Austin [Texas, USA]
Erste Seite | « | 1 | 2 | 3 | 4 | » | Letzte
[ Nach unten | Zum letzten Beitrag | Thema abonnieren | Älteste Beiträge zuerst ]
Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 01.03.2025 19:25Es war, als wäre ihr ganzer Körper ein einziger schreiender Schmerz. Ihr Eingewiede krümmten und wandten sich, doch in ihremn MAgen war nichts mehr, was sie hätte würgen können. Ihre Augen brannten, ihr Kopf schmerzte und pochte und ihr war übel und alles in irh schrie nach Morphium, schrie nach Heroin, schrie danach, dass es enden sollte, dass es enden sollte. Sie befand sich in völliger Erschöpfung, völliger Entkfäftung, welcher sie nciht entfliehen konnte. Die sich nur immer weiter, ins Unendliche hinein verstärkte. Und ein Teil, ein kleienr Teil in ihr, der noch Verstand besaß, der schämte sich. Oh, und wie er sich dafür schämte, wie elendig sie hier auf dem Boden kauerte, wie elendig sie aussehen musste, mit Roth unter der Nase und schielenden Augen und tränenüberströmtem Gesicht, zitternd und dünn und blass und krank und am schlimmsten: alles selbst verursacht. Irgendwo. Sie hätte ja schon lange clean sein können. Warum hatte sie es bei all den vorigen Versuchen nur nie durchgezogen. Warum war sie immer rückfällig geworden. Wieder schlotterte sie und presste sich jetzt an den warmen Körper Coreys, der plötzlich da war, wie aus dem Nichts, sie wusste nicht woher, aber sie klammerte sich daran fest, wie zu einer Kugel zusammengerollt. Sie bibberte. Sie wollte sich übergeben, aber sich auch nicht bewegen. IHr Körper schmerzte. Sie wollte schreien und sie wollte um sich schlagen und topben, bie sie einfach bewusstlos würde und nichts mehr spürte, nichts mehr von allem spüren würde...
Eine mechanische Stimme erklang. Cecilia hatte die Augen geschlossen, klammerte sich an Coreys (abgesehen vom Schwangerschaftsbauch) dünnen Körper und lauschte der Stimme. Trotz des mechanischen Klangs, hatte es etwas beruhigendes. Etwas, worauf sie sich fokussieren konnte. Es war etwas anderes, als dieser immer währende Schmerz in ihr, die innere schreiende und brüllende Stimme. Sie wollte, dass diese Stimme weitersprach, einfach immer weitersprach, nicht aufhörte, auch wenn sie die Worte kaum schaffte zu hören oder zu verarbeiten,a uch wenn die Worte kaum bei ihr ankamen. Nur eines kam tatsächlich an. Sicherer Hafen. Dass Corey ihr sicherer Hafen war oder sein wollte oder irgendetwas in der Art. Zitternd stützte sich Cecilia hoch, wischte sich die Tränenspuren von den Wangen und den Schnodder von der Nase und sah Corey an. Ihre Mutter. Oh Gott, wie dankbar sie war diese Mutter gefunden zu haben. Ihre Mum.
Eigentlich wollte sie sagen, dass sie sie nicht verletzen wolle. Dass sie besser gehen sollte, falls sie austickte. Doch stattdessen fragte sie: "Kannst du irgendein Hörspiel anmachen? Irgendeines?"
Sie wartete kurz Coreys Antwort ab, dann legte sie sich wieder hin, kugelte sich zusammen, legte den Kopf in Coreys Schoß und versuchte nur, sich vom Inneren Schreien nicht überwältigen zu lassen, um nicht auf alles und jede zu beginnen, einzuschlagen...

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Austin [Texas, USA]
von Corinne am 01.03.2025 15:21Cecilia saß auf dem Boden vor dem Tisch. Sie sah so elend aus, aber dennoch fuhr eine gewisse Erleichterung durch Corinne hindurch. Sie war noch da, war nicht durch eines der Fenster abgehauen. Entweder weil sie wirklich stärker war, als Cecilia von sich selbst glaubte, oder weil sie ws nicht bedacht hatte ... oder weil sie nicht konnte. Corey drückte sich von der Tür ab und ging zu der auf dem Boden kauernden Frau hin. Sie struggelte ein wenig damit selbst runter zu kommen. Hinter Cecilia knien konnte sie sich nicht, das würde ihre verletzten Oberschenkel zu sehr dehnen. Also setzte sie sich ganz normal hinter sie, die Beine ausgestreckt und genauso zog sie die junge Frau zwischen ihre Beine und an sich heran. Ganz fest schlang sie ihre Arme um den zierlichen Körper und irgendwo in der wirren Haarbracht gab sie ihr einen Kuss auf den Kopf. Vorsichtig legte sie ihre Hand auf Cecilias Stirn, ohne Druck auszuüben. Nur für den Fall, dass sie ihren Kopf wieder an ihre Knie schlagen wollte. Selbst das konnte schon eine Gehirnerschütterung auslösen. Corinne wusste wie empfindlich das Hirn war. Oh, woe sehr sie es seit dem letzten Jahr wusste. Ihre Augen wanderten zu der Stelle in der Garage, an der ehemals ihr Motorrad gestanden hatte. Da stand es heute selbstverständlich nicht mehr. Elias hatte es hinter das Haus und unter die Überdachung gestellt. Dennoch weckte es Erinnerungen, schöne, wie unschöne.
Sanft strich sie Cecilia mit ihrer Hand über die Seite ihres Körpers und rieb auch ihren Arm, un ihr zu zeigen, dass alles gut war. Dass, egal was sie tat oder sagte, Corinne es ihr nicht übel nehmen würde. Sie konnte ja schlecht mit ihr reden. Handzeichen würden jetzt auch nichts bringen und schreiben erst recht nicht. Sie kannte diese Situation. Nicht von sich selbst, nein. Sie hatte das alles schon einmal hinter sich gebracht. Nur ohne kleines Baby im Hintergrund. Damals war es Deryks Sohn gewesen, dem sie im kalten Entzug beigestanden hatte. Nicht hier, aber es war die gleiche Situation. Er hatte es danach geschafft, er war clean geworden. Corey angelte ihr Handy aus ihrer Hosentasche, öffnete die App und schrieb mit einer Hand, dann spielte sie die Computerstimme ab. Unpersönlich, aber es waren ihre Worte und vielleicht kam es irgendwo bei Cecilia an.
~ Es ist hart, aber egal wie schlimm es noch wird, ich weiß, du bist stark. Du schaffst das. Du bist stärker, als alles was dir bisher widerfahren ist, stärker als die Menschen, die dich versucht haben zu brechen und stärker als alles, was noch kommen wird. Ich hab dich lieb. ~
Worte, die sie damals auch Marvin sagte und jedes einzelne davon war bei beiden dieser jungen Leute wahr. Sie liebte beide wie ihre eigenen Kinder. Marvin hatte es damals geschafft, er war clean geworden. Was Corinne jedoch nie erwähnte war, dass er auch wieder anfing Drogen zu nehmen. Nicht mehr so wie früher, unregelmäßiger, nicht mehr so viel, aber er tat es. Von ihm wusste sie, dass man eine Sucht niemals wirklich los würde, es war ein Leben lang ein Kampf und die kleinste Ungereimtheit reichte, um einen wieder zurückzustreiben. Das waren seine eigenen Worte gewesen. Und sie wusste, er hatte Recht. Deryk wusste, dass sein Sohn recht hatte. Sie hatte es am eigenen Leib gespürt und Deryk wusste es. Er wusste, dass sein Sohn und seine beste Freundin abhängig waren. So, wie Deryk wusste, dass sie von ihm schwanger war. Corey schloss kurz ihre Augen und konzentrierte sich wieder auf die Situation, aber sie weckte so viele Erinnerungen und eine Sehnsucht, die sie immer versucht hatte zu unterdrücken. Unbewusst drückte sie Cecilia fester an sich heran. Ihre Nähe tat ihr gerade so gut, auch, wenn Corinne eher Cecilia gut tun sollte. Ob das der Fall war, wusste sie nicht, aber sie wusste eines. Wieder schnappte sie ihr Handy und tippte mit einer Hand etwas Neues ein.
~ Egal, wie das hier endet, oder irgendetwas je endet, ich werde dich nicht alleine lassen. Ich werde immer dein sicherer Hafen sein, egal wie weit du hinaus segelst ind wie lange du auf See bist. ~
Sie spielte die Nachricht ab und bemerkte erst im Nachhinein, wie poetisch das klang. Ab und an kam eben ihr Literaturstudium heraus. Sie küsste abermals Cecilias Kopf und legte ihre Hand wieder an deren Stirn. Sie würde ihr gerne all diese Entzugserscheinungen nehmen, aber das war unmöglich ...
Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 01.03.2025 12:40Schritte, auf sie zu. Ihr Herz hämmerte schnell. Dann wurde ihr das beruhigende Gewicht Sandros aus den Armen genommen. Sofort schlang sie ihre Arme um sich selbst, hielt sich selbst fest, die Augen weier geschlossen und fest gegen die Tränen ankämpfend. Und endlich - endlich hörte sie, wie sich die Tür mit einem Klicken schloss. Das Drehen des Schlüssels im Schloss.
Erst kam ein Schluchzer. Dann zwei. Ihre Beine brachen unter ihr zusammen und sie sank zu Boden. Haltlos schluchzend, ihre Schultern bebten, immer und immer wieder hämmerte sie mit den Fäusten auf den Boden, kratzte dann mit ihren Fingernägeln über die Dielen, ehe sie ihre Fäuste gegen sich selber schlug. Wieder und wieder, bis sie keine Kraft hatte. Ihr Bein schmerzte, wo sie sich selbst gesechlagen hatte. Immer wieder hickste sie, wenn sie einen tiefen Atemzug nahm. So hatte es nicht laufen sollen. Nein, so hatte das doch nicht laufen sollen!!
Sie zog sich an ihrem Schreibtisch hoch, stellte sich auf ihre zitternden, schwachen Beine und sah hinaus in die Nacht. WIe spät es sein mochte? Zwei Uhr? Drei Uhr? Vier Uhr? ihr war kalt und ihr war schon wieder schlecht. Sie erinnerte sich, wie sie glücklich und erleichtert nach draußen gelaufen war, um Corey zu begrüßen. Warum hatte sie wieder solche Scheiße bauen müssen, wieso hatte sie wieder einmal alles ruinieren müssen? Ihr war kalt, wütend auf sich selbst krallte sie sich in den Schreibtisch. Ob die Fenster offen waren? Es wäre sicher ein leichtes, sie zu öffnen und rauszuklettern. Irgendwo wäre ein Dealer. Die fand sie immer. Oder besser gesagt: die Dealer fanden sie. Vermutlich sah man ihr ihren Konsum irgendwie an. Oh Gott wie sehr sie danach lechzte. Wie sehr alles in ihr dafür brannte und es wollte. Zitternd ließ sie sich wieder auf den Boden nieder, legte ihren Kopf auf ihre Knie, krallte ihre Finger in ihre Beine. Eine Weile lang verharrte sie so. Doch dann wurde ihr Kopf wieder laut. Die Stimmen. Die Erschöpfung, die Müdigkeit. Die Übelkeit. Sie begann ihren Kopf gegen ihre Knie zu schlagen. Einmal, zweimal, dreimal, ... sie wusste nicht wie of. Alles drehte sich und ihr war übel, Gott war ihr übel, aber alles war besser als die Stimmen, alles war besser als.... zwanzig... einundzwanzig, ... ..., dreißig ...
Jemand hielt sie. Sie zuckte zusammen, blickte aus Augen die nicht fokussierten auf und sah Corey und fragte sich, ob sie eine Halluzination war. Ob nicht vielleicht ihr ganzes Leben eine Halluzination war. Was tat sie hier. Ihre Wangen waren tränenverschmiert, die Augen wirr. Und doch war sie froh, dass Corey da war...
Wie sehr sie einfach schlafen und nie wieder denken wollte...
Wie sehr Morphium ihr dabei helfen würde...

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Austin [Texas, USA]
von Corinne am 28.02.2025 09:05Corey brauchte ihr Handy nicht, auch, wenn die App die Worte Cecilias aufzeichnete, alle. Dennoch konnte ein eben erst schwerhörig gewordener Mensch wahrscheinlich die dreimalige Verneinung von Cecilias Lippen ablesen. Corey wusste nur nicht, was genau sie nun verneinte. Da Cecilia offensichtlich mit sich zu kämpfen schien und mehrmals dazu ansetzte, etwas zu sagen, aber selbst die App nichts aufschrieb, gab Corey ihr Zeit. Wenn sie nicht selbst wusste, wie ein Entzug war und ihrer war wahrscheinlich nur halb so schlimm gewesen, wer dann sonst? Nach einigen Versuchen sprach Cecilia schließlich. Und wieder brauchte Corey die App nicht, um zu verstehen, was sie sagte. Sie antwortete nicht direkt auf Cecilias Worte. Stattdessen verengten sich ihre Augen für den Bruchteil einer Sekunde. Corey hatte verstanden, was gerade Sache war, weswegen sie ihr Handy einsteckte und Cecilia vorsichtig, aber bestimmt Sandro aus den Armen nahm. Sie legte den Jungen wieder in sein Bettchen und drehte sich wieder zu seiner Mutter um. Sie schrieb nichts auf, aber sie nutzte ihre eigene Sprache, um Cecilia zu sagen, dass sie in diesem Zustand Sandro lieber liegen lassen sollte. Und sie war sich verdammt sicher, dass Cecilia es verstanden hatte, auch wenn sie ihre Sprache gar nicht sprach. Sie hatte keine Lust, dass der Junge noch auf den Boden fiel oder sonst was passieren würde und sie wusste, dass sich Cecilia das auch nicht verzeihen würde. Und dann ging sie ...
Sie ging an Cecilia vorbei, zur Tür, die ins Haupthaus führte, ging hinaus ohne ein weiteres Wort und sperrte die Tür hinter sich ab, aber das war es bei weitem noch nicht für Cecilia gewesen. Corey ging, so schnell es ihr Bein erlaubte, in das Schlafzimmer von ihr und Elias. Leise musste sie nicht sein, aber sie suchte nur mit der Taschenlampe ihres Handys nach frischen Kleidern. Schnell hatte sie ihre Lieblingsjogginghose, mit einem dehnbaren Bund und einen bequemen Pullover gefunden. Sie zog sich um und begab sich daraufhin ins Badezimmer. Dort verband sie ihr Bein mit einem zusätzlichen Verband, nur für alle Fälle. So war es stabilier. Dann öffnete sie den Medizinschrank und nahm Penicillin heraus. Davon schluckte sie zwei Tabletten, in dem Wissen, dass dieses Antibiotika wohl am unschädlichsten in ihrer Schwangerschaft war, aber am wirksamsten gegen Entzündungen vorging und ihr Bein war zum Teufel noch mal entzündet. Ibuprofen hatte ihr aber Gott sei Dank den großen Schmerz genommen. Als sie das Penicillin wieder zurückstellte, entdeckte sie daneben Valium und Ritalin. Sie sah die beiden Pillendöschen einige Sekunden lang an. Schließlich griff sie danach und betrachtete sie in ihrer Hand. Wie leicht hätte sie etwas nehmen können, wie viel besser würde es ihr dann im Umgang mit Cecilia und der momentanen Situation gehen, aber sie schüttelte nur den Kopf. So hatte sie ihre Mutter nicht erzogen. So hatte sie ihre Studien nicht geschafft, ihre Kinder nicht auf die Welt gebracht und nicht in jedem verdammten Krieg ums Überleben in ihren neun Einsätzen gekämpft. Und vielleicht wollte sie nicht so enden wie Cecilia, für die sie nun verantwortlich war und zwar auf ganzer Linie. Sie öffnete beide Döschen und kippte den Inhalt in die Toilette. Dann spülte sie ab, warf die leeren Behälter in den Müll und ging so schnell sie konnte wieder zur Garage zurück. Wenn Cecilia wirklich durchdrehte, war es nur eine Frage der Zeit, bis sie auf die Idee kam ein Fenster zu öffnen und daraus zu entschwinden. Außerdem waren genug Dinge in der Garage, mit denen sie sich ernsthaft verletzen konnte. Der Keller wäre eine deutlich bessere Option gewesen. Sie sperrte die Tür wieder auf, trat ein, sperrte hinter sich ab und lehnte sich dann an eben diese Tür. Sie blickte sich um und musterte Cecilia, um die Situation zu erfassen.
Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 28.02.2025 08:05Ihr ging es nicht gut. Scheiße, ihr ging es echt nicht gut. Cecilia ging auf und ab, Sandro in ihrem Arm, den sie fest an sich drückte und versuchte gegen diesen schrecklich intensiven Impuls anzukämpfen, einfach rauszurennen. Rauszurennen und zu rennen und zu rennen und zu rennen, bis sie keine Kraft und Luft mehr hatte. Ihr wurde etwas hingehalten. Ein Handy. Wieso? Weshalb? Hatte sie nicht ein Handy? Sie trat näher und konnte sehen, dass darauf etwas geschrieben stand.
"Nein nein nein...", murmelte sie verzweifelt und Tränen stiegen in ihre Augen. Die Buchstaben veränderten sich. Sie blinzelte die Tränen weg. Was zum...? Auf dem Handy stand jetzt Nein, nein, nein. Sie hatten diese besondere App ewig nicht mehr benutzt. Lange vergessene Erinnerungen rührten sich tief hinten in Cecilias Gedanken. ihr allererstes Treffen mit Corey. Im Café. Die Stimmen aufzeichnete. War das diese App? Testweise sagte sie "Ah" und kurz darauf erschien auf dem Bildschirm Ah. Okay, das machte das es grade einfacher, auch wenn ein Teil von ihr lieber schreiben wollte (es fühlte sich irgendwie besser an, wenn sie die gleiche Form der Kommunikation benutzten), aber der andere wollte Sandro nicht ablegen. Wer weiß, was sie dann tun würde? Es kostete sie enorma eAnstrengung und Überwindung den Mund aufzumachen und die Worte zu sagen. Mehrmals setzte sie an, doch es kam kein Laut aus ihrer Kehle, nur Knacken. "Geh einfach udn schließ die Tür ab. Ich nehm einen Eimer für die Nacht." Und wieder wollte sie rennen. Und wie. Sie wollte rennen, ewig rennen, bis ihre Lunge stach, bis sie nichts mehr fühlte, bis das Blut durch ihre Adern rauschte...
... bis sie Heroin bekam.
Sie hatte die Augen geschlossen und sah deshalb nicht, dass ihr das Handy erneut hingehalten worden war. Sie klammerte sich an Sandro fest, wippte auf ihren Fußballen auf und ab und wartete nur auf das Geräusch der sich schließenden Tür. Wartete darauf, dass sie den Kampf aufgeben und durchdrehen konnte...

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Austin [Texas, USA]
von Corinne am 27.02.2025 03:15Corey wartete geduldig, bis Cecilia ihre Nachricht gelesen und auch darauf geantwortet hatte, immerhin musste sie erst einmal wissen, ob ihr Vorschlag in Ordnung war, ehe sie etwas tat. Dann kam der Block und sie las Cecilias Worte. An sich war das eine gute Idee, aber die Sache hatte im Moment einen Haken. Corey schmunzelte dennoch. Das sie gerade ihr Handy in der Hand hatte, antwortete sie diesmal mit ihrer besonderen App.
~ Das ist an sich eine gute Idee und ich denke, wir können auch provisorisch ein solches System für die nächsten Wochen anbringen, aber sämtliche Baumärkte hier in Austin schließen um 22:00 Uhr und öffnen erst wieder morgens und ich weiß nicht, wo ich jetzt auf die Schnelle eine Klingel, genügend Kabel und solche Lampen herbekommen soll. Ich denke, für jetzt und für heute Nacht, muss es einfach so gehen, seidenn uns fällt etwas besseres ein. ~
Sie wollte die Nachricht abspielen, dann fiel ihr aber Sandro ein, der schlief und sie entsann sich eines besseren, da sie nicht wusste, wie laut irgendeine Lautstärke auf dem Handy wirklich war und so hielt sie Cecilia das Handy wieder hin. Ihr war unbegreiflich wieso Cecilia nicht redete. Sie wusste doch, dass die App es aufzeichnen würde und auch, dass Corey recht sicher ihre Lippen lesen konnte, wenn sie nicht mal gerade wieder wütend war. Aber manche Rätsel sollten einfach nicht gelöst werden.
Nachdem sie sicher war, dass Cecilia alles gelesen hatte, zog sie das Handy zurück und antwortete auf die restlichen Sätze.
~ Das ist mein Haus, also zahle ich auch die Umbaukosten. Wenn es dir wirklich so wichtig ist, dann lassen wir uns was einfallen, wie du es anderwertig wieder gut machen kannst. Also schreib ruhig deine Liste, da ich ohnehin in den Baumarkt muss, kann ich gleich alles besorgen. ~
Corey warf Cecilia noch einmal einen Blick zu. Ihr war aufgefallen, dass es ihr zunehmend schlechter ging, aber es gab gerade nichts, dass Corey tun konnte. Sie hatte versprochen bei dem Entzug zu helfen.
~ Vielleicht solltest du dich hinlegen und versuchen zu schlafen. Schlaf ist gerade jetzt wichtig. ~
Und damit hielt sie ihr das Handy abermals hin, damit sie lesen konnte.
Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 25.02.2025 06:41Während sie geschrieben hatte, war Corey losgehumpelt. Einmal hatte Cecilia aufgeblickt und dabei gesehen, wie Corey eine der beiden Türen zuschließ. Die andere würde vermutlicha uch gleich folgen. Kurz wallte Panik in ihr auf, fürchterliche Panik. Erinnerungen gefangen zu sein und niemals raus zu können, niemals wieder frei sein zu können, wollten sich ihres Verstandes bemächtigen - die Erfahrung wie ihr Vater sie in Mexiko festgehalten hatte, unter Drogen versetzt, hilflos. Adrenalin schoss durch ihren Körper, sie wollte aufspringen, schreien, dass sie es sich anders überlegt habe, dass sie das nicht wolle...
...doch dann war Corey schon wieder bei ihr und alles was Cecilia getan hatte, war, ihr den Block zu geben. Sie fragte sich, ob man ihr die Panik in ihrem Blick und ihren schwitzigen zittrigen Händen ansehen konnte.
Aber zum Glück war Corey grade eh beschäftigt, während sie auf ihre Frage antwortete. Cecilia wischte sich ihre Hände an ihrer Schlafanzug-Hose ab, ihr Herz stolperte weiter. Sie schloss die Augen, und kämpfte mit ihrem Unterbewusstsein. Später konnte sie ja zusammenbrechen, später konnte sie ihren Nervenzusammenbruch haben, später, wenn Corey weg war, wenn es niemand mitbekam... aber jetzt hast du noch die Möglichkeit rauszukommen. Jetzt kannst du noch frei sein, schrie ihr ihr Unterbewusstsein ins Ohr. Sie schluckte schwer, stützte ihren Ellenbogen auf den Tisch ab und legte sich die Faust auf die Stirn. Es sollte aufhören. Es sollte einfach aufhören...
Etwas berührte ihren Arm. Sie zuckte zusammen, doch es war nur ein Block. Ein Block mit Buchstaben. Richtig. Ja. Sie schluckte, schüttelte leicht den Kopf um die Stimme loszuwerden, um klarer denken zu können, und begann zu lesen. Den Inhalt der Worte nahms ie jedoch kaum auf. Essen. Supermärkte. Snacks. Sandro. Liste erstellen? Liste erstellen! Ja, das würde sie hinkriegen. Sie nickte. HEROIN!!!! Und in diesem Moment fiel ihr auch eine Möglichkeit ein, wie es mit der Toilette gehen würde. Sie nahm den Stift und schrieb schnell und schlampig, bevor sie es in ihrem momentanen Zustand wieder vergessen würde: ~ Oder wir installieren eine Klingel, dass ich hier klingeln kann und dann bei euch eine Lampe oder so leuchtet, als Zeichen, dass ich ins Bad muss? Dann könnt ihr mich abholen ~ Denn wenn sie ehrlich war... wenn Corey jetzt rausging, und die Tür offen ließ...
... nun, grade wollte alles in ihr rennen.
Mit leerem Blick sah sie auf den Block, dann zu Coreys Handy. Sie fühlte sich nicht wirklichw ie selbst, als sie wie in Trance den Stift aufsetzte: ~ Ich werd eine Liste machen. Ich bräuchte noch ein paar Sachen aus dem Baumarkt um das hier weiter auszubauen, aber das mach ich wenns mir besser geht. Und ich Geld hab. ~
Sie legte den Stift beiseite, stand auf und ging hinüber zu Sandros Kinderbett, um ihn herauszuholen und in den Arm zu nehmen. Siem usste sich grade an ihrem Sohn festhalten. Sie brauchte jemanden, den sie umklammerte, oder besser auch, jemand der sie daran erinnerte, warum zur Hölle sie das hier eigentlich tat. Warum ließ sie sich eigentlich darauf ein?? Es hatte doch funktioniert, oder? Ja!! Es hatte doch alles funktioniert! Warum tat sie das hier?!!

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Austin [Texas, USA]
von Corinne am 24.02.2025 04:23Cecilia hatte Corey die Schlüssel gegeben. Damit stand der Entschluss der jungen Frau wohl fest. Während diese sich an den Tisch setzte und zu schreiben begann, humpelte Corey zur Tür, die raus in den Garten führte und sperrte diese ab. Dann hinkte sie zur neuen Tür, die Richtung Straße führte und sperrte auch diese ab. Cecilia war währendessen natürlich längst mit schreiben fertig und so las Corey deren kleinen Text. Sie stutzte, starrte eine ganze Weile darauf und musste sich eingestehen, dass sie an die Toilettensache nicht gedacht hatte. Nahrung wäre kein Problem. Corey würde Cecilia Frühstück, Mittagessen und Abendessen bringen und auch für sie mitkochen. Für dazwischen konnte sie hier Obst und Süßigkeiten deponieren. Aber eine Toilette ... im Keller würde es auch keine geben, aber damit hatte Corey damals auch keine Probleme. Sie musste sich ja nicht übergeben und hatte auch keine anderen Beschwerden in der Richtung gehabt. Es gab Campingtoiletten, aber war das eine Lösung? Sie musste das am Morgen mal mit Elias besprechen. Im Moment fiel ihr jedenfalls nichts gescheites ein, außer ein, zwei Möglichkeiten. Sie könnte hier bleiben und Cecilia würde ihr Bescheid geben, wenn sie das Badezimmer brauchte, aber mit Sicherheit wäre ihr das zu peinlich. Es gab noch eine zweite Möglichkeit. Sie nahm den Stift und schrieb unter Cecilias Fragen.
"Essen werde ich dir bringen und sobald die Supermärkte öffnen, werde ich dir Snacks besorgen, die du hier aufbewahren kannst. Ich werde auch alles besorgen, was Sandro braucht. Vielleicht kannst du eine Liste erstellen? Was das Badezimmer angeht, lassen wir am besten die Tür zum Haupthaus offen. Ich werde mich sowieso davor in Küche und Wohnzimmer aufhalten und bekomme ja mit, falls du das Haus verlassen willst und kann dich dann entsprechend aufhalten."
Sie schob Cecilia den Block zu. Mit dieser Lösung müsste die junge Frau wenigstens nicht fragen, ob sie zur Toilette konnte und konnte es selbst entscheiden. Natürlich würde Corey Wache halten, aber so wollte sie es nicht unbedingt ausdrücken. Sie hatte nämlich so eine Ahnung, dass Cecilia damit nicht einverstanden sein würde. Sie wollte den Schlüssel in ihre Hosentasche gleiten lassen, aber sie trug ja gar keine. Vielleicht sollte sie sich doch allmählich mal eine anziehen oder sich vielleicht ganz umziehen, aber zuerst musste sie hier alles andere regeln. Da fiel ihr noch etwas ein. Sie nahm das Handy zur Hand, welches sie in weiser Voraussicht mitgeschleppt hatte und tippte zusätzlich etwas.
"Brauchst du sonst eigentlich noch etwas?"
Sie hielt das Handy so hoch, dass Cecilia die Frage lesen konnte.
Re: Austin [Texas, USA]
von Cecilia am 22.02.2025 18:12Cecilia lächelte ein schwaches, erleichtertes Lächeln, als Corey nickte. Sie fasste es so auf, dass sie also auch in der Garage eingesperrt werden könnte. Das war gut. Das war wirklich gut. Das hatte sie die letzten Tage ja quasi eh gemacht und das würde sie auch noch ein wenig weiter schaffen. Zumal sie hier Sandro bei sich haben könnte. Gott, wie sehr sie hoffte es dieses Mal zu schaffen. Dieses eine Mal...
Cecilia verstand die Geste und folgte Corey hinaus und in Richtung der Garage. Dabei hing ihr Blick auf dem Humepln. Aber sie wirkte vorsichtig, belastete das Bein nicht mehr als nötig. Immerhin etwas, oder? Hoffentlich würde sie sich bald ausruhen.
In der Garage sah sich Cecilia um und tatsächlich war tatsächlich stolz auf ihr Werk. Man roch noch die frische Farbe, aber sie war in den Wänden schon getrocknet. Vielleicht würde sie die Nacht eine Einkaufsliste für Holzbretter schreiben, mit einer Bitte, ob jemand die holen würde und dass sie das Geld auch zurückzählen würde? Sie würde dann natürlich auch Dübel und Nägel brauchen, um die Bretter zu befestigen... oder dergleichen. SIe musste alles bedneken für ihre Ablagen und Verzierungen. Aber das würde sie schon irgendwie schaffen. Mit irgendwas musste sie sich ja beschäftigen... und ablenken...
Sie las die Worte auf dem Block. Sie leckte sich über ihre trockenen Lippen, schluckte den Kloß in ihrem Hals herunter (es schmeckte nach Erbrochenem) und nahm die Schlüssel aus ihrer Tasche. Sie legte sie sanft in Coreys Hand und schloss dann ihre FInger darum. Danke, sagte sie auf Gebärdensprache, obwohl sie sich auch fürchterlich elend fühlte und ihr Unterbewusstsein zu schreien schien.
Sie setzte sich an ihren Tisch, nahm Stift und Block und schrieb: ~ Wie machen wir es mit Klo und Essen? ~ Sie führte es nicht weiter aus; Corey würde wissen, was sie meinte. Sowohl mit der Übelkeit und teilweise Durchfall, als auch den normalen Geschäften. Sie könnte natürlich einen Eimer nutzen für die Zeit... aber wer würde den schon leeren wollen?
Kurz war sie versucht jetzt schon zu fragen, ob Elias gegebenenfalls für sie im Baumarkt einkaufen gehen würde... aber dann ließ sie es doch. Ihr Stolz oder ihr Misstrauen oder ihre Paranoia oder was auch immer es war, ließen es einfach nicht zu. Sie würde nicht um Almosen betteln. Sie würde ausharren und wenn es soweit war, sich selbst durm kümmern.

Corinne
Gelöschter Benutzer
Re: Austin [Texas, USA]
von Corinne am 19.02.2025 03:03Corey nahm den Block, als er ihr gereicht wurde und las. Sie war müde, geschwächt, aber das hier war wichtig. Sie biss sich auf die Unterlippe. Wenn Cecilia die Willenskraft fehlte, würde sie selbst nach einem Entzug wieder rückfällig werden, aber das war wiederum kein Grund es nicht wenigstens zu versuchen. Sie dachte kurz nach und blickte Cecilia dann an. Sie nickte. Der Keller war eine Sache, die Garage eine andere. Dort wäre es bequemer für Cecilia und den Jungen, den sie ihr so oder so nicht vorenthalten hätte. Denn wenn es einen Antrieb für Cecilia gab, dann war es Sandro.
Vorsichtig erhob sich Corey von der Couch. Ihre Wunde war nur zusammengeklammert. Sie musste vorsichtig sein. Was sie vorher vielleicht auch mal hätte sein sollen, aber nein, sie hatte ja anderes im Kopf gehabt. Sie schlüpfte in ihre Hausschuhe, eine Hose zog sie nicht an. Hier hatte sie auch gerade keine, außerdem war sie in ihrem eigenen Haus. Dann deutete sie Cecilia an ihr zu folgen. Ihr Weg, den sie mehr oder weniger humpelnd hinter sich brachte, führte sie geradewegs in die Garage. Dort blieb Corey erst einmal stehen und lehnte sich an die Wand. Beeindruckt sah sie sich um. Ihr Mann hatte ganze Arbeit geleistet. Sie lächelte leicht und wischte sich einen Schweißtropfen von der Schläfe. Wenn die Tabletten nicht gleich wirkten, dann würde sie das Fieber noch verbrennen ... eine bitterböse Erinnerung kam in ihr hoch, die sie mit einem Schlucken schnell verdrängte, dennoch blieben die militärischen Experimente in ihrem Unterbewusstsein hängen. Sie konzentrierte sich wieder auf ihr Vorhaben. Die Garage war hell und gemütlich. Es gab drei Ausgänge. Eine Tür, die nach vorne führte, wie eine Haustür, eine Tür, die in den Garten führte und die Tür, die ins Haus führte. Drei Türen mussten abgesperrt werden. Skeptisch blickte Corey zu den Fenster. Die waren einfach zu öffnen. Man drehte den Griff um, zog es auf und konnte hinaus steigen. Immerhin lag die Garage ja ebenerdig. Außerdem gab es hier noch ganz andere Dinge. Gegenstände, mit denen Cecilia sich weh tun konnte oder gar jemandem, der reinkam. Sucht war immer ein heißes Pflaster. So heißt wie ihre Haut, die in Flammen stand ... Corey schüttelte ihren Kopf und konzentrierte sich wieder. Sie nahm den Block und Stift zur Hand, den sie in weiser Voraussicht mitgeschleppt hatte.
~ Sicher, dass du das willst? Wenn ja, dann brauche ich die Schlüssel. ~
Und eine gehörige Portion Vertrauen. Immerhin wäre Cecilia ihr hier, eingesperrt ausgeliefert und auf sie angewiesen. Zu den Fenstern und Gegenständen sagte sie erst mal nichts. Vielleicht kam Cecilia nicht auf die Idee oder vielleicht räumte sie ein paar Dinge einfach noch zusammen und versteckte es, bis alles vorbei war. Ja, das war eine gute Idee. Ein plötzliches, leises Knurren unterbrach ihre Gedanken und Corey zuckte zusammen. Verwirrt blickte sie sich um. Woher kam das? Moment! Hatte sie gerade ... hatte sie gerade ein Knurren 'gehört'? Corey fasste an ihre Ohren. Sie hatte in ihrem Fieberwahn doch nicht etwa ihre CI's angezogen? Nein, da war nichts. Aber was war es dann ... hatte Cecilia das auch gehört? Sie sah die junge Frau aus dem Seitenwinkel an, aber sie schien ganz und gar unbeeindruckt. Dann hatte sie es sich eingebildet. Mit absoluter Sicherheit. Das war ja gruselig. Und doch kam es ihr irgendwie bekannt vor, fast schon vertraut, als hätte sie es schon einmal gehört, was unmöglich war. Corey schlang ihre Arme um sich, zitterte einmal kurz und wartete dann brav auf den Schlüssel, falls Cecilia es sich nicht anders überlegte.










Antworten