Raleigh & Louise ~ The Unusual Pub Acquaintance [beendet]
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Martha
Gelöschter Benutzer
Re: Kneipe
von Martha am 07.12.2020 22:22Mit einem einnehmenden Lächeln schwang ich mich mit Leichtigkeit und Anmut auf den Hocker neben ihn. Ich war in meinem Leben bisher nicht unbedingt eine Ikone gewesen und in meiner früheren Jugend schon gar keine Grazie, die die Jungen und die jungen Männer bestaunten. Zu sehr hatte mein eigener Kopf sie erschrocken und weggetrieben und auf der anderen Seite hatte mir immer das gewisse Etwas gefehlt, das die jungen Mädchen meiner Zeit haben mussten, um erfolgreich zu sein – Anmut, Eleganz und Grazie. Ich war eine Niete im Flirten gewesen und andere für mich zu gewinnen, das hatte nur bedingt funktioniert – wenn sie fasziniert von meiner Energie, meinem Ehrgeiz und meinem Strahlen, das man mir nachgesagt hatte, waren, so waren sie auch in meinen Bann gezogen...doch mutwillig und mit viel Talent andere für mich einzunehmen, war mir immer schon weniger gelungen. In diesem Punkt musste man schon sagen, dass das Vamprisein etwas für sich hatte. Mit einem einzigen Blick, einem Wimpernaufschlag, konnte man die Menschen von sich überzeugen...und wenn man sich nur etwas anstrengte, dann man mit ihrem Geist noch sehr viel mehr anstellen...Sicher, es ging nicht allen Vampiren so, denn nicht alle von uns hatten die Gabe der Ekon, sich unter Menschen bewegen zu können und dabei gleichzeitig so viel schöner und anmutiger als sie zu sein. Unsere Unsterblichkeit war eine verfluchte, aber eine verflucht selige; die anderen nicht. Und dennoch war es die meiste Zeit weniger Segen als eine Qual. Ewiges Leben...auf Dauer missfiel dies wohl den meisten. Und er ganze Rest, der dazugehörte, über den wollte man gar nicht erst sprechen...
„Ich nehme einen Green Apple Daiquiri", sagte ich mit sanftester Stimme und schenkte ihm ein weiteres Lächeln. Ich war für etwas Zeit unter Menschen hergekommen, aber vielleicht wurde ja auch etwas mehr Zeit daraus...und dabei sprach ich gar nicht von einer Mahlzeit... „Und vielen Dank", fügte ich noch hinzu, ehe ich mich etwas zur Seite lehnte und meinen Kopf auf den Arm abstützte, strich dabei leicht mein Kleid glatt.
Als ich schließlich meinen Drink bekommen hatte, zudem er mich eingeladen hatte, musterte ich ihn noch einmal. Er war ein sehr attraktiver Mann, doch hinter seinem düsteren Blick schien noch sehr viel mehr zu stecken und er weckte Neugier in mir, wie ich sie ein Weilchen nicht mehr gespürt hatte. Mein Abenteurergeist war schon lange nicht mehr das, was er einmal gewesen war. So viel sehen zu können, die Welt zu bereisen und allen Geheimnissen, die einen in der Jugend beschäftigt hatten, auf den Grund zu gehen, nahm dem Leben in dieser Welt irgendwie...den Nervenkitzel...Und auch wenn ich wusste, dass es dort draußen noch so viel mehr gab als das, was das menschliche Auge zu berühren und zu erkennen vermochte, so wurden die Geheimnisse und Geschichten mit den Jahren doch immer weniger und man geriet in einen gewissen Zustand einer tiefen Langeweile – da konnten einem dann nur noch kleinere Abenteuer und verborgene Wege über die Runden helfen...für einen Augenblick jedenfalls. Und es war jedes Mal wieder, als würde man aus einem Schlaf aufschrecken, wenn man über solche Dinge stolperte; man fühlte sich wieder lebendig und stellte fest, wie eingerostet man eigentlich über die Jahre war und wie sehr man sich bereits von seinem menschlichen Leben entfernt hatte, ohne etwas dagegen tun zu können.
„Und was führt einen Mann wie Sie in eine solche Spelunke?", fragte ich ihn schließlich und ließ meinen Charme etwas spielen, meine Aura, die bei den allermeisten Menschen sehr schnell die Zunge lösen konnte. Dabei drehte ich mich leicht auf dem Hocker zur Seite, so dass ich frontal zu ihm gedreht saß, leicht über dem Tresen hängend und den Kopf in die flache Hand gestützt, während ich ihn mit großen, neugieren Augen betrachtete.
Re: Kneipe
von Raleigh am 29.11.2020 00:07Da saß er nun, seinen Blick in die braune Flüssigkeit gesenkt, an der Bar. Er starrte da nochmal rein, ehe er ein Schluck davon nahm und das leichte Brennen des Bourbons an seinen Hals genoss. Vor wenigen Minuten saß Raleigh noch mit einem Kunden in der hintersten und dunkelsten Ecke, um dort ein Geschäft zu tätigen. Dieser Kunde hatte heute Morgen schon angerufen und wollte bis Ende diese Woche 2 Kisten mit einer Vielfalt von Waffen. Was an sich kein Problem war, nur war diese Woche am nächsten Tag schon vorbei. Raleigh konnte es gar nicht leiden, wenn Kunden kurz vor knapp anriefen und dann noch Sonderwünsche hatten. Aber da musste er nun durch, es war nicht so, dass er es umsonst machen würde. Nein, dafür würde er sogar eine Menge Geld bekommen. Raleigh war schon sein ganzes Leben im Waffenhandelgeschäft, da sein Vater ihn viel beigebracht hatte und ihn auch mit zu den Meetings mitgenommen hatte. Aber der Kopf des Ganzen war er seit er 19 Jahre alt war, da sein Vater starb. Es war nicht seine erste Wahl gewesen in den Waffenhandel tätig zu sein, aber es war das Erbe seines Vaters und Familie ging für Raleigh vor. Es war auch nicht so, dass Raleigh es ungerne macht. Ganz im Gegenteil er macht das gerne. Den Legalen aber auch den Illegalen Teil des Geschäfts. Besonders dieser illegale Teil des Ganzen mochte er gerne, da es sehr reizvoll für ihr war, ob man nun erwischt würde oder nicht.
Beim Waffenhandel war Raleigh natürlich nicht geblieben, denn bevor sein Vater verstarb, hatte Raleigh seinen eigenen Weg in die Geschäftswelt gelegt. Zuerst war er ein einfacher Arbeiter in einem Hotel, dann wurde er Hotelmanager, bis er das Hotel kaufte und nun auch noch der Besitzer war. Was nicht heißen sollte, dass Raleigh nichts macht. Er mischt sich gerne unter die Gäste und hilft auch seinen Mitarbeiter. Denn das war eine nette Abwechslung von dem Papierkram wie z.B Buchhaltung. Wer Raleigh gut kannte, der wusste auch, dass er nicht normal war. Seit er klein war, bemerkte seine Familie das er besondere Fähigkeiten hatte z.B verschwand er immer plötzlich, wenn es dunkel war. Man konnte ihn hören aber sehen konnte man ihn nicht. Oder etwas, das er gerne tat als er noch in der Schule ging, war das er die Lehrer manipulierte, wenn sie etwas gegen ihn hatten oder wenn er ärger bekam. Wenn man das so hörte, könnte man denken, dass Raleigh diese Kraft auch ausnutzte, um das zu erreichen was er wollte. Manchmal tat er das auch. Aber er hatte mehr seinen Spaß, wenn er für etwas Arbeiten musste.
Und genau an diesen heutigen Tag ging alles ziemlich daneben. Raleigh bekam vor paar Wochen einen Auftrag. Ein Unternehmen wollte den großen Saal in seinem Hotel vermieten, um eine recht große Feier zu organisieren. Normalweise hilft das Hotel mit Raumvergabe und Catering aus. Jedoch war es dieses Mal anders, da er für einige Tagen weg musste, übergab er den Auftrag seinen Berater. Was sich als Fehler entpuppte, da seit diesem Tag alles verkehrt ging. Die Auftraggeberin war eine sehr attraktive Frau und sein Berater konnte sich nicht benehmen, war abgelenkt und sagte zu allem zu, wo er hätte eigentlich ablehnen sollen. Alles zurück nehmen konnte man nicht mehr, denn das würde Raleigh und das Hotel schlecht darstellen lassen, also versucht Raleigh alles an diesen Tag zu machen, was nur ging, um so weit wie möglich diese Feier zu organisieren. Die letzten Tagen betätigte Ral Anrufe über Anrufe. Man könnte sich fragen, wieso der Berater nicht seine Arbeit nun richtig gemacht hatte. Nun, Raleigh hatte ihn für paar Tage frei gegeben, nur so lange bis Ral alles geklärt hatte und der Berater keinen Schaden anrichten konnte. Er war sonst ein guter und fleißgier Mensch, deswegen kündigte Raleigh ihn nicht.
Raleigh war ca eine Stunde in dieser Bar. Zum einen Weil er ein Treffen hatte und zum anderen, weil er einfach eine Zeit für sich brauchte, um abschalten zu können. Zwei Jobs auf einmal konnte an manchen Tagen wirklich anstrengend sein, deswegen war er froh einige Stunden für sich zu haben. In diesen Stunden genoss er den Alkohol, beobachtete die anderen Menschen und schaltete aus. Gut, richtig ausschalten konnte Raleigh nie, denn er war immer achtsam. In seinem Beruf hatte man einige Feinde und man konnte nie wissen, wer ein Anschlag auf einen plante. Das passiere nicht so oft, aber es passierte.
Langsam hob er seinen Blick an, als er eine weibliche Stimme von der Seite hörte. Er blickte dann in das Gesicht einer Frau und schüttelte leicht den Kopf. „Nein der Platz ist nicht besetzt. Er wird es aber sein, wenn Sie sich hinsetzen." Mit einer Handbewegung deutete er auf den Hocker und deutete ihr an, sich zu setzen. „Was kann man Ihnen denn bestellen?" fragte er die fremde Frau dann.

Martha
Gelöschter Benutzer
Re: Kneipe
von Martha am 28.11.2020 22:46Feine Rauchschwaden stiegen auf, als ich ausatmete, während die Tür hinter mir ins Schloss fiel.
Menschen füllten die Straßen der lebhaften Stadt. Sie waren auf dem Weg nach Hause, wollten Feiern gehen oder suchten einfach nur so das Weite; ein Weg von A nach B. Doch für sie alle war dieser Tag vorbei. Meiner hingegen hatte gerade erst begonnen. Ich mochte den Winter in diesem Punkt wirklich sehr: Es wurde sehr zeitig dunkel und es wurde sehr viel später wieder hell; die Nacht war so schön lang und es fühlte sich beinahe grenzenlos an. Die beste Jahreszeit für einen Vampir, könnte man sagen. Er hatte nicht nur eine kurze Nacht, um vielleicht etwas zu jagen, sondern er konnte die Nacht vielleicht auch anders nutzen – für sich.
Und das war genau mein Plan für diese Nacht; ich hatte vor zwei Tagen erst Blut zu mir genommen. Und sicher, wir konnten nicht genug davon bekommen und wie eine Sucht wollten wir immer mehr und so viel wie möglich davon haben, doch rein theoretisch brauchten wir nicht stets und ständig Blut – und auch nicht jede Nacht. Aber es war nicht zu leugnen, dass es uns dabei helfen konnte, uns schneller zu regenerieren und gleichzeitig unseren Körper und unsere Kräfte immer weiter auszubauen. Anders als die Skals konnten wir als Ekon allerdings regt gut an uns halten und uns beherrschen. Das hieß jedoch nicht, dass es für uns leicht war...
Ich ließ meinen Blick einen Moment schweifen. Das Pochen und rhythmische Pulsieren dutzender über dutzende Herzen dran an meine Ohren und ich konnte es unter der Haut schlagen sehen. Für einen Sekundenbruchteil stellten sich meine vampirischen Sinne ein: Die Welt um mich herum wurde schwarz und ich konnte die sehen, die schwarzen Schemen, durchzogen von roten, fließenden Gefäßen und die puckernden Herzen in ihrem Zentrum...
Ich zog mich schnell wieder zurück und geriet zurück an meine menschlichen Augen. Ich räusperte mich und schlang meine Arme um mich. Es war nicht so, dass es kalt für mich war, solche Empfindungen hatten Vampire nicht mehr, denn immerhin waren wir zum einen tot, quasi wandelnde, nicht verwesen wollende Leichen, und zum anderen waren wir stark und widerstandfähig.
Ich trat meinen Weg an. Heute sollte mich mein Weg in eine Bar führen. Etwas trinken gehen und mich unter die Menschen mischen, deren Nähe ich so sehr vermisste. Wir konnten uns unter das Volk mischen und unter den Menschen leben und walten wie wir wollten, am Ende waren wir keine Menschen mehr. Und Menschen wussten das, irgendwie, sie hatten es im Gespür, ihr Instinkt verriet es ihnen und ihre Intuition warnte sie davor, uns zu nah zu kommen. Und schon war es beiden Seiten unmöglich, eine echte Verbindung zueinander aufzubauen...Nicht dass die meisten Vampire das überhaupt im Sinn hatten – es reichte ihnen, wenn sie den Menschen nahe genug kommen konnten, um sie zu töten und sich von ihnen zu ernähren. Und doch war ich keine wirkliche Ausnahme – es gab die einen oder anderen unseres Stammbaums, die ähnliche Gedanken hegten, die sich nach alten Zeiten sehnten...so unmöglich es auch war, sie auch nur annähernd wieder zu erreichen.
Es dauerte nicht lange, ehe ich bei der Bar ankam, die ich im Sinn hatte und bei der ich dann und wann einmal etwas trinken ging, flirtete und einen angenehmen Abend verbrachte. Auch das eine oder andere Opfer war mir hier schon über den Weg gelaufen. Aber nicht so, wie man an dieser Stelle vielleicht denken mochte: Ich hatte keine der feiernden Gäste angegriffen, sondern Obdachlose um die Bar herum wie auch an anderen Orten in der Stadt. Menschen, die nichts mehr hatten, Menschen, von denen ich durch Beobachtung wusste und hatte erkennen können, dass sie nicht mehr leben wollten, dass sie sich nichts sehnlicher wünschten als ein Ende...Ich hatte ihnen ein solches gern geschenkt. Ich wusste, dass solche Pseudomoral nichts war, auf das ich stolz sein konnte, doch es sorgte wenigstens für ein angenehmeres Gefühl als ein solches, das in mir aufkommen würde, wenn ich mich wahllose auf Leute zu stürzen und sie zu töten...
Ich trat durch die schwere Holztür und wurde sofort empfangen vom Geruch nach Alkohol, deftigen Zwischenmahlzeiten und Schweiß der tanzenden Anwesenden. Und es wurde Musik gespielt; eine Band hatte den Platz auf der kleinen Bühne eingenommen und sorgte für Stimmung, indem sie spaßige und zum Tanzen anregende Musik spielte.
Ich nahm auf einem Barhocker Platz und bestellte mir gleich einen Drink. Auch wenn ich davon nichts haben würde; Vampire konnten sich nicht betrinken. Genauso wenig konnten wir Getränke und Speisen drinnen behalten. Auf die eine oder die andere Weise würden wir sie wieder herausbringen. In der Regel übergaben wir uns brachten alles, unverdaut und unangetastet wieder hervor...Doch für den Genuss tat man vieles, denn schmeckten konnten wir sehr wohl. Und auch wenn unser Geschmack sich ein wenig verändert hatte – ein schlechter Witz, musste ich gestehen – und uns Blut schmeckte und wir es vertrugen und uns damit sogar am Leben erhalten konnten, wussten wir, was Essen war und wir wussten, was leckere und weniger leckere Speisen waren. Und wir konnten diese Speisen genießen...aber wir konnten ansonsten nichts mehr damit anfangen...Genuss um des Genuss willens und sonst nichts.
Und der Abend verging soweit sehr angenehm und ich ließ immer wieder meinen Blick über die anwesenden Menschen schweifen und genoss es, auf die oder andere Weise ein Teil ihrer Welt zu sein, wenn auch kein richtiger. Und einer von ihnen stach mir besonders ins Auge; ein schöner junger Mann saß auf einem Hocker gar nicht so weit entfernt von mir.
Ich nahm mein Glas und trat zu ihm. „Ist dieser Platz schon besetzt?", fragte ich und schenkte ihm ein einnehmendes Lächeln. Man konnte ja nicht wissen, wohin ein solcher Abend noch führen könnte...
Martha
Gelöschter Benutzer
Re: Kneipe
von Martha am 28.11.2020 22:45

{Playbeginn: Raleigh & Louise}
Eine junge Ekon besucht nachts eine Bar, um sich unter die Menschen zu mischen. Dabei begegnet sie einem jungem Hotelbesitzer, der allerdings ganz andere Dinge zu verbergen scheint...
Raleigh & Louise ~ The Unusual Pub Acquaintance [beendet]
von Selena am 10.08.2020 09:43

The predator wants your silence. It feeds their power, entitlement, and they want it to feed your shame.
Antworten















