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Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 24.07.2021 21:53

Es war ein Horror der Ewigkeit, bis der Summer endlich erklang und sie nach oben gelassen wurde. Sie kam rein, ging die Treppe nach oben und sah ihn bereits in der offenen Wohnungstür stehen. So, wie sie ihn in Erinnerung hatte. Langsam ging sie auf ihn zu. Ihr Herz schlug schnell, ihre Hände waren leicht schiwtzig. Fuck, bitte... betete sie in Gedanken. Doch noch bevor sie die Lippen öffnen konnte, begann er auch schon. Verzweiflung erfasste sie. Einen Moment lang glaubte sie, jetzt wars das endgültig. Ihr Herz hatte seinen Platz von der Brust in ihren Hals verlagert. Sie rollte ihre Lippen, biss sich kurz von innen auf beide gleichzeitig. Sie konnte nicht lügen. Scheiße, sie konnte das hier nicht mit einer Lüge beginnen.
"Ich hab getrunken, ja. Aber ich schwöre dir, ich bin nicht betrunken!" Sie trat noch einen Schritt auf ihn zu. Sie schluckte, atmete nochmal tief durch. Sie erinnerte sich an ihr Gespräch im Café. Bitte bitte bitte...
"Du... hast mir im Café etwas in Erinnerung gerufen, was wir uns geschworen haben und an was wir geglaubt haben. Dass wir uns lieben und ehren, in guten wie in schlechten Zeiten." Sie sah ihn an. Fuck, sie liebte ihn noch. Trotz der ganzen so langen Jahre Funkstille. Trotz all dem Scheiß den sie fabriziert hatte. Ihn hatte nie Schuld getroffen, nur sie. "Du bist einer der wenigen Menschen noch, die mich aus welchem Grund auch immer nicht hassen. Ich will dich nicht verliern. Ich..." Sie schluckte wieder, lehnte ihre Faust an die Flurwand neben dem Türrahmen. Atmen, erinnerte sie sich und sog die Luft ein. "Ich kann diese Mauer nicht einfach loswerden. Mir..." Sie stockte einen kurzen Moment. Es war das allererste Mal seit über fünf Jahren, dass sie diese Worte aussprach, das erste Mal, dass sie es jemandem sagte. Wie es wirklich war. "Mir geht es nicht gut, James. Mir geht es beschissen. Es...würde scheiße anstrengend mit mir werden, ich weiß. Aber ich würd versuchen mich zu bessern. Ich will versuchen mich zu bessern. Aber allein schaff ich das nicht." Sie sah ihm in die Augen. Sie hatte die ganze Zeit ruhig gesprochen. Aber fuck, sie meinte jedes Wort genauso. Sie hatte gesagt, was sie sagen wollte, was seit gestern kreuz und quer in ihr herumgeisterte und jetz war da nur noch die brennende Angst in ihr. Die Angst, dass das, was sie getan hatte, nicht mehr rückgängig zu machen war.
Dass es wirklich vorbei war.

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 24.07.2021 22:18.

Joanna

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 24.07.2021 20:44

Es war knapp eine Woche später. Es war Dienstag.
Joanna lag in ihrem Bett, bereits seit fünf Uhr wach, nachdem sie die Nacht mal wieder viel zu kurz und absolut beschissen geschlafen hatte. Hinter ihren Schläfen pochte es unangenehm, aber es ging noch. Wenn sie aufstand würde es schlimmer werden, das wusste sie. Aber sie war noch immer nicht aufgestanden. Es war mittlerweile acht Uhr. Drei Stunden in denen sie effektiv im Bett gelegen und an die Decke gestarrt hatte. Vielleicht mal jede halbe Stunde einen Blick auf ihr Handy werfen, ob sie irgendwo ne Nachricht bekommen hatte, aber natürlich schliefen um die Zeit alle noch. Sie fühlte sich leer. Sie fühlte sich tot. Sie fühlte sich absolut ausgelaugt. Sie hatte keinen Bock auf Nichts. Konnte nicht aufstehen.
Schließlich, nachdem eine weitere halbe Stunde im Schneckentempo verstricken war, ohne dass sie sich wirklich bewegt hatte, seufzte sie. Sie musste arbeiten. Es ging nicht anders. Mühsam streckte sie erst das eine Bein aus dem Bett. Dann das andere. Und hievte sich in eine sitzende Position. In ihrem Schädel hämmerte es dumpf. Sie schluckte, atmete tief durch, dann erhob sie sich nach ein oder zwei Minuten in die Senkrechte. Absolut mechanisch zog sie sich um und ging dann die Treppe hinunter in die Küche. Sie war mal wieder erst gegen zwei oder drei Uhr von der Couch in ihr Zimmer gewandert. Sie schlief meistens auf der Couch ein. Im besoffnen Zustand die Treppe hoch war einfach... naja. Sie machte die Kaffeemaschine an und legte sich eine Tablette raus, die sie sogleich mit einem Glas stillen Wasser hinunterspülte. Während der Kaffee lief ging sie wie immer nach draußen, um die Post zu holen. Es waren mehr Briefe als sonst. Ihre Laune sank - wenn das möglich war - noch weiter. Ohne sich groß umzublicken betrat sie wieder ihre vier sicheren Wände und setzte sich an den Küchentisch. Der erste anonyme Brief war: Wenn du nicht endlich aus diesem Dorf verschwindest, dann werde ich schon dafür sorgen!! Du solltest drauf achten, was du tust... Der zweite: Officer. Ich habe noch nie jemanden gekannt deren Name so schlecht passt. Du bist ne Schande für deinen Kerl, für deine Familie und für das ganze verdammte Dorf!! Und der dritte...
Joanna erstarrte. Es war ein offizieller Brief. James Name verschwamm vor ihren Augen, als diese sich urplötzlich und ungewollt mit Tränen füllten. "Scheiße...", flüsterte sie. Der Kaffee war durchgelaufen und noch immer starrte sie mit zitternden Händen einfach nur auf seinen Namen. Bis sie den Mut fand, ihn umzudrehen, und ihn zu öffnen. Sie brauchte mehrere Versuche. Jeder Herzschlag schmerzte. Sie wollte nicht, sie wollte... Es war doch klar gewesen, Joanna 'Officer'. Tu nicht so als würde es dich wundern. Sie konnte sich nicht erinnern den Brief wirklich geöffnet zu haben oder gelesen zu haben, aber da lag er in ihren Händen. Und dort unten war seine Unterschrift. Sie kannte sie. Hatte so ofrt gesehen wie er sie unter Papiere setzte, unter Glückwunschskarten oder Weihnachtskarten, auf Rechnungen und auch mal mit Kulie auf ihre Haut.
Sie wusste nicht, wie lange sie so da saß. Plötzlich stand sie an der Theke, anstelle vom Irish Kaffee mit der Whiskeyflasche in der Hand, aus der sie etliche Schlucke trank. Sie trank sonst nie so früh. Zumindest nicht so stark. Sie blickte wieder auf die Scheidungspapiere. Das nächste woran sie sich erinnerte, war, dass sie auf dem Boden im Wohnzimmer hockte. Nur düster erinnerte sie sich, wie sie hierhin gekommen war. In Trance durch die Wohnung gelaufen war, auf der Suche nach irgendetwas, einfach irgendetwas. Und hier hatte sie es. Es war ein Fotoalbum von James und ihr. Gemeinsame Erinnerungen. Sie hatte es mal mit hierhergenommen um es mit ihrer Schwester durchzusehen und James natürlich. Bei einem Besuch. Sie hatte es bei der Abreise hier vergessen und es war noch immer da. Sie betrachtete ihn, lachend, wie er sich kaum verändert hatte. Und sich selbst, wie sie in die Kamera strahle, glücklich war, jubelte. Ihr Hochzeitsbild. Joanna legte den Kopf in den Nacken, griff nach dem Whiskey.. nein, Tequila? und trank ein um den anderen Schluck. Es tat weh. Es tat so fucking weh. Es tat... scheiße. Hatte sie ihren Kollegen überhaupt Bescheid gegeben, dass sie heute nicht arbeitete? Sie wusste es nicht mehr.
Es war 16 Uhr, als Joanna dort, an dieser Stelle auf dem Wohnzimmerboden im absoluten Vollrausch einschlief.

Um 19 Uhr wachte sie wieder auf. Sie war noch immer betrunken. Ziemlich. Aber griff nicht nochmal nach der Flasche, die ohnehin halb ausgelaufen war, sondern stattdessen wieder nach dem Fotoalbum. Ohne die Bilder richtig zu sehen glitten ihre Finger über ihre Gesichter, über die Seiten. Sie nahm es in die Hand, kam schwankend und ziemlich unsicher auf die Beine und manövrierte sich auf die Treppe zu. Mühsam kam sie in ihr Zimmer und in ihr Bett, gemeinsam mit dem Fotoalbum - und legte sich früh, so viel früher als sonst, schlafen.

Die Nacht war wie immer absolut beschissen. Doch am nächsten Morgen stand ihr Entschluss fest. Sie erinnerte sich kaum an den vorherigen Tag. Nur an den Brief. An das betrinken. Das Fotoalbum. Sie schrieb in ihre Gruppe mit ihren Kollegen (sie hatte ihnen tatsächlich Bescheid gesagt - allerdings anscheind bereits gut angetrunken, wie ihre Rechtschreibung vermuten ließ) und sagte, dass sie heute erneut nicht würde arbeiten können. Sie zog sich an, buchte den nächsten Flug und Zug. Sie packte sich eine Hantasche mit dem Fotoalbum, den Briefen ihrer Nachbarn die sie gesammelt hatte und ein paar Flaschen, sowie ihren wichtigsten Wertsachen. Dann verließ sie ihr Haus ohne zurückzublicken.
Sie stieg in den Zug und fuhr die über fünf Stunden nach Prince George. Sie wartete ene halbe Stunde an ihrem Gate, stieg in den Flieger und flog zum Flughafen in Vancouver. Sie stieg in die Bahn und fuhr auf kürzestem Wege los. Sie hatte den gesamten Vorrat an Alk in ihrer Tasche bereits ausgetrunken, war leicht angetrunken, aber noch immer Herr über ihre Sinne. Und dann war sie da.
Mehrere Minuten lang stand sie einfach nur da und starrte auf das Klingelschild. 'OFFICER'. Sie schluckte. Dann streckte sie einen Finger aus und klingelte. Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit. Was, wenn er gar nicht da war? Was dann?
Und dann meldete sich seine Stimme. Sie schloss die Augen. Als sie sprach, war ihre Stimme schon wieder tonlos und sie hasste sich dafür. "James? Ich bins, Joanna. Lässt... lässt du mich bitte rein?" Noch immer mit geschlossenen Augen betete sie einfach nur.
Sie betete einfach nur.

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Re: James & Joanna ~ And Then I Saw You... (2000)

von Joanna am 24.07.2021 19:56

"Oooh ja...", stimmte Joanna zu udn setzte ein gefährliches Grinsen auf. "Ich kenn ja eure Schwachstelle." Sie zwinkerte und alchte dann leicht. Das war das schöne und einfache an Männern. Wenn sie wohinpackten, wo mans ie ganz sicher nicht haben wollte, gab es nur einen Bereich den man treffen musste, um sie loszuwerden: und das war - selbstverständlich - zwischen die Beine. Einfach, aber ausgesprochen effektiv. Und ja, sie sprach aus Erfahrung.

Mittlerweile war es eine ganze Weile später. Gemeinsam saßen sie in stiller wunderschöner Eintracht am Badesee. Aber Joanna hatte den Plan schwimmen zu gehen nicht vergessen und auch wenn sie sich grade eher ein wenig zwingen musste, sich in dieser Behaglichkeit zu bewegne, so war sie doch entschlossen, gegen die aufkommende Müdigkeit anzukämpfen und ihren grandiosen Plan noch in die Tat umzusetzen.
Sie bemerkte James Blick durchaus, während sie sich auszog, was ihr ein leichtes Grinsen entlockte. Und zugegeben... sie betrachtete ihn auch, wie er sich von Shirt und Hose befreite. Er hatte schon einen verdammt geilen und muskulösen Körper. Und natürlich. "Deine Tattoos sind echt so geeeehe-" In diesem Moment hatte er sie schon hochgehoben und das Ende ihres Satzes ging in einen überraschten Schrei und Lachen über. "JAMES!!", schrie sie, schlug ihm gegen den Rücken, doch einen Augenblick später spürte sie schon kurzen freien Fall und hatte absolut keine Zeit mehr, sich auf den kommenden Kälteschock vorzubereiten, als sie in das eiskalte Wasser eintauchte. Einen Moment lang schwebten sie, ihre gesamte Haut war jählings von Gänsehaut überzogen, ehe ihre Füße auch schon den schlammigen kalten Boden striffen und sie sich nach oben abdrückte. Sie keuchte. Ihr eblonden Haare klebten ihr nun bedeutend dunkler ins Gesicht. Achtlos und zitternd strich sie sie beiseite. "JAMES!!", rief sie erneut, wartete so gut es ging zu ihm, ehe sie dann fast schon einen Hechtsprung verführte, ihn an den Schultern packte und gemeinsam mit sich mit einem lauten Platzer auf dem seichten Grund ins Wasser fallen ließ.
Rache war süß!

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 24.07.2021 19:29

Er hatte nichts mehr gesagt. Dort war nur eine gähnende Leere. Als die Tür des Cafés hinter ihr zugegangen war, wusste sie bereits, dass sie jetzt endgültig verkackt hatte. Das hatte sie ja wieder einmal großartig hinbekommen...
Es brauchte nicht lange, bis sie die Weinflasche leer hatte und einfach in den nächsten Mülleimer warf. Sie orientierte sich (erschreckend wie gut das selbst nach all der Zeit noch funktionierte - hier in der Stadt, die eigentlich zu ihrer Heimat geworden war) und machte sich zu Fuß auf den Weg zum Flughafen. Taxi kam gar nicht erst in Frage und sie hatte nicht die Ruhe, sich einfach nur in eine Bahn zu setzen. Das... fuck nein. Das konnte sie nicht. Nebenbei holte sie sich an verschiedenen Kiosks jedes Mal nochmal eine Kleinigkeit, doch im großen und ganzen brachte es nicht viel. Sie kam am Flughafen an, setzte sich dorthin und trank einen Sekt nach dem anderen, der sich dann endlich mal begann ein wenig bemerkbar zu machen, bis ihr Flug angekündigt würde. Sie ging zum Gate, setzte sich in den Flieger nach Prince George und es ging los. Fast drei Stunden ging der Flug. Sie landeten in der Abenddämmerung. Es musste nach zehn Uhr sein. Vielleicht elf. Jo war müde, genervt und hasste sich selbst. Im Flieger hatte sie natürlich auch noch was getrunken - alles viel zu überteuert, aber scheiße, konnte sie nichts machen.
Sie fuhr mit dem Zug, trank dort noch etwas und schlief - wobei sie alle halbe Stunde aufschreckte. Nicht wegen der Fahrt, sondern wegen der Alpträume. Sie schlief einfach nur beschissn. Jede einzelne Nacht. Da sie hier im Zug war und nicht Zuhause, trank sie jedes Mal etwas, wenn sie wieder aufwachte, drehte sich schließlich auf die andere seite und machte die Augen wieder zu. Es war ungemütlich.
Sie kam um 4 Uhr nachts Zuhause an. Ohne zu zögern setzte sie sich aufs Sofa und schnappte sich eine Whiskeyflasche. Normalerweise ging sie nach so einem Tag in Vancouver um ihre Bewährungshelferin zu sehen auf direktem Weg ins Bett. Aber scheiße... heute ging das nicht. Das Gespräch mit James lief in ihrem Hirn auf und ab und auf und ab. Also trank sie den Whiskey. Schluck für Schluck für Schluck. Es war ihr alles scheißegal. Und endlich wurde sie richtig drunk, die Welt drehte sich ihr war heiß und irgendwann kippte sie mit der fast leeren Flasche in der Hand auf der Couch einfach zur Seite...
...und schlief.
Sie begann ihre Arbeit an diesem Tag erst am Nachmittag. Bemüht, nicht an James zu denken.
Und an die Frage, wann die Scheidungspapiere wohl kommen würden...

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Re: James & Joanna ~ And Then I Saw You... (2000)

von Joanna am 24.07.2021 10:16

"Ach, wirklich?", grinste Joanna frech und hob dann eine Augenbraue. "Also, um DAS Problem würdest du dich soch sicher kümmern können, oder nicht?" Schalk sprach aus ihrer Stimme - hatte sie da etwa wirklich so etwas wie Eifersucht aus seiner Stimme herausgehört? Oder wenigstens einen Hauch möglicher Eifersucht? sie hatten sich grade mal zum dritten Mal getroffen heute, aber dennoch war es irgendwie echt süß. Sie in der Truppe der Polizistenjungs stellte sie sich echt gut vor.
Ein Szenario, mit dem ihre Familie wohl in hundert Jahren nicht rechnen würde - zumindest nicht auf diese Art und Weise.
Gemeinasm hockten sie einfach eine ganze Weile am See, gemeinsam mit ihrem Dosenbier. Ihr Kopf an ihn gelegt, sein Arm um ihren Rücken. Es fühlte sich schön an, und brachte sie unwillkürlich zum Lächeln. Das hier war einfach rundum ein perfekter Tag. Eine angenehme Gänsehaut entstand auf ihrem Arm, als er begann sie zu streicheln - eine Tatsache (gemeinsam mit dieser ganzen Situation an sich) die ihr Herz höher schlagen ließ. Es war wirklich, wirklich schön.
Aber gegen die Müdigkeit musste sie irgendwas tun. Nicht dass sie nachher tatsächlich noch in seinen Armen einschlief. Sie trank ihr Bier aus, richtete sich dann auf und rutschte kurz von ihm weg, ehe sie ihr Shirt ergriff und es sich kurzerhand über den Kopf zog. Kurz darauf zog sie ihre Hose aus. "Also?", fragte sie und blickte ihn mit einem leichten Grinsen an. Der Mondschein strahlte auf der spiegelglatten Oberfläche des Sees. Es würde arschkalt sein - aber das war nicht schlimm. Das würde sie definitiv wieder wach machen! "Gehen wir jetzt schwimmen oder was?"

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 24.07.2021 10:02

Die Schuld füllte sie Tag und Nacht von inen aus. Sie konnte nichts dagegen tun - was auch? Es stimmte. Sie war schuldig. Sie allein trug die Schuld an diesem Unfall, die allein trug die Schuld an dem Tod dieser Menschen, sie allein war für schuldig befunden worden, ind en Knast gegangen und das zurecht. Ihre Familie und die anderen beiden waren tot, nur ihretwegen. Wie sollte sie da nicht diese Schuld verspüren,w ie nicht in ihr ertrinken? Es fühlte sich falsch an, glücklich zu sein, wenn sie so viele andere um ihr Glück gebracht hatte. Das... war nicht richtig. Nein, das war ganz und gar nicht richtig.
Ihr Blick glitt hinunter zu ihrer Hand als James diese in seine nahm. Es war ein... ein krass ungewohntes und viel zu schönes Gefühl. Ein verbotenes Gefühl. Wäre die Mauer in ihrem Inneren nicht so stark, hätte sie geweint. Ganz sicher.
Bei seinen Worten nickte sie nur schwach. Versuchte tief ein udn azusatmen, was jedoch von einem Zittern durchsetzt war. "Ich weiß. Ich versuchs...", sagte sie dann ganz leise. Sie versuchte es. Jeden Tag. Der einzige wirkliche Grund, weshalb sie sich wohl nicht zu ihrer Familie gesellt hatte war der, dass sie nicht der Typ war um Aufzugeben. Sie machte ja weiter. Irgendwie..
Und bald darauf waren sie schon wieder laut geworden. Er verstand sie doch nicht. Nicht wirklich wenigstens - und sie versuchte auf seine Nachfrage es ihm zu erklären. Warum sie so war, wie sie jetzt nun einmal war. Wie und woher das gekommen war - was ihn jedoch nicht zu beruhigen schien, nein, was er noch nicht einmal zu verstehen schien. Und als sie seinen anklagenden Blick sah, die Verhärtung in ihrer Stimme, spürte sie nahezu, wie die Mauer in ihr seine Risse wieder schloss, sich aufzog.
Stoisch blickte sie ihn an. "Im Knast gelten andere Regeln.", erklärte sie, ohne den Blick von ihm zu nehmen. Ohne eine Miene zu verziehen. "Es hat mir gute Dienste geleistet. Andernfalls wäre ich vielleicht schon tot." Häftlinge hielten nicht zusammen, nur weil sie Häftlinge waren. Im Knast war jeder gegen jeden. Es gab keine Freunde. Höchstens kurzzeitige Verbündete. Prügeleien - und zwar heftige - standen an der Tagesordnung. Zeig Schwäche und du wirst das nächste Opfer. Je schwächer, desto heftiger. Ihre Mauer und Kälte und Emotionslosigkeit hatte sie davor bewahrt, zum Opfer zu werden. Und es hatte sie selbst davor bewahrt, noch mehr verletzt zu werden. Alles was ihr wehtat, prallte entweder ab oder wurde sofort in irgendeine Kiste irgendwo in eine tiefe Dunkelheit in ihr verstaut, wo sie nicht mehr draufzugreifen konnte, der Schmerz auf ein erträgliches Maß abgestumpft war. Irgendwie.
Genau an diese Ort kam auch das grade. Bullshit, Jo. Bullshit. Er hatte keine Ahnung wovon er sprach. Er hatte keine Ahnung, wie es war. Er brachte die Typen nur dort rein, er war nie selbst darin gewesen. Aber das war kein lustiges Kaffeekränzchen, wo einer den anderen tröstete wenn er down war. Fuck nein. Definitiv nicht.
Er schrie sie nahezu an, Emotionen zu zeigen. Ein fast inständiges Flehen. Doch die Mauer stand. Sie sah ihn nur an. "Ich kann das nicht einfach an oder abstellen." Es war zu ihrem Selbst geworden. Das in ihrem inneren war eine feststehend eund verankernde Ziegelmauer. Man konnte sie nicht nach belieben wie ein Staltor ein oder ausfahren. Sie stand.
Und die nächsten Anschuldigungen prasseln auf sie ein, prallten an ihr ab, wurden in die Kiste der Dunkelheit verstaut. "Das ist es also? Du hältst mich für egoistisch?" Vielleicht war sie das sogar. Sie konnte es echt nicht beurteilen. "Ich bin zu jedem so, James. Das bin ich jetzt nunmal. Und ich meinte, dass ich versuche irgendwie wieder Kontakt zu lernen. Ich schreib mittlerweile über soziale Medien hier und da mit irgendwem, versuch sowas wie Kontakte knüpfen und andren zuhörn und helfn wenn möglich und sowas." Sie zuckte leicht mit den Schultern. Sie war nicht gut darin.
Sie brauchte was zu trinken. Und dann kam die alles entscheidende Frage. Es brauchte nicht viel... und es war schon alles gesagt. Es schmerzte. Fuck es schmerzte viel zu sehr. Aber sie verpackte es in sich. Auch hinein in die Kiste. Alles hinein in die Kiste. "Es tut mir leid.", wiederholte sie. Sie meinte es so. Sie hatte ihm nie so wehtun wollen. Konnte sie auf ihre Liste der Schuld schreiben.
Sie nickte den Kellner erneut heran. "Der Wein", sagte sie. "Und ich bezahl die ganze Flasche. Kann ich die mitnehmen?"
"Selbstverständlich", nickte der Kellner mit einem kleinen Lächeln, nannte ihr den Preis und sie bezahlte ihn. Joanna nahm die Flasche in die Hand, stand auf und trat einen Schritt vor. Kurz ließ sie ihre Hand auf James Schulter verweilen. "Machs gut. Es war schön dich zu sehn. Du bist ein guter Mensch."
Und damit verließ sie das Café und alles was sie noch wollte, war, sich in ihren eigenen vier Wänden zu verbarrikadieren und abzuschießen. Sie setzte die Flasche an ihre Lippen.

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 23.07.2021 18:05

Es hatte sie noch nie jemand gefragt. Diese Frage. Tatsächlich nicht. Selbst nicht ihre Kollegen. Niemand hatte sie bisher gefragt, ob sie wollte, dass es ihr besser ging. Man hatte sie gefragt, ob sie sich nicht Hilfe suchen wollte, ja. Ihre Antwort war immer dieselbe gewesen: 'Ich brauche keine Hilfe'. Aber ob sie nicht wollte, dass es ihr besser ging... das noch nicht. Und die Antwort... die wahre Antwort... erschreckte sie selber. Sie zögerte. Haderte mit sich selbst, ob sie es wirklich sagen sollte. Aber... fuck. Er hatte die Antwort verdient. Wenn jemand die Wahrheit verdient hatte, dann doch wohl er, oder? Ihre Stimme war ganz leise, als sie sprach. "Und wenn ich das nicht verdient habe?"
Sie hatte nicht das Gefühl, es zu verdienen, glücklich zu sein. Oder Spaß zu haben. Nicht wenn ihre wundervolle Schwester, die bald hatte heiraten wollen, das Leben genommen hatte. Ihr Leben so frühzeitig und so brutal beendet hatte. Das war nicht richtig. Es fühlte sich nicht richtig an... der Gedanke. Und wie sollte das überhaupt gehen?
Ein ganz, ganz seichtes verbittertes Lächeln fand den Weg auf ihre Lippen. Er glaubte ihr nicht. Er verstand es nicht. Er verstand es nicht, wie es sich anfühlte, wie sie sich fühlte. Sie hätte es wissen müssen. Es war einmal mehr der Beweis, warum ihre Mauer wichtig war. Sie... wollte das nicht. Konnte das nicht. Sie war innerlich schon genug zerstört.
"Es ist ein Schutz.", sagte sie erneut mit der Emotionslosigkeit und sah ihn an. "Knast ist... hart. Da kommt man am Besten durch wenn du nichts aus dir rauslässt, was andere als Schwäche deuten könnten - und wenn du auch den Scheiß von den anderen nicht an dich ranlässt." Sie zuckte leicht mit den Schultern. So sah es aus. "Ich versuch mich ja zu verbessern... aber is halt nicht so leicht." Zumindest bei letzterem. Sie wollte für andere da sein. Ihnen helfen wenn möglich und was nicht alles. Aber... sie hatte den Kontakt zu Menschen echt verlernt. Was erschreckend war und sie bemühte sich ja irgendwie besser zu werden aber... naja.
Zumal ihr Kontakt zu anderen Menschen mittlerweile hauptsächlich aufs Internet beschräntke. Bei den Dorfbewohnern... wollte sie gar nicht erst anfangen.
Scheiße. Sie brauchte echt etwas zu trinken. Mehr als nur diesen beschissnen Wein. Sie hatte die rechnung bestellt, aber... dann kam James Frage. Ihre Gegenfrage. Der Kellner gesellte sich zu ihr doch Jo ignorierte ihn - der Kellner bemerkte die Stimmung und verzog sich wieder. Joannas Hand griff nach der Weinflasche auf dem Tisch und umklammerte sie, fuhr mit dem Daumen immer wieder über das Etikett. Ihr Herz schlug schnell. Seine Antwort war... schwierig. Der erste Impuls war, direkt aus der Flasche zu trinken-  aber so drunk war sie noch nicht, also schüttete sie sich etwas ins Weinglas und exte es sogleich. Dann erst sah sie James wieder an. "Es gab eine Zeit, da hätte ich dir gesagt, dass es immer Hoffnung gibt.", sagte sie tonlos. Dann schüttelte sie den Kopf und zuckte mit den Schultern. "Aber die Wahrheit ist, dass ichs nicht weiß. Ich kann dir nicht sagen, was kommen wird, ich hab... keine beschissne Ahnung." Sie lächelte. Schwach zwar... aber doch da. "Es tut mir leid." Sie meinte es so.
Falls er sie nicht mehr wollte... fuck. Sie könnte ihm keinen Vorwurf machen. Nicht bei allem, was sie getan hatte..

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Re: James & Joanna ~ And Then I Saw You... (2000)

von Joanna am 23.07.2021 17:16

Sie grinste ihn an. "Falls du dir darum Sorgen machen solltest: ich denke zwischen den ganzen Männern könnte ich mich ziemlich gut behaupten", grinste sie - und ja, glaubte auch daran. Sie war kein Mädchen das vor irgendwelcher Arbeit oder Muskelprotzen oder sonst etwas zurückschreckte. Sie hatte ihren eigenen Kopf und wusste diesen auch durchzusetzen. So schnell gab sie nicht klein bei - und wusste sich durchaus zu wehren. Hin und wieder war es nötig gewesen (vor allem die Zeit, die sie notgedrungen auf der Straße verbracht hatte... wovon sie wirklich hoffte, dass das nicht nochmal geschah. Es war echt scheiße gewesen).
Bald darauf waren sie am Badesee angekommen, hatten die Picknickdecke ausgebreitet und sich auch schon das Bier geschnappt. "Jap", stimmte Joanna zu und trank ebenfalls noch einen großen Schluck Bier. Kurz sah sie James an - und ruschte spontan zu ihm rüber, um ihren Kopf auf seiner Schulter abzulegen. Trotz der Strapazen des Tages - mit dem Fallschirmsprung angefangen - der einen leichten Geruch nach Schweiß zurückgelassen hatte, roch er gut. Es war ruhig - ein schöner Ausklang grade. Joanna sagte ausnahmsweise nichts. Lies das leichte Rauschen der Blätter im Wind und der Wellen auf sich wirken, den Duft der Natur den sie schon lange nicht mehr gerochen hatte...
... es war so schön. So wunderschön. Sie spürte, wie sie ein wenig müde wurde, genehmigte sich noch einen Schluck aus der kalten Flasche - und lächelte leicht. Es fühlte sich geborgen an.

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 22.07.2021 17:00

"Das möchte ich nicht.", sagte Joanna sogleich, plötzlich wieder ruhig. Sie hielt an ihrer Mauer fest. Ihre Mauer war wichtig. Sie schützte sie vor außen und die Außenwelt vor ihr. Sie wollte sie nicht herunterfahren oder abbauen, wollte nicht reden. Sie hatte... Angst, neue Bekanntschaften damit ebenso uzrückzustoßen und zu verjagen, wie so viele andere. weil sie ein Ex-Häftling, eine Mörderin war. Und außerdem... was sollte reden bringen? Ihre Eltern, ihre Schwester, di ebeiden anderen - sie alle waren tot, allein aufgrund ihres Fehlers. Nichts davon würde sie je wiedergutmachen können. So sah es aus.
Da halfen auch keine Worte.
Sie ignorierte die Blicke der sie umgebenden Leute. Sie war Blicke echt verdammt nochmal gewohnt. Sie waren ihr egal. Sie konnten sie alle am Arsch lecken.
Joanna lächelte ein schwaches, bitteres Lächeln. Ich hab dich gewarnt, dass ich mich verändert habe., dachte sie bei sich. Und dennoch tat es weh. Sie war wirklich im innersten verletzt. Etwas, was sie gelernt hatte, nicht zu zeigen. "Das hat nichts mit Wollen zu tun, James." Sie sprach wieder ruhig, emotionslos. Sie konnte ihre Gefühle nicht einfach abstellen. Sie konnte was geschehen war nicht einfach rückgängig machen. Sie konnte ihre Schuldgefühle nicht einfach abstellen oder morgens aus dem Bett hüpfen, als wäre alles toll und die Welt so schön. Denn das war sie verfickt nochmal nicht.
Das war sie nicht.
Als er von der Musik anfing, schüttelte sie dann den Kopf. "Nein. Ich arbeite noch als Musikproduzentin und hör praktisch von Morgens bis Abends Musik. Singen tu ich aber fast gar nicht mehr." Ihr fehlte sie Motivation daran. Sie schireb noch ihre Texte manchmal, wenn sie Abends in der Bar saß. Arbeitete daran oder an Melodien, aber es wirklich umzusetzen?
Nein.
Ohne die Musik hätte sie sicher aufgegeben. Aber so nicht. Letztlich war es die Musik und ihr Job, der sie jeden Tag durch den Tag brachten. Dementsprechend waren die arbeitslosen Wochenenden am Schlimmsten. Wirklich. Lieber, sie hatte was zu tun, etwas, was sie ablenkte. Apropos Ablenkung... sie brauchte Alkohol. Viel Alkohol. Und zwar nicht hier, nicht vor James. Sie wollte grade einfach nur ihre verdammte Ruhe und irgendein Getränk. Sie bestellte die Rechnung.
... oder soll ich mich mit einem Anwalt treffen? Die Frage schmerzte. Sie schluckte und diesmal sah sie James in die Augen. Ihr Herz verkrampfte sich schmerzhaft. "Ich weiß es nicht.", gab sie dann leise zu. Es kam wohl nur auf eine Frage an, oder? "Willst du mich denn noch?"

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Re: James & Joanna ~ And Then I Saw You... (2000)

von Joanna am 22.07.2021 16:43

"Weichei!", neckte sie ihn grinsend, sich sehr wohl im Klaren darüber, dass er nur schauspielerte und stimmte in sein Lachen mit ein. Oh Gott, sie verhielten sich echt wie zwei Verrückte - aber sie liebte es!
Erneut mit einem breiten Grinsen schüttelte Joanna nur den Kopf, als James sagte, dass es natürlich eine gute Idee gewesen sei, da sie von ihm kam. Echt, was für ein Vollspaten - auf liebevollste und freundlichste Art und Weise! "Ach echt? Das heißt, du wohnst hier in der Nähe?", fragte Joanna interessiert und blickte zu ihm. Leicht remplete sie ihn dann an: "Du musst mir übrigens auch noch deine Adresse geben - damit ich dich nerven kann wenn und wann ich will." Darin würde sie sicher gut sein!
Im Auto angekommen machten sie sich dann auch sgleich auf den Weg in Richtung des Badesees. Bei seiner sarkastischen Bemerkung auf ihre zugegeben dumme Frage lachte sie dann. "Jaja, ist ja schon gut! Habs verstanden!" Sie grinste. "Danke dir", fügte sie dann mit einem ehrlichen Lächeln hinzu. Vielleicht würde sie ja nachher sogar noch ein bisschen Geld in ihrem Portmonee zusammenkratzen können, um sich bei ihrem Chauffeur angemessen bedanken zu können.
Die Fahrt dauerte nicht lange da waren sie angekommen und machten sich gemeinsam auf den Weg zum nicht weit entfernten See - wobei Joanna selbstverständlich die Kontrolle über das Bier übernahm. Nachdem er am Ufer die Decke ausgebreitet hatte, warf sie sich auch schon gemeinsam mit dem Bier da drauf, nahm sich eine Dose und öffnete sie zischend, ehe sie ihm ebenfalls eine zuwarf. "Antwort genug?", fragte sie grinsend und nahm einige großzügige Schlucke von dem kühlen nass - aaah okay, das war geil!

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.07.2021 17:09.
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