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Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 05.08.2021 17:25

Sie wusste es zu schätzen, was James hier tat. Das wusste sie wirklich. Und sie wünschte sie könnte ihm zeigen, wie dankbar sie dafür war und wie viel es ihr bedeutete. Sie hätte nicht gedacht, abgesehen von ihren drei engsten kollegen noch jemanden zu haben, der so sehr zu ihr stand, für die da war. Der ihr grade jetzt einfach... einfach zeigte, dass sie nicht allein war. Denn hand aufs Herz - seit sie aus dem Knast raus war hatte sie auch mit ihren Kollegen nur über E-Mail und WhatsApp Kontakt gehabt, was echt kein Vergleich war.
Aber so lieb es auch war, dass er ihr helfen wollte... so schwer war es auch. Sie wusste nicht damit umzugehen. Sie war schon immer eine Alleinkämpferin gewesen, was ihre Gefühle anging. Sie war noch nie gerne schwach vor anderen gewesen und auch damals hatte es eine Weile gedauert, bis James ihre verletzliche Seite kennenlernen durfte. Jetzt war es aber nicht mehr nur eine Eigenheit, es war zu ihrer Überlebensstrategie geworden.
Und doch schaffte James irgendwie das, was seit Ewigkeiten niemand geschafft hatte, wenn sie nüchtern war (oder wenigstens so gut wie nüchtern): sie lächelte. Zwar nur kurz und leicht, aber doch war es unwillkürlich und somit ehrlich gewesen. "Du warst noch nie sonderlich gut in solchen Vergleichen gewesen.", erinnerte sie ihn. Aber ihr Lächeln schaffte es sich dann doch, jetzt willentlich ein klein wenig zu verfestigen. Für einen Moment. "Aber ich denke ich weiß was du meinst. Danke."
Schon war das Lächeln wieder weg. Sie glaubte wirklich zu wissen, was James ihr so kompliziert ahtte erklären wollen. Aber es war eben nicht so einfach in die Tat umzusetzen. Aber nichtsdestrotrotz hatte ihr das hier grade eine Sache gezeigt: Sie bedeutete James noch was. Sogar viel. Sonst hätte er sich nicht die Mühe gegeben, sich ihrer anzunehmen. Sonst hätte er sich nicht die Mühe gegeben, in ihrer Sprache mit ihr zu sprechen - der Musik. Und das war es, was sie mehr als alles andere zu schätzen wusste. Dass er für sie da sein wollte. Das war unbezahlbar.
Sie wünschte nur, sie könnte es ihm zeigen.
Seufzend trank Joanna noch einen Schluck von ihrem Irish Coffee. Das stechende Pochen in ihrem Schädel wurde immer schlimmer. Am liebsten hätte sie einfach nur die Augen zusammengekniffen und wäre zurück ins Bett gekrabbelt, für alle Zeit. Aber das ging nicht. "Ich weiß...", sagte sie nur tonlos. Ja, sie hatte ihre Strafe bekommen. Fünf Jahre Knast. Jetzt noch zwei auf Bewährung. Aber... die Schuld blieb. Die hatte kein Ablaufs-, kein Verfallsdatum. Die würde ihr ihr Leben lang bleiben...
Sie kamen aufs Thema Knast. Eigentlich sollte sie sich nichtwundern,d ass er sich damit etwas auskannte, oder? Immerhin war er ein Cop. Vermutlich lernten sie schon das ein oder andere über die Insassen. "Ja. Ich weiß.", sagte sie nur. Man musste eben auch eine gewisse Autorität ausstrahlen. Joanna erinnerte sich an einen Tag im Hof. Sie hatte nur an der Wand gelehnt, ab von den anderen und eine der anderen Frauen hatte Stress gesucht. Kantiges Kinn, Muskelberge - sie hätte locker eine MMA-Fighterin sein können oder so etwas in der Art. Sie hatte sich vor Jo aufgebaut und sie gefragt, ob sie ein Problem habe und warum sie so dumm glotze. Zu dem Zeitpunkt hatte Jo ihre Mauer bereits aufgebaut. Sie hatte sich aufgerichtet, hochgestarrt in die Augen der fast zwei Köpfe größeren Frau (dabei war Jo selbst für das weibliche Geschlecht echt nicht klein) und den Blick einfach nur völlig ohne Angst erwidert. >>Ich habe kein Problem. Und du?<<, hatte sie ihr geantwortet in der gleichen distanzierten tonlosen Stimme wie jetzt. Sie hatten den Blickkontakt noch fast eine halbe Minute aufrecht erhalten, dann hatte die Andere ihre Knöchel geknackt, Jo heftig angerempelt und war gegangen.
Das war der Moment gewesen, indem Joanna endlich wusste, mit welcher Taktik sie durchs Knastleben käme. Der Moment, wo sie die Mauer endgültig als ihr Selbst übernommen und sie immer weiter und weiter bis ins kleinste Deail ausgefeilt hatte.
James Frage kam. Über die Antwort musste sie nichtmal nachdenken. "Ja.", antwortete sie und erwiderte seinen Blick direkt. Aus ihrer Stimme sprach keine Verletzlichkeit, nur die übliche innere Distanziertheit. "Aber ich schätze, das gehört zum Knast dazu, oder? Und es war nur am Anfang heftig. Später wurde es besser." Irgendwas konnte immer passieren. Sowohl durch einen Insassen mit Aggressionsproblem der lötzlich auf alles und jeden losging, als auch durch Wärter die einen schlechten Tag hatten. Das Gefühl vom Auskugeln einer Schulter oder dergleichen kannte Jo mittlerweile viel besser als ihr lieb war, wirklich.
Der Rest des Frühstücks verlief schweigend. Joanna hatte zwei Tassen Irisch Coffe getrunken, und während James abräumte, ging sie ins Badezimmer um sich endlich eine, nein zwei Kopfschmerztabletten einzuwerfen. Bald würde der Kater besser werden.
"Ich werde gleich auch zur Arbeit gehen. Danke James. Bis später.", verabschiede sie sich von ihm, hätte ihn gerne zum Abschied kurz umarmt wusste aber, dass sich das nicht gehörte und beobachtete so nur, wie er ging. Bevor sie selbst sich auf den Weg zur Arbeit machte, holte sie kurzerhand zwei Thermoskannen raus, von denen sie die eine mit Irish Coffee und die andere mit Wein aus ihrem Zimmer füllte. In die Thermoskannen würde niemand reinsehen und hoffentlich unbehelligt bleiben. Und ja - sie wusste man sollte bei der Arbeit nicht trinken.
Aber fuck. Kaffee und Wein taten doch nun echt nicht viel. In Valemount hatte es ja auch geklappt.
Sie überprüfte dass sie alles hatte - und machte sich nun selbst das erste Mal seit über fünf Jahren auf den Weg zur Arbeit..

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 04.08.2021 22:56

Joanna fühlte sich unendlich unwohl, als James mit diesem Blick auf sie zukam, sich vor sie hockte. Ihre Hände nahm. Sie konnte das Mitgefühl und die Sorge praktisch spüren. Sie verbarrikadierte ihr Unwohlsein in sich, konnte aber dennoch nicht verhinden seinem Blick auszuweichen. Fuck, es ging ihr gut. ...Okay, gut war vielleicht übertrieben. Aber sie kam doch klar.
Bei seinen Worten, dass sie ihre Emotionen zeigen durfte und wenn nicht vor anderen Menschen, dann doch wenigstens vor ihr selbst, zuckten ihre Mundwinkel zu einem kurzen schwachen und verbitterten Kächeln hoch. Wie sollte sie das beschreiben? Dieses Gefühl? Dieses Gefühl der Leere und des Verletztseins und Gebrochenseins zugleich? Wie sollte sie das Gefühl in Worte fassen, wenn sie nach einem Einkauf wo jeder ihr wieder die hasserfüllten Blicke und offen über sie hergezogen war nach Hause zurückkehrte?
Endlich richteten sich ihre Augen auf ihn, erwiderten seinen Blick. "Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt noch kann." Es war so viel leichter, alles zu verschließen. So viel. Und vielleicht war da auch diese gewisse Angst in ihr, dass wenn sie einmal anfing etwas rauszulassen.. der Damm brechen würde und es sie einfach mitreißen würde. Sie wusste nicht, ob sie damit klarkommen würde.
Er war wieder aufgestanden, sie hatte ihren Blick wieder abwandt. Diese ganze Situation war ihr absolut unangenehm. Sie hasste es über ihre Gefühle zu sprechen. Oder Themen die so nahe an ihrer Gefühlswelt lagen. Das... wusste er doch. Und das hatte sich in den letzten fünf Jahren wirklich nicht verbessert. Eher im Gegenteil. Aber sie wollte ja auf ihn zu gehen, oder nicht? Sie seufzte leicht. Ihre Finger spielten mit dem griff ihrer Kaffeetasse. Ihr Kopf pochte schmerzte und stach unangenehm. "Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich sie behalten habe. Vielleicht um mir meine Schuld und was ich angerichtet habe immer vor Augen zu halten. Was die Leute von mir denken." Sie warf ihm nur einen kurzen schnellen Blick zu. "Sehr gesund, ich weiß.", fügte sie hinzu - mit einem leicht ironischen Unterton in ihrer sonst emotionslosen Stimme. "Und ich hab dir schon gesagt, warum ich in meinem Elternhaus geblieben bin. Es gehört mir. Ich hab zurzeit nicht so viel Geld, um umzuziehen oder so - und dort konnte ich ja sehr billig wohnen, hatte praktisch nur die Strom und Heizungskosten und so. Es war einfach am einfachsten." Sie zuckte mit den Schultern. Und wehe er sagte, sie hätte hierhin gekonnt. Das Thema hatten sie schon. Sie hatte eben durch ihren Streit in den Monaten zwischen dem Unfall und der Verurteilung gedacht, dass er sie ebenso hassen würde wie die Dorfbewohner. Nur dass es bei ihm noch mehr weh tat. Weil sie ihn liebte. Deswegen hatte sie sich auch keine billige Wohnung in Vancouver gesucht. Die Angst ihn zu treffen und Hass in seinen Augen zu sehen war... zu groß gewesen.
Als das Thema sich dem Knast zuwandte, zogen sich Joannas Augenbrauen leicht zusammen und sie richtete ihren Blick gradewegs auf ihn. "Woher weiß du, wie es innem Männerknast ist?", fragte sie ihn direkt und fuhr sogleich fort. "Im Knast gibts nach meiner Erfahrung drei Möglichkeiten. Entweder du gehörst zu zwei Gruppen. Das sind einmal die Opfer, die praktisch bei jeder Gelegenheit vermöbelt und ausgenutzt werden und deren Überlebenschancen echt gering sind und anderseits die Obermacker, die Geschäfte mit den Wachen machen, hinterlistig sind, untereinander gegensätzliche Banden gründen die sich schützen und angreifen und Deals machen und was nicht anders. Aber es gibt eine dritte Möglichkeit, wenn weder zum einen noch zum anderen gehören will. Und das ist, sich raushalten." Sie sprach vollkommen ernst, sah ihn dabei an - jetzt jedoch wandte sie den Blick ab. Ihr Kiefer mahlte leicht, während sie in Erinnerungen zurückging an diesen Ort, der fünf Jahre lang ihr Zuhause gewesen war. Und ja. Während man dort war wurde es wirklich zu einer Art Zuhause. Was mit das erschreckendste war. Als sie jetzt sprach, war ihre Stimme leise, in Gedanken versunken. "Man muss sich aus jedem Scheiß raushalten. Man darf nicht das geringste Anzeichen von Schwäche zeigen, sonst bist du direkt ein Opfer. Du darfst dich auf keine fucking Provokation oder irgendwelchen Scheiß oder Streitigkeiten von anderen einlassen, sonst wirst du sofort in die Bandenkriege gezogen. Gleichzeitig musst du genügend Respekt und Distanz ausstrahlen, damit die anderen kapieren, dass du kein Opfer bist, auch wenn du nicht dazugehörst." Ihre Augen waren irgendwo ins Nichts gerichtet. "Das ist der Grund weswegen ich angefangen hab, jeden Tag zu boxen. Ewig. Das ist also der dritte Weg, um im Knast klarzukommen. Und für mich der Beste." Ihr Blick fand den von James wieder. "Indem man sich ganz allein um seinen eigenen Scheiß kümmert. Und niemandem einen Grund gibt, dich zum Opfer zu machen." Ja, es war leichter gesagt als getan. Und hin und wieder hatte Joanna die Nächte auf der Krankenstation verbracht. Aber sie hatte es immer gemanagt sich aufzurappeln, mit Blicken und zur Not auch einem gezielten Wort oder gezielten Tritt ihren Standpunkt klar zu machen und ihre Distanz wieder zu erlangen.
Keinen Scheiß an sich ranlassen. Keinen Scheiß aus sich rauslassen.
Auch so kam man im Knast durch. Lange. In ihrem Fall fünf lange Jahre lang.
Nachdem James aus der Küche wieder da war und ihr so eindringlich mitteilte, dass das Verhalten ihres Dorfes nicht in Ordnng war, zuckte sie nur mit den Schultern. "Sie haben alles Recht dazu.", sagte sie tonlos. Ihr Kopf schmerzte stärker. Sie trank einen Schluck ihres Kaffees. "Ich habe fünf der Dorfbewohner getötet. Sie haben alles Recht, wütend auf mich zu sein. Aber ich will da grad echt nicht drüber sprechen." Sie griff nach der Butter, um sich ihr Toast zu beschmieren und es sich anschließend dünn mit Käse zu belegen. Sie würde dieses Toast essen, ne Kopfschmerzateblette einwerfen, Zähne putzen und zur Arbeit gehen.
Fuck. Dabei fiel ihr ein dass sie auf der Arbeit schlecht Irish Coffee oder Wein trinken konnte, wie sie es sonst mittlerweile nebenbei tat. Fuck. Dafür musste sie sich echt noch etwas einfallen lassen..

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Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?

von Joanna am 04.08.2021 22:22

Joanna zuckte unbeeindruckt mit den Schultern. "Ich bin mir ziemlich sicher, kein halber Roboter zu sein. Danke." Und ein Alien konnte sie wohl auch mal ausschließen. Sie war in Kanada geboren und aufgewachsen. In diesem wunderbar kleinen, beschissen konservativen Dorf namens Valemount. Nein, sie war ein Mensch. Sie hatte eben nur diese Mauer. Ein Schutzmechanismus. Sie war sicher nicht der einzige Mensch, der so etwas hatte. War das wirklich so schwer nachzuvollziehen?
War ja auch egal.
Die blonde Musikproduzentin war froh über den Kaffee, den sie bekam. Auch wenn der Alkohol fehlte. Was zugleich zu den beiden wichtigsten Fragen führte: einmal ihren Bewegungsfreiraum in dieser Basis und einmal ob sie arbeiten durfte. Neben dem Alkohol war die Musik und ihr Job in diesem Bezug das, was sie irgendwie am Laufen hielt. Was ihre Gedanken ablenkte, sie irgendwie weitermachen ließ. Außerdem war sie fünf Jahre im Knast gewesen. Ihre Kollegen waren so unglaublich gewesen ihr fünf Jahre lang ihre Stelle praktisch freizuhalten, sie nur vorübergehend zu besetzen. Sie war ihnen mehr als nur etwas schuldig und sie würde sie jetzt ganz sicht nicht nur wegen diesem Scheiß jetzt im Stich lassen.
Joanna verzog keine Miene, während Steve und Tony Stark offensichtlich gänzlich andere Ansichten darüber hatten, wie viel Freiraum ihr gewährt werden sollte. Dass Tony ihr jedoch so viel zugestehen wollte, machte ihn gleich um einiges sympathischer. Sie ignorierte Steve (da offensichtlich was dieses Gebäude anging Tony das Sagen zu haben schien) und wandte sich ihm zu. "Danke. Echt. Ich schwöre ich werde mit dem Laptop auch keinen Scheiß oder so bauen." Sie brauchte nur ihren Zugang zu ihren Mails und natürlich die entsprechenden Programme zum Songs abmischen. Und gute Boxen - verdammt gute. Sie musste ja hören, was ihr da zugeschickt wurde. Mehr brauchte und wollte sie doch gar nicht. Sie fragte sich, wie viele Mails sich über die zwei Tage wohl schon wieder in ihrem Postfach angesammelt haben würden, wenn sie morgen endlich nachschauen könnte (sie bezweifelte, dass das heute noch was werden würde, oder?)
Nachdem Steve sie verlassen hatte um mit irgendeinem anderen Kerl zu reden der aussah, als wäre er gradewegs einem James-Bond-Film entsprungen, fragte Steven sie zu dem Thema aus, warum sie überhaupt hier war. Sie zuckte mit den Schultern. "Er soll wohl ziemlich viele Leute auf dem Gewissen haben und dass ihr schon lange hinter ihm her seid", sagte sie in ihrer tonlosen Stimme mit einem Schulterzucken. Mal sehen ob man aus ihrem Filmriss wirklich noch irgendetwas herausbekommen konnte.
Es brauchte nicht lange, da kehrte Steven mit einem ziemlich besorgniserregenden Gesichtsausdruck zu ihnen zurück. Für einen Moment erstarrte alles in ihr bei seinen Worte. Bitte was?? Er war ernsthaft in ihrem Haus gewesen?? Schnell hatte sie ihre Fassung wieder. Sie schluckte und zuckte mit den Schultern. "War wahrscheinlich nicht schwierig rauszufinden." Jeder im Dorf wusste wer sie war und wo sie wohnte. Fucking jeder. "Ist es... sehr verwüstet?" Sie hoffte nicht. Sie hatte echt nicht die Kohle alles zu ersetzen und auch nicht die Motivation eine Grundrenovierung durchzuführen. Fuck, ey, echt. Bitte nicht.
Doch bei dem was dann kam, gefror sie wirklich kurz. Einen Moment regte sie sich gar nicht, starrte ihn nur an. Dann wandte sie den Blick ab. "Warum hätt ich was dazu sagen sollen? Und was? Is doch scheißegal.", meinte sie nur abwehrend. Es ging die anderen nichts an. Das Dorf hasste sie halt, brachte das lautstark zum Ausdruck und wäre sie gern los. Was gab es dazu noch zu sagen.
"Nicht so wichtig.", sagte sie im gleichen abweisenden Ton zu Mr. Stark. Scheiße, ihr gefiel es nicht, dass sich hier alles nur um sie drehte. Am liebsten würde sie einfach nur endlich entlassen werden, dass sie sich an einen Laptop setzen oder auf ein Bett legen oder in die Bar setzen oder die Anlage erkunden und Musik hören könnte. Einfach ihre fucking Ruhe vor allem und jedem. War das wirklich zu viel verlangt?

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Re: James & Joanna ~ And Then I Saw You... (2000)

von Joanna am 03.08.2021 15:17

Joanna lachte nur und schüttelte den Kopf. "Jaja, ist klar." Sie hatte es an seiner Stimme ganz genau rausgehört, aber ihr machte das nichts aus. Wirklich nicht. ! Warum auch? Von seinen Erzählungen her schienen die Jungs ja echt in Ordnung zu sein und sie waren sicher nicht so wie die Stockärsche in ihrem Dorf. Hoffte sie zumindest. Auf ein zweites Valemount konnte sie wirklich gut und gerne verzichten. Sie spürte die Schläge ihrer Gramda ja zum Teil immer noch. Was ihr Großeltern eigentlich so machten? Was sie dachten? Ihre Elten?
Entschieden verjagte sie Gedanken aus ihrem Kopf. Das war wirklich nichts, worüber sie nachdenken wollte. Erst recht nicht heute, wo ihr Kindheitstraum endlich in so greifbare Nähe rückte.
James und sie hatten sich gemeinsam einen Tisch im Park ausgesucht und Joanna sich ihren Joint gedreht. Bei seinem Schmunzeln grinste sie. "Keine Sorge. ich bin keine Dauerqualmerin. Kiffen tu ich eh nur selten und Rauchen... jaaa zugegeben. Tu ich schon was. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich Kettenraucherin bin." Meist rauchte sie zwar mehrmals am Tag, aber meist nicht mehr als fünf. Und wenn sie gut beschäftigt war - wie bei ihrem Ausflugstag mit James - kam es gerne auch mal vor dass sie den ganzen Tag nicht rauchte, war auch kein Weltuntergang. Es war eben verschieden.
"Jap!", stimmte Joanna fröhlich zu - und sie scheute sich nicht davor, ihre Leindwand auch nach und nach zu verwenden.
"Heyy!!", protestierte sie sogleich, als james ihre Haarsträhne einfach wieder hevorzog, lachte, trat ihn leicht und verfrachtete ihre Strähne wieder dahin, wo sie hingehörte: hinter ihr Ohr.
Das Gras machte sie optimistischer. "Wir können jetzt schon loslege, würd ich sagen, oder? Wenn ne Absage kommen sollte, können wir uns immer noch auf die Party freuen." Sie grinste und trank einen Schluck Bier. Bei seinem Vorschlag nickte sie. "Perfekt! Ich glaube eh, dass du der bessere Organisator von uns beiden bist", lachte sie dann.
Ihre Gedanken drifteten ab (was nicht schwer war, mit dem wattigen fliegenden Gefühl in ihrem Kopf) und eine ganze Weile saß sie einfach nur so da, in ihren Gedanken verusnken und stellte sich vor, was wohl alles kommen möge. "Wer weiß, vielleicht kann ich mir ja sogar ne richtige eigene Wohnstätte kaufen, wenn ich das Geld gespart hab.", sagte sie wie aus dem Nichts und legte kurz mit halb geschlossenen Augenlidern den Kopf in den Nacken. "Gott wär das geil! Nie mehr irgendwelche billigen Absteigen, unsichere Wohngemeinschaften oder die Straße." Dank ihrer Nackenposition überkam sie ein heftiger Schwindel, den sie einige Sekunden lang genoss, ehe sie sich wieder richtig hinsetzte. Alles drehte sich und schwebte und waberte und es brauchte einen Moment, bis wieder alles an seinem Platz stand. Sie konnte verstehen, warum andere sich gerne beim Gras übergaben. Wirklich. Nur gut, dass sie einen festen Magen hatte und ihr dieses Kopfüber und Rundherumgefühl nichts ausmachte. Mit einem fast schon leicht triumphierenden Grinsen sah sie James an. "Das wär doch mal was, oder? Ein richtig eigenes Zuhause."
Sie nahm den letzten Zug ihres Joints, ließ ihn in Ermangelung eines Mülleimers in der Nähe (zudem wollte sie eh nicht aufstehen) auf den Boden fallen und drückte ihn mit ihrer Fußspitze festaus, wobei der letzte Rauch ihren Lippen entkam. Der Gedanke endlich wirklich richtig Fuß in der Stadt zu fassen war wirklich ein Traum.

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 02.08.2021 23:20

Es war nie ihr Plan gewesen, dass James die Briefe las. Sie hatte sie mitgenommen weil... sie ein Teil von ihr geworden waren. Ein beschissener Teil, ja. Aber dennoch ein Teil. Jeden Morgen, nachdem sie die Kaffeemaschine angeworden hatte, war sie zum Briefkasten gegangen um drei bis fünf Hass- & Drohbriefe ihrer Nachbarn rauszuholen und zu lesen. Jeden Morgen hatte sie so die Faustschläge in ihren Magen, die Messerstiche in ihr Herz empfangen - abgenickt, in sich verbarrikadiert und dann ihren Irish Coffee getrunken. Es war beschissen, aber hätte sie sie da gelassen, hätte es sich wie weglaufen angefühlt. Weglaufen vor dem, was sie getan hatte. Und das wollte sie nicht. Sie wollte und konnte das nicht vergessen.
Es war ihre Schuld.
Aber die war auch nur für sie bestimmt.
Jetzt offensichtlich nicht mehr. Sie hörte James Seufzen, hörte das Reiben von Papier an Papier, als er die Briefe beiseitelegte. Sie starrte nur in ihren Kaffee und nahm einen weiteren Schluck. Was sollte sie dazu sagen? Warum hätte sie etwas sagen sollen? Und wann? Es war ja nicht so, als würde es eine Rolle spielen. Oder als lägen die falsch..
Bei den Fragen die danach kamen zuckte sie leicht mit den Schultern und seufzte dann selbst. "Wie ich schon sagte. Die Mauer schützt." Aus Gewohnheit kaute sie sich leicht auf der Unterlippe. So wie sie es früher schon immer getan hatte. Ihr Blick auf einen Punkt gerichtet, den nur sie sehen konnte. "Die Mauer hält nicht nur meine Gefühle drinnen, sondern solchen Scheiß auch draußen. Größtenteils jedenfalls." Jeder Blick tat weh. Das Getuschel hinter ihrem Rücen, die offene Abfälligkeit. Jeder Brief. Aber sie hielt es aus. Das meiste prallte ab, und was nicht abprallte, konnte sie verschließen. Es war... okay.
Jetzt erst wandte sie ihren Blick James wieder zu. "Und was sollte ich sonst tun, als es zuzulassen? Sie haben nicht Unrecht. Und die hassen mich schon genug, da muss ich echt nicht noch mehr Öl ins Feuer kippen. Einfach ignorieren ist am Besten." Sie zögerte kurz und fügte dann murmelnd hinzu: "So wie im Knast." Sie trank einen Schluck Kaffee. Ihr Kopf dröhnte, schmerzte und pochte. Fuck.
Warum musste so ein Gespräch ausgerechnet jetzt grade stattfinden? Sie beobachtete wie James rasch in der Küche verschwand und hörte sein Fluchen bei den Eiern. Mit einem seufzten fuhr sie ihre Hand in ihre blonden Haare, stützte sich mit dem Ellbogen auf dem Tisch ab. Fuck. Fuck. Sie hätte die Briefe einfach bei sich im Zimmer verstecken wolle. So ein Scheiß. Aber nicht mehr rückgängig zu machen.
...wie so vieles.
Als James zurückkam sah sie ihn wieder an. Seine laute Stimme verursachte kurze stechende Schmerzen in ihrem Schädel die sie kurz ihre Augen unangenehm zusammenkneifen ließ, mehr nicht. "Warum nicht?", entgegnete sie in ihrer üblichen tonlosen Stimme, ihn dabei anblickend, ehe sie sich dann vorsichtig mit leicht zitternden Fingern ein Toast nahm. "Es ist schon okay.", fügte sie dann hoffentlich besänftigend hinzu (auch wenn sich ihre Tonlage praktisch nicht änderte). "Ich... komm damit zurecht." Zumindest je nachdem, wie mans sah. Aber es war doch auch egal. Die Leute hatten recht und sie war wirklich die letzte auf der Welt, die denen einen Vorwurf machen konnte. Es war okay. Sie hatte es eh nicht anders verident.

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Re: James & Joanna ~ And Then I Saw You... (2000)

von Joanna am 02.08.2021 11:13

"Wirklich? Du hast also von mir erzählt?", ging Joanna sofort mit einem Grinsen drauf ein. "Ich hoffe nur Gutes!", fügte sie hinzu und streckte ihm leicht die Zunge raus, wobeis ie selbst wieder grinsen musste. Sie fragte sich tatsächlich, was James wohl bei seinen Jungs so über sie erzählt haben mochte. Sie war natürlich auch von ihren Mitbewohnern ausgefragt worden. Aber hatte eigentlich nur berichtet, dass James ein angehender Cop war, sie super viel Spaß mit ihm hatte und sich sehr gut mit ihm verstand. Und alle anderen Fragen hatte sie weitestgehend abgeblockt. Das hier war - wie man es so schön sagte - 'ihr Bier'.
Bald darauf waren sie bereits gemeinsam - zusammen natürlich mit ihrem Bier und den kleinen Sektflaschen - im Park angekommen und sie hatte sich ihren Joint gedreht. Bei seiner Anmerkung, als ihre Stimme ein wenig rauchiger wurde durch den inhalierten Rauch (logisch) musste sie unwillkürlich grinsen. "Ja?", sagte sie und zwinkerte dann - zugegeben ein wenig anzüglich. "Gut zu wissen." Dann würde er ja sicher kein Problem damit haben,w enn sie hin und wieder mal rauchte. Also - sie sprach von Kippen. Gras rauchte sie ja eher selten.
"Ganz sicher nicht", bestätigte Joanna nochmal lächelnd mit einem Nicken. Er würde ein verdammt guter Cop werden, da war sie sich ganz sicher und da zweifelte sie nicht im Mindesten dran. So wie sie ihn bisher kennengelernt hatte, würde er das schon rocken!
Glücklich lächelte Joanna, während er ihr Tattoo betrachtete. "Auf jeden Fall", stimmte sie ihm zu und fügte an: "Immerhin hat man ja genug Haut, oder?" Sie grinste, und sog nochmal an ihrem Joint. Allmählich intensivierte und verdichtete sich dieses wunderbar hochhebende verdichtende und einlullende Gefühl. War doch immer wieder was Besonderes und... einfach geil.
"Heut Nachmittag hat er gesagt.", korrigierte sie ihn und strich sich eine blonde Haarsträhne wieder hinters Ohr, wo der Wind grade gemeint hatte, es ihr ins Gesicht wehen zu müssen. "Aber es wird schon werden. Ich bin zuversichtlich!" Woran das Gras sicher seinen Anteil hatte. Mit glänzenden Augen sah sie ihn an und tippte wieder etwas Asche zu Boden. "Also: du lädst deine Kumpels ein und ich meine. Sind allerdings bei mir nicht so viele. Maximaaaal... vier, wenn ich grade richtig überlege. Dann müssten wir nur klären wer was mitbringt und wie wir das mit dem Grillen machen." Was bestimmt super war, bekifft ne Party zu planen (über den Gedankengang musste sie selbst leicht kichern), aber heyyy! Gemeinsam würden sie das schon hinkriegen!

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 02.08.2021 11:21.

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 01.08.2021 23:32

Es war schwierig, auf diese Frage zu antworten. Denn sie wusste es nicht. Sie wusste es wirklich nicht. Nicht direkt jedenfalls. Sie seufzte. Fuck, für so tiefgehende Gespräche war sie echt nicht mehr geschaffen. "Ich glaube für die anderen daran." Sie lächelte leicht. Sie wusste eben einfach nicht, ob sie selbst noch Hoffnung hatte - und vor allem ob sie noch Hoffnung verdient hatte. Aber sie wusste, dass sie tendentiell immer da war, oder wenigstens da sein sollte. Und man sich bemühen sollte, egal was war. Immer. Daran zumindest glaubte sie.
Sie lächelte leicht, als James ihr sagte, dass er daran glaubte, dass sie noch da war. Also, ihr altes Ich. Irgendwo. Dass sie es nur ausbuddeln musste. "Das ist halt nicht so leicht.", gab sie zu. Sie konnte nicht einfach ... naja, so sein wie sie war. Nicht direkt zumindest.

Die Nacht stellte sich als ein einziges Drama als Alpträumen und hin und her wälzen auf. So wie immer. Sie hasste es einfach. Sie schlief schon seit dem Unfall nicht mehr durch. Oder gut. Oder sonst was. Das war auch der Grund, weswegen sie 24/7 dauermüde war. Aber... machte man nichts, ne? Anfangs hatte sie mal versucht einfach nicht mehr zu pennen, aber... das war keine gute Idee gewesen. Also versuchte sie jede Nacht zumindest n bisschen Rast zu finden. Irgendwie brachte sie das Tag für Tag durch, auch wenn sie echt nicht wusste wie.
Irgendwann - nachdem sie schon wieder ewig wachgelegen hatte, schaffte sie es endlich sich aufzurichten, sich umzuziehen (sie trug noch immer die Sachen von gestern) und ins Esszimmer zu gehen, wo... James mit den Briefen saß...
Jo umklammerte ihren Irish Coffee, starrte auf die Briefe und seufzte dann genervt. "Fuck", murmelte sie leise und setzte sich wieder hin. Ihr Blick glitt wieder zu den Briefen und dann zu James. Sie zuckte mit den Schultern. "Was sollte ich denn groß erzählen?", fragte sie dann nur. Ja, es war scheiße. Beschissen. Aber...es war ihr Ding. Und sie hatte sich praktisch dran gewöhnt. Außerdem konnte sie die Dorfbewohner ja verstehen. Sie lagen nicht ganz falsch.
Unbehaglich wich sie James Blick aus und trank stattdessen einen Schluck ihres Irish Coffes. Na... das konnte ja jetzt was werden.... Schweigend saß sie da, mit einer Hand ihre Tasse umklammert und in die Dunklen Untiefen schauend. „Wie viel hast du gelesen?“, fragte sie dann leise. Fuck, sie hoffte nicht alles..

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 01.08.2021 20:01

Bei der Frage, die er ihr stellte, zuckte sie nur mit den Schultern. Sie würde sich zwar noch nicht als betrunken bezeichnen, aber dennoch war ihr Kopf zu solch komplexen Gedankensträngen wirklich nicht mehr fertig. Sie wusste nicht, was einem Menschen zu einem guten Menschen machte. Obwohl... anderen gutes zu wollen, gehörte wohl dazu. Aber ganz sicher nicht einen menschengefährdenden und tödlichen Unfall zu bauen.
Und als hätte James ihre Gedanken gelesen, legte er auch schon los. Sie schwieg, starrte ihn während seines Monologs, der fast schon einer Tirade glich einfach nur an und versuchte zur verarbeiten, was er da grade gesagt hatte. Ein warmes Gefühl, welches sie seit Ewigkeiten nicht mehr gehabt hatte, durchströmte ihren Körper. Es war ein Gefühl... der Akzeptanz. Irgendwie das Gefühl, versetanden zu werden. Und... nicht allein zu sein. Am liebsten wäre sie ihm in den Arm gefallen, hätte ihn ganz dicht bei sich gehabt, um ihm irgendwie zeigen zu können, was es ihr bedeutete, aber so betrunken war sie doch noch nicht und sie wollte ihn nicht noch mehr bedrängen, als ohnehin schon. Und so blickte sie ihn einfach ernst an, aber mit einem leichten und wirklich ehrlichen Lächeln an. "Es ist schwieriger für mich geworden.", gestand sie, ohne den Blick von ihm zu nehmen. "Und ich bring andere sicher nicht mehr so zum Lachen. Aber ich bemühe mich, wieder mehr auf andere zuzugehen, meine Hilfe anzubieten und natürlich unterstütze ich sie in ihren Träumen und versuche ihnen Hoffnung zu machen." Hoffnung war etwas so wichtiges, so wertvolles. Etwas, von dem sie nie gedacht hätte, dass sie ihr selbst mal fehlen könnte, und doch war es so gekommen. Aber irgendwie hatte es James geschafft, ihr einen Hoggnungssamen einzupflanzen. sie wusste nicht wie oder woher, aber irgendwie hatte er es geschafft. Vielleicht würde es ja doch irgendwie werden. Ihr Lächeln vertiefte sich noch ein wenig. "Also, wenn du mich so beschreibst, schätze ich, ist doch noch nicht alles von mir verschwunden." Doch durchaus ein positiver Gedanke, oder? Auch wenn sich da eine kleine miese gemeine Stimme einschleichen wollte, doch der bisher getrunkene Alk schaffte es diese so weit abzudämpfen, dass sie sie für den Moment einfach ignorieren konnte.
Der Film, den sie gemeinsam schauten war wirklich gut. Eine schöne abwechslung, mit ihm gemeinsam. Und in Joannas betrunkener Sicht fast so wie früher. Es war so unendlich schön und sie genoss es wirklich in ganzen Zügen. Als sie aufstand und der Schwindel sie kurz erfasste, hörte sie sogleich James sorgenvolle Stimme. "Klar", erwiderte sie sogleich. Sie hatte wirklich schon schlimmere Achterbahnfahrten hinter sich, das bekam sie hin.
In ihrem Zimmer lag sie noch eine Weile in ihrem Bett, hörte Musik und trank Vodka. Die Flasche war fast leer, als sie der irrsinnige Gedanke überfiel, dass sie zu James und mit ihm kuscheln wollte. Sie stand auf, fand mühsam irgendiene Art von Gleichgewicht indem sie sich an den Schrank lehnte, fand anschließend die Tür und stolperte nahezu aus dieser heraus, als sie mit der Hüfte gegen den Küchentisch schlug und dabei ihre Handtasche umstieß - wobei die Briefe, die sie sort mit sich getragen hatte, sich auf den Tisch verteilten. Die Briefe ihrer Nachbarn aus dem Dorf. Manchmal richtige Briefe, die meisten einfach nur irgendwelche Zettel, auf denen mit mehr oder weniger viel Text (teilweise sogar nur einzelne Sätze) Hassnachrichten und Drohungen geschrieben waren. Volles Programm.
Jo betrachtete die Briefe und nahm einen in die Hand, wobei sie ihn etwas verschoben sah und echt nicht lesen konnte, was drauf stand. "Ups...", murmelte sie lallend, er fiel ihr auf den Boden, sie drehte sich um und fand den Weg zurück in das Bett im Gästezimmer - schon wieder ganz vergessend, dass sie zu James gewollt hatte. Sie fiel aufs Bett, der Schwindel nahm die komplette Überhand und ließ sie in einen tiefen, fast schon komatösen Schlaf übergleiten.

Dieser Schlaf hielt etwa drei Stunden lang. Dann wachte sie schweißgebadet auf, noch immer gut betrunken, aber wach. Sie seufzte genervt, drehte sich auf die Seite und hörte ein wenig Gerumpel in der Küche. James war wach. Sie schloss die Augen und versuchte weiterzuschlafen. Es brauchte fast eine Stunde, bis sie wieder eingeschlafen war, nur damit sie nach einer guten Dreiviertelstunde durch das Knallen, als die beiden Autos zusammenschießen, wieder aus dem Schlaf schreckte.
So ging es in der Nacht weiter. Als sie um fünf Uhr morgens erneut aufwachte, gab sie es auf, griff nach ihrem Handy und scrollte gelangweilt durch Nachrichten und Medien. Sie konnte sich nicht dazu aufraffen aufzustehen. Selbst, als sie hörte, dass James wach war. Sie warf einen Blick auf die Uhr an ihrem Handy. 7 Uhr. Sie sollte aufstehen. Das sollte sie wirklich. Um 8 Uhr sollte sie bei der Arbeit sein. Die Minuten tickten vor, ohne dass sie sich rühren konnte. In ihrem Schädel pochte es dumpf. Das Pochen wurde allmählich zu einem Stechen. Scheiß Kater. 7:30 Uhr.
Fuck, wann war das denn passiert?
Sie stöhnte, schaffte es endlich mühsam, sich aufzusetzen und dann aufzustehen. Sonne schien in ihr Zimmer und trug gemeinsam mit der Vertikalen nicht grade dazu bei, den Kopfschmerz zu verringern. Sie schälte sich aus ihren zerknitterten und sicher stinkenden Sachen und zog sich ein weites graues ärmelloses dickes Top an, was mit einem Pailettenbestückten Totenkopf verziert war, sowie einer langen zerrissenen Jeans. Dann erst trat sie aus ihrem Zimmer und konnte James am Frühstückstisch sitzen sehen. Seine Worte vom Vortag gingen ihr durch dem Tag. Aber das ist die Joanna, die ich kennengelernt hatte und in die ich mich verliebt habe. Sie schluckte. Fuck. Sie erinnerte sich auch an ihre Antwort. Aber hatte die gestimmt?
"Morgen.", begrüßte sie ihn. Die Emotionslosigkeit war in ihre Stimme zurückgekehrt, ohne, dass sie es wirklich wahrgenommen hatte. Sie nahm sich ihre Kaffeetasse und ging damit in die Küche, wo sie sich den heißen Kaffee hineinfüllte und anschließend einen Schuss Whiskey in den Kaffee tat. Fuck, sie musste gleich im Bad unbedingt schauen, ob sie noch irgendwo Kopfschmerztabletten hatten. Ansonsten müsste sie noch welche kaufen.
Sie kehrte ins Esszimmer zurück und setzte sich gemeinsam mit ihrem Kaffee wieder an ihren Platz. "Gut geschlafen?", fragte sie und sah ihm in die Augen. An das kleine Debakel mitten in der Nacht mit ihrer Handtasche und den Briefen konnte sie sich nicht mehr erinnern und ahnte dementsprechend nicht, dass James die vermutlich gefunden haben musste...

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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)

von Joanna am 01.08.2021 14:43

Joanna schüttelte den Kopf, was sich ein bisschen anfühlte, als würde man einen schweren mit Wasser gefüllten Glaskasten von links nach rechts schaukeln. Aber sie kannte dieses Gefühl, hatte sich bereits lange daran gewöhnt und so fand ihr Blick wieder den von James. "Damit hat das nichts zu tun", antwortete sie ernst. Weil sie diese Worte auch so meinte. "Egak ob Alk oder nich, es ist einfach so." Er war der Bessere von ihnen und was es auch schon immer gewesen. Daran gab es nichts zu rütteln. Alles was geschehen war bewies das doch, oder nicht?
Ein verbittertes Lächeln fand den Weg auf ihre Lippen, als James behauptete, dass sie im Normalfall auch ein guter Mensch sei. "Und was ist der Normalfall?", fragte sie nur. Was war es? Wenn sie grade keine Menschen umbrachte? Sie griff nach ihrem Scotch-Glas, um es zu leeren. Das was geschehen war, hatte sie noch nicht erfolgreich vergessen, noch nicht erfolgreich verdrängt. Das würde noch etwas dauern.
Aber dafür wollte sie sorgen. Mit ihrem schlecht gemixten eigenen Getränk, James und dem Zombie-Film, welchen er ausgewählt hatte. Bereits nach einem Viertel des Films war ihr Glas leer, doch sie widerstand der Versuchung aufzustehen und sich noch einen zu machen. Dafür war der Film zu gut, das Sofa grad zu weich und die Situation zu schön, ihren schweren Kopf auf James Schulter zu betten. Ihr Kopf war nicht mehr in der Lage, irgendetwas hiervon zu interpretieren oder zu hinterfragen. Ob das richtig so war, so sein sollte oder nicht. Sie genoss einfach den moment, während der getrunkene Alkohol nebenbei immer mehr in ihren Blutkreislauf hineinsickerte.
Schließlich kamen die Credits des Film. Mit einem Lächeln richtete sich Joanna wieder auf in eine grade sitzende Position (worauf ihr Körper ihr mit enormem Schwindel antwortete), streckte sich (sie fiel zurück gegen die Sofalehne) und sah dann zu James. "Der war echt gut der Film. Mega. Gute Auswahl!", lobte sie ihn und grinste. Kurz überlegte sie, was sie jetzt tun könnte und wusste es sofort. Vorsichtig beugte sie sich zu James, um ihm einen sanften kurzen Kuss auf die Wange zu geben.
"Ich werd jetzt in unser... also mein Zimmer gehn. Schlaf gut und träum was Schönes, James." Sie stand auf. Der Raum begann sich um sie zu drehen, der Boden unter ihr neigte sich bedrohlich. Sie machte zwei eher unbeholfene Schritte, ehe sie mit ihrer Hand die Sofalehne umfasste und der Schwindel ein wenig nachließ. Kurz legte sie James noch mit einem ehrlichen Lächeln die Hand auf die Schulter. "Ich bin froh, wieder da zu sein."
Ihr Hirn hatte sich mittlerweile in die schwankende Situation eingefunden und ziemlich sicheren Schrittes fand sie den Weg ins Gästezimmer. Dem Zimer, in dem sie nun schlief. Sie schloss die Tür hinter sich, schnappte sich die Vodka-Flasche und schmiss sich aufs Bett, wobei sie zuerst das Handy an sich nahm, durchscrollte und (nach zweimaligem Versuch) Spotify anmachte. Eine gemischte Playlist, in welchem praktisch jedes Lied und jedes Genre vorkommen konnte. Sie stellte es leise aber hörbar ein (sie wollte James ja nicht stören), sah erst auf die Tür, dann aus dem Fenster, grinste leicht und nahm einen Schluck aus der Flasche.
Es war wirklich schön, wieder hier zu sein. Jetzt erst wurde ihr klar, wie sehr sie es vermisst hatte..

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Re: James & Joanna ~ And Then I Saw You... (2000)

von Joanna am 01.08.2021 14:15

"Ist ja gut, ich habs verstanden", lachte Joanna, als James seine Kollegen sogleich verteidigte und nochmal festhielt, dass sie gute Typen waren. "Ich freue mich darauf, sie kennenzulernen!" Das tat sie wirklich. Sie knüpfte gerne neue Kontakte, lernte gerne neue Leute kennen. Erst Recht natürlich das Umfeld von James, mit dem sie sich so gut versetand, als würden sie sich schon seit Jahren kennen. Sie hatte auch den Kuss nicht vergessen. Sie hatten noch nicht darüber gesprochen, was genau das jetzt zu bedeuten gehabt hatte. Aber jetzt jetzt war auch nicht wirklich der beste Zeitpunkt - ihre Nerven waren grade ohnehin schon Reißleinen, die jeden Augenblick drohten zu zerplatzen - was sie vermutlich in dem Augenblick tun würden, da ihr Handy klingelte.
Außer natürlich, sie unterdrückte ihr Nervengeflatter und beruhigte sich. Und was das anging gab es für sie wirklich nichs besseres Gras, auch wenn es in Kanada nach wie vor illegal war. Aber gut, dass ihr guter (baldiger) Cop-Freund da ein oder zwei Augen zudrückte. Das wusste sie wirklich zu schätzen!
"Danke", lächelte sie nochmal ehrlich, als James sie erneut beruhigte und drehte sich gekonnt ihren Joint. Wobei sie trotzdem vorsichtshalber nochmal nachfrage (spaßig natürlich), dass er sie auch wirklich nicht verpfeifen würde. Bei seiner Antwort grinste sie leicht und schüttelte den Cop. Sie nahm einen weiteren kleinen Zug und nickte ihm dann zu. "Ich glaube, das letzte was du wirst ist ein korrputer Cop.", stellte sie fest, ihre Stimme durch den Joint leicht rauchiger. Es fühlte sich an, als würde sich eine warme angenehme Decke über sie und ihr gemüt legen und sie genoss dieses Gefühl grade, ehrlich.
Dann fiel ihr ihr neues Tattoo ein und dass sie ihm das noch gar nicht präsentiert hatte - was natürlich sogleich nachgeholt werden musste! Stolz hielt sie ihm ihren Finger hin und musste leicht lachen, wobei ein wenig des süßlichen dicklichen Rauch aus ihrem Mund entwich. Unter dem Tisch trat sie ihm ganz sanft vors Schienbein. "Keine Sorge, wenn ich dich scheiße finde, wirst dus schon merken." Dann betrachtete er das Tattoo richtig - und reagierte auch richtig. Sie wiederholte seine nickende Kopfbewegung. "Ja, das hoff ich. Dieses Tattoo hab ich schon echt lange geplant. Ich würde auch gerne hier..." Sie tippte sich auf die Stelle links hinter ihrem Ohr. "...einen Notenschlüssel haben. Und das hier-" sie tippte auf die Initalien ihres Schwarms am Handgelenk - die sie bereits hatte. "- würde ich gerne überstechen. Mit Ranken die so über den Unterarm gehen oder so. Und noch so verschiedene andere Kleinigkeiten hab ich im Kopf, mal schauen." Sie konnte es kaum erwarten endlich genügend Geld zu haben, um sich diese Träume erfüllen zu können. Aber das würde schon alles werden. Bald würde der Anruf kommen und sie wäre freii..

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 01.08.2021 19:12.
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