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Cecilia

22, Weiblich

FSK 18 Mensch gut androsexuell Two-Spirit panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 25.02.2025 06:41

Während sie geschrieben hatte, war Corey losgehumpelt. Einmal hatte Cecilia aufgeblickt und dabei gesehen, wie Corey eine der beiden Türen zuschließ. Die andere würde vermutlicha uch gleich folgen. Kurz wallte Panik in ihr auf, fürchterliche Panik. Erinnerungen gefangen zu sein und niemals raus zu können, niemals wieder frei sein zu können, wollten sich ihres Verstandes bemächtigen - die Erfahrung wie ihr Vater sie in Mexiko festgehalten hatte, unter Drogen versetzt, hilflos. Adrenalin schoss durch ihren Körper, sie wollte aufspringen, schreien, dass sie es sich anders überlegt habe, dass sie das nicht wolle...
...doch dann war Corey schon wieder bei ihr und alles was Cecilia getan hatte, war, ihr den Block zu geben. Sie fragte sich, ob man ihr die Panik in ihrem Blick und ihren schwitzigen zittrigen Händen ansehen konnte.
Aber zum Glück war Corey grade eh beschäftigt, während sie auf ihre Frage antwortete. Cecilia wischte sich ihre Hände an ihrer Schlafanzug-Hose ab, ihr Herz stolperte weiter. Sie schloss die Augen, und kämpfte mit ihrem Unterbewusstsein. Später konnte sie ja zusammenbrechen, später konnte sie ihren Nervenzusammenbruch haben, später, wenn Corey weg war, wenn es niemand mitbekam... aber jetzt hast du noch die Möglichkeit rauszukommen. Jetzt kannst du noch frei sein, schrie ihr ihr Unterbewusstsein ins Ohr. Sie schluckte schwer, stützte ihren Ellenbogen auf den Tisch ab und legte sich die Faust auf die Stirn. Es sollte aufhören. Es sollte einfach aufhören...
Etwas berührte ihren Arm. Sie zuckte zusammen, doch es war nur ein Block. Ein Block mit Buchstaben. Richtig. Ja. Sie schluckte, schüttelte leicht den Kopf um die Stimme loszuwerden, um klarer denken zu können, und begann zu lesen. Den Inhalt der Worte nahms ie jedoch kaum auf. Essen. Supermärkte. Snacks. Sandro. Liste erstellen? Liste erstellen! Ja, das würde sie hinkriegen. Sie nickte. HEROIN!!!! Und in diesem Moment fiel ihr auch eine Möglichkeit ein, wie es mit der Toilette gehen würde. Sie nahm den Stift und schrieb schnell und schlampig, bevor sie es in ihrem momentanen Zustand wieder vergessen würde: ~ Oder wir installieren eine Klingel, dass ich hier klingeln kann und dann bei euch eine Lampe oder so leuchtet, als Zeichen, dass ich ins Bad muss? Dann könnt ihr mich abholen ~ Denn wenn sie ehrlich war... wenn Corey jetzt rausging, und die Tür offen ließ...
... nun, grade wollte alles in ihr rennen.
Mit leerem Blick sah sie auf den Block, dann zu Coreys Handy. Sie fühlte sich nicht wirklichw ie selbst, als sie wie in Trance den Stift aufsetzte: ~ Ich werd eine Liste machen. Ich bräuchte noch ein paar Sachen aus dem Baumarkt um das hier weiter auszubauen, aber das mach ich wenns mir besser geht. Und ich Geld hab. ~
Sie legte den Stift beiseite, stand auf und ging hinüber zu Sandros Kinderbett, um ihn herauszuholen und in den Arm zu nehmen. Siem usste sich grade an ihrem Sohn festhalten. Sie brauchte jemanden, den sie umklammerte, oder besser auch, jemand der sie daran erinnerte, warum zur Hölle sie das hier eigentlich tat. Warum ließ sie sich eigentlich darauf ein?? Es hatte doch funktioniert, oder? Ja!! Es hatte doch alles funktioniert! Warum tat sie das hier?!!

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 22.02.2025 18:12

Cecilia lächelte ein schwaches, erleichtertes Lächeln, als Corey nickte. Sie fasste es so auf, dass sie also auch in der Garage eingesperrt werden könnte. Das war gut. Das war wirklich gut. Das hatte sie die letzten Tage ja quasi eh gemacht und das würde sie auch noch ein wenig weiter schaffen. Zumal sie hier Sandro bei sich haben könnte. Gott, wie sehr sie hoffte es dieses Mal zu schaffen. Dieses eine Mal...
Cecilia verstand die Geste und folgte Corey hinaus und in Richtung der Garage. Dabei hing ihr Blick auf dem Humepln. Aber sie wirkte vorsichtig, belastete das Bein nicht mehr als nötig. Immerhin etwas, oder? Hoffentlich würde sie sich bald ausruhen.
In der Garage sah sich Cecilia um und tatsächlich war tatsächlich stolz auf ihr Werk. Man roch noch die frische Farbe, aber sie war in den Wänden schon getrocknet. Vielleicht würde sie die Nacht eine Einkaufsliste für Holzbretter schreiben, mit einer Bitte, ob jemand die holen würde und dass sie das Geld auch zurückzählen würde? Sie würde dann natürlich auch Dübel und Nägel brauchen, um die Bretter zu befestigen... oder dergleichen. SIe musste alles bedneken für ihre Ablagen und Verzierungen. Aber das würde sie schon irgendwie schaffen. Mit irgendwas musste sie sich ja beschäftigen... und ablenken...
Sie las die Worte auf dem Block. Sie leckte sich über ihre trockenen Lippen, schluckte den Kloß in ihrem Hals herunter (es schmeckte nach Erbrochenem) und nahm die Schlüssel aus ihrer Tasche. Sie legte sie sanft in Coreys Hand und schloss dann ihre FInger darum. Danke, sagte sie auf Gebärdensprache, obwohl sie sich auch fürchterlich elend fühlte und ihr Unterbewusstsein zu schreien schien.
Sie setzte sich an ihren Tisch, nahm Stift und Block und schrieb: ~ Wie machen wir es mit Klo und Essen? ~ Sie führte es nicht weiter aus; Corey würde wissen, was sie meinte. Sowohl mit der Übelkeit und teilweise Durchfall, als auch den normalen Geschäften. Sie könnte natürlich einen Eimer nutzen für die Zeit... aber wer würde den schon leeren wollen?
Kurz war sie versucht jetzt schon zu fragen, ob Elias gegebenenfalls für sie im Baumarkt einkaufen gehen würde... aber dann ließ sie es doch. Ihr Stolz oder ihr Misstrauen oder ihre Paranoia oder was auch immer es war, ließen es einfach nicht zu. Sie würde nicht um Almosen betteln. Sie würde ausharren und wenn es soweit war, sich selbst durm kümmern.

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 18.02.2025 06:49

Coreys Gesicht glitzerte vor Schweiß - Fieber und Schmerzen - und auch die ränen wirkten glasig. Aber es musste sein. Die Desinfektion war wichtig gewesen und Cecilia war froh, dass sie auf irgendeine Art und Weise doch hatte helfen durfen. Nach dem Ausspülen der Wunde griff Corey nach dem Block, las Cecilias Antwort. Ihr Herz stolperte erneut. Sie hatte Angst (auch wenn sie es nie zugeben würde) und ihre innere Stimme schien zu kreischen: Was tust du?! Corey gab ihr den Block wieder. Cecilia starrte auf die Worte, ohne sie richtig zu sehen. Ihr Geist ging schon wieder die Pros und contras durch. Das selige Gefühl, das sie beommen würde, wenn sie etwas nahm, der ruhige erholsame Schlaf, keine Alpträume. Es wäre.... ein Traum und sie brauchte es so sehr, sehnte sich danach. Kein Übergeben, keine Übelkeit oder Kälte oder Nervenzusammenbrüche, einfach die alte Ruhe zurück. Sie ar doch immer klargekommen, oder nicht? Aber dann dachte sie auch an Corey. An ihren Medikamentenkonsum und wie sie selbst dabei durchgedreht war. Sie dachte an ihre Mutter, die sich (angeblich) umgebracht hatte. Sich und Sandro. Sie dachte an die von Kaylee übersetzten Worte und sie dachte an ihren eigenen Sohn. An Sandro. Mit klebriger, schwitziger Hand, griff sie nach dem Stift. Sie leckte sich über die rissigen Lippen und las endlich die Wore auf dem Block richtig. ~ Ich habe Angst, es nicht durchhalten zu können. Es ist immer meine Psyche/Willenskraft die mir im Weg steht ~ Sie seufzte und leckte ich erneut über die Lippen, ehe sie weiterschrieb. ~ Grade ist das Verlangen sehr groß. Alles in mir schreit danach ~ Wieder ihr stolperndes Herz. ~ Wenn ich in die Stadt würde, würde ich mir was besorgen ~ Da brauchte sie sich ncihts vormachen. Eine Träne kullierte, die sie sofort wütend wegwischte. ~ Kann man mich auch in der Garage bei Sandro einsperren? ~ Sie wollte ihren Sohn bei sich haben... diese Familie tat schon mehr als genug für sie, da sollten sie sich nicht auch noch um ein Kleinkind kümmern müssen, nur weil sie grade wiedermal einen Entzug versuchte.

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 16.02.2025 08:15

Cecilia war keine zwei Schritte weit in Richtung der Treppe nach oben gekommen, als sie einen sanften aber bestimmten Griff um ihr Handgelenk fühlte. Nimm Heroin. Sie drehte sich um, sah Corey und fühlte sich einfach nur elendig. Sie hatte keine Kraft sich zu wehren, folgte der Armbewegung um das Sofa herum. Sie hatte nicht das Gefühl sie selbst zu sein. Ihr Körper schien von selbst zu agieren, wärend ihr eigentlich Ich innen am Schreien war. NIMM ES DOCH!! Sie setzte sich - von Corey geleitet, neben sie auf die Couch, sah ihr in die Augen und wollte schon zugeben, dass sie Heroin brauche (dieses Angebot ging ihr niicht mehr aus dem Kopf), doch bevor sie den Mund öffnen konnte, wurde sie schon in eine Umarmung hineingezogen. In eine lange und warme. Wann war sie das letzte Mal so lang und warm und ehrlich umarmt worden? Umarmungen waren in Cecilias Leben selten. Es musste nach dem Knast gewesen sein, als ihre beste Freundin sie da abgeholt hatte. Und davor... Cecilia wusste es nicht. Nachdem sie anfangs in der Umarmung, recht steif gewesen war, nicht wusste wohin mit sich, legte sie schließlich auf ihre Arme um Corey. Und noch ein bisschen später, klammerte sie sich an ihr fest, als würde sie ertrinken. Denn genau so fühlte sie sich. Als würde sie ertrinken. Sie weinte wieder. Doch als Corey sie schließlich losließ, fühlte sich Cecilia ein wenig besser. Ein wenig mehr wieder, wie sie selbst.
Die Liebkosungen Coreys waren so unglaublich ungewohnt und doch... war es schön, das zu erleben. Die Stimme in ihr Nimm es doch... war auf ein Flüstern reduziert worden. Wenigstens für den Moment. Gott sei Dank...
Und dann gebärdete Corey etwas. Das Zeichen für Gesundheit oder stark kannte sie zwar nicht, aber die Lppenbewegung half ihr, es zu verstehen. Ein schwaches, ungläubiges und trauriges Lächeln legte ich auf Cecilias Lippen. Nein... nein, nicht wirklich. Sie fühlte sich grade alles andere als stark. Aber selbst zum widersprechen fehlte ihr grade die Kraft. Das 'Warte'-Zeichen hingegen hatte sie schon gelernt, auch wenn es dauerte, bis sie sich daran erinnerte. Und dann wurde sie etwas gefragt, was sie tatsächlich gelernt hatte und konnte und in immer noch schwaches, dieses Mal aber ehrliches Lächeln, legte sich auf ihre rissigen Lippen. Sie nickte. Ihr war klar gewesen, dass das ABC wichtig war und hate das mit als erstes gelernt. Und ständig wiederholt - auch vor Sandro. Er war zwar viel zu jung, aber man konnte nie früh genug anfangen, das ABC zu lernen, oder?
Da sie warten sollte, blieb Cecilia sitzen und sah Coreys Humepln hinterher. Sie hatte immer noch Angst. Neben allem anderen Scheiß. Aber sie hatte verstanden, dass sie warten sollte, hatte verstanden, dass sie keine Hilfe wollte (warum auch immer) und musste akzeptieren, dass sie hilflos war. Nimm etwas Heroin. Dann ist das alles weg. All diese Scheiß-Gefühle sind weg. Alles weg. Sie schloss die Augen. Ihr Herz stolperte. Oh wie sehr sie das wollte. Wie sehr. Es klang so verdammt verlockend. Sie konnte es sich genau vorstellen. Sie wollte es, sie brauchte es.
Sie sah Coreys angestrengtes Humpeln nicht, sie hörte es nur. Etwas wurde auf den Wohnzimmertisch gestellt. Cecilia hielt die Augen geschlossen, krallte ihre Fingernägel immer wieder in ihre Oberschenkel. Ein lächerliches verzweifeltes Bemühen, im Hier und Jetzt zu bleiben. Dieser verführerischen teuflischen Stimme in ihr irgendwie zu wiederstehen, obwohl sie doch so viel Wahres sprach...
Dann wurde ihr plötzlich etwas in die Hand gedrückt. Cecilia öffnete die Augen. Sah erst den Tee in der Hand, dann das Blut auf der Hose und dann hoch in Coreys Gesicht. Sie sah den Schnaps auf dem Tisch neben dem Erste-Hilfe-Kasten (wollten sie sich betrinken? - Nimm Heroin!) und beobachtete dann das Handtuch und wie sie ihre Hose öffnete. Hieß das...? Für einen Moment wurde ihre innere Stimme vollkommen verdrängt, wieder stollperte ihr Herz. War Corey etwa bereit...? ihr Kopf funtionierte aktuell nicht richtig, sodass sie erst spät reagierte und endlich den Blick abwandte, damit Corey sich so die Hose herunterziehen konnte, ohne dass es allzu unangenehm wäre. Sie hörte ein unglaublich unangenhmes Ratschen - und musste doch hinsehen. Die Wunde blutete, war gerötet und sah... in absolut keiner guten Verfassung aus. Cecilia hoffte wirklich, dass Corey nicht wieder ins Krankenhaus müsste. SIe wünschte sich einen Alltag mit ihrer Mum. Außerhalb dieser weißen Wände. Corey legte sich hin - nahm Pillen. Alles in Cecilia zurckte, plötzlich und mi voller Macht war ihr Unterbewusstsein wieder da, brüllte nahezu HEROIN!!! und sie hielt den Atem an. Bis sie die Ibuprofen-Packung sah. Ziternd stieß sie die Luft aus und nickte.
Dann kam der block. Corey schrieb eine Weile, ehe sie ihn weiterreichte. Cecilia nahm ihn und las. Die ersten Worte bedeuteten ihr viel - denn nicht immer war sie sich sicher. Cecilia hatte das Gefühl, als würde sich die Zeit verlangsamen. sie hörte ihren eigenen Atem, spürte ihren eigenen unregelmäßigen Puls, wie ihre Haare an ihrer Stirn und im Nacken klebten, die getrockneten Tränenspuren auf ihren Wangen. Sie griff nach dem Stift. Sie schluckte einen schweren Kloß heruner, glaubte in ihrem Inneren ein langgezogenges Neeeeeiiiiiiiiiiiiiin zu hören und schrieb: ~ Ich will clean sein. Ich wollte es schon, seit ich von dieser Sucht wusste ~ Tränen traten ihr in die AUgen. Tränen der Erleichterung? Dass sie vielleicht endlich etwas erreichen könnte? Sie wollte es... für Sandro. Für sich selbst. Für ihr eigenes Leben.
Sie griff nach der Schnapsflasche. Ähnlich wie Corey war sie versucht, zu trinken, aber konnte sich abhalten. Sie warf Corey noch einen Blick zu, dass sie berei war - und dann ließ sie den Alkohl gradewegs über die Wunde laufen, ums ie zu desinfizieren.

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Cecilia

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 15.02.2025 12:17

Cecilia hätte nicht gedacht, dass Corey direkt nach dem Block greifen würde. Mittlerweile kannte sie ihre Mum ein wenig. Kannte ihre Sturheit. Sie hatte erwartet, sie würde den Block einfach ignorieren. Aber sie las. Und kurz darauf flog der zweite Papierball. Das war wohl eindeutig. Cecilia biss sich wieder auf die Unterlippe, die sich schon wund anfühlte, beugte sich erneut vor, das Gesiht wieder in den Händen vergraben. Was sollte sie nur tun? Nimm Heroin!! Sollte sie einen Krankenwagen rufen? Nimm Heroin!! Nein. Corey und sie hatten mehr als genug Zeit in Krankenhäusern verbracht. Nimm Heroin!! Sollte sie Elias wecken? Ja... ja, das wäre vielleicht eine - Möglichkeit - Heroin!!! - wenn jemand sich um sie kümmern konnte, dann er. Nichts tun kam nicht in Frage (Nimm Heroin!!) - die Angst, dass Corey sterben würde, war zu groß. Ja, ja das würde sie wohl tun... NIMM ES!!!
"HALT DIE KLAPPE!!!", schrie sie plötzlich weinend und schlug mit ihren Fäusten gegen ihre Schläfen. Verzweiflung, reine Verzweiflung diese Worte, diese innere Stimme, dieses endlose Verlangen in ihr endlich zum Schweigen zu bringen. Als sie aufblickte war über ihre blass wirkenden Wangen breite Tränenspuren, Rotz lief ihr aus der Nase, sie wischte hin achtlos mit dem Handrücken weg. Sie zitterte. Ihr war kalt und Erschöpfung hatte sich ihres Körpers bemächtigt.
Mit geröteten Augen und ohne sie wirklich zu sehen, sah sie Corey auf dem Sofa liegen. Den Block dem Tisch. Sie stand auf, wie in Trance, taumelte los. Sie stieß mit ihrem Knie gegen den Tisch, nahm den Block. Ihre Sicht verschwamm, sie wischte sich über die Augen, um die Tränen loszuwerden. Sie hatte einen Kloß in der Kehle, ihr Herz fühlte sich schwer, aber reden musste sie ja eh nicht. Sie legte den Block wieder zurück auf den Tisch, tippte Corey an die Schulter und gebärtete: Ich - dich - lieb. Und nach kurzem Zögern fügte sie mit deutlichen Lippenbewegungen hinzu: und Angst. Sie deutete auf die Wunde. Nach kurzen Zögern nahm sie den Block wieder, schrieb zu der Aussage, dass sie die Babys hasse: ~ Tut mir leid ~ Und dann (Nimm Heroin) ging sie langsam los, es fühlte sich an wie in Zeitlupe, jeder Schritt ein Kraftakt. Sie nahm die Papierbälle vom Boden, schmiss sie weg, ging orientierungslos wieder zurück zum Block und schrieb: ~ Ich muss es schaffen ~ Nimm Heroin. Sie stand wieder auf und machte sich langsam auf den Weg nach oben, um Elias zu wecken. Er sollte wissen, dass seine Frau heim war. Und sich um ihre Wunde kümmern. Und Cecilia selbst? Sie wusste es nicht. Sie hatte keine Ahnung. Sie fühlte sich einfach nur schwach. Elendig schwach.
Nimm Heroin...

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 10.02.2025 15:40

Corey schüttelte den Kopf. Warum hatte Cecilia eigentlich was anderes erwartet? Dennoch war es leichtsinnig!! Sie wusste, dass entzündete und unbehandelte Wunden tatsächlich eine Blutvergiftung auslösen könnten, die tödlich enden konnte. Das durften sie nicht auf die leichte Schulter nehmen! Wer wusste schon, seit wann die Wunde entzündet war? (Wenn sie es denn war. Cecilia vermutete es einfach nur wegen Coreys Fieber und dem nicht zu übersehenden Blut auf ihrer Hose). Bevor sie protestieren und einen Block suchen konnte, hielt Corey ihr schon einen entgegen, auf dem einiges geschrieben stand. Cecilia atmete kurz durch um ihr stolperndes Herz irgendwie zu beruhigen (sie hatte noch immer den widerlichen Geschmack der Galle im Mund) und nahm den Block um selbst zu lesen. Und was sie las, verstärkte das Stolpern ihres Herzens nur noch. Nein. Nein, nein, nein. Das konnte Corey nicht verlangen. Das konnte sie nicht. Sie konnte es nicht...
Cecilia hatte den Block fallen lassen ohne es zu bemerken, saß auf dem Sessel ohne eszu bemerken und verbarg das Gesicht in ihren Händen. Ihre Wange pochte, schmerzte, sie ignorierte es. Oh Gott, wie sehr sie sich etwas Heroin wünschte. Oder Morphium um mal eine Nacht durchzuschlafen. Wie heftig stark das Verlangen war. Aber wenn sie jetzt was nahm, wann würde sie es nochmal schaffen drei Tage am Stück nichts zu nehmen? In einem Jahr? In zehn Jahren? Cecilia kannte sich selbst zu gut.  Und außerdem schallten immer noch die Abschiedsworte Coreys mit Kaylees Stimme durch ihren Kopf: Außerdem würde sie es zu schätzen wissen, wenn du sie wegsperrst, damit ihre Jungs sie nicht zufällig in die Finger bekommen. Und es wäre auch nett, dass du dich ihnen nicht voller Drogen zeigst. Das sollten sie nicht sehen und du solltest daran denken, wenn du was auch immer nimmst, dass du dir jemanden suchst, der in der Zeit auf Sandro aufpasst. Diese Worte hatten ihr mehr als alles andere klargemacht, was für eine beschissene Mutter sie wirklich war und was für ein beschissener Mensch. das konnte sie nicht mehr verantworten. Scheiße, das konnte sie nicht. Und Medikamente? Fast hätte sie bitter aufgelacht. Ihre leibliche Mutter hatte sich doch damit umgebracht. Es würde Cecilia nicht wundern, wenn sie dann anstatt von Heroin und Morphium im Handumdrehen von diesen Pillen abhängig wäre. Nein. Nein, sie musste dieses 'vom Regen in die Traufe'-Scheiß endlich lassen.
Immer noch war ihr Herz schwer, ihre Kehle war wie zugeschnürt. Sie kann dir Stoff besorgen. Ignorier das nicht!!, schien ihr Unterbewusstsein zu schreien und für einen kurzen Moment hatte Cecilia tatsächlich den Mund geöffnet, war drauf und dran zu sagen, dass sie Heroin brauche...
...aber dann biss sie den Kiefer fest zusammen, ignorierte die Schmerzeswellen die dadurch enstanden erneut und schüttelte mit verdächtig glänzenden Augen, aber völlig entschieden den Kopf. Sie konnte das nicht. Sie konnte das einfach nicht.
Sie hob den Block vom Boden auf, riss die Seite mit dem Angebot ab, zerknültte sie und warf sie beiseite. Sie nahms ich den Stift vom Wohnzimmer-Tisch und zwang ihre schwächliche Hand zu schreiben: ~ Wir müssen deine Wunde desinfizieren und dann fest verbinden. Wenn ich es nicht machen soll, dann mach du es bitte und zwar jetzt. Ich hab Angst, dass schon zu viel Zeit verstrichen ist. ~
Sie legte den Block auf den Wohnzimmertisch in Coreys Reichweite, sodass sie ihn sich jederzeit nehmen konnte. Dann beugte sie sich vor, die Ellenbogen auf ihren Knien, die Augen geschlossen und wippte vor und zurück. Es fiel ihr so schwer zu entscheiden, was richtig und was falsch war. Es fiel ihr so verdammt schwer. Aber dieses eine Mal, dieses eine Mal wo sie glaubte tatsächlich ein wenig Kraft zu haben, wollte sie versuchen standhaft zu sein. Musste sie standhaft sein. Wenn nicht jetzt, bei ihrem Neuanfang... wann dann?

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 09.02.2025 19:12

Cecilia zog die Augenbrauen zusammen, als sie Coreys Antwort las und schüttelte dann entschieden den Kopf. Nein, so funktionierte das nicht! ~ Bei sowas wie deiner Wunde wird es durch Ignorieren eher schlimmer!! ~, schrieb sie entschieden darunter, während Corey wieder etwas herausholte. Das Hinken bereitete Cecilia Sorgen. Und generell ihre Vergassung. Ob ihre Fahrt aleine wirklich die beste Option gewesen war? Cecilia hatte keinen Führerschein, aber vielleicht hätten wirklich Deryk oder Elias sie fahren sollen, damit sie das Bein schonen konnte...
Als sie sah, was Corey vor hatte, folge sie ihr - mitsamt des Blockes. Sie hätte ihr auch die Flasche und das Glas abgenommen, aber mittlerweile kannte sie Corey zu gut und wusste, dass sie das nicht zulassen würde. So setzte sie sich auf den Rand des Sessels und reichte Corey den Block, nachdem diese sich endlich auf dem Sofa niedergelassen hatte. Doch diese schrieb schon auf einem neuen Block und als Cecilia diesen erhielt, standen da diverse Fragen drauf. Cecilia ignorierte die meisten davon gekonnt und antwortete ehrlich auf das, was sie antworten konnte. Aber sie griff wieder zu dem Stift. Ihre Wange tat bei jeder Bewegung des Kiefers weh, weswegen sie verscuchte ihren Mund so wenig wie möglich zu verwenden; und außerdem hatte sie keine Ahnung wer im Haus war. Wenn jemand im Haus war der hören konnte, wollte sie die Letzte sein, die jemanden weckte. ~ Sandro geht es gut. Von dem Rest und was hier im Haus los ist, habe ich keine Ahnung. Ich habe mein Zimmer seit der Ankunft praktisch kaum verlassen. ~ Corey würde es eh von Elias erfahren. Und was sollts? Cecilia war es lieber so gewesen und es war ihr ehrlich gesagt auch immer noch lieber so. Dann war da noch die Sachen mit den Drogen. Ihr Herz stolperte. Wie so oft. Scheiße, wie sehr sie sich etwas wünschte... ~ Und nein, ich habe nichts genommen. Ist auch egal, wir müssen uns um dein Bein kümmern. Sowas kann tödlich sein wenn sich das entzündet und zu einer Butvergiftung führt! ~ Unter Umständen hatte Cecilia in einer ihrer schlaflosen Nächte auch mal nach Schusswunden und etwaigen Gefahren gegoogelt. Eine schlechte Idee, weil es ihr nur noch mehr Alpträume eingebracht hatte. Aber dafür wusste sie zumindest, dass das hier echt ernst war. Sie deutete auf Coreys Wunde und deuete dann mit dem Zeigefinger an, eben zu warten. Dann stand sie auf und holte sich einen Lappen aus der Küche, den sie mit kaltem Wasser tränkte und dann auf Coreys überhitzte Stirn legte. Dann lief sie nach draußen und zu der Garage. Sie sah kurz nach Sandro - er schlief ruhig - schnappte sich dann ihr Handy und googelte. Sie nickte leicht während sie las, dann lief sie zurück ins Haupthaus - die Tür hatte sie nur angelehnt - und ließ sich schnell wieder Corey nieder. Ihre Hände zitterten, ihr war mal wieder schlecht, aber die Übelkeit schob sie beiseite. Kotzen konnte sie später noch. Sie nahm den erstbesten Block auf dem Tisch und schrieb schnell ~ Habt ihr Desinfektionsmittel und Kompressen? ~ schrieb sie und sah Corey aus großen Augen an. Wahrscheinlich im Bad. Vielleicht sollte sie einfach suchen? Das könnte sie dann auch gleich mit dem Klobesuch verbinden...
Ihr Magen stülpte sich. Scheiß drauf. Sie wartete nicht auf Antwort und stürmte gleich wieder los, in das Bad im Erdgeschoss und kam grade rechtzeitig an, um auf den knien schlitternd vor dem Klo Halt zu machen, und sich dorthinein zu übergeben. Es war nicht viel im Magen, das hätte rauskommen können. Nachdem sie etwas saure Galle herausgewürgt hatte, die ihre Kehle wegzubrennen schien, lag sie noch kurz entkräftet und erschöpft auf der Kloschüssel. Dann spülte sie, stand auf und sah tatsächlich einen Erste-Hilfe-Kasten. Fast zu gut um wahr zu sein. Perfekt. Sie spülte sich kurz den Mund aus um den widerlichen Geschmack nicht mehr zu haben, dann kehrte sie mit dem erste Hilfe Kasten zu Corey zurück und stellte ihn auf den Tisch ab. Sie deutete auf Coreys Hose und tat dann, als ob sie sich selbst die Hose herunterziehen würde, als Frage, ob sie ihre Hose ausziehen könnte.

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Re: Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 08.02.2025 14:28

Die Umarmung dauerte lange. Cecilia glaubte, Coreys Herzschlag sogar zu spüren. Sie war warm - sehr warm sogar - aber das lag sicher daran, dass sie aus einem warmen Auto gestiegen war. Sie hörte sie atmen, auch wenn es leicht angestrengt war (kein Wunder, sie hatte eine dreitägige Reise hinter sich) und es tat einfach nur gut sie da zu haben. Einfach nur gut, sie im Arm zu halten und zu wissen (oder zu hoffen), das wenigstens ein klein bisschen jetzt wieder ins Lot kommen könnte.
Stolz hatte sie ihre wenigen Brocken Gebärensprache präsentiert. Zugegebenermaßen war sie dankbar, dass Corey nicht aus ASL antwortete, sondern stattdessen aus ihrer Tasche wieder den Block herausholte. Dabei fiel Cecilia durchaus der dunkle Fleck auf der Hose auf. Die Schusswunde. Shit. Aber das machten sie besser, wenn sie drinnen waren (falls Cecilia da überhaupt etwas tun konnte, denn mit Erste Hilfe Maßnahmen kannte sie sich nun so gar nicht aus).
Unwillkürlich musste Cecilia leicht Lachen, als sie Coreys geschriebene Worte las. Das erste ehrliche Lachen seit Tagen. Es fühlte sich ungewohnt für ihre Gesichtsmuskulatur an. Vielleicht war es also auch noch länger her gewesen. Wer wusste es schon? Wie geht es dir? Tja... die Frage war nicht so einfach zu beantworten. Sie zuckte die Schultern und machte deine mit der flachen Hand eine Drehbewegung hin und her um zu sagen: So la-la. Was der vollen Wahrheit entsprach. Sie fühlte sich häufig schwach und zittrig, von der Übelkeit und dem Durchfall, welche sie beide immer wieder überkamen mal ganz zu schweigen. und ihren Nervenzusamenbrüchen, die Gott sei Dank aber niemand mitbekam außer Sandro. Und dem komplett fehlenden Schlaf. Zumindest erholsamen und guten Schlaf. Aber das war nichts, worüber sie reden oder an die große Glocke hängen wollte.
Wie es Corey ging würde Cecilia natürlich auch noch erfragen. Aber damit woltle sie warten, bis sie drinnen im Warmen waren.
Sie wollte Corey die Tasche abnehmen, doch da hatte sie diese schon selbst in der Hand und humpelte los. Bildete sich Cecilia das ein, oder war das Humpeln stärker geworden? Sie folgte ihrer Lebenden Mutter und hielt ihr sofort die Haustür auf. mit dem Licht in der Küche, wo sich Corey gleich ein Glas Wasser einschenkte, konnte Cecilia ihre Mum nun näher betrachten. Schweiß stand auf ihrer gebräunten Stirn, ihre Augen wirkten glasig. Oder besser gesagt... fiebrig? Sofort war Cecilia bei ihr und legte ungefragt ihren Handrücken auf Coreys Stirn. Jep. Sie glühte nahezu. ihre Augen wanderten hinutner zu dem recht großen Blutfleck auf ihrer Hose und sie biss sich auf die Lippen. Das überstieg ihre dürfitgen ASL-Fähigkeiten bei weitem.
Sie bückte sich um den Block wieder herauszuholen - sie hatte sich gemerkt, wo Corey den hingetan hatte, und schrieb: ~ Kann es sein, dass sich die Wunde entzündet hat? ~ Besorgt sah sie ihre Mutter an und war hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, ihr alle Freiheiten zu lassen und sie zu bitten, sich aufs Sofa zu legen und auszuruhen...

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.02.2025 14:30.

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Austin [Texas, USA]

von Cecilia am 06.02.2025 19:22

------- Corey & Cecilia IN aus Mexiko ------------->

Es war drei Tage später und spät Abends. Der Mond war bereits an dem dunklen Himmel aufgegangen. Cecilia sah ihn durch das Fenster hindurch. Er strahlte sein blasses fahles Licht auf den Vorhof, auf dem alles verlassen schien. Elias und die Jungs waren im Haus. Vielleicht schliefen sie auch schon. Cecilia wusste es nicht. Abgesehen von dem Tag-Nacht-Zyklus hatte sie kein Zeitgefühl und sah auch nicht auf die Uhr. Nachdem sie in Texas angekommen waren und mit einem weiteren Mietauto hierhin gefahren waren, hatte Elias sie nur einmal durch die Räumlichkeiten gefühlt - ihr Küche und Bad und Wohnzimmer und alles gezeigt - und sie schließlich in ihr versprochenes Zimmer angrenzend zum Haus gebracht, was früher einmal eine Garage gewesen worden war. Überrascht stellte Cecilia fest, dass sich Elias an ihre Bitte gehalten und tatsächlich nichts gestrichen hatte. Farben, die er wohl noch irgendwie vorrättig gehabt ahtte, inklusive Kreppband und Folien zum Abdecken des Bodens lagen allerdings bereit. Auch ein Kinderbett und ein normales Bett zum Schlafen, ein Tisch und ein Schrank waren da. Ansonsten war alles spärlich - logisch. Sie wollten es ja renovieren. Sie bekam einen Schlüssel zum Abschließen.
Ihre erste Amtstat war tatsächlich gewesen, sich einzuschließen. Dann - nachdem sie Sandro gestillt und in sein Bett gelegt hatte, inklusive eines T-Shirts von ihr, mit dem er spielen konnte, hatte sie damit begonnen, selbstständig die obere Hälfte der Wände beige zu streichen. Es brauchte fast die ganze Nacht und danach war sie so tot, dass sie tatsächlich fast fünf Stunden durchschlief, ehe sie erneut aus einem Alptraum aufschreckte. Als sie aufwachte, schlich sie sich in die Küche, stibitzte sich aus dem Kühlschrank ein paar Pfannekuchen, die Elias oder die Jungs wohl gemacht hatten und zog sich mit der Beute sofort wieder in die Garage zurück. Sie hatte niemanden gesehen und das war auch gut so. Sie wollte niemandem schaden. Das war das letzte, was sie wollte. Nachdem sie etwas gegessen und sich um Sandro gekümmert hatte - wickeln, stillen und kuscheln, sogar ein wenig spielen - verbrachte sie den Tag damit, die untere Hälfte der Wände in einem dunklen lila zu streicheln. Ihr gefiel die Farbkombo. Am liebsten würde sie noch Akzente darein haben, in Form von Holz-Dielen, aber das musste sie sich wohl für später aufheben, wenn sie Geld für so etwas hatte. Denn das künstlichere Talent um das nur zu simulieren hatte sie ganz sicher nicht. Sie war ja schon stolz, dass sie das Streichen so hinbekommen hatte. Insbesondere mit den Entzugserscheinungen, die sie immer stärker hitteten. Sie schlief beschissen, übergab sich (in letzter Sekunde nutzte sie den Eimer mit weißer Farbe, in dem Gott sei Dank nciht mehr so viel drin gewesen war) und musste wegen Durchfalls öfter das Haupthaus und das Bad betreten, als ich lieb war. Immer achtete sie dabei möglichst darauf, von niemandem gesehen zu werden. Unbeachtet zu bleiben. Das war ihr am liebsten. Und sonst war da das Craving. Sie sehnte sich nach dem Heroin. So stark, dass es ihr manchmal vorkam wie körperliche Schmerzen. Doch der Gedanke das Haus zu verlassen, die Angst - und ja, auch Coreys mahnende Abschluss-Worte - hielten sie davon ab. Sie lenkte sich ab mit ihrem Projekt. Mit dem Malen. Sie sah sich YouTube-Videos an zu ASL und versuchte, sich selbst die ersten kleinen Basics beizubringen. Sie zeichnete sich einen Grundriss des Raumes und überlegte, so sie was hinhaben wollte, veruschte aufzuzeichnen, wie sie sich diesen Raum als Wohnung vorstellte und verfasste eine Einkaufsliste. sie googelte auf ihrem Handy, welche Preise es ungefähr waren um sich auszurechnen, wie viel Geld sie würde zusammensparen müssen, um sich das Inventar dass sie wollte zu kaufen.
Daran saß sie gerade, als sie draußen einen Motor hörte. Sie blickte vom Mond herunter und zwei Scheinwerfer bogen in die Einfahrt ein. Cecilias Herz stolperte und sie hielt inne. War das... konnte das...? Sie warf einen schnellen Blick zurück auf ihren Sohn, doch er schien ruhig zu schlafen. Also schloss sie die Tür auf, lief stolpernd - und barfuß - nur in ihrem hellblauen Schlafanzug gekleidet hinaus. Die platte kalte Erde schien sich in ihre Füße zu drücken, unangenehm stark, doch es war egal. Denn Corey war tatsächlich ausgestiegen und ohne Halt zu machen, ohne zu zögern, schlang sie ihre Arme um sie und drückte sie fest. Sie hatte kaum gewagt daran zu denken, dass sie wirklich kommen würde, hatte sich schon gefragt wie sie das Haus verlassen sollte, ohne dann nicht doch Dummheiten zu machen, wie sie Geld verdienen sollte, ohne sich wieder zu verkaufen oder sonst was...
Aber nun war Corey tatsächlich da und vielleicht würde ein Teil - wenigstens ein kleiner Teil - endlich wieder gut werden...
Erst nach einer Weile ließ sie ihre Mutter los und gebärderte das, was sie für diesen unwahrscheinlichen Fall geübt hatte - langsam zwar und immer wieder zwischendurch nachdenkend um bloß nichts zu vergessen (diese innere immerwährende Unruhe half nicht zwingend dabei): Ich vermisst dich, Mum.

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Re: See you again | Aurelie & Cecilia

von Cecilia am 28.12.2024 15:30

Cecilia grinste ihre Freundin leicht an. "Du bist wirklich voller Geheimnisse. Ich frage mich, ob ich eines Tages mal hinter die komme." Nicht, dass es sie störte. Die Freundschaft war das Wichtige und dass Aurelie immer für sie da war - und das hatte sie mehr als einmal bewiesen. Da durfte Aurelie gerne so mysteriös sein wie sie wollte! Lächelnd schüttelte sie den Kopf als Aurelia ihre einflussreiche Freunde erwähnte. "Du bist wirklich unglaublich..." Sie glaubte nicht, dass die etwas zu ihrer Haftstrafe sagen würden bzw. ihre Bewährung. Aber hey! Sie würde sich ganz sicher nicht beschweren, wenn sie das Land was eher verlassen durfte.
Als Aurelia ihr dann von ihrem Date - dem interessanten jungen Mann - berichtete, wurde Cecilia sofort hellhörig. Es war das erste Mal, dass sie hörte, dass Aurelia sich für einen Mann interessierte und umgekehrt - das musste doch näher erörtert werden. Unwillkürlich musste sie grinsen, als Aurelia berichtete. "Also wieder ein hohes Tier, hm?", schmunzelte sie und stieß sie leicht mit dem Arm an. "Passt zu dir! Und das mit den Hotels ist super fancy!! Wie habt ihr euch kennengelernt? Und wann trefft ihr euch wieder?" Es war wirklich schön dasz uhören - und auch mal ein normales Gespräch zu führen nach der ganzen Zeit im Knast.

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