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Spinale Muskelatrophie & verwandte Syndrome
Infantile spinale Muskelatrophie Typ I
Typ Werdnig-Hoffmann
G12.0
=> Muskelschwund durch fortschreitenden Untergang motori-scher Nervenzellen im Rückenmark
=> selten (1:10.000 Neugeborene betroffen)
=> häufigste SMA-Form im Säuglingsalter
=> autosomal-rezessiv vererbt
=> Beginn im Mutterleib on in ersten drei Lebensmonaten
=> Symptome: Muskelschwäche (außer Gesicht), Schluck- & Saugstörungen, verminderte/fehlende Reflexe, keine Sitz-Fä-higkeit
=> Unbehandelt fast immer tödlich innerhalb der ersten zwei Lebensjahre, meist durch Atemversagen oder Lungenin-fektionen. Mit Behandlung sehr niedrige bis mittlere Sterblich-keit
Weitere bisher nicht genannte vererbte spinale Muskelatrophi-en, wie z.B.:

Progressive Bulbärparalyse im Kindesalter [Fazio-Londe-Syn-drom]: extrem selten (nur wenige hundert Fälle) | Beginn meist zwischen 1-16 Jahren | schleichender Beginn oder aku-ter Schub | Symptome: Schluckstörung (Erstickungsgefahr), Sprechstörungen, Gesichtslähmung, Zungenschwud, Muskel-zuckungen, Atemschwäche, wiederholte Lungenentzündun-gen, ggf. eingeschränkte Augenbewegungen, fortschreitende Lähmungen | Unbehandelt fast immer tödlich (> 90%) in-nerhalb weniger Jahre, meist durch Atemversagen
Spinale Muskelatrophie - distale Form: selten (~2:100.000 be-troffen) | v.a. Hände/Füße betroffen | autosomal-dominant vererbt (seltener autosomal-rezessiv oder X-chromosomal) | Beginn in Kindheit bis mittlerem Erwachsenenalter | schlei-chender Beginn | Symptome: Fußheber-Schwäche/Fallfuß, Greifschwäche, verminderte/fehlende Reflexe, Krämpfe, Mus-kelzuckungen
Spinale Muskelatrophie - Erwachsenenform: selten (1-2: 100.000 Erwachsene betroffen) | Beginn meist zw. 18-40 Jah-ren | meist autosomal-rezessiv vererbt | schleichender & mil-der Verlauf (oft über Monate bis Jahre) | Symptome: langsam fortschreitende Muskelschwäche (v.a. Becken- & Schultergür-tel), Schwierigkeiten beim Treppensteigen/Lastenheben/Auf-stehen aus Hocke, abgeschwächte/fehlende Reflexe
Spinale Muskelatrophie - juvenile Form, Typ III [Typ Kugel-berg-Welander]: selten (ca. 1:100.000 betroffen) | Beginn meist zw. 3-18 Jahren | autosomal-rezessiv vererbt | sehr langsam fortschreitend | Symptome: symmetrische Muskel-schwäche & Muskelschwund (v.a. Oberschenkel, Becken- & Schultergürtel), Gangunsicherheit, Stolpern, häufiges HInfal-len, Jahrzehnte später Verlust der Gehfähigkeit, abgeschwäch-te/fehlende Reflexe
Spinale Muskelatrophie - Kindheitsform, Typ II: selten (1:20.000-30.000 Lebendgeburten betroffen) | Beginn zw. 6-18 Monaten | autosomal-rezessiv vererbt | langsamer Verlauf | Symptome: fortschreitende symmetrische Muskelschwäche (v.a. Hüft- & Oberschenkelmuskulatur), verminderte/fehlende Reflexe, Hände-Zittern, Muskelzuckungen, oft Atemschwäche & wiederkehrende Infekte, z.T. Schluck- & Kaustörungen, Skoli-ose, Gelenkverkürzung | Mittlere bis erhöhte Sterblichkeit (unbehandelt 5-29,9%), meist durch Atemversagen oder Lun-genentzündungen
Spinale Muskelatrophie - skapuloperonäale Form: sehr selten (< 1:1 Mio) | Beginn meist zw. 5-20 Jahren | autosomal-domi-nant oder autosomal-rezessiv vererbt | langsam fortschreiten-der Verlauf | Symptome: Muskelschwäche & Muskelschwund (v.a. Schultergürtel (Schwierigkeiten beim Heben/Tragen, he-rabhängende Schultern, & Perinäalmuskeln (Stolpern, Fallfuß, Gangunsicherheit)), verminderte/fehlende Reflexe,
Sonst. vererbte spinale Muskelatrophie
Progressive Bulbärparalyse im Kindesalter, ...
G12.1
Motoneuron-Krankheit
Familiäre Motoneuron-Krankheit, Lateralsklerose myatrophisch [amyotrophisch]/primär, ...
G12.2
Zu den Motoneuron-Krankheiten zählen Erkrankungen, die den Abbau motorischer Nervenzellen bedeutet. Dazu zählen z.B.:

Familiäre Motoneuron-Krankheit: ca. 5-10% aller genetischer Motoneuron-Erkrankungen | Beginn meist zw. 40-60 Jahre, bei juveniler Form Beginn < 25 Jahre | genetisch bedingt | Symp-tome: Muskelschwäche, Muskelzuckungen (v.a. Hände/Füße), Stolpern, Ungeschicklichkeit, später genereller Muskel-schwund, spastische Lähmungen, Sprech- & Schluckstörun-gen, Atemschwäche | Unbehandelt fast immer tödlich (>90%) in 2-3 Jahren, mit Behandlung (sehr) hohe Sterblichkeit (30-70%) in ersten 5 Jahren, meist durch Ateminsuffizienz
Myatrophische/Amyotrophische Lateralsklerose: ca. 1-2: 100.000 Einwohner/Jahr betroffen | Beginn meist zw. 55-75 Jahren (v.a. um 70 Jahre) | Männer etwas häufiger betroffen | Auftreten v.a. auf Guam (Westpazifik) | Symptome: Muskel-zuckungen (v.a. Hände/Füße), Muskelschwäche, fortschreiten-de schlaffe/spastische Lähmungen, schmerzhafte Muskel-krämpfe, Muskelschwund, Schluck- / Sprechstörungen, Ge-sichtslähmungen, später Ateminsuffizien & Bettlägerigkeit, z.T. Demenz | Unbehandelt fast immer tödlich (> 90%) inner-halb 2-3 Jahre, meist durch Atemversagen oder Lungeninfekti-on, mit Behandlung meist innerhalb 3-5 Jahre tödlich
Primäre Lateralsklerose: sehr selten (ca. 1-4:1 Mio betroffen) | v.a. > 50-Jährige betroffen | sehr langsam fortschreitend; Be-ginn meist in den Beinen | Symptome: spastische Gangstö-rung, Stehschwierigkeiten, häufige Stürze, später Arme/Zunge betroffen (Schluck- & Sprachstörungen), zunehmende Spastik, Krämpfe, Muskelschmerzen, gesteigerte Reflexe, zunehmende Unbeweglichkeit, Rollstuhlpflicht, emotionale Labilität (Rührse-ligkeit), z.T. leichte kognitive Einschränkungen | Mittlere Sterblichkeit (unbehandelt 5-15%) nach vielen Jahren, meist durch Atemschwäche
Progressive Bulbärparalyse: sehr selten | meist >50-Jährige betroffen, kindliche Form seltener | kindliche Form schneller fortschreitend | Symptome: Kaustörungen, Schluckstörun-gen, Sprechstörungen, schwache/fehlende Gesichtsmimik, he-rabgesetzter/fehlender Würgereflex, Schlappzunge (Zungen-schwund/Zuckungen), Speichelfluss, später Ateminsuffizienz/Muskelschwäche | Unbehandelt fast immer tödlich (> 90%) innerhalb 2-3 Jahre, meist durch Atemversagen, Lungenent-zündung oder Mangelernährung, mit Therapie verlangsamter, aber auch tödlicher Verlauf
• Progressive spinale Muskelatrophie: sehr selten (< 1:100.000 Einwohner/Jahr) | meist 30-60-Jährige betroffen | Männer häufiger betroffen | meist sporadisch auftretend, seltener familiär bedingt | schleichender Beginn | Symptome: Muskelschwäche/Muskelschwund (meist Hände/Unterarme), Muskelzuckungen, später Arme/Beine/Rumpf betroffen, selten Sprech- & Schluckstörungen | Hohe Sterblichkeit (unbehandelt 30-49%) innerhalb 5-15 Jahre, letztlich unbehandelt IMMER tödlich, meist durch Ateminsuffizienz und Lungenentzündungen
Spinobulbäre Muskelatrophie Typ Kennedy [Kennedy-Krank-heit]: sehr selten (1:40.000 betroffen) | fast nur Männer be-troffen | Beginn zw. 20-40 Jahren | X-Chromosomal-rezessiv vererbt | Frauen i.d.R. symptomlos | langsam fortschreitend | Symptome: Zittern, Muskelkrämpfe, Muskelzuckungen, zu-nehmende Muskelschwäche & Muskelabbau (v.a. in Gesicht/Zunge/Schlundmuskulatur/Extremitäten), Sprech-/Schluck- & Stimmstörungen, Beweglichkeits-Einschränkungen, Gangstö-rungen, ggf. Unfruchtmarkeit; [bei Frauen] z.T. Muskelkrämpfe & Zittern | Niedrige bis geringe Sterblichkeit (unbehandelt 1-5%), meist durch Atemschwäche oder Lungenentzündung
Diese Kategorie dient der Kodierung von seltenen spinalen Mus-kelatrophien und verwandten neuromuskulären Syndromen, die bisher nicht genannt wurden. Hierzu gehören unter anderem sel-tene familiäre spinale Muskelatrophien, die keinem bekannten Typ zugeordnet werden können, nicht-klassische Varianten (z.B. Misch-bilder aus proximaler und distaler Muskelatrophie) oder verwand-te Syndrome, die mit motorischer Schwäche und Muskelschwund einhergehen, jedoch nicht die diagnostischen Kriterien der typi-schen SMA-Formen erfüllen.
Sonst. spinale Muskelatrophien & verwandte Syndrome
G12.8
Spinale Muskelatrophie
nicht näher bezeichnet
G12.9
Diese Kategorie kodiert für spinale Muskelatrophien, bei denen (bisher) weder der genaue Typ noch eine besondere Unterform festgestellt oder spezifiziert werden kann.
  TRASHkind
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Erkrankte

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   Quelle: BrainandDevelopment