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Re: Sharon &' Death: You carry some unusual weight...
von Death am 01.12.2024 01:02Die Frau in Schwarz runzelte leicht die Stirn und musterte die Frau erneut - dieses Mal eindringlicher. Dennoch machte ihre Frage sie doch etwas stutzig - wenn auch nur für einen Moment.
„Das wäre eine ziemliche Verallgemeinerung", entgegnete sie schließlich und legte den Kopf leicht schief, sie mit einem sanften Lächeln bedenkend.
Sie schwieg für einen Moment. „Du bist es jedoch", hob sie dann wieder an. Sie wusste es einfach, auch wenn...Es seltsam war. Mit wem auch immer in diesem endlosen System sie auch sprach, es handelte sich nicht um Sharon - was die Sache nur noch komplizierter machte. Sharons Zeit war noch lange nicht gekommen - doch die Persönlichkeit, mit der sie es hier zu tun hatte, die war sehr wohl tot. Es war...interessant, dass es Dinge in dieser Welt gab, die einem der Endlosen immer noch entgehen konnten, die nicht einmal sie sich erklären konnten.
Sie schnaubte kurz, ganz leicht, ganz leise. „Das passiert nicht alle Tage", erkläre sie sich. „Dass man den Tod persönlich verwundert." Doch dass sie nun die Kontrolle übernahm, deutete ganz stark darauf hin, dass sich auch eine tote Persönlichkeit zum Tod und seiner Anwesenheit hingezogen fühlen konnte, ihre Nähe suchte, auf dass sie sie auf die andere Seite führen konnte. Doch sie sollte das mit ihr funktionieren? Immerhin handelte es sich du ihr „lediglich" um eine Persönlichkeit in einem Körper und nicht um die Seele eines echten Menschen. Und doch...war diese Persönlichkeit tot...und sehnte sich nach Erlösung - sie konnte es spüren, dieses Gefühl des Ertrinkens...des nicht Entrinnen Könnens; die Verzweiflung, die mit der vergehenden Zeit wuchs, die eine Seele an die Erde gebunden war, ohne Erlösung zu finden.
Sie würde sich der Sache annehmen. Doch zuvor...wollte sie herausfinden, wie ihr so etwas entgehen hatte können. Denn ob nun Persönlichkeit oder Seele...Es handelte sich hier um den Tod - und was das anbelangte, so wusste sie alles, was es damit auf sich hatte. Immerhin war sie die Personifikation des Todes!
Sachte trat sie noch einen Schritt auf sie zu, immer noch schenkte sie ihr ein sanftes Lächeln. „Wie ist es dazu gekommen?", fragte sie vorsichtig. „Wieso steckst du in dieser Lage." Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Sharons Geist diese Persönlichkeit bereits tot entwickelt hatte...Es musste also einen Grund dafür geben, dass es dazu gekommen war - und dass sie sich nun in dieser misslichen Lage befand, in der sie gefangen war...im Sharons Unterbewusstsein.
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...Anyway: I'm not blessed, or merciful. I'm just ME. I've got a JOB to do, and I do it.
Listen: Even as we're talking, I'm there for old and young, innocent and guilty, those who die together and those who die alone...
Re: Sharon &' Death: You carry some unusual weight...
von Death am 19.09.2024 16:41Ein kühler Wind wehte ihr um die Schultern, während sie um eine Ecke bog. Es war nicht mehr weit bis zu Yuri, die welche Seele, die sie abholen sollte. Und trotz des frischen Wetters, war ihr nicht kalt. In ihren üblichen schwarzen Sachen – einem Tanktop mit langer Jeans, abgerundet von stabilen Lederstiefeln war ihr dennoch angenehm warm. Das Wetter war einem Wesen wie ihr mehr oder weniger gleich – es hatte fast keinen Einfluss auf sie, ihr Erscheinen oder aber ihr Wandeln auf Erden. Solche irdischen Dinge im Allgemeinen beeinflussten sie und ihre Geschwister wenig.
Vor einem Geschäft blieb sie schließlich für einen Moment stehen. Ein Antiquitätenladen. Solche Dinge lagen ihr am Herzen – welche Geschichten die die Dinge dort drinnen wohl erzählen würden, wenn man sie nur fragen könnte...
Ihr Blick fiel auf ein Kissen im Schaufenster, auf dem ein kleines Medaillon lag – es glänzte golden und hatte die Form eines Herzens, im Inneren befanden sich freie Plätze für zwei Fotos, die, sollte man den Anhänger schließen, dicht beieinander liegen würden. Ein gutes Geschenk für zwei Verliebte. Doch das schien nicht der Zweck des Schmuckstücks zu sein – daneben lag ein kleiner Zettel, der mit verschnörkelter Handschrift verlauten ließ: „Ein Schutztalisman, wohl von einer Hexe verzaubert, auf dass es einem den Tod vom Halse hielt."
Sie schmunzelte, als sie sich von Schaufenster abwandte. Die Menschen suchten doch immer etwas, um noch ein wenig länger in dieser Welt verweilen zu können. Doch auch Hexen konnten die Naturgesetze nicht brechen, schon gar nicht auf eine solche Weise Einfluss auf die großen Konstanten des Lebens, auf die Gaben der Endlosen, nehmen. Doch sie in diesem Glauben zu lassen, hatte wohl auch etwas Fürsorgliches – Hoffnung und der Glaube, ob Aberglaube oder Religion, beflügelten die Menschen schon seit Jahrtausenden, wer war sie schon, ihnen das zu nehmen? Immerhin merkten sie früh genug, wie unausweichlich sie war, und dann wollte sie sie gern als eine Freundin empfangen und nicht als ein gefürchtetes Monster.
Sie setzte ihren Weg die Ladenzeile entlang fort. Ein Buchladen, eine Schneiderei, ein Waschsalon, ein Gamerladen...Niedlich. Ein eigenes kleines Leben für jeden hier in der Stadt, und das allein in einer Straße. Dinge wie diese waren es, die sie an den Menschen so liebte – sie hatten so wenig Zeit auf Erden, unter den Lebenden, und doch machten sie so viel aus dieser Zeit, und als Gemeinschaft bauten sie schon seit Jahrtausenden Dinge, die sich immer und immer wieder weiterentwickelten, über Generationen hinweg...
Abrupt blieb sie stehen – fast wäre sie mit einer Frau zusammengestoßen, die mit einem Klingeln der Glocke den Buchladen verlassen hatte, um wieder zurück auf die Straße zu treten. Normalerweise nahmen die Menschen wenig Notiz von ihr – es war nicht so, dass sie tatsächlich unsichtbar war, doch sie entzog sich in aller Regel der Aufmerksamkeit derjenigen Menschen, die sie noch nicht brauchten. Sie könnten vielleicht mit dem Finger drauf tippen, dass dort draußen vor dem Schaufenster eine in Schwarz gekleidete Frau stand, doch sobald sie sich abwandten oder Death weitergegangen war, war es oft schon auf ihrem Bewusstsein verschwunden, was sie da eben erlebt hatten. So wandelte sie schon seit Jahrmillionen unter allen lebenden Wesen, ohne dass diese so direkt Notiz von ihr nahmen. Bei Tieren war allerdings noch einmal etwas anderes, doch sie hatten ohnehin einen anderen Draht zu der Anderswelt, also erkannten sie auch oft Death als das, was sie war, und waren entweder eingeschüchtert, ehrfürchtig oder hatten gar Angst. Die Menschen allerdings...die waren zumeist ahnungslos – nicht zuletzt weil sie in aller Regel blind waren für alles, das anders, das nicht irdisch war.
Doch diese Frau, sie schien sich selbst erschrocken zu haben, warf Death einen Blick zu, ehe sie wieder abzudriften schien. Das Vergessen setzte ein, nicht wahr? Einen Augenblick später allerdings wirkte sie schon ganz anders. Und auch Death bemerkte, dass etwas nicht stimmte. Sie hatte so etwas an sich, etwas, das den Tod in ihre Nähe zog. Ein Gefühl – oder mehr ein Phänomen –, das es eigentlich nur bei den Toten gab, bei den Seelen der Verstorbenen, die sie aufsuchte, um sie mitzunehmen. Doch sie, Sharon, hatte noch Zeit, der Tod stand ihr noch lange nicht ins Haus! Allerdings war sie ein menschlicher Sonderfall, hatte sie doch in diesem Kopf nicht nur eine Persönlichkeit, wenn auch nur eine Seele. So viele Teile, die auf die Seele einwirkten, ihre Spuren hinterließen, und damit irgendwie selbst ihre eigene Seele entwickelten...Es war selbst für sie nicht leicht, es sich zu erklären, aber Menschen wie Sharon hatte sie schon immer interessant gefunden, auch wenn sie andere Namen gehabt hatten und man sie anders angenommen, verstanden oder definiert hatte – Two-Spirits, Besessene,...
„Ist alles in Ordnung?", erkundigte sich Death schließlich vorsichtig und machte einen sachten Schritt auf Sharon zu. Sie schien immer noch seltsam abwesend und distanziert...
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Sharon &' Death: You carry some unusual weight... [ZWANGSCUT]
von Death am 19.09.2024 15:47

Ein kühler Morgen irgendwann im November 2024 auf irgendeiner Straße in irgendeiner Stadt - Death war das eher gleich, sie wusste, wo sie sein musste, und wen sie abholen sollte; und das war doch das wichtigste bei ihrer Aufgabe, bei der Gabe, die sie den Menschen brachte. Und im Grunde war es auch nicht wichtig, um die Welt um sich herum in sich aufzunehmen.
Doch am Ende soll es ganz anders kommen - Sharon, der sie auf einer Ladenstraße begegnet, trägt ein Geheimnis in sich, das wohl nur der Tod selbst aufdecken kann. Sharon selbst, die ahnt zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, wie "glücklich" der graue Tag für sie verlaufen wird...
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Re: Tessa &' Tod: Ein einziger Tag...
von Death am 18.01.2024 15:45Death schwieg. Das war im Moment wohl die beste Haltung gegenüber Tessa, die sie nach allem, was sie heute hatte durchmachen müssen, noch nicht einfach so allein lassen wollte, denn sie war sich sicher, dass Tessa reden würde, wenn sie es brauchte und wenn sie fragen haben sollte...etwas loswerden wollte.
Und eben diese Fragen ließen nicht allzu lang auf sich warten, wie es schien.
Die Frau in ihrem Punkaufzug schmunzelte leicht, ein nachdenkliches und gleichzeitig sehr wissendes Schmunzeln. „Weißt du Tessa, genau das ist der Clou...genau darum geht es im menschlichen Dasein, verstehst du?", begann sie schließlich mit ruhiger Stimme, sah sie dabei weiterhin nicht an, sondern sah gerade aus auf das Treiben der Schwestern und Ärzte in einiger Entfernung. „Das Leben ist eben so beschaffen, dass es nur eine bestimmte Zeit verweilen kann, ehe es transformiert, ich es abhole und neues geboren werden kann. Aber genau darum, um dieses kleine, aber gemeine Detail geht es im Leben. Eure Zeit ist begrenzt – doch genau das gibt euch auch den Anreiz, großartiges zu erschaffen, aus jedem Tag das beste zu machen...euer Leben zu eben eurem Leben zu machen, bevor es endet. Ihr schließt Freundschaften, geht Beziehungen aller Art ein, liebt euch, hasst euch, weint, lacht...All dieser Zauber liegt in diesem kleinen Detail...dass eure Zeit nur begrenzt ist, ihr nur einen bestimmten Zeitraum in der Unendlichkeit des Universums und der Zeit habt, den ihr genau zu eurer Zeit und eurem...Ding machen könnt." Sie lachte einmal kurz auf. „Und das ist genau das, was ich an euch so liebe...Eure Deadline – wenn du dieses schlechte Wortspiel entschuldigst – inspiriert euch, im Großen und Ganzen, besser zu sein, etwas zu bewegen, das beste aus eurem Leben zu machen." Nicht einmal sie vermochte den Sinn des Lebens zu erklären oder zu nennen – er ließ sich schlichtweg nicht in Worte fassen, die ein Mensch oder irgendein sterbliches Wesen verstehen, begreifen oder auch nur erfassen konnte...keine irdische Sprache gab es her, ihn auszudrücken. Doch wenn sie sich kurz fassen müsste, dann wäre er wohl genau das: Aus jedem Tag, jeder Stunde, jeder Minute etwas sinnvolles zu machen und sie bewusst einzusetzen, denn irgendwann einmal, da holte es jedes Lebewesen ein, dass seine Zeit auf Erden nur begrenzt war...und keine Seele wollte ihre Zeit auf der Erde verschwenden. Und auch wenn die Menschen schnell dazu tendierten, für andere zu leben, für größere Dinge wie ihren Beruf oder irgendein System...war dieser Kern doch immer da...Dass man aus seiner Zeit etwas machen wollte, damit sie nicht verschwendet war, wenn einen die Zeit einholte...und sie mit einem warmen Lächeln an die Tür klopfte.
Wieder musste sie leicht schmunzeln, als sie Tessas bittere Antwort hörte, kehrte jedoch schnell wieder in eine ernstere Haltung zurück. Die Menschen standen zu diesem Thema so furchtbar ernst und gleichsam ängstlich und aufgelöst. Nicht, dass sie deshalb nicht bereits in einer schweren Zwickmühle gewesen war, die man unter den Sterblichen wohl mit einem Burnout vergleichen konnte, ihrer Aufgabe und dem Leid, dass sie brachte, überdrüssig, so wie ihr Bruder Destruction. Doch auch Tessa schien sich diesbezüglich etwas überwunden zu haben. Auch wenn das leise Flehen in den Ohren des Todes keinesfalls so still war, wie sie es dort verborgen hatte.
Ruhig schüttelte Death ihren Kopf und das schwarze Haar wackelte dabei etwas umher. „Nein", erwiderte sie sanft. „Und selbst wenn du es geschafft hättest – oder jemand sonst, der Notarzt, die Ärzte hier, irgendjemand –, so hätte es auf lange Sicht keinen Unterschied gemacht. Denn wo der Tod ist, dort wird er auch immer bleiben. Wenn jemand sterben soll, wenn ich jemanden abholen soll, so wird es auch auf kurz oder lange so geschehen. Wäre Alice nicht angefahren worden, wäre sie heute Abend vielleicht an ihrem Toast erstickt, oder wäre über einen heruntergefallenen Stift gestolpert und hätte sich den Kopf am Tisch aufgeschlagen." Sie zuckte kurz mit den Schultern. „So schwer es für euch Menschen auch zu verstehen ist, so fern ich euch doch auch immer erscheine und so befremdlich meine Gabe für euch auch ist, ich bin immer näher als ihr glaubt – zu jeder Zeit, in jedem Moment in eurem Alltag. Denn am Ende ist das eine der wenigen echten Wahrheiten im Leben – wo Leben ist, dort ist auch immer Tod."
Und für einen Moment blieb es wieder still. Nur das bunte Treiben typisch für ein Krankenhaus hier und dort – piepende Monitore aus den unendlichen Fluren, klingelnde Telefone, die Schritte hunderter Menschen.
„Niemand ist daran schuld, dass Alice gegangen ist, nicht die Ärzte, die sie stundenlang operiert haben, nicht der Fahrer, nicht du, keine Schwester, nicht ihre Ernährung. Dinge...passieren. Und wann und wie sie passieren, das liegt nicht in eurer Hand, noch liegt es bei mir. Nicht einmal das Schicksal selbst weiß mehr als sein unendliches Buch ihm zu zeigen vermag." Sie machte eine kurze Pause. „Leben ist leiden und leiden ist Leben. Aber wichtig ist, was dazwischen passiert." Doch immerhin war das Leben ein Leben – die Ewigkeit war simpel, man stagnierte...es wurde schnell langweilig. Nicht umsonst sammelte sie Hüte und ihr Reich glich einer simplen Wohnung. Doch...wenn man alle Zeit der Welt hatte, die Ewigkeit...hatte man im Grunde nichts. Keine Aussichten, keine Veränderung. Man sah Weltreiche aufsteigen und fallen und doch...waren es immer nur die gleichen Szenen, die gleichen Ideen, die gleichen Fehler und am Ende...die gleiche Dummheit, die die Sterblichen ins Unheil stürzten. Und doch...gab es unter ihnen immerhin die Hoffnung, dass sie es das nächste Mal besser machen konnten – ein Neuanfang, mit neuen Ideen und dieses Mal...dieses Mal würde es vielleicht anders laufen. Es war die Perspektive, die das Leben lebenswert machte – und die Ewigkeit schnell zu einer stumpfen Einöde.
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Re: Death & Sylvia ~ You're Not Ready Yet {2007} | Triggerwarnung [FSK18]
von Death am 27.11.2023 17:21Es blieb lange still zwischen den beiden...sehr lange.
Doch Death schwieg. Es gab nichts, was sie sagen konnte. Nichts, was sie nicht bereits Dutzende Male gesagt hatte. Nichts, was an der Sache nun etwas verändern könnte.
Es war immer schwer, wenn Leute für sich nichts mehr am Leben fanden. Und das war der Teil ihrer Aufgabe im Universum, der ihr nicht gefiel. Ja, es war eine schwere Gabe, die sie den Menschen brachte, kein Mensch wollte gern sterben - wenn es nicht gerade in einer schweren psychischen Beeinträchtigung wurzelte - und so war es nie wirklich leicht...mit den Menschen. Und doch...war es etwas anderes als dies hier; ein junges Mädchen, das schon so viel erlebt hatte, und schon so kaputt war, dass sie den Tod als einzigen Ausweg sah.
Doch so sollte es nicht sein.
Auf der anderen Seite jedoch...war sie keine Therapeutin unter den Menschen. Solche Dinge...die mussten sie selbst lösen. Oder es war an sie, hinterher die Scherben zu bereinigen. Mitzunehmen...wer gegangen war.
Sei seufzte.
„Das liegt nicht bei mir", erklärte die Frau in Schwarz und neigte den Kopf etwas beiseite. „Das entscheide ich nicht. Das ist hauptsächlich eine Sache von dir...und des Universums. Ich bin nur hier, um meine Aufgabe zu erfüllen, sollte es soweit sein." Sie seufzte erneut. „Doch im Moment bin ich hier nicht gebraucht."
Sie erhob sich, eine Hand bereits an der Klinke, doch sie hielt inne, als Sylvia weitersprach.
Ihre Schuhe quietschten ganz leicht, als sie sich wieder umwandte.
„Sylvia", sagte sie resigniert und sah sie einen Moment lang enttäuscht an, ehe sie an ihr vorbei zum Fenster in die Nacht hinaus sah. „So funktioniert das nicht..." So funktioniertet das ganz und gar nicht. Der Tod als ihre einzige Freundin zu betrachten...das war ein großes Problem. Sie hatten sich oft gesehen, das war wahr. Zu oft hatte sie Sylvia besuchen müssen. Und sie kannten sich mittlerweile wirklich zu gut. Aber...sie waren keine Freundin, das durfte nicht sein, das konnte nicht sein. So funktionierte das Leben nicht. Der Tod als ein alter Freund...das war im übertragenen Sinne gemeint, wie jemanden, dem man gern entgegen ging, wenn das Leben endete, jemand, zu dem man zurückkehrte, wenn alles zu Ende war. Niemals war das wortwörtlich gemeint, nicht auf diese Weise.
Wieder seufzte sie, und traten durch den Raum, zu Sylvias Bett. Dieses Mal vollkommen still, ohne ein Geräusch zu machen.
Sacht legte sie eine Hand auf ihren Kopf, schenkte ihr ein warmes Lächeln. Eine Geste, mit der sie in der Regel diejenigen empfing, die das Ende ihrer Weges erreicht hatten. Doch dieses Mal, da war es als eine Art Abschied gemeint. Sie wollte sie nicht wiedersehen. Und das war keinesfalls als ein Segen gemeint, dass sie ihr die Unsterblichkeit schenkte, dass sie sie einfach nicht abholen würde und sie damit frei vom Tod wäre, sie meinte es als ein Zeichen, dass sie erst einmal nicht wiederkehren würde.
Sylvia würde weiterhin versuchen, ihr Leben zu beenden, und ebenso...Death wiederzusehen. Doch sie würde nicht kommen. Und Sylvia würde bleiben, wo sie war.
„Wir werden uns nicht mehr wiedersehen", erklärte die Frau aus der Dunkelheit heraus. „Zum Schutze deiner Psyche und deiner Seele."
Und dann zog sie ihre Hand zurück, das Lächeln schwand.
Schweigend und in vollkommener Stille durchquerte sie den Raum und öffnete die Tür, die hinter ihr leise ins Schloss fiel. Sie wusste nicht, wie Sylvia verstehen würde, was sie eben gesagt hatte, doch sie hoffte, dass sie es als eine Art Zeichen sehen würde. Es war nicht so, dass Death sie nicht wiedersehen wollte - doch nicht an dieser Stelle und nicht auf dieser Weise. Anders als bei ihren Schwestern war dies ein Moment, indem es vollkommen an ihr selbst ging wie es weiterging. Doch egal wie sie sich entscheiden würde, Death würde sie nicht mehr begleiten, vorerst nicht, nicht auf diese Weise wie sie es sonst immer mit allen tat. Kurz gesagt...Sylvia wäre nun auf eine gewisse Weise unsterblich, denn selbst wenn sie sich noch einmal etwas antun sollte, so würde Death nicht dort sein, nicht auf sie warten...nicht ihre Hand halten. Nein, sie wäre allein und dann würde sie aufwachen und müsste feststellen, dass sie nicht gestorben war. Die Ärzte würden es für ein Wunder halten, ihre Mutter für einen Segen und ihre Schwestern, wenn sie sie sahen so wie Death sie auch immer sehen konnte, für eine Chance. Wieder eine Chance - und hoffentlich eine, die sie nicht verschwenden würde.
Still durchwanderte sie die Gänge, auf denen es vollkommen ruhig war. Alle schliefen. Und die, die es nicht taten, die gingen ihrer Dinge nach. Keiner wusste von dem Vertrag, den eine kosmischen Entität gerade mit einem ihrer Mitbewohner, Schutzbefohlenen oder Freundin geschlossen hatte. Nicht einmal sie selbst wusste in diesem Moment vielleicht etwas davon. Und hoffentlich würde es sich auch nicht zeigen...nicht allzu schnell. Vielleicht hatten ihre Worte bereits gereicht...endlich einmal? Sie konnte nur hoffen. An Sylvia...und all ihren Versuchen und all den Momenten, in denen es nicht geklappt hatte, dass sie sich das Leben nahm, war...etwas Besonderes. Waren es ihre Schwestern, die schützend ihre Hand über sie hielten...? Sie konnte es selbst nicht sagen. Doch es wäre ein schöner Gedanke - selbst für sie, als der Tod selbst. Doch nun, nun hielt sie selbst eine schützende Hand über sie. Und sie hoffte, dass sie diesen Segen aus der Notlage heraus nicht bereuen musste...
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Re: Death & Sylvia ~ You're Not Ready Yet {2007} | Triggerwarnung [FSK18]
von Death am 08.11.2023 16:18Sie betrachtete das Mädchen, das sie nun schon so oft besucht hatte.
Mit verschränkten Armen saß sie da und wartete ab – ob sie nun aufwachte oder doch entschlafen würde. Allerdings machte es eher den Anschein, als würde sie wieder aufwachen und nicht zurückbleiben. Und doch war sie hier...und wartete ab. Nicht etwa, weil es sie interessierte, sondern weil es noch immer eine Chance gab, dass es hier enden könnte.
Dann rührte sie sich. Sie war bereit wieder mit den Schatten zu verschmelzen, in die Dunkelheit der Einrichtung zu verschwinden, da sie nicht länger gebraucht war, doch sie blieb.
Du bist da.
Dankbarkeit klang aus ihrer Stimme heraus, so etwas wie Erleichterung. Eine der wenigen Dinge, die sie wirklich verletzen konnte, wenn sie ihrer Aufgabe nachging...solche, die sich so sehr nach ihr sehnten, dass sie für nichts dankbarer waren als endlich ihr Gesicht zu sehen, ihre Umarmung zu spüren, ihr Lächeln zu erblicken, wenn sie sie abholen kam. Es gab Ausnahmen, wenn die Menschen sehr krank gewesen waren, sehr gelitten hatten, sehr gekämpft hatten...endlich Erlösung zu finden. Doch das war an dieser Stelle nicht der Fall.
Deshalb schwieg sie, sagte nichts dazu.
Sie seufzte leicht, als Sylvia weitersprach.
„Ich muss gestehen", begann sie aus der Dunkelheit zu ihr zu sprechen. „Dass mich das sehr freut." Lieber sollte sie schlecht im Sterben sein als einfach ihr Leben wegzuwerfen. Auf der anderen Seite waren das jedoch Sachen, in die sie nicht eingreifen durfte. Es mochte ihre Aufgabe sein, ihre Gabe für die Menschen, doch solch freie Entscheidung darüber, wer sterben und wer leben durfte, hatte sie nicht. Nicht dass sie nicht jemanden auslassen konnte, wenn ihr der Sinn danach stand – sie hatte da so einen bestimmten Mann im Hinterkopf, der immerhin ein guter Freund ihres Bruder geworden war –, aber so einfach war es am Ende eben nicht.
Sie schwieg wieder einen Moment, hörte ihr zu.
Sie könnte nichts sagen, ohne sich nur zu wiederholen. Wie so oft in den letzten Besuchen, die sie Sylvia hatte abstatten müssen. Jedes Mal waren es die gleichen Themen gewesen, die gleichen Gespräche. Doch wenn man selbst gegenüber dem Tod beratungsresistent war...was wollte man dann noch sagen...?
„Du kennst meine Antwort auf diese Frage", sagte sie deshalb nur, leicht resigniert. Wie oft sie sie im Grunde bereits durchgesprochen hatten. „Was auch immer dahinter stecken mag, doch du sollst wohl einfach noch nicht gehen. All die Male, die ich zu dir gekommen bin, die du dann eine Besserung erlebt hast, nur damit ich dann wieder an deinem Bett sitze...Und doch bist du immer noch hier, am Leben. Im Buch meines Bruders muss wirklich wichtiges für dich stehen, dass wir uns beinahe regelmäßig sehen und wir trotzdem immer wieder getrennte Wege gehen." Vielleicht war auch nicht Großes, sondern nur die Tatsache, dass sie nicht sterben sollte. „Eventuell sollst du auch einfach ein erfülltes Leben führen, für deine Schwestern, weil sie es nicht konnten..." So oft hatte sie es versucht und war dennoch hier...Wenn ihr das nicht reichte...
Sie atmete schließlich tief durch. „Nein", erklärte sie. „Daran trägt niemand die Schuld. Dinge passieren und in den meisten Fällen sind sie nur das Zusammentreffen verschiedenster Ereignisse, Umstände und Zufälle, Glück oder Unglück...Der Fahrer hätte besser auf die Straße achten können, aber er ist nicht abgelenkt worden, hatte nur nicht eher bremsen können. Du hättest nicht winken müssen, doch es ist deine Schwester und du hast dich gefreut, sie wiederzusehen. Und sie selbst...sie hätte auf die Fahrzeuge achten müssen, es besser machen können, doch das hat sie nicht. Die Frage, wer am Ende daran schuld ist, dass passiert ist, was eben passiert ist, ist ähnlich sie die Frage mit dem Huhn und dem Ei...was war zuerst da, wer hätte zuerst etwas anderes tun müssen...Fakt ist jedoch, dass man nicht ändern kann, was passiert ist. Und alle beteiligten damit leben müssen. Denn glaub mir, auch der Fahrer hat sein Päckchen zu tragen und ist nicht einfach wieder glücklich in sein Leben zurückgekehrt."
Sie sah zum Fenster, auf die Dunkelheit hinter den Jalousien, nur mit einigen leichten Lichtschimmern, Laternen vor den Fenstern, weißes, ganz sanftes Licht vom Hof.
„Nicht alles im Leben, nichts eigentlich, ist nur schwarz und weiß. Eine Schuldfrage ist in den seltensten Fällen einfach – du hast sie nicht vor das Auto gestoßen, niemand hat ihr ein Messer in den Rücken gerammt..., dann wäre es eindeutig, doch so war es nicht. Die Welt, die wir für uns erleben, ist eine Verkettung von Ereignissen, gute wie schlechte – und das Leben ist, was wir für uns aus diesen Dingen machen."
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Re: Tessa &' Tod: Ein einziger Tag...
von Death am 08.11.2023 14:36Als es Zeit zum Aufbruch war, Alice verabschiedet war, machte sie sich wieder auf den Weg durch die Gänge, die – auch wenn sie hell erleuchtet waren – für sie doch immer von einem Schatten überlagert waren. Doch das mochte daran liegen, dass sie ein Krankenhaus nur aus zwei Gründen besuchte – um die neuen Gesichter im Leben zu begrüßen, und andere mit wieder mit sich zu nehmen, wenn sie das Ende ihres Weges erreicht hatten, wie lang auch immer dieser gewesen sein mochte. Krankenhäuser waren ein Ort der Hoffnung, aber auch der Verzweiflung, des neuen Lebens, der Schritte zurück in sein Leben...aber ebenso die Hallen der Begleitung auf den letzten Stufen auf die andere Seite, ein Haus des Endes.
Doch so war das Leben wohl – und er Tod. Menschen fürchteten sie...und ihr Auftauchen. Und sie taten alles dafür, sie noch ein wenig länger auf Abstand zu halten, so viel Qual und Leid es auch bringen würde, doch alles war für sie besser als in ihre warme Umarmung zu gleiten...für die meisten jedenfalls, so schien es. Aber bereitete ihnen all das nicht noch mehr Kummer...? Sie kannte keine Antwort darauf, doch sie war sich sicher, dass sie es lieber in Kauf nahmen, um ihre Lieben nur noch ein wenig länger bei sich zu wissen...was es für diese auch bedeuten mochte...
Die Sorgen und Ängste der Menschen machten ihr manchmal doch etwas mehr zu schaffe als sie es gern zugeben mochte. Doch ändern konnte sie es ja ohnehin nicht. Sie wusste, dass sie gebraucht wurde, dass es sie geben musste, dass ihre Aufgabe wichtig war...
Und dann...war da noch Tessa, die sie im Wartesaal nahe des Eingangs fand. Im Normalfall hätte sie sie allein gelassen, wäre ihrer Wege gegangen, auf der anderen Seite jedoch hatte sie einen einfachen Menschen heute ganz schön etwas mitmachen müssen. Also trat Death zu ihr.
Sie machte sich nichts daraus, dass ihre erste Frage ignoriert wurde, konnte sie sie doch auch verstehen, dass sie gleich zum Wesentlichen kommen wollte.
Die Frau in schwarz nahm Platz und schlug die Beine übereinander, sah Tessa nicht an, blickte stattdessen geradeaus, als sie ihr antwortete: „Nein, ich habe sie eben auf die andere Seite gebracht." Und es wurde kurz still, ehe der Becher durch den Raum flog und seinen Inhalt auf Boden und Wände verteilte. Death zuckte nicht mit der Wimper und schwieg. In der Entfernung nahm sie wahr, dass zwei Schwestern, die sich unterhalten, einen wachsamen Blick auf Tessa warfen, ehe sie sich erst einmal wieder ihrem Gespräch zuwandten. Die Dame an der Information auf der anderen Seite der Halle beobachtete Tessa, während sie einige Papiere zusammenräumte, schien einzuschätzen, ob sie den Sicherheitsdienst oder doch lieber einen Seelsorger rufen sollte.
„Das ist es nicht, nein", sagte sie ruhig und betrachtete den Kaffee, der in braunen Striemen die Wand hinunterrann. „Doch gerade das macht es aus. Man weiß nie, wie das Schicksal für einen gewürfelt hat – und nur dann ist es ein Leben, wenn man es zu seinem Leben macht." Das waren weise Sprüche, die an den meisten jedoch abperlten wie Wasser an einer Lotosblüte, am Ende war es aber die Wahrheit und sie war sich sicher, dass Tessa das wusste.
„Doch wenn es dir hilft, Alice' Tod war kein dummer Zufall und auch kein unfairer Schlag des Universums, sondern Schicksal, das etwas mit meiner Beschaffenheit und meiner Aufgabe hier zu tun hat." Sie war sich sicher, dass Tessa das vermutlich gar nicht hören wollte, viel zu angespannt und von Gefühlen geladen war sie, doch wenn sie es hören wollte, wenn es ihr helfen sollte, so könnte sie ihr davon erzählen. Damit würde sie zwar ein paar Regeln brechen, allerdings hatten sie und ihre Geschwister diese Regeln zwischen sich aufgestellt, es waren keine geltenden Gesetze, lediglich Absprachen, damit man sich nicht in die Quere kam, die Arbeit des anderen nicht gefährdete, die Welt sich weiter drehen konnte, ohne irgendwelchen übernatürlichen Kriege und Auseinandersetzungen – doch wenn Desire die an diese Abmachungen nicht halten musste, sie ständig brechen konnte, dann könnte Death das auch!
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Re: Tessa &' Tod: Ein einziger Tag...
von Death am 02.09.2023 21:27Das schrille Heulen von Sirenen, aufgeregte Menschen auf beiden Seiten der Straße, und mitten drinnen ein tobender und am Boden zerstörter LKW-Fahrer. Rettungskräfte und der Notarzt um einen regungslosen Körper am Boden; der Defibrillator, der nichts mehr zu erreichen vermochte, während die anderen ihre Verletzungen erst einmal für den Übergang zu flicken versuchten...
Die schweren Stiefel waren geräuschlos auf dem schwarzen, sonnengewärmten Asphalt. Mühelos wanderte sie zwischen den Menschen entlang, musste sich nicht verbiegen, von ihrem Weg nicht abweichen, als würde sich die Welt ihr selbst beugen, den Weg frei machen, auf dass das Universum seine Arbeit durch sie tun konnte...
Und das wollte sie ja auch.
Als sie das Mädchen erreicht hatte, hockte sie sich einfach zwischen die Gerätschaften, strich ihr über die Wange, als sie auf eine Trage verfrachtete wurde. Noch war sie nicht tot, doch Death wusste, wie das hier ausgehen würde – im Gegensatz zu anderen Situationen war dies hier genau das, worum es an diesem Tag eigentlich ging...neben den anderen Dingen die auf dem Weg bereinigt worden waren.
Als sie alles aufgeräumt hatten und die Rettungskräfte wie auch der Arzt sich wieder in den Wagen geschwungen hatten, sah sie dem davon rauschenden Fahrzeug noch hinterher, auf der Stelle stehend, die Hände in den Taschen. Sie würde Tessa in nicht allzu naher Zukunft wieder sehen...
Einige Stunden waren vergangen. Mehrere sehr kleine OPs hatte Alice über sich ergehen lassen müssen, denn mehr hatten sie ihr nicht antun wollen...sie war bereits mehrmals reanimiert worden. Bis sie sie in Einverständnis mit ihrer Familie endlich gehen ließen. Death war bei allen Dingen immer mit im Raum gewesen, hatte dabei gestanden...bis sie ihr endlich ihre Hand reichte – und Alice ins Licht geleiten konnte, auf das letzte Bisschen ihres Weges. Mit einem Lächeln verabschiedete sie das Mädchen, das sie heute sie selbst gewesen hatte, sah sich selbst dabei in die Augen. Denn auch wenn es anders gekommen war als es sonst üblich war bei dieser Tradition, so war es trotzdem Deaths Tag unter den Lebenden gewesen. Sie hatte sich selbst verabschiedet und auf die andere Seite geschickt. Nun war sie wieder nur sie selbst, im Raum mit der leblosen Hülle des so strahlenden Mädchens.
Und so machte sie sich wieder auf, wanderte durch die Gänge des Krankenhauses, zwischen Schwestern, Pflegern, Ärzten und Patienten, ungesehen, und dennoch genau wissend, dass sie im selben Augenblick den einen oder anderen der hier behandelten Menschen ebenso mit sich nahm. Omnipotent war sie. Denn wo auch immer das Leben war, dort war auch der Tod. Sie war so allgegenwärtig wie das Leben selbst, das sie am Ende auch war. Denn ohne das eine konnte das andere nicht existieren.
Als sie dann den Haupteingang des Hauses, das große Foyer erreicht hatte, fiel ihr allerdings etwas im Augenwinkel auf. Tessa musste erfahren haben, in welches Krankenhaus sie gekommen war, denn sie saß im Wartebereich. Sie wandte sich zur Seite, trat zu ihrem Stuhl, und räusperte sich. Normalerweise zeigte sie sich den Sterblichen nicht, ging ihrer eigenen Dinge nach, doch in diesem Moment fühlte sie sich nach einer Ausnahme. Immerhin war das heute alles sehr viel für diese Frau gewesen – sie war ihr wohl doch so etwas wie eine Entschuldigung schuldig, und wenn nicht das, dann immerhin ein paar aufbauende Worte. „Darf ich mich zu Ihnen setzen?", fragte sie Tessa und wies dabei mit der Hand auf den leeren Stuhl neben ihr.
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...Anyway: I'm not blessed, or merciful. I'm just ME. I've got a JOB to do, and I do it.
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Re: Death & Sylvia ~ You're Not Ready Yet {2007} | Triggerwarnung [FSK18]
von Death am 02.09.2023 19:47Ganz ruhig schwebte sie in den angenehm wohligen Fluten vor dem Mädchen. Ein seltsames Schauspiel musste es sein – das Leben und der Tod...sich so dicht wie sonst nur in wenigen Momenten in den scheinbar unendlichen Weiten des Wassers, dem Stoff allen Lebens.
Ruhig sah sie dem Mädchen in die Augen, noch immer scheinbar vollkommen unangetastet vom Wasser; trocken, schwebend in der Tiefe. Ihre Berührung sollte ihr Wärme spenden, niemand sollte auf seinem letzten Weg leiden müssen – doch oft lag das nicht am Sterbenden selbst, sondern an den Lebenden.
Und dann waren da Stimmen. Dumpf und weit weit weg konnten die genauen Worte die dunkle Frau nicht erreichen, nur hier und dort war der Klang fast klar genug, um sich denken zu können, was gesagt wurde. Wild und laut war es, ehe die Ruhe des Wasser gestört wurde, weil jemand ins Wasser gesprungen war, um zu dem Mädchen zu tauchen. Die Szene löste sich auf, das Wasser wurde unruhig, das Mädchen aus ihrer Starre gerissen, dem Arm der Frau mit den Locken entrissen, die noch für einen Moment im Schwimmbecken zurückblieb, in der Tiefe, dem Mädchen nachschauend, das gegen das Licht des Abends zur Oberfläche gezogen wurde. In einem anderen Zusammenhang wäre dieses Bild fast spirituell, wenn sie nicht selbst diejenige wäre, die die Seelen dem Licht zutrug, sie aber keinesfalls bewusst und willentlich aus dem Leben riss.
Mit einem einzigen Zug ihrer Arme konnte sie sich zur Oberfläche bringen, wo sie auf den Beckenrand stieg, der Szenerie folgte, die sich nun bot. Das Wasser war vollkommen unberührt, keine einzige Regung. Und sie hinterließ keinen Tropfen als sie den Beckenrand entlang ging und sich auf eine Kante an der Fensterfront setzte. Natürlich war sie noch hier, wo denn auch sonst? Sylvias Leben stand immer noch auf dem Spiel – sie konnte nur wieder warten wie es ausgehen würde, ob die Bemühungen des Pflegers von Erfolg gekrönt wären oder er es nicht schaffte, sie gerade so lange in dieser Welt zu halten, wie es nötig war, ehe sie in einem Krankenhaus war.
Sie lehnte sich gegen das Fenster, das durch die nachmittägliche Sonne aus dem Innenhof und durch die Wärme des Schwimmbades warm an ihrem Rücken war. Sie zog ein Bein heran und legte die Arm darum, betrachtete das Schauspiel.
Und tatsächlich...sie wurde wieder wach. Death konnte spüren, dass ihre Anwesenheit noch immer begründet war, doch nicht mehr so akut wie es noch im Pool der Fall gewesen war. Sie antwortete nicht auf Sylvias Worte – sie konnte nicht bleiben, sie konnte mir ihr nicht über ihre Familie sprechen. Doch als sie sie auf die Krankenstation bringen wollten, erhob sich auch Death. Sie blieb in ihrer Nähe und folgte ihr durch das Gebäude, an Patienten vorbei, an gemütlichen Ruheecken, und interessanten Therapieräumen. Als sie sie in einem Bett abgelegt hatten, setzte sich die dunkle Frau auf einen Stuhl in der Ecke und betrachtete sie. Sie blieb auch noch, als sie schon wieder stabil war; nachdenklich, die Beine ausgestreckt, die Arme vor der Brust verschränkt. Wachsam.
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Re: Death & Sylvia ~ You're Not Ready Yet {2007} | Triggerwarnung [FSK18]
von Death am 12.08.2023 12:34Warm schien ihr die Sonne in den Nacken, als sie von der Bank aufstand, sich noch ein Bonbon in den Mund steckte. Die schweren Stiefel machten tiefe Laute auf dem alten Pflaster, doch niemand außer sie selbst konnte sie wahrnehmen, während sie zwischen den wenigen Menschen in der kleinen Einkaufspassage entlang ging, immer mal hier und dort an einem Stand stehen blieb; hier ein T-Shirt näher betrachtete, den Stoff zwischen ihren dunklen Fingern rieb, ihn näher betrachtete, oder dort mal eine Sonnenbrille aufsetzte. Vom Stand selbst bewegten sich die Gegenstände dabei nicht weg, rührten sich keinen Zentimeter, und doch saßen sie ihr auf der Nase, hingen vor ihrem Körper als sie sich damit vor den Spiegel stellte, um sie sich genauer zu besehen. Nun, sie war wohl auf einer anderen kosmischen Ebene als sie, und doch hinterließ alles auf allen Ebenen seinen eigenen Abdruck – bei Lebewesen würde man dies Seele nennen, bei Gegenständen, nun ja, vielleicht einen Schatten...? Als der Tod höchstselbst handelte es sich bei den Dingen, die sie sich aussuchte, natürlich um genau diese Schatten.
So setzte sie ihren Weg bald fort, eine neue Sonnenbrille in die Haare gesteckt – feine, runde Gläser aus schwarz-blauem Glas, perfekt zu ihrem Style passend. Normalerweise war sie allerdings nicht so für weltlichen Besitz zu haben – anders als ihr Geschwister, Desire – aber das bedeutete ja nicht, dass man sich nicht ab und an mal etwas neues zulegen und aussuchen durfte...ihre Hutsammlung kam ja nicht von ungefähr!
Mit einem feinen Schmunzeln betrachtete sie sich noch einmal in einem der aufgestellten Spiegel, zwinkerte sich selbst zu, ehe sie sich umwandte. Es wurde höchste Zeit – ihr nächster Termin wartete bereits!
Sie verließ die Passage und schritt dafür eine Allee aus Birnen- und Apfelbäumen entlang. Bei diesem kleinen Städtchen handelte es sich wirklich um ein kleines Paradies – eine Kurinsel inmitten des sonst so langweiligen und erdrückenden Alltags. Umso trauriger war es, dass es ausgerechnet sie heute hier her verschlagen hatte. Doch sie konnte es wohl am wenigsten ändern – immerhin tauchte sie nur dort auf, wo sie eben gebraucht wurde...bis auf wenige Ausnahmen. Doch in diesen Momenten interagierte sie normalerweise nicht mit Menschen, war oft genug nicht mal auf der Erde unterwegs, sondern lieber in ihrem eigenen Reich oder in denen ihrer Geschwister oder in ganz anderen Welten. Doch beruflich konnte sie sich das eher weniger aussuchen.
Und so folgte sie der Allee bis ganz zum Ende, ehe sie auf eine alte Villa hin auslief, einen kleinen Vorhof offen legte, der die Besucher schließlich die Treppe hinauf zu einem großen Portal führte. Nun, das war jedenfalls der Hintereingang, auf der anderen Seite befand sich eine schmale Straße. Nicht allzu viel befahren, aber doch befahren genug, um...nun, wem machte sie etwas vor? Gestern war sie doch schon hier gewesen, war die Straße entlang geschlendert und war damit unfreiwillig genau dem Menschen in die Arme gelaufen, den sie so oft schon hatte besuchen müssen. Doch wie in diesen Momenten hatte sie auch in diesem nicht direkt mit ihr den Kontakt gesucht – oder aufbauen brauchen. Nein, hier war es um ihre zweite Schwester gegangen; neben ihr auf dem heißen Asphalt hatte sie gesessen, ehe sie ihre Hand genommen und sie sacht mit sich geführt hatte.
Noch immer in Gedanken wusste sie jedoch genau, wo sie gebraucht wurde. Und so bog sie, noch ehe sie die ausladende Treppe erreicht hatte zur Seite ab. Man kam auch in der Villa bequem zu dem fast gläsernen Anbau, doch natürlich gab es auch von außen Eingang. Auch wenn er oft verschlossen war, machte ihr das nichts aus. Sobald sie die Hand auf die silberne Klinke gelegt hatte, schwang die Tür auf und die feuchte Wärme der kleinen, privaten Schwimmhalle umfing sie. Mit dem Geruch von Chlor in der Nase trat sie um das weite Becken herum, ehe sie sich hinhockte. Dort, eine Silhouette im Wasser, regungslos, starr, nur von der seichten Bewegung des nimmer ruhenden Wassers geführt.
Sie neigte den Kopf leicht zur Seite.
Dann glitt sie vom Beckenrand in das angenehm kühle Nass.
Vollkommen unangetastet vom Druck, vom Wasser, weder von Nässe noch Luftmangel glitt sie bis nach unten auf den Boden. Ihr Gesicht kam genau vor dem ihrigen zum Stehen. Ohne das die Lichtbrechung des Wassers ihr etwas ausmachte, sah sie ihr direkt ins Gesicht; die Augen geschlossen, die Luft ihrer Lunge entweichend, sah sie seelenruhig aus, als wären der tosender Schmerz in ihrer Brust und all die Last des Lebens, der letzten Jahre, besonders des gestrigen Tages, bereits in weite Ferne geglitten, für sich still und einsam ertrunken, von den Tiefen verschlungen, und hätten damit das wehrlose Mädchen mit all seiner Unschuld zurückgelassen...
Die Zeit schien stillzustehen, während die beiden Frauen in der Schwerelosigkeit des klaren Wassers verharrten. Vorsichtig hob die Ältere der beiden ihr Hand, legte sie sanft auf die Wange des Mädchens. Ein Zeichen, dass sie da war, dass sie das nicht allein durchstehen musste, dass sie loslassen konnte, wann immer sie wollte – oder sie doch um ihre Lebensgeister kämpfen, wieder zur Besinnung und Beherrschung kommen lassen sollte...mit all den Sorgen und dem Kummer, die sie an der Luft doch so schwer nach unten zogen wie es die Geldkassette und die Spieluhr hier im Pool taten.
Und wieder ging es um die Zeit, die hier unten so weit entfernt, so unwichtig, so sinnlos erschien. Auch sie selbst wusste erneut nicht, wie das hier ausgehen sollte. In den anderen Momenten, nun, jeder kannte sich die Aussage, dass der Hauch des Todes bereits in der Luft lag, er jedoch noch nicht „zugeschlagen" hatte, nicht? Sie war immer mit im Raum gewesen, mal was sie sich sicher gewesen, dass auch Sylvia sie wahrgenommen hatte, sie gesehen, oder jedenfalls ihre Anwesenheit gespürt hatte, und in anderen Momenten, da wusste sie ganz genau, dass sie sie noch nicht bemerkt hatte, zu schnell war sie dem Leben wieder näher gewesen als ihrer kühlen Umarmung.
Ihr Daumen strich sacht über ihre Wange...
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