Billy & Nadja ~ Life Is a Dangerous Game [2023] [BEENDET]

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Nadja
Gelöschter Benutzer

Re: Billy & Nadja ~ Life Is a Dangerous Game [2023]

von Nadja am 25.01.2023 14:12

Es brauchte wirklich bis der Junge zu sich kam. Sie hatte ihn wohl ordentlich erwischt. Mal sackte sein Kopf zur anderen Seite, dann wieder minimal zur anderen. Sie konnte sehen wie die Augäpfel sich hinter den bebenden Lidern bewegten, unfähig etwas zu erkennen oder auszumachen. Es wirkte fast als wäre er unter Drogen gesetzt, auch wenn sie auf solch eine Maßnahme dieses Mal verzichtet hatte. Es war doch immer wieder erstaunlich, was auch schon ein kräftiger Schlag auf die richtige Stelle des Schädels alles zu bewirken vermochte. Sie fuhr sich mit dem Handrücken kurz über ihre eigene Nase, doch kein Blut war mehr nachgekommen. Immerhin. Sie hatte sich die Nase in dem halb zersprungenen Waschbecken dieses Gebäudes abwaschen müssen, damit die Blutspuren unter ihrer Nase nicht danach schrien, dass sie in der Nähe der Explosion gewesen war, welche gerade die führenden Firmenmitglieder der großen Energiekonzerne getötet hatte.
Doch allmählich kehrte wirklich das Leben in den Jungen zurück und kamen seine Pupillen auch auf ihr zum Ruhen. Noch immer zittend, noch immer viel zu unnatürlich geweitet, aber zumindest war er da und wirkte ansprechbar - weshalb sie auch gleich das Wort ergriff. Nicht viel, für den Anfang. Sie wollte ihn ja nicht direkt überfordern. Später würde sie schon ihre Antworten bekommen. Und wenn nicht, dann eben nicht. Nadja war niemand, die Skrupel hatte. Die hatte man ihr schon von Klein-Auf abtrainiert und verboten.
Allerdings bekam sie selbst auf ihre einfache Begrüßung anstatt einer Antwort einen wirklich, wirklich jämmerlichen Fluchtversuch. Er warf sich in seine Ketten als erwartete er, sie hätte sie aus Stroh oder so etwas gesponnen und hoffte, sie mit reiner Willenskraft loszuwerden. Leicht verdrehte sie die Augen. Also mal ehrlich, ein wenig mehr Grips sollte ein 'Superheld' oder was auch immer er war wirklich haben, oder?
Und endlich schenkte er ihr seine Aufmerksamkeit in Form von Zorn und einem kleinen Hauch von Angst, wenn sie sich nicht gänzlich täuschte. Sehr schön. Das waren doch schon einmal gute Ansätze, nicht wahr?
Und endlich bekam sie ihre Antwort: ein Spucken... und eine Beleidigung. Die Auftragskillerin legte den Kopf in den Nacken und lachte. Als sie damit fertig war, sah sie wieder zu ihm, noch immer ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Sie deutete mit dem Finger auf ihn. "Du bist mutig, das muss ich dir lassen. Ich muss dich vermutlich nicht daran erinnern, dass du dich gerade in der ungünstigeren Position befindest, oder?" Sie lächelte ihn noch immer an und hatte sich schnell für ihr Vorgehen entschieden. Etwas Vertrauen aufbauen könnte nicht schaden. "Möchtest du etwas trinken? Keine Sorge, ich werde dich nicht vergiften. Und das Blut kann ich dir auch wegwischen. Es verunstaltet dein hübsches Gesicht ein bisschen." Von ihrer Tonlage würde man eher vermuten, dass sie sich gerade mit einer guten Freundin bei einer Kugel Eis unterhielt und nicht mit einer Geisel in einem dunklen abgesperrten Raum. Aber das war Nadja gleich. Sie war noch nie wie alle anderen gewesen. Hauptsächlich, weil sie nie wie alle anderen sein durfte. Aber das war eine andere Geschichte, die hier gerade am allerwenigsten verloren hatte.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.02.2023 11:29.

Jamie
Gelöschter Benutzer

Re: Billy & Nadja ~ Life Is a Dangerous Game [2023]

von Jamie am 23.01.2023 20:35

Ich wusste nicht, wie mir zumute war. Ich wusste nur, dass mein Kopf schwirrte und sich alles drehte – auch wenn ich die Augen noch geschlossen hatte, mir die Lider zu schwer waren, sie zu öffnen. Der Geruch nach Moder und Schimmel stieg mir in die Nase und vermischte sich unsanft mit dem Gestank nach Blut, dessen Ursprung ich noch nicht zuordnen konnte.
Ein Stöhnen entkam meinen halb geöffneten Lippen, als ich mich in eine etwas bequemere Position bringen, meinen Kopf etwas abstützen wollte. Doch etwas hielt mich an Ort und Stelle. Aber ich stutzte nur leicht – mein Kopf war noch immer nicht ganz da, um zu verstehen, das etwas nicht zu stimmen schien.
Und mein Kopf...
Es puckerte und dröhnte und ich hatte Schwierigkeiten, nicht wieder in die Schwärze abzudriften, die mich schon wieder eisig und nackt umfing. Ich kämpfte dagegen an und stöhnte wieder leicht, als ich den Kopf leicht drehte. Meine Lider flatterten doch sie waren so unendlich schwer...So kostete es mich einige Zeit, ehe ich meine Augen endlich öffnen konnte. Dennoch konnte ich nicht sofort etwas erkennen – die Welt verschwamm vor meinen Augen und ich sah zwei unterschiedliche Bilder auf jedem Auge, mein Kopf hatte Mühe, daraus ein gemeinsames Bild zu formen und es sollte auch noch eine ganze Weile dauern, bis es dazu gekommen war. Solange sah ich mich orientierungslos um und versuchte, mir einen Reim auf meine Lage zu machen. Doch es fiel mir schwer, meine Gedanken zu sammeln. Erst als ich schließlich eine Stimme hörte, konnte ich so etwas wie einen Fixpunkt finden, auf den ich mich konzentrieren konnte – und mein Kopf konnte langsam ein Bild daraus formen.
Ich blinzelte mehrmals, den der Raum war nur schwach erleuchtet, von einer großen Taschenlampe und einem Fensterchen, das vernagelt und mit einem Brett vernagelt war, sodass nur noch wenig Licht an den Kanten daran vorbei in den feuchten Raum gelangen konnte.
Und der Geruch von Schimmel war auf einmal stärker und ich spürte etwas Warmes an meiner Stirn und an meinem Hinterkopf, wo es mir die Haare unangenehm verklebte, sodass sie an meiner Kopfhaut hafteten und sich einander verheddert hatten.
Wieder versuchte ich, eine bequemere Position zu finden – und wieder konnte ich mich nicht rühren. Doch dieses Mal war ich eher bereit, mir ein Bild davon zu machen – und fand mich gefesselt auf einem ungemütlichen, ausrangierten Holzstuhl wieder.
Entsetzen breitete sich auf meinem Gesicht aus, als auch die übrigen Farben im Raum endlich eine feste Form annahm, während ich mich gegen die Fesseln warf – einmal, zweimal und noch einmal. Doch es half nichts. Sie waren fest, solide, unbeweglich. Jemand musste sein Handwerk wirklich verstehen.
Und der Übeltäter ließ nicht lange auf sich warten.
Ich drehte meinen Kopf. Oh, wie er mir schmerzte.
Doch ich versuchte, auf sie fokussiert zu bleiben, um sie aus finster funkelnden Augen anzusehen, als ich den Sinn ihrer Worte endlich verstanden hatte. Doch all mein Zorn und der Versuch, mich meinen Fesseln zu entwinden, konnte nicht verhindern, dass sich leicht, nur ganz leicht, aber dennoch, auch Angst in meinen Augen widerspiegelte und wie ein Schatten rasch über mein Gesicht huschte.
Wieder warf ich mich gegen die Fesseln, doch wenn überhaupt zogen sie sich nur fester um meine Handgelenke, auf dass sie mir die Handgelenke abschnürten und ich zischend die Zähne aufeinander biss, um dem plötzlich auftretenden reißenden Schmerz etwas entgegenzusetzen, ihn besser herunterschlucken zu können.
Teddy und ich hatten ja schon über so einiges gesprochen – und über Experimente nachgedacht, doch im Anbetracht meiner momentanen Umstände überlegte ich es mir damit wohl noch einmal.
Ich lachte innerlich bitter auf. Wieso hatte ich mich nur darauf eingelassen, war nicht aufmerksamer gewesen – das leise Klingeln in meinem Hinterkopf hatte mich sofort gewarnt.
Mein Kopf war so unglaublich schwer...
Und doch strengte ich mich an, so gut es eben ging, mich vollkommen auf sie zu fokussieren. Mir war klar, dass sie sehr wahrscheinlich die Schützin auf dem Dach gewesen war.
Mit dem Gedanken schnürte sich mir auf einmal die Kehle zu. Kate. Oh Gott! Ich hoffte, dass die anderen sie schnell fanden oder sie wenigstens einen Weg gefunden hatte, sich zu retten, ehe sie...Sie war so schrecklich verletzt gewesen. Mein Magen drehte sich mir um und meine Glieder wurden ganz schwer, beinahe bleiern. Ich war derjenige mit den Zauberkräften – ich hätte besser auf sie aufpassen müssen! Das schlechte Gewissen lastete mir schwer auf der Brust und nahm mir die Luft zum Atmen, als sich gleichzeitig Angst und Panik hineinmischten. Der Angriff...hatten sie ihn verhindern können...? Mir wurde ganz kalt.
Doch ich richtete meinen Blick wieder auf sie – und spuckte ihr vor die Füße. „Es wäre ein gutes Nickerchen gewesen, wenn ich jetzt nicht dein Gesicht sehen müsste", blaffte ich mit aller Kraft, die aufbringen konnte, um stark zu klingen, doch ich konnte die feinen Tränen dabei nicht unterdrücken, die mir bei dem Gedanken an all die anderen Dinge, die mir gerade durch den Kopf schossen, in die Augen krochen. Ich senkte den Blick, damit sie sie nicht sehen konnte, und gab mich bedeckt. Nichts würde sie aus mir herausbekommen...Was auch immer ihre Intentionen waren.

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Nadja
Gelöschter Benutzer

Re: Billy & Nadja ~ Life Is a Dangerous Game [2023]

von Nadja am 20.01.2023 21:35

Sie hatte Zeit. In Ruhe baute sie ihr Scharfschützengewehr auf, holte das Zielrohr hinaus und spähte such das Okular hindurch durch die Fenster auf das gegenüberliegende Gebäude. Es waren grade einmal zwei verfrühte Männer da, die bereits ihre Aktentaschen auf den Tisch liegen hatten und irgendwelche Dokumente herauskramten. Laut ihrer Informationen war es noch eine Viertelstunde bis zum offiziellen Beginn des Termins, das heißt in den nächsten Minuten würde sich der Raum weiter füllen. Das Meeting selber würde über längere Zeit gehen, also mehr als genug Zeit, um ihren kleinen Anschlag in die Tat umzusetzen. Nicht dass Nadja Freude daran empfand: es war ihr Job. Nicht mehr und nicht weniger. Zu viel Zeit sollte sie sich allerdings auch nicht lassen, dass war ihr bewusst. Je länger sie hier verweilte, desto höher die Chance erwicht zu werden. Sie seufzte leise, befestigte das Zielrohr an der Waffe und stellte das Gewehr in seine Halterung. Und in diesem Augenblick meinte sie etwas zu erspähen auf dem anderen Häuserdach.
"Was zum...", murmelte sie leise, legte sich bäuchlings auf ihre Position, nahm das Scharfschützengewehr und spähte hindurch. Tatsächlich. Zwei Clowns in Superhelden-Uniform. Na großartig. Zeugen - und erst recht sogenannte 'Superhelden' - waren wirklich das letzte was sie gerade gebrauchen konnte. Tief atmete sie durch. Tat das, was sie als Jugendliche in den endlosen Trainingsstunden und dem ewigen Drillen ihres Vaters gelernt hatte. Kontrollierte Atmung. Herunterfahren ihres eigenen Pulses. Beide Augen geöfnet spähte sie durch das Fernrohr, das Fadenkreuz geradewegs auf ihre fremde Beobachterin gerichtet. Einatmen. Ausatmen... - und als sämtliche Luft aus ihrer Lunge raus war, dieser kurze Moment vollkommener Ruhe...
PENG!
Es war nur gedämpt - sie war nicht so dumm ihre Waffe bei einem geplanten Attentat ohne Schalldämpfer zu verwenden. Es klickte, als die nächte Kugel einrastete. Die Frau war nur verletzt, nicht tot. Wieder zielte sie. Einatmen. Ausatmen. PENG. Und da kam der zweite im Bunde hinter seinem Versteck hervor, von welchem sie zuvor maximal einen Arm gesehen hatte. Das Fadenkreuz war genau auf seine Brust gerichtet. Ein leichtes Ziel, so wie er im Schock da stand. Einatmen. Ausatmen. PENG.
Nachdem sie den Rückstoß abgefangen hatte verengte sie die Augen. Der Junge hatte nichts abbekommen. Er blutete nicht einmal. Stattdessen... kam er geradewegs auf sie zu. "Na gut.", murmetle sie, missmutig und erregt zugleich - mit einer solchen Einmischung hatte sie wirklich nicht gerechnet. Wie du willst. Sie packte ihre Sachen und trug sie rasch neben die Tür, wo sie nicht so leicht sichtber waren und schwang sich nach oben auf das flache Dach über der Tür, welche in das Treppenhaus führte mit dem man in das unter ihr liegende Gebäude gelangte. Der Junge war jetzt da. Suchte sie. Rannte auf die Tür zu, wie erwartet. Blickte sich um...
...und sie sprang.
Sie erwischte sie mit ihrem Ellbogen am Kopf. Ein unschönes Knacken und er fiel auf die Knie. Sie griff zu dem Ständer ihrer Scharfschützengewehrs gleich um die Ecke, holte aus und ließ es auf seinen Hinterkopf knallen. Der Junge brach zusammen.
"So. Und jetzt lässt du mich erstmal meine Arbeit machen!", fauchte sie den Bewusstlosen zufrieden an. Wieder baute sie sich auf, legte sich auf den Bauch und spähte in das Versammlungszimmer. Alle waren da. Einer PowerPoint-Präsentation lief bereits. Sie waren mitten im Gange. Sie visierte die auserwählte Pflanze an. Das unscheinbare kleine Päckchen in dem Grün...
...und drückte.
Die Explosion war ohrenbetäubend. Die Druckwelle erreichte selbst Nadja, Blut schoss ihr aus den Nasenlöchern. Mit dem Handrücken strich sie es weg, holte ein Taschentuch heraus und stopfte es sich in die Nasenlöcher. Sie durfte keinesfalls forensische Spuren hinterlassen. Sie sammelte die Patronen ein, packte ihre Waffen zusammen ind ide Tasche und schulterte sie. Einen Augenblick musterte sie den Bewusstlosen und fragte sich, ob sie ihn hier liegen lassen sollte.
Nein. Ein Zeuge war gefährlich. Und was das Mädchen anging... musste sie wohl einfach hoffen dass sie verblutete. Sie zu erledigen hatte sie keine Zeit mehr. Also packte sie nun auch den Jungen, warf ihn sich mit einem Stöhnen über die Schulter - und lief.

Es war knapp eine Stunde später, als der Junge in dem Kellergewölbe zu sich kam, in welchen Nadja ihn gebracht hatte. Er faszinierte sie. Machte sie neugierig. Vor allem wie er die Kugel abgewehrt hatte. Sie hatte ihn an den Stuhl gefesselt, die Hände hinter sienem Rücken. Sie selbst saß falsch herum auf einem weiteren Stuhl, gleich ihm gegenüber, den Kopf zur Seite geneigt. Ihr war klar, dass es ein Risiko war, wenn er sie sah. Aber wenn sie das Gefühl hatte, er könnte zwitschern, dann konnte sie ihn immer noch umbringen. Erstmal wollte sie sich mit ihm unterhalten. Informationen konnten genauso wertvoll und gefährlich sein wie Waffen und Fähigkeiten.
"Guten Morgen, Schlafmütze.", begrüßte sie ihn mit ihrer eher raugen Stimme und mustertete ihn, während er noch blinzelnd zu sich kam. "Schön geschlafen?"

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Jamie
Gelöschter Benutzer

Re: Billy & Nadja ~ Life Is a Dangerous Game [2023]

von Jamie am 19.01.2023 18:00

Ich hatte mich eben auf das Sofa gesetzt, als sie mir auf die Schulter tippte; eine vertraute Stimme nahe meinem Ohr. „Komm, ich hab da etwas",sagte sie und deutete vage hinter sich. Die anderen waren noch mit ihrer Diskussion beschäftigt, die ich bisher weniger interessiert beobachtet hatte. Ich wandte mich halb zur Seite um sie anzusehen – die schwarzen Haare umrahmten ihr helles Gesicht wie immer perfekt und eine Sonnenbrille saß ihr lässig auf der Nase. Sie trug bereits ihr feines Violettes, wenn man so wollte – nur der Bogen fehlte ihr noch über die Schulter und auch den Köcher hatte sie sich noch nicht übergeworfen. Ich hob eine Augenbraue. Ich konnte mir schon vorstellen, worauf sie hinauswollte. Und doch kletterte ich über die Rückenlehne der Couch, um unauffällig schnell auf ihre Seite zu gelangen und folgte ihr dann. Ich richtete die Kapuze meines Pullis ein wenig und trat dann neben sie.
„Ich hab da Meldung erhalten", erklärte sie nur und ich erinnerte mich, dass sie mal bei einer Security-Firma gearbeitet hatte – und schon allein deshalb ihre Ohren oft überall hatte. „GreenGo hat den Verdacht geäußert, dass sich jemand in ihr System geschmuggelt hat. Es gab keine Spuren davon, dass irgendetwas gestohlen wurde, aber die Befürchtung ist, dass es um etwas ganz anderes ging – und sich jemand einschleicht." Sie schnappte sich ihren Köcher. „Und du willst das jetzt allein in die Hand nehmen?", hakte ich nach und beobachtete, wie sie probeweise die Sehne ihres Bogens spannte wie um zu testen, dass er noch richtig in Schuss war. Dann wandte sie sich wieder mir zu, zog die Sonnenbrille leicht herunter, sodass sie mich bedeutungsschwanger über den oberen Rand hinweg ansehen konnte. „Nein, ich hatte eigentlich daran gedacht, dass wir zu zweit losziehen." Sie zwinkerte mir zu und warf dann einen Blick über die Schulter. „Und die einmal kurz hinter uns lassen." Noch immer wurde lauthals diskutiert und ich hatte immer noch nicht ganz verstanden, worum es eigentlich ging – doch vermutlich würde es nicht einmal auffallen, wenn wir kurz verschwinden würden. Wie lange konnte es schon dauern, einen Hacker zu finden? Und so dachte ich nur noch einmal einen winzigen Augenblick darüber nach und kaute kurz auf einem Fingernagel herum, ich mich umwandte und in einem Nebenzimmer verschwand – nur um fünf Minuten später wieder zu ihr zu treten und nur noch den Verschloss den Umhangs an meinem Hals schloss und das Oberteil des Anzugs etwas richtete. Ich schob das Stirnband mit Metallauflage ein Stückchen nach oben, dann sah ich sie wieder an. „Ich wäre fertig." Normalerweise nahm ich solche Dinge ja nicht so leichtfertig auf mich, aber bei dem Chaos und der miesen Stimmung, die hier heute herrschte, war ich für jede Ablenkung dankbar...
Und so nahm ich ihre Hand, schloss die Augen und flüsterte: „Bring uns zu GreenGo..." immer wieder vor mich hin, bis wir uns in einem kurzen blauem Schimmer auflösten und...
Uns auf einem Dach unweit der Energiefirma wieder materialisierten. Kurz nachdem wir angekommen waren, bekam ich bereits ein eigenartiges Gefühl bei dieser Sache und ich runzelte die Stirn, als ich zu dem abstrakten Gebäude sah. Als steckte doch etwas mehr dahinter, als es den Anschein gemacht hatte. Ich wandte mich um und hatte bereits den Mund geöffnet, um ihr meine Sorgen mitzuteilen, doch Kate war bereits auf Position gegangen – geduckt war sie an die Kante des Daches getreten und hatte ein kleines, leicht versteckbares Fernglas gezückt und untersuchte damit das Gebäude. Mit einem leichten Seufzen trat ich zu ihr. Sie war bereits vollkommen in die Mission vertieft. Es würde schwer werden, sie wieder aus diesem Zustand aufzuwecken.
Ich hockte mich neben sie, doch mein Blick wanderte über die nahen Dächer – ich konnte das Gefühl nicht abschütteln, beobachtet zu werden...und unserem Ziel bereits näher zu sein als erwartet. Aber ich konnte niemanden entdecken.
Kate war schneller als ich – vorsichtig hatte sie ihren Bogen zur Hand genommen und einen Pfeil eingelegt. Sie blieb geduckt und spannte mit einem knarzenden Geräusch die Sehne ihres Bogen an. Doch sie zielte nicht auf das Firmengebäude, sondern auf ein Dach nicht allzu weit entfernt davon. Es gab keinen Ton, keinen Knall, kein typisches Peng, doch Kate war schneller als ich und machte einen Satz im richtigen Moment zur Seite. Ein schmatzendes Geräusch, dicht gefolgt von einem Stöhnen, als sie auf die Knie sank; der Bogen war gesenkt worden und ihr rechter Arm war nach unten gefallen. Blut trat rasch aus einer Wunde am Oberarm hervor. „Scheiße", fluchte sie und fand keine Kraft mehr, mit dem Bogen zu zielen, da gab es ein weiteres klatschenden Geräusch und Kate sank auf die Knie. Dieses Mal war sie am Oberschenkel getroffen worden. Der Bogen war mit ihr zusammen zu Boden gegangen, als sie sich mit schmerzverzerrtem Gesicht in sich zusammenrollte wie eine Marionette, der man mit einer schnelle Bewegung die Strippen gekappt hatte.
Es war ein leises Klingeln in meinem Hinterkopf und ich riss gerade im richtigen Moment den Arm nach oben, ein blauer Nebelschimmer und da war sie; die Kugel schwebte direkt vor meinem Augen in die Luft und ich schielte erschrocken über meine Nase hinweg auf das blanke Metall, das beinahe meinen Schädel gespalten hatte. Der Puls rauschte mir in den Ohren und mein Herz hämmerte schmerzhaft in meiner Brust. Als ich meine Hand fallen ließ, fand auch die Kugel den Weg zu Boden, wo sie klimpernd aufschlug und davon rollte.
Mit zusammengekniffenen Augen sah ich mich um, um den Schützen zu finden und da – tatsächlich! Das Dach, das Kate ausfindig gemacht hatte, dort bewegte sich ein Schatten. Doch er war im Begriff zu fliehen – raste auf die Tür des Daches zu. Ich sah Kate noch einmal an. „Geh!", rief sie und fuchtelte mit den Armen in die Richtung des Daches. Ich nickte und sauste los, zwischen den Häusern und Dächern entlang. Doch als ich das Gebäude erreicht hatte, von dem aus geschossen worden war, fand ich keine Spur mehr von einem Schützen, außer... Auf dem Boden am Ende des Daches in Richtung Firmengebäude glänzten Patronenhülsen in der Mittagssonne. Sie rollten davon, als ich mit einem Stiefel dagegen trat. Leicht geduckt trat ich weiter in die Mitte des Daches und erreicht den kleinen Aufbau mit der Tür, die sicher nach unten in das Hochhaus führte. Doch die schwere Kette, die davor hing, war unangetastet – also musste sich der Schütze...
Ich spürte einen dumpfen Schmerz in meinem Nacken und fiel mit einem so heftigen Ruck auf die Knie, dass mir die Kniescheiben entsetzlich weh taten. Ich stöhnte und tat mich schwer damit, die Augen offen und meinem Kopf aufrecht zu halten, als ein weiterer Schlag kam, der mich vornüber kippen ließ. Die Luft entwich meiner Lunge und die Ränder meines Blickfeldes wurden schwarz und immer schwärzer, als ich gegen die Bewusstlosigkeit ankämpfte. Dann ein Tritt und alles wurde dunkel. In meinem Kopf hämmerte der Schmerz und es dröhnte heftig in meinem Ohren. Mit einem letzten „Uff" war ich weg.

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Nadja
Gelöschter Benutzer

Re: Billy & Nadja ~ Life Is a Dangerous Game

von Nadja am 15.01.2023 16:47

Nadja hatte schon alles mögliche an Aufträgen gehabt. Einzelmorde, Entführungen. Unscheinbare Morde oder auffällige MOrde. Mehrere MEnschen oder auch nur eine Person. Eine Familie, eine Gruppe von Freunden. Sie war auf vielen Ländern der Welt gewesen. Oft musste sie ihre Opfer auch erst einmal ausfindig machen und suchen - diese Aufträge mochte sie am liebsten. Sie ermöglichten es ihr viel zu reisen, beanspruchten am meisten Zeit für sich und verursachten dadurch, dass Nadja längere Zeit nicht Zuhause war. Und damit auch sehr weit weg von ihrem Vater. Das war ihr nur recht. Nadja nutzte jede Ausrede und jede Gelegnheit um ihm fern zu bleiben. Und seit sie ihre Schwester zu sich geholt hatte, dami sie bei ihr im Loft lebte, hatte sich das sogar noch verstärkt. Natürlich war ihr Vater nicht im Mindesten davon begeistert gewesen. Und sie hatte so einiges über sich ergehen lassen und ihm... ihm versprechen müssen. Versprechen die sie hasste. Aber dafür war ihre Schwester zumindest endgültig aus seinem Einflussbereich raus. Er würde nie wieder Hand an sie legen. Wenigstens dafür hatte sie gesorgt.
Ihr Kiefer mahlte, während sie so in Gedanken versunken war. Dieses Mal war der Auftrag groß. Verdammt groß. Und sie musste vorsichtig sein, wenn sie nicht erwischt werden wollte - und sicher würde sie so einige Zeit untertauchen müssen, bis ihr Dad das Kopfgeld, welches auf sie ausgesetzt würde, mit Bestechungsgeldern und sonst was wieder getilgt haben würde. Aber Job war Job und Nadja würde nicht davor zurückschrecken. Zumal dieser Auftrag echt verdammt gut bezahlt wurde.
Es ging darum eine führenden Energiefirmen, die ihren Satz hier in New York hatten, zu sprengen. Also viel mehr ein Attentat als wirklich ein Auftragsmord, doch Nadja war sich für nichts zuschade. Hierfür war sie ausgebildet worden. Und sie hatte auch einen Plan entwickelt. Als angebliche Touritin - was sie bei ihrem Aussehen leicht spielen konnte, wenn sie wollte - hatte sie das Gebäude betreten und begutachtet. Letzte Nacht war sie durch den Aufzugsschacht auf dem Dach nach unten ins Gebäude gelangt, hatte einige Sprengkapseln an den wichtigsten Punkten (unter Tischen Stühlen an Schränkten und so weiter postiert). Würde eins losgehen, würden alle losgehen. Nur ein einziges ihrer Pakete hatte sie "offen" in eine der Pflanzen auf dem Versammlungstisch deponiert. Heute würden die führenden Vertreter - wie sie durch Hacking der Dienstpläne herausgefunden hatte - ein Meeting haben. Alle ihre Ziele waren dabei. Also würde sie genau das Meeting sprengen. Mit einer hübschen Kugel genau in das kleine Geschenk, welches im Grünzeug lag. Der Aufprall würde die Explosion auslösen, die Hitze der Explosion auch die anderen Kapseln sprengen lassen und alle Anwesenden in dem Raum durften tot sein. Soweit der Plan.
Auf dem Dach des Hochhauses gleich gegneüber des gewaltigen Firmenkomplexes baute sich Nadja gerde auf. Sie kniete sich hin, öffnete ihren Koffer und holte ihr geliebtes Scharfschützengewehr raus. Das Schätzchen, das heute für die erfolgreiche Ausführung des Auftrags sorgen würde...

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Selena
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Billy & Nadja ~ Life Is a Dangerous Game [2023] [BEENDET]

von Selena am 15.01.2023 16:31




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Der Nachwuchs-Superheld William "Billy" Kaplan hat von einem geplanten Attentat erfahren, der in New York in einer der großen Firmen stattfinden soll - und die Spuren führen ihn zu der Auftragskillerin und Mafiaboss-Tochter Nadja Uhlirova. Mit allen Mitteln versucht er diese aufzuhalten. Doch möglicherweise wird ihm all sein Eifer Blicke hinter die Kulisse gewähren... und ihm zeigen dass nicht immer alles so ist, wie es scheint...

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The predator wants your silence. It feeds their power, entitlement, and they want it to feed your shame.


 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.11.2023 13:51.
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