Steve & Joanna ~ What Did You Saw? (Zwangscut)

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Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Joanna am 27.10.2022 11:05

Es hätte sie nicht wundern sollen, dass er es einfach nicht auf sich beruhen lassen konnte. Steve schien einer dieser Menschen zu sein, die immer nachfragen mussten. Immer und immer wieder. Leicht erinnerte es sie an die anderen dorfbewohner. Jene, die sie bedrängten wenn sie ind er Dorfkneipe saß und trank, trank, trank. Sie fragten sie aus ob sie wirklich im Knast gewesen war, wie es im Knast gewesen war und ob sie wirklich die fünf Menschen auf dem gewissen habe. Wie sie sich fühle. Ob sie stolz darauf sei. Nie hatte Jo auch nru ein einziges Mal auf irgendeine dieser fragen geantwortet, außer vielleicht maximal mit einem 'Ich will nicht drüber reden.' Ansonsten schwieg sie und trank sie. Ganz einfach. Nach einigen Wochen hatten die meisten es aufgegeben. Und die Fragen wurden zu Beleidigungen und Hassbriefen. Täglich. Wann immer sie jemandem über den Weg lief, wann immer sie jemanden sah. Und sie verstand es. Sie konnte es verstehen. Sie konnte es nachvollziehen. Sie konnte es wirklich verstehen.
Doch Stevens Nachfragen... waren anders. Sie trieften nicht vor Hass oder Anklage. Sondern im Gegenteil - vor Sorge. Und damit wusste Joanna schlichtweg nicht umuzgehen. Verstand er denn nicht, dass sie es nicht anders verdient hatte? Verstand er nicht, dass sie nicht darüber reden wollte, nicht darüber reden konnte??
Und doch saß sie jetzt heir und starrte in das leere Wasserglas in ihrer Hand, während er ganz sanft nur auf ihr Gewissen einzrueden versuchte. Ihre Mauer war am hochfahren, doch ganz oben war sie noch nie. Geschwächt durch den Alk-Entzug und den Alptraum ging es ihr gerade einfach nur beschissen und war es schwierig sich so distanziert wie sonst zu geben. Schwierig so hart zu sein, schwierig... es einfach nicht an sich ran zu lassen. Sie wollte wieder abblocken. Einfach nur aufstehen, nach unten, was frühstücken und ihre Distanz, ihre Mauer wiederfinden. Alk würde ihr dabei helfen. Gott, dürstete es sie danach!!
Sie schwieg eine ganze Weile, nur vor sich hinstarrend. Die Bilder der Leichen ihrer Schwester und ihrer Eltern aus ihrem Alptraum blitzten wieder hinter ihren Augnlidern auf. Warum hast du uns umgebracht??! Sie schluckte schwer. "Ich vermiss sie.", brachte sie schließlich heraus. Es war nicht mehr als ein Flüstern, ein Hauchen fast. "Ich vermiss sie so sehr..." Sie spürte wie sie drohte davon zu schwimmen und kurz entschlossen stand sie aus. Ihr war kalt, dennoch war ihre Stirn von Schweißperlen bedeckt. Der Entzug. Gott würde ein Drink helfen.
"Lass uns runtergehn. Was essen.", sagte Jo, jetzt wieder ein klein wenig bestimmter. Sie wollte - nein musste - sich sammeln. Wenn es irgendwie möglich war.

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Steve
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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Steve am 09.10.2022 21:08

Gewissenhaft hatten Steve seine Augen jegliche Reaktion, jegliche Handlung von Joanna beobachtet. Sie sah genauso kaputt aus, wie er sie in letzter Zeit eingeschätzt hatte. Doch wenn er sie jetzt darauf ansprechen würde, würde es sicher wieder nur dazuführen, dass sie sich irgendwann anbrüllten und mindestens einer nach kurzer Zeit vollkommen beleidigt war. Also beließ er es lieber bei einem leicht mitleidigen Lächeln. 
Doch auch das Lächeln schien nicht lange zu währen, denn als Joanna mit brüchiger Stimme fragte, ob es sich bei dem Glas Wasser nicht vielleicht doch um den Alkohol handelte, den ihr Körper offensichtlich so stark brauchte, verdunkelte sich seine Miene ein wenig und die Sorge trat in seine Augen. Nur wenig später jedoch, hatte Steve wieder einen neutralen, wenn auch besorgten Gesichtsausdruck aufgesetzt und war ihrer Aufforderung nachgekommen und über die Türschwelle getreten. "Nein, kein Alkohol. Wasser.", bestätigte er ihre Vorahnung nochmal verbal und versuchte sich an einem Lächeln. "Ich dachte, das könntest du jetzt vielleicht gebrauchen."
Unschlüssig - und eben wie der Blonde war - stand er dann im Raum und beobachtete sie, wie sie das Wasser in wenigen Schlucken in ihren Körper beförderte. Er nickte, als Antwort auf ihre Dankesworte und lächelte ein wenig, ehe er sich wieder den Beobachtungen widmete. "Bist du dir sicher?", fragte er dann noch. Natürlich war er sich sehr sicher, dass sie sicher nicht darüber reden wollte, doch ein wenig Hoffnung hatte er trotz allem immer noch. "Manchmal hilft es, wenn man darüber redet, was einen beschäftigt. Wenn du nicht mit mir reden willst, kann ich dir nach all dem auch anbieten, mit einem ausgebildeten Menschen darüber zu reden." Steve räsuperte sich. In gewisser Weise war es ihm sogar fast ein wenig unangenehm. "Ich denke ich habe genug mitbekommen, um mir denken zu können, dass du vom Unfall geträumt hast.", erwiderte er nach einem etwas längeren Schweigen langsam. "Du solltest wirklich mal mit jemandem darüber reden, Joanna."

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Joanna

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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Joanna am 09.08.2022 16:45

Joannas Lippen zuckten bitter. Was sollte das denn jetzt? Themenwechsel um 180°? So tun als wäre alles in bester Ordnung obwohl es das nicht war? "Wenn man Actionfilme mag - ja - ist er sehenswert.", meinte sie kurz und knapp und konnte nicht anders als sich zu fragen, ob die beiden jetzt wohl einen wundervollen Filmabend machen würden, während sie oben halb vor Durst umkommen würde. Warum durften die nen beschissenen Film schauen während sie noch nicht mal einen einzigen Drink haben durfte??
Wie auch immer. Sie beschäftigte sich gar nicht mehr länger damit, sondern machte sich afu den Weg nach oben - auf die Suche nach Alk (natürlich erfologlos), nach der Suche nach nem CD-Player (zum Glück mit Erfolg) und natürlich fand sie auch ein Bett, in welchem sie schließlich widerwillig in einen ausgesprochen unruhigen Schlaf fiel, von dem sie nicht rechnete, dass er beim Aufwachen beobachtet werden würde...

~~~

Noch immer raste Joannas Herz. Ihre Kehle war absolut ausgetrocknet und alles in allem war ihre Gesamtverfassung nur als absolut beschissen zu bezeichnen. Sie zitterte, das Schuldgefühl brannte in ihr, die Bilder ihrer toten Familie tanzten nach wie vor vor ihren inneren Augen, genauso wie die Stimmen noch immer in ihren Ohren widerhallten. Warum hast du uns umgebracht... uns umgebracht? Warum hast du uns umgebracht??!
Steven stand in der Tür. Rasch versuchte Jo sich zu beherrschen, so schnell wie möglich irgendwie ihre Mauer wieder hochzufahren, was grade absolut alles andere als leicht war. Sie lag grade in Trümmern am Boden, niedergeschmettert vom Traum, der halb aus grausamen Erinnerungen bestanden hatte.
Sie hatte gerade keine Nerven mehr. weder Nerven darauf wütend zu sein, noch auf sonst irgendwas. Sie schluckte und spürte den Druck in ihrem Hals. Wieder fuhr sie sich mit zitternden Fingern über die Wangen. Sie musste so tun als ob nichts wäre. Einfach so tun als ob nichts wäre und die Mauer würde von ganz allein wieder kommen. Ganz genau. "Kein Alk schätz ich, oder?", frage sie mit selbst für ihre Verhältnisse viel zu rauer Stimme und bedeutete ihm mit einem Kopfnicken, dass er reinkommen könnte.
"Danke.", sagte sie leise, fast flüsternd, nahm das Glas Wasser entgegen und hatte es in wenigen Schlucken leer getrunken. Es befeuchtete ihre trockene Kehle, doch den Durst dämpfte es nicht im Geringsten. Leicht verog sie das Gesicht. Was würde sie nicht für etwas Stärkeres geben... wenigstens ein bisschen was..
Joanna nickte erneut. "Danke." Sie hatte keinen Hunger. Aber alles war besser als mit ihren Gedanken und Erinnerungen allein zu verbleiben. Sie musste etwas tun. Trinken viel weg. Arbeiten viel weg. Dann nahm sie halt was sie kriegen konnte. Auch wenn sie nicht viel Hoffnung hatte, dass es was bringen würde. "Ich komm gleich runter."
Wie bestellt und nicht abgeholt stand der Soldat im Raum - und dann kam die Frage. Warum hast du uns umgebracht?? Bitterer hätte das ganz leichte Lächeln auf Joannas Lippen nicht sein können. "Nein.", sagte sie nur kurz. Sie würde es in die Kiste stopfen, in die sie alles stopfte und die irgendwo weit hinter ihrer Mauer stand. Aus den Augen aus dem Sinn. Hieß es nicht so. Einen Moment herrschte noch schweigen, doch dann musste Joanna es einfach wissen. "Wie lang hast dus chon in der Tür gestanden? Wie viel hast du mitbekommen?" Aus ihrer Zeit im Knast wusste sie, dass sie manchmal bei diesen Träumen im Schlaf redete. Sie hoffte inständig, dass sie es diesmal nicht getan hatte..

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Steve
Gelöschter Benutzer

Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Steve am 05.08.2022 14:35

"Ein Men-in-Black-Film?" Steve seine Stirn runzelte sich und er neigte verwirrt den Kopf schief. Ehrlich gesagt hatte er gedacht, dass er sämtliche Filme, über die die Leute sprachen in den letzten Jahre aufgeholt hatte, doch von diesem Film hatte er wirklich noch nichts gehört. Und scheinbar war es so, als ob die Leute dort auch viel im Anzug rumliefen, denn sonst hätte Joanna den Vergleich doch sicher nicht gezogen, oder? "Ich hab noch nicht einen Film davon gesehen, sind sie sehenswert?" Warum hatte Sam ihm diesen Film nicht empfohlen, wenn man ihn doch anscheinend kennen sollte? Und vielleicht tat auch Joanna ein Themenwechsel ganz gut, etwas Ablenkung vom Alltag und ihren offensichtlichen persönlichen Problemen mit sich selbst. 
Als sich seine Schutzperson irgendwann verzogen hatte, genauso wie der zusätzliche Mitarbeiter, den sie von S.H.I.E.L.D mitbekommen hatten, hatte sich Steve in die Küche verzogen und etwas an seinen Kochkünsten gefeilt. Dabei diente sein Kollege als Vorkoster, ehe er sich aufgemacht hatte, um die Gegend um das Haus zu kontrollieren. Mit einem Teller und einem Glas Wasser, sowie Besteck hatte er sich auf die Suche nach der jungen Frau gemacht. Zunächst jedenfalls, denn kurze Zeit später hatte er nur noch das Glas Wasser in der Hand. Bevor das Essen kalt werden würde, stellte er es lieber warm und ging mit dem Wasser allein auf die Suche. Und es hatte auch nicht all zu lang gedauert, bis er sie gefunden hatte. Doch die Zeit, die er im Türrahmen gestanden hatte, schien sich ewig gezogen zu haben. 
Es war fast, als zuckte der Soldat selbst zusammen, als Joanna mit einem leisen Schrei aus dem Schlaf aufschreckte. Ihre Wangen waren tränenverschmiert und sie sah absolut fertig aus. Kein Wunder, dass sie tagsüber so schlechte Laune hatte. Wenn ihr Schlaf immer so aussah, wollte Steve nicht mit ihr tauschen. 
Ihre Hände zitterten, genauso wie ihr ganzer Körper. Und als Joanna ihn ansprach, musste sich der Blonde erstmal räuspern, bis er seine Stimme wiedergefunden hatte und in der Lage war, ihr zu antworten. "Ich hab dir was zu trinken mitgebracht.", sprach er und hielt das Glas mit der klaren, kühlen Flüssigkeit hoch. "Darf ich reinkommen?" Einen Moment wartete er noch, ehe er langsam eintrat und ihr das Glas entgegen hielt. "Ich hab etwas zu Essen gemacht, ich dachte, du könntest was vertragen. Eigentlich wollte ich es dir mitbringen, aber ich wollte nicht, dass es kalt wird. Es ist unten in der Küche." Besorgt musterte er sie, stand etwas unschlüssig in der Mitte des Zimmers und kaute kurz auf seiner Unterlippe. "Willst du über deinen Traum reden?"

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Joanna

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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Joanna am 04.06.2022 18:00

Joanna schwieg. Hier war doch kaum eine gottverdammte Menschenseele! wer sollte denn bitte dabei zuschauen können, wenn man sie in ein Auto verfrachtete? Und was machte es schon ob man dachte, sie würde grade entführt werdn. Gewissermaßen war es immerhin so. Aber sie schluckte all das herunter. Allein ihre Mundwinkel zuckten ein wenig bitter bei Stevens Formulierung: Dann kannst du wegen mir so viele Schlaftabletten nehmen, wie gesund ist. Es würde ihr immer ein Rätsel bleiben warum dieser Kerl so verfickt besessen auf ihre Gesundheit war. Sie war doch eh voll am Arsch, was interessierte sie da noch ihre Gesundheit? Ihre Schwester und ihre Eltern und zwei weitere Unschuldige waren tot. Sie besaßen gar keine Gesundheit mehr!
Im Haus angekommen fiel es Joanna schwer, Stevens Worten glauben zu schenken. So? Er hasste sie nicht. Vielleicht solltest du's lieber., lag ihr bereits auf der Zunge - doch sie schluckte es hinunter. Darauf würde nur wieder eine Diskussion über ihre Selbstwahrnehmung kommen und es gab nichts, worauf sie gerade weniger Bock hätte. Sie wollte verdammt nochmal nicht über ihre Gefühle sprechen!! Aber dies schien insbesondere für Steve ja eine Herausforderung zu sein.
"Dann sollte er vielleicht nicht ganz so aussehen als sei er gerade einem Men-im-Black-Film entsprungen. Nur so ne Idee.", meinte Joanna trocken auf Steves Erklärung zu ihrem Mistreiter, der nach wie vor im Anzug, mit schwarzer Sonnenbrille und verschräntken Armen hinter ihm stand. Wenn er weiterhin so rumlief, würde ihnen niemand glauben dass sie ein 'normaler' Haushalt waren. Andererseits würde das vermutlich eh kein Schwein glauben. Und ihr konnte es eigentlich auch echt egal sein.
Ihre Lippen zuckten nur kurz zu einem bitteren Lächeln. Sie war weder unschuldig, noch jung. Egal was er behauptete. Vielleicht hatte sie dem Wintersoldier nichts getan, schön. Aber die Schuld am Tod ihrer Familie würde immer an ihren Händen kleben. In ihrem ganzen Leben. Sie würde nie unschuldig sein. Das Blatt... das hatte sie glorreich verspielt.
Ein Gedankengang der mit unendlichem Durst und einer absoluten Depressions-Phase im Bett endete, wo sie schließlich in einen ihrer üblichen 1-ständigen Alpträume abdriftete, die sie jeden Tag und jede Nacht aufs neue heimsuchten.

Sie hörte Lisbeth lachen und seufzen. Kurz blickte sie zur Seite. Sie hatte die Last-Minute-Einkäufe - oder einen Teil davon - zwischen ihren Beinen verstaut. Das Geschwindigkeitsschild tauchte auf, doch Joanna drückte weiter aufs Gas. Das Tachometer zeigte weit höher an.
"Warum hast du mich umgebracht?", fragte Lis plötzlich und Joannas Herz setzte aus. Ihre Hände die das Lenkrad umklammerten waren schwitzig und zitterten. Sie starrte zur Seite und sah mit Entsetzen, dass sie sich veränderte. Ihr halber Schädel war eingedrückt, Nase, Wangenknochen und Kinn mutilpel gebrochen, Blut war am Hals herabgelaufen, über die Wangen, klebte ihr überall, verklebte ihre blonden Haare und als sie sprach konnte man die abgebrochenen zerschmetterten Zähne erkennen. "Warum hast du uns umgebracht??" Und jetzt tauchten auch die Gesichter ihrer Eltern hinter ihr auf, ebenso entstellt, ebenso grausam. Vor Entsetzen gelähmten Gliedmaßen schaffte Joanna es mühsam wieder nach vorne auf die Straße zu blicken, weg von den Leichen ihrer Familien. Und da war schon die Kreuzung. Die rote Ampel. Ihr Fuß schien auf dem Gaspedal zu kleben. "Warum...?", hallten die leichenhaften Stimmen ihrer Familie wieder als sie über die rote Ampel schoss und...
KNALL.

Mit einem leisen Schrei schreckte Joanna aus dem Schlaf. Ihr Herz raste, ihre Wangen waren tränenverschmiert, sie zitterte, die Decke hatte sich um ihre Beine geschlungen wie zerdrückte Metallteile eines Autos, die ihr Bein gefangen hielten. Es brauchte einige Augenblicke, bis ihre orientierungslosen Augen das Zimmer wahrnahmen, sie sich daran erinnerte, wo sie war. Und sie entdeckte Steve, der offenbar mit etwas zu essen in der Hand in der Tür stand. "Fuck...", flüsterte sie, wischte sich rasch die Tränenspuren vom Gesicht und richtete sich wieder etwas auf. Sie zitterte am ganzen Leib. Ihre Kehle brannte vor Durst. Warum hast du uns umgebracht?? Die Stimmen hallten in ihrem Kopf wieder. Scheiße, sie brauchte einen Drink, sie brauchte so dringend einen Drink...
"Was willst du?", brachte Joanna heraus, und sah zu Steve - ihre Stimme noch belegt vom Traum, ebenso zittrig wie ihre Hände vom Alkohol-Entzug. Scheiße sie hielt das nicht aus, sie hielt das nicht aus...

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Steve
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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Steve am 29.05.2022 19:13

Die Augen von dem Soldaten zuckten ein wenig und er fuhr sich erneut über die immer schwerer werdenden Lider. Ein Blick zu seinem Begleiter zeigte ihm, dass auch er offensichtlich nicht sehr begeistert von der Situation war und sicher auch nicht begeisterter werden würde, doch er schwieg und stand weiter mit verschränkten Armen dezent im Hintergrund. "Joanna Officer.", sprach er sie direkt an. Seine Stimme klang müde, er hatte keine Lust auf diesen Streit. "Ich werde dir jetzt ein letztes Mal sagen, dass keiner von uns, weder ich, noch der nette Herr da hinten, dich K.O. schlagen wird. Wir werden keine Hand an dich legen, solange du uns nicht angreifst - niemand schlägt ohne Grund eine Frau von uns. Und selbst wenn wir es täten, was ganz gewiss nicht der Fall sein wird, ist es so ziemlich vollkommen unmöglich eine junge Frau in ein Auto zu verfrachten, wenn sie ohnmächtig ist. Jeder würde denken, wir wollten dir was antun." Er schwieg einen Moment, seufzte erneut und nickte dann langsam. "Also wird es vermutlich auf die Schlaftabletten drauf hinauslaufen. Aber du musst dich trotz allem selber in das Auto setzen, dann kannst du wegen mir so viele Schlaftabletten nehmen, wie gesund ist."
Steve Rogers war der jungen Frau direkt danach ins Haus gefolgt und hatte sich damit begnügt, das Haus so weit wie möglich einzurichten. Er hatte einige seiner Sachen in den Schrank gepackt, sich dann einen Moment hingesetzt und den Kompass mit Peggys Bild begutachtet. Er brauchte ihn schon lang nicht mehr, doch die Agentin hatte in seinem Herzen noch immer einen großen Platz, auch, wenn sie schon längst nicht mehr unter ihnen weilte. Sie hatte ihn geprägt, mehr als er im Endeffekt zugeben wollte - und sie war einer der Gründe, wenn nicht sogar der Grund, weshalb er jetzt hier war. Und so konnte er sich noch besser mit der Situation zurechtfinden, denn er tat es in ihrem Vermächtnis.
"Hass ist ein starkes Wort, Joanna. Ich denke nicht, dass ich dich oder die Situation hier hasse. Sie ist mir recht unlieb, doch Hass ist etwas anderes.", erwiderte er kurz darauf und auch wenn es recht trocken klang, genau so meinte er es. Steve hasste Joanna nicht. Er konnte nicht mal sagen, dass er sie nicht leiden konnte. Er hatte Mitleid mit ihr und mochte die Art nicht, wie sie mit ihrem Leben umging. Doch grundsätzlich vertraute er darauf, dass sie ein lieber und netter Mensch war.. der allerdings viel zu viel durchmachen musste. "Er ist darauf trainiert worden, nicht auffällig zu sein. Entweder, er ist ein guter Freund von uns, oder weder du noch sonst irgendwer wird ihn wahrnehmen. Es ist immer situationsabhängig.", erklärte er ihr dann, nachdem sein Blick ebenfalls so seinem Mitstreiter ging.
Steve schüttelte kurz darauf den Kopf. Er konnte ja verstehen, dass sie sich die Schuld an dem vergangenen Unfall gab, doch in diesem Fall hier war sie mehr als unschuldig. "Du kannst dir von mir aus so lang die Schuld an dem Unfall geben, wie du willst. In diesem Fall hier jedoch, in dem Fall des Winter Soldiers, bist du eine unschuldige, junge Frau, deren ohnehin schon schwieriges Leben noch mehr aus den Fugen gerät, als es davor schon war. Also nein, ich streiche das unschuldig nicht." Sein Blick folgte er, genauso wie ein resigniertes Seufzen. Er würde versuchen ihr zu helfen, doch seine Zweifel, ob sie seine Hilfe annehmen würde, wuchsen von Sekunde zu Sekunde.
Mittlerweile hatte Steve sich unten ein wenig in der Küche umgesehen, die Pfannen angeschmissen und ein wenig zu Essen gekocht. Sein Mitstreiter hatte sich derweil in eines der Zimmer verzogen und ihn in Ruhe gelassen. Was zugebener Maßen auch besser so war, denn sein Bedarf an Menschen war fürs erste gedeckt gewesen. Nun allerdings hatte er sich auf den Weg gemacht, um Joanna in den Zimmern zu suchen - irgendwann fand er sie. Unruhig schlafend auf einem Bett. Unschlüssig stand der Blonde in der Tür. Sicher konnte seine Begleiterin etwas Schlaf gebrauchen, doch auch etwas zu Essen oder? Ließ er sie besser schlafen oder weckte er sie lieber?

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Joanna

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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Joanna am 09.05.2022 19:55

Joanna schwieg, obgleich sie gut hören konnte, wie genervt Steven war. Aber sie hatte keinen Bock auf diesen Streist. Sie hatte keinen Bock auf nichts. Sie wollte einfach nur von allem und jedem in Ruhe gelassen werden. War das denn wirklich zu viel verlangt? Ja?
Sie presste die Kiefer bei seiner Auflistung fest aufeinander. Sie hasste es. Sie hasste es so sehr. "Schlagt mich K.O. und verfrachtet mich unaufällig ins Auto. Oder gebt mir halt diese beschissnen Schlaftabletten, is mir egal. Is alles besser als so." Ihre Stimme war distanziert und kalt. Sie wollte nicht mehr. Würde sich jetzt hier spontan ein Grab auftun - sie würde sich spontan freiwillig reinlegen. Sofort und ohne zu zögern.
Ohne ein weiteres Wort betrat sie das Innere des Hauses und machte sie auf die bereits im Vorhinein zum Scheitern verurteilte Suche nach Alkohol. Ihr war klar gewesen, dass sie nicht fündig werden würde - aber sie hatte es dennoch versuchen müssen. Mit einem Drink würde das hier alles viel leichter von der Hand gehen. Würde ihr dieser ganze verdammte Scheiß viel leichter fallen. Ein Drink nur. Vielleicht auch zwei.
Ihre Hände zitterten.
Dann kam auch direkt der nächste Schlag. Sie und Steve also nach außen hin ein Ehepaar? Wirklich? Kurz musterte sie den Agenten der geradewegs wie aus einem Men-in-Black-Film entsprungen aussah und lächelte bitter. "Nein, ist schon okay. Hassen uns doch schon genug ohne was schauspielern zu müssen." Sie nickte zu dem Agenten hin. "Und nur mal so aus Interesse - ist der für unsere Tarnung nicht ein wenig auffällig?" Vielleicht würde sie oben noch ein wenig Alk finden. In irgendwelchen Schränken. Oder hinter Schränken. Oder unter einem Bett. Vielleicht unter Dielenbrettern wo irgendjemand vor Urzeiten etwas versteckt hatte...
Joanna lächelte ein schwaches bitteres Lächeln. Aber du bist wichtig für uns, du bist wichtig für die Sache. Das war der Knackpunkt, nicht wahr? Sie war zu irgendeiner beschissnen Schachfigur in ihrem beschissnen Spiel geworden und wurde hierhin oder dorthin gezogen, ganz so wie diese Typen es wollten. Und dabei war Joanna schon immer ein Mensch gewesen, der seine Freiheit schätzte brauchte und sie sich nahm. Wen wunderte es, dass sie das ganze hier mehr und mehr verabscheute?
"Schön.", meinte sie nur distanzeirt auf seinen kleinen Monolog. Sie hatte es ja kapiert. "Aber streich das unschuldig." Und sie ging. Sie wollte sich kein weiteres Wort mehr anhören. War doch schön, wenn der Wintersoldier sich dann ausnahmsweise einen schuldigen Menschen schnappen würde. Hätte doch auch mal was.
Als erstes klapperte sie auch die oberen Zimmer nach Alk ab. Natürlich ohne Erfolg. Auch keine Geheimfächer oder sonst was. Dabei würde ein Drink so verfickt gut tun... aber immerhin fand sie einen CD-Player in einem der Schlafzimmer, zusammen mit einer kleinen Sammlung an CDs von denen Joanna sogar ein paar nicht kannte. Sie legte die erste ein, schloss die Tür und legte sich ins Bett. Ihr ganzer Körper war schwer, fühlte sich an als wäre er mit Granit gefüllt. Vielleicht wegen ihres Verlangens, vielleicht wegen der Schuld, vielleicht auch wegen den nahezu inhalierten Paniktabletten. Wer wusste es schon. Sie schloss ihre wie so oft vor Müdigkeit brennenden Augen (da sie schon seit längerem am chronischen Schlafmangel litt), lauschte vertrauten und unvertrauten Klängen und Tönen und analysierte sie.
Nach 1 1/2 Stunden war die CD durch - und Joanna zu depressiv um aufzustehen und eine neue reinzutun. Langsam dämmerte sie in einen Schlaf weg. Einen unruhigen Schlaf, der nur eine Stunde andauern sollte. Ein Schlaf, in welchem sie wieder in einem Auto saß. Die rote Ampel aufblitzte.
Und ihr Fuß aufs Gaspedal drückte...

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Steve
Gelöschter Benutzer

Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Steve am 03.05.2022 13:35

"Ich hab doch gesagt, dass ich schaue, was sich machen lässt, okay?", erwiderte Steve, mittlerweile klang auch seine Stimme wieder leicht genervt. Seinem Gesicht jedoch glücklicher Weise nicht ganz so genau an - seine Ausbildung zum Soldaten hatte sich also doch irgendwo gelohnt. Dort hatte er nämlich weitestgehend gelernt, seine Gesichtszüge unter Kontrolle zu halten - auch, wenn das in der heutigen Zeit immer mehr schleifte, musste er ehrlich zugeben. Kurz darauf jedoch musste der Blonde bitter auflachen. Sie sollten sie irgendwie bewusstlos machen? "Wie stellst du dir vor, das wir dich bewusstlos machen, hm?", fragte er nach und schüttelte den Kopf. "Sollen wir dir eine reinhauen und dich dann einfach ins Auto legen? Dann sieht es so aus, als ob wir dich entführt hätten, was gleichbedeutend für noch mehr Aufmerksamkeit ist, die du ja nun wirklich nicht noch mehr gebrauchen kannst, oder irre ich mich da?" Seufzend blickte er genn Himmel auf und fuhr sich über die Augen. "Und ich hatte nicht den Eindruck, dass du so begeistert von den Schlaftabletten warst, also würden die wohl auch rausfallen." Als er sich ein weiteres mal über die Augen gerieben hatte, klang seine Stimme wieder sanfter. "Und wir kennen uns nicht mit irgendwelchen Medikamenten aus, die man dir spritzen könnte. Wir sind simple Soldaten, keine Mediziner."
Innerhalb des Hauses hatte Steve seine Begleitung mit seinen Augen verfolgt, jede ihrer Bewegungen auf der Suche nach der Flüssigkeit, die sie nun vermutlich am meisten begehrte. Immer noch war er ziemlich fest der Überzeugung, dass ein kalter Entzug jetzt auf der Stelle für sie vermutlich wirklich gut war. Außerdem bekam sie keinen neuen Alkohol, denn in ein Auto schien sie nicht nochmal freiwillig steigen zu wollen. Busse fuhren nicht hier hin und ein anderes Transportmittel gab es wohl eher weniger.
Mit hochgezogener Augenbraue musterte er Joanna und zuckte mit den Schultern. "Du darfst auch gern mit unserem Mitstreiter etwas haben, in der Theorie.", erwiderte er und deutete auf den Mann im schwarzen Anzug, der die ganze Zeit stumm in der Ecke stand. Gerade, bewegungslos - wie eine Statue. "Wenn er dir jedoch nicht beliebt, musst du wohl mit mir vorlieb nehmen. Und keine Sorge, ich werd dich nicht gleich heiraten wollen,nur, weil wir das nach außen hin ein oder zwei Mal verkörpern müssen. Und er ganz sicher auch nicht." Steve sein Blick glitt hinüber zu seinem Begleiter und dachte einen Moment nach. Er konnte sich nicht erinnern, mal gehört zu haben, dass er Familie hatte. Aber das wurde bei S.H.I.E.L.D. auch nicht gerade breit getreten - selbst von Clint seiner Familie hatten sie erst in der allergrößten Not erfahren. Naja.. jedenfalls mal abgesehen von Natasha.
Seine großen Hände fuhren durch die blonden Haare, die er dann hinter seinem Kopf verschrenkte und Joanna ansah. Ja, sie kümmerten sich vermutlich auch mehr um ihr Leben, als sie es selber tat. Schlimm genug, dass es tatsächlich so war. Aber keiner konnte daran etwas ändern. "Wir kümmern uns um dein Leben, weil es unser verdammter Job ist.", erwiderte er seufzend. So langsam strengte sie ihn an und seine Motivation, die nächsten Tage oder Wochen mit ihr in diesem Haus zu verbringen schwand immer mehr. "Und das wir uns um dein Leben mehr kümmern, als du es tust, ist schon ziemlich traurig. Aber du bist wichtig für uns, du bist wichtig für die Sache. Und wir können es nicht zulassen, dass er noch einen weiteren unschuldigen Menschen umbringt. Nicht, dass es auffallen würde, bei seiner Liste."
Und dann ging sie ohne ein weiteres Wort an ihnen vorbei. Suchte nach einem CD-Player oder nach was auch immer, Steve war es ehrlich gesagt ziemlich egal. Solange, wie sie weder das Gelände noch das Haus großartig verließ, konnte sie von ihm aus machen was sie wollte - sie kontrollieren konnte er ohnehin nicht, auch, wenn die Verlockung die nächsten Tage immer mehr stieg. Die beiden sprachen nur das nötigste, die Stimmung konnte sich schon an der kleinsten Kleinigkeit hochschaukeln. Doch Steve hatte immer noch Mitgefühl für die Frau in seiner Begleitung. Sie war schrecklich vom Leben gezeichnet worden - aber er gab die Hoffnung nicht auf, dass es vielleicht auch für sie Hoffnung geben würde.

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Joanna

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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Joanna am 16.04.2022 11:55

Joannas Launa sank noch weiter, wenn das überhaupt möglich war. Also würde sie früher oder später wieder eine Autofahrt erwarten. Geil. Wirklich geil. Sie wusste nämlich wirklich nicht wie er etwas anderes brauchbares organisieren sollte und wie das angenommen werden sollte. Ein Motorrad mit Beifahrer fiel schließlich auch auf und war wohl auch für eine etwaige Verfolgung alles andere als geeignet. Müde strich sich Joanna mit einer zitternden Hand über die Augen, ehe sie antwortete. "Wenn nichts geht, dann schlagt oder macht mich irgendwie voher bewusstlos. Dann krieg ich eh nichts mit." Und für jede Minute die sie nicht mitbekam, war sie so oder so dankbar. Eine der vielen Dinge, die sie auch am Alk so mochte und schätzte: er ließ sie - wenn auch nur für kurze Zeit - vergessen. Und verschaffte ihr wenigstens 3 Stunden ruhigen Schlafes.
Für einen winzigen moment zuckten Joannas Mundwinkel bitter. Sie konnte auf seinen Satz nichts antworten. Echt nicht. Geil wenn man mit einer Person in einem Haus eingepfercht war, die man mehr und mehr zu hassen begann. Das würde eine Scheiß Unendlichkeit da drinnen werden und Jo hatte keinen Bock sich anzuhören, dass es für alle schwer war. Für diese Kerle war es doch deren Scheiß-Job, oder? Sie hatte es sich am wenigsten ausgesucht.
Fuck, nein. Sie würde jetzt ganz sicher nicht mit kindischem Selbstmitleid anfangen. So tief war sie noch nicht gesunken. Wollte sie nicht gesunken sein.
Drinnen war sie auf ihrer Alk-Suche natürlich nicht fündig geworden und so zu Steve im Wohnzimmer zurückzusein. Als sie seine neue Ankündigung hörte, stieß sie ein einziges trockenes und unglaublich bitteres Lachen aus. Sie konnte nicht anders. "Was? Und wir sind das Pärchen?" Tja, zumindest hasste sie ihn schon wie man einen Ehepartner hassen konnte, oder?
Und wieder so ein Scheiß-Kommentar. Er konnte es nicht lassen, oder? "Ich habe gar nichs erwartet.", sagte sie kalt. Sie hatte Scheiße erwartet und Scheiße bekommen. Alles wie immer. "Und du bzw. ihr alle scheint euch viel mehr um mein Leben zu kümmern als ich." Wenn sie starb, starb sie und hätte endlich das bekommen was sie verdiente.
Sie hatte keine Angst vor dem Tod.
Ohne ein weiteres Wort an die beiden Männer zu verschwenden ging sie an Steve vorbei und die Treppe hoch, um die Zimmer auf der Suche nach einem CD-Player zu durchforsten. Denn irgendwo in diesem beschissnen Safe-House, musste es doch Musik geben!!

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Steve
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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Steve am 12.04.2022 11:39

Es dauerte seine Zeit, bis die junge Frau vor ihm tat, was er ihr gesagt hatte. Atmen. Ein. Aus. Ein. Aus. Sie schien vollkommen von der Rolle zu sein und in diesem Moment wünschte sich Steve nichts sehnlicher, als einen Psychologen an seiner Seite zu haben. Er selbst war mit der Situation ziemlich überfordert. Wenn es ihm beschissen ging, versuchte er diese Gefühle in Alkohol und manchmal auch Selbstmitleid zu ertränken, wohl wissend, das ersteres absolut keine Wirkung bei ihm hatte. Und doch versuchte er es immer wieder. Joanna hingegen konnte er das nicht raten, immerhin war sie schon eine Alkoholikerin.. oder nicht? Der Soldat wusste nicht, ab wann man als Alkoholiker galt, doch in Anbetracht der Tatsachen, die er mittlerweile erfahren hatte, war er sich ziemlich sicher, das Joanna genau auf das Bild zutraf. Und das gefiel ihm nicht, denn auch wenn sie Schuld war an dem Unfall - sie hatte ihr ganzes, verdammtes Leben noch vor sich und es nicht verdient, sich so geißeln zu müssen. Das hatte niemand verdient, egal wie schwer die Schuld wog.
Als es ihr endlich gelungen war, seinen Rhythmus zu übernehmen, ging er ein paar Schritte zurück und beobachtete sie. Joanna sah schrecklich aus, vollkommen ausgelaugt und.. naja, beinahe hoffnungslos, hatte er zumindest den Eindruck. Steve war niemand gewesen, der Menschen gut lesen konnte, doch bei ihr war es ziemlich eindeutig. Die junge Frau war vollkommen fertig. Und das er scheinbar in gewisser Weise mit Schuld an ihrem Zustand war, war nichts, was ihn besonders erfreute. Denn auch, wenn er sie zwischendurch wirklich verflucht hatte, wollte er nicht, dass sie zusätzlich litt. Das tat sie ohnehin schon genug. "Ich weiß nicht, ob wir das realisieren können. Normaler Weise muss immer noch ein zweiter Agent dabei sein. Das geht bei einem Motorrad recht schwer, meinst du nicht? Und Flugzeuge könnte man zurückverfolgen, wir wären nicht sicher.", entgegnete er dann nachdenklich und neigte den Kopf leicht zur Seite, ehe er resignierend seufzte. "Aber ich werd sehen, was sich tun lässt. Das Drama kann man schließlich nicht mit ansehen." Und das war ein starkes Entgegenkommen, denn vermutlich würde er sich schon während der Bitte unterbrechen lassen müssen und Fury würde ihn total runtermachen. Aber Joanna tat ihm leid und so sah er es ein, wenigstens ein bisschen entgegenkommend zu wirken. "Ach und.. ich glaube, keiner hat sich diese Situation hier ausgesucht, denn für niemanden ist sie hier besonders spaßig."
Resignierend seufzte Steve auf. Natürlich sah Joanna es nicht ein, eine Pause von dem chemischen Gebräu zu machen. Warum auch? Sie war dem ganzen verfallen. Und doch war der Blonde erleichtert, als er sah, das es offensichtlich keinerlei der Sachen gab. Ein Entzug würde ihr vielleicht nicht gefallen, aber vielleicht würde er helfen. "Ich weiß nicht, ob Safehäuser mit Internet ausgestattet sind. In Anbetracht der Tatsache, das man uns über das Internet finden könnte, vermute ich es nicht. Unsere Kommunikation nach außen ist immerhin auch fast vollständig abgeschnitten. Wir werden auch mit niemandem groß kommunizieren. Wenn wer fragt, sind wir Urlauber. Ein Pärchen und ein guter Freund, sollte unser zweiter Mann auch dabei sein." Mit einem Nicken deutete Steve auf den Mann im schwarzen Anzug, der sich daraufhin still zurückzog. "Ich weiß nicht, was du erwartet hast, aber das ist definitiv kein spaßiger Ausflug. Du schwebst in Lebensgefahr." Dann sah er sich um und zuckte die Schultern. "Aber du kannst gern nachsehen gehen, ob du in einem der Zimmer etwas in der Art findest. Habe ich kein Problem mit."

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