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Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 21.07.2022 13:28

Ein leichtes, jedoch anstrengendes Lächeln fand den Weg auf ihre Lippen. "Danke.", sie meinte das Wort. Sie meinte es wirklich und sie hoffte inständig, dass er Recht behalten würde. Dass er nicht gehen würde. Dass er sie nicht verlassen würde, egal auf welche Art und Weise. Sie... glaubte nicht das auch noch ertragen zu können. Es wäre ein aufgeben, nicht wahr? Und sie wollte doch nicht aufgeben. Niemals. Das einzige was sich durch ihr ganzes Leben wie ein roter Faden gezogen hatte, war, dass sie immer gekämpft und sich niemals fürs einfache Aufgeben entschieden hatte. Und sie war nicht bereit dazu, damit jetzt anzunfangen. Noch nicht zumindest.
Meinst du wir sind soweit. Die Worte taten weh, aber das war okay. Etwas Schnaps, vielleicht auch etwas mehr und die Schmerzen wären weg. Sie schluckte schwer und versuchte erfolglos das Zittern ihrer Hände zu unterdrücken und ihre Gedanken zu sammeln. "Wir sind immer noch verheiratet, oder? Wir leben jetzt schon seit fast drei Monaten wieder zusammen ungefähr. Es..." Hilflos zuckte sie mit den Schultern. Vielleicht war es das anstrengende Wochenende in ihrem Heimatdorf gewesen - jedenfalls hatte sie in diesem Augenblick einfach keinerlei Kraft mehr. Sie hatte keinerlei Kraft mehr ihre Mauer oben zu halten oder... irgendwas. Sie war einfach nur noch kaputt. Und müde. Und brauchte dringend etwas zu trinken. "Ich vermisse dich neben mir." Mal ganz davon abgesehen dass das Gästezimmer ihr das Gefühl verlier, dass sie ihn immer noch verlieren konnte, dass sie... nur eine Handbreit entfernt davon war alles - James - endgültig zu verlieren. Dass er jeden Tag, jeden Moment die Geduld verlieren könnte und sagen würde: Raus hier.
Sie nickte. Langsam und erschöpft, aber dankbar. "Versprochen. Das werde ich nicht." Ihre Augen brannten. Sie musste dringend schlafen und wusste doch, dass sie es nicht können würde. Nicht so.
Die Bahn kam. Leicht drückte sie seine Hand und gemeinsam betraten sie das stickigere Innere um sich auf einem der harten Plätze niederzulassen. Jetzt würde es nicht mehr lange dauern und sie wären endlich wieder in ihren eigenen vier Wänden. Joanna schwieg, hielt ihre verschwitzte zitternde Hand in seiner und starrte vor sich hin.
Was würde sie nicht dafür geben, die Zeit zurückzudrehen...

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 31.07.2022 19:03.

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 13.07.2022 14:41

Für einen winzigen Moment lang war die Angst wieder da. Bäumte sich in ihr schwach gegen die aufgebaute Mauer auf, als wollte sie rebellieren. Doch dann erwiderte James den Kuss, ging darauf ein und die kurze innere Gefühlsregung verschwand wieder. Ihr Herz klopfte ihr in der Brust und in dem kurzen doch intensiven Kuss lag all ihre Verzweiflung. Sie wollte ihn nicht verlieren. Und sie brauchte ihn. Vielleicht wurde es and er Zeit, dass sie das endlich einmal nicht nur begriff, sondern auch annahm. Ihn annahm. Ein weitere Mal.
Und sie war entschlossen das zu tun. Fest entschlossen sogar.

Als sie gefühlte Ewigkeiten später das Krankenhaus wieder verlassen hatten, hängte Joanna diesen Gedanken noch immer nach. Diesen... und ihrer Lust auf einen Drink. Vieles kreiste in ihrem Kopf. Etwas zu trinken, die Schmerztabletten und ob diese sich vertragen würden - und vor allem James natürlich. Ihre Beziehung. Sie wollte es retten. Unbedingt. Sie wollte retten, was noch zu retten war. Dafür war sie doch her gekommen, nicht wahr? Und er war auch noch bei ihr. Warum, wieso, weshalb auch immer - er war noch bei ihr. Hatte sie sogar zum Grab ihrer Familie bereitet. Sie vor Damiens Attacke gerettet. Sie betrachtete ihn, wie er so dastand. Betrachtete dann seine liebevollen und besorgten blaugrauen Augen. Augen, welche sie so ilebte. Es wurde Zeit auf ihn zuzugehen. Es wurde Zeit den nächsten Schritt zu tun, oder?
Und so nahm sie seine Hand. Lauschte seinen Worten. Und... nickte. Kurz leckte sie sich über die Lippen. Fuck, ein Drink würde bei diesem Gespräch helfen. "James... ich liebe dich. Und ich will dich auf keinen Fall auch noch verlieren. Ich werde alles tun. Alles was ich kann. Versprochen." In der Ferne sah sie die Bahn kommen, ohne sie jedoch richtig zu sehen. Sie schluckte.
"Ich... würde es dir etwas ausmachen, wenn wir die Nacht wieder in einem Bett schlafen würden?"

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 03.07.2022 11:54

Im ersten Moment konnte sie nichts darauf erwidern. Sie starrte ihne infach nur an während die Bedeutung seiner gesprochenen Worte und gleichzeitig die doch immer noch vergrabene Liebe die darin mitschwang, über sie hinwegrollte. Sie wusste nicht, womit sie sie immer noch, nach all dieser Zeit, verdient hatte. Aber sie war dankbar dafür. Sie war sogar unendlich dankbar dafür. "Ich freue mich darüber. Ich freue mich sehr darüber.", sagte sie leise und schlug für diesen einen Moment alles in den Wind. Es war ihr egal. Es war ihr egal wo sie gerade waren, was alles geschehen war, was zwischen ihnen stand. Sie konnte es nicht mehr. Sie wollte es nicht mehr. Sie wollte ihren Mann zurück. Ihren Mann. James. Sie wollte ihn zurück, sie sehnte sich nach ihm, nach der Vertrautheit welche sie sich so lange geteilt hatten.
Und sie küsste ihn. Nicht auf die Wange, wie zuvor. Diesmal auf die Lippen. Es war ein unbeholfener und vorsichtiger Kuss - und doch voller Sehnsucht. Nicht zum ersten Mal wünschte sie sich, sie könnte alles ungeschehen machen. Sie wünschte es so sehr...

Ewigkeiten später hatten sie vom Doc die Diagnose und das Rezept für die entsprechenden Schmerztabletten genommen und verließen das Krankenhaus wieder. Joanna in langsamen Schritten, mit ztiternden Händen und stechenden Seiten wo sie - wie sie jetzt wusste - zwei Rippen gebrochen hatte. Jetzt musste sie sich entscheiden, oder? Schmerztabletten oder Alkohol? Schmerztabletten, Alkohol, James? Welche Reihenfolge? Sie hatte das Gefühl ihn zu verlieren und sie wollte ihn nciht verlieren. Das war das letzte was sie wollte. Sie wollte ihn nicht verlieren, ihn nicht aufgeben. Unter keinen Umständen. Aber das würde sie, wenn sie jetzt nach Hause gingen, richtig? Das würde sie wenn er dann weg und sie alleine war und trank, oder?
"Lass...", begann sie leise, ohne zu wissen, wie sie den Satz zu Ende bringen wollte. "Lass... uns nach Hause gehen. Ich bin echt durch." Und sie wollte nicht länger als nötig noch mit der Bahn in Vancouver rumfahren. Sie machten sich auf den Weg zur nächsten Haltestellte. Langsam und gemeinsam. Das Gespräch mit James im Krankenhaus ging ihr nicht aus dem Kopf. Die Verzweiflung war allumfassend. Sie hatten die Bahnstation erreicht. 3 Minuten. Sie lehnte sich vorsichtig an das Geländer und sah James an, streckte ihre gesunde Hand nahm ihm aus.
"James...?", begann sie dann. Es fiel ihr schwer es auszusprechen. Es fiel ihr schwer es anzunehmen. "Danke... dass du für mich da bist. Trotz all der Scheiße die ich gebaut habe. Trotz... einfach allem."

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 07.06.2022 17:15

"Es tut mir leid." Sie meinte es ernst. Ein Kloß bildete sich in ihrem Hals. Ihr schwer wirkender Kopf fiel zur Seite auf seine Schulter. Scheiße, sie war einfach so am Arsch... das Wochenende in ihrem Heimatdorf hatte sie physisch und psychisch ausgelaugt. "Du hast ja Recht. Ich will dir eben einfach nur... nicht im Weg sein." Und das war die Wahrheit. Ihre Probleme hatte sie schon immer mit sich selbst ausmachen und andere nicht mit hineinziehen wollen, einfach um die anderen nicht mit unnötigem Scheiß zu belasten, der ja eigentlich nur für sie bestimmt war. Andere sollte da nicht unter ihr leiden müssen. Eine der wenigen Sachen die noch gleich waren zu früher.
Die leisen Worte die er dann sprach, taten ihr gut. Sie taten ihrer geschlauchten Seele gut. Sie hievte sich wieder ein bisschen hoch und gab ihm vorsichtig einen Kuss auf die Wange. "Du bist mir auch wichtig, James.", flüsterte sie, ehe sie ihren Kopf wieder auf seiner Schulter bettete. Ja, er war ihr sehr wichtig. Unendlich wichtig sogar. Sie hoffte das wusste er. Sie hoffte es sehr...
Dann begannen die ganzen Untersuchungen. Joanna ließ alles über sich ergehen - wobei es gewisse Schwierigkeiten bei den Röntgen-Aufnahmen gab und sie zweimal wiederholt werden mussten, weil Joanns Hände dermaßen unkontrolliert zitterten. Der Drang nach einem Drink wurde von Minute zu Minute stärker, dringlicher. Wären sie hier endlich raus, würde sie es sich definitiv mit einer Flasche Sekt oder Gin gemütlich machen, so viel stand fest.
Schließlich - nach erneuter viel zu langer Wartezeit (den Kaffee von James hatte sie mit einem dankbaren schwachen Lächeln angenommen, auch wenn sie sich sehnlichst wünschte, es würde sich um Irish-Coffee handeln) - wurden sie wieder aufgerufen. Zeit zur Diagnose-Besprechung.
Joanna ließ sich auf dem Stuhl nieder (erneut verzerrte sie leicht das Gesicht) und wartete ab, was der Doc nun sagen würde. Schweigend nahm sie seine Erklärungen zu Kenntnis und suchte mit ihren Augen die beiden feinen Risse in den beiden Rippen, welche er ihr zeigte. Als er fertig war nickte sie. "Geht ja im Grossen und Ganzen noch. Danke." Ihre Gedanken, was die Schmerztabletten wohl in Kombination mit Alk so anstellen würden, behielt sie aber für sich. Im grössten Notfall würde sie sonst eben auf die Tabletten verzichten, aber erstmal könnte sie es ja ausprobieren. Vllt wären die Wechselwirkungen gar nicht so groß.
"Vielen Dank." Sie ließ sich das Rezept für die Schmerztabletten geben und gemeinsam mit James verließen sie nun das Krankenhaus. Jo schwitzte stark, ihr Herz raste, die Hände zitterten noch immer. Sie konnte es kaum erwarten endlich Daheim zu sein und etwas trinken zu können...

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.07.2022 11:41.

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 05.06.2022 10:05

Joanna legte den Kopf in den Nacken und unterdrückte die kurz aufwallende Wut in ihr gekonnt. Es war nicht James' Schuld. Er bemühte sich doch. Er bemühte sich so sehr. Ihre Hand zitterte. Es war nur der Alk. Es war nur der verdammte Alk. Ein Drink - ein einziger Drink nur - und es würde schon wieder etwas besser, etwas einfacher sein.
"Ich will dich nich loswerdn, James", sagte sie müde und blickte ihn dann von der Seite mit brennenden und übermüdeten Augen an. Sie hatte praktisch gar nicht im Zug geschlafen und wenn waren es nur unruhige Alpträume gewesen. "Ich will nur nich dass du wegn mir Ärger auf der Arbeit bekommst oder so. Ich weiss doch wie wichtig dein Job is.." Insbesondere seit sie im Knast gewesen war, oder? Ja... ja, sie wusste wie wichtig es war...
Sie schluckte schwer, gab ihm einen Kuss auf den Handrücken und wollte sich gerade aufrichten um sich am Automaten einen der Billig-Kaffee zu holen, als sie aufgerufen wurde.
"Na, dann wollen wir mal..", murmelte Jo, richtete sich auf wobei sie ihr Gesicht beim Stechen ihrer Seite kurz verzog und folgte James dann hinein in das geöffnete Arztzimmer.
Es wurden allerlei Untersuchungen vorgenommen. Reflex-Test, Röntgen von Armen, Beinen und natürlich Rippenregion (selbst der Kopf wurde geröntgt um sicher zu gehen, dass er nichts abbekommen hatte) und so weiter. Schließlich saßen sie wieder im Wartebereich. Jo hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Ihre Augen brannten mehr denn je, ihr Durst war schlimmer denn je, sie schwitzte, ihre Hände zitterten.
"Mrs. Officer", wurde aufgerufen und gemeinsam mit James betrat sie das Zimmer des Doctors, der wohl gleich verkünden würde, was jetzt bei den Untersuchungen entdeckt wurde...

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.06.2022 16:53.

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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Joanna am 04.06.2022 18:00

Joanna schwieg. Hier war doch kaum eine gottverdammte Menschenseele! wer sollte denn bitte dabei zuschauen können, wenn man sie in ein Auto verfrachtete? Und was machte es schon ob man dachte, sie würde grade entführt werdn. Gewissermaßen war es immerhin so. Aber sie schluckte all das herunter. Allein ihre Mundwinkel zuckten ein wenig bitter bei Stevens Formulierung: Dann kannst du wegen mir so viele Schlaftabletten nehmen, wie gesund ist. Es würde ihr immer ein Rätsel bleiben warum dieser Kerl so verfickt besessen auf ihre Gesundheit war. Sie war doch eh voll am Arsch, was interessierte sie da noch ihre Gesundheit? Ihre Schwester und ihre Eltern und zwei weitere Unschuldige waren tot. Sie besaßen gar keine Gesundheit mehr!
Im Haus angekommen fiel es Joanna schwer, Stevens Worten glauben zu schenken. So? Er hasste sie nicht. Vielleicht solltest du's lieber., lag ihr bereits auf der Zunge - doch sie schluckte es hinunter. Darauf würde nur wieder eine Diskussion über ihre Selbstwahrnehmung kommen und es gab nichts, worauf sie gerade weniger Bock hätte. Sie wollte verdammt nochmal nicht über ihre Gefühle sprechen!! Aber dies schien insbesondere für Steve ja eine Herausforderung zu sein.
"Dann sollte er vielleicht nicht ganz so aussehen als sei er gerade einem Men-im-Black-Film entsprungen. Nur so ne Idee.", meinte Joanna trocken auf Steves Erklärung zu ihrem Mistreiter, der nach wie vor im Anzug, mit schwarzer Sonnenbrille und verschräntken Armen hinter ihm stand. Wenn er weiterhin so rumlief, würde ihnen niemand glauben dass sie ein 'normaler' Haushalt waren. Andererseits würde das vermutlich eh kein Schwein glauben. Und ihr konnte es eigentlich auch echt egal sein.
Ihre Lippen zuckten nur kurz zu einem bitteren Lächeln. Sie war weder unschuldig, noch jung. Egal was er behauptete. Vielleicht hatte sie dem Wintersoldier nichts getan, schön. Aber die Schuld am Tod ihrer Familie würde immer an ihren Händen kleben. In ihrem ganzen Leben. Sie würde nie unschuldig sein. Das Blatt... das hatte sie glorreich verspielt.
Ein Gedankengang der mit unendlichem Durst und einer absoluten Depressions-Phase im Bett endete, wo sie schließlich in einen ihrer üblichen 1-ständigen Alpträume abdriftete, die sie jeden Tag und jede Nacht aufs neue heimsuchten.

Sie hörte Lisbeth lachen und seufzen. Kurz blickte sie zur Seite. Sie hatte die Last-Minute-Einkäufe - oder einen Teil davon - zwischen ihren Beinen verstaut. Das Geschwindigkeitsschild tauchte auf, doch Joanna drückte weiter aufs Gas. Das Tachometer zeigte weit höher an.
"Warum hast du mich umgebracht?", fragte Lis plötzlich und Joannas Herz setzte aus. Ihre Hände die das Lenkrad umklammerten waren schwitzig und zitterten. Sie starrte zur Seite und sah mit Entsetzen, dass sie sich veränderte. Ihr halber Schädel war eingedrückt, Nase, Wangenknochen und Kinn mutilpel gebrochen, Blut war am Hals herabgelaufen, über die Wangen, klebte ihr überall, verklebte ihre blonden Haare und als sie sprach konnte man die abgebrochenen zerschmetterten Zähne erkennen. "Warum hast du uns umgebracht??" Und jetzt tauchten auch die Gesichter ihrer Eltern hinter ihr auf, ebenso entstellt, ebenso grausam. Vor Entsetzen gelähmten Gliedmaßen schaffte Joanna es mühsam wieder nach vorne auf die Straße zu blicken, weg von den Leichen ihrer Familien. Und da war schon die Kreuzung. Die rote Ampel. Ihr Fuß schien auf dem Gaspedal zu kleben. "Warum...?", hallten die leichenhaften Stimmen ihrer Familie wieder als sie über die rote Ampel schoss und...
KNALL.

Mit einem leisen Schrei schreckte Joanna aus dem Schlaf. Ihr Herz raste, ihre Wangen waren tränenverschmiert, sie zitterte, die Decke hatte sich um ihre Beine geschlungen wie zerdrückte Metallteile eines Autos, die ihr Bein gefangen hielten. Es brauchte einige Augenblicke, bis ihre orientierungslosen Augen das Zimmer wahrnahmen, sie sich daran erinnerte, wo sie war. Und sie entdeckte Steve, der offenbar mit etwas zu essen in der Hand in der Tür stand. "Fuck...", flüsterte sie, wischte sich rasch die Tränenspuren vom Gesicht und richtete sich wieder etwas auf. Sie zitterte am ganzen Leib. Ihre Kehle brannte vor Durst. Warum hast du uns umgebracht?? Die Stimmen hallten in ihrem Kopf wieder. Scheiße, sie brauchte einen Drink, sie brauchte so dringend einen Drink...
"Was willst du?", brachte Joanna heraus, und sah zu Steve - ihre Stimme noch belegt vom Traum, ebenso zittrig wie ihre Hände vom Alkohol-Entzug. Scheiße sie hielt das nicht aus, sie hielt das nicht aus...

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Re: How to Fix a Family (2021) ~ Joanna, James & Tim

von Joanna am 20.05.2022 15:48

Joanna stand da und starrte den fremden jungen Mann vor sich an, ohne ein Wort hevorbringen zu können. Ihre eine Hand umklammerte noch immer die leere weinflasche, ihre blonden Haare waren leicht wirr vom Liegen auf dem Sofe. Sie hörte wie im Hintergrund die Dusche ausgeschaltet wurde. Richtig. James duschte nie lange.
Hallo Mom.
Das konnte er unmöglich gesagt haben. Aber doch war sich Joanna sicher dass sie sich nicht verhört hatte. Leicht schüttelte sie den Kopf. Ihr Sohn war tot und würde es auch immer bleiben. Gott fuck, ein Drink noch und das Denken würde ihr viel leichter fallen! aber jetzt hatte sie es, es war kein Grund zur Beunruhigung.
"Hey...", begrüßte sie ihn also mit sanfter, leicht rauer Stimme, als James auch schon hinter sie trat. Kurz blickte sie sich zu ihrem Mann um und lächelte ihn leicht an. Unauffällig versuchte sie dabei die leere Weinflasche hinter ihrem körper dabei für ihn versteckt zu halten. "Ich weiß es nicht. Ich glaub er hat falsch geklingelt, er sucht seine Mum.", sie wandte sich wieder dem fremden Jungen zu und setzte neu an: "Wer ist denn deine Mutter? Vielleicht können wir dich zur richtigen Tür führen." Und es wäre die perfekte Ausrede für sie um raus und zu einer Bar uz kommen. Nicht dass sie dafür eine Ausrede gebraucht hätte. in der Regel... tat sie es einfach.

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Re: How to Fix a Family (2021) ~ Joanna, James & Tim

von Joanna am 11.05.2022 14:30

Joanna lag auf dem Sofa, die Kopfhörer auf den ohren. Sie hatte eben noch brav die Fische gefüttert, so wie es sich gehörte, hatte eine Flasche Wein vor sich und schrieb gerade schnell mit Maria und ihren Kollegne, ob sie den Abend nicht noch in einer Bar verbringen wollten. Ansonsten würde Joanna alleine losziehen. So wie sie es meistens in den Nächten tat.
Tatsächlich war es mit ihrer Trinkerei nicht im Mindesten besser geworden. Eher im Gegenteil. Ihre wunden die sie sich am Grab ihrer familie an deren Todestag zugezogen hatte, waren alle wieder verheilt und ja - sie nahm auch noch die reglemäßigen Termine mit Leyna war. Doch Jo trank trotzdem. Sie konnte nicht anders. Es war ihr Rettungsring, und niemand - weder James, noch ihre Therapeutin - schienen das verstehen zu können. Warum nicht? Fuck! Was war so schlimm daran, wenn man nicht im mindesten schlafen konnte, dann eben die Nächte draußen zu verbringen und sich ein wenig Ablenkung zu organisieren??
Meistens kam Jo erst nach Mitternacht Zuhause, schaffte es in der Regel noch irgendwie in das Gästezimmer und schlief dann da. Die Tage unter der Woche, welche sie nicht aus ging, schlief sie mittlerweile wieder zusammen mit James in einem Bett. Sie waren ein Ehepaar, sie versuchten wenigstens alles um es wieder zu sein und Joanna liebte ihren Mann. Zumindest das wusste sie ganz sicher. sie liebte ihn und sie wollte nich tohne ihn sein. Aber sie wollte ihn auch nicht aufregegen oder ihm noch mehr Sorgen machen als ohnehin schon wenn sie mitten in der Nacht volltrunken heimkam. Das hatte er ganz einfach nicht verdient. Außerdem... was ging es ihn oder irgendwen an? So schlimm war der Alk nicht. Sie kam zurecht. Sie hatte ihren Job den sie meisterte, auch wenn sie nebenbei mal hin und wieder einen Weißwein trank. Sie ging einkaufen, kochte hin und wieder, sie kümmerte sich um die Fische die sie seit etwa zwei Monaten jetzt hatten. Fuck sie bekam doch alles hin! Die sollten alle aufhören, so ein Aufhebens drum zu machen...
Sie hörte wie die Dusche anging, als James darunter stieg, trank die Weinflasche in wenigen großen Schlucken leer und sah enttäsucht dass ihre Kollegin abgesagt hatte. Also vermutlich...
In diesem Moment klingelte es.
Joanna runzelte die Stirn und stand auf. Den kurzen Schwindel baim Aufstehen war sie schon dermaßen gewohnt, dass sie ihn nicht mal mehr beachtete. Die leere Weinflasche in der Hand (welche sie eigentlich in den Müll hatte bringen wollen) ging sie zu ihrer Apartmenttür und nahm die Sprechmuschel. "Ja?"
Eine fremde Stimme antwortete ihr. Der Alk ließ sie die Schultern zucken und sie betätigte den Summer. Joanna trug an diesem Abend ein lockeres weiteres T-Shirt was sicher 2 Nummern zu groß war und eine Gitarre abgebildet hatte, dazu eine eng anligende schwarze Jeans, weil sie beabsichtigte gleich noch auszugehn. Sie lehnte sich gegen den Türrahmen und lauschte den Schritten die hinaufkamen. Wer da wohl kam?

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How to Fix a Family (2021) ~ Joanna, James & Tim [ZWANGSCUT]

von Joanna am 11.05.2022 14:20

How_to_Fix_a_Family_-_Schrift.png


How_to_Fix_a_Family__James.gif   How_to_Fix_a_Family__Tim.gif   How_to_Fix_a_Family__Joanna.gif


Am 26.4.2004 ereignete sich das traurige Schicksal, dass das Ehepaar Joanna & James Officer durch Komplikationen bei der Geburt ihren Sohn Theo Tyran verloren. Nun, 18 Jahre und viele weitere Katastrophen und Komplikationen und Veränderungen später, steht plötzlich am Nikolaustag ein junger Mann vor der tür, welcher behauptet, ihr Sohn zu sein...

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 01.10.2022 09:44.

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 10.05.2022 19:13

Die Hand auf seinem Knie tat gut. Der leichte Druck. Der ihr einfach zeigte... einfach zeigte, dass er da war. Trotz allem, was geschen war, trotz den Streitigkeiten danach, trotz all der Jahre... dass er jetzt einfach wieder da war. Für sie da. Bei ihr. Das tat gut. Auch wenn sie nicht das Gefühl hatte, es verdient zu haben.
Sie aßen und tranken schweigend. Für die wenigen Mittel die ihm zur Verfügung gestanden hatten, hatte sich James wirklich selbst übertroffen. Sie verbrachten den restlichen Abend - nach dem Abräumen - damit, gemeinsam eine Zugverbindung rauszusuchen, welche sie ganz früh am nächsten Morgen wieder in Richtung Vancouver bringen würde. Sie hatten Pech mit der Verbindung und fuhren einen ganzen Tag. Um 8 Uhr kamen sie am Montag endlich in Vancouver wieder an und da Joannas Verletzungen nicht im mindesten besser geworden waren - und James darauf bestand - brachten sie ihr Gepäck nur kurz nach Hause und fuhren direkt weiter ins nächste Krankenhaus.
Die Wartezeit zog sich ewig, während sie auf den Plastikstühlen saßen und vor sich hinstierten. "Hey... wenn du zur Arbeit musst is das okay.", sagte Joanna schließlich. Das erste Wort, welches sie seit Stunden gesprochen hatte. Sie war so gut wie nüchtern, ihre Hände zittrig, ihre Gedanken nur bei ihrer toten Familie, bei Damien, bei Valemount, dem Unfall. Und natürlich Alkohol. Vielleicht konnte sie später Marya anrufen und sie für einen gemiensamen Abend in der Bar begeistern...
"Ich komm schon alleine zurecht, ich will dich nich aufhaltn."

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 05.06.2022 09:58.
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