynep wohl zumindest schonmal wusste das sie zum Teil eine Banshee war, so wie sie selbst eben auch. Deshalb nickte sie auch zunächst nur und räusperte sich dann. „Ja ich bin eine Banshee, zumindest zum Teil. Ich nehme an du hast noch nicht sehr viel Erfahrung im richtigen Umgang damit?" Gut das man nicht unbedingt oft Leichen finden möchte, konnte Alena natürlich sehr gut verstehen. „Also ich will dich definitiv nicht kritisieren oder so aber man merkt das einfach, daß dir das alles ziemlich zuwider ist.. Nicht das Ich das selbst so toll fände, dass auf keinen Fall. Ich habe es nur irgendwann notgedrungen akzeptiert. Ich verstehe aber auch, wenn Du da noch nicht so weit bist." Sie lächelte sogar zaghaft und versuchte ihrem Gegenüber ein gutes Gefühl zu geben. Halbwegs zumindestens auch wenn es in der Situation natürlich nicht so einfach war...


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Re: Alena & Zeynep ~ Death Is Everywhere

von Zeynep am 20.02.2024 09:46

Zeyneps Herzschlag dröhnte in ihren Ohren wider. Sie hatte keinen Speichel mehr im Mund und der Rauchgeschmack von der Zigarette hing ihr noch in der Kehle. Sie hielt fast den Atem an und ließ den Blick keine Sekunde von der Anderen ab. Und da kam schon die Antwort. Ja. Zeynep hob eine Hand, strich sich mit dieser durch ihre schwarzen Haare und ließ sie auf ihrem Kopf ruhen. Ihr Puls beschleunigte sich. Tausende widersprüchliche Gefühle gleichzeitig rollten durch ihren Körper. Hoffnung, Entsetzen, Angst, Erleichterung, ...
Sie schluckte schwer und ehe sie irgendetwas sagen konnte, sprach die Fremde schon weiter. Jeder Herzschlag schmerzte.
"Ich... ich bin auch nur eine halbe.", sagte sie schließlich und vermied es dabei sorgfältig das Wort 'Banshee' nochmal auszusprechen. "Mein Vater war ein vollwertiger, ich hab es von ihm geerbt. Meine Mutter war ein Mensch. Ich... er..." Sie presste ihren Kiefer zusammen, starrte die Straße hinunter auf Dinge, die nur sie selbst sehen konnte und schüttelte schließlich angestrengt den Kopf. Sie konnte es nicht aussprechen. Es ging nicht. Sie vergrub es schon zu lange in ihrer Seele als um es jetzt öffnen oder hervorholen zu können. Aber wie sonst sollte sie der Fremden mitteilen, was sie belastete? Der Tod ihrer Mutter. Und... irgendwo sogar der ihres Vaters. Dass sie sich selbst die Schuld gab (vor allem bei ihrer Mutter). Es hätte sich halt verhindern lassen. Es hätte sich verhindern lassen.
"Ich hasse es.", sagte sie schließlich und man konnte die ganze Bitterkeit, die in diesen Worten steckte, hören. "Ich hasse dieses Wesen. Ich hasse diese Vorahnungen. Du sagst wir würden keine Schuld tragen, aber es fühlt sich so an. Es fühlt sich verfickt nochmal so an." Sie kaute auf unausgesprochenen Worten die wie Galle in ihrer Kehle saßen. Sie atmete durch. Ihre Knöchel schmerzten leicht. "Willst du etwas trinken?" Sie würde die Fremde mit in ihre Wohnung im Club nehmen. Da hatten sie erstmal Ruhe.

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Re: Alena & Zeynep ~ Death Is Everywhere

von Alena am 23.03.2024 15:25

Bei diesem Besuch in ihrer Heimat und für den Aufenthalt in London hätte Alena wohl mit so einigem gerechnet, doch mit dem Fund einer weiteren Leiche dann doch am wenigsten. Ja natürlich war der Studentin bewusst das ihre Fähigkeit dazu nicht einfach verschwinden würde, ganz gleich wie lange dass letze Mal das etwas derartiges passiert war bereits zurück lag. Dennoch war es ganz genauso unangenehm wie die Blondine es in Erinnerung hatte aber weshalb hätte sich das auch ändern sollen? Die Konfrontation mit dem Tod war nie etwas schönes und das ganz egal ob man die Person kannte oder nicht. Auch wenn es in letzterem Fall dann doch noch einmal ganz besonders schmerzhaft war. Zwar hatte es bisher nur ältere Verwandte von ihr getroffen aus natürlichen Gründen aber dennoch hatte diese Gewissheit es ihr nicht leichter gemacht. Ganz besonders nicht bei ihren Großeltern im zarten Alter von sieben Jahren, vor allem da sie zu diesem Zeitpunkt noch in keiner Form darauf vorbereitet worden war. Aber selbst wenn man dann darauf vorbereitet worden war, konnte es noch schwer sein. Und selbst die Gewissheit oder das untrügliche Gefühl dass die geliebten Personen noch am Leben waren, konnte eine Qual sein wenn diese nicht mehr bei einem waren... Aber da diese Gedanken sie im Augenblick in keiner Weise weiter brachten und zu dem ein kühler Kopf gefragt war, schob Alena diese für den Moment ganz weit in ihr Unterbewusstsein zurück. Stattdessen widmete sie ihre volle Aufmerksamkeit der Frau bei ihr. Und dass diese ebenfalls bereits ihre Erfahrungen mit ihrem Los gemacht hatte, war schon bei dem Fund des alten Mannes offensichtlich gewesen aber dennoch war es nochmal etwas anderes ihr genau anzuhören wie sehr sie tatsächlich hasste, was sie war. Den die Bitterkeit und die ganze Wahrheit dahinter war kaum zu überhören. Und Alena konnte es so gut verstehen. Auch das es sich wie ihre Schuld anfühlte, obwohl es dass definitiv nicht war. Denn wann die Zeit für jemanden gekommen war entschieden nicht die Banshees, sondern der Tod. Aber obwohl sie das wusste war es manchmal einfach nur unerträglich zu sein was sie waren. Die junge Studentin konnte das so gut verstehen und fühlte sich manchmal ganz genauso. Genau deshalb war ihre Stimme auch so sanft und verständnisvoll als sie erneut sprach. „Ja ich weiß das es eine furchtbare Aufgabe oder Funktion ist die wir haben und an manchen Tagen hasse ich es genauso sehr wie Du. Es liegt allerdings definitiv nicht in unserer Entscheidung, wann jemandes Zeit gekommen ist. Ganz egal wie ungerecht es in vielen Fällen auch erscheinen mag. Ich schätze, dass jeder von uns nur begrenzte Zeit auf dieser Welt zusteht...", sie hielt kurz inne und räusperte sich. Strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und seufzte schwer. „Auch wenn es uns manchmal schrecklich ungerecht vorkommt und manchmal ist es das ganz ohne jede Frage auch. Besonders bei den kleinsten von uns oder in Verbindung mit diesen unnötigen und grausamen Kriegen. Dennoch treffen wir nicht diese Entscheidung und auch wenn wir meinen unsere Entscheidungen könnten irgendetwas beeinflussen und verändern.. ändern wir vielleicht das wer aber nicht das jemand sterben muss. Und ich glaube nicht einmal diese Macht haben wir manchmal..", versuchte Alena ihre Gedanken in Worte zu fassen. Denn über diesen Teil ihres Wesens hatte sich die junge Frau sich schon sehr viele Gedanken gemacht. Womöglich stimmten ihre Annahmen auch nicht in jedem Punkt zur Gänze oder waren an manchen Tagen bei weitem nicht genug Grund, um sich selbst nicht ein Stückweit zu verabscheuen. Aber vielleicht konnte die Dunkelhaarige daraus ja doch etwas positives herausziehen, um sich zumindest ein wenig besser zu fühlen... Die Frage ob die Blondine etwas trinken wolle konnte sie in jedem Fall nur bejahen. „Sehr gerne sogar..", bestätigte sie deshalb zaghaft lächelnd und würde sich einfach mal überraschen lassen, wohin die Reise gehen würde. Ihr war es in diesem Moment wirklich egal, Hauptsache sie kämen von der Straße runter.


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Re: Alena & Zeynep ~ Death Is Everywhere

von Zeynep am 09.04.2024 13:13

Zeynep lauschte den Worten der Fremden ohne sie anzusehen. Erst gegen Ende ihres Monologes, wagte sie es, ihren Blick zu ihr schweifen zu lassen - Tränen glänzten in den Augen der Club-Besitzerin. Sie schluckte schwer. Sie wollte der Fremden so gerne glauben. So gerne. Aber es war so verfickt schwer. Zumal sie das alles verdrängt hatte. Sie hatte es doch gesachafft wegzusperren, wegzusperren in irgendeine verdammte Ecke ihres Kopfes, wo es sie nicht mehr blästigen konnte, wo sie nicht mehr darüber nachdenken musste, ja es sogar fast vergaß,w as sie war. Und jetzt. Jetzt war diese Mauer, dieser Schutzwall zerstört, alles strömte auf sie ein und sie konnte er nicht halten. Sie konnte es verdammt nicht mehr halten. Die ersten vollkommen stummen Tränen lösten sich. Sofort wischte sie sie weg, noch bevor sie ganz über ihre Wangen hatten rinnen können. Sie hasste es so schwach zu sein.
Sie schluckte schwer. "Komm.", sagte sie nur mit belegter Stimme und führte Alena schweigend voran. "Ich bin übrigens Zeynep.", sagte sie, mti einer Stimme, die klang, als würde sie nicht zu ihr selbst gehören. Zeynep fühlte sich völlig neben sich stehend, war nicht mehr in ihrem Körper drinnen - bewegte sich wie automatisch. "Ich habe einen Strip-Club. Aber wir nehmen den Hintereingang." Sie erreichten Den Club. Sie führte sie durch ein quietschendes Gitter-Tor, an einigen Mülleimern vorbei zum Hitnereingang. Sie schloss auf (mit Schlüssel und Code), führte Alena durch einen Gang, wo man dumpf die laute Musik aus dem Club hörte und dann eine Treppe hinauf zu einer weiteren Tür - einer Wohnungstür diesmal. AUch diese schloss sie aus. "Willkommen in meinem Heiml", sagte sie, noch immer so eltsam distanziert und mit leicht verschnupft klingender Stimme. Als sie nach oben an ihre Wangen griff stellte sie fest, dass sie schon wieder geweint hatte. Sie wischte die Beweise fort.
Sie standen in einem großen Raum, direkt vor einer Fensterfront, die den Blick auf die Straße unten ermöglichte. Rechts, mittig im Raum stand ein Schreibtisch, davor stand ein Boxsack (mit genügend Abstand, dass man nicht den Tisch wegschlug). Links ging es durch eine Tür ins BAdezimmer, links neben der Fensterfront war eine Aufzugtür. Rechts ging es in der hinteren Tür in die Küche und in der vorderen ins Schlafzimmer. Vor der Fenstefront war außerdem eine kleine Bücherecke mit Sofa und Tisch. "Was willst du trinken?", fragte Zeynep, während sie ihre schwarze Lederjacke aufhängte (darunter trug sie ein schwarzes Top" und sich selbst einen Whiskey fast randvoll einschenkte. Normalerweise trank sie keinen Alkohol - sie wollte immer bei klarem Verstand sein - aber heute machte sie da mal eine Ausnahme.

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