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Spezifische Persönlichkeitsstörungen
Paranoide Persönlichkeits-störung
Persönlichkeit(sstörung): expansiv-paranoid | fanatisch | ...
F60.0
=> eine der schwersten Persönlichkeitsstörungen
=> Entstehung vermutlich aufgrund genetischer Vernlagung, Erziehung und anderen Umwelteinflüssen (v.a. belastende Ereignisse)
=> bestehend aus einer in sich immer weiter entwickelnden Aggression durch fehlendes Vertrauen in andere Menschen
=> zwischen 0,4 - 2,5 % der Allgemeinbevölkerung
=> mehr Männer als Frauen
=> nur wenige soziale Kontakte
=> Entwicklung im Kinder- oder Jugendalter mit Bestand im Erwachsenenalter
=> Symptome: übertrieben empfindliche Reaktion auf Rück-schläge, Hegen dauerhaften Grolls, keine Vergebung von Beleidigungen oder Missachtungen, sehr misstrauisch, Inter-pretation von neutralen oder freundlichen Handlungen anderer als feindlich oder verächtlich, streitsüchtig, beharren auf ihrem Recht, kein Vertrauen in die Treue des Partners (auch grundlos), stark selbstbezogen & überheblich, oft Beschäftigung mit Verschwörungsgedanken die die Ereignisse in Umgebung oder Welt erklären sollen
=> Heilung: möglich, aber sehr schwierig aufgrund fehlenden Vertrauen des Patienten
=> Entstehung durch erbliche Faktoren, sowie starker vernach-lässigender Erziehung u.ä.
=> beginnend in früher Kindheit oder Jugend
=> zwischen 1-3 % betroffen (selten)
=> Männer häufiger betroffen
=> oft in Zusammenspiel mit paranoider Persönlichkeits-störung, aber auch mit Angststörungen, depressiver Störung, Essstörungen oder Abhängigkeitserkrankungen
=> Symptome: können keine Freude erleben (Anhedonie), geflachte Stimmung, emotionale Kühle, keine oder nur schwa-che Reaktion auf Lob oder Kritik, kaum Interesse an Sex, über-mäßige Vorliebe für Phantasie, einzelgängerisches Verhalten, in sich gekehrt, zurückhaltend, scheu, soziale Isolation, Schwie-rigkeiten mit Regeln, in der Gesellschaft Neigung zu exzen-trischem Verhalten
=> Heilung: selten, aber Milderung der schizoiden Züge möglich bei Vertrauen zur Therapie
Schizoide Persönlichkeits-störung
F60.1
Dissoziale Persönlichkeits-störung
Persönlichkeit(sstörung): amoralisch | antisozial | ...
F60.2
=> schwere, potentiell gefährliche Störung
=> Entstehung durch Vererbung & Erziehung, oft traumatische Erlebnisse in Kindheit (oft ohne moralische Wertevermittlung)
=> bereits im Kindes- & Jugendalter bemerkbar (Tierquälerei, Mobben der Mitschüler)
=> ca. 3 % der Männer und 1 % der Frauen (im Gefängnis mehr als die Hälfte)
=> Symptome: herzloses Verhalten, unbeteiligt gegenüber Gefühlen anderer, Verantwortungslosigkeit, Missachtung sozialer Normen, Regeln & Verpflichtungen, können keine dauerhaften Beziehungen aufrechterhalten (aber leicht welche knüpfen), geringe Frustrationstoleranz, schnell aggressiv & gewalttätig, kein Schuldbewusstsein, unfähig aus negativen Konsequenzen zu lernen, Beschuldigung anderer, geben plausible Erklärungen für unsoziales Verhalten an
=> Heilung: setzt gewissen Leidensdruck der Patienten voraus, der meist nicht vorhanden ist. Daher ist eine Heilung sehr selten.
  TRASHkind
F60.3 - Emotional instabile Persönlichkeitsstörung


=> Entstehung oft durch früheren Missbrauch begünstigt
=> Beginn im jungen Erwachsenenalter (bis 30. Lebensjahr)
=> 0,7 - 3 %
=> eher bei Männern
=> oft selbstschädigende Aktivitäten, wie Glücksspiele, über-mäßige Geldausgaben, Substanzmissbruch, risikoreiches Sexualverhalten, rücksichtsloses Fahren, Essanfälle
=> Symptome: unvorhersehbare & launenhafte Stimmung, häufig Ausleben von Impulsen ohne Rücksicht auf deren Konsequenzen, emotionale Ausbrüche, Unfähigkeit impuls-haftes Verhalten zu kontrollieren, Tendenz zu streitsüchtigem Verhalten & Konflikten mit anderen (v.a. beim Gefühl, dass Handlungen durchkreuzt oder behindert werden), Kritik-unfähigkeit (wird oft mit gewalttätigem & bedrohlichem Verhalten beantwortet), Unfähigkeit der Kontrolle des explosiven Verhaltens, Schwierigkeiten Handlungen ohne unmittelbare Belohnungen durchzuführen
=> 50-fach erhöhtes Suizidverhalten
Impulsiver Typ
Persönlichkeit(sstörung): aggressiv | reizbar (explosiv)
F60.30
Borderline-Typ
F60.31
=> Entwicklung oft durch genetische Veranlatung und frühe traumatische Erfahrungen
=> Beginn oft im Jugend o. jungen Erwachsenenalter
=> 1-2 %
=> v.a. Frauen (bis zu 80 %) betroffen (Männer häufig mit ag-gressiverem Verhalten)
=> oft in Zusammenhang mit Depressionen, Panikstörungen, Posttraumatischen Belastungsstörungen und Alkoholismus bzw. Drogenabhängigkeit
=> oft einhergehend mit Selbstverletzung (zur Minderung der Anspannung), selbstzerstörerisches Verhalten (Alkohol, Dro-gen, Essstörungen, Auto-Rasen, hochriskante Sportarten, Risi-kosex)
=> Symptome: keine Kontrolle über Impulse und Gefühle, hitzköpfig, streitsüchtig (v.a. bei Hinderung, Impulse auszule-ben), Wutausbrüche, starke Selbstzweifel, instabiles Selbstbild, Unsicherheit über sexuelle Ausrichtung, starke Stimmungs-schwankungen, Gefühlsstürme, sehr sensible Reaktion auf äu-ßere Ereignisse, schnelle Überforderung, starke innere Unru-he, ständige innere Anspannung (z.T. als Zittern sichtbar), "Schwarz-Weiß-Denken", Angst vor Einsamkeit und Nähe, Ge-fühl der Leere & Langeweile, kurzfristige Erinnerungsverluste oder Bewegungsstörungen möglich, z.T. Derealisation oder Depersonalisation
=> Heilung: selbstständiger Rückgang oft erst um das 30. Lebensjahr (oft Jahre in psychatrischen Kliniken), aber möglich
=> sehr oft Suizidgedanken, über die Hälfte begeht Suizid-versuche (Suizidrate bei 3-10 %)
  TRASHkind
=> eine der ältetesten beobachteten psychischen Störungen
=>Entwicklung durch genetische Veranlagung & viele äußere Einflüsse (wie Erziehung, gestörte Bezugsperson und/oder traumatische Erlebnisse)
=> Symptome: permanente Suche nach Aufmerksamkeit, Ichbezogenheit, verführerisches o. sexuell provokatives Verhalten, wechselhafte & übertriebene Emotionen, Affekt-labilität (bei Kleinigkeiten starke Änderung der Grund-stimmung), gefühlsbetonter Sprachstil, Kommunikations- & Bindungsschwäche, Unfähigkeit lang andauernde & tiefe Beziehungen zu führen
=> Heilung: Therapie notwendig und möglich, zugrunde liegende Persönlichkeitsstörung aber i.d.R. nicht heilbar
Histrionische Persönlichkeits-störung
Persönlichkeit(sstörung): hysterisch | infantil
F60.4
Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeits-störung
F60.5
=> Auslöser häufig belastende Ereignisse mit Wunsch nach Kontrolle
=> Beginn oft im Kindes- o. Jugendalter
=> 1-3 %
=> bei Männern v.a. Kontrollzwänge, bei Frauen v.a. Wasch- oder Putzzwänge
=> oft einhergehend mit Depressionen oder Angststörungen
=> Symptome: wiederkehrende ZWangsgedanken o. Zwangs-handlungen (häufig gemeinsam auftretend), starke innere Anspannung, oft mit Angst verbunden
Zwangshandlungen: irrationale Handlungen, oft um mögliches Unglück abzuwenden (Handlung nicht zwingend mit Angst übereinstimmend), häufige Formen: Putz- & Ordnungs- oder Zahl- & Wiederholungszwang (Handlungen müssen so & so oft ausgeführt werden zur Beruhigung), Abweichungen von der Handlung unerträglich, zunehmende Komplexität der Rituale (bis zu mehreren Stunden), Unsinnigkeit der Tätigkeit ist bewusst, ein Widerstand ist aber nur kurzfristig und unter großer Kraftanwendung möglich
Zwangsgedanken: aufdringliche Ideen, Vorstellungen oder Impulse, oft mit gewalttätigen, sexuellen oder blasphemischen Inhalten,die man nicht verdrängen kann
=> Heilung: mit Therapie gut möglich
=> Entwicklung vermutlich durch Zusammenspiel aus biologischen, psychischen & umweltbezogenen Faktoren
=> 1-2 %
=> oft einhergehend mit Depressionen und Angststörungen
=> Symptome: Vermeidung engerer zwischenmenschlicher Kontakte aus Angst vor Kritik, Missbilligung oder Zurückweisung, lassen sich nur mit Menschen ein, wenn sie sich sicher sind, dass sie gemocht werden, zurückhaltendes Verhalten selbst in intimen Beziehungen aus Angst, beschämt oder lächerlich gemacht zu werden, starke Angst vor Kritik oder Ablehnung, große Selbstzweifel (was sie in zwischen-menschlichen Situationen weiter hemmt), sehen sich selbst als sozial unbeholfen, persönlich unattraktiv & anderen unter-legen/minderwertig, vermeiden persönliche Risiken & neue Unternehmung aus Angst vor Beschämung
=> Heilung: gut möglich in der Verbesserung der sozialen Kompetenz, der Strukturierung des Umfelds und der Anwendung des Erlenten in sozialem Umfeld
Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeits-störung
F60.6
Abhängige (asthenische) Persönlichkeits-störung
F60.7
=> Grund der Entwicklung nicht bekannt
=> oft einhergehend mit anderen Persönlichkeitsstörungen, sowie Angststörungen und Depressionen
=> Symptome: Meidung von Verantwortung, lassen andere für sich entscheiden aus Angst, Wünschen & Vorstellungen anderer nicht zu entsprechen, Unterordnung, übermäßige Nachgiebigkeit Wünschen anderer gegenüber, Angst vor Ablehnung (Verschweigen eigener Vorstellungen), sehen sich als hilflos & inkompetent, Angst vor Verlassenwerden (meist unbegründet), können nur schlecht allein sein, bei Trennung übermäßige innere Zerstörtheit & Hilflosigkeit, Kritik-unfähigkeit, schieben Verantwortung bei Fehlern & Miss-geschicken anderen zu
=> Heilung: sehr effektiv möglich in der Verbesserung der sozialen Kompetenz, der Strukturierung des Umfelds und der Anwendung des Erlenten in sozialem Umfeld
Weitere bisher nicht genannte spezifische Persönlichkeits-störungen, wie z.B bei folgenden übermäßig wirksamen Charaktereigenschaften:

exzentrisch: merkwürdig/verschroben
haltlos: ohne inneren, seelischen, moralischen Halt, labil, keine innere Festigkeit aufweisend
narzisstisch: eigensüchtig, voller Eigenliebe
passiv-aggressiv: ein tief greifendes Muster negativer Ein-stellungen und einen passiven Widerstand gegenüber Forderungen nach angemessener Leistung zeigend
psychoneurotisch: psychogenetisch ausgelöste Neurosen
unreif: jugendlich unerfahren, (intellektuell) nicht erwachsen
Sonst. spez. Persönlichkeits-störungen
Persönlichkeit(sstörung): exzentrisch | haltlos | ...
F60.8
Persönlichkeits-störung
nicht näher bezeichnet
Charakterneurose o.n.A., Pathologische Persönlichkeit o.n.A.
F60.9
...
  TRASHkind
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Erkrankte
Spezifische_Persoenlichkeitsstoerungen2.jpg