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Tief greifende Entwicklungsstörungen
Frühkindlicher Autismus
Autistische Störung, Frühkindliche Psychose, Infantiler Autismus, Kanner-Syndrom
F84.0
=> Symptome bereits vor dem 3. Lebensjahr
=> Jungen häufiger betroffen
=> Ursache wahrscheinlich durch genetische Einflüsse
=> Symptome: zurückgebliebene motorische & emotionale Ent-wicklung, kein Blickkontakt, abwesendes Verhalten zu Mitmen-schen, häufig Intelligenzminderung, verzögerte Sprachentwicklung (häufig nur Wiederholen von Worten und Du-Ich-Verwechslung), keine Angst vor Gefahren, Selbstverletzung, häufig aggressive Impulsdurchbrüche, später oft Krampfanfälle, abnormes Schreien und Esstörungen
=> ca. 2-10/10.000 betroffen
=> Männer häufiger betroffen
=> Ursache unbekannt, neurobiologische und genetische (ver-erbt, aber auch nicht vererbt) Ursachen aber zugrundeliegend und beeinflusst durch psychospziale Faktoren
=> zu 40-80% vererbt; Risikofaktoren bei hohem Alter der Eltern, Medikamenteneinnahme während der Schwanger-schaft und Rötelninfektion in der Schwangerschaft
=> oft einhergehend mit Angststörung, Selbstverletzung, ADHS, Depression, Intelligenzminderung, Schlafstörung, Epi-lepsie, Tic-Störungen, Psychosen, Schizophrenie, Magersucht, Narzissmus, Gesichtsblindheit, Fragiles-X-Syndrom, Klinefelter-Syndrom
=> Symptome nach dem 3. Lebensjahr, mind. 2 der Kernberei-che müssen erfüllt sein
=> Symptome: reduziertes nonverbales Verhalten (Gestik, Blickkontakt, soziales Lächeln), Schwierigkeiten mit zwischen-menschlichen Beziehungen, Empathie-Einschränkung, Objekt-bezogenheit, häufig geistige Zurückgebliebenheit, häufig verminderte sprachliche Ausdrucksfähigkeit, gleichförmige motorische Bewegungen & ritualisiertes Verhalten (Zwang-haftigkeit), Angst vor Veränderung (Panik, aggressives Verhal-ten), kein symbolisches Spielen (oft Spezialinteressen)
Atypischer Autismus
Atypische kindliche Psychose, Intelligenzminderung mit autistischen Zügen
F84.1
Rett-Syndrom
F84.2
=> Ursache genetisch
=> ausschließlich Mädchen betroffen
=> selten (1:10.000-15.000)
=> erste Anzeichen zwischen 6. und 18. Lebensmonat
=> Einteilung in vier Stadien
=> Symptome: Waschbewegung der Hände, z.T. autistisches Verhalten, Demenz, verringertes Kopfwachstum, stark gehemmte Spielentwicklung, stark gehemmtes Sozialverhalten (aber Sozialinteresse). später vermehrt epileptische Anfälle und Krämpe, Untätigkeiten, Muskelschwund, Bewegungsstö-rungen im Brustbereich, Schluckstörungen, Verstopfung, Atemstörungen (Hyperventilation, Luftschlucken, Atemnot)
=> Symptome nach Entwicklungsstadien:
Verlangsamungsstadium (6.-18. Lebensmonat): verlangsamte motorische Entwicklung bis komplett Erliegen, Desinteresse an Umwelt, seltener Blickkontakt, Abnahme der Aktivitäten, langsamerer Wachstum des Kopfumfanges
schnelles Destruktiv-Stadium (1.-4. Lebensjahr): Vergessen erlernter Fähigkeiten (v.a. Sprache & Gebrauch der Hände), erstmals Waschbewegung der Hände, starke Abnahme des Sozialverhaltens, Isolation, plötzlich einsetzende Schreiphasen
Plateau- o. pseudostationäre Phase (2.-10. Lebensjahr): Abklingen der Symptome, leichte Verbesserung der Sozial-kompetenz, z.T. epileptische Anfälle, Untätigkeiten, Stereo-typen (z.T. auch leicht verstärkt), unsicheres Gehen
spätes motorisches Verschlechterungsstadium (ca. ab 10. Lebensjahr): Verbesserung des Sozialverhaltens, kontaktfreu-diger, seltenere Anfälle, kognitive Fortschritte, starke Ver-schlechterung der Grobmotorik, oft auf Rollstuhl angewiesen
Weitere Störungen im Kindesalter bezogen auf das Sozialver-halten, wie z.B.

Heller-Syndrom (auch Dementia infantilis, desintegrative Psy-chose, sybiotische Psychose): erst 1-2 Jahre normale Entwick-lung, danach (vor Eintritt ins 10. Lebensjahr) innerhalb weniger Monate Verlust vorher erworbener Fähigkeiten in verschiede-nen Entwicklungsbereichen. Ursachen z.T. in Gehirnstörung. Symptome: Verlust zuvor erworbener Fähigkeiten, allgemei-ner Interessenverlust an Umgebung, Stereotypien, motorische Auffälligkeiten, autistisches Sozialverhalten. Stark einge-schränkte Erziehung, Beschulung & Bildbarkeit, Schwierigkei-ten im Sozialverhalten & Probleme im Kontakt mit der Umge-bung
And. desinte-grative St. d. K.
Dementia infantilis, Desintegrative Psychose, Heller-Syndrom, Symbiotische Psychose
F84.3
Überaktive St. + Intelligenzmind. & Bewegungs-stereotpyen
F84.4
=> größtenteils unbekannte & schlecht beschriebene Störung
=> Behandlung mit Medikamenten zeigt keine oder entwicklungs-verzögernde Wirkung
=> Symptome: schwere Intelligenzminderung (IQ < 35), erhebliche Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen & stereotypische Ver-haltensweisen, oft Vielzahl von Entwicklungsverzögerungen; im Erwachsenenalter vermindert sich Hyperaktivität
=> ab dem 3. Lebensjahr auftretend (aber angeboren)
=> 0,16-0,27% der Bevölkerung betroffen
=> Ursachen unklar, aber mit genetischer Grundlage (v.a. in väterlicher Linie)
=> auch "unsichtbarer Autismus genannt"/schwierige Diagno-se
=> Symptome: Störung in sozialer Interaktion, andersartige Informations- & Reizverarbeitung (ungefilterte Reizaufnahme, Reizüberflutung bis zu Meltdown [lautes Schimpfen/Schreien, Schlagen/Boxen/Anrempeln Fremder, Einstellen verbaler Inter-aktion] oder Shutdown [vollständige Stummheit, keine weitere Ansprechbarkeit, absoluter Rückzug, in Extremfällen sogar von Tagen bis zu Wochen]), autistische Warhenhmung (schwierig von 'normalen' Verhalten zu unterscheiden), im Erwachsenen-alter oft gelernt Einschränkungen zu verstecken
Asperger-Syndrom
Autistische Psychopathie, Schizoide Störung des Kindesalters
F84.5
Sonstige tief greifende Entwicklungs-störungen
F84.8
Weitere bisher nicht genannte tief greifende Entwicklungsstörun-gen.
...
Tief greifende Entwicklungs-störung
nicht näher bezeichnete
F84.9
  TRASHkind
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Erkrankte

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