Steve & Joanna ~ What Did You Saw? (Zwangscut)
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Steve
Gelöschter Benutzer
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Steve am 22.05.2021 15:56Joannas Stimme zitterte. Vor Wut, vor Anstrengung und mit Sicherheit auch, weil sie einfach nicht mehr wollte. Das zumindest reimte sich der Supersoldat in Gedanken zusammen. Es schien ihm, als wäre sie ein klein wenig lauter geworden - im Vergleich zu ihren Worten davor. Und ehrlich gesagt konnte es Steve ihr nicht mal verübeln. Es war gemein gewesen, was er sagte. Gemein, das er sie indirekt bezichtigte, kein normal intelligenter Mensch zu sein. Er wusste selbst nur all zu gut, das man sich versuchte in Alkohol zu flüchten, wenn man nicht mehr weiter wusste. So hatte er es bei Bucky getan. Hatte getrunken und getrunken, versucht betrunken zu werden. Aber das Serum und sein damit schnellerer Stoffwechsel hatten ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem hatte er nicht vor, sich von Joanna auf der Nase rumtanzen zu lassen. Er würde auch ihren Ausbruch nicht unkommentiert lassen, nur wollte er sie vorerst zuende sprechen lassen.
Seine Augen hatten sich leicht verengt und wenn man ihn so ansah, konnte man gut das Gefühl haben, das er seine Zähne zusammenbiss. Seine Kieferknochen traten noch stärker hervor, als sie es oftmals ohnehin schon taten. Ganz gezielt beobachtete er die junge Frau vor sich. Wie weit er gehen konnte mit seinen Ausführungen, die jetzt gleich folgen würden. Wie weit er sich zurückhalten musste. Denn es nutzte niemanden, wenn er eine vollkommen aufgelöste Joanna Officer mit auf den Helicarrier brachte, die ihn und seine Organisation hasste. Sie würde es wahrscheinlich nicht mehr zulassen, das sie an ihrem Gehirn rumspielten und versuchten ihre Erinnerungen wiederherzustellen. Vielleicht würde sie auch gar nicht mehr wollen, das S.H.I.E.L.D., und damit Steve, sie beschützte. Dann hätten sie ein richtiges Problem, denn wenn sie nicht mehr wollen würde, müssten sie sie vielleicht zu ihrer eigenen Sicherheit einsperren. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, wo sie den Winter Soldier schnappen würden. Denn eine weitere Leiche, die sie hätten verhindern können, würden sie ganz gewiss nicht auf sein Konto lassen.
"Ich höre dir zu.", presste er dann mit zusammengedrücktem Kiefer hervor und musste tief durchatmen um nicht wieder so unfreundlich zu werden. "Was meinst du, was ich sonst tue, hm?? Ich muss dafür sorgen, das dich der Winter Soldier nicht erwischt, weil er dich sonst umbringt. Da muss ich dir zuhören. Ich muss beobachten wie du reagierst, wie du dich verhältst. Jede Aktion, die stürmisch und nicht geplant ist könnte dich umbringen. Ich denke, das ist nicht das, was du willst oder?" Bis zu dem Moment, als er das letzte Wort ausgesprochen hatte, war ihm gar nicht aufgefallen, das er von der Höflichkeitsform zum 'du' umgesprungen war. Er schien wirklich durcheinander zu sein. Kurz atmete er tief ein und schloss kurz die Augen um sich wieder zu sammeln. Das durfte nicht so ausgehen. "Ich hab keine Ahnung wie Sie sich fühlen?", fragte er leise und neigte den Kopf. "Ich weiß ganz genau wie sie sich fühlen. Ich bin Schuld daran, das mein bester Freund, der Mann, der mit mir meine Mutter beerdigt hat, der Mann, der immer für mich da war, mich gerettet hat, wenn ich verprügelt wurde, das genau der Mann tot ist.", knurrte er dann. Bucky war bei ihm ein rotes Tuch, das er wirklich nicht gern ansprach. Aber das schien hier wirklich nötig zu sein. "Mein Vater ist im ersten Weltkrieg gestorben und meine Mutter an einer Tuberkulose Infektion. Und ich habe schon unzählige Menschen getötet. Und jeder Mensch, der auf mein Konto geht, tut weh. Aber am meisten, am meisten tut weh, das ICH es bin, der Schuld an dem Tod von meinem besten Freund ist. ICH allein. Weil ich ihn dazu gebracht habe mir zu helfen. Wegen MIR ist er in den Tod gestürzt." Steve seine Augen waren verengt, sahen Joanna streng an. "Also erzählen Sie mir nicht, das ich keine Ahnung habe, wie es sich anfühlt jemanden auf dem Gewissen zu haben. Ich weiß es ganz genau. Und Sie lügen sich nur selbst ins Gesicht, wenn Sie sagen, das es Ihnen egal ist, wie sie sich fühlen. Sie fühlen sich beschissen und genau deswegen versinken Sie im Alkohol. Sie versuchen die Emotionen zu ertränken. Bewährtes Mittel, keine Frage. Aber Sie können das nicht jahrelang so weiterführen. Sie werden daran verdammt nochmal kaputt gehen!" Mittlerweile hatte er Joanna am Handgelenk gepackt und sie bestimmt von seiner Brust weggeführt. "Und nein, ich werde meine Gedanken nicht für mich behalten. Solange nicht, wie ich eine minimale Chance sehe, Sie davon wegzubekommen." Damit ließ er Joanna wieder los und trat ein paar Schritte zurück. Puh, er sollte echt aufpassen. In seinem Ohr hörte er Natasha leise seufzen. Sie hatte das Gespräch mitgehört und wusste, wie viel Steve Bucky bedeutet hatte.
Seufzend rieb sich Steve die Schläfen. Das ging hier wirklich auf die Nerven. Hätte er gewusst, das das ganze hier so kompliziert werden würde, er hätte sich einfach umgedreht und hätte versucht weiterzuschlafen. Zwar hätte Fury ihm dann den Kopf abgerissen, aber irgendwie hatte er das Gefühl, das wäre deutlich einfacher zu ertragen gewesen. "Sie wissen nicht, ob Sie jemals an einer Alkoholvergiftung sterben werden. Vielleicht sterben Sie nicht daran, aber an einer Leberinsuffiziens und dann läuft das auf das selbe drauf hinaus. Sie haben sich selbst umgebracht, weil Sie getrunken haben. Zu viel getrunken haben. Der ein oder andere Drink ist okay, das tut unsereins nun mal. Aber das was Sie machen ist krankhaft. Sie sollten sich helfen lassen. Kommen wir zu Ihrem zweiten Punkt. Sie wissen nicht, ob Sie Dummheiten machen. Ihre letzte Dummheit ist, das sie über einen Toten gestolpert sind. Gut, unglücklicher Zufall, aber hätten Sie die Polizei gerufen, wäre Ihnen das jetzt wahrscheinlich erspaart geblieben. Dann wären Sie nämlich schon auf dem Helicarrier und in Sicherheit." Einen Moment schwieg Steve. Wenn er Jo jetzt erzählen würde, das sie auf dem Helicarrier und oder im Avengers Tower trinken dürfte, würde sie sich darauf berufen und darauf beharren, das Steve ihr dieses Recht zugesprochen hatte. Wenn er ihr es allerdings jetzt schon verwehrte.. was wäre dann? "Ich weiß nicht, ob Sie trinken dürfen, Miss Officer. Das muss Director Fury und der Hausherr des Avengers Towers entscheiden.", wich er der Frage leicht ungeschickt aus und zuckte ein wenig die Schultern.
Während der Fahrt hatte sich Steve ungewöhnlich beschwungen gefühlt. Frei.. frei und glücklich. Mittlerweile wusste er, das er nur auf sein Motorrad steigen musste, um sich ein wenig frei zu fühlen. Er musste einfach nur aufs Gas drücken und losdüsen. Alle Sorgen hinter sich lassen und so weit fahren, wie es ihm möglich war. Als er Joannas leises Lachen hörte, schlich sich ein Lächeln auf seine Lippen. Scheinbar war sie ein kleiner Adrenalinjunkie, denn ihr schien es, anders als vielen anderen die Steve schon mitgenommen hatte, wirklich gefallen zu haben. "Ich fahre gerne das ein oder andere Mal raus. Schnell und unbestimmt.", erklärte er ihr leicht lächelnd. "Die anderen fürchten sich im gemeinen davor, mit mir mitzufahren."
Es hatte nicht lange gedauert bis der Quinjet sich in die Lüfte erhob und davondüste. Natasha hatte Joanna nur mit einem kurzen Nicken begrüßt, ehe sie sich ins Cockpit gesetzt hatte und sich auf den Flug konzentrierte. Die Rothaarige wusste genau, das sie dort eigentlich nur kontrollierte das nichts schief ging, allerdings war Kontrolle schon immer besser gewesen und vielleicht würde sie sich ja am Ende doch durchringen das ein oder andere Wort mit Joanna und Steve zu wechseln. Nachdenklich warf Steve einen Blick nach vorn, ehe er wieder zu Joanna blickte und sich ihr gegenüber niederließ. "Zunächst einmal zum Helicarrier. Dort wird der Director entscheiden wie es weitergeht. Ob wir nach New York fliegen, oder ob Tony zu uns kommen soll."
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Joanna am 19.05.2021 17:26Ein normal intelligenter Mensch. Wut überkam sie. Endlose Wut, die wie Lava durch ihre Adern zu schießen schien, sie auszufüllen und von innen zu verbrennen schien, ihren Kater und alles andere für einen kurzen Moment zur Seite schob, verdrängte, weil seine Worte, seine Schlauheit, seine ach so neunmalklugen Worte sie gerade einfach nur ankotzten. Was wusste er schon davon, wie es war, seine eigene Familie auf dem Gewissen zu haben? Was wusste er schon davon, sich selbst sein ganzes beschissenes Leben zerstört zu haben wegen einem einzigen gottverdammten Fehler, der nicht hätte passieren durfen, der nur die Schuld von einem einzgien Moment war, weil man einfach nur dumm gewesen war, zu dumm um sich am Riemen zu reißen, zu dumm um einfach auf die verkackte Bremse zu drücken!!!
Ein dicker Kloß füllte ihren Hals raus, was beim Schlucken schmerzte. Sie zitterte vor Zorn. "Hören Sie verfickt nochmal zu!", begann sie und spürte, dass selbst ihre Stimme vor heiß brennender Wut zitterte. Ihre Augen tränten ein wenig, auch wenn noch keine fielen. Zum Glück. Sie wollte nicht vor diesem Typen einen Zusammenbruch haben. Vor niemandem. "Sie haben keine beschissene Ahnung davon, wie ich mich fühle oder nicht fühle und es ist mir auch scheiss egal, klar?! Aber sagen sie mir nicht was ich sollte oder nicht sollte! Fuck, ich weiß, was Alk tut!! Ich weiß, warum ich trinke, scheiße - meinst du das wäre mir nicht bewusst??! Und es ist mir verfickt nochmal scheiß egal! Spielt doch eh alles keine Scheiß-Rolle mehr also was immer du glaubst für ach so tolle Sprüche kloppen zu müssen. Halt sie für dich!!!"
Sie hatte ihm ihren Finger in die Brust gebohrt. Mit aufeinandergepressten und vorgeschobenem Unterkiefer starrte sie ihn mit glänzenden Augen an, ehe sie sich dann heftig umwandte, mit einer Hand durch ihre blonden Haare fuhr und der Kater stärker denn je zurückkehrte. Sie schloss die Augen und atmete mühsam tief durch. Scheiße. Sie brauchte was zu trinken.
"Bitte. Lassen Sies einfach.", sagte sie, als er sagen wollte, dass er es verstand. Sämtliche Kraft war aus ihrer Stimme verloren gegangen. Sie... fuck. Sie konnte das einfach nicht. Und sie wollte verdammt nochmal nicht, dass er sie so sah. Sie wollte keinen fucking Zusammenbruch...
"Ich habe sie schon beim ersten Mal verstanden", erwiderte Joanna nur. Sie mochte vielleciht nen fucking Kater und son bisschen Restalkohol von vergangener Nacht im Blut haben, aber dumm war sie niciht. Sie konnt ehören und sie konnte durchaus noch denken. Fuck, aber es war einfach nur alles scheiße und ihre Erinnerungen eben halt... im Hangover verschollen. Und jetzt?
Überraschenderweise teilte er ihr mit, dass S.H.I.E.L.D. wohl durchaus die Möglichkeiten haben würde ihr Gedächtnis widerherzustellen. Oder dass es zumindest versucht würde. Und ganz ehrlich? Scheiß drauf. Ihr war es echt egal, solange sie danach raus ausm Schneider war. Und... nicht wegen unterlassner Hilfeleistung zurück in den Knast kam. Das wollte sie nicht. Echt nicht. Fuck... sie war doch einfach nur drunk gewesen, mehr nicht.
Sie waren in ihrer Küche, der Kaffee war aufgesetzt, Tabletten geschluckt - und Steven Rogers nervte sie noch immer ab. Sie hatte auf das ganze echt keinen Bock mehr. Hatte schon von Anfang an keinen Bock drauf gehabt, doch irgendwie (sie wusste wirklich nicht wie) sank ihre Laune immer weiter. Eigentlich dürfte das gar nicht möglich sein. Und doch war es so. Insbesondere als er meinte, ihr schon wieder einen kleinen Vortrag wegen des Alks halten zu müssen. Was für ein Scheiß, ehrlich mal.
Müde und genervt rieb sie sich beständig ihre schmerzende Stirn, ehe sie ihre Hand wieder sinken ließ und den Supersoldaten anblickte. "Okay, also erstens: ich werde nicht an ner Alkoholvergiftung krepieren. Zweitens: wenn ich drunk bin stelle ich nicht irgendwelchen Blödsinn an okay? Das war früher mal. Und drittens: heißt dass, ich darf Alk bei euch trinken, solang ichs nicht übertreibe?" Vor allem das letzte interessierte. Fuck sie hoffte ja. Sie würde sich schon am Riemen reißen können. Hauptsache, die Nächte würden halbwegs erträglich. Und was den Blödsinn anging, wenn sie drunk war - das war wirklich nicht so schlimm. Okayyy... vielleicht wurde sie n bisschen offener, n bisschen wie sie früher mal, in einem andren Leben gewesen war und vielleicht flirtete sie auch ein bisschen mehr und solches Zeug (One-Night-Stands hatte sie schon als junge Erwachsene drunk gehabt). Aber hier war das ja kein Ding weil sie eh jeder hasste, da betrank sie sich nur und ging nach Hause und pennte auf dem Sofa ein. Und da würde es sicher nicht anders sein.
Zumindest ging sie davon aus.
Einige Zeit später hatte sie ihre Tasche gepackt, geduscht, sich rasch noch einen Irish Coffe in die Thermoskannte gefüllt und war dann mit beidem bewaffnet aus dem Haus getreten - natürlich begafft von sämtlichen Nachbarn. Echt, was fürn Scheiß. Vielleicht sollte sie hier besser nie mehr wieder zurückkehren. Andererseits... war das hier das einzige Zuhause, was sie noch besaß. Alter fuck. Darüber wollte und konnte sie gerade aber echt nicht nachdenken.
So wie ihr befohlen wured hielt sich Joanna so gut es ging (mit Thermoskanne) an ihm fest, indem sie einfach ihre Arme um ihn schlang - das schien ihr die beste und sicherste Methode. Und dann ging es auch schon los. Der Druck auf ihren Körper verstärkte sich maßlos und für einen Moment raubte ihr der Gegenwind schier den Atem. Luft peitschte ums ie herum, ließ ihre blonden Haare die unten unter dem Helm herauslugten flattern und pfeifte in den Ritzen zwischen dem Helm und ihrem Gesicht, was es in ihren Ohren schier dröhnen ließ. Ihre Knie pressten sich ans Motorrad, während das Dröhnen des Motors alles auszufüllen schien und sie sich einfach nur an ihm festhielt.
Sie sah die Landschaft an ihnen vorbeirasen. Das Feld, die Wälder. Sah den blauen Himmel und die aufgehende Sonne. Und für einen Moment schlich sich ein leichtes, ganz schwaches Lächeln auf ihr Gesicht, sie schloss die Augen und genoss einfach nur - auch als sie sogar noch schneller wurden.
Scheiße. Solche Aktionen hatte sie echt viel zu lange nicht mehr gemacht.
Ihr Mann hätte es geliebt. Und... sie wünschte, der Mann vor ihr wäre James gewesen. Nicht Steve.
Der Gedanke war wie ein Messer, den man ihr in den Magen rammte.
Und dann tauchte vor ihnen plötzlich eine Art Fluggerät auf, welches Joanna echt noch nie gesehen hatte. Sie rasten mit Vollspeed darauf zu, ihr Lächeln wurde ein wenig breiter - und dann - kurz bevor sie es erreicht hatten, der Crash eigentlich kaum noch abwendbar war - machte er plötzlich eine 160* Drehung und stoppte jäh in einer riesigen aufwirbelnden Staubwolke.
Joanna konnte nicht anders. Ein leichtes - wenn auch sehr kurzes - Lachen löste sich aus ihrer Kehle, welches jedoch genauso schnell wieder verstummt war, wie es gekommen war. Aber ein leichtes Grinsen blieb auf ihren Lippen. Sie stieg vom Motorrad ab und öffnete den Helm. "Okay. Das war cool.", gab sie zu. Seit Jahren hatte sie sich nicht mehr so jung und befreit gefühlt in einem Moment. Es war... wie ein kurzer Einblick in ihr früheres Selbst, in ihr früheres Leben. So lang vergangen, nicht mehr als eine schemenhafte Erinnerung. Und doch... war es noch irgendwo in ihr.
Es war schön gewesen, daran erinnert zu werden. Auch wenn jetzt, wo die Geschwindigkeit und das Adrenalin vergangen war, die Realität wieder auf sie einströmte. Es war trotzdem ein kurzer, schöner Moment gewesen. Ihr Mann hätte es wirklich geliebt. Er war ein richtiger Adrenalinjunke gewesen. Oder vielleicht war er es noch.
Sie wusste es nicht.
Noch ein Gedanke, der wie ein Messer in ihrem Herz war.
Erneut wieder mit komplett emotionslosem Gesicht folgte sie Steve hinein in den Quinjet. Kaum waren sie drinnen, öffnete sie ihre Thermoskannte, nahm einen Schluck und ließ sich dann auf einem der Sitze nieder. "Und wohin fliegen wir jetzt?", fragte sie und blickte den Mann, welcher sie mitgenommen hatte, an.

Steve
Gelöschter Benutzer
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Steve am 19.05.2021 13:55"Sie hätten nicht wissen müssen, das Sie genau an diesem Tag weniger trinken müssten. Ein normal intelligenter Mensch weiß, das er generell nicht so viel trinken soll. Sowohl um seine Mitmenschen als auch sich selbst ausreichend zu schützen. Allerdings scheint dieses Verständnis bei Ihnen grundlegend daneben zu liegen, wenn ich mich nicht irre. Sie betrinken sich aus einem Grund, den ich nur vermuten kann, wenn ich mir Ihre Akte anschaue. Sie betrinken sich, weil Sie vergessen wollen. Weil Sie genug haben. Von allem und jedem, der Ihnen in den letzten paar Jahren, Stunden, Minuten, Sekunden auf die Nerven ging. Weil Sie genug haben von den Schuldgefühlen, die Sie zu übermannen drohen." Das war schneller gesagt gewesen, als Steve es eigentlich beabsichtigt hatte und es kam härter heraus, als er eigentlich vermutet hatte. Oh man, seine Müdigkeit machte ihm echt zu schaffen und brachte ihn aus dem Konzept. Aber er hatte eine Idee, wie er vielleicht zu ihr vordringen könnte. Eine Idee, wie er ihr verständlich machen konnte, das er sie auf eine gewisse, abgedrehte Art und Weise verstand. Verstand warum sie so handelte und verstand, warum ihr alles egal war. "Glauben Sie mir, ich kenne diese Art von Schuldgefühlen." Zwar verschwieg ihr Steve warum, aber er wusste wovon sich ihr potenziell der Kopf drehte, mal abgesehen vom Alkohol. Das Wissen seinen besten Freund getötet zu haben, indirekt, brachte ihn um. Das Wissen darum, das er Schuld war, er allein. Und trotzdem hatte er lernen müssen damit zu leben. Er war Soldat, er durfte sich nicht von Emotionen übermannen lassen. Mal abgesehen davon hatte es ihm nicht viel gebracht sich zu betrinken. Durch seinen schnelleren Stoffwechsel konnte der Supersoldat nicht betrunken werden. Was ihm, in diesem Moment alles andere als recht gewesen war. Auch wenn jeder beteuerte, das es nicht seine Schuld gewesen war. Für Steve war es unumstößlich seine Schuld. Er hatte Bucky aus Hydras Gefangenschaft befreit, hatte dafür gesorgt, das er dort raus kam. Und trotzdem war er auf seine Mission mitgekommen und am Ende starb er für Steve und gegen Hydra. Fast jede Nacht sah er das vor Schreck verzerrte Gesicht seines besten Freundes, wie er in die Tiefe stürzte. Jeden Abend brach sein Herz ein weiteres Mal. Und jedes Mal wachte er schweißgebadet auf. Tag für Tag, Nacht für Nacht.
Wieder fuhr sich Steve über die Augen. Er wusste nicht, wie oft er das jetzt schon getan hatte. Im Normalfall war er der Mann, der für andere da war, sich ihnen öffnete und ein offenes Ohr für jeden hatte, der es brauchte. Aber in diesem Fall war es mehr so, das er einfach zurück auf den Helicarrier wollte. Zusammen mit Joanna. "Zumindest haben Sie verstanden, warum Sie so wichtig für uns sind.", resignierte er schlussendlich und seufzte auf. Es war wirklich nicht einfach sie zu überzeugen, das sie wichtig war. Das sie es akzeptierte. Und dann war da noch die Sache mit den Erinnerungen. Wenn es zumindest so gewesen wäre, das sie sich an etwas hätte erinnern können, wäre es so viel anders geworden. So viel einfacher. Aber für einfach war er noch nie der Mann gewesen. Ihn hatten immer komplizierte Missionen und komplizierte Werdegänge ereilt. Seine ganze Existenz war immerhin vollkommen paranormal.
Und er hatte erwartet, das es noch komplizierter war, sie davon zu überzeugen, das es irgendeinen Weg gab, ihre Erinnerungen wieder herzustellen. Kaum merklich weiteten sich deshalb seine Augen als sie einfach so ihre Zustimmung gab. Zwar hätten Sie es auch ohne selbige von statten gebracht, schließlich war das ungemein wichtig, wie er immer beteuerte, aber eine Zustimmung erleichterte natürlich einiges. Keine Sedierung oder irgendwie sowas. Naja, kam darauf an, was Stark sich ausdachte, um ihnen zu helfen. "Das.. ist gut.", antworte er deshalb und nickte dann langsam. Davon abhängig ob sie den Winter Soldier damit fassten oder ob er weiter frei rumlief, war natürlich ob sie danach nach Hause gehen könnte. Aber er hoffte wirklich, das man irgendetwas finden würde. Irgendetwas, was ihnen half und dem Assasinen endgültig das Genick brach.
"Es ist in dem Moment mein Kram geworden, als ich dafür abgeordert wurde Sie mitzunehmen, Sie zu beschützen, Sie zu befragen.. eigentlich können Sie die Liste endlos weit fortführen schätze ich.", entgegnete Steve nüchtern. "Denn von diesem Zeitpunkt an habe ich die Verantwortung übernommen und wenn Sie in meiner Gegenwart an einer Alkoholvergiftung sterben oder auch nur einen Tropfen zu viel trinken fällt das ganze auf mich zurück und ich darf mir eine riesige Ansage anhören, von wegen ich hätte nicht gut genug aufgepasst oder ähnliches." Resignierend ließ er sich schlussendlich auf das Sofa sinken. Er hatte keine Lust mehr zu stehen, anscheinend würde das hier außerdem noch länger dauern. "Solange Sie bei S.H.I.E.L.D. sind oder im Avengers Tower, je nach dem, wo Fury Sie hinbringen lässt sind Sie unter meiner Verantwortung. Vielleicht passen auch die anderen ein wenig auf Sie auf, aber ich glaube kaum, das einer von uns eine vollkommen betrunkene Joanna Officer davon abhalten will, wenn sie irgendeinen Blödsinn anstellt. Und Sie wollen uns nicht verärgern, glauben Sie mir." Es war noch für keinen gut ausgegangen, wenn er sich den Zorn oder die Missachtung der Avengers auf sich zog. Meistens war es sogar fürchterlich schlecht ausgegangen.
Steve hatte sie nicht davon abbringen können bei ihrem Kollegen anzurufen. Und das sie ihm mitteilte, das er hier war war nicht wirklich klug gewesen, weshalb er sie nur all zu gern drängte endlich wieder fertig zu werden. Der Winter Soldier konnte jetzt einen entscheidenden Vorlauf haben, er wusste das Steve bei ihr war und das er sie wegbringen wollte. Potenziell war er schneller hier als ihm das lieb war und so war es ihm nur all zu recht, das sie hier schnell wegkommen würden. Es war nicht gut für Joanna noch länger hierzubleiben. Jede Sekunde, jede Minute brachte sie in noch größere Gefahr. Auch das war ein Grund, weshalb er, einmal mit Joanna auf seinem Motorrad heftig auf sein Gas trat. "Festhalten!", forderte er Joanna nochmal auf, ehe sie losdüsten und Steve nicht weit unter der maximalen Geschwindigkeit verblieb. Auch Natashas Stimme in seinem Ohr hatte ihn dabei ermutigt, wirklich schnell dafür zu sorgen, das sie hier wegkamen, denn wie es schien war der Winter Soldier immer noch oder schon wieder in der Nähe des kleinen Dorfes. Eine der wenigen Kameras hatte einen Mann aufgezeichnet, der Ähnlichkeiten mit dem Assasinen hatte. Natasha war natürlich sofort zur Stelle gewesen, allerdings war er da schon auf und davon. "Macht euch da weg, Steve!", forderte sie ihn deshalb eindringlich auf und Steve sorgte dafür, das sie nun wirklich mit der maximalen Geschwindigkeit unterwegs waren. Der Wind rauschte durch seine Haare und beflügelte den Supersoldaten. Er fühlte sich frei, besonders, wenn er so schnell fuhr.
Seit einiger Zeit waren Joanna und er nun auf einem Feldweg unterwegs, wirbelten Staub auf machten wahrscheinlich sämtlichen sich dort befindlichen Tieren eine Heidenangst. Aber das waren jetzt nur Kollateralschäden. Von einem Moment auf den anderen erschien der Quinjet vor den beiden und Steve legte eine Vollbremsung hin, so das sie im Endeffekt nur ein paar Zentimeter vor der aufschwingenden Platte zum Halt kamen. Mittlerweile standen sie seitlich und Steves blonde Haare waren verwuschelt. Wahrscheinlich hätte jeder, der den Supersoldaten nicht kannte anhand der scharfen Bremsung eine Heidenangst bekommen. Was auch nicht wirklich verwunderlich war, denn er hatte aus dem nichts gebremst und war nur um wenige Zentimeter an der aufschwingenden Platte vorbeigeschrammt. Schnell stieg er ab, zog Joanna am Arm mit sich hinunter und mit dem Motorrad in den Quinjet hinein. Sie waren endlich in Sicherheit. "Kommen Sie.", forderte er sie auf und sobald sie sich in dem Flugzeug befanden, fing er schon an sich sachte zu erheben. Scheinbar hatten sie wirklich keine Zeit zu verlieren.
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Joanna am 19.05.2021 11:50"Also woher hätte ich dann wissen sollen, dass ich ausgerechnet gestern weniger hätte trinken solln?", entgegnete Joanna sogleich und lehnte sich mit verschränkten Armen an die Wand. Boah, sie war so fucking müde. Ihre Augen brannten, ihr eAugenlider fühlten sich an als hätte jemand Gewichte daran gehangen. Nrormalerweise hätte sie sicher noch zwei Stunden im Bett gelegen, ehe sie sich hätte aufraffen können aufzustehen. Und stattdessen dürfte sie sich jetzt mit einem Cop rumschlagen wegen irgendwas, was sie mehr oder weniger mal wieder verbrochen hatte. Sie könnte kotzen, echt.
Genervt seufzte sie auf, als Steven Rogers ihr zum wiederholten Mal erklärte, dass sie die einzige Zeugin war. "Ja, verdammt! Hab ich kapiert! Ändert aber nix an meinen Erinnerungen, kann ich nicht mehr ändern!" Sie konnte sie nicht plötzlich hochploppen lassen, egal wie wichtig sie vielleicht waren! War das für ihn wirklich so schwer zu begreifen?? Scheiße, sie war halt drunk gewesen!
Und dann präsentierte er ihr, dass sie doch im Begriff waren, genau das zu verändern. Sie wollten ihre Erinnerungen an diese nacht widerherstelen, aber... bitte what?! Sie hatte echt noch nie davon gehört, dass man nen Hangover irgendwie beheben könnte oder so. Mit hochgezogenen Augenbrauen lauschte sie seinen Ausführungen. "Okay.", sagte sie dann nur und zuckte mit den Schultern. "Versuchen können Sies." Hauptsache danach ließen sie sie wieder in Ruhe. Einmal diese ganzen polizeilichen Ermitttlungen hautnah mitzuerleben (wenn auch als Angeklagte und nicht als Zeugin) hatte ihr wirklich mehr als gereicht. Sie wollte diesesn ganzen Scheiß nicht nochmal, auch wenn ihr klar war, dass die S.H.I.E.L.D. mit ihren Superhelden und was nicht alles nochmal ne ganz andere Hausnummer war als die normalen Polizisten.
Mit lustlos und toten Augen (ihr Kopf brachte sie nach wie vor um, man erinnere sich), starrte die den Kerl an, als dieser meinte ihr eine Lektion über den Konsum von Alk vortragen zu müsse. "Und?", fragte sie tonlos. Ja, sie hätte es verneinen können. Aber ganz ehrlich? Was für einen Scheiß-Unterschied machte es schon? "Das ist nicht Ihr Kram, halten Sie sich da raus." Noch immer klang ihre Stimme absolut teilnahmslos. Sie brauchte keinen Aufpasser oder sonst irgendwas. Sie hatte ihre eltern umgebracht, ihre Schwester. Und zwei weitere unschuldige Menschen. Das ganze verfluchte Dorf hasste sie - zurecht. Ihr Mann hasste sie, alle eseine kollegen, mit denen sie ebenfalls zum Teil befreundet gewesen war - zurecht. Sie konnte keinem von denen nur den geringsten Vorwurf machen. Also Scheiße, ja. Sie trank halt gerne weil sich die Schuld, die sie komplett von innen ausfüllte wie eine handgeschmiedeterte auf sie persönlich zugeschnittene eiserne Jungfrau. Sie blutete innerlich. Und zwar unablässig.
Aber immerhin hatte sie die Tablette intus und der Kaffee war aufgesetzt. Sie sollte mit den kerlen mitkommen aber das hatte sie mittlerweile eh fast schon erwartet. Bis auf ihren Job - und dementsprechend ihr Laptop - hielt sie nix hier. Also klar, warum nicht. Bis Steven ihr mitteilte, dass sie den Laptop nicht mitnehmen durfte. Mann ey, was für ein beschissner Tag, echt ey. Am liebsten würde sie sich jetzt gleich sofort die Birne zudröhnen und den Rest des Tages im Delirium verbringen, bis er vorbei war, ernsthaft. War doch alles verfickt hier, ey.
"Okay! Habs kapiert!", fuhr sie den anderen an und seufzte dann, wobei sie sich mit einer Hand kurz die schemrzenden Stellen ihres Schädels massierte. "Dann ruf ich halt gleich kurz bei meinen Kollegen an, dass ich ne Zeit lang wohl eher nicht zum Arbeiten kommn werd, so ne scheiße." Sie hatte so großes Glück gehabt, den Job überhaupt behalten zu durfen, dass sie so geile Kollegen und Freunde hatten, die sie dennoch nahmen, sie nicht weggestoßen hatte. Fünf Jahre lang hatte sie kein bsischen arbeiten können, hatte erst vor einigen Wochen wieder angefangen. Und jetzt setzte sie erneut für unbestimmte Zeit aus. Geil. Echt. Einfach geil.
Als sie oben war und ihre Tasche soweit gepackt, griff sie also nach dem Telefon und hatte rasch Toms Nummer gewählt - er war der Leitende von ihnen, der ales organisierte und regelte, also sprach sie am besten mti ihm. Es brauchte nich tlange da hob er ab - und wirkte, als wäre er schon lange auf und am Arbeiten und als wäre es nciht frühester Morgen.
"Ja, Jo? Was gibt es?" - "Hey... fuck sorry, ich werd wohl ein paar Tage nicht zum Arbeiten kommen. Ich werds versuchen, aber versprechen kann ichs nicht." - "Okay? Kein Problem, Jo. Was ist denn los? Können wir helfen?" Sie schüttelte den Kopf, auchw enn er das natürlich nicht sehen konnte. "Nein. Aber ein Steven Rogers steht in meinem Wohnzimmer und ich muss als Zeugin von irgendnem Verbrechen an dass ich mich kaum erinnern kann weil ich drunk war mit ihm mitkommen." Kurze Stille. "Bitte was? Jo! Was ist da hinten bei dir los?" Sie zuckte mit den Schultern und unterdrückte mühsam ein Gähnen. "Kein Plan. Ich meld mich okay? Und echt sorry. Geht es klar?" - "Ja, natürlich. Ich regle das. Pass du bitte auf dich auf, ja?" Joanna lächelte schwach und müde. "Ja, klar. Immer doch. Danke Tom."
Und damit hatte sie aufgelegt und das Gespräch beendet.
Nach einer Dusche ging es ihr zumindest körperlich etwas besser, der Kater war abgeschwächt und nachdem sie wieder nach unten gekommen war hate sie es sogar fertig gemacht, sich schnell nen Irish Coffee zu machen, ohne dass der Superagent es mitbekam. Na vielleicht war ja doch zumindest irgendetwas an diesem Tag zu retten.
Wortlos folgte sie dem Mann nach draußen, wobei sie die Tür zuzog und abschloss. Sie drehte sich um. aus den Augenwinkeln konnte sie erkennen, wie sämtliche ihre Nachbarn durch die Vorhänge spähten. Ja geil, echt. Mega.
Als würde sie hier nicht schon genug gehasst werden. Jetzt würde es vermutlich eskalieren (oder alle würden ne Party schmeißen, weil sie nicht mehr da war. das war sogar wahrscheinlicher.
Aber wie immer ignorierte sie die Blicke, ignorierte sie die tiefen Messerstiche hinein in ihr Herz und ignorierte ausnahmsweise auch den Briefkasten, indem sie vermutlich eh wieder nur dreo pder vier Hass- oder Drohbriefe finden wüd, die gegen sie gerichtet waren. Nix neues. Sie bewahrte jeden dieser Briefe in ihrer Küchenschublade auf.
Sie... wusste selbst gar nicht, warum genau.
Vielleicht, weil sie stimmten.
Sie nahm noch einen Schluck von ihrem getarnten Irish Coffee (fuck, tat das gut), schloss die Schiebekappe dann um Verschütten zu verhindern (und hoffentlich auch den Geruch zu kaschiern. Sie hatte kein Bock, dass dem Kerl das auffiel), ehe sie dann den schwarzen Helm nahm und aufsetzte (wobei ihr das echt mega unnötig vorkam. Aber was sollts). Dann ließ sie sich hinter ihm auf das Motorrad nieder, und umschlang mit ihren Armen - in der einen noch immer den geschlossenen Kaffee haltend, um seinen Oberkörper.
Tja. Dann gings wohl los. Juchu. Freude.
Mal sehn, was da kommen würde..

Steve
Gelöschter Benutzer
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Steve am 17.05.2021 20:55Genervt fuhr sich Steve über die Augen. Er hatte auf den ganzen Mist hier wirklich keine Lust. Und je länger er darüber nachdachte, desto mehr verfluchte er sich dafür, das er sich nicht schon viel früher Schlaftabletten hatte verschreiben lassen. Aber an diesem Punkt war er einfach so schrecklich stur, das es beinahe weh tat. Zu seiner Müdigkeit schlichen sich jetzt auch noch Kopfschmerzen, die er zwar durch reiben an seiner Schläfe zu vertreiben versuchte, bisher aber nicht sonderlich erfolgreich zu sein schien. Im Gegenteil, die Kopfschmerzen wurden schlimmer und seine Müdigkeit brachte ihn beinahe um. Sobald er zurück auf dem Helicarrier war, würde er sich Schlaftabletten holen. Hoffentlich hatten sie dann auch welche und die Idee war nicht irgendein Reinfall. In seinem Appartment hatte er welche gehabt, das wusste er. Aber es war wohl eher unwahrscheinlich, das er das sobald wiedersah. Sie würden eine Zeit lang bei den anderen Avengers wohnen, wenn das so weiterging, damit Tony sich irgendwas einfallen lassen konnte wegen Joannas Erinnerungen. Innerlich sandte Steve Stoßgebete zum Himmel das dem Futuristen schnell etwas einfallen mochte. Er hatte nun wirklich keine Lust auf den ganzen Kram hier. Er brauchte dringend Urlaub. "Niemand behauptet, das Sie hätten wissen sollen, das Sie an einer Leiche vorbeistolpern." Wobei stolpern definitiv das richtige Wort war, denn gehen konnte man Joannas Fortbewegung wohl nicht mehr nennen. Schwanken, stolpern.. und sicher noch einige andere Begriffe die dem Soldaten allerdings nicht mehr einfielen. "Wir hatten lediglich erwartet oder eher gehofft endlich eine Spur zum Assasinen zu finden und ihn dann zu fassen. Und da Sie noch leben.. sind Sie die einzige Spur die wir im Moment haben." Wahrscheinlich klang es hart und unnachgiebig aber das war im Moment sein Job. Für übermäßige Freundlichkeit war Zeit, wenn er sich ausgeschlafen und ausgeruht hatte. Oder, wenn sie den Winter Soldier endlich gefasst hatten.
Ja, Steve hatte Hoffnung, das eine von Tony Starks Erfindungen halbwegs hilfreich sein konnte. "Wir sind Teil einer äußerst einflussreichen Organisation Miss Officer.", klärte er die junge Frau vor sich auf und stellte sich etwas aufrechter hin. "S.H.I.E.L.D. verfügt über äußerst beeindruckende Mittel und Wege um ans Ziel zu kommen und auch die Avengers haben ihre Schleichwege, durchaus wirksame Wege, um zu bekommen was sie wollen. So sehr wie Sie daran im Moment auch zweifeln mögen, mit einer qualifizierten Wissenschaftsabteilung und Tony Stark an unserer Seite sollten wir einen Weg finden." Im Hinterkopf behielt der Soldat, das wenn alles nicht funktionierte, sie sich auf die Suche nach dem jungen Talent Wanda Maximoff machen müssten. Sie konnte Gedanken lesen und in die Köpfe ihrer Freunde und Feinde eindringen. Auf dieser Welt, in der sie jetzt lebten, gab es noch viele andere Sachen von denen Joanna Officer noch nicht einmal ahnte, das es existierte. Aliens und andere große Monster. Auch, wenn sie nur als Winter Soldier existierten.
"Tja Miss Officer, damit haben Sie mir gerade bestätigt das Sie zum einen nicht nur viel zu oft einen über den Durst trinken, sondern zum anderen auch, das das Methodik hat. Sie tun das nicht, weil Ihnen langweilig ist. Sie tun das, weil Sie etwas vergessen wollen. Und das ist meist noch schädlicher als das davor." Steve dachte sich, das er wahrscheinlich damit einen wunden Punkt treffen würde aber das war ihm an dieser Stelle ziemlich egal. Es war nicht richtig was Joanna machte, sich zu viel zu betrinken, sich generell zu betrinken und das mit dem Zweck, irgendetwas zu vergessen.
Seufzend fuhr sich Steve über die Augen, das sich ihre Stimmungen ähnelten brachte sie nicht weiter. Joanna war genauso stur wie zuvor, genauso gereizt wie zuvor und auch Steve war genauso müde und gereizt wie zuvor. Er hatte keine Lust mehr untätig zu warten. Mittlerweile hatte er das Gefühl das Blut in seinen Ohren rauschen zu hören. Es war wirklich nicht zu glauben. "Auf unseren Laptops sollte sich alles befinden, was von Nöten ist. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob Fury auch damit einverstanden ist, wenn Sie herumpfuscht und irgendeinen Mist anstellst, mit dem man uns irgendwie orten kann. Was Sie in größere Gefahr bringt, als Sie ohnehin schon sind." Kopfschüttelnd wandte er sich zu ihr um. Kurzzeitig musste sich Steve von ihr abwenden, um sie nicht wieder anzuschreien. Und während sich Joanna dann nach oben machte um endlich ihre Tasche zu packen und zu duschen, blieb Steve unten und wartete geduldig das sie wiederkam. Währenddessen lauschte er Natasha, die immer noch mit der Kellnerin der städtischen Bar zu sprechen schien. Es war gut, das sie so viel Informationen gab, denn jegliche kleine Information konnte helfen. Joanna Officers Informationen waren ja nicht besonders aussagekräftig und Steve betete, das Tony eine Idee hatte, wie man die Erinnerungen an den Abend wieder herstellen konnte.
Als sie wieder herunter kam war er gerade dabei sich Richtung Tür zu bewegen als sie ihn erneut aufhielt und befahl zu warten. Am liebsten hätte er ihr das verwärt, doch wenn er ehrlich mit sich selbst war, wollte er nicht noch mehr Probleme mit ihr haben. Es war ohnehin schon stressig genug und eine vollkommen genervte junge Frau hinter sich auf seinem Motorad zu haben, war nun nicht gerade das, was er sich für den restlichen Ablauf vorstellte. Also wartete er geduldig, bis sie sich dazu entschieden hatte doch fertig zu sein. "Kommen Sie mit.", forderte er Joanna auf, verschwand durch die Wohnungstür nach draußen und stellte sich zu seinem Motorrad. Schon als sie nach draußen gekommen war, hielt er ihr auffordernd den schwarzen Helm hin. "Aufsetzen.", befahr er dann kurz darauf streng. "Und dann setzen Sie sich hinter mich auf das Motorrad und halten sich gut fest. Wir werden jetzt zum Quinjet fahren." Mittlerweile hatte er es sich bereits dort bequem gemacht und wartete auf Joanna.
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Joanna am 16.05.2021 16:36Joanna schwieg während Steven Roger sich über seinen Knopf im Ohr (oder was auch immer) erneut mit irgendjemanden zu unterhalten schien. Sie war echt richtig angepisst. Das dürfte alles echt fucking nicht wahr sein. Sie hatte nen Kater, sie war müde und erledigt, es war viel zu früh am Morgen - und sie hatte echt absolut keinen Bock auf das alles hier. Scheiße ey, sie hatte doch nichts gemacht. Sie konnte sich ja noch nichtmal dran erinnern, was sie gemacht oder nicht gemacht hatte! Was für eine einzige verfickte Scheiße.
"Und woher hätte ich wissen solln, dass ich aufm Rückweg anner Leiche vorbeistolper?", entgegnete Jo zynisch und schüttelte dann leicht den Kopf. Scheiße es war nicht ihre Schuld. Sie hatte den Kerl nicht umgebracht! ...hoffte sie zumindest. Aber so drunk und zu Fuß hätte sie vermutlich eher sich selbst gekillt.
Sie lauschte seinen weiteren Ausführungen, wobei ihre Augenbrauen langsam nach oben wanderten. Ja, ihre Erinnerungen fehlten, warum vom Alk benebelt. Worauf wollte er verflucht nochmal hinaus? Und dann, als sie es endlich begriff, runzelte sie leicht ihre höllisch schmerzende und pochende Stirn. "Ihr wollt meine Erinnerung wieder herstellen? Und wie wollt ihr das anstellen?", fragte sie reserviert. Bisher war sie stets davon ausgegangen, dass ein Hangover auch ein Hangover blieb. Man konnte sich noch so viel erzählen und zeigen lassen, die Erinnerungen an das was passiert war blieben verschollen. Zumindest bei ihr.
Sie war schon öfters in verschiedenen Orten oder Positionen aufgewacht, von denen sie sich nicht mehr erinnern konnte, wie sie in die jeweiligen Situationen gelant war - aber die erinnerungen waren auch stets nicht zu ihr zurückgekehrt. Das war es nun einmal, was Alk tat. Und eigentlich war sie um diese Fähigkeit echt froh. Denns cheiße, genau das wollte sie letztlich doch.
Verdrängen. Vergessen.
Den Schmerz einfach nur wortwörtlich ersaufen lassen.
In der Zwischenzeit schien er weitere Informationen erhalten zu haben und Joanna nickte. Das wunderte sie jetzt nicht. Sie ging immer beim Schluss. Meist erinnerte sie sich daran noch. Meist verschwommen. Häufig auch nicht mehr. Die Bar war halt ihr liebster Ort in diesem Dorf, neben diesen vier Wänden hier. Dem Haus ihrer Eltern, dem Haus ihrer Kindheit. Dem Haus, das voller Erinnerungen steckte.
"Ich kenne die Wirkung von Alk", erwiderte Joanna nur trocken mit nun wieder ruhigerer und vor allem distanzierter Stimme. Was für ein Neunmalklug, echt. Hoffentlich würde die Tablette gleich schnell wirken. Sie hasste es nen Kater zu haben. Das war das einzig wirklich beschissene beim Alkohol.
"Wow. Dann sind ja immerhin unsere Stimmungen ähnlich.", sagte die Musikproduzentin nur, während sie sich umwandte um in die Küche zu gehen und sich dort endlich ihren Kaffee zu machen und ne Tablette einzuwerfen. Sie war auch mal wieder viel zu müde. Aber fuck, sie war immer müde. Vierundzwanzig Stunden am Tag. Aber wie auch nicht? Das, was sie in der Nacht schlief... das würde wohl keinen Körper der Welt zufriedenstellen können. Aber ging halt nicht anders. Schlaftabletten waren raus, die wollte sie nicht mitm Alk mixen. Dann war sie doch lieber ständig müde. Auch wenn das auch nervig war. Echt, echt nervig.
Die Tablette war eingeworfen, der Kaffee aufgesetzt, während sie noch weiter mit Steve redete. Oder auch 'Captain America' wie ihr mittlerweile endlich aufgegangen war. Oh wow fuck. Sie hätte echt niiemald gedacht, einen von denen bei sich im Haus stehen zu haben. Und befragt zu werden. Obwohl... bei ihrem Scheiß-Leben hätte sie sich das vielleicht doch denken können.
Jo nickte nur leicht als der Supersoldat betonte, dass es sein Job war, Menschen zu schützen. Cool. Das war auch der Job von ihrem Mann gewesen, von seinen Kollegen. Ihnen allen. und sie hatten nen echt guten Job gemacht. Dann kam sie... und tat das Gegenteil. Der Gedanke tat weh - mal wieder. Er tat verdammt weh. Scheiße, sie vermisste ihren Mann....
Und sie sollte auch noch mitkommen zu denen. Generell ja kein Ding. Mit ihrem Laptop konnte sie von eigentlich überall aus arbeiten - und ihren Kopfhörern und Boxen vielleicht auch usw. Dieses Dorf hier, das brauchte sie nicht - sie hasste es. Ebenso die Menschen. Es hielt sie nicht das Geringste hier. Also von daher: was sollts?
Als Steve aber die Mitnahme ihres Laptops ablehnte, seufzte sie genervt. "Na geil. Ich hoffe, auf euren Laptops befinden sich dann auch die richtigen Schnitt- & Abmischprogramme für Songs." Sie. bruachte. Kaffee. Immer noch. Ganz dringend. Und selbst der wurde ihr verwehrt - obwohl er doch schon am Durchlaufen war.
Alter, fick dich doch. dachte Joanna,s prach es aber nicht aus. Im Knast hatte sie gelernt die Klappe zu halten, war besser so. Sie behielt es sich bei. Und so drehte sie sich einfach um und verließ die Küche, um die Treppe nach oben und in ihr Zimmer zu gehen. Sie holte ne Tasche die über dem Schrank lag, warf sie lustvoll zu Boden und warf - ebenso lustlos - verschiedene Kleidungsstücke rein. Nach kurzer Überlegung (sie überlegte wirklich nicht lange), wickelte sie dann auch noch ne Flasche Eierlikör, Tequila und Wein ein, die sie hier rumfliegen hatte, und versteckte sie. Achso, und ihr flachmann mit Vodka kam in die Seitentasche. Sicher war sicher. Dazu kamen noch Notiz- & Collegeblöcke, ihr Mäppfchen mit den Stiften und die wichtigsten Kosmetiksachen. Erst danns chnappte sie sich frische Kleidung um wie befohlen ins Badezimmer zu verschwinden und sich unter die Dusche zu stellen.
Die Hitze, die auf ihre tätowierte Haut prasselte, sie zum keuchen und zum dampfen brachte war eine einzige wohltat. sie genoss das Gefühl des Strahls auf ihrer Haut, ihre schweren - nun dunklen - blonden haare auf ihren Schultern und sie spürte, wie das Pochen in ihrem Kopf endlicher besser wurde. Nach einer kleinen Weile, nach welcher sie sich auch gewaschen hatte (föhnen sparte sie sich mal) zog sie sich an und verließ das Badezimmer wieder. Mit der Tasche in der Hand kam sie die Treppe wieder hinunter, wobei ihr hellgraues Oberteil bereits an Schulter und Brust ganz dunkel und feucht war von ihren nassen Haaren. Die Kaffeemaschine - sie war fertig durchgelaufen. Und es durftete wundervoll nach Kaffee.
Sie warf Steve nur einen Blick zu. "Warte", sagte sie nur, ließ ihre Tasche zu Boden fallen und ging stur an ihm vorbei in die Küche. Sie nahm sich ihren Mehrzweck-Becher, vergewisserte sich mit einem schnellen Blick dass Steve sie gerade nicht sah und kippte sich drei Finger breit Whiskey in den Becker. Schon hatte sie die Flasche an ihren Ursprungsort neben der Kaffeemaschine zurückgestellt, griff nun nach der Kaffeekannte und füllte ihren Becher bis oben hin auf. Der schwarze Deckel noch drauf, wo sie die Öffnung zum Trinken aufschieben konnte und fertig.
Sie nahm sogleich einen kleinen Schluck (er war noch heiß). "Ah geil...", murmelte sie leise. Dann ging sie zu ihrer tasche zurück, um diese zu Schultern - ihren Irish Coffee in der linken Hand. "Schön, wie können", sagte sie dann.
Fuck, sie wollte gar nicht dran denken, was sie von ihren Nachbarn wohl zu hören bekommen würde, wenn sie zurückkehrte.
Na geil. Wirklich großartig. Das würde ein Traum werden.
Sie trank noch einen Schluck.

Steve
Gelöschter Benutzer
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Steve am 14.05.2021 20:54Tief holte der Supersoldat Luft. Seine Geduld sank und sank, doch damit musste er nun umgehen. Er konnte Joanna nicht einfach anschreien, ihr klar machen, in welcher Lage sie sich befand. In welcher Gefahr sie sich befand. Alles musste sachlich und protokollgerecht ablaufen, sonst würde Fury ihm die Hölle heiß machen. Klar, wen sollte er auch sonst losschicken. Stark schien vorerst nicht daran interessiert auch nur irgendwo zu helfen und außerdem hatte er eigene Sorgen. Banner war für so einen Ort definitiv der Falsche und auch Clint hatte andere Aufgaben. Es blieben also nur noch er und Natasha, die sich um das Problem kümmern konnten. "Nach Mitternacht wahrscheinlich...", seufzte Steve auf und nickte. "Okay. Okay." Wieder atmete er tief ein und aus. "Wir müssen uns etwas anderes einfallen lassen, wenn das so weitergeht, Miss Officer. Irgendwie müssen wir ihre Erinnerungen wiederherstellen. Hoffen Sie, das Stark oder Fury eine Idee haben."
Wieder fasste sich Steve ans Ohr. Natasha schien ihm etwas mitzuteilen. "Ich bin auf dem Weg zu Michelle Ferrera. Das Gespräch wird ähnlich wie bei dir und Joanna Officer aufgezeichnet werden.. allerdings hoffe ich, das die Barfrau auskunftsfreudiger ist, als das Mädchen bei dir. Und weniger betrunken." Ein wenig musste er grinsen. Tatsächlich hatte er die Motorengeräusche von ihrem Motorad schon vorher gehört und sich gut denken können, das auch die Rothaarige jetzt auf dem Weg in dieses Dorf gewesen war. Und auch wenn es zwischen den beiden ab und zu eine kleine Rivalität gab... er drückte ihr wirklich die Daumen, das sie recht hatte. Das Michelle Ferrera mehr wusste, als Joanna Officer. Das sie weniger betrunken war. "Alles klar, Natasha.", antwortete er ihr also und nickte. "Ich bin sicher, ich werde mich hier gleich los machen, also beeil dich. Wir sehen uns im Quinjet." Und damit hatte Steve abgebrochen, hörte nur die Motorengeräusche des schwarzen Motorrads, das sie, wie jedes Mal, eigentlich fahren müsste.
Wenn es nach Steve ging, wären die beiden hier schon längst weg. Er hätte Joanna einfach eine Tasche hingeworfen, in der sie ihre Sachen hätte einpacken sollen. So viel wie eben passte und nötig war. Voraussichtlich würde sie nämlich eine ganze Zeit auf dem Helicarrier bleiben müssen. S.H.I.E.L.D. würde sich sicher freuen. Und auch die Agenten, die nun jemanden hatten, auf den sie ein Auge werfen mussten. Sie durften sich nicht noch so eine Sicherheitspanne wie damals erlauben. Das ging nun wirklich nicht. Das der Winter Soldier immer noch frei herumlief, war wirklich schon schlimm genug. Und nun mussten sie auch noch die einzige, jemals lebend aufgefundene Zeugin beschützen, damit er sie ja nicht von seiner Liste strich. Denn dann.. wäre Joanna Officer im Leichenschauhaus oder auf dem Weg dorthin.
"Vielleicht hätten Sie ausnahmsweise etwas weniger trinken sollen, Miss Officer!", zischte Steve und kniff leicht die Augen zusammen. Der große Mann sah so wirklich eindrucksvoll aus. Auch wenn er freundlich lächelte war er definitiv jemand, dem man eher zuhörte als das man einen Kampf anfing oder man etwas dummes tat. Die Muskeln, die sich unter seinem, scheinbar viel zu kleinen, Shirt zeigten, deuteten darauf hin, das er definitiv ordentlich zuhauen konnte.. oder generell Kraft hatte. Da konnte auch die passende Lederjacke nichts dran ändern. "Ich habe nie behauptet charmant zu sein, Miss Officer. Es ist mein Job Sie hier lebend rauszubringen und dafür zu sorgen, das der Winter Soldier gefasst wird. Und wenn ihre Erinnerungen, die..", er tippte sich kurz an seinen Kopf, "..eigentlich hier drin sein sollten eben nicht dort drin sind, sie aber immer noch wichtig sein könnten und sehr wahrscheinlich in Lebensgefahr schweben, dann muss ich dafür sorgen, das die Erinnerungen wieder aufgefrischt werden und heil auf dem Helicarrier ankommen."
Inzwischen hörte er Natasha auf seinem Ohr mit einer weiteren Person sprechen, sehr wahrscheinlich Michelle Ferrera, die gerade bestätigte, das Joanna die Bar erst kurz vor Ladenschluss verlassen hatte. "Die Barkeeperin hat Ihr Verschwinden bestätigt, Miss Officer.", beschloss Steve ihr mitzuteilen und nickte dann. Fünfzehn bis zwanzig Minuten passten in etwa zu der Zeit, die das Video aufgenommen hatte.
"Und genau das, meine Damen und Herren, passiert wenn man betrunken ist. Man ist nicht mehr Herr seiner Sinne und weiß auch nicht, was am Tag davor passiert ist.", erwiderte Steve nüchtern. Mittlerweile hatte er sich wieder von Joanna entfernt, es würde nichts bringen, wenn er wieder so an sie rantrat. Sie war genauso stur, wie er selber und wenn er nicht aufpasste, würde das ganze doch noch eskalieren und das durfte er wirklich nicht zulassen.
"Glauben Sie ich habe mir das ausgesucht? Müde und gereizt jemanden zu befragen, der sich an nichts erinnern kann, weil er vollkommen betrunken war? Sicherlich nicht.", stichelte er dann jedoch ein wenig und schnaubte. Auch er konnte sich schönere Aktitvitäten um diese Uhrzeit vorstellen. Und momentan stand Schlaf auf dieser Liste ganz weit oben. "Und ich frage, weil es mein Job ist Fragen zu stellen. Mein Job ist es, sich mit Leuten wie Ihnen zu beschäftigen, die dem gefährlichsten Massenmörder der heutigen Zeit über den Weg gelaufen sind. Und die ausnahmsweise dann doch mal noch leben." Langsam hatte Steve wirklich genug. Die junge Frau vor ihm raubte ihm auch noch den letzten vorhandenen Nerv.
"Das ist mein Job. Leute zu beschützen. Und die Leute zu finden, die ihnen etwas antun wollen.", entgegnete Steve nur einfach. Das hatte er sein ganzes Leben schon getan und er würde es auch für den Rest seines Lebens tun. Als Captain America und Gründungsmitglied der Avengers hatte er schon einiges erlebt, hatte genug zerstört aber auch genug gerettet. Und er war auch schon eher immer der Typ Mensch gewesen, der überlegte bevor er handelte. Meistens jedenfalls. Und anders als sein Freund Tony Stark, beharrte er auch auf solchen Traditionen und Werten.
"Wir haben einige Laptops auf dem Helicarrier. Sie brauchen Ihren also nicht mitzunehmen. Außerdem kann man Sie und auch uns, darauf orten. Es wäre ein nicht zu verantwortendes Sicherheitsrisiko.", lehnte Rogers die Mitnahme von Joannas Laptop ab. "Und gehen Sie einfach duschen und stecken Sie die nötigsten Sachen ein. Ihren Kaffee können Sie sowohl im Quinjet als auch auf dem Helicarrier trinken. Wir haben keine Zeit zu vertrödeln."
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Joanna am 14.05.2021 18:02Sie bekam es mit. Quer durch ihren Kopf zogen sich Blitze von stechenden Schmerzen, doch sie bekam mit, was der Typ sagte - und sie bekam sogar den Gedankengang hin, dass er vermutlich nen Knopf im Ohr haben würde oder irgendwie sowas. Aber ganz ehrlich? Es war ihr grade scheissegal. Sie wäre nur froh wenn ihr Kopf mal aufhören würde zu pochen. Das wär doch mal was.
Sie seufzte genervt, als er sie schon wieder nach dem Zeitpunkt des Verlassens der Bar fragte. "Nach Mitternacht wahrscheinlich, okay?", gab sie dann ein wenig heftig und genervt von sich und zuckte mit den Schultern. "Wie gesagt, ich bleib eigentlich immer bis die Bar schließt und vor Mitternacht schließt sie nicht. Aber wann genau - kein Plan!" Sie hasste es immer und immer wieder die gleichen Antworten zu geben auf die immer und immer gleichen Fragen. Fuck! Wenn sie was wüsste würde sie es verdammt nochmal sagen!
"Ja. Michelle Ferrera", bestätigte Joanna müde und legte ihren Kopf für einen Moment an die Wand, schloss die Augen. Das ganze fühlte sich so beschissen unwirklich an. sie konnte nicht mehr, sie konnte echt nicht mehr. Und wollte auch gar nicht wirklich. In was für ne scheiße war sie denn jetzt wieder reingerutscht ey? Das dürfte doch echt nicht wahr sein!
Und was noch beschissener war (und ihr ein super mieses Gefühl im Magen machte), war der Gedanke, dass Michelle nun auch befragt würde. Und wenn Michelle befragt würde, würde innerhalb eines halbes Tages das gesamte Dorf Bescheid wissen, dass die verhasste und beschissene Mörderin Joanna Officer von nem berühmt-berüchtigen S.H.I.E.L.D.-Agentein gesucht wurde. Geil. Wirklich geil. Als würde sie noch mehr Hass brauchen. Echt.
Als wären die tagtäglichen Hassbriefe nicht genug... und alles andere..
"Ja, schön, ich habs kapiert!", erwiderte Joanna genervt und reserviert zugleich und richtete sich ein wenig auf. Ihr Kopf brachte sie um. "Aber ich kann meine Erinnerung halt nicht zwingen plötzlich aufzuploppen. Sorry!" Ansonsten würde sie es doch tun, son Scheiß. Und auf Alk würde sie übrigens ganz sicher nicht verzichten.
„Wow. Sind sie charmant.“, murmelte Jo ironisch. Ja, sie fühlte sich wie ein fucking Zombie und gut möglich dass sie auch so aussah - aber das musste er ihr doch wirklich nicht so unter die Nase reiben! „Normalerweise brauch ich so um die fünfzehn bis zwanzig Minuten für den Weg zu Fuß.“ Immerhin eine Frage die sie beantworten konnte. Sollte er damit zufrieden sein, was fürn Scheiß.
Und bevor Joanna noch etwas tun konnte, wurde sie plötzlich am Arm gepackt. Der Griff war hart, heftig - die Finger schmerzten als sie sich tief in ihr Fleisch drückten. Ihr Kopf schien explodieren zu wollen. Verbissen, die Kiefer aufeinander gepresst, starrte sie ihn an. Seine Stimme bohrte sich in ihren Schädel, sie spürte winzige Spucketröpfchen auf ihrer Haut. „Fuck, ja!! Ich habs doch kapiert, okay?!“, erwiderte sie heftig und starrte ihm in die Augen. Ihr Kopf zerfiel in Scherben, er schmerzte zur Hölle. „Ich hab nie gesagt dass es mir scheißegal ist, aber ich war halt drunk okay?? Ich hab kein Plan, wenn ich was wüsste würd ich’s sagen!!“
Sie atmete heftig und riss sich aus seinem Griff los. Was. für. ein. Scheiß. „Ich hab mir das nicht ausgesucht.“, sagte sie dann, ruhiger aber eiskalt. Bei seinen nächsten Worten sah sie ihn - nun wieder fast komplett emotionslos - an. „Warum fragen Sie mich das dann, wenn Sie es eh schon wissen.“ Und vor allen Dingen wenn sie es besser wussten als sie selbst.
Dann wandte sie sich ab und ging in die Küche, um sich endlich die Tablette einzuwerfen und den Kaffee aufzusetzen. Sie spürte den Blick von dem Typen nahezu in ihrem Rücken. Und hörte dann auch schon seine Belehrung. „Ist mir egal.“, sagte sie abweisend. Den Typen ging ihr Alkoholkonsum nichts an, ebenso wenig wie sonst wen. Außerdem, ganz ehrlich... scheiß auf ihren Körper.
Sie atmete ruhig ein und aus. Sah Steve nun auch ein wenig ruhiger an. „Ich weiß. Wahrscheinlich war ich dazu aber einfach nicht mehr in der Lage, schätz ich.“ Sie erinnerte sich nicht - aber es war wohl sehr wahrscheinlich, dass sie nicht mehr in der Lage dazu gewesen war, ein Handy zu bedienen. „Aber Danke. Für den Schutz, ehrlich“, fügte sie hinzu.
Sie wollte nicht in den Knast. Nicht nochmal.
Bei seiner Bitte nickte sie dann müde. „Ja... ja is okay. Muss nur meinen Kollegn Bescheid sagen. Kann ich meinen Laptop mitnehmen? Und ich würd meinen Kaffee vorher gern noch trinken. Wenn ich darf.“

Steve
Gelöschter Benutzer
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Steve am 14.05.2021 17:29Warum bekam er eigentlich immer die Leute, die Probleme machten? Innerlich seufzte Steve schwer auf. Seine Geduld, die sonst eigentlich Stahlseile umfasste, zumindest meistens, schien von Sekunde zu Sekunde zu schwinden. Der Schlafmangel, unter dem er die letzten Tage stand, machte sich so langsam bemerkbar. Aber er war Captain America und auch wenn er sich zu der ein oder anderen Diskussion hinreißen ließ.. dieses mal musste er aufpassen. Er sollte sich nicht noch mehr Probleme machen, als er ohnehin schon hatte. "Steve ist alles in Ordnung?", klang Natashas Stimme auf seinem Ohr. Wenn er ihr jetzt antworten würde, würde ihn Joanna wahrscheinlich für verrückt erklären aber vielleicht bekam sie das ja gar nicht mit. Also fasste er sich kurz ans Ohr und antwortete: "Gib mir noch ein paar Minuten Nat. Sie ist...", kritisch musterte er Joanna vor sich, ".. alles andere als nüchtern." Seine pragmatische Art hatte ihm schon das ein oder andere Mal Probleme eingebracht aber irgendwie zweifelte er daran, das Joanna überhaupt vollständig realisierte was hier vorging. "Alles klar.", entgegnete die Rothaarige im Quinjet noch, ehe sie sich ausklinkte und von jetzt an nur noch zuhören würde.
"Sie haben also... keine Ahnung wann Sie die Bar verlassen haben?", fragte Steve nochmal nach. Es war seine Pflicht. Er musste sich vergewissern, das die Leute mit denen er sprach keinen Unsinn erzählten oder geschweige denn auch noch Unsinn machten. Wie weglaufen zum Beispiel. Er fuhr sich einmal kurz über das Kinn, ehe er ihr lauschte und dann nickte. "Ich bin sicher, das werden wir noch tun. Michelle Ferrera war der Name richtig?" Innerlich wusste er, das seine Kollegin die Datenbanken nach Michelle Ferrera absuchte, irgendetwas, das ihnen dabei helfen konnte, die Situation zu klären. "Aber im Moment sind Sie erstmal wichtig. Sie sind in wahrscheinlich großer Gefahr. Wie ich schon sagte. Und um Sie vollständig aus dieser Gefahr zu holen, müssen Sie sich wohl oder übel erinnern.. und auch mal auf den Alkohol verzichten."
"Wie lange brauchen Sie im Normalfall für diesen Weg? Denn so wie Sie aussehen können Sie sich nichtmal ansatzweise erinnern, wo Sie gestern noch gewesen sein könnten." Langsam wurde auch Steve ungeduldig. Das durfte doch alles nicht wahr sein. Es würde sowieso so weit kommen, das er sie bat sich fertig zu machen, ein paar Sachen zusammenzupacken und dann würden sie zusammen im Quinjet zum Helicarrier fliegen, warum also sollte er sich die Befragerei antun? Weil es verdammt nochmal sein Job war, den Winter Soldier zu finden. Da musste er sich auch mit Leuten wie Joanna rumschlagen die.. scheinbar hoffnungslos verkatert waren. Außerdem war sie die erste menschliche.. und lebende Spur, die sie seit Wochen hatten. Er musste sich einfach noch ein bisschen zusammenreißen, dann würde er wahrscheinlich auch das hinkriegen.
Auch wenn der Soldat doch ein recht geduldiger Mensch war, fuhr nun seine Hand vor und packte Joanna am Arm. "Dann versuchen Sie sich verdammt nochmal zu erinnern!", knurrte er. "Sie schweben in Lebensgefahr! Wenn Ihnen das so scheiß egal ist, kann ich wieder gehen und dann ist wahrscheinlich bald alles Geschichte, denn der Winter Soldier wird kommen und sie umbringen. So, wie er bisher jeden potenziellen Zeugen umgebracht hat. Nur dieses Mal haben wir den Zeugen vor ihm gefunden und genau deswegen sind wir hier. Wir retten Ihnen gerade Ihr Leben!" Steve atmete tief durch und ließ Joanna wieder los. Sowas passierte ihm normaler Weise nicht, aber der Schlafentzug schien doch einiges mit ihm anzustellen. Er sollte sich wirklich mal um eine Schlaftablette oder so kümmern. In einer ruhigeren Tonlage fing er wieder an zu sprechen. Konzentrierte sich auf seinen Job und auf sein Vorhaben. Joanna Officer gehörte in Sicherheit gebracht. Aber zuerst waren die Fakten dran. "Sie haben mit ihm gesprochen. Die Kameraaufnahmen bestätigen das. Aber er wird kaum geantwortet haben. Unser Team meinte, er war tot bevor Sie ihn erreicht haben."
"Das Sie betrunken waren.. riecht man. Und man sieht es. Auch das haben Experten bestätigt. Sollten Sie es nur vorgespielt haben, sind Sie eine fabelhafte Schauspielerin, aber daran zweifle ich.", entgegnete Steve nur und neigte leicht den Kopf. "Aber Sie waren eine Zeugin. Die erste Zeugin, die es lebend aus dieser Situation herausgeschafft hat, wenn man das bedenkt.", erklärte Steve, etwas milder gesinnt. Zusätzlich dazu, das es ihr der Alkohol wahrscheinlich ziemlich schwer machte klar zu denken, kam dann noch die Nachricht hinzu, das sie in Lebensgefahr schwebte. Wen warf das nicht aus der Bahn?
Stumm hatte Rogers ihr hinterhergesehen. Hatte sie machen lassen, auch wenn sein Blick auf die halbleere Flasche glitt, er kaum merklich den Kopf schüttelte und sie tadelnd, vielleicht sogar etwas mitleidig ansah. "Sie sollten aufhören, so viel zu trinken. Das schadet dem Körper.", belehrte er sie kurz und zuckte die Schultern.
"Sie hätten die Polizei rufen können.. das heißt eigentlich müssen. Aber da ich nicht von der Polizei bin und von den Rechtslagen keine Ahnung habe, kann ich dazu keine Aussage treffen. Wenn Sie einen vernünftigen Richter oder Polizisten erwischen, kann der Ihnen das vielleicht beantworten. Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob S.H.I.E.L.D. Sie soweit außer Augen lassen wird. Und bevor Sie vor irgendeinen Gerichtshof kommen, in dem das entschieden wird, kommen Sie erstmal mit uns mit." Mittlerweile hatte Steve das Tablet wieder verstaut und blickte Joanna unnachgiebig an. An dieser Stelle würde er keinen Widerspruch dulden und dafür sorgen, das sie mitkam. Ob freiwillig oder nicht war ihre Sache. "Ich schlage also vor, das Sie jetzt ersteinmal duschen gehen und das nötigste zusammenpacken. Je länger Sie hier sind, desto größer wird die Gefahr, das Sie doch noch getötet werden."
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Joanna am 14.05.2021 14:20Es war als würden kleine Hämmer beständig von innen ihre Schdeldecke malträtieren. Denken war nahezu unmöglich. Ihr Kopf fühlte sich dick bandagiert an, ihre Augen brannten vor Müdigkeit und tränten ein wenig. Es war viel zu früh am Morgen, sie hätte sicher noch mindestens zwei Stunden im BEtt gelegen bevor sie sich zum Aufstehen hätte animieren können und stattdessen sollten jetzt sogar Denkaufgaben von ihr gefordert werden.
Scheiße ey. Wie sollte sie denn rigendwelche Fragen beantworteten, wenns ie sich wie durch einen Mähdrescher gepült fühlte?
Und dann auch noch solche Fragen, von denen sie keine Ahnung hatte. Wie lange waren Sie dort? Scheiße, was wusste sie schon! "Keine Ahnung", antwortete Joanna also und zuckte mit den Schultern. Sie hatte echt keine Ahnung. Sie wusste noch nichtmal ob sie bezahlt hatte oder nicht - aber normalerweise tat sie das die Abende. Also... jeden Abend. "Fragen Sie doch die Barfrau... oder Barinhaberin. Sie heißt Michelle Ferrera. Aber ich bin sicher erst nach Mitternacht weg oder so. Bleib normalerweise bis die Bar schließt." Ihr gefiel es nicht, so darüber zu sprechen. Sie hatte zwar kein Problem damit, dass das ganze Dorf wusste, wie viel sie trank aber sie wollte es nicht gerne unter die Nase gerieben bekommen. Ebenso wenig wollte sie da+r irgendwie belangt werden oder iwas... und sie wollte nicht darüber reden. Weil das würde zwangsläufig auch zu der Frage führen warum sie viel trank und... Fuck, nein. Darüber würde sie nicht reden.
Und überhaupt... sie hatte das mit dem Alk ja im Griff. Sie bekam ihr Leben auf die Reihe, die Arbeit, das Essen und Einkaufen. Konnte auch mal nen Tag oder zwei ohne Alk auskommen, wenn es sein musste. Sie... wollte es nur halt nicht. Mit Alk war es einfacher, so viel einfacher..
In riesiger Gefahr? Jo runzelte leicht die Stirn und rieb sich dann kurz mit ihren Fingern über die schmerzenden Stellen. "Fuck, keine Ahnung! Wenn es kurz nach Mitternacht war, dann war ich wohl erst kurz vorher gegangen. Bin normalerweise aufn direktem Weg nach Hause, soweit ich weiß." Wo sollte sie in diesem Kaff wo jeder sie abgrundtief verabscheute denn auch sonst hin?
Sie hasste es. Sie hasste gerade abgrundtief alles. Diese Befragungen erinnerten sie an damals. An die Zeit nach dem Unfall, als die Bullen sie im Kranknehaus besuchten, um ihr dort zum ersten Mal die Fragen zu stellen,w elche sie später auf dem Polizeipräsidium wieder und wieder und wieder und wieder wiederholen würden. Wann ist die Ampel auf Rot gesprungen? Warum haben Sie sie überfahren? Ist Ihnen irgendetwas aufgefallen. Worüber haben Sie im Auto gesprochen, wurden sie abgelenkt? Warum waren sie aufgeregt? Haben Sie das Auto nicht gesehen? Wie konnten sie auf die Straße abkommen. Was haben Sie getan als sie das Auto kommen sahen? Und auf die meisten Fragen hatte sie auch da keine Antworten gehabt. Nicht wegen dem Alk. Sondern wegen dem Trauma und der Gehirnerschütterung. Die Erinnerungen waren wiedergekommen, aber beantworten konnte sie die Fragen trotzdem nicht. Sie hatte einfach nur scheiße gebaut. Einfach nur abgrundtiefe scheiße.
Und jetzt fühlte sie sich wieder so sehr dahin gesetzt. Eine Reise in die Vergangenheit.
"Fuck, ich weiß es nicht!! Okay?", fauchte sie den Mann an, ihr Herz sprang, ihre Augen brannten noch immer. Mit reiner Hand fuhr sie sich zdurch ihre blonden Haare und zwang sich zur Ruhe. Sie musste einfach nur an ihre Mauer denken aus dem Knast. Ja, richtig. Einfach nur die Mauer hochziehen, das war alles.
Sie schluckte.
"Ich... weiß es nicht." Die Schmerzen in ihren Schläfen wurden schlimmer, bohrten sich wie ein Schaubstock immer weiter in ihren Kopf je länger sie versuchte darüber nachzudenken. "Ich... keine Ahnung. Ich erinner mich vage den Typen da liegen gesehn zu habn und hab versucht mit ihm zu redn mein ich. Aber ich glaub nicht, dass er iwas geatnwortet hat, keine Ahnung." Und selbst das waren nur die äußersten Fetzens ihres Versetandes. Würde mans ie fragen, würde sie sagen, sie wäre sich bei diesen Aussagen zu 30 Prozent sicher. Vielleicht auch eher zu 20%.
Sie spürte, dass auch der Typ vor ihr immer angespannter wurde - aber ihr schädel war gerade absolut echt nicht zu mehr in der Lage. Sie brauchte echt, unbedingt nen starken Kaffee. Irish Coffee am Besten. Der belebte mehr. Und ne fucking Kopfschmerzateblette.
Doch die nächsten Worte von Steven Rogers brauchten sie zum Blinzeln. "Bitte was?", wiederholte sie und eine Art angedeutetes verbittertes Lächeln (wirklich nur der Hauch), legte sich kurz auf ihre Lippen. "Dein Ernst? Alter scheiße. Ich hab doch nichts gemacht. Ich war nur drunk."
Mit einer Hand fuhr sie sich übers Gesicht. "Fuck, sorry. Ich brauch wirklich nen Kaffee." Sie ging an ihm vorbei in die Küche, machte das Licht an und setzte den Kaffee auf. Neben ihrer Kaffeemaschine stand die halbleere Whiskeyflasche, die Jo jedoch gar nicht bemerkte. Aus einer Schublade holte sie eine starke Kopfschmerztablette, warf sie sich in den Mund und spürte sie mit einem kurzen Schluck runter. Sie fragte nicht, ob er Cop auch nen Kaffee wollte. Sie mochte Cops nicht sonderlich.
Genau wegen solchen Situationen wie grade.
Und vielleicht, weil ihr Mann ein Cop war und der sie nun hasste. Ebenso wie seine Freunde. Wie jeder Cop den sie je gekannnt hatte und sie hatte viele verkannt. Also ja - sie war nicht sonderlich gut auf die Typen zu sprechen (auch wenns ie es ihnen natürlich wirklich nicht übel nahm. Wie auch?
Sie hatte es schließlich nicht anders verdient.
Mit gesenktem Kopf stand sie an der Küchentheke und starrte fast wie paralyisert vor sich hin. Langsam drehte sie sich dann wieder zu Steve um. Wenn er nen Cop war und sie hier befragten... würden die eh schon alles nachgeschaut haben. Da machte sie sich keine Hoffnungen. So ein verfickter Scheiß. "Wegen diesm Scheiß komm ich aber nicht wieder innen Knast, oder?", fragte sie mit ihrer leicht rauen Stimme. Blicke ihn an. Sie wusste immerhin, dass sie noch auf Bewährung war. Und sie hatte echt kein Plan wie ein Leichenfund mit möglicherweise unterlassner Hilfeleistung sich darauf auswirken könnte. So. ein. Fick. Echt.

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