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Nora

-, Weiblich

FSK 18 Vampir flexibel bisexuell Profi erfunden Teen Wolf

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Tagebuch von Eleanora Hawthorne

von Nora am 06.05.2026 16:39

25.11.1864

Nora stieß ein Wimmern aus, als Mary die Hausdienerin ihr Korsett enger zog. „Atmen Sie aus Miss!", forderte das Mädchen sie auf, um noch ein paar Zentimeter Umfang zu reduzieren. Damit ja niemand mitbekam was darunter lag. Es war sechs Wochen her, dass Nora ein Kind geboren hatte. Sechs Wochen, in denen Nora weinte und flehte ihre Tochter sehen zu können. Doch ihr Vater blieb hart, wie er es immer war. Hart und unbarmherzig. Man wurde kein Mogul der Textilindustrie, wenn man Mitleid hatte. Regelmäßig verloren Arbeiter in den Fabriken ihres Vaters ihr Leben oder wurden von den großen Webstühlen verstümmelt. James Hawthorne verzog keine Miene, wenn er die bettelnden und weinenden Menschen vor die Türe setzte. Sobald die Arbeiter unbrauchbar wurden, warf er sie weg wie den Abfall für die er sie hielt. Einmal hatte eine Mutter vor ihm gekniet. Die Hand ihres kleinen Sohnes war von einem Schützen zertrümmert worden. Er würde sie wohl verlieren, sie brauchte Geld für den Arzt. Noras Vater hatte die arme Mutter bloß in den Schlamm der Londoner Gosse gestoßen, dort wo sie einer Meinung nach hingehörte.
Nora sah durch den Spiegel dabei zu, wie Mary nun endlich ihre Folter beendete und das Kleid schloss. Für einen Augenblick hatte die junge Frau das Gefühl ohnmächtig zu werden. Das war sogar in Mode. Frauen sollten möglichst kränklich und schwach wirken. Vielleicht war Nora deswegen nun in dieser Lage. Die letzten Monate hatte James Hawthorne seine Tochter vor den Augen der Öffentlichkeit versteckt. Schwindsucht hatte man erzählt. Niemand sollte erfahren, dass die junge Erbin ein uneheliches Kind trug. Doch der Schwindsucht wohnte etwas Romantisches inne. Frauen schminkten sich gewollt blass, um diesen kränklichen Ausdruck zu bekommen und ihre Korsetts wurden eng geschnürt. Für ein hageres Aussehen und den ein oder anderen dramatischen Fall in Ohnmacht. Wie Nora all dies verabscheute. Noch mehr verabscheute sie den Mann, dem sie heute vorgestellt werden sollte, auch wenn sie ihm noch nie zuvor begegnet war. Rupert Fairchild war ein alter Mann. Älter noch als Noras Vater. Doch er war reich, besaß eine Spinnerei und James Hawthorne versprach sich ein außergewöhnliches Geschäft. Und Nora war die Ware. Sie sollte den alten Mann heiraten. Wie sie ihn hasste.
Früher konnte Nora noch die Heiratsbemühungen ihres Vaters ausschlagen. Sie erfand eine ungebührliche Berührung, sagte der Kandidat hätte sie lüstern angesehen und schon war der Mann für ihren Vater nicht mehr von Ehre und kam damit nicht mehr in Frage. Doch das war, als James Hawthorne sich noch herzlich wenig für seine Tochter interessiert hatte. Manchmal war sie ihrem Vater wochenlang nicht begegnet. Sie war schließlich eine Frau und damit unter seiner Würde. Doch dann wurde Nora schwanger und irgendwann hatte kein Korsett mehr die Rundungen verstecken können. Ihr Vater war außer sich gewesen. Nora hatte geglaubt er würde ihr eigenhändig das Kind aus dem Leib prügeln. Doch nach einigen Schlägen ließ er sie einfach liegen und sah sie an wie die Schande, die sie war. Danach wurde sie eingesperrt und nur noch Mary durfte zu ihr. Natürlich hatte sie auf die Bibel geschworen nichts zu verraten. Nora hätte es ihr auch nicht geraten. James Hawthorne war ein Monster. Er würde Mary zweifelsohne etwas antun, wenn sie es tat. Nein, so dumm war Mary nicht.
„Lächeln Sie Miss Eleanora!", forderte Mary sie durch den Spiegel auf. „Sie werden Ihren Mann kennenlernen." Wie naiv sie doch war. Wie konnte Mary glauben irgendeine Frau würde sich darüber freuen? „Ich habe gehört er ist eine gute Partie. Er mag alt sein, doch er hat Geld und er ist die meiste Zeit des Jahres in Afrika und Indien unterwegs, um neue Verträge mit den Baumwollfarmern abzuschließen.", plauderte Mary aus dem Nähkästchen. Natürlich hatte sie sich Erkundigungen von den anderen Hausmädchen eingeholt. Die Bediensteten tratschten und das über Häuser hinweg.
„Ich will keinen Mann, der das halbe Jahr weg ist. Ich will gar keinen Mann!", widersprach Nora und schüttelte den Kopf. „Ich möchte frei sein." Mary sah sie verständnislos an. „Doch Ihr seid doch frei. Ihr müsst nichts weiter tun als ihm Erben zu schenken. Euch wird es immer gut ergehen." Vielleicht mochte die Vorstellung für jemanden wie Mary wie das Paradies erscheinen. Sie schrubbte die Böden, bis ihre Finger bluteten und schlief in einer winzigen Kammer, doch für Nora hörte sich diese Zukunft an wie die reinste Hölle. Vielleicht sollte sie sich von einem der oberen Zimmern stürzen. Doch wahrscheinlich waren sie nicht hoch genug. Wenn Nora auf eine Sache verzichten konnte, dann als Krüppel zu leben. Selbst dann würde ihr Vater sicher jemanden finden der sie noch zur Frau nahm. Solange sie noch Kinder schenken konnte, und das hatte sie schließlich mit ihrem Bastard bewiesen.
Die Türe wurde geöffnet, ohne zu klopfen. Nur ein eine Person wagte es Noras Schlafgemächer einfach so zu betreten. Mit kühler Miene drehte sich die junge Frau zu ihrem Vater um. Er begrüßte sie nicht, sah sie einfach nur an. Als wäre sie eine Ware, die er verkaufen wollte und er schätze ab, wie viel er verlangen konnte. Unwillkürlich wich Nora zurück, als James Hawthorne nach ihrer Wange griff. Mit dem Daumen wischte er über das Rouge, das Mary aufgetragen hatte.
„Mr. Fairchild mag es, wenn seine Frauen besonders blass aussehen.", sagte er an Mary gewandt, die sich sogleich verbeugte und einen Lappen nahm, um Nora den sanften Rosaton wieder zu entfernen. Seine Hand wanderte von ihrer Wange unter ihr Kinn und er zwang Nora ihn anzusehen.
„Enttäusche mich nicht Eleanora!", sagte er und seine Augen waren kalt und grausam. „Du hast bereits genug Schande über diese Familie gebracht!" Nora wollte seine Hand abschütteln, ihm sagen, dass er es war, der die Familie zugrunde richtete. Der dafür gesorgt hatte das ihre Mutter ihn nicht mehr ertrug, die lieber den Tod gewählt hatte als ihren Mann. Doch sie blieb stumm. Was hätte es auch gebracht? Ihre Schreie interessierten niemanden. Nicht mehr. Das Personal würde wegsehen und er dorthin schlagen, wo niemand es sah. Vielleicht war eine Hochzeit doch nicht so schlecht. Zumindest würde sie diesem Haushalt entfliehen.
Nora wusste nicht, was ihre Vater in ihrem Blick gesucht hatte, vielleicht war es die Hoffnungslosigkeit die sie erfüllte, doch er ließ endlich ihr Kinn los. Die junge Frau hatte das Bedürfnis sich zu waschen. Sich dort, wo er sie berührt hatte, so lange zu schruppen, bis es blutete.
„Mr. Fairchild wird in etwa einer halben Stunde hier sein. Sei dann vorzeigbar!" Damit ging er wieder und Nora war es Recht. Sie stieß die Luft aus, von der sie nicht bemerkt hatte, dass sie sie angehalten hatte. Mary versuchte ihr ein aufmunterndes Lächeln zu schenken, doch es sah falsch und verzerrt aus. Nora spürte, wie ihr die Tränen in die Augen schossen. „Nicht weinen Miss. Ihr verschmiert die Schminke!" Nora schluchzte und schüttelte den Kopf. „Lass mich allein!", wimmerte sie und stieß Marys Hände weg, die versuchte sie zu beruhigen. „Miss...", doch Nora machte eine wegwerfende Handbewegung. „Raus!", für einen kurzen Augenblick war ihre Stimme genauso kalt wie die ihres Vaters. Mary stolperte aus dem Raum. Noch bevor die Tür hinter ihr zufiel, sank Nora auf den Boden. Sie fühlte sich einsam und verlassen. Ihre Mutter, der einzige Mensch, der sie je geliebt hatte, war tot, ihr Kind fort oder schlimmeres und sie würde wie ein Schaf zur Schlachtbank geführt werden. Sie würde so enden wie ihre eigene Mutter. In einer lieblosen Ehe, als nichts mehr als eine Gebärmaschine. Nora hob den Kopf und wischte die Tränen weg. Nein, sie wollte nicht so enden wie ihre Mutter. Obgleich sie sie geliebt hatte, nein, Nora wollte ein anderes Leben. Und sie wollte leben. Sie würde nicht denselben Ausweg wählen wie ihre Mutter.
Hastig sah sich Nora im Raum um. Sie wusste sie hatte nur wenige Minuten, dann würde Mary wiederkommen oder gar ihr Vater. Nora warf einen Kissenbezug auf das Bett und warf alle Dinge, die wertvoll waren hinein. Ihr Handspiegel aus Silber, der Ring ihrer Großmutter, die kleine goldene Brosche. Sie überlegte noch ein Kleid mitzunehmen, doch zu großes Gepäck würde auffallen. Der Bezug mit den Schätzen war klein genug das sie ihn sich unter das Kleid stecken konnte. Dann überlegte sie. Sie konnte nicht einmal durch die Tür verschwinden. Ihr Vater hatte alle Ausgänge gesichert, nachdem er erfahren hatte, sie hatte sich über Wochen und Monate immer wieder rausgeschlichen. Sowieso würden die Bediensteten sie entdecken. Auch wenn die Meisten Nora mochten, so hatten sie doch mehr Angst vor ihrem Vater, als ihre Sympathie reichte.
Nora blickte zum Fenster. Ihr Zimmer befand sich im ersten Stock. Ein Fall würde sie verletzten, aber nicht töten. Die schmutzdurchtränkte Luft von London schlug ihr entgegen als sie das Fenster öffnete. Schornsteine pusteten schwarzen Ruß in die Luft, irgendwo hörte man das Hämmern unzähliger Maschinen und die Straßen waren erfüllt von Stimmgewirr. Selbst hier im gehobenen Teil von London trug der Wind all dies zu Noras Fenster. Sie atmete tief ein und schmeckte den Dreck auf der Zungenspitze. So schmeckte Freiheit. Ohne weiter darüber nachzudenken schwankte sie sich auf das Fensterbrett. Wenn sie es schaffte weit genug zu springen, konnte sie die Regenrinne an der Wand rechts von ihr erwischen. Wenn nicht, würde sie fallen. Nora biss sich auf die Lippen. Was war ihr ihre Freiheit wert? Entschlossen griff sie hinter sich und löste die Bänder ihre Korsetts. Sie musste sich bewegen können. Sie würde verschwinden und dann würde sie ihre Tochter suchen. Mit einem kleinen Schrei und dem Mut der Verzweiflung sprang Nora. Für einen kurzen Augenblick kam es ihr vor, als würde sie in der Luft stehen. Dann schlug sie gegen die Wand. Ihre Finger versuchten verzweifelt Halt zu finden. Sie spürte, wie ihre Haut riss und Blut ihre Handflächen entlang floss, dann bekam sie die Regenrinne zu fassen. Nora konnte nur mit großen Augen und wild klopfenden Herzen auf die Distanz blicken, die sie überwunden hatte.
„In Ordnung, in Ordnung.", flüsterte sie zu sich selbst und sah nach unten. Es war früher Abend. Die meisten Leute waren zuhause oder in der Kirche. Die Straßen waren leer und niemand dort, der nach oben blicken und Nora entdecken konnte. Nora stemmte ihre Füße gegen die Wand und begann sich langsam hinunter zu lassen. Immer einen Schritt nach dem anderen. Kurz musste sie schmunzeln als sie daran dachte wie ihr Vater sie erwischen würde. Sie war so voller Adrenalin, das sie keine Angst spürte. Es wäre sicher eine wirklich komische Situation, wenn er sie so sah. Vielleicht würde er sogar an einem Herzanfall sterben vor Schreck. Das war doch mal was. Dann berührten ihre Füße den Boden und Nora schickte ein stummes Dankesgebet Richtung Himmel. Sie verlor keine Zeit sich ihre Wunden anzusehen, sie wischte sich die blutigen Hände an dem hellblauen Kleid ab, das sie tragen sollte weil sie darin so unschuldig wirkte, und rannte.
Sie wusste nicht wohin sie rannte und um Grunde war es ihr auch egal, sie wollte einfach nur weg. Erst nach einigen Minuten, als sie noch immer niemanden hörte, der laut schreiend hinter ihr hergelaufen kam, wagte Nora es aufzuatmen. Sie lehnte sich an die nächste Wand und überlegte, was sie tun sollte. Sie hatte ein paar Stücke, die sie verkaufen konnte, doch was dann? London verlassen? Wo sollte sie hin? Zu Lord Pembroke? Er war der Vater ihrer Tochter. Doch er hatte schon lange vor der Geburt klar gemacht das er nicht an Nora oder gar einer Heirat interessiert war. Auch wenn Noras Familie reich war, so war sie nicht adelig. Jemanden wie Nora würde Pembroke nie zur Frau nehmen. Nein, es war nur Sex gewesen. Nora hatte ihrem Vater nichts davon erzählt. Soweit James Hawthorne wusste, war Nora zu diesen schandhaften Orgien gegangen und hatte keine Ahnung, wer der Vater war. Nun war es sowieso nicht mehr von Bedeutung. Nein, Nora würde nicht zum Pembroke gehen. Vielleicht würde er ihr sogar ein zwei Nächte auf seinem Anwesen gewähren und sie dann als verschmähte Geliebte rausschmeißen. Nora konnte auf Pembroke verzichten. Wie sie auf alle Männer verzichten konnte.
Sie ging weiter, auch wenn sie keinen Plan hatte. Doch nicht stehen bleiben, sonst würde man sie finden. Schon bald merkte sie, dass sie auffiel. Ihr Kleid war viel zu teuer, viel zu schön für diese Gegend. Die Gesichter der vorbeigehenden Menschen waren dreckig, von Staub bedeckt und gezeichnet von der schweren Fabrikarbeit. Selbst die Kinder hatten diesen Ausdruck im Gesicht, wie die Alten, die des Lebens überdrüssig waren. Nora hatte das Gefühl beobachtet zu werden. Da war dieses Kribbeln im Nacken, das ihre Haare aufstellen ließ. Doch als sie sich umblickte, sahen die Leute nur zu Boden, zu müde um sie eines zweiten Blickes zu würdigen. Mittlerweile war die Sonne untergegangen. Die ersten Laternen wurden entzündet. Nora wusste nicht wohin für die Nacht. Sie hatte nichts als ihre Kleider am Leib und die waren blutverschmiert. Verdammt, vielleicht hätte sie die Sache doch besser durchdenken sollen. Sie hätte Fairchild treffen und an einem anderen Tag verschwinden sollen. Inzwischen war ihre Flucht zweifelsohne aufgefallen. Wahrscheinlich rannten bereits Bedienstete durch die Straßen und versuchten sie zu finden. Nora versuchte nicht daran zu denken, was ihr Vater Mary antun würde.
Nora ging weiter und konnte das Gefühl beobachtet zu werden nicht abschütteln. War dort jemand? Dort in der aufkommenden Dunkelheit? Nora wusste es nicht. Plötzlich war sie von Angst erfüllt. Es war nicht die Angst, die sie vor ihrem Vater verspürte, dieses saure Gefühl, das ihre Eingeweide verätzte, nein, dies war Todesangst. Mit einem Mal rannte Nora. Sie konnte gar nicht sagen wovor oder warum. Sie wusste nur, sie musste fliehen. Etwas viel Schlimmeres als ihr jähzorniger Vater lauerte in der Finsternis. Nora ignorierte die Menschen auf der Straße, ihre erschrockenen Ausrufe, als die junge Frau an ihnen vorbeistolperte. Sie ignorierte ihren eigenen Atem, der stoßweise und abgehackt ging. Sie ignorierte ihr Blut, das wie im Fieber durch ihre Venen ran. Nora rannte, bis sie nicht mehr konnte. Dann rannte sie weiter.
Sie spürte wie die Finsternis nach ihr griff, wie sie versuchte sie in ihren Bann zu ziehen. Noras Füße stoppten. Warum wusste sie nicht. Sie wusste nur, sie hatte plötzlich keine Angst mehr. All ihr Kummer war wie weggeblasen. Als sie sich in der engen Gasse umdrehte, in der sie gelandet war, lächelte sie, als sie den Mann hinter sich erblickte.
Er war schön, der schönste Mann, den Nora je gesehen hatte. Männer waren so selten wirklich schön. Sein braunes Haar trug er offen, es fiel in sanften Wellen bis zu seinen Schultern. Seine dunklen Augen fuhren gierig über ihre Gestalt und blieben an dem Blut auf ihrem Kleid hängen. Er lächelte und entblößte spitze Zähne. Unter anderen Umständen wäre es Nora komisch vorgekommen, auch sein Aufzug. Er trug ein weißes Hemd, das bis zur Hälfte offenstand und eine bleiche makellose Brust offenbarte. Es wirkte beinah vulgär. Doch Nora fühlte sich wie in einer Art Trance und Jahre später würde sie begreifen das es genau das war. Sie lächelte, als er auf sie zukam und ihre Hand griff. Sanft küsste er ihren Handrücken und für einen kurzen Augenblick spürte sie Verlangen. Ob seines oder ihres wusste sie nicht.
„Was haben wir hier ma petite?", fragte er mit einer Stimme, die wie dunkler Samt klang. Er drehte ihre Hand und offenbarte die aufgeschlagene Fläche. „Mhm, so süß.", schnurrte er und Nora wollte zurückzucken, als er über das halb getrocknete Blut leckte, doch konnte es nicht. Was passierte hier? Sie spürte wie ihr Lächeln verblasste. Der Mann legte den Kopf schief, als hätte sie etwas furchtbar interessantes getan.
„Erstaunlich.", sagte er fast andächtig und dann lächelte er wieder. „Absolut erstaunlich." Nora merkte wie der Nebel sich in ihrem Inneren lichtete. Doch mit der Klarheit kam die Angst. Sie wollte schreien, wegrennen und nie wieder kommen. Gott, sie würde sogar wieder zu ihrem Vater kriechen, wenn es bedeutet dieser Mann würde von ihr ablassen. Nora wollte einfach nur in Sicherheit sein.
„Aber du wirst nie wieder in Sicherheit sein ma petite.", sagte er mit einem Lächeln und Nora wusste nicht, ob er ihre Gedanken gelesen oder ob sie gesprochen hatte, ohne es zu merken.
Plötzlich trat der Mann in das Licht. Seine Augen waren vollkommen schwarz und voller Hunger. Nora wollte etwas tun, irgendwas, doch sie konnte nicht. Sie konnte sich nicht bewegen. Der Mann öffnete den Mund, die Zähne blitzten auf und er schnellte nach vorne.
„Nun bist du mein!"

 

------

Mit einem Ruck schreckte Nora auf und blickte sich verwirrt um. Sie war in Beacon Hills in dem heruntergekommenen Motelzimmer, dass sie ihr Zuhause nannte. Sie fuhr sich über das Gesicht. Sonnenschein fiel durch die Vorhänge, doch erreichte Nora nicht. Es schien Mittag zu sein. Irgendwo hörte sie Kinder spielen. Verdammt. Vampire träumten nicht. Zumindest hatte es Nora noch nie zuvor. Was hatte das zu bedeuten? War es ein Traum oder eine Erinnerung? Nora hatte verdrängt, was an diesem Tag passiert war. Sie konnte sich nicht an das Gesicht ihres Angreifers erinnern. Bis jetzt.
Nora griff nach dem Notizbuch, das auf ihrem Nachttisch lag. Dann begann sie zu schreiben.

„25.11.1864 ..."

Eleanora 'Nora' Hawthorne
The vampire
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Antworten Zuletzt bearbeitet am 06.05.2026 16:42.

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Re: Vampires can be a good thing -- Sebastian und Nora

von Nora am 13.12.2025 11:33

Nora kam nicht umhin kurz aufzulachen. "Junge.", sagte sie, was vielleicht komisch klang, weil sie rein äußerlich nicht weit auseinander zu sein schienen was das Alter betraf. Aber Nora war eine Vampirin und über 150 Jahre alt. "Beacon Hills ist eine verdammte Freak-Stadt. Du musst schon genauer werden was die Fähigkeiten angeht." Suchten sie eine Banshee, einen Werwolf, Kanima, Druide, Wendigo, Kitsune oder was auch noch alles in der Stadt lebte. "Und was ist mit deinen Fähigkeiten?", sie blickte ihn und seine Begleiterinnen an. "Ihr seid keine Übernatürlichen. Zumindest keine die ich kenne. Aber wirkliche Menschen seid ihr auch nicht, nicht wahr?" Nora bezweifelte es. Irgendetwas war an ihnen komisch. Vielleicht sollte sie sie einfach in die Gasse locken und töten. Das würde ihr sicher ein paar Kopfschmerzen ersparen. 

Eleanora 'Nora' Hawthorne
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Re: Vampires can be a good thing -- Sebastian und Nora

von Nora am 19.10.2025 13:33

Nora starrte den jungen Mann für einen Augenblick einfach nur an. Er schien mit einer Selbstverständlichkeit zu wissen das sie kein Mensch war. Vielleicht gehörte er selbst auch zu dem Übernatürlichen. Die Vampirin sog unauffällig die Luft ein. Nein, er war kein Wesen. Zumindest keines, von dem Nora wusste. Doch es gab viele Wesen, denen Nora noch nie begegnet war. Sie konnte nicht sagen ob er ein Mensch war. Wobei war in dieser verdammten Stadt irgendjemand überhaupt ein Mensch? Manchmal hatte Nora nicht den Eindruck.
„Warum sagst du mir nicht einfach wen genau du suchst und wir bringen das hier beide hinter uns. Ich kann weiter andere Leute bedienen und ihr verschwindet.", lächelte sie zuckersüß und gefährlich zugleich. So langsam ging ihr das Gespräch und all die Andeutungen auf die Nerven.

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Re: Vampires can be a good thing -- Sebastian und Nora

von Nora am 15.09.2025 22:08

Nora notierte sich die Speisen. Sie verzog nicht einmal das Gesicht, als der Rothaarige anmerkte das er ein blutiges Steak haben wollte. Sollte das eine Anspielung auf ihr Vampir-Dasein sein? Nora trank kein Tierblut. Ehrlicherweise fand sie Tierblut wirklich ekelhaft. Es schmeckte widerlich und versorgte sie nicht einmal mit halb so viel Energie. Nur in wirklichen Notzeiten, wenn es wirklich anders ging, hatte Nora auf Tierblut zurückgegriffen und nicht in den letzen 50 Jahren. Seit Blutbanken in den USA eingeführt wurden, stahl sie im Zweifelsfall von ihnen, auch wenn das kalte abgezapfte Blut fast genauso schlimm war wie Tierblut. Aber zumindest war es nahrhafter. Nein, Nora bevorzugte das Blut direkt aus der Ader ihrer Spender. Doch in Beacon Hills hatte sie sich damit zurückhalten müssen. Zum einen würde Gabriel es nicht gutheißen, zum anderen gab es zu viele Jäger, die früher oder später auf sie aufmerksam würden, wenn sie herumlief und wild Leute biss. 
"Im Eichen Haus.", antwortete Nora auf die Frage. "Die hiesige Psychatrie. Da gibt es sogar einen Typen der behauptet Jesus zu sein. Über Wasser zu gehen ist doch auch übernatürlich oder nicht."

Eleanora 'Nora' Hawthorne
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Re: Vampires can be a good thing -- Sebastian und Nora

von Nora am 14.09.2025 17:44

Nora sagte nichts dazu. Sollten sie doch meinen sie hätten schon Vampire getroffen. Vielleicht stimmte das sogar. Vielleicht waren sie auch einfach dem Eichen Haus entflohen, der hiesigen Psychatrie. Nora wusste es nicht und so lange sie keine Gewissheit hatte welches Spiel hier gespielt würde, würde sie sich bedeckt halten und ganz sicher nichts zugeben was mit einem Pflock in ihrem Herzen enden konnte. Die Meisten reagierten nicht besonders gut auf die Tatsache das es Vampire gab oder sie einer war. In der Regel folgten Fackeln und Mistgabeln. In einer anderen Zeit sogar wortwörtlich. "Es gibt eine Bowling Bahn.", überlegte sie was es in Beacon Hills so Schönes gab. "Und an den Wochenenden wir Lacross gespielt. Das hiesige High School Team ist ganz gut.", sie deutete auf die Teenager. "Aber ich bin erst seit ein paar Monaten in der Stadt. Ich kann meine Kollegin zu euch schicken, sie weiß mehr über Beacon Hills." Nora hatte fast ein schlechtes Gewissen dies vorzuschlagen. Aber nur fast. Emma würde sich freuen über Beacon Hills zu erzählen und Nora wäre den komischen Menschen los.

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Re: Vampires can be a good thing -- Sebastian und Nora

von Nora am 14.09.2025 16:07

Noras Lächeln erstarb, als der junge Mann aus dem Nichts nach Vampiren fragte. Spezifischer nach einer Vampirin. Soweit Nora wusste war sie der einzige Vampir in Beacon Hills. Sie war zwar in der Hoffnung nach anderen ihrer Art in die Stadt gekommen, vielleicht sogar mit der Hoffnung ihren Erschaffer zu finden, doch bisher hatte sie keinen anderen Vampir getroffen. Oder überhaupt Hinweise gefunden. Alle Tode schienen auf das Konto der Werwölfe zu gehen. "Vampire? Du meinst Dracula und so?" Nora lachte gespielt auf. "Die gibt es doch gar nicht." Sie schüttelte den Kopf. "Vielleicht sollte ich dir den nicht geben, wenn du schon nüchtern so drauf bist.", sagte sie gespielt mit dem Bourbon in der Hand, während ihre Gedanken rasten. Sie hatte im Laufe der Jahrzehnte schon oft Bekanntschaft mit Jägern gemacht. Der junge Mann sah nicht aus wie ein Jäger. Widerum wäre dies doch die beste Tarnung. Einfach ein junger College-Student der in einer Bar saß. Doch würde ein Jäger so offensiv sein? Vielleicht. Nora hatte schon einige arrogante Exemplare getroffen. Vielleicht sollte sie ihn wo hin locken wo sie alleine waren. Sie konnte seinen Verstand manipulieren und herausfinden was er wusste. Im Ernstfall würde sie ihn töten. Er sah nicht aus als würde er viel Ärger machen. Und Nora hatte schon länger nichts mehr getrunken. Vielleicht genehmigte sie sich auch den einen oder anderen Schluck.

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Re: Vampires can be a good thing -- Sebastian und Nora

von Nora am 14.09.2025 14:31

Nora bereitete die Bestellungen zu und betrachtet die drei Gäste neugierig. Beacon Hills war zwar kein Dorf, aber auch keine Großstadt. Man kannte die Meisten und Leute von Außerhalb wurden immer mit Neugier betrachtet. Nora wusste wovon sie sprach, vor ein paar Monaten war sie noch der Neuankömmling in der Stadt gewesen. Im Grunde redete man immer noch über sie. Sie war die merkwürdige Kellnerin die man nie außerhalb ihrer Schichten sah. Was nicht zu 100% der Wahrheit entsprach, denn manchmal war Nora auch tagsüber in der Stadt unterwegs, doch dann war sie so vermummt um dem Sonnenlicht zu entgehen das sie niemand erkannt. Nora schmunzelte kurz bei der Frage. "An sich fragst du mich schon etwas.", antwortete sie frech. "Aber frag kann man mich immer alles. Wenn man mutig genug ist. Ich kann nur nicht garantieren das ich Antworte. Oder die Antworten gefallen."

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Re: Vampires can be a good thing -- Sebastian und Nora

von Nora am 14.09.2025 13:36

Es war eine dieser Schichten an denen nicht viel los war. Es war früher Abend und die üblichen Stammgäste waren da, doch da es ein Dienstag war, blieben die ganzen Feierwütigen die Cocktails tranken aus. Nora beschwerte sich nicht. Sie hatte in den letzten Tagen zu viel Aufregung mit den Werwölfen gehabt. Ein ruhiger Abend war eine erholsame Abwechselung. Sie war gerade dabei Gläser zu polieren, als neue Gäste durch die Türe kam und sich in Noras Bedienbereich setzten. Sie legte das Geschirrtuch beiseite und setzte ein Lächeln auf, ehe sie zu dem jungen rothaarigen Mann und seinen Begleiterinnen an den Tisch ging. "Willkommen um Beacon Hills Grill. Ich bin Nora und heute eure Kellnerin", begrüßte sie die Neuankömmlinge und reichte ihnen Karte. "Möchtet ihr schonmal Getränke bestellen?" Für die Speisen würde sie ihnen noch etwas Zeit geben. Doch sie hatten die klassischen amerikanischen Speisen. Steak, Burger, Sandwichs und alles was man frittieren konnte. Es war keine Sternkücher, doch es schmeckte. Hatte sich Nora zumindest sagen lassen. Sie hatte erst vor Kurzem wieder menschliche Nahrung probiert, doch für die Vampirn schmeckte alles außer Blut einfach nach gar Nichts.

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von Nora am 08.09.2025 22:03

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Eleanora 'Nora' Hawthorne
The vampire
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Not heaven, not earth, not pain, not peace
we are the hunger that never ceased
And i do not miss the light
It never saw me right

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.10.2025 15:37.

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