Beth & Jodie ~ Back to Life (September 2023)

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Beth

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FSK 18 Anderes Wesen flexibel polysexuell Genderqueer polyromantisch Profi erfunden

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Re: Beth & Jodie ~ Back to Life (September 2023)

from Beth on 11/02/2023 02:00 PM

Der Wind weht mir frisch um die Nase, fährt in meine Haare und droht fast, sie mit sich zu reißen, ein blond-rosa Schleier vor meinen Augen, umher tanzend, immer wieder mal den Blick freigebend auf die Stadt zu meinen Füßen. Mit ein paar Schritten habe ich den Weg zur Kante zurück gelegt, um mich zu setzen. Meine Chucks in der Luft baumelnd, lehne ich mich zurück, mein schwarzer Mantel gibt dabei widerwillig der Bewegung nach, am Ende beugt er sich jedoch trotzdem meinem Willen.
Es ist ein kalter Herbsttag in New York. Hier oben über den Dächern noch einmal sehr viel deutlich spürbar. Aber ich genieße die Aussicht von hier oben, auf die Straße nach unten zu sehen und einmal eine andere Perspektive zu gewinnen. Es kann einem klarmachen, wie klein man doch am Ende ist – und es hilft mir beim Fokussieren...auf das Hier und Jetzt, die Welt, in der ich gerade stecke...Meine Heimaterde, auf der alles angefangen hat. Ich bin nur selten hier – schon allein, weil alle, die ich kenne, denken, ich sei tot...nun, ich bin ja auch gestorben, in dieser Realität. Mein Tod, mit dem alles seinen Anfang genommen hat. Ein guter Ort, um etwas zu meditieren...oder jedenfalls zu versuchen, seine Mitte zu finden. Ironisch, nicht?
Ich lass mich nach hinten sinken, schaue in den grauen Himmel hinauf. Dies ist nur ein New York von vielen Millionen dort draußen. Und keiner der Menschen auf den Straßen dort unten weiß das überhaupt. Ein echt abgefuckter Gedanke. Irgendwo dort unten läuft jetzt gerade eine Jennifer herum, mit einem „YOLO"-Tattoo am linken Unterarm, die sich eine Schalter Zigaretten kauft. Aber...wenn ich mich nur auf die Seite drehe und die Augen schließe, sehe ich vielleicht Jennifer...und sie ist Anwältin, Kinderärztin, Designer...Und doch...würde auch sie denken, dass sie die einzige dort draußen ist.
Ich seufze, schließe meine Augen wirklich für einen Moment.
Doch ich sehe nicht Jennifer, keinen John oder Michael. Ich sehe...
Eine Freundin. Wie ich starrt sie in den Herbsttag hinein...fast in der Hoffnung, als würde ihr jemand antworten, wenn sie nur angestrengt genug lauscht. Mit einem leichten Schmunzeln öffne ich wieder meine Augen. Ich habe eine Idee.
Ich richte mich wieder auf, werfe noch einmal einen Blick auf die Stadt. Dann neige ich den Kopf zur Seite und ziehe ihn dann in einer schnellen Bewegung wieder an seinen angestammten Platz.
New York ist verschwunden. Stattdessen sehe ich einer blonden Frau mit Akne direkt ins Gesicht. Ich bin in einem Juwelier – und sie hält mir eine silberne Halskette mit einem großen blauen Stein entgegen. „Miss...?", hakt sie nach und betrachtet mit leicht besorgt. Ich schenke ihr ein sanftes Lächeln. „Ich nehme sie", erwidere ich und greife in meine schwarze Lederhandtasche, um zu bezahlen.
Fünf Minuten stehe ich auf einer matschigen Straße, die Halskette um meinen Hals, und betrachte mich in einem leeren Schaufenster eines geschlossenen Geschäfts. Yara, wie meine Variante hier heißt, ist ein ziemlicher Emo und ich muss zugeben, dass ich mich an mir kaum sattsehen kann – schwarze Haare mit einer fetten blauen Strähne im Pony, der die Hälfte meines Gesichts bedeckt, schwarz gemalte Lippen und ein satter Lidstrich an den Augen mit blauen Reflexen. Dann, eine schwarze Lederjacke, Netzstrümpfe und kniehohe Lackstiefel mit flachen Absätzen, mein karierter Minirock ist Sigillen und Pentagrammen geschmückt. Die silbernen Ohrringe mit einer langen Kette und umgedrehten Kreuzen hängen mir bis auf die Schultern. Mehrere Lederbänder schmücken meine Arme.
Ich mache mich auf den Weg zur Bushaltestelle – ich muss noch etwas rausfahren – und besorge mir dann in der kleinen Stadt einen Fahrer, der mich für ein paar Dollar zu der Adresse fährt, die ich ihm nannte. Auf der Fahrt sehe ich aus dem Fenster. Alaska ist ein schöner Ort, wenn man die richtigen Ecken kennt, natürlich. In der Spiegelung des Fensters kann ich Jodie auf ihrer Veranda sehen. „Ich komme Jodie", hauche ich der Spiegelung zu, ehe sie mit der Landschaft vor dem Fenster verschwimmt und ich wieder nur aus dem Fenster sehe.
Etwa zwei Stunden sind vergangen. Mit einem Lächeln verabschiede ich mich von meinem Fahrer, der die Landstraße weiter fahren wollte – er wohnt wohl wohl einige Ortschaften weiter´und kennt deshalb diesen einsamen See mit nur einer einzigen Hütte.
Ich laufe die letzten hundert Meter und erreiche dann endlich die Vordertür. Sachte klopfe ich und warte gespannt. Es ist etwas her, dass wir uns kennengelernt haben. Es ist mehr...ein überraschendes Aufeinandertreffen gewesen. Seitdem ist einige Zeit vergangen – ich bin mir nicht einmal sicher, ob sie die Zeit im Blick gehabt hat...es scheint eine Schwäche von ihr zu sein. Aber deshalb bin ich ja hier!
Schließlich öffnet sich die Tür. „Heeey", sage ich und halte meine Arme hoch wie zur Umarmung. „Bereit, dass man sich mal aus diesem Loch holt?"

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Jodie
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Re: Beth & Jodie ~ Back to Life

from Jodie on 11/02/2023 09:57 AM

Sie hatte sich ihre Daunenjacke angezogen. Das Pelz von der Kapuze kitzelte sie leicht an den Wangen. Sie trug ihre schwarzen fingerlosen Handschuhe, saß auf der Veranda und wärmte sich die finger an einem Becher heißen Tee. Ihr Blick glitt über die Bäume. Der Herbst hatte Einzug gehalten und ließ die Blätter in den verschiedensten farben erstrahlen: gelb, rot, orange, braun, ...
Es raschelte, als der Wind durch sie hindurchstrich und bei einer stärkeren Böe, schwirrten die abgefallenen Blätter plötzlich durch die Luft, landeten auf dem Kleinen See und eines verirrte sich geradewegs in Jodies Tee. Sie betrachtete es, wie es dort auf der Oberfläche schwomm. Die harte Nervatur, das dunkle Braun in dem hellen Orange, das hier und da mit rötlichen Flecken durchsetzt war. Das Blatt war am ende seiner Lebensspanne angekommen, doch der Baum, sein Ursprung, existierte weiter. Auf welcher Stufe ihre Lebens sie selbst wohl stand? War sie dieses Blatt, benutzt und tot, dass in ihrer Tasse Tee schwamm, aufgeopfert für das Allgemeinwohl? Oder war sie doch eher der kahle kalte Baum, der sich geschüttelt und alle seine Erinnerungen und seinen Ballast losgeworden war, um die karge Zeit irgendwie überstehen zu können.
Sie seufzte leise, fischte mit spitzen Fingern das nun durchnässte Blatt aus ihrem Getränk, warf es beiseite und nahm einen kleinen Schluck.
Sie hatte nicht den Hauch einer Ahnung, we lange sie nun schon ihr Dasein in dieser Hütte fristete. Es musste Frühjahr gewesen sein, als sie angekommen war, denn an den kahlen Zweigen hatten neue Blüten gesprossen. Aber vielleicht waren das auch wieder nur alte Erinnerungen, die sich mit neueno der anderen vermischten. Stunden und Tage hatte Jodie damit zurgebracht, ihre Erinnerungen aufzuschreiben. Alles, was ihr gerade in den Kopf kam. Die Zeit bei der CIA, Ryan, ihre Kindheit, ihre Eltern, die Experimente, Aiden, ihre leibliche Mutter, die Zugfahrt, ihre Flucht, die Obdachlosigkeit, die Ranch, die Beinah-Vergewaltigung in ihrer Jugend, das Mobbing... alles. Alles was ihr irgendwie in den Kopf kam, schrieb sie nieder. Vo ein paar Tagen ahtte sie all diese Blätter kreuz und quer auf den Boden ausgebreitet und versucht, sie in eine chronologische Reihenfolge zu bringen. Um Logik zurückgewinnen. Ordnung in ihr System. Ihre Erinnerungen und erfahrungen. Um.. zu verstehen was alles geschehen war. Die Beta-Sonne. Sie schloss die Augen und konnte die riesige Masse schwarzer Energie wieder vor sich sehen. Die Monster. Die Zwischenwelt. Die toten Seelen.
Ihr war kalt. Der Tee war leer, auch wenn sie sich nicht ekrlären konnte, wie das so schnell passiet war. Oder hatte sie mal wieder Stunden heir gesessen ohne es zu merken? Das war auch oft gewesen. Es hatte viele Tage gegeben, in denen sie nicht einmal aufgestanden war. Oder in denen es viel gewesen war, wenn sie es schaffte sich etwas zu Essen zu machen. Oder zu duschen. Zeit... war ein seltsames Konstrukt. Und sie hatte kein Zeitgefühl mehr. gar keins. Vielleicht hatte sie es auhc noch nie besessen.
Sie stand auf um reinzugehen, als sie glaubte, ein Flüstern in dem Wind und dem rauschen der Blätter zu hören. Es flüsterte ihren Namen: Jodie. Sofort regnete sich Hoffnung in ihr. Schmerzhafte, unerfülltbare Hoffnung. Sehnsucht.
"Aiden?", fragte sie in die Natur, in den Wind hinein, mit leiser, bebender, hoffungsvoller und gebrochener Stimme - denn sie wusste doch, dass er weg war. Wäre er noch da... wäre er noch da, hätte er sich doch schon lange weider gemeldet... hätte sie es doch schon lange wieder gespürt. Sie war so einsam ohne ihn. Der Wind antwortete nicht. "Aiden?", fragte sie nochmal, doch schon mit weit weniger Hoffnung. Nein, sie hatte es sich wohl nur eingebildet. So musste es sein.
Sie ließ den Kopf hängen und legte ihre Hand auf den Griff der Veranda-Tür, um diese zu öffnen und wieder hineinzugehen...

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Jodie
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Beth & Jodie ~ Back to Life (September 2023)

from Jodie on 11/02/2023 09:11 AM

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Beth & Jodie Holmnes

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Quelle: Pinterest                                                                 Quelle: Giphy

Seit nunmehr 6 Monaten hat sich Jodie Holmes nach der Zerstörung der Beta-Sonne und dem Verlust Aidens in eine Hütte in den Wäldern Alaskas zurückgezogen und versucht, sich an ihr Leben zu erinnern, es zu ordnen und zu verstehen. Es fällt ihr schwer, die Motivation und die Möglichkeit zu sehen, in die Welt zurückzukehren - wie soll man Leben, wenn man gar nicht weiß, wie man wirklich lebt? Doch da meldet sich ihre Freundin Beth, die genau wie sie Kontakt zur Anderswelt hat - nur noch sehr viel mehr und bewusster. Auch wenn Beth weit von jeglicher Norm entfernt ist, gibt sie ihr Bestes, um ihrer Freundin zu helfen, wieder zu sich selbst und auch einen Platz für sich in dieser Welt zu finden...

Reply Edited on 10/11/2025 03:52 PM.
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