Sharons "Inner World"

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Beth

30, Weiblich

FSK 18 Anderes Wesen flexibel polysexuell Genderqueer polyromantisch Profi erfunden

Beiträge: 26

Re: Sharons "Inner World"

von Beth am 08.09.2024 00:28

Hier drinnen ist es nicht unglaublich eng, sondern auch stickig. Wie auch immer das im Inneren des Kopfes eines Menschen möglich sein kann – doch ich will nicht zu sehr darüber nachdenken, das bereitet mir nur noch mehr Kopfschmerzen, als ich sie nicht sowieso schon habe.
Also schließe ich kurz die Augen, versuche, ruhig durchzuatmen. Für all das gibt es eine logische Erklärung, spreche ich mir leise vor. So logisch wie die Tatsache, dass ich selbst ein interdimensionales Wesen bin...aber hey, danach kommt ja ohnehin nicht mehr viel, was noch krasser sein soll – da ist das Abhängen in jemandes Kopf doch ein Klacks dagegen!
Noch ein tiefes Durchatmen.
Das Mädchen vor mir auf dem Stuhl bibbert und zittert. Und ich verliere langsam die Geduld. Wenn das ein Weg nach draußen sein soll, dann war es aber ein echt abgedroschener! Gibt es keine, ich weiß nicht, Bodenluke oder einen Hinterausgang, aus dem man sich davonstehlen kann...? Muss es durch den Kopf dieser Frau sein? Auf der anderen Seite...ergibt das wohl nur Sinn so, immerhin bin ich ja durch ihren Kopf hier hineingekommen, also kann es wohl auch nur auf diesem Wege wieder hinausgehen...
So in meinen Gedanken bekomme ich nur am Rande mit, dass das Mädchen in der Außenwelt Anstalten macht, sich auf die Socken zu machen. Ob mein eigener Körper auch leblos dort draußen herumliegt? Ich kneife mir in den Oberschenkel und fluche laut auf. „Scheiße!" Nein, das fühlt sich sehr echt an. Und wenn mein Gehirn mir das nur vorspielt...? Genug! Genug, genug, genug, genug, genug!
„Was soll das?", frage ich sie und sehe von oben auf die herab. „Man hat mir gesagt, dass ich hier wieder nach dort-" Ich deute auf den Bildschirm. „-draußen komme." Ich mustere sie. Ein Teenager vielleicht? Auf der anderen Seite habe ich mit Legolas gesprochen, da ist die hier vermutlich noch eine der greifbareren Persönlichkeiten. „Irgendeine Ahnung, wie ich das anstellen kann?" Sie bleibt stumm, mehr oder weniger, wenn sie nicht gerade vor sich hin wimmert. „Hey, ich...argh!" Eine Hand fährt an meinen Kopf. Es fühlt sich an, als hätte man mir mit einem Vorschlaghammer beiderseits gegen die Schläfen gedroschen.
Ich krümme mich und breche auf der Stelle zusammen, die Hände auf den Schläfen, versuche ich, den Schmerz wegzuatmen wie man es sonst nur bei Schwangeren erleben würde. Scheiße, ich bin schwanger, schwanger mit Problemen und lauter beschissenen Angelegenheiten. Das Leben fickt mich einfach viel zu gern – scheinbar nun mit vielfacher Härte, jetzt, wo ich tausende von Leben führen kann.
Ich halte mich mit einer Hand an dem Tisch vor mir fest, im Versuch, wieder auf die Beine zu kommen, doch ich bleiben in einer seltsamen Hocke hängen. Ich sehe die Umgebung auf dem Schirm vorbei fliegen. Rannten wir? Klar, wir liefen durch die Straßen! Gott! Was stellt denn dieses Gör mit dem Körper an? Wissen die Konsorten vor dieser Abstellkammer denn davon? Statt mich hier zu Strafarbeit zu verdonnern, weil ich aus Versehen hier hinein geraten bin, sollen sie sich vielleicht erst mal an die eigene Nase fassen...äh, Nasen. Ob sie hier überhaupt alle Nasen hatten...? Ich schüttel leicht den Kopf. Schon wieder viel zu viel abwegige Gedanken.
Mädel, was machst du denn da?", fahre ich sie an, durch den Schmerz kaum in der Lage, meine Stimme ordentlich zu regulieren. Ich versuche, mein Kinn über die Tischkante zu bringen, um zu schauen, wo sie uns hinbringt. Und was ich sehe, gefällt mir nicht! Hält sie doch wirklich auf eine Brücke zu!
Aus Reflex fahre ich hoch und stoße sie vom Stuhl, um mich selbst darauf zu werfen. „Lass mal die Erwachsenen ran!"
Wir bleiben stehen und auf einmal...
Ich sehe wieder die Außenwelt. Die abendliche Brise auf der Haut, der Verkehr unter mir auf der Straße und den Druck des Bodens unter meinen Schuhen. Ich hole tief Luft – und zucke zusammen. Warum schmeckt mein Mund nach Kotze?! Ich schüttle mich leicht und trete sachte von der Barrikade zurück auf den Gehweg. Langsam, ein Schritt nach dem anderen. Der Körper gehorcht mir, wenn auch schwerfällig, als habe ich zwar die Fernbedienung in der Hand, aber die Batterien sind schwach und deshalb sind die Reaktionen des ferngesteuerten Wagens langsam und träge.
Gleichzeitig hat es auch etwas Vertrautes – es erinnert mich daran, wenn ich meinen Fokus von einer Welt auf eine andere lege und ich schlagartig in den jeweiligen Körper fahre.
Doch nach einem Moment schon wird mir schwarz vor Augen. Der dröhnende Kopfschmerz kehrt zurück, während ich auf dem Stuhl nach hinten sacke, um dann an ihm herunterzurutschen auf den Boden der Kabine.
Aber dieser kommt nicht. Stattdessen gleite ich ins Leere und falle immer weiter und weiter und meine Ohren fallen mir zu, so ein gewaltiger Druck! Und diese Kopfschmerzen...und...und...und...
Auf einmal ist mir kalt – Wind weht mir um die Nase und lauter Verkehr erfüllt die Luft. Ich drehe mich auf die Seite und berühre mit meiner Hand einen anderen Körper, der neben mir auf dem Boden liegt.
Ich stöhne, während ich mich vorsichtig aufsetze. Ich hocke auf einem Gehweg hoch oben auf einer Brücke. Träume ich...? Wieder kneife ich mir in den Oberschenkel. Kacke, die gleiche Stelle wie vorhin – und sogar noch schmerzhafter!
Ich stöhne, in meinem Kopf dreht sich alles, bunte Farben, abstrakte Welten, Namen und Gesichter. Ist das vielleicht alles nur ein wilder Trip gewesen? Ich wünsche es mir, ich wünsche es mir so sehr – doch meine Intuition belehrt mich eines Besseren, als ich mich umsehe und die Frau vom Kino erkenne...in der Legolas und noch so viel mehr stecken. Sie ist bewusstlos, doch immerhin auf der richtigen Seite des Geländers. Ich drehe mich, setze mich auf die Knie neben sie und überprüfe Puls und Atmung. Alles scheint in bester Ordnung zu sein, sie ist nur...etwas ausgeknockt. Also lehne ich mich zurück, gegen das Geländer und beschließe, zu warten, dass sie wieder zu sich kommt.
In meinem Kopf ist immer noch so viel los; ich lasse ihn gegen das kühle Metall fallen und schließe die Augen...wartend und hoffend...

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