Steve & Joanna ~ What Did You Saw? (Zwangscut)
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Tony
Gelöschter Benutzer
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Tony am 26.06.2021 01:37Steve
Gelöschter Benutzer
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Steve am 23.06.2021 14:48Steve war mit halbwegs guter Laune im Tower unterwegs gewesen, hatte hier den ein oder anderen Bekannten gegrüßt, der nun für oder mit den Avengers arbeitete. Natasha hatte er kurze Zeit später schon aus dem Blickfeld verloren, wahrscheinlich war sie auf dem Weg zu Banner um mit ihm ein wenig zu quatschen, allerdings wusste er das auch nicht. Trotzdem interessierte es ihn, was die Rothaarige wohl gerade machte. Immerhin schienen sie gute Freunde zu sein, der ein oder andere Flirt war tatsächlich auch schon dabei gewesen. Aber wenn man ehrlich war, war das zwischen ihnen nichts weiter als eine gute Freundschaft. Eine sehr gute Freundschaft. So zumindest, schätzte es der Supersoldat ein. Das musste jedoch nichts heißen, denn auf diesem Gebiet war er wirklich eine absolute Niete. Er bekam einfach nichts mit.
Unten in der Werkstatt war die Begrüßung schnell getan gewesen. Eigentlich hatte der Soldat gehofft, einen Funken Emotion in den Augen der jungen Frau zu lesen, doch ihre Mimik war genauso ausdruckslos wie die Stimme, mit der sie den Erfinder begrüßt hatte. "Dummerweise weilt dein Vater nicht mehr unter uns Tony, ich bin sicher, er ist dir eine große Konkurrenz. Oder wäre es zumindest, denn wenn wir ehrlich sind, ihm fehlten in den Vierzigern nur die technischen Mittel. Wer weiß, vielleicht hätte er mit ihnen genau das erreicht, was du heute erreicht hast?", zog der Blonde seinen Freund auf. Die ein oder andere Stichelei musste sein, nicht das das Ego des ohnehin schon leicht arroganten Mannes völlig davonflog. "Aber ja, in der heutigen Zeit bist du eindeutig der Beste.", versuchte er es dann doch nochmal mit Nettigkeit und nickte.
Der Kaffee für Joanna war schnell gemacht gewesen, es hatte nicht lange gedauert einen aufzutreiben. In seiner Werkstatt hatte der Erfinder so ziemlich alles rumstehen, so war auch schnell ein Kaffee für die junge Frau in Arbeit. Ob es ihr nun gefiel oder nicht, Steve würde so ziemlich ziemlich viel dafür tun, damit sie während ihres Aufenthaltes möglichst wenig Alkohol zu Gesicht und vor allem zu trinken bekam. So war es einfach das beste. Und wer weiß, vielleicht würde sie dann auch einen Schritt in die Richtung gehen, das Joanna gar nicht mehr trank? Trotz der Hoffnung konnte er es sich allerdings nur schwer vorstellen. Nach dem ihr Kaffee in Arbeit war, hatte sich Steve wieder an Tony gewandt, an dessen Blick er an zwei Fingern abzählen konnte, das er wirklich keine Ahnung hatte, was er mit Joanna machen sollte. "Sie ist hier, weil wir ihr mit den Erinnerungen auf die Sprünge helfen sollen.", gab er dem Wissenschaftler den Anstoß und nickte. "Und Fury dachte, das du und Banner, oder auch nur du, eine Idee haben könntet, wie das gehen würde." Abwartend blickte er ihn einen Moment an und nickte dann langsam. Das war der Stand der Dinge, den sie erstmal zu klären hatten. "Solange wir ihre Erinnerungen nicht kennen und der Winter Soldier noch auf freiem Fuß ist, passe ich auf sie auf. Und sie wird hierbleiben, solange Fury nichts anderes anordnet.", stellte er noch fest und nickte wieder. "Hier gibt es ja genug Raum."
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Joanna am 17.06.2021 09:20Oder vielleicht schuldest du ihnen gerade deswegen etwas, weil sie immer zu dir gehalten haben ... Aber ich würde verdammt nochmal die Welt in Bewegung setzen, um ihnen irgendetwas zurückzugeben ... Aber sie haben zu dir gehalten, weil sie wissens, was in dir steckt .... Sie akzeptieren dich jetzt ... manchmal versetzt es ihnen auch einen kleinen Stich, wenn sie dich so sehen ... so zerbrechlich...
... so zerbrechlich...
... zerbrechlich...
Allen Mauern zum Trotz, all ihrer bemühten gebauten Fassade zum Trotz spürte Joanna, wie sich da ein dicker Kloß in ihrem Hals bildete, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen. Ihre Kollegen, ihre Freunde, waren die einzigen, welche sie im Gefängnis immer hatten besuchen durfen. Die einzigen, von denen sie den Besuch annahm. Sie waren so für sie da gewesen nach dem allen, eine ganze Weile hatte sie bei Maria gelebt oder auch mal enien Tag bei Tom oder was auch immer... sie hatten ihr ihren Job gehalten und sie waren wunderbar. Und natürlich wäre Jo immer für sie da. Wenn einer von ihnen Hilfe bräuchte oder sonst irgendwas - sie wäre sofort da. Sofort, würde alles in Bewegung setzen. Doch...
...sie konnte es nicht verhindern, dass ihre Augen vor Tränen glänzten, auch wenn diese nicht fielen. Sie sah Steven direkt in die Augen. Seine Worte hatten weh getan. Auch wenn er helfen wollte. "Die alte Joanna gibts aber nicht mehr.", sagte sie nur. Mit einer Stimme, aus der reine Bitterkeit sprach und man den dicken Kloß in ihrer Hals heraushören konnte.
Dafür, dass er nicht 'in ihrer Suppe herumrühren' wollte, tat er das aber ausgesprochen leidenschaftlich. Sie wollte das nicht, sie hatte keinen Bock drauf, sie wollte das nicht, es sollten sie einfach alle in Ruhe lassen, es sollten sie einfach alle Scheiß-Typen in Ruhe lassen... Sie atmete mühsam und gezwungen kontrolliert, um sich vor Tränen zu bewahren. Vor einem Nervenzusammenbruch. Und gewann den Kampf.
Sie sagte nichts mehr zu Steve.
Eine Weile später hatten Steve und sie den Avenger Tower in New York City erreicht und waren abgesetzt worden. Wortlos folgte Joanna dem Mann, der jetzt in nächster Zeit wohl ihr 'Aufpasser' sein würde. Das Positive an diesem ganzen Scheiß war, dass sie weg von ihrem beschissenen Dorf und wieder in einer großen Stadt war. Der Nachteil (und das fiel ihr jetzt erst auf): einerseits würde sie ihre Kollegen (wie steve ja noch so schön gesagt hatte, dass sie ihnen doch was schuldete) im Stich lassen, weil sich das mti dem Arbeiten jetzt erstmal als echt schwierig gestalten würde und darüber hinaus hatte sie hiermit jetzt wundervoll gegen ihre Bewährungsauflagen verstoßen, oder? Immerhin hatte sie diesen 'Auslandsaufenthalt' nicht mit ihrer Bewährungehelferin besprochen. So ein Scheiß. Hoffentlich hatten die Avengers auch daran gedacht.
Sie wollte nicht auch noch die letzten zwei Jahre in den Knast... Fünf Jahre hatten wirklich mehr als gereicht.
Sie durchquerten eine Bar, in der Joannas Blick schnell über die Flaschen flog. Ihre Kehle fühlte sich trocken wie Sandpapier an, es kribbelte in ihren Fingern, ihr Kopf dröhnte. Wie gerne wollte sie... und dann waren sie schon im nächsten Gang. Ob man ihr wohl erlauben würde, hier was zu trinken..? Wahrscheinlich nicht.
Ihre Launge sank auf den Tiefpunkt.
Mit dem Aufzug fuhren sie nach unten und waren bald darauf in einer großen Werkstatt angekommen, wo man bereits den Mann, dessen Gesicht man aus sämtlichen Medien kannte, beim Arbeiten vorfinden konnte. Tony Stark. Sie spürte eine ganz, ganz schwache Begeisterung in sich. Eine Scherbe eines früheren Selbst, die jedoch hoffnungslos von ihrer Depressivität niedergedrückt wurde.
Mit endlich wieder wie üblich komplett emotionslosem Gesicht sah sie Tony an und erwiderte den Händedruck. "Hey. Schön, Sie kennenzulernen.", sagte sie aufrichtig, auch wenn ihre Stimme genauso emotionslos war wie ihre Mimik. Er war jedenfalls ziemlich von sich überzeugt und angetan.
Und natürlich ging es schon um ihren Alkoholpegel. "Mehr oder weniger", antwortete Joanna nur schlicht. Sie hatte definitiv noch Restalkohol im Blut, von dem sie aber nicht mehr viel spürte. Ihr Irish Coffee in ihrer Themoskanne war so gut wie leer, aber ein einziger Irish Coffee tat ja nicht viel. Gerne wollte sie noch ein paar Becher. Und schon fragte Tony. Ihr einer Mundwinkel zuckte schwach. "Ich schätze, das was ich grad gern hätte würd ich nicht bekommn.", vermutete sie. Ganz viele Irish Coffee. Sie war komplett übermüdet, am Arsch, ihre Augen brannten. "Also keine Ahnung. Kaffee. Danke." Irgendwie musste sie sich ja ein bisschen wacher machen. Auch wenn mit Alk besser war. Viel besser.

Tony
Gelöschter Benutzer
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Tony am 14.06.2021 21:32Steve
Gelöschter Benutzer
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Steve am 12.06.2021 22:38Zwar hatte der Soldat nie eine wirklich stark nach außen tragende Beziehung zur Religion gehabt, aber die Vorstellung hatte ihm immer geholfen, mit den Tatsachen fertig zu werden. Klar, er kam sich schon ziemlich bescheuert vor, als Natasha und Tony ihm hatten erzählen wollen, das es neben diesem einen Gott auch noch weitere Götter gab. Und das einer von ihnen gerade dabei war, New York in Angst und Schrecken zu versetzen, hatte er erst recht nicht glauben wollen. Als dann aber auch noch der Bruder auf dem Quinjet landete, Stark in die Nacht heraussprang und sich auf einmal alle gegenseitig bekämpften, hörte er doch auf, solche Tatsachen in Frage zu stellen. Wahrscheinlich gab es neben solchen Sachen sowie neben der unergründlichen Welt der Technik, noch unfassbar viele weitere Sachbereiche, die der Soldat nie verstehen würde.
Und trotzdem hoffte Steve, das Joanna auch mal in der Lage sein würde, die Dinge so zu sehen wie er. Das auch sie irgendwann Kraft daraus ziehen könnte. Aus der Tatsache, oder eher aus der Vermutung, das ihre Familie von dort auf sie aufpasste, sie beschützte und für sie da war. Als Schutzengel. Und das sie, im Gegensatz zu ihr, ihr nicht die Schuld an dem gaben was passiert war. Vielleicht war Joanna auf dem Papier Schuld - sehr sicher sogar, immerhin war es nachgewiesen wurden - aber ihre Familie würde ihr dort oben nicht die Schuld geben. Darauf vertraute der Avenger. Warum konnte er sich dabei nicht mal wirklich erklären, aber irgendwie glaubte er daran. "Es ist schön, irgendwie. Beruhigend.", bestätigte er deshalb noch zum Schluss und nickte, mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Irgendwie wollte er Joanna Mut machen, ihren tief versteckten Optimismus fördern - dabei wusste er nicht mal warum. Er kannte die junge Frau vor sich nicht mal einen Tag, aber aus ihm schien der Menschenfreund zu sprechen. Es zählte nicht zu seinen liebsten Tätigkeiten, traurige Menschen zu sehen.
"Ich weiß du schuldest deinen Kollegen nichts. Oder vielleicht schuldest du ihnen gerade deswegen etwas, weil sie immer zu dir gehalten haben. Das ist deine Entscheidung. Aber ich würde verdammt nochmal die Welt in Bewegung setzen um ihnen irgendetwas zurück zu geben. Ich weiß, ich bin nicht du - und ich will dich nicht bevormunden. Bevormundung ist scheiße. Aber sie haben zu dir gehalten, weil sie wissen was in dir steckt. Da bin ich mir ganz sicher. Sie akzeptieren dich jetzt, so wie du bist. Aber ich glaube die alte Joanna, die hätten sie manchmal viel lieber zurück. Ich bin mir auch ziemlich sicher, das sie dich jetzt mögen. Aber ich glaube, manchmal versetzt es ihnen auch einen kleinen Stich, wenn sie dich so sehen.. so zerbrechlich." Vermutlich war es eine dumme Idee, weiter auf Joanna einzureden. Steve lehnte sich damit weiter aus dem Fenster als ihm eigentlich lieb war, aber manchmal hatte man eben keine andere Wahl. Manchmal musste man sich aus dem Fenster lehnen - und irgendwie blieb das Gefühl, das genau das heute richtig war. Wieder war er unbeabsichtigt ins Du übergegangen. Innerlich hoffte er, das Joanna es ihm nicht übel nahm. Aber er glaubte, das könnte sie gerade noch so verkraften.
"Ich weiß Sie brauchen keine Hilfe, Miss Officer. Weil sie keine wollen. Aber das ist ihre Suppe. Ich bin nicht hier, um Ihnen darin herumzurühren, aber ich wollte schlichtweg meine Sichtweise kund tun. Manchmal kann es zu einem Denkanstoß kommen und hilft am Ende doch ein wenig mehr. Und ich mein, wer weiß? Vielleicht denken Sie in drei oder vier Monaten irgendwann mal an meine Worte und geben sich einen Ruck.", kommentierte Steve mit einem kecken Lächeln auf den Lippen und zuckte die Schultern.
Zusammen mit Joanna ging er durch die große Tür, die sonst Tony nahm, wenn er von seinem Iron Man Anzug befreit wurde. Vorbei an einigen Räumen mit verschlossener Tür - an manchen standen Nummern, an anderen wieder Namen auf kleinen Schildern. Zielstrebig führte er die junge Frau neben sich an einer Bar vorbei, er ließ Joanna gar nicht großartig Zeit sich dort umzusehen. Irgendwie wollte er nicht, das sie in der Nähe der Bar war. Sie war mehr von Nutzen, wenn sie nüchtern war - und genau das war ja auch das Ausgangsproblem gewesen. Die junge Frau war zu betrunken um zu realisieren, das vor ihr ein toter Mann war und dann fehlten ihr auch noch die Erinnerungen.
Es dauerte nicht lang, bis sie mit dem Fahrstuhl einige Stockwerke nach unten fuhren und dann vor einer großen Werkstatt standen. Der Soldat legte seine Hand auf die große Glastür, die in diesem Moment aufleuchtete und dann mit einem plötzlichen Klicken aufsprang. Bereits im hinteren Teil der Werkstatt sah man einen Mann stehen. Braune Haare, Bart, weißes, an den Armen bis zum Ellenbogen hochgekrempeltes Hemd. Die ersten Knöpfe waren offen und er bewegte sich selbstsicher hin und her. Bisher schien er sie nicht mitbekommen zu haben, doch dann meldete sich eine Stimme aus dem Nichts. Diese Stimme war JARVIS, Tony Starks künstliche Intelligenz. "Mr. Stark? Steve Rogers und Joanna Officer sind nun hier.", kündigte er den Besuch an und verstummte wieder. Der Philantrop drehte sich zu den beiden um und kam langsam auf sie zu. Nach einer kurzen Umarmung für Steve und einem Händeschütteln für Joanna, räusperte sich der Soldat. "Joanna, das ist Tony Stark. Der berühmteste und intelligenteste Erfinder der Welt. Ich kenne keinen, der besser ist." Mit einem amüsierten Lächeln blickte er zu Tony. "Tony, das ist Joanna. Sie ist die Zeugin im Fall des Winter Soldiers. Die, die sich nicht erinnern kann was passiert ist. Sie war zu betrunken.", stellte er nun auch seinem Freund die junge Frau vor.
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Joanna am 11.06.2021 14:57Schweigend nickte Joanna ein wenig. Die Art und Weise wie Steven das sagte - dass es ihm Kraft gab und Hoffnung - das war schön zu hören. Das war es wirklich. Doch sie selbst konnte das nicht. Natürlich war sie religiös großgezogen worden, doch bereits in ihrer Jugend hatte sie begonnen sich davon abzuwenden, hatte die Kirche oft nicht besucht oder sich weggeschlichen am Sonntag um anderen Beschäftigungen nachzugehen. Je älter sie geworden war, desto mehr war ihr glaube an Gott nach und nach verschwunden. Sie lebte im Hier und Jetzt, mehr in der Realität, hatte immer gerne neues ausprobiert, neue Erfahrungen gesammelt und war auch auf Ideenerkundung gegangen, ja - aber wirklich dran geglaubt hatte sie nicht. Und nach dem Unfall... Ihre Familie war tot. Sie war tot und sie würde nie mehr zurückkehren. Das war die schlichte, ernüchternde und grausame Wahrheit. Sie war tot. Wegen ihr.
Aber ihre Sichtweisen brauchten nicht die von anderen zu sein und sie war auch froh darüber, dass dem nicht so wahr. Aus iren tiefliegenden Augenhöhlen warf sie ihm einen Blick zu, ihre Mundwinkel verzogen sich schwach zu dem Ansatz eines Lächelns. "Das klingt schön. Es freut mich für dich." Er hatte ja auch einige Jahrzehnte mehr Zeit gehabt, nicht wahr? Sie wusste wirklich nicht, ob sie diesen Glauben einmal für sich selbst entdecken würde, aber... sie bezweifelte es. Sie bezweifelte es wirklich.
Schuld verjährte nicht.
Die Berühmtheit vor ihr schien das allerdings anders zu sehen. Glaubte in ihr eine Stärke zu sehen, die einfach nicht mehr da war. In einem früheren Leben war Joanna immer ausgesprochen begeisterungsfähig gewesen, war fröhlich mit dem Kopf durch die Wand und für jeden Spaß zu haben gewesen. Wild, könnte man sagen. Die Zeiten waren vorbei. Sie war jetzt jemand anderes. Sie war über vieles hinweggekommen, was geschehen war, hatte sich durch vieles durchgekämpft. Aber ihre Familie umgebracht zu haben... fünf Jahre im Gefängnis gewesen zu sein... fuck, das war etwas anderes. Es war einfach etwas ganz anderes. Aber was sollte sie ihm sagen?
So schwieg sie einfach, kleisterte in ihrer inneren Mauer vorsichtig noch eine schicht Spachtelmasse dazu, das alles ein bisschen besser halten mochte. Er hatte ohnehin schon viel zu viel von ihr gesehen. Sie mochte es nicht, ihre Gefühle mit anderen zu teilen. Es war ihr Scheiß und hatte mit ihrer Umwelt nichts zu tun. Eine der wenigen Einstellungen, die sie mit ihrem alten Ich noch gemein hatte. Was sich nur durch die Jahre im Knast noch verschärft hatte.
Dennoch versuchte Steven Rogers es. Er versuchte es tatsächlich. Ihr... was? Positivität einzureden. Sie konnte nicht leugnen, dass es gut tat, mal positive Worte zu hören anstellte der immer gleichen Hassbriefe. Aber dennoch fühlte sie sich fast ein wenig angegriffen. Als hätte Steven doch irgendwo ein Loch in ihrer Mauer gefunden um hindurchzubrechen und das mochte sie nicht. Es waren ihre Probleme, nicht die Seinen. Sie gingen ihn nichts an. Sie seufzte leicht. "Das ist mir bewusst", erwiderte sie und richtete ihren Blick wieder auf den großen Mann. "Ich liebe die Musik auch und ich hab... fucking die besten Kollegen, die man sich nur vorstellen kann." Sie hatten zu ihr gehalten. Sie hatten ihre Stelle fünf Jahre lang für sie praktisch irgendwie frei gehalten, damit sie sofort wieder bei ihnen anfangen konnte, sobald sie aus dem Knast raus war. Das tat nicht jeder. Lange nicht jeder. Sie waren wirklich, wirklich wahre Freunde. Und die einzigen, die sie tatsächlich hin und wieder wirklich an sich ranließ. "Aber ich habe meinen Job. Ich erfülle ihn. Tag für Tag. Dafür muss ich nicht kämpfen. Das ist einfach das, was mich durchs Leben bringt." Der Grund, weswegen sie sich jeden Morgen mühsam aus dem Bett kämpfte, sich zwang sich anzuziehen. Sich Kaffee zu machen - Irish Coffee natürlich. Weil die Musik, die Arbeit sie rief. Das einzige noch wirklich Positive in ihrem Leben. Sie gab einen kleinen genervten Laut von sich. "Hörn Sie... ich weiß es zu schätzen, was Sie hier versuchen. Aber ich brauche keine Hilfe. Ich komme klar." Sie wollte einfach nur ihre Ruhe und wollte nicht drüber sprechen. War das wirklich zu viel verlangt?
Offensichtlich ja. Genervt wandte sich Joanna kurz ab. Fuck, da hatte sie ja echt gar keinen Bock drauf. "Dann beschützen Sie mich. Aber halten Sie sich bitte aus meinem Gefühlsleben raus, ja?" Sie sah ihm direkt in die Augen - ziemlich missgelaunt, was man jedoch nur an ihrem Blick erkennen konnte, ihre Mimik war so absolut neutral wie immer. "Das geht nur mich etwas an." Und sie hatte wirklich keine Lust dass irgendwer - auch kein Therapeut und erst recht nicht irgendjemand - begann ihre tiefsten Gefühle zu ergründen. Nein. Da hatte sie echt kein Bock.
Eine rasante Motorrad-Fahrt später, die sogar ein kleines wenig für einen winzigen Moment die alte Joanna in ihr weckte (oder zumindest anstupste), waren sie an dem Quinjet angekommen und mit diesem bereits in die Lüfte gestartet. Einen Moment betrachtete Joanna die Hand die ihr entgegengestreckt wurde, dann ergriff sie sie um sie leicht zu schütteln. "Joanna", stellte sie sich selbst (unnötigerweise) mit neutraler Stimme vor und bot ihm somit ebenfalls das Du an. Sie fühlte sich geehrt, Iron Man aka Steve Rogers duzen zu durfen. War bestimmt auch nicht bei jedem x-beliebigen Zivilisten der Fall.
In diesem Augenblick meldete sich auch schon Natasha und Joanna blickte zum Cockpit und dann ebenfalls aus dem Fenster. New York City. Eine riesige Stadt, eine riesige Flucht aus Hochhäusern. Ein Traum. Sie liebte die Städte und die Anonymität in Städten. Sie hasste dagegen ihr Dorf. Es würde gut tun, ne Weile inner Stadt zu verbringen, schätzte sie. Soweit es halt 'gut' gehen konnte.
Sie flogen geradewegs auf den großen Avengers Tower zu, wo sie schließlich landeten. Natashas Worten nach zu schließen würde es also nicht mehr allzu lange dauern, bis sie den größten Erfinder der Menschheit - Tony Stark - kennenlernen würde. Mal sehn wie das werden würde. Sie stiegen aus und schweigend folgte Joanna Steve in den entsprechenden Raum. Unterwegs trank sie rasch noch einen Schluck Irish Coffee. Gott, fuck. Sie wünschte wirklich sie hätte was stärkeres da. Sie fühlte sich wie überfahren..

Steve
Gelöschter Benutzer
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Steve am 09.06.2021 19:28Nein, an sowas schien man sich tatsächlich wirklich nicht zu gewöhnen. Bereits über ein halbes Jahrhundert war Steve sein bester Freund nun schon tot - und immer noch quälten ihn in der Nacht diese schrecklichen Albträume. Die Träume, in denen er immer wieder hatte machtlos zusehen müssen, wie Bucky in die Tiefe stürzte. Ohne das Steve ihm helfen konnte. Ohne Hoffnung, ohne Rettung und ohne Veränderung. Jedes Mal dasselbe. Mit trüben Augen blickte der Supersoldat zu Joanna rüber und schüttelte den Kopf. "Nein, scheinbar gewöhnt man sich tatsächlich nicht daran.", gab er dann auch noch verbal zu und seufzte kurz auf.
Irgendwie wäre es sicher besser, wenn sie schnell genug von diesem Thema wegkommen würden. Rogers gefiel es nicht, das Joanna zu viel über ihn und seine Gefühlswelt würde erfahren können. Zwar schien er ihr bis zu einem gewissen Grad zu vertrauen, sonst hätte er ihr gar nicht so viel erzählt, aber man musste es ja nicht gleich ausreizen. Und außerdem mochte es der Soldat selber nicht, von sich so viel zu erzählen. Solche Dinge focht er mit sich im privaten aus, niemand musste davon mitbekommen oder irgendetwas darüber wissen. In seinem Leben gab es nur ganz wenig Personen, die er an sich ranließ. Die wussten, was passiert war. Und die wussten, wie er darüber dachte und sich fühlte. Irgendwann hatte er begonnen sich abzuschotten und das war auch gut so gewesen. Er wollte niemanden mit seinem Gefühlschaos belasten.
Mit einem leicht benommenen Gefühl blickte er nach kurzer Zeit des Schweigens und der Stille wieder zu ihr hinüber. Scheinbar dachte sie über seine Worte nach, denn auch sie schwieg eine ganze Zeit lang. Es lag in der Interpretationsphase, wie man seine Worte nun wahrnahm. Steve selber hatte nie mit Bucky darüber gesprochen, was sie machen würden, wenn einer von ihnen nicht mehr wäre. Aber zumindest ein wenig religiös war er doch gewesen und so glaubte er in gewisse Weise fest daran, das es Bucky gut gehen würde. Im Himmel. Das er dort mit Steve seiner Mutter und seinem Vater sein würde und das sie ihn von dort oben beobachteten. Es gab ihm Kraft, das zu denken. Und es machte es ein wenig weniger schmerzhaft. Der Tod hatte Bucky so viele Schmerzen erspaart. Nachdem Hydra ihn offensichtlich gefoltert und für irgendwelche kranken Experimente missbraucht hatte, hatte er nun endlich seine Ruhe. Weitere Jahre des Krieges wurden ihm erspaart. Weitere Jahre des Kampfes. Sergeant James Buchanan Barnes hatte die ewige Ruhe gefunden, in der er, zusammen mit dem Rest von Steves Familie, den Supersoldaten beobachtete, ihm Kraft gab und sein Schutzengel war. Und zugegeben, sein Schutzengel machte einen wahnsinnig guten Job - wie oft hätte der Blonde schon die Blumen von unten betrachten können, wenn der geflügelte Engel nicht gewesen wäre? Ach, es waren mit Sicherheit einige hundert Male. "Es gibt mir Kraft.", bestätigte er schlussendlich und nickte wieder, dieses Mal mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. "Und es gibt mir Hoffnung. Hoffnung darauf, das alles gut wird."
Das schwache Lächeln das sich auf die Lippen der jungen Frau legte, erwiderte Steve mit einem zuversichtlichen und überzeugten Blick. "Ich denke nicht, das ich Sie überschätze. Ich denke lediglich, ich sehe etwas, was Sie nicht sehen.", widersprach er Joanna und nickte überzeugt. Er wusste es einfach. Oder zumindest glaubte er es zu wissen. Fast jeder Mensch brauchte nach einer Niederlage, einem Verlust seine Zeit und es gab verschiedene Wege sich aus den Schmerzen zu befreien. Nach dem Steve festgestellt hatte, das er nicht betrunken werden konnte, hatte er sich begonnen in die Arbeit zu stürzen. Die Hydra-Stationen zu vernichten und sie dem Erdboden gleich zu machen. Und Joanna hatte sich einfach einen.. anderen Weg gesucht. Irgendwie. Als sie ihm widersprach und sagte sie habe nicht aufgegeben nickte er langsam. Er konnte ihre Sichtweise auf die Dinge verstehen, auch wenn er nicht ganz mitzugehen schien. "Sie haben aufgegeben zu kämpfen, Miss Officer. Sie haben aufgegeben, nach einem neuen Weg zu suchen. Ich bitte Sie, schauen Sie sich mal ein wenig in ihrem Leben um. Sie sind Musikproduzentin, ich weiß nicht, wie erfolgreich Sie sind, aber ich bin sicher, Sie mögen was Sie tun. Oder irre ich mich? Und Sie tun es weiter. Sie produzieren weiter Musik und machen damit wahrscheinlich mehr Menschen Hoffnung als Sie denken. Also.. warum nicht dafür kämpfen? Anderen Menschen Hoffnung zu machen."
"Und genau genommen.. kann ich das nicht so machen, nein. Ihr Scheiß ist auch mein Scheiß. Ich muss Sie beschützen und mich um sie kümmern. Zumindest für die nächste Zeit.", entgegnete der Soldat zum Schluss mit einem leicht amüsierten Lächeln. So schnell würde er nicht aufgeben - er hatte immer noch Hoffnung für Joanna.
Im Quinjet angekommen hatten sie sich auch schon schnell in die Luft erhoben. Steve und Natasha hatten ihrem 'Mitbringsel' schnell erklärt, wer der berühmte Tony Stark war und als sie bestätigte, das auch sie nun wisse wer der Erfinder war, fasste der Soldat einen Entschluss. Bestimmt streckte er ihr die Hand aus und lächelte ein wenig. "In Anbetracht der Tatsache, das ich Sie wahrscheinlich etwas länger in meiner.. Obhut haben werde.. ich bin Steve." Mit dieser Aussage bot er ihr das Du an, auch wenn er damit einen nicht all zu begeisterten Blick von Natasha abbekam. Diese schien von der ganzen Aktion zum einen wenig begeistert und zum anderen auch wenig überzeugt zu sein. Doch bevor Steve auch nur ein wenig was sagen konnte, schnitt sie ihm das Wort ab. "Wir sind gleich da.", kam es vom Cockpit aus und Steven blickte aus dem Fenster. Vor ihnen, New York City. Und groß zu sehen: der Avengers Tower. Zielsicher flog die Rothaarige den Jet auf die kleine Landefläche zu und ließ ihn zu Boden gehen. "Während ihr dahinten Small Talk betrieben habt, hat Fury mich kontaktiert, Steve. Wir sollen sie gleich zu Stark bringen, er wird irgendwann dazukommen. Wenn er Zeit hat.", informierte ihn die Agentin gerade als die Ladeklappe sich Richtung Boden senkte. Kurz darauf war sie auch schon ausgestiegen, Steve und Joanna hatte sie im Quinjet zurückgelassen. Mit einem ermutigenden Lächeln wandte sich der große Soldat nun zu Joanna um. "Kommen Sie. Ich stelle Ihnen nun Tony Stark vor." Und mit diesen Worten ging auch er die Landeklappe hinunter.
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Joanna am 28.05.2021 14:33"An so etwas gewöhnt man sich wohl nicht", sagte Joanna schlicht. Siebzig Jahre war es her, dass er seinen besten Freund gekillt hatte... Im ersten Moment stutzte Joanna, doch dann fiel ihr wieder ein, mit wem sie hier gerade redete. Steve Rogers, oder auch Captain America. Es war lange her, aber klar hatte mani mmer wieder etwas über Medien aufgeschnappt. War es nicht... irgendwas damit gewesen dass er eingefroren gewesen war...? Oder irgendwie sowas...? Im Grunde genommen war es ihr gerade auch echt egal (oder besser war es ihr egal geworden). Es spielte keine Rolle. Egal wie lange es wohl war - die Schuld am Tod eines geliebten Menschen wurde man nicht einfach los. Es veränderte alles.
Zumindest bei ihr. Es mochten zwar nicht siebzig Jahre sein, aber immerhin auch schon fünf einhalb.
Man konnte es Steven ansehen. In seinen Augen. Wie nah ihm das Thema mit seinem Freund ging. Und Joanna verstand es. Sie verstand es wirklich. Sie musste nur an Lis denken und... fuck. Ihre kleine Schwester hatte es nicht verdient gehabt, zu sterben. Nicht so früh, nicht kurz vor ihrer Hochzeit. Und ganz sicher nicht so, nicht durch sie...
Und sie lauschte ihm, warum er weiter machte. Dass er es versprochen hatte. Dass er glaubte, dass sie ihn noch immer sahen, dass er sie nicht enttäuschen wollte. Er hatte mit seinem besten Freund es anscheinend mal ansprechen können. Er hatte ihm etwas versprochen. Das war... schön. Und fühlte sich gleichzeitig an, als hätte jemand eine Faust geradewegs in ihren Brustkorb gerammt.
Sie hatte mit ihrer Familie nicht gesprochen. Sie wusste nict, was sie dachten oder wollten, wo sie waren oder vielleicht auch nicht waren. Mit ihren Eltern war das Verhältnis immer kompliziert gewesen. Zwar nicht schlecht (das hatten sie iweder hinbekommen), aber eben auch nicht richtig gut. Ihr Status im Dorf war ihnen - wie allen anderen Schwachmaten hier - durchaus wichtig gewesen und Jo hatte it ihrem Verhalten in ihrer Jugend und auch später nur für einen Skandal nach dem anderen gesorgt. Der Autounfall - fünf Menschen aus dem Dorf umgebracht zu haben - toppte dabei mit weitem Abstand alles. Sie wusste nicht, was ihre Eltern wohl dazu sagen würden - echt nicht. Und Lis.... Lis hatte wenige Tage vor ihrer Hochzeit gestanden. Der glücklichste Mensch auf Erden zu werden. Es war Jos Schuld, dass Damien - ihr Verlobter - die Liebe seines Lebens verloren ahtte. Es war ihre Schuld, dass Lis' Geliebter an dem Schmerz ihres Todes vermutlich halb krepiert war.
Also was würde ihre Schwester wohl sagen, hm??
Jo wusste es nicht. Und sie hasste es, sich darüber Gedanken zu machen, weil sie es einfach. nicht. wissen. wollte. Was spielte es überhaupt noch für eine Rolle, was sie gewollt oder nicht gewollt hätten. Sie waren tot. Sie waren tot und sie würden nie wieder zu ihr zurückkehren. Das war alles, was relevant war.
Dennoch wusste sie, was Steve meinte und nickte leicht. "Ist doch cool, wenn du daraus deine Kraft ziehen kannst", stellte sie mit ihrer etwas emotionslosen Stimme fest, aber nickte dafür leicht bekräftigend. "Gibt dir sicher Kraft." Zumindest konnte sie es sich vorstellen, dass das so war. Sie selbst kkonnte das halt nicht. Wie gesagt.
Aber natürlich wusste Steve das nicht. Sie seufzte bei seinen fucking positiven Worten, mit denen er versuchte sie von irgendetwas zu überzeugen, das definitiv nicht so war.
Ein schwaches - sehr schwaches - Lächeln legte sich auf ihre Lippen und sie schüttelte den Kopf. "Sie überschätzen mich", stellte sie fest. Sie war nicht stark. Nicht mehr. Und ganz gewiss nicht so stark, wie der Mann vor ihr. Und damit meinte sie nicht die Muskelkraft, die bei ihm ohnehin durch irgendwelches Serum verursacht worden war. "Ich hab nicht aufgegeben. Sonst wär ichs chont ot." Aber Selbstmord - und eben aufgeben - war nicht ihr Stil. Sie machte weiter. Machte ihren Job. Irgendwie. Wie ein Automat. "Aber ich hab nichts mehr, wofür es sich lohnen würde zu kämpfen, okay? Ich leb einfach mein Leben und gut."Ihre Familie war tot. Ihr Mann hasste sie. Fast sämtliche Menschen die sie gekannt hatte - alle Kollegen ihres Mannes, ihr gesamtes Dorf, in dem sie immerhin aufgewachsen war, hasste sie. Die Droh- & Hassbriefe jeden Morgen verdeutlichten es nur umso mehr. Die Scheidungspapiere die sie ohne weitere Worte von ihrem Mann zugeschickt bekommen hatte verdeutlichten es umso mehr. Das einzig positive, das ihr geblieben war - das einzige, wofür sie lebte und sich jeden Morgen aus dem Bett kämpfte - war ihr Job. Die Musik. Ihre Kollegen. Diese drei Dinge im Pack. Das war alles, was sie noch hatte. Und sie konnte nicht mal mehr im Büro arbeiten, arbeitete stattdessen in ihrem Elternhaus in ihrem Musikkeller. Allein. Aber dennoch. Es war das einzige, was sie hielt. Und das hatte sie bereits. Das war ihr geblieben.
Darum musste sie nicht mehr kämpfen.
Wieder schüttelte Joanna mit dem Kopf. Sie brauchte keine Hilfe. Das war sie noch machen wollte, machen konnte, das tat sie auch. Nicht mehr und nicht weniger. "Tun Sie sich einen Gefallen... und lassen meinen Scheiß einfach meinen Scheiß sein, ja?", bat sie. Sie hatte keinen Bock ihre Gefühle mit irgedjemandem durchzukauen, aufzuwirbeln und zu vertiefen. Sie wollte einfach nur damit in Ruhe gelassen werden.Was geschehen war, war nicht mehr rückgängig zu machen. Da konnten keine Chemiker, Biologen, Mathematiker oder Therapeuten dran etwas ändern. So war es nun einmal. Damit musste sie leben. Und das tat sie. Auf ihre Weise.
Eine rasante Fahrt später waren Steve und sie gemeinsam mit ihrer Tasche und ihrem Irish Coffee am Quinjet angekommen und eingestiegen. Joanna lächelte nur schwach als Steve ihr mitteilte, dass er sie nie wie eine der Anderen betrachtet habe. Ja, sie stach wohl aus der Masse heraus. Wie... ienfach schon immer. Auf unterschiedlichste Arten und Weisen, so im Nachhinein betrachtet. das einzige, wo sie sich wohl je eingefügt hatte, war tatsächlich in ihrem Job. Bei ihren Kollegen. Ihre verrückte Truppe. Fuck, sie liebte die drei.
Im Quinjet angekommen wurde sie sogleich auch über diesen Tony aufgeklärt, zu welchem sie nun auf den Weg waren und der wohl versuchen würde, ihre Erinnerungen an den Abend widerzuerlangen - bzw. mit anderen Worten: ihren Filmriss irgendwie wieder zu kitten. Und das Licht ging joannaendlich auf, als Steven ganz eindeutug 'Tony Stark' sagte. "Ach, der!", sagte sie und nickte dann. "Okayokay. Sorry. Bin aufn Zug aufgesprungen." Das passierte halt, wenn man ein paar Jahre von der Außenwelt abgeschnitten war, oder?
Sie war sich nicht sicher, obs so ne geile Idee war, dass ausgerechnet sie den intelligentesten Typen überhaupt kennenlernen sollte. Sie würde sich wahrscheinlich wie das letzte Stück Dummbrocken vorkommen, dass es gab, aber heyy - scheiß drauf. War ja nicht so als hätte sie ne Wahl.
Und der kurze Gedankenfetzen, wie sehr sie fürher einmal ausgeflippt wäre, irgendwelche Leute von S.H.I.E.L.D kennenzulernen, war erneut wie eine Faust in ihrem Magen. Fuck, sie hasste es. Sie trank gegen den innerlichen Druck einen Schluck ihres Kaffees. Jetzt hieß es wohl einfach nur warten.

Steve
Gelöschter Benutzer
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Steve am 24.05.2021 16:16Durch seine jahrelange Erfahrung und durch seine Menschenkenntnis konnte Steve beinahe die Unzufriedenheit mit seinen Worten fühlen. Obwohl sich das auch wirklich komisch anhörte. Ihr mochte es vielleicht nicht gefallen, doch es war die einzige Möglichkeit Joanna in Sicherheit zu wissen. Beobachtung. Analyse. Wissen. Alles unvermeidliche Komponenten, die man als Soldat mit auf den Weg bekommt. Und sie waren Steve eine Lehre gewesen. Ein Mal hatte er nicht beobachtet. Ein Mal hatte er nicht darauf geachtet, was seine Teammitglieder machen. Ein Mal hatte er nicht aufgepasst, hatte Bucky machen lassen. Er hatte ihm vertraut - vertraute ihm immer noch mehr als sich selbst. Auch, wenn er der leidtragende der Nichtbeobachtung gewesen war. Aber Gott... er sollte es lassen, ständig an Bucky zu denken. Es war wirklich nicht okay. Es machte ihn traurig und ließ die Schuldgefühle wieder aufkochen.
Und trotzdem ließ sie ihn ausreden. Steve konnte nicht sagen, das er nicht überrascht war. Er hatte wirklich nicht damit gerechnet, hatte mit irgendwelchen Ausbrüchen gerechnet, die ihn überrannt hätten. Aber sie schwieg, ließ seine Tirade über sich entgehen und schluckte allen Zorn herunter, der in ihren Augen kurzzeitig zu kochen begann. Und dann schien ihr jegliche Fassung aus dem Gesicht zu gleiten. Scheinbar hatte sie nicht erwartet, das er es wusste. Das er es nachfühlen konnte.
Kopfschüttelnd wank der Supersoldat ab. "Es ist fast über siebzig Jahre her. Ich sollte mich daran gewöhnt haben." Und auch, wenn es nach außen schien als ob er es so meinte, doch so richtig hatte er sich nie daran gehalten. Regelmäßig hatten sich die Albträume in seinen Kopf geschlichen, hatte ihn eben nicht schlafen lassen können. Wie momentan in der Zeit, allerdings hatte er keine weitere Chance. Er musste durchhalten. Er hatte es Peggy versprochen. Er hatte es Bucky versprochen. Weiter zu machen.
Mit einem leichten Lächeln sah er wieder zu ihr hinüber, seine Augen glitzerten verdächtig. War da etwas, was er vielleicht nicht glauben konnte? Oder etwas, was er nicht verstehen konnte? Es war so. Er konnte nicht verstehen, warum er immer noch so sehr darunter litt. Und er konnte nicht sagen, das ihn das verwunderte. Bucky war sein bester Freund gewesen, beinahe wie ein Bruder. Er hatte ihn mehrfach gerettet. "Ich glaube daran, das das was kaputt ist, auch wieder etwas gerettet oder geheilt werden kann.", entgegnete er ihr und nickte langsam. "Es mag sicher nie einfach sein. Es wird nie einfach sein. Aber es gibt eine Möglichkeit, weiterzumachen. Ich habe es ihm versprochen. Ich habe ihm und.. ihr.. versprochen weiter zu machen. Und ich habe versucht mein Versprechen zu halten." Langsam zuckte er die Schultern und biss sich kurz auf die Unterlippe. "Und ich glaube daran, das sie da oben..", er deutete ansatzweise auf den Himmel, der in Joannas Haus sich auf die Zimmerdecke beschränkte, ".. auf mich aufpassen. Und mich beobachten. Und ich will sie nicht enttäuschen."
"Wie ich es dir gesagt habe.. ich glaube daran, das Menschen wieder geheilt werden können. Das sie irgendwo auch wieder einsatzfähig sind. Das sie weiterleben können. Das sie gut weiterleben können.", erklärte er Joanna geduldig. "Weil ich es nicht mag, wenn Menschen sich selbst zerstören, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen. Es gibt immer einen Ausweg. Eine zweite, eine dritte Möglichkeit. Oder eine vierte, fünfte, sechste oder wegen mir auch hunderte. Es gibt Hintertürchen." Wieder war er von der Höflichkeitsform weggerutscht. Aber es tat ihm nicht leid. Er merkte es nicht mal so genau. Es war wie ein Schatten, der seine Gedanken durchforstete. "Und ich glaube, Sie sind stark genug, um das zu schaffen. Ich glaube nicht, das Sie einfach so aufgeben. Sie machen sich ihre Gedanken. Und die versuchen Sie zu ertränken. Sie wollen das vielleicht nicht glauben aber... ich denke schon, das Sie genau das schaffen können, was ich seit Jahren versuche."
"Das stimmt nicht. Sie brauchen Hilfe. Sie wollen sie bloß nicht.", schloss Steve und schüttelte den Kopf. Es war offensichtlich, Joanna brauchte Hilfe, wollte sie bloß einfach nicht. Sie schien sich nicht mehr anstrengen wollen, einfach nur noch hinvegetieren oder irgendwo weiter zu leben. Wenn auch nur als Schatten ihrer ursprünglichen selbst. "Und Dummheit gibt es in verschiedenen Varianten. Es gibt einfache Dummheiten, die ich genannt habe. Es gibt schlimme Dummheiten. Es gibt dumme Dummheiten. Aber sie alle können durch Alkohol erreicht werden."
"Ich kann nicht behaupten, das ich je dachte, Sie sind wie die anderen. Sie sind anders, Miss Officer.", nickte Steve. Joanna hatte eine tragische Lebensgeschichte, die einen erschüttern ließ. Die einen mehr oder weniger erschüttern ließ. Und ehrlich gesagt, war das nicht wirklich ermutigend.. aber, es gab eine Möglichkeit es irgendwo halbwegs hinzubiegen. Es zumindest zu versuchen.
"Dieser Tony", antworte Natasha von vorne, bevor sich Steve zu einer Antwort bewegen konnte (er hatte zwar schon den Mund geöffnet, schloss ihn aber nun wieder leise), "ist einer, wenn nicht sogar der Intelligenteste Mensch der Welt. Er wird einen Weg finden, um endlich eine Spur zu erzeugen, die wir nutzen können." Steve nickte langsam. Vielleicht hätte er es nicht so formuliert, aber die Quintessence war richtig. "Tony Stark ist der Erfinder der Neuzeit. Es wundert mich, das du ihn 'dieser Tony' nennst, was so scheint als ob du ihn nicht kennst?"
Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Joanna am 23.05.2021 17:36Ich muss dich beobachten wie du reagierst, wie du dich verhälst. Kotz. Allein diese Aussage kotzte sie ja schon an. Sie war kein verdammtes Tier im Zoo, dass man sich nach Lust und Dollerei anschauen konnte und ebenso wenig war sie irgendein verfluchtes Haustier, was man einfach so abrichten konnte, wie man es wollte. Ja fuck, sie hatte es verstanden! Der Serienkiller schlechthin könnte wegen etwas hinter ihr her sein, an dass sie sich nicht mehr erinnerte. Aber fuck, trotzdem war sie ein denkender Mensch mit Gefühlen! Alles ließ sie verdammt nochmal nicht mit sich machen!
Aber sie ließ ihn ausreden. Ebenso,w ie er sich ihren Wutausbruch über sich hatte ergehen lassen.
Und was er jetzt sagte, traf sie unerwartet. Er wusste es? Aller Zorn, der eben noch in ihr gewütet hatte, aller Sturm, aller Wind war ihr aus den Segeln genommen wurden. Sie stand einfach da und blickte ihn mit ihrem mittleweile zumeist unbewegten und emotionslosen Gesicht an (auch wenn das nicht zwingend bedeutete, dass sie emotionslos war. Das war sie nicht. Völlig im Gegenteil).
"Es tut mir leid", sagte sie, als Steve endlich geendet und ihre Hand fortgezogen hatte. Sie meinte ihre Worte so, auch wenns ie vielleicht ein wenig stumpf und unbewegt aus ihrem Mund kamen. "Das mit Ihrem Freund tut mir ehrlich leid. Aber Sie müssen mir trotzdem nicht sagen, wie ich mich fühle und was ich tue deswegen. Dessen bin ich mir beides bewusst. Nur in einer Sache liegen sie falsch." Sie hielt kurz inne und das leichte Lächeln, welches dabei auf ihren Lippen erschien, hätte trauriger und verbitterter nicht sein können. "Ich bin schon kaputt. Also ist es egal." Für sie war es egal. Es spielte keine Rolle mehr. Es verschaffte ihr ganz geile Nächte. Nächte, in denen sie mehr sie selbst war, Nächte, die in Vergessenheit gerieten und das war cool so. Sie schaffte es trotzdem zu arbeiten, und alles, also - scheiss doch drauf. Sie hatte ihr Leben mit dem Alk eingependelt und es ging niemand andren was an.
Erst seine letzte Aussage ließ sie inne halten. Leicht zog sie die Augenbrauen zusammen und starrte den Kerl an. "Warum?", fragte sie dann direkt. "Was kümmert es Sie ob ich trinke oder nicht? Jetzt mal von dieser Leichengeschichte abgesehen?" Die nicht mehr rückgängig zu machen war. Außer die würden es halt schaffen, ihre Erinnerungen zurückzuholen. Aber erstmal wars halt geschehen. Es war ihr Leben. Es ging ihn nichts an. Zumal er ein Cop und sie eine Verbrecherin war.
Er sollte sie hassen.
In ihrer Küche redeten sie auch schon weiter über dieses Thema. Fuck, langsam konnte sie es nicht mehr hören, echt ey. Ja, sie hatte sich betrunken, ja sie war drunk gewesen. Und ja, sie trank gerne. Und?? Das bedeutete nicht gleich ne Alkoholvergiftung. Und ne Leberinsuffizienz kam doch erst nach Jahren oder so - oder nicht? Und wenn die kam, war es ihr auch scheißegal. Hauptsache, bis dahin war ihr Leben halbwegs erträglich. Was Steven Rogers offensichtlich ander szu sehen schien. Aber auch das war Joanna egal. Alle - wirklich alle verfickten Menschen sahen es anders und hatten schon immer irgendwas an ihr ändern wollen, weil ihnen irgendwas an ihr nicht passte.
Sie hatte noch nie auf die gehört.
Ihre Augenbrauen hoben sich, als er so betonte, dass sie sich Hilfe suchen sollte. "Ich brauche keine Hilfe.", war ihre kurze, knappte und eindeutige Aussage dazu. Sie wollte nicht auf den Alk verzichten oder sonst was, und warum auch? Es war okay so, wie es war. Sie kam klar.
Ein ungläubigse Schnauben verließ ihre Lippen und sie schüttelte fassungslos den Kopf. Das war doch nicht sein ernst. "Das bezeichnen Sie als Dummheit? Okay, hörn Sie mal. Ich mein, dass wenn ich drunk bin ich nicht gewalttätig werde, ich versuch auch nicht zu fliehn, nen Purzelbaum vom Tisch zu machen oder sonst irgendso nen Scheiß. Also alles okay." Aber besonders gespannt war sie ohnehin auf ihre letzte Frage. Bitte, bitte, bitte. Ansonsten würden diese Tage (und Nächte) bei S.H.I.E.L.D. echt, eeecht beschissen werden.
"Okay.", sagte Joanna nur, als der Supersoldat die Antwort auf die Frage jedoch einfach auf wen anders abwälzte. Ihr war klar, dass Steven es überhaupt nicht gerne sehen würde, wenn sie dort trinken würde. Also war sie einfach schonmal froh darüber, dass er nicht nein gesagt hatte. So bestand immerhin noch die Möglichkeit darauf.
Kaum ne halbe Stunde später hatten Joanna und er sich mit dem Motorrad vom Acker gemacht. Erst nach der rastanden Fahrt, als sie bei dem Quinjet (spannendes Gerät by the way) angekommen waren, fiel ihr etwas richtig seltsames auf: Joanna htte richtige Panik vor Autos entwickelt. Sie hasste es in ihnen zu sitzen, fahren ging gar nicht (gut, sie durfte auch ihr Leben lang kein Auto mehr fahren - von daher war das zum Glück nicht das große Ding), aber dennoch... allein der Gedanke sich in ein Auto zu setzen machte ihr Oanik und Übelkeit.
Aber das Motorrad war gar kein Ding gewesen. Im Gegenteil.
Warum?
Sie wollte sich darüber jetzt nicht den Kopf zerbrechen.
"Das ist cool", sagte sie und nickte. Das war es echt. Sie liebte solche geschichten. Oder... hatte sie wenigstens mal geliebt. Bei seinen Worten zuckte sie mit den Schultern. "Tja. Ich bin halt nicht wie die andern. War ich noch nie. Außerdem war mein Mann ein ziemlicher Adrenalinjunkie. Wir haben viele verrückte Sacheng emacht." In einer anderen Zeit und einem anderen Leben. Jetzt hasste er sie und wollte nichts mehr mit ihr zu tun haben. Und... sie konnte es sogar verstehen. Sie konnte es ihm echt nicht verübeln.
Schwer schluckte sie.
Kaum hatten sie den Quinjet betreten, als sie sich auch bereits in die Lüfte erhoben. Joanna nickte nur auf die Antwort, welche sie bekam und blickte nachdenklich aus dem Fenster, wo die Welt rasch immer und immer kleiner wurde. Sie hatte dei rothaarige Frau beim Einsteigen antürlichebenfalls gemerkt und das kurze Nicken als Begrüßung nur erwidert. Auch zu ihr klingelte etwas in ihrem Kopf. Aber im Knast hatte man nicht viele Nachrichten erhalten und dnaach hatte sie es nicht mehr itneressiert. Mit diesem ganzen Superhelden S.H.I.E.L.D.-Dingens war sie echt nicht aufm neuesten Stand. Würde sich jetzt sicher ändern.
"Okay. Und dieser Tony versucht dann meine Erinnerungen widerherzustellen oder was?", fragte Jo nochmal nach. Na... das konnte ja was werden..

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