Steve & Joanna ~ What Did You Saw? (Zwangscut)

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Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Joanna am 15.03.2022 14:31

Das Blut rauschte ihr in den Ohren. Sie nahm kaum etwas von ihrer Bewegung war, ihr Herz raste, ihre Hände zitterten. Sie hatte die Tabletten genommen, daran erinnerten sich, doch es waren Tabletten, sie brauchten immer ein wenig bis sie wirkten und da sie weggenickt gewesen war einfach aufgrund der Erschöpfung wusste sie nicht, wann sie sich das letzte Mal eine der paniksenkenden Mittelchen eingeworfen hatte. Sicher war es zu lange her. Schlucken fiel ihr schwer. Selbst ihre Knie zitterten. Sie nahm nichts wahr. Nichts. Es war als würde jamnd ihr ihre Brust zuschnüren, dunkle Punkte tanzten vor ihren Augen, der Blick war verschwommen - und dann war da plötzlich jemand. Unwillkürlich klammerten sich Joannas Finger an ihm fest, an dieses reale etwas und sie tat, was sie hörte. Atmete mühsam ein und aus, wenn auch zittrig, schnell, hastig. Es war schwer den Rhythmus des Anderen zu übernehmen, doch nach einiger Zeit schaffte sie es endlich. Ihr Puls beruhigte sich ein wenig, ihre Wahrnehmung der Umgebung kehrte zurück und auch die der Situation. Die Tabletten hatten angefangen zu wirken. Ruckartig ließ Joanna den anderen los und atmete tief durch. Nein, Autos waren gestrichen. Autos waren definitiv gestrichen. Sie wollte nie mehr in eine Karre steigen.
Erst dann wurde ihr auch gewahr, was er vorher gebrüllt hatte, als sie so panisch aus dem Auto gestolpert war, nicht Herr ihrer Sinne. Würde er sie noch einmal zwingen in ein Auto zu steigen, würde sie diesem Arschloch ganz sicher die Kehle aufschlitzen. Von sich selbst angewidert über diese kaltblütigen Gedanken schluckte sie schwer und versuchte dieses Bild aus ihrem Kopf zu verjagen. "Wär cool wenn es ein Motorrad oder irgendetwas anderes wird.", sagte sie nichtsdestotrotz distanziert, vielleicht sogar ein wenig kalt. "Ich hab mir diese beschissene Panik nicht ausgesucht." Im Notfall sollte er sie vorher zusammenschlagen, dann bekam sie wenigstens nicht mit. Da wartete er doch sicher eh nur drauf.
Als er die Schlaftabletten erwähnte, nicke Joanna nur knapp. Das war das einzig gute was sie bisher gehört hatte. Auch wenn es sofort wieder Schuldgefühle in ihr wach rief. Hatte sie es verdient? Hatte sie verdient ruhig und selig zu schlafen, nach dem, was sie getan hatte? Nein, war die laute und eindeutige Antwort in ihrem Kopf. Wahrscheinlich würde sie diese Scheiß-Pillen doch nicht nehmen, egal wie beschissen die Nacht würde. Sie hatte dieses verfickte Leiden doch verdient, oder nicht?
Ihre beiden Blicke ruhten auf dem Safehouse. Joanna lächelte bitter. "Das denke ich nicht.", antwortete sie nur, in der gleichen abweisenden Distanziertheit wie zuvor und betrat das Innere. Auch wenn sie wusste, dass Steve bezüglich des Alkohols wohl Recht haben würde, führte sie ihr erster Weg in die Küche, wo sie erst den Kühlschrank und dann sämtliche andere verbliebenen Schränke öffnete. Nichts. Was hatte sie auch erwartet? Dann kehrte sie ins Wohnzimmer zurück. Und jetzt? "Gibt es hier wenigstens irgendwie einen CD-Player, eine Bluetooth-Box, Internet oder sonst irgendetwas?", fragte sie. Sie brauchte Ablenkung und das einzige was ihr jetzt noch (hoffentlich) blieb, war die Musik. Ihre Hände zitterten stark, allerdings nicht aufgrund der vorherigen Panikattacke.. Fuck, hatte sie Durst..

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2022 11:43.

Steve
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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Steve am 14.03.2022 11:32

Irgendwann hatte Steve es aufgeben, Joanna in Gespräche verwickeln zu wollen, auf die sie ohnehin nicht einging. Er wusste nicht, ob sie einfach paranoid war - was auf Grund des Unfalls nicht zwangsläufig verwunderlich wäre - oder ihn schlussendlich abgeschrieben hatte und sich entschieden hatte nie wieder ein Wort mit ihm zu wechseln. Obwohl es ja noch eine dritte Möglichkeit gab - vielleicht mochte sie auch einfach den zusätzlichen Agenten nicht, der als Schutz mitgekommen war. Aber wer konnte schon ahnen, wie es der jungen Frau wirklich ging. Vermutlich wusste sie nicht mal selber, wie es ihr wirklich ging, da hatte in aussenstehender wirklich gar keine Chance.
Wenn er in den Rückspiegel gesehen hatte, hatte sie meist ihre Augen geschlossen. Der Soldat vermutete, das sie vielleicht endlich ein wenig Schlaf gefunden hatte, auch wenn ihr rasendes Herz dagegen sprach. Aber zumindest ein wenig Hoffnung konnte man ja haben, oder nicht? Sobald er angehalten hatte, war Joanna jedoch förmlich aus dem Auto gesprungen. Panisch, ängstlich und scheinbar unfassbar wütend. Dabei konnte er sich nicht erinnern, etwas gesagt zu haben, was nicht zu vergeben war. Gut, seine Worte waren an der ein oder anderen Stelle vielleicht etwas extrem gewesen.. aber so grundsätzlich erforderten extreme Situationen nun mal extreme Maßnahmen. Genauso wie diese Situation, in der sie nunmal ein Safehouse aufsuchen mussten. "Das nächste mal können wir auch einfach ein Motorrad nehmen.", brummte er deshalb auf ihre Aussage resigniert und verdrehte die Augen. "Fakt ist, sollten wir den Ort nochmal wechseln müssen wirst du dich damit abfinden müssen, das wir uns einem der beiden Verkehrsmittel widmen. Vielleicht kriege ich meinen Boss auf überzeugt, das wir einen Helikopter nehmen dürfen.. aber wenn wir weg müssen werden wir auch weg gehen. Egal, ob es dir gefällt oder nicht."
Trotz seiner harrschen Worte entging ihm ihr vollkommen in Angst versetzter Zustand nicht und so ging er ihr nach, langsam. Legte irgendwann sanft eine Hand auf ihre Schulter und seufzte auf. Seine Stimme war leise, angenehm und beruhigend. Jedenfalls für die meisten Menschen. Steve wusste nicht, wie es auf Joanna wirkte. "Atmen, okay? Atme mit mir..." Hörbar atmete er langsam aus und ein. "Ein.. aus.. ein.. aus.." Und als sie sich scheinbar wieder beruhigt hatte - er selber hatte sich mittlerweile wieder ein Stück entfernt, denn er hatte nicht den Eindruck, als ob sie seine Gesellschaft sonderlich genoss - neigte er nachdenklich den Kopf und kniff die Augen zusammen. Das war so ziemlich die mieseste Lüge, die sie seit ihrer Bekanntschaft ausgesprochen hatte. Jeder brauchte Schlaf. Auch Joanna. Gerade Joanna - denn so kaputt wie sie oftmals aussah, konnte man nicht behaupten, das sie vermutlich jemals genug Schlaf bekam. "Ich hab Schlaftabletten dabei. Du kannst also schlafen."
Steves Blick folgte Joannas zum Safehouse - in das der zusätzliche Agent mittlerweile die Koffer getragen hatte. "Nein, ich gehe nicht davon aus, das es dort Alkohol gibt. Vielleicht ist es auch ganz gut so. Ich denke, du könntest mal eine Pause davon gebrauchen." Mit gehobener Augenbraue sah er sie an, auffordernd und nachdenklich, ehe er den Arm ausstreckte und ihr bedeutete in das Haus zu gehen. "Nach dir."

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Joanna

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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Joanna am 21.02.2022 12:44

Joanna hatte alles und jeden ignoriert. Weder auf die Landschaften war sie eingegangen, noch auf kurze Gesprächsfetzen, noch auf sonst irgendetwas. Stoisch hatte sie die ganze Fahrt über aus dem Fenster gestarrt oder die Augen geschlossen gehabt, derweil das Verlangen nach Alkohol in ihr mit jederversteichenden Minute wuchs. Nur jede Stunde griff ie in ihre Tasche, um sich eine weitere der Paniksenkdenen Pillen in den Mund zu schieben, um in diesem Auto nicht völlig durchzudrehen. Um sich abzulenken versuchte sie sich auf die leise Musik im Radui zu konzentrieren. Versuchte so schnell wie möglich die Lieder zu erraten, auf die Texte und die Kompositionen zu achten, auf Dinge die man vielleicht hätte verbessern können. Als es spät, spät in der Nacht wurde spürte Joanna, wie ihre Augen zu brennen begannen. Im Sekundenschlaf nickte sie immer wieder weg, nur um durch einen imaginären lauten Knall beim Aufprall wieder hochzusckrecken. Scheisse. Die nächsten Tage und Wochen würden ne einzige Qual werden. Das wusste sie jetzt schon.
Sie schlief die Nacht kaum. Die Alpträume, die Flashbacks, hinderten sie daran. Dennoch hielt sie die Augen die meiste Zeit geschlossen, einfach weil sie sonst so höllisch brannten. Und vielleicht war ihr erschöpfter Alkdürstiger Körper tatsächlich kurz weggenickt, sie konnte es nicht sagen. Sie sah nur schon wieder die rote Ampel, spürte wie ihr Fuß das Gaspedal durckdrückte, die Kreuzung, die Autos und...
Sie schreckte aus dem Schlaf. Mit weiten Pupillen starrte sie aus dem Auto und schon spürte sie wieder die Panik in sich hoch steigen. Unendliche Panik. "Ich werd nie mehr in ein verficktes Auto steigen.", waren ihre brüsken ersten Worte zu Steve. Sie schnallte sich ab und sprang raus. Am Horizont stand die Sonne tief am Himmel, tauchte den Himmel und die Welt in rosanes Licht. Sofort entnfertne sie sich mehrere Schritte von dieser Höllenkarrte. Ihr Herz raste, ihre Hände zitterten. Mühsam atmete sie durch und kramte in ihrer Tasche nach den Pillen. Ihr war es scheiß egal wie viele man am Tag von denen nehmen durfte. Extreme Autofahrt erforderte extreme Maßnahmen. Erst nachdem sie sich erneut eine (oder waren es zwei gewesen?) eingeworfen hatte, traute sie sich ein wenig durchzuatmen. Auch wenn sie sich der Karre ganz sicher nicht nähern würde. Sie blickte sich um. "Ich muss nicht schlafen.", sagte sie etwas steif in Stevens Richtung, wenn auch ruhiger als zuvor. Sie hatte seine Worte über Lis weder vergessen, noch vergeben. "Könnte ich eh nicht.", fügte sie wahrheitsgemäßi hinzu. Einer der vielen vielen Gründe, weshalb sie Alkohol trank: Besoffen schlief es sich zumindest etwas besser.
Mit den zitternden Händen fuhr sie sich kurz übers Gesicht. Noch ehe sie sich hatte zurückhalten können, war die Frage draußen. Sie wollte einfach nur sichergehen, derweil sie das Safe-House betrachtete. "Lass mich raten: Alk gibts da drinnen wahrscheinlich nicht, oder?" Und selbst wäre es vermutlich nicht genügend, um ihren Durst zu stillen. Obwohl sie gerade wirklich alles nehmen würde.

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 21.02.2022 14:02.

Steve
Gelöschter Benutzer

Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Steve am 06.02.2022 17:35

Sobald Steve das Zeichen für die Abfahrt von dem Mann neben Joanna erhalten hatte, trat er aufs Gas. Das Auto gab einen brummenden Ton von sich, ehe es sich schließlich vom Fleck bewegte und die Räder sich drehten. Langsam schlugen sie sich durch den New Yorker Stadtverkehr, hielten sich vorbildlich an alle geltenden Regeln - schließlich wollte keiner die Gefahr eingehen, das sie noch geblitzt wurden und die städtische Verwaltung wusste, in welchem Auto sie sich aufhielten. Zwar war sich Steve auch in dem Moment relativ sicher, das irgendwer sie sicher auf dem Radar hatte, jedoch blieb den dreien nichts anderes übrig, als sich einfach ganz normal durch den Verkehr zu schlagen. Wie jeder andere normale Mensch auch.
Es dauerte etwas mehr als eine Stunde, bis sie schließlich die Stadt hinter sich gelassen hatten und auf den Highway gekommen waren. Heute war es mal wieder besonders voll gewesen. Während der bisherigen Fahrt schien jeder seinen eigenen Gedanken hinterher gehangen zu haben, denn keiner äußerte sich in einem äußerst bewegenden Maße verbal über die Situation. Zwischenzeitlich klärte Steve Joanna immer mal wieder auf, wenn sie wichtige Punkte passierten. Irgendwelche Grenzen. Aber sonst hielt er sich genauso zurück, wie die junge Frau. Und auch der Agent hielt sich mit seinen Äußerungen zurück. Er sprach gar nicht, solange er nicht angesprochen wurde, sondern saß einfach nur stumm neben Joanna. Doch irgendetwas an ihm machte Steve nachdenklich. Er schien nervös zu sein, so als ob er etwas erwartete und blickte immer mal wieder auf sein Handy. Doch viele weitere Gedanken verschwendete der Soldat nicht daran, er musste sich auf den Verkehr konzentrieren. Und unter Anbetracht der Tatsache, das die beiden das erste Mal zusammen arbeiteten, war er vielleicht auch einfach nur nervös, weil er mit Captain America zusammen arbeitete.
Sie machten nur wenige Zwischenstopps und dieser Tatsache und der Tatsache, das es sich um eine recht zügige Fahrweise handelte, erreichten sie ihr Ziel bereits am frühen Morgen des nächsten Tages. Es war gerade die Sonne aufgegangen, was den Himmel in ein sanftes rosa-rot tauchte. Das Holzhaus stand an nicht weit von einem See entfernt und wenn man die Tatsache ignorierte, das es sich um ein Safehouse handelte, war es doch recht anziehend. Im See spiegelten sich die Farben, die am Himmel gezeichnet wurden und Steve stieg schwerfällig aus dem Auto aus. Einige seiner Knochen knackten unangenehm, als er sich aufrichtete - auch, wenn er ein Supersoldat war, ganz einfach war es auch für ihn nicht stundenlang zu fahren und zu sitzen. Irgendwann spürte auch er die allgemeine Müdigkeit.
Leise öffnete er die Hintertür und sah zu Joanna, die mit geschlossenen Augen auf dem Sitz saß. Er war sich nicht sicher, ob sie wirklich schlief oder ihn einfach nur ignorierte. Trotzdem stupste er sie sanft am Oberarm an. Die Wut in seiner Stimme war während der Fahrt verflogen und klang nun wieder eher nach ihm. "Joanna..", weckte er seinen Schützling sanft, "Joanna, wir sind da. Du musst aussteigen. Du kannst im Haus weiterschlafen." Beth hatte sich bereits am Kofferraum zu schaffen gemacht und trug die paar Koffer in das Haus hinein. "Wir sind jetzt sicher.. du musst aussteigen."

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Joanna

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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Joanna am 01.02.2022 21:22

Joannas einzige Reaktion war ein Schulterzucken. Dann war sie eben auf einem Selbstmordtrip. Und? Wen kümmerte es. Mit ihrem Mann hatte sie schon seit über fünf Jahren nicht mehr gesprochen, ihre Familie war tot. Der Alk half ihr im Moment, und sollte er sie irgendwann ins Grab bringen, fuck it. Dann war es halt so. Der Tod schreckte sie nicht ab.
Kurz darauf geriet es endgültig aus dem Ruder. Beide Seiten, er wie sie, von Wut und Zorn erfüllt. Warum konnte er es nicht sein lassen??! Er sollte seinen beschissenen Job machen und nicht immer und immer wieder in ihren Gefühlen und Wunden herumstochern, als wäre es irgendein verficktes Essen auf seinem Teller! Das war nicht sein verdammter Job und er sollte damit aufhören. Es waren ihre Gefühle, ihre Vergangenheit und fuck, das ging auch nur sie etwas an!!!
Fest presste Jo die Kiefer aufeinander und wandte den Blick ab. Sie würde zu dem ganzen Scheiß nichts mehr sagen. Es ging ihn nichts an. Nein, es hätte nicht jeder am Steuer sitzen können. Andere hätten sich vermutlich an die Verkehrregeln gehalten. Andere hätten diesen verfickten Unfall nicht gebaut. Aber sie hatte es getan. Und als er es dann auch noch wagte, ihre Schwester zu nennen, schloss sie die Augen, schaffte es gerade noch so den Impuls zu unterdrücken, ihre Faust gegen seinen Kiefer fliegen zu lassen. Ich kenne deine Schwester nicht, werde sie auch nicht mehr kennenlernen. Fuck, tat das weh. Genauso gut hätte er ihr ein Schwert durch den Brustkorb rammen können, es wäre das gleiche Ergebnis rausgekommen. Tränen begannen unkontrolliert über ihre Wangen zu rinnen. Als sie sprach, war ihre Stimme leise. Leise und so voller Zorn, so voller Schmerz, dass sie zitterte, dass sie mehrmals im Satz sogar einfach wegbrach. "Wage es ja nicht über meine Schwester zu reden." Sie sah ihn an, voller Hass, aus vor Tränen glänzenden, rot umrandeten Augen. Er war zu weit gegangen. Er hatte die endgültige Grenze überschritten. "Wage es nie mehr über Lis zu sprechen."
Ein dicker Kloß in ihrem Hals, der unglaubliche Schmerz in ihrer Brust machte jedes weitere Wort unmöglich. Sobald er seinen Griff auch nur ein wenig gelockert hatte riss sie sich los und stürmte davon. Sie würde jetzt was trinken und es war ihr Scheiß-egal, was dieser Kerl davon hielt.

Noch immer schweigend folgte sie Steven durch das Gebäude, in den Fahrstuhl hinein und zu dem großen schwarzen Auto. Komplett schwarz, selbst die Scheiben, als wäre er geradewegs einem Agentenfilm entsprungen. Joanna sagte nichts, stieg noch immer schweigend an und tat wie ihr geheißen: sie setzte sich und schnallte sich an. Dem Agenten der sie begleiten würde, nickte sie nur mit unbewegter Miene zu. Obgleich ihr Herz ihr bei seinem Namen einen kurzen Stich versetzt hatte. Beth. Es erinnerte sie an ihre Schwester. Auch wenn sie sie immer Lis genannt hatte, so war ihr ganzer Name doch Lisbeth gewesen...
Sie sah kaum hin, als er erklärte, wo was war. Es interessierte sie nicht. Nur als er kurz etwas zu trinken erwähnte, folgte ihr Blick seiner Hand. Kurz beugtet sie sich vor um reinzuschauen. Wasser und Saft. Kein Alk. War ja klar, was hatte sie erwartet? Sie schloss die Klappe wieder, wich seinem Blick aus, antwortete nicht auf seine Frage ob sie bereit war und starrte aus dem Fenster. Sie sollten losfahren, wenn sie es doch so verdammt eilig hatten..

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 18.02.2022 12:27.

Steve
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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Steve am 16.01.2022 12:55

"Denkst du, das tut irgendjemand gern?" Abwartend sah Steve Joanna an. Für diesen Moment konnte er nur von sich ausgehen. Die Zeit, in der er regelmäßig in Prügeleien verwickelt worden war, weil er anders war - einen Glauben an Menschheit und sein Land hatte, wie es kaum einer getan hatte. Er war ein ganz klarer Patriot gewesen, immer noch stand er hinter Amerika und war bereit, für das Land und die Menschen darin sein Leben zu geben. Hatte er mit seinem besten Freund darüber gesprochen, wie sehr es ihn jedes Mal gekränkt hatte, als dieser ihn aus diesen Prügeleien befreien musste, weil er sonst (nicht nur einmal) im Krankenhaus gelandet wäre? Nein, natürlich nicht. Hatte er darüber gesprochen, wie sehr es ihn kränkte, jedesmal abgewiesen zu werden? Ob bei den Frauen oder beim Militär? Nein, warum auch. Auch er sprach nicht gern über seine Gefühle, obwohl diese hier deutlich anders waren, als bei Joanna. Zwar hatte auch er das Gefühl, seinen besten Freund ermordet zu haben, doch bei Joanna.. war es immer noch etwas anderes. Und er wagte es nicht, das zu vergleichen und doch konnte er ihren Schmerz nachvollziehen. "Niemand spricht gerne über seine Gefühle. Niemand gibt gern zu, schwach zu sein. Es wäre heute noch das gleiche Selbstmordkommando wie vor hundert Jahren. Und trotzdem muss man es tun, um nicht unterzugehen." Nachdenklich legte der Soldat den Kopf schief, blickte Joanna aus seinen blauen Augen nachdenklich, fast mitleidig an. "Du bist gerade auf einem Selbstmordtrip, wenn man so will. Und ohne Hilfe wirst du da nicht wieder rauskommen."
Sobald sie allerdings diese leisen, fast unvernehmbaren Worte gesagt hatte, war ihm vermutlich alle Farbe aus dem Gesicht gewichen. Er konnte nicht glauben, was er da gerade gehört hatte. Und gerade jetzt verfluchte er dieses gute Gehör, das er neben seinen körperlichen Vorteilen bekommen hatte. Eigentlich wäre es ihm am liebsten gewesen, wenn er genau diese Worte nicht gehört hätte. Jedoch sagte er sich auch immer wieder, das es vielleicht ganz gut war, das er eben diese gehört hatte. Für Joanna. Sie konnte nicht so weitermachen, oder? Er musste sie doch irgendwie aufhalten können. "Verdammte Scheiße, Jo!" Steve tat alles, um nicht vollends aus der Haut zu fahren. "Es war ein verdammter Unfall! Du konntest nichts dafür! JA, du bist zu schnell gefahren. JA, du hast die rote Ampel überfahren. JA, vor dem Gesetz bist du verdammt nochmal zu hundert Prozent Schuld. Aber es hätte auch JEDER andere am Steuer sitzen können und genau das gleiche wär passiert. Und du kannst es verdammt nochmal nicht mehr ändern!" Langsam löste er seine Finger von ihrem Arm, fuhr sich mit der anderen Hand über die Schläfe, schloss kurz die Augen und holte mehrfach tief Luft. "Ich frage dich eins, Jo. Oder.. ich behaupte etwas. Wenn deine Schwester dich jetzt so sehen könnte. So kaputt, so unfassbar stur und so versessen darauf, den Rest deines Lebens auch noch zu zerstören. Glaubst du, sie würde das befürworten? Ich kenne deine Schwester nicht, werde sie auch nicht mehr kennenlernen. Aber ich bin mir sehr sicher, wie die Antwort lauten würde. Nein, sie würde nicht gut finden, was du hier tust. Und sie würde alles dafür tun, um dich von dieser Bahn wegzuholen." Als er zuende gesprochen hatte, hatte er seine Finger endgültig gelöst. "Du kannst gehen.", sagte er noch, ehe er sich umdrehte und in Richtung Tür davonmarschierte. Ehe er sie allerdings durchschritten hatte, drehte er sich nochmal um. "Aber ich rate dir, mal darüber nachzudenken."
-
Steve war sich sicher, das Joanna genauso sauer auf ihn sein musste, wie er auf sie war. Und auch wenn die beiden unterschiedliche Beweggründe hatten, war klar, das es vielleicht auch genau so sein musste. Wer wusste denn schon, was geschehen würde, wenn Steve sie vielleicht doch noch irgendwann zu gern hatte und nachlässig in seiner Aufgabe wurde, nur, weil sie ihm leid tat? Das würde mit mindestens einer Leiche enden, was vermutlich Joanna war, und einem Haufen Schwierigkeiten für ihn. Und irgendwas sagte ihm, das weder sie noch er das haben wollte.
Der Weg durch den Gebäudekomplex, der ursprünglich mal der Stark-Tower gewesen war, ging dann doch recht schnell. Sie fuhren mit dem Fahrstuhl hinunter und gingen dann zielstrebig zum Hinterausgang. Dort wartete dann der versprochene SUV, schwarz mit verdunkelten Scheiben - vor ihm ein Agent in schwarzem Anzug und einem Knopf im Ohr, wie es schien, denn er sprach, als die beiden aus der Tür traten. Er verstummte sofort, öffnete eine hintere Tür und Steve schob Joanna dort hin. "Setz dich hin, schnall dich an.", kommentierte er dann. Und auch, wenn seine Stimme wieder ruhiger geworden war, war sie doch unfassbar bestimmt. Wenn man so wollte, ließ er auch keine gegenteiligen Kommentare zu. Sobald Jo eingestiegen war, schloss der Agent die Tür und ging auf die andere Seite, er setzte sich neben sie, während Steve auf dem Fahrersitz platz nahm. "Joanna, das ist Agent Beth, er wird uns begleiten.", klärte er seinen Schützling auf, sobald die Türen geschlossen waren. "Unsere Fahrt wird eine Weile dauern, dort", Steve klopfte auf eine Art Behälter zwischen den beiden vorderen Sitzen, der nach hinten ragte, "ist etwas Proviant und auch etwas.. zu trinken drin. Trink nicht zu viel, Toilettenpausen sind ungünstig, wir wollen nicht öfter als nötig anhalten müssen. Dein Gepäck und alles nötige ist bereits im Kofferraum verstaut." Mit seinen blauen Augen suchte er im Rückspiegel Joannas Blick. "Bist du bereit?"

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Joanna

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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Joanna am 19.12.2021 19:37

Es behagte ihr nicht, dass Steve so in sie hineinbohrte, immer mehr in ihre Privatsphäre eindrang. Ihre Gefühle waren ihre Sache. Schon immer hatte sie die lieber unabhängig verwaltet, für sich selbst. Auch früher, vor dem Unfall. Selbst wenn es ihr beschissen gegangen war- wie beispielsweise als Jugendliche, wenn sie von ihrer Grandma geschlagen worden war, oder auch später, die Zeiten die sie auf fder Straße verbracht hatte - hatte sie sich das nach Außen hin nciht anmerken lassen. Sie war dann die begeisterungsfähige, fröhliche und abenteuerlustige Joanna gewesen, die einfach ihr Ding durchzog und einen Scheiß dabei auf die Meinung von anderen gab. Die mit keinem Wort die roten, blutigen Striemen auf Armen, Arsch, Beinen oder Handinnenflächen erwähnte. Oder den Hunger, die Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen. Als sie ihren Mann kennenlernte, hatte sie ihm nicht viel von ihrer Familie erzählt und wie sehr es sie doch irgendwie belastete - dieser Gedanke von ihnen gehasst zu werden. Sondern hatte mit ihm stattdessen ein Abenteuer nach dem anderen übernommen. So war sie eben einfach. Ihre Gefühle waren ihre Sache. Und der Einzige, der (neben ihrer Schwester, die sie wirklich irgendwie wie ein offenes Buch lesen konnte) irgendwann eine kleine Tür in ihre Innenwelt gefunden hatte, war ihr Mann gewesen.
Sie war eben eine fucking Einzelkämpferin. Auch wenn es vielleicht selbstzerstörerisch sein mochte. Was daran war so schwer zu verstehen??
"Ich... rede einfach nicht gerne über meine Gefühle", teilte Joanna ihm mit und sah Steve an. Sie wusste was er hier versuchte, aber es war ihr egal. Sie biss sich auf die Zunge um die Worte Dann geh ich eben unter zurückzuhalten. Obgleich sie sich die anderen leisen Worte dann doch nicht verkneifen konnte. Es war halt so. Sie hatte die Hilfe nicht verdient und überhaupt... fuck, wie sollte man ihr helfen? Niemand konnte ihre Familie wieder zu Leben erwecken. Absolut niemand. Also was spielte es für eine Rolle?
Joanna war drauf und dran sich zu verabschieden und endlich in die Bar zu verschwinden, als sie plötzlich heftig und schmerzhaft am Arm gepackt wurde. Mit einem Ruck versuchte Joanna sich aus dem Griff zu befreien - erfolglos. Seine Finger bohrten sich in ihren Arm. Das würde sicher blaue Flecken zurücklassen. Sie drehte sich zu ihm um. Sie wiederholte es nicht, obgleich er fragte und sah ihn einfach noch an. Allerdings verursachten seine Worte Risse in ihrer Mauer. Risse die sie da nicht haben wollte. Es wurde zu viel. Sie spürte nahezu, wie ihre Augen begannen zu glänzen von zurückgehaltenen Tränen. "Nicht?", fragte sie dann. "Wer außer mir kann was dafür, hm? Wer hat dieses beschissene Auto gefahren? Wer ist bewusst zu schnell gefahren, wer hat die rote Ampel ignoriert? Wer ist dadurch letztlich in dieses Auto gekracht?" Ihr Atem ging flach und schnell. Ihre Stimme zitterte nun leicht. "Wer ist schuld am Tod, dieser fünf Menschen. Meiner Familie?" Sie trat noch einen Schritt vor, ihr Gesicht nur knapp vor dem seines, ihm aber direkt und geradewegs in die Augen starrend. "Das war ich." Ihre Stimme verriet ihren Selbsthass, doch im nächsten Augenblick schon war sie kalt und bestimmt. "Lass mich los."  Alles was sie gerade noch wollte, war weg hier. Einfach nur weg.

Joanna könnte kotzen. Nicht nur, dass sie jetzt doch von Steve in der Bar beim Trinken erwischt hatte (wo sie die Wut in seinen Augen aufblitzen sehen konnte), nein, sondern sie sollte auch noch den Laptop hier lassen und das war es, was sie wirklich ankotzte. Ihre Arbeit, sich um die Künstler die bei ihnen unter Vertrag waren oder bei ihnen unter Vertrag wollte zu kümmern und die Songs abzumischen war das einzige, was sie wirklich ablenken konnte. Musik irgendwo natürlich auch, aber lange nicht so effektiv. Dazu würde es im Safe-House sicher keinen Alk geben. Was für eine verfickte Scheiße.
"Schön.", sagte sie nur kurz und verbittert und legte den Laptop der ihr in der Zeit hier echt ans Herz gewachsen war, auf die Theke. Und weil sie wusste, dass Steve früher oder später darauf ebstehen würde, stellte sie die Flasche Alk daneben - nachdem sie noch einen weiteren großen letzten Schluck genommen hatte.
Die nächste Zeit würde echt heftig beschissen werden.
Schweigend folgte sie seiner Armbewegung und ging los. Sie hätte nicht gedacht, diesesn Gebäudekomplex hier dann mal zu vermissen. Aber tatsächlich war es so. In der Zeit die sie hier gewesen war, war es fast wie zu ihrem Zuhause geworden. Und sie wusste, dass das bei dem Ort, zu welchem sie unterwegs waren, definitiv nicht so sein würde...

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Steve
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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Steve am 19.12.2021 14:07

In gewisser Weise erinnerte Joannas Verhalten ihn an seine Vergangenheit. Es warf ihn in die halb zerstörte Bar zurück, in der er gesessen und eine Flasche nach der nächsten herunter gekippt hatte. Nach dem Tod seines besten Freundes, nach dem er aus dem Zug gerissen wurde - aus dem Loch, für das Steve verantwortlich gewesen war - und nach dem er nicht in der Lage gewesen war, ihm die Hand zu reichen, ihn hochzuziehen, war das Mittel der Wahl der Alkohol gewesen.
Steve war der festen Überzeugung gewesen, das es seine Schuld gewesen war. Das er verantwortlich dafür gewesen war, das der Braunhaarige in den Abgrund gestürzt war. Er hätte ihn einfach nicht überreden dürfen, mit ihm Hydra vernichten zu wollen. Hätte darauf bestehen sollen, das Bucky zuhause blieb, die Wunden heilten und er endlich wieder vollständig fit war. Und genau deshalb hatte er zum Alkohol gegriffen. In der Hoffnung, all die Sorgen zu ertränken. Doch es hatte nichts gebracht. Sein verschnellerter Stoffwechsel hatte nicht zugelassen, das er sich betrank - hatte den Alkohol gleich wieder abgebaut. Doch zumindest konnte er Beweggründe nachvollziehen.
Trotz allem konnte er genau aus diesem Grund Joannas Worte nachvollziehen. Worüber sollte sie wohl reden wollen? Es war ja ihre Sache, ging andere nichts an. Genau das hatte der Soldat auch gedacht und trotzdem hatte er keine andere Wahl gehabt als mit Peggy Carter zu reden, die ihn schlussendlich auch aus der Bar manövriert hatte. Und das würde Joanna sicher auch gut tun. Jemand, mit dem sie reden könnte. Und vielleicht hatte er sogar schon eine Idee, mit wem. Nur dafür müssten sie erstmal außer Gefahr sein, denn sie würde er für niemanden in der Welt in Gefahr bringen. "Über deine Gefühle. Und ich weiß, du bist nach außen der eiskalte Klotz, der keine Gefühle hat. Aber das kannst du mir nicht erzählen. Jeder hat Gefühle und es geht an dir auch nicht spurlos vorbei. Und jeder hat Hilfe verdient. Auch du. Du kannst mir erzählen, was du willst. Aber du brauchst Hilfe, Joanna. Egal, ob du willst oder nicht. Du brauchst sie. Ansonsten wirst du früher oder später untergehen."
Ihre nächsten Worte jedoch machten ihn sprachlos. Sein Arm schnellte vor, seine Hand packte sie fest an ihrem Arm und er zwang Joanna, ihn anzusehen. Sein gutes Gehör hatte ihm keinen Streich gespielt - da war es sich ziemlich sicher. "Was hast du da gerade gesagt?", fragte er trotz allem nochmal nach. "Joanna, spinnst du? Natürlich solltest du noch leben! Du kannst doch verdammt nochmal nichts dafür. Unfälle passieren!"
-
Es kostete ihn alle Anstrengung, die Wut, das er sie an der Bar vorgefunden hatte, herunter zu schlucken. So wie sie aussah war sie schon wieder ziemlich dicht. Und so war sie keine große Hilfe. Aber gut, auch damit musste er umgehen und sie jetzt anzuschreien, brachte nichts. Es war ohnehin schon zu spät, er würde nicht verhindern können, das sie trank. Irgendwie musste er jetzt damit umgehen. "Besser, als wenn du dich ins Koma säufst oder dich der Attentäter erwischt, meinst du nicht?", gab er trocken und leicht zynisch zurück. "Und nein, der Laptop bleibt hier. Wir werden dort keinen Kontakt zur Außenwelt haben. Nicht viel, jedenfalls. Der zusätzliche Agent wird uns regelmäßig etwas zu essen vorbeibringen und ich werde dir beibringen, wie man sich verteidigt." Der Blonde rieb sich die Schläfen ehe er nach dem Laptop unter ihrem Arm griff und ihn auf der Theke ablegte. Dann sah er sie abwartend an und bedeutete ihr vorzugehen. "Ich sag dir schon, wann du wo abbiegen musst."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 19.12.2021 14:08.

Joanna

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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Joanna am 22.11.2021 10:52

Joanna stand einfach nur da und starrte Steve an, während dieser in einem wahren Monolog - und anscheinend einem wütenden Monolog - abschoss, was zur Hölle sie zu tun und zu lassen haben sollte. Sie könnte kotzen. Echt, sie könnte einfach nur kotzen. Er führte sich auf, als sei er hier die geschädigte Partei. Dabei tat er doch nur seinen Job, oder nicht? Sie war diejenige, die aus ihrem Haus rausquartiert, an einen unbekannten Ort gebracht und (mehr oder weniger) gefangen gehalten wurde, die darum kämpfen musste irgendwie weiter arbeiten zu können und anscheinend von diesem Scheiß-Arsch gejagt wurde. Und fast gleichzeitig zu diesem Gedanken durchfuhr sie ein tiefer, schmerzhafter Stich durch ihren Brustkasten, als wäre sie gerade nich nur von einem Messer, sondern gleich von einem Schwert aufgespießt worden. Du hast kein Recht dich zu beschweren. Sagte dieser innere Teil von ihr, der immer da war. Die Schuld. Du hast deine Familie umgebracht. Du hast kein Recht wütend zu sein oder dich darüber zu nerven, vielleicht in ein Safe-House zu müssen. Du hast es nicht anders verdient. Mörderin. Joannas Fassade stand. Nichts drang nach draußen, doch umso mehr nach ihnnen. Fuck. So war es halt.
"Habe ich mit irgendeinem Wort erwähnt, dass ich mich weigern würde?", entgegnete sie, mit genauso emotionsloser Stimme wie zuvor, ihr Blick in Steves aufgebrachte Augen gerichtet. Fuck, sie brauchte echt Alk bei diesem ganzen Scheiß. "Ich hab doch eh keine andre Wahl als hier mitzumachn. Klar, werd ich mitkommn." Auch wenn sie keinen Bock hatte. Und auch wenn Steve von ihr anscheinend in etwa genausoviel zu halten schien wie die Dorfbewohner. Ihr Babysitter also, hm? Großartig. Wirklich. Du hast es nicht anders verdient. Kurz zuckte ihr Mundwinkel verbittert. Jep. Sie hatte es nicht anders verdient. Wirklich nicht.
Wie schon im Knast würde sie einfach alles über sich ergehen lassen. Denn: sie hatte es nicht anders verdient. Und letztlich war dieser ganze Scheiß hier ja nicht groß was anderes. Cool. Echt cool.
Tony verabschiedete sich um mit diesem anderen Kerl zu bereden, wie man ihre Erinnerungen möglicherweise wiederholten könnte und zurück blieben nur noch Steve und sie. Wurde ja immer besser... nicht.
Insbesondere weil Steve es natürlich nicht auf sich sitzen ließ und direkt wieder auf die Briefe einging, die man bei ihr Zuhause gefunden hatte. Sie blieb dabei. Es ging ihn nichts an. Es ging ihn nichts an und auch die Kerle die die Briefe gefunden hatte ging es nichts an. Es war ne Sache zwischen ihr und dem Dorf. Und es war eben einmal so. Und die Leute hatten ja Recht...
Ruhig sah sie ihm in die Augen, während er ein weiteres Mal begann auf sie einzureden. Er hatte Recht. Es ging nicht spurlos an ihr vorbei. Sie tat so. Vor jedem den sie traf tat sie so, als wäre es ihr Scheiß egal, als würde es einfach direkt von ihrer Mauer abprallen. Aber ein kleiner Teil drang immer zu ihr durch. Schmerzte. Jeder Blick. Jeder Brief. Sie... trank nicht umsonst so viel. Es ließ sie nicht nur wortwörtlich vergessen... es betäubte auch diese Schmerzen. Wenigstens für einen moment lang. Wenn sie dann nur noch im Hier und Jetzt, nur noch in der Gegenwart lebte und alles und ejder andere egal geworden war... "Ich wüsste nicht, was ich darüber reden sollte", antwortete Joanna als erstes, als Steve endlich eine Pause machte in seiner Rede in ihr Gewissen. "Und was das andre angeht... was, wenn ich die Hilfe nicht verdient habe?" Und das hatte sie nicht. Sie hatte den Unfall verursacht. Sie war die einzige Schuldquelle, weshalb fünf Menschen ums Leben gekommen waren. Es war keine Ampelfehlstellung oder Unachtsamkeit gewesen. Noch nichtmal besoffenes Fahren. Nein, es war ganz allein sie. Sie hatte kein Recht auf Hilfe. Sie war selbst schuld, dass es so gekommen war und niemand konnte daran etwas ändern.
"Ich sollte eigentlich eh nicht mehr leben.", es war nur leise dahin gesagt, aber auch das entsprach der Wahrheit. Ihre Familie hätte es verdient zu leben. Vor allem ihre Schwester. Sie hätte den Unfall überleben sollen, alleine schon für ihren Verlobten, für ihre Hochzeit. Und Joanna - als Unfallverursacherin - war diejenige, die hätte sterben sollen. Das hatte sich joanna schon oft gedacht in den einsamen Stunden im Knast. Aber es war wie es war und es einfach zu beenden, dafür war Joanna doch zu sehr Kämpferin. Sie hasste aufgeben.
"Mhm", machte Jo zum Abschied nur, wandte sich um und ging in großen Schritten sofort aus dem Raum, sobald sie von Steve entlassen worden war. Ihr war es scheiß egal, was er sagte, Sie würde sich in der Bar ein oder zwei Flaschen unter den Negal reißen, die vorsichtig mit sich nehmen und irgendwo trinken, wo niemand sie beobachtete.
Denn das brauchte sie gerade mehr denn je...

In den folgenden Tagen lernte sie, zu welchen Zeitpunkten Steve nach ihr sah: ergo wann sie sich in die Bar setzen und arbeiten konnte, und wann sie sich besser auf ihrem Zimmer oder beim essen oder wo auch immer befand. In manchen Momenten kam es ihr schon erschreckend vor, wie geübt sie mittlerweile darin geworden war, heimlich zu trinken. Aber dann wieder war es ihr scheißegal. Es war ja nicht so, dass sie sich völlig abschoss (außer wenn sie spät Abends alleine in ihrem Zimmer saß mit einer gestohlenen Flasche Alk und sich die Kante gab um wenigstens halbwegs schlafen zu können), sondern man konnte immer noch was mit ihr anfangen. Aber etwas Alk brauchte sie nun mal einfach. Und es war ihr Scheiß-egal, was alle anderen davon hielten.
Zum Glück hatte Tony Stark ihr auch einen Mail-Account eingerichtet, wo sämtliche Nachrichten welche sie sonst auf ihre übliche Arbeits-Mailadresse empfing, umgeleitet wurden. So war es ihr möglich, Kontakt mit ihren Kollegen aufzunehmen, ihnen zu erklären, dass sie zurzeit in Sicherheitsgewahrsam oder sowas steckte, es ihr aber gut ging (auch wenn man hier wohl 'gut' definieren musste) und sie so gut es ging von hier aus weiterarbeiten würde. Die Musikprogramme die Tony runtergeladen hatte funktionieren zumindest, sodass sie unablässig Musik hörte, bewertete, Rückmeldungen gab, Mails schrieb und neue in der Produktion befindliche Songs abmischte.
Allmählich hatte sie den Überblick verloren, wie lange sie schon hier war. Sie ging allen aus dem Weg, redete kaum. Ihre Arbeit unterbrach sie nur, wenn Tony und Bruce sie zu irgendwelchen Tests riefen, um an ihrem Kopf herumzudoktorn. Auch heute war es nicht anders. Am Vormittag war sie kurz bei ihnen gewesen, wo sie ihre Hirnströme oder sowas gemessen hatten, und danach war sie in die Mensa zum Mittagessen, wo Steve auch kurz nach ihr sah. Was bedeutete dass ihr Weg nach dem Essen auf direktestem Weg zur Bar führte. Ihr absoluter Lieblingsort in diesem riesigen Gebäudecomplex. Sie hatte sich eine Tequila-Flasche geschnappt, sich in ihre Ecke der Bar zurückgezogen, sich im Schneidersitz auf der Bank niedergelassen und arbeitete. Mit den Kopfhörern auf den Ohren, auf dem Bildschirm schauend und dabei immer wieder große Schlucke aus der Flasche neben sich trinkend. Eine Bewegung die sie aus den Augenwinkeln wahrnahm, ließ sie aufblicken. Steve.
"Fuck", murmelte Joanna, nahm sofort die Kopfhörer herunter und sah an, wie der Mann eiligen Schrittes näher kam. Jetzt würde es Anschiss geben.
Und da war die Nachricht. Also doch ein Safe-House. Und wahrscheinlich würde es in diesem Safe-House keine Bar geben, an der sie sich gütlich tun konnte. "Na geil.", gab Joanna ironisch von sich. Mit etwas mehr Emotion in der Stimme als sonst. Das war der Alkohol. Jetzt war eh egal, oder? Sie griff nach der Flasche, trank zwei große Schlucke, klappte den Laptop zu, stand auf und nahm diesen unter den Arm. "Ich will den Laptop mitnehmen", erklärte sie. Gut möglich, dass sie im Safe-House keinen Empfang habenw ürden, aber falls doch, wollte Joanna wenigstens die Möglichkeit haben, ein bisschen zu arbeiten. Die Flasche in der einen Hand, den Laptop unterm andern Arm stand sie da. "Na dann los. Bin bereit."
Sie war absolut nicht motiviert. Aber sie hatte eh keine andere Wahl. Also von daher... lets go ins nächste Gefängnis...

Joanna_Signatur.png

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.11.2021 15:18.

Steve
Gelöschter Benutzer

Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Steve am 21.11.2021 17:21

"Joanna, mir gefällt die Vorstellung genauso wenig wie dir, in ein Safe-House gehen zu müssen, okay? Ich habe bei bestem Wissen und Gewissen eindeutig besseres zu tun, als Babysitter für jemanden zu spielen, der sich vollkommen abgeschossen hat und deswegen nicht mal mehr weiß, das er an einer Leiche vorbei spaziert ist und mit ihr geredet hat. Geschweige denn, was an diesem Abend überhaupt passiert ist. Aber hier geht es nicht um die persönlichen Interessen, hier geht es darum, einen verdammt gefährlichen Mann, der seit über siebzig Jahren sein Unwesen treibt endlich hinter Gitter zu kriegen und dich lebend aus der Sache rauszubringen. Also schluck deinen Stolz herunter, wir haben keine Zeit dafür. Wenn ich dir sage, das wir in ein Safe-House gehen müssen, dann werden deine Koffer bereits gepackt bereit stehen und du musst dich nur noch von deiner Sitzgelegenheit erheben und mit mir mitkommen, verstanden?" Nach diesem halben Monolog endetet Steve und wirkte dabei leicht ungehalten, doch immer noch mit Verständnis in den Augen. Er konnte sie doch zumindest ein bisschen verstehen, es war eben absolut scheiße, wenn man mit solchen Geschehnissen so überrollt wurde, doch hier ging es eben nicht um diese persönlichen Interessen, die dabei eine Rolle spielen könnten. Für beide, sowohl für Steve als auch Joanna, hieß es jetzt, ihre zugetragenen Rollen perfekt zu spielen, sonst würden beide Probleme und Schwierigkeiten bekommen, auf die beide verzichten konnten. Vielleicht würde das sogar bedeuten, das sie eben nicht lebend aus der Sache rauskamen, es handelte sich schließlich um einen weltweit gesuchten Verbrecher. Und das genau dieser weltweit gesuchte Verbrecher Steve sein bester Freund sein könnte, worauf momentan alles hindeutete, das war eine Tatsache, die es für ihn auch galt auszublenden.
Tony verabschiedete sich schon bald mehr oder weniger verbal mit Bruce Banner am Ohr und Steve machte sich nicht die Mühe ihm nochmal hinterher zu rufen, das er aufpassen sollte und sich vor allem beeilen sollte. Das hatte er mittlerweile sicher schon an die hundert Mal erwähnt und auch wenn es immer noch eine Tatsache war, ging es sicher auch dem Erfinder mittlerweile auf die Nerven.
Da Tony sich jetzt allerdings aus dem Staub gemacht hatte, konnte sich der Soldat den Briefen etwas genauer widmen. Immerhin lief er so nicht mehr Gefahr, zu viel zu erzählen. Es befanden sich ja nur noch er und Joanna in dem Raum. "Du hättest mit jemandem darüber sprechen müssen, Joanna, verdammt nochmal. Das geht auch an dir nicht spurlos vorbei und wenn du das denkst, dann redest du dir selbst Lügen ein, die du niemals glauben wirst. Das steht man nicht ohne Hilfe durch, nicht allein, nicht du selbst. Du musst verdammt nochmal mit jemandem darüber reden. Es gibt Menschen, die dafür ausgebildet werden, die eine Ahnung davon haben, wie sie dir helfen können. Du kannst dich nicht immer in das Schneckenhaus zurückziehen, in dem du zu leben scheinst. Über kurz oder lang wird es nämlich vollständig über dir zusammenbrechen. Und dann hast du ein Problem. Ein richtig, großes Problem.", versuchte Steve auf die junge Frau vor sich einzureden und seufzte auf. "Ich kann ja nachvollziehen, das das für dich nicht einfach ist. Aber der Weg, der Weg den du jetzt gerade im Moment gehst, den wirst du nicht überleben. Nicht, wenn du so weiter machst." Geschlagen seufzte er auf, fuhr sich mit den Fingern kurz über die Augen und dann durchs Haar und nickte dann langsam. "Aber ja, du darfst gehen. Du kennst die Spielregeln, beweg dich nicht außerhalb des Towers, benimm dich und trink keinen Alkohol. Tony wird für deinen Laptop sorgen und dann.. du wirst auf dem Laufenden gehalten werden.", schloss er ab und nickte, ehe er sich langsam in Bewegung setzte um sich mit dem Menschen zu treffen, der ihm den Auftrag beschert hatte. Nick Fury.
Zeitsprung, 2 Wochen später

Es waren mittlerweile zwei ganze Wochen vergangen und bis auf einen ereignislosen Tag nach dem anderen hatte sich für die beiden förmlich inhaftierten Menschen nichts geändert. Wobei es für Joanna auch noch um einiges schlimmer gewesen sein musste als für Steve, denn er durfte wenigstens das ein oder andere Mal noch aus dem Tower heraus. In dem Gespräch mit Fury wurde ihm nur eingeschärft, das er sich gefälligst damit bemühen sollte, den Winter Soldier zu fangen und ihn daran zu hindern, Joanna zu töten.
Um das zu gewährleisten, durfte sich die junge Musikproduzentin nicht außerhalb des Towers aufhalten, hatte förmlich ihr eigenes Stockwerk und rund um die Uhr Menschen um sich herum, die bedacht darauf waren, das ihr nichts geschehen würde. Tony hatte ihr den versprochenen Blanko-Laptop zur Verfügung gestellt und bisher war jeder Tag gleich abgelaufen. Ein, zwei vielleicht auch drei Mal am Tag sah Steve vorbei und stellte sicher, das sie keinen Unfug anstellte und sich an die aufgestellten Regeln hielt und bisher hatte auch alles geklappt. Doch heute war etwas anders.
Vor nicht einmal zehn Minuten hatte der Soldat die Nachricht erhalten, das sie sich tatsächlich auf den Weg in ein Safe-House machen mussten. Der Winter Soldier kam dem Tower immer näher, weshalb es immer gefährlicher wurde, Joanna dort zu verstecken und nicht irgendwo anders. Aus diesem Grund hatte sich Steve auf dem schnellsten Wege zu der jungen Frau gemacht, die er über einem Laptop hängend an der Bar des Towers erwischte. Neben ihr stand eine halb geleerte Flasche von irgendeinem Alkohol und ein gefülltes Glas. Schon da kochte die Wut in ihm auf, doch die musste er nun etwas zügeln. "Joanna.", durchschnitt seine Stimme die Stille, als er bereits den Raum betreten hatte. "Wir müssen los. Es ist nicht weiter sicher hier für dich, wir bringen.. ich bringe dich jetzt in ein Safe-House. Deine Koffer werden gerade jetzt in diesem Moment gepackt und zum Hinterausgang gebracht. Dort wartet ein SUV, der dich in Sicherheit bringen wird. Außer mir wird dich noch ein anderer Agent begleiten, in einem weiteren SUV. Wir wollen kein überhöhtes Risiko eingehen, egal ob wir jetzt 10 Agenten oder nur zwei Agenten bei uns haben, wenn er uns finden will, wird er uns finden. Und so sind es abgesehen von mir und dir nur noch ein weiterer Agent, der die Kenntnis von unserem Aufenthaltsort besitzt." Seufzend blickte er auf die junge Frau hinab, die auf dem Barhocker, auf dem sie saß, noch viel kleiner wirkte, als sie es ohnehin schon war, wenn sie neben dem Blonden stand. "Wir müssen los, Joanna. Jetzt."

Antworten
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