Suche nach Beiträgen von Joanna

Erste Seite  |  «  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  ...  39  |  »  |  Letzte Die Suche lieferte 390 Ergebnisse:


Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 543

Re: Purvis

von Joanna am 02.03.2025 19:42

Irgendwann regte sich Corey. Joanna konnte unmöglich sagen, wie viel Zeit vergangen war und wie fern der Morgen nach war. Selbst an der Sonne konnte man sich nicht mehr orientieren, dank der ständigen Asche in der Luft. Natürlich es wurde heller und dunkler - doch anders konnte man Tag und Nacht kaum voneinander unterscheiden. Jo hasste diese neue triste Welt. Hier drinnen konnte man noch weniger erkennen, wie spät es war. Man hatte nur die Schwärze des Supermarktes.
Joanna hatte die Augen zu, als sie plötzlich einen Lichtkegel wahrnahm. Sie zuckte leicht zusammen, öffnete ihre leicht brennenden Augen (der Nachteil an ihrem chronischen Schlafmangel), rieb sich über sie und sah dann hinüber zu Corey. Sie wirkte panisch (ob sie auch einen Alptraum gehabt hatte?), doch dann sprang sie schon auf und sah sich hektisch um. Tatsächlich sah es aus, als wäre ihr schlecht.
"Corey?", fragte Joanna, erst später bemerkend, dass es wenig Sinn gab, jemanden der taub war zu rufen. Ihre Knie knackten als sie sich aufrichtete und ihr Rücken schmerzte höllisch, ihr Kopf summte vom Alkohol des vergangenen Abends und ihre Hände - etwas schwitzig - zitterten leicht. Doch noch bevor sie auch nur einen Schritt tun konnte, hatte sich Corey schon in den Mülleimer übergeben. "Scheiße.", murmelte sie. Warum hatte sie in ihrem Leben eigentlich nie Gebärdensprache gelernt?
Sie trat zu der Dunkelhäutigen, welche bereits etwas auf ein Blatt Papier kritzelte. Schweiß glänzte auf ihrer Haut, sie wirkte blass um die Nase. Fuck, hatte sie sich irgendeinen Scheiß Magen-Darm-Virus oder sowas eingefangen? Gab es sowas überhaupt noch? Vielleicht eine Lebensmittelvergiftung?
Sofort - nachdem die die Worte gelesen hatte - entfernte Jo den Stuhl von der Tür, nahm das Handtuch vom Schlitz oben und öffnete. Sie sah Corey hinterher, die schnell hinauseilte. Sie machte sich Sorgen. Ah fuck.
Langsam ging Jo zu ihrem Rucksack und dem Beutel mit den alkoholischen Flaschen. Zeit für Frühstück. Sie trank einige große Schlucke Wein. Setzte ab, lehnte sich an den Schreibtisch und sah zur Tür. Fuck, hoffentlich ging es ihr gut. Hoffentlich erwischte sie kein Zombie in diesem Zustand. Sie trank nochmal einige Schlucke, dann räumte sie die Flasche weg (obwohl sie immer noch durstig war) und schrieb - mit etwas ruhigeren Händen: ~ Alles okay bei dir? ~
Und dann wartete sie darauf, dass ihre neue Bekannschaft zurückkame.

Joanna_Signatur.png

Antworten

Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 543

Re: Purvis

von Joanna am 01.03.2025 19:14

Coreys Flugzeug-Bau hatte Joanna gar nicht richtig mitbekommen. Erst als sie aus den Augenwinkeln etwas durch die Luft fliegen sah, sah sie instinktmäßig auf (der Instinkt war mittlerweile darauf gepolt, bei jeder unerwarteten Bewegung sofort aufzumerken und wachsam zu sein) - aber dann sah sie, dass es sich nur um einen Papierflieger handelte und lächelte leicht. Er sah wirklich gut und stabil aus. Vielleicht sollte sie das gleich auch einfach mal machen.
Nachdem sie Corey also den Block gegeben hatte und diese las und antwortete, schnappte sich Joanna ebenfalls ein Blatt Papier, setzte sich in einen ungefähren Schneidersitz (einen richtigen bekam sie mit ihrer fehlenden Koordination im Augenblick nicht hin) und begann auch einen Papierflieger zu falten. Ihrer war deutlich schräger, als der Coreys, weil sie gerade um Längen nicht so genau arbeiten konnte wie die änderen und die Faltenden nicht genau traf. Als sie ihn durch die Luft segeln lassen wollte, stürzte er bereits auf dem ersten Meter ab. Dennoch musste Joanna leicht grinsen und fuhr sich dann mit einer Hand über Augen und Stirn. Shit. Sie war echt betrunken. Aber sie hatte heute auch echt viel getrunken. Das brachte das mit sich. Ihr war auch zur Hölle schwindlig. Nur gut, dass sie zum Glück schon immer einen recht festen Magen besessen hatte.
Ein Block. Joanna nahm ihn, blinzelte erneut um ihre Augen irgendwie auf die Buchstaben zu fokussieren (was ihr Kopfschmerzen verurschte), aber dennoch schaffte sie es irgendwie noch zu lesen. Sie nickte nur bei dem ersten Absatz. Ja. Ja, das stimmte. Und Lis' Tod - generell der Tod ihrer Familie, der Unfall - würde sie auf ewig verfolgen. Damit hatte sie sich abgefunden. Die Schuld wurde sie nicht mehr los.
Als sie Coreys Geschichte vom Biss lag, befiel sie eine kalte Gänsehaut. Sie konnte es sich nur allzu lebendig vorstellen. Das musste schrecklich gewesen sein. Insbesondere, die kleine Zombie-Dame dan umbringen zu müssen. Sie kannte das. Sie selbst hatte auch schon gegen infizierte Kinder kämpfen müssen. Und jedes Mal schien es einen innerlich zu zerfetzen. Zumindest am Anfang. Irgendwann stumpfte man wohl gegenüber alles ab. Eine der Dinge, bei der der Alkohol half.
Mit schwerer Hand, setzte sie den Stift auf das Papier.  ~ Gerne. ~, schrieb sie auf das Angebot der Versorgung ihres Bisses. Damit hatte sie wirklich nicht gerechent. Aber sie war wirklich dankbar. ~ Auch für dein Vertrauen. Bis morgen ~
Sie schob Corey, welche sich bereits hingelegt hatte, dan Block hin, legte sich dann selbst auf den Boden - als "Kissen" benutzte sie ihren Rucksack, und bereits innerhalb weniger Minuten, hatte der Rausch sie in einen Schlaf befördert.
Nur zwei Stunden später wachte sie mit einem Ruck aus einem Alptraum auf. Sie hatte schon seit dem Unfall jede Nacht Alpträume gehabt, diese aber mit dem Alkohol immer gut ertränken können. In dieser apokalyptischen Welt jedoch waren die Alpträume schlimmer geworden und der Alk half nicht mehr. Erschöpft rieb sich Joanna die brennenden Augen. Unbewusst nahm sie einen Schluck Wein und sah dann kurz zur schlafenden Corey. Sie hatte ihr versprochen, wachsam zu sein. Entschieden packte Joanna die Flasche weg, setzte sich direkt an die verbarrikadierte Tür und hielt Wache: sie lauschte. Hin und wieder nickte sie ein und schlief eine halbe Stunde, doch die restliche Zeit saß sie da, lauschte auf etwaige Zombie-Geräusche und stand manchmal sogar auf um durch das Glas zu spähen, ob sie zwischen den dunklen Regalreihen nicht vielleicht irgendeine Art Bewegung erkennen könnte. Trinken tat sie die restliche Nacht über nichts, sondern schlief in den winzigen Etappen die ihr Körper ihr gestattete, ihren Rausch nach und nach aus.

Joanna_Signatur.png

Antworten

Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 543

Re: Purvis

von Joanna am 27.02.2025 14:04

Joanna döste dahin. Aber das hieß nicht, dass sie taub war. Mit schwerem Kopf gönnte sie sich einfach diesen Moment der Ruhe, der Auszeit. Es war angenehm, einfach mal an nichts zu denken. An absolut gar nichts. Das war eine der Dinge und Zustände, die ihr so am Alkohol gefielen. Wenn alles einfach egal wurde, man nur noch atmete und keine Gedanken und Sorgen fühlte.
Dann spürte sie plötzlich eine Berührung auf ihrem Knie. Sie öffnete die Augen, brauchte einen Moment um wieder aufzunehmen wo sie war und schenkte Corey dann ein kleines Lächeln, ehe sie den Block nahm. Es brauchte etwas, ihren dösigen Kopf dazu zu überreden, wieder zu lesen und vor allem: zu verstehen. Aber nach ein oder zwei Minuten schaffte sie es, sich auf die geschriebenen Worte zu fokussieren.
Auf dem ersten Absatz legte sich nur ein schwaches Lächeln auf ihre Lippen. Es war nicht unbedingt so, als hätte sie eine Wahl gehabt. Ihr Mann war infiziert worden. Es war schnell gegangen. Sehr schnell. Und dann hatte er sie angegriffen. Sie hatten gekämpft. Er hatte sie gebossen. Sie hatte keine andere Möglichkeit gehabt, als sich zu verteidigen. Und... nun. Ihn zu töten. Es wra der reine Überlebensinstinkt gewesen, den sie - warum auch immer - noch in sich trug und der sogar stark war. Stärker als alles andere in ihr, würde sie sogar meinen. Wenn sie nur wüsste warum. Sie seufte leise, versuchte ihre sich zerstreuenden Gedanken zu sammlen und auf den nächsten Absatz zu konzentrieren. Ach ja. Richtig. Das andere Trauma. Sie nickte, als Antwort und es dauerte eine ganze Weile, bis ihr einfiel, dass das eher unnütz war. Also schrieb sie mit unsauberer Schrift (Koordination war im Augenblick nicht mehr ihre Stärke): ~ Das war 2015. Also 10 Jahre her. Und ja. Dadurch hab ich den Halt verloren. ~ War sinnlos, das zu leugnen. Und die Schuld, die sie damit auf sich geladen hatte, mit diesem Unfall, würde sie auch niemals los werden. Bis sie starb. Aber vielleicht konnte sie nun wengistens jemand anderen wieder mit ihrer Schwester vereinen. Irgendwie tat es gut, jetzt wieder ein Ziel zu haben. Einen tatsächlichen Lebenssinn, mehr als... nun. Einfach nur zu überleben.
Corey bewegte sich. Joanna blickte von dem Block auf, ehe sie auf die letzte Frage antworten konnte und sah, wie Corey ihr T-Shirt hochzog. Eine Zombie-Mal zog sich über ihre Seite. Man konnte die Biss-Spuren. Eigentlich hätte das wohl Angst in ihr wecken sollen, oder Vorsicht oder... was auch immer. Tatsächlich jedoch fühlte sich Joanna eher erleichtert. Ob das der Alkohol war? Sie war froh, nicht die Einzige zu sein. Und dass Corey wusste, wie das war. Als Antwort daruaf, zog sie ihren eigenen Pullover nach oben, sodass man das ganze Ausmaß der vernarbten Haus sehen konnte, welche sich über ihren Unterarm zog, auf ihr Handgelenk und bis hin zu den Fingergelenken streckte. Knapp oberhalb ihres Handgelenkes konnte man den dunkel vernarbten Biss erkennen, den sie James zu verdanken hatte. Nachdem sie sicher war, dass Corey es gesehen hatte, zog sie den Ärmel wieder runter und schrieb: ~ Keine Ahnung, wann es war. Zeitrechnung in dieser Welt ist schwierig. Ich schätz mal so 1 Jahr nach dem Ausbruch? Am Anfang war es nur ein kleiner Fleck, direkt um die Bisswunde. Aber er breitet sich immer weiter aus. Wie man sieht. ~ Sie zögerte kurz, sich fragend, ob sie noch wach und klar genug war, für dieses Gespräch; andererseits interessierte es sie: ~ Wie wurdest du gebissen. Und heißt es, du bist immun? ~ Sie reichte Corey den Block mit einem kleinen, aber ehrlichen Lächeln zurück.

Joanna_Signatur.png

Antworten

Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 543

Re: Purvis

von Joanna am 25.02.2025 18:39

Hatte sie es gesehen? Einen Augenblick lang, nachdem Joanna sich am Handgelenk gekratzt und dann aufgeblickt hatte, glaubte sie zu sehen, wie Coreys Blick nach oben ging. War ihr Blick auf der verrunzelten, vernarbten Haut gewesen, auf dem Zombiemal, welches sich langsam aber sicher immer mehr ausbreitete? Scheiße. Sie hoffte es nicht. Sie könnte nur allzu gut verstehen, wenn das das Misstrauen wieder entfachten wurde. Ja sogar, wenn Corey sie dann hier ud jetzt einfach humbringen würde. Doch Corey machte keinerlei Anstalten, nach ihren Waffen zu greifen. Im Gegenteil. Eingewickelt in die Decken, wie sie es früher als Kind in ihrem Schlafzimmer gerne getan hatte, um Eskimo oder sonst was zu spielen, nahm sie den Block und begann zu schreiben.
Jo fokussierte sich entsprechend aufs Essen und Trinken. Nache iner weiteren Reiswaffel - diesmal ohne Belag - legte sie alles beiseite. Ihr Hunger war gesättigt (man hatte sich in dieser Welt an wenig Essen gewöhnt - außerdem hatte Alkohol viele Kalorien, was ihr in diesem Fall ausnahmsweise zugute kam). Danach wartete sie, bis Corey ihr den Block wieder reichte.
Unwillkürlich musste sie lächeln, als sie die Antwort auf ihre durchgestrichene Frage las. 21 Jahre jünger? "Wow, krass. Dann war sie ja echt ne ziemliche Nachzüglerin.", sagte sie. Zu spät fiel ihr ein, dass Corey sie ja nicht hören konnte. Aber die Aussage war es nun echt nicht wert, aufgeschrieben zu werden. Zumal das Thema gleich um einiges ernster wurde. Interessiert und beeindruckt las Joanna, was Corey alles über das Virus herausgefunden hatte. Und ja, das ergab Sinn. Es ergab Sinn, warum sich ihr Mann nach der Infektion praktisch sofort verwandelt hatte, ebenso wie viele andere. Es erklärte, warum sich manche nur mit der versuchten Luft vom Vulkan infizziert hatten und bei anderen ein Biss nötig war. Und es erklärte, warum es bei wieder anderen - wie ihr selbst - nur ein schleichender Prozess war. Wie eine tickende Zeitbombe, bis sich die Viren zu sehr vermehrt hatten und ihr System doch übernahmen. Und dass sie Journalistin gewesen war, erklärte, woher sie so vieles wusste. Sie biss sich auf die Unterlippe und schloss für einen Moment die Augen. Fuck. Corey hatte ihre Zombie-Mal wohl doch gesehen. Sie atmete tief durch, und schlug eine neue Seite auf, um dort antworten zu können: ~ Ja. Mein Mann hat mich gebissen, nachdem er infiziert war und sich verwandelt hat. Ich musste ihn töten. ~ Es war seltsam, wie etwas so traumatisches, was sie jede Nacht im Traum heimsuchte, so einfach aufzuschreiben war. Als hätten ihre Finger nur darauf gewartet, waren sie wie von selbst über das Blatt geglitten. Sie schluckte schwer und schlug die Seite zurück, um Coreys Worte weiterzulesen.
Scheiße. Corey fragte nach ihrer Schwester. Also alles Traumatische auf einmal? Scheiß drauf. Was machte es für einen Unterschied? Diesmal nahm Jo gleich mehrere große Schlucke des Weins (allmählich spürte sie den Alkohol doch überdeutlich in ihrer Blutbahn und ihrem Kopf kreisen) und antwortete erneut auf der anderen Seite: ~ Nein. Sie starb lange vor dem Ausbruch bei einem Autounfall, den ich baute. ~ Sie wollte in dieser Welt kein Lügen und kein Verstecken mehr. Alles was in der alten Welt gewesen war, war ohnehin nichtig geworden. Fuck, Gott sei Dank musste Lis das nicht erleben. Und selbst für diesen Gedankengang fühlte sich Joanna schlecht. Als wäre sie froh, dass ihre Schwester tot sei...
Wenigstens der letzte Absatz erhellte wieder ein wenig etwas. Joanna hätte gar nichts im Gegenzug für ihre Hilfe gewollt. Somit war das, was Corey aufschrieb, mehr als nur genug. Sie lächelte und endete ihre eigenen, deutlich weniger Worte mit: ~ Deal. Wir werden sie finden. Versprich mir nur eines, ja? Sollten die Symptome bei mir anfangen, töte mich ~
Und damit reichte sie Corey den Block, lehnte sich mit ihrer Flasche Wein von der sie noch einen Schluck nahm an die Wand hinter ihr und gab sich einem Dösen hin, der ihr mit ihrem Alkoholpegel leicht viel. Ein einfaches, dämmriges Dahingleiten, welches wohl - wenn man sie nicht störte - in einen Schlaf übergehen würde, der eine Stunde, oder mit etwas Glück sogar zwei Stunden - halten würde.


Joanna_Signatur.png

Antworten

Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 543

Re: Purvis

von Joanna am 22.02.2025 18:34

Es war mehr als verständlich, dass Corey erstmal zu ende aß, bevor sie nach einem Stift griff, um auf ihre zwei Fragen zu antworten. In der Zeit  aß sie auch ihre eigene Reißwaffel. Und während Corey dann begann zu schreiben, aß sie tatsächlich zwei weitere. Sie aß sie sehr langsam, kaute jeden Bissen gründlich. Sie hatte gelernt, dass man so schneller satt wurde, ergo konnte man so auch Proviant sparen, was in dieser neuen Welt nicht grade unerheblich war.
Als sie schließlich den Block mit einem durchaus längeren Text zurückbekam, wischte sich Joanna ebenfalls die Finger an der Hose ab, ehe sie ein Bein an sich heranzog, einen Schluck Wein nahm (sie konnte nicht anders) und dann begann zu lesen. Dabei wurden ihr einige Dinge über ihre neue Bekanntschaft klar - unter anderem wie unglaublich intelligend und klug sie war. Sie musste einen hohen IQ besitzen und war in der alten Welt besimmt angesehen gewesen. Wer sonst könnte sich einen solchen Plan ausdenken und darüber hinaus sich ausrechnen, wann selbst Notstrom wohl nicht mehr funktionierte und überhaupt. Sie schien unglaublich viel zu wissen. Und das beeindruckte Joanna zutiefst, und machte ihr umso mehr deutlich, wie erbärmlich und unwissend sie selbst eigentlich war. Allein schon mit ihrer verdammten Alkoholsucht. Den etlichen Fehlern, den sie in ihrem Leben gemacht habe und die Leben, die es gekostet hatte. Nur eine einzige Sache tröstete Joanna: wenigstens musste Lis diese ganze Scheiße nicht miterleben.
Apropos Lis: auch Corey hatte eine Schwester. Ohne ihrer Hand wirklich den Befehl dazu gegeben zu haben, schrieb sie schon: ~ Ist sie deine große oder deine kleine Schwester? Ich hoffe wirklich sehr, dass du sie winderfindest. ~ Nach kurzem Zögern fügte sie an: ~ Du weißt übrigens echt viel über das alles. Warst du da irgendwie beruflich unterwegs? ~ Galanter konnte sie sich grad echt nicht mehr ausdrücken, ihr vom Alk etwas benebeltes Hirn weigerte sich. Aber war ja auch egal, hauptsache man verstand sie.
Sie las weiter, schüttelte zu sich selbst den Kopf und strich ihre erste Frage wieder durch. Dann setzte sie zu einem neuen Absatz an, um ihre eigene Geschichte zu erzählen. ~ Geboren wurde in dem kleinen Kaff Valemount in Kanada, aber ich bin von dort abgehauen als ich 18 war und lebte seitdem in Vancouver. Mein Mann war Polizist. Nachdem alles in sich zusammengebrochen ist und es auf den Straßen mehr Tote und Untote als Lebendige gab, haben wir uns auf den Weg gemacht. Wir flohen. Einfach nach Südosten, immer weiter. Versuchen zu überleben. Er wurde infiziert und... hat es nicht geschafft. ~ Sie schluckte, kratzte kurz über ihr Handgelenk. Dann schrieb sie weiter. ~ Also bin ich seitdem allein weiter. Ohne Ziel. Ohne Aussicht. ~ Wieder zögerte sie. Doch dann schrieb sie: ~ Ich hatte auch mal eine kleine Schwester. Falls ich irgendwie helfen kann, dass du zu ihr zurückkommst, werde ich das tun. ~ Und wenn sie dabei sterben würde. Vielleicht hätte sie so ihre eigene Sünde dann wenigstens zu einem winzigen Teil wiedergutgemacht. Sie reichte Corey den Block, trank einen Schluck Wein und nahm sich dann etwas von dem Trockenfleisch.

Joanna_Signatur.png

Antworten

Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 543

Re: Purvis

von Joanna am 10.02.2025 18:40

Während Joanna auf Corey wartete, hatte sie sich hin und wieder tatsächlich noch einen Schluck Tequila genommen, diesen schließlich jedoch wiede verschlossen und in den Beutel geräumt um stattdessen eine der beiden Weinflaschen herauszuholen. Ihr Alibi-Getränk. Es war fast befremdlich. Es war so unglaublich lange her, dass sie ihren tatsächlichen Alkohol-Konsum vor anderen Leuten versteckt hatte... es fühlte sich wie ein kleiner Zeitsprung an, es nun wiederzutun. Auch wenn es natürlich nichts gutes war. Ganz und gar nicht. Und wahrscheinlich auch völlig unnötig. Tja, aber was sollte sie tun. Sie seufzte leise...
Sehr sehr leise Schritte und kurz darauf öffnete sich die Tür. Unwillkürlich zuckte Joanna zusammen und blickte auf, ihre Waffe bereits reflexartig in der Hand. Doch es war nur Corey, die mit einer Ladung Kissen und Decken hereinkam. Tief atmete Joanna durch, um sich wieder zu beruhigen. Sie stand sogar auf den Beinen, so schnell hatte sie sich bewegt. Jetzt - erst mit deulicher Verzögerung - kam ein leichter Schwindel hinzu, der ihr nur allzu bekannt war, sie aber nicht weiter störte. Damit konnte sie umgehen. Den kannte sie.
Sie setzte sich wieder auf den Bürostuhl und erwiderte Coreys Winken mit einem Lächeln. Sie war froh, die andere zu sehen und dass sie wieder da war. Mit einem dankbaren Nicken nahm sie zwei der Decken entgegen. Eine davon legte sie auf den Tisch, die andere über ihre Beine. Eigentlich war ihr nicht kalt. Tatsächlich war ihr trotz des veränderten und deutlich kälter gewordenen Klimas selten kalt. Aber sie wusste selbst, dass das an ihrem Alkohol-Konsum lag, der ihr Temperaturempfinden einfach vollkommen manipulierte. Also musste sie trotzdem darauf achten, nicht zu unterkühlen, was deutlich schwieriger war, wenn man die Unterkühlung dank des Alks nicht spürte. Als Corey Anstalten machte, den Stuhl zu nehmen, stand Jo inklusive Decke auf und setzte sich stattdessen auf den Tisch. So beobachtete Joanna, wie Corey zunächst die Tür versperrte und dann den Türspalt abdichtete (würden sie noch genügend Luft bekommen?) und anschließend den Schrank hinaufkletterte (na klar würden sie Luft bekommen. Der Lüftungsschacht). Joanna bewunderte Coreys Agilität und Fitness. Sie glaubte nicht, dass sie selbst zu sowas im Stande wäre. Das waren die seltenen Momente, in denen sie den Alkohol wirklich hasste. Aber wenn sie selbst durch eine Apolalypse nicht trocken wurde... dann würde sie das wohl nie werden.
Als Coreys Fuß gegen den Schrank geschlagen war, war ein lautes dumpfes Geräusch ertönt, dass Joanna wieder zusammenschrecken ließ. Sofort stand sie auf (die Decke rutschte von ihren Beinen) und sie ging zur Tür. Eigentlich wollte sie sie öffnen, aber dann fiel ihr ein, dass die Weste an den Spalt gestopft war und die Tür aufhalten würde. Also lauschte sie nur angestrengt durch die Tür, ob sie irgendetwas hörte. Aber nein. Es war alles still.
Kurz danach war Corey auch schon wieder bei ihr und reichte ihr den Block mit einer Antwort. Sie nickte leicht bei ihren Erklärungen, auch wenn sich Joanna Teile davon schon fast hatte denken können (es blieb die Frage, wie zur Hölle sie da hoch zum Lüfungsschacht kommen sollte, aber diese Blöße wollte sie sich nun nicht geben). Und schließlich war da eine Frage. Eine Frage, die Joanna leicht beantworten konnte: ~ Nein. Seit dem Tod meines Mannes ziehe ich nur umher und versuch zu überleben. Wie schauts bei dir aus? ~
Sie roch Feuer. Nein, Kerzen. Überrascht blickte Joanna auf und sah, dass Corey Kerzen angezündet hatte. Irgendwie verlieh es dem Büro fast etwas heimeliges. Joanna mochte Kerzen und hatte sich zugegeben ewig keine mehr angezündet. Aber es war eine gute Idee. Insbesondere sparte es Batterien, von denen sie eh immer nur sehr wenig bis keine hatte.
Corey kam auf sie zu und beschriftete ein Blatt, welches sie ihr inklusive einer Tablettenpackung zuschob. Stirnrunzelnd las Joanna. Es klang eindringlich und ernst. Joanna nickte, deutete mit dem Daumen nach oben, nahm die Tablettenpackung und steckte sie sich in ihre hintere Gesäßtasche. Da wäre sie wohl am sichersten aufgehoben. Dann nahm sie den Stift und schrieb zu den Worten, ohne jegliche Fragen oder irgendwelche verlangende Erklärungen: ~ Versprochen ~ Tatsächlich regte sich so etwas wie angenehme Überraschung in ihr. Es hatte so geklungen, als köntne sich Vorey vorstellen, noch eine kleine weitere Weile mit ihr unterwegs zu sein. Und warum auch nicht? Joanna hatte kein Ziel. Es hielt sie nirgendwo. Nur... würde sie dann früher oder später Corey beichten müssen, dass sie infiziert war. Aber noch nicht. Sie wollte nicht auf die neue Gesellschaft verzichten.
Sie beobachtete, wie Corey allerhand Essen herauskramte. Kurzerhand ließ sich Joanna auf den Boden sinken, wo sie sich im Schneidersitz hinsetzte. Sie las den neuen Satz, lächelte und zeigte mit ihren Fingern das Zeichen für 'OK' indem sie mit Zeigefinger und Daumen ein O bildete und die anderen drei Finger abspreizte. Sie trank einen Schluck Rotwein (einen Korkenzieher hatte sie immer in ihrem Rucksack) und betrachtete dann das Essen. Sie nahm sich eine Reiswaffel, holte ein Schwizer Taschenmesser aus ihrem Rucksack und beschmierte sich diese mithilfe des Messers mit der Marmelade. Noch auf der Waffel kauend nahm sie den Block und schrieb: ~ Woher kommst du ursprünglich? ~
Wenn sie jetzt schon einen Abend gemeinsam hatten, sprach nichts dagegen, sich auch ein wenig kennenzulernen, oder?

Joanna_Signatur.png

Antworten

Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 543

Re: Purvis

von Joanna am 08.02.2025 15:35

Selbst eine Kassenrolle war irgendwann und irgendwo zu Ende. Jo betrachtete das nun ein gutes Stück entfernt gerollte Papier. Solche ZEiten würde es nie wieder geben. Wo man einfach gemütlich in einen Supermarkt gehen konnte, um irgendetwas kaufen zu können. Die Zeiten waren vorbei und es ging nur noch um das nackte Überleben. Aus welchem Grund... das vermochte keiner zu sagen. In - vor allem betrunkenen - Momenten, in denen Joanna versuchte über so etwas wie den Sinn des Lebens nachzugrübeln, kam sie immer nur auf eines: das Leben selbst. Zu atmen, zu essen. Einfach die Existenz, dass man am Leben war. Das allein reichte schon, um leben zu wollen. Zumindest bei den meisten. Bei sich selbst war sie dar gar nicht so sicher, bei alldem Scheiß, den sie hatte erfahren müssen. Aber egal, irgendetwas trieb einen an. Immer weiter zu machen. Weiter zu kämpfen. Weiter zu leben.
Joannas Augen richteten sich von ihrem eigenen aufgeschriebenen Namen wieder zu der Fremden, als sie von dieser Bewegungen wahrnahm. Sie konnte zwar das Finger-Alphabet nicht, doch das 'o' erkannte sie zweifelsfrei. Die erste Bewegung (die ein wenig ausgesehen hatet wie ein geformter Haken mit dem kleinen Finger), hatte sie so schnell nicht erkennen können. Zumindest nicht schnell genug um es reproduzieren zu können. Als Corey auf sie deutete, versuchte Joanna es aber wenigstens. Streckte den kleinen Finger grade weg und machte irgendeine Hakenähnliche Bewegung nach innen und dann ein 'o'. Sie lächelte leicht und glaubte zu verstehen. Ganz sicher war sie sich allerdings nicht. Sie würde später mal nachfragen (vorausgesetzt sie schaffte es, daran zu denken).
Corey schrieb eine Weile. Joanna stellte sich zu ihr, um das Geschriebene zu lesen. Tja... bei dem ersten Absatz ging der Punkt definitiv an sie. Ja, wer war heutzutage kein Kämpfer? Das stimmte wohl. Und Glück musste man obendrein auch haben. Sich selbst konnte sie davon ja ebenfalls nicht freisprechen. Der zweite Absatz.... tat weh. Aber er war zu wahr, um ihn zu ignorieren. Vielleicht musste sie sich heute einfach mal wirklich am Riemen reißen (vorausgesetzt, sie fand hier überhaupt was zu trinken). Dann mussten ein oder zwei Flaschen Wein eben reichen. So, dass sie halt immer noch reagieren konnte, wenn irgendetwas war. Aber Corey hatte Recht. Besser Vorsicht als Nachsicht. Beim letzten Absatz lächelte sie leicht. Das freute sie tatsächlich. Sie wollte grade etwas dazu schreiben,a ls Corey ihr bedeutete, dass sie noch etwas hinzufügen wolle. Also ließ Joanna das zu und las auch die neuen Worte. Sie nickte, zum eichen, dass sie verstanden hatte. Dann schrieb sie noch rasch - den Block auf die Kasse hinter sich legend - dazu: ~ Ich werde versuchen, es nicht zu ausufernd werden zu lassen. Dann sehen wir uns später. ~
Einen Moment beobachtete Joanna, die Corey ihren Rucksack versteckte, und sich dann wieder auf den Weg machte, inklusive Einkaufstasche. Was sie wohl vorhatte? Jedenfalls war es schon ein Vertrauenszeugnis, dass sie ihren Rucksack hier ließ. Joanna rührte ihn nicht an (auch wenn die böse Stimme in ihr meinte, dass da Essen drin sei). Corey hatte ihr Essen gegeben, also gab es keinen Grund zu plündern. Sie nahm selbst einen Stoffbeutel und machte sich auf den Weg - der Kassenbonrolle folgend - zwischend ie Regale und suchte nach Ess- oder Trinkbarem, dass noch da war. Vorher hing sie sich selbstversetändlich noch ihre Waffe wieder um, die ihr schon so viele gute Dienste geleistet hatte. Grade nach der Warnung wollte sie nicht unvorbereitet den Supermarkt durchsuchen. Sie ging langsam und aufmerksam vor. Ihr Alkoholpegel - der einen unerfahrenen Trinker vermutlich schon isn Delir geschickt hätte - wurde von dem Adrenalin so runtergedrückt, dass sie perfekt einsatzfähig war. Die Ohren gespitzt, die Augen huschten in die Dunkelheit und die Regalreihen. Und dann - fand sie die Alkoholabteilung. Ihr Herz machte einen Satz. Sie wirkte fast vollständig. Ein peer zerbrochene Flaschen hier und da, wo man bei den Glasscherben aufpassen musste, keine knirschenden Geräusche zu verursachen oder sich Splitter zu holen. Aber sonst... unangerührt! Sie konnte ihr Glück nicht fassen. Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Hier würde sie sich auf jeden Fall richtig eindecken können. Wenn es gut funktionierte und der Platz sicher war, könnte sie sogar eine Weile hier bleiben. Bis sie das Feld abgegrast hätte. Der Gedanke gefiel ihr. Für den Moment nahms ie eine teure Weinflasche und legte sie in ihren Beutel. Rasch ging sie zurück zur Krasse, um noch ein paar weitere Stoffbeutel zu holen - einen davon elgte sie über ihre bereits eingepackte Flasche, dann legte sie eine zweite darauf und wiederholte das ganze noch mit einer dritten (diesmal aber Tequila - sie konnte nicht widerstehen). Die Stoffbeutel zwischen den Flaschen verhinderten Klirren, was etwaige Monster auf den Plan hätte rufen können.
Dann erst ging Joanna mit ihrer Beute vorsichtig weiter in den hinteren Teil des Ladens, der aufgrund fehlender Beleuchtung und fehlender Fenster dunkel war. Sie fand eine Leiche, welcher sie vorsichtshalbe ihre Waffe in die trockene Kehle stach. Er gab kein Geräusch vons ich. Also war er wohl tatsächlich tot und kein lebender Untoter gewesen. Sicher war sicher. Eine große Automatik-Schiebe-Tür führte in ein großes Warenlager. Natürlich gingen die Schiebetüren nicht auf, doch die manuelle daneben sehr wohl. So durchstreifte die Kanadierin das Lager. Ihre Tasche legte sie neben der Tür auf den Boden. Zwei Zombies überraschten sie. Dem einen durchbohrte sie wie schon der Leiche die Kehle, dem zweiten schlitzte sie den BAuch auf, trat ihm dann geradewegs in die Eingeweide, ehe sie die Klingen dann ebenfalls durch die Kehle schlitzen ließ, bis er sich nicht mehr regte. Einige blonde Strähnen hatten sich gelöst und hingen ihr ins Gesicht. Sie pustete sie weg, ging zu ihrem Beutel und öffnete sich die oberste Flasche - den Tequila - um daraus zwei große Schlucke zu nehmen. Das hatte sie sich grade verdient und die heimatliche Hitze des Getränkes in ihren Adern tat gut. Sie stellte die Flasche wieder beiseite und machte sich - die Waffe am Anschlag - wieder auf den Weg. Zombies waren keine mehr da. ABer sie fand einige volle Müslipackungen, und einige Konserven mit Erbsen und Bohnen, die in dunklen Ecken versteckt gerollt waren. Sie sammelte alles ein, stopfte es in einen weiteren Beutel. Auch ein paar Softgetränke fand sie, die sie mal für Corey mitnahm, sollte sie so etwas mögen - und viele verschimmelte Dinge, die sie getrost ignorierte.
Mit ihrer Beute verließ sie das Lager wieder - den Tequila hatte sie wieder eingepackt - und ging weiter. Bereits nach wenigen Schritten im eigentlichen Laden, fand sie eine weitere Tür - und hier war das Büro. Es war klein. Blätter von Aktenordnern bedeckten den Boden, ein Schreibtisch war heir mit diversen schwarzen MOnitoren, mit denen einstmals der Laden wohl auch überwacht worden war. Auch eine Kaffeemaschine war hier und eine schon lange gestorbene Pflanze. Es mochte nicht der gemütlichste Ort sein, aber definitiv sollte er zum Schlafen gut geeignet sein. Er hatte keine Fenster, nur einen schmales Lüfungsgitter über dem Schrank. Ihre Beutel stellte Joanna in der Ecke ab, ihren Rucksack gleich daneben. Sie band sich ihre Haare neu, holte dann die Softdrinks für Corey heraus und gönnte sich selbst noch einen Schluck Tequila. Aber sie sollte gleich zum Wein wechseln. Sie hatte Corey ja versprochen, dass sie nicht übertreiben wollte.
Sie nahm sich einen der Zettel vom Boden, fand in der Schublade einen Stift und schrieb: ~ Nebenan ist ein Lager. Da hab ich neben zweiZombies noch ein bisschen Verpflegung gefunden. Keine Sorge, die Zombies werden uns keine Probleme mehr machen. Die sind tot. Wie lief es bei dir? ~ Und dann lehnte sie sich auf dem Stuhl etwas zurück, gönnte ihrem Körper die kurze Entspannung und wartete auf Corey.

Joanna_Signatur.png

Antworten

Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 543

Re: Purvis

von Joanna am 06.02.2025 19:51

Joanna verstand die Warte-Geste und beobachtete, wie Corey aus ihrem Rucksack einen Block und einen tatsächlichen Stift herausholte. Ja, das war natürlich definitiv hilfreich. Sie beobachtete mit leicht zur Seite geneigtem Kopf wie Corey schrieb und ihr schließlich den Block reichte. Es war eine Analyse der Situation eines solchen Büros. Allerdings sah Joanna in den Problemen dieser 'Probleme' nicht wirklich ein Problem. Sollte das irgendeinen Sinn machen. Allerdings waren die Schwierigkeiten, welche die Frau selbst als tatsächlich Gehörlose, wie es schien, natürlich eine ganz andere Hausnummer. Das wirkte ungeheuer schwer in dieser Welt und umso bewundernswerter war es, dass sie noch hier war. Einer Eingebung folgend nahm Joanna sogleich den Stift und schrieb ihre Gedanken nieder: ~ Du bist eine richtige Kämpferin, oder? Mach dir keine Sorgen mit dem Büro. Solange man leise ist und sie dich nicht sehen können, versammeln sie sich nicht zu einem Pulk. Zumindest nicht direkt vor deiner Tür. Also das kriegen wir hin. Und sollte doch irgendetwas sein, dann informiere ich dich. ~ An dieser Stellte zögerte sie kurz. Aber scheiß drauf. Die Fremde hatte ihre Schwäche mit ihr geteilt, dann konnte sie das im Gegenzug doch genauso machen, oder? ~ Ich mag vielleicht ein Alkohol-Problem haben, aber meine Ohren funktioneiren zum Glück noch und immerhin habe ich bisher auch überlebt ~
Sie schenkte der Frau ein Lächeln, als sie ihr den Block wieder gab und folgte dann ihrer Geste zu dem Kassenbon, auf dem in großen Lettern ein Name stand. 'Corey'. So schien die Fremde wohl zu heißen. Joanna lächelte, kniete sich hin, ließ den Kassenbon kräftig über den Boden des langen Flures rollen sodass er sich weiter aufwickelte und schrieb dann auf das Ende das bei ihnwn war: ~ Joanna ~ Dann richtete sie sich wieder auf und sah dem Papierband nach, welches der Kassenbon hinter sich gelassen hatte. Verrückt, dass man an solch kleinen Sachen in so einer Scheiß Situation Freude empfinden konnte. Andererseits... vielleicht war das auch nur der Whiskey der aus ihr sprach. Wer wusste das schon?

Joanna_Signatur.png

Antworten

Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 543

Re: Purvis

von Joanna am 05.02.2025 21:46

Joanna seufzte hörbar, als die Fremde Alkohol im Laden verneinte. Das hatte sie befürchtet. Aber sie würde dennoch suchen. Vielleicht ließ sich ja noch irgendeine verbliebene Flasche oder sonst was finden. Sie brauchte etwas zu trinken. Und auch Essen. Zum Glück hatte die Flasche Whiskey schonmal eine gute Grundlage gelegt, die eine Weile anhalten würde. Aber wenn Joanna in dieser postapokalyptischen Welt etwas herausgefunden hatte..., dann, dass Entzugserscheinungen der Tod waren. Unkonzentration, Zittern, Wutausbrüche. Nicht zu gebrauchen. Ja, sie liebte den Alkohol. Sie liebte es sich zu betrinken. Aber sie brauchte ihn auch wortwörtlich hier, um am Leben zu bleiben. Obwohl sie zugegeben immer noch nicht wusste, wie sie es geschafft hatte, noch am Leben zu sein.
Wieder schrieb die Frau auf den Kassenbon und es klang nach einer Verabschiedung. Das machte einen Teil von Joanna traurig. Sie wollte nicht auf Gesellschaft verzichten. Sie war immer schon ein eher extrovertierter und menschenoffener Mensch gewesn - mit Ausnahme nach dem Knast und Unfall - aber dennoch... hatte sie lieber Gesellschaft als Einsamkeit. Und in heutiger Zeit traf man nur selten Leute, die noch nicht untot waren. Wobei sie ja selbst schon halb eines dieser Dinger war. Sie kratzte sich kurz an ihrem Handgelenk, während sie beobachtete, wie die Frau ihre Tasche packte, aufstand und sich noch ein letztes Mal umblickte. Sicher suchte sie, ob es noch irgendetwas nennenswertes zum Mitnehmen gab. Unwahrscheinlich, dass Joanna noch irgendetwas Brauchbares finden würde. Aber sie musste es versuchen. Man musste es immer versuchen. Und immerhin hatte die Frau einen Teil ihrer Beute mit ihr geteilt... was einer Hiflsbereitschaft gleichkam, die man heute praktisch nciht mehr traf.
Auch Joanna stand auf, hin und her gerissen die Fremde zu fragne, ob sie nicht bleiben wollte. Doch dann sah auch die Frau wieder zu ihr und kurz darauf schrieb sie etwas auf die Kassenbonrolle. Joanna las ihre Worte und blickte dann auf. Sie zuckte die Schultern, nahm den Schrift und entrollte die Rolle noch etwas mehr um zu antworten: ~ Solche Supermärkte wie dieser hier haben in der Regel auch ein Büro. Das würde ich mir suchen um mch darin zu verbarrikadieren. Wenn du magst, kannst du gerne mitkommen. ~ Sie zögerte, aber nur einen kleinen Moment. Wahrheit war Wahrheit und wenn man Alkohol im Blut hatte, ging sie einem gleich nochmal leichter von der Hand. ~ Über etwas Gesellschaft würde ich mich freuen. Gesellschaft von Nicht-Untoten, versteht sich. ~ Sie legte den Stift beiseite und wartete ab. SIe könnte es der Fremden nicht verübeln, wenn sie trotzdem gehen wollte. Die heutige Zeit zwang einen nahezu, Einzelkämpfer zu sein...

Joanna_Signatur.png

Antworten

Joanna

46, Weiblich

FSK 18 Mensch neutral bisexuell biromantisch Geübter erfunden

Beiträge: 543

Re: Purvis

von Joanna am 04.02.2025 18:16

Joanna beobachtete die Fremde, immer noch sehr aufmerksam. In einer anderen Situation wäre es lustig gewesen zu beobachten, wie die Dunkelhäutige das Geschriebene auf der aufgerollten Rolle suchte. Ja, womöglich hatte sie darüber nicht nachgedacht. Ein kurzes leichtes Lächeln zuckte über die Züge der Kanadierin, was jedoch schnell wieder verschwunden war. Es fühlte sich ungewohnt an. In dieser Welt gab es einfach nichts zu Lachen.
Die andere begann nun ebenfalls auf dem Bon zu schreiben. Kurz atmete Joanna erleichtert durch. Gut. Das hieß, sie schienen eine Art der Kommunikation gefunden zu haben, die nicht nur auf Körpersprache basierte. Außer sie schrieb jetzt auf irgendeiner anderen x-beliebigen Sprache, dass sie kein Englisch sprach. Aber das wollte sie mal nicht hoffen. Als sie den Stift absetzte, kam sie näher - Joanna wich nicht zurück. Hätte die Frau sie erschießen wollen, hätte sie das schon lange getan. Akut schien also keine Gefahr mehr zu bestehen. Bei den Worten, die sie nun auf der Rolle lesen konnte, musste Joanna tatsächlich lächeln. "Keine Sorge. War mein Plan.", sagte sie, sogar mit etwas Schalk in der Stimme. Dann fiel ihr ihr Fehler auf, verdrehte über sich selbst kurz die Augen, schüttelte den Kopf und antwortete auf den abgerissenen Teil des Bons: ~ Keine Sorge. War mein Plan. ~
Dann erst registrierte sie so richtig, dass der Bon ja abgerissen worden war. Warum? Und schon wurde ihr die ganze Bonrolle wieder hingehalten, auf welchem auch was stand. Okay, vielleicht wirkte der Whiskey doch. Aber was spielte es schon für eine Rolle? Sie las die Frage und kam sich für einen winzigen Moment in der Zeit versetzt vor. Wie oft hatte sie diese Frage in ihrem alten Leben gehört? Von ihren Kollegen... von ihrem Mann... fuck, James... ihr Herz machte einen heftigen Stich und erinnerte sie daran, dass die Zeit von damals vorbei war. dass sie in der Apokalypse lebte. Scheiße, sie brauchte was zu trinken.
Aber zunächst versuchte sie sich auf das Gespräch hier zu fokussieren. Wenn es denn als 'Gespräch' bezeichnet werden konnte, wenn man nicht sprach sondern nur schrieb. Jedenfalls antwortete sie daneben: ~ Nein, nicht richtig. Aber wär mein Ziel. Du hast hier nicht zufällig Alkohol im Laden gesehen, oder? ~ Sie würde so oder so gleich nochmal durchschauen. Aber eine erste Einschätzung mit was sie rechnen durfte, wäre schonmal gut. Damit sie wusste wie hoch oder niedrig sie ihre Hoffnungen schrauben durfte, die normalerweise eh eher am Tiefpunkt waren.

Joanna_Signatur.png

Antworten
Erste Seite  |  «  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  ...  39  |  »  |  Letzte

« zurück zur vorherigen Seite