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Re: Tessa &' Tod: Ein einziger Tag...
von Death am 14.06.2023 16:46Lange genug hatte sie gewartet – sie hatten ihre Zeit gehabt, auch wenn sie kurz gewesen war. Dieser Moment an sich war bereits eine unglaubliche Kostbarkeit, nun musste er leider zu Ende gehen.
Und so meldete sie sich zunächst vorsichtig an, ehe sie dann wieder in den Raum trat, wo Mutter und Tochter noch im Abschied steckten.
Sie blieb noch in der Tür stehen und wartete auf die beiden.
Doch schließlich streckte sie Hand aus, um sie Ricky zu reichen, um sie wieder mit sich zu nehmen, ihr den richtigen Weg zu zeigen, damit sie endlich weitergehen konnte. Und auch trat Ricky auch auf das Mädchen zu, erklärte sich bereit für den weitere Schritt. Aber...es flimmerte nur wieder leicht in der Luft, als sie wieder auf die andere Seite übertrat. Einen Augenblick später klingelte es leicht als Zeichen, dass jemand die Bar betreten hatte und die Schritte schwere Stiefel auf alten Holzdielen waren zu hören – ehe sich die Tür ein weiteres Mal öffnete.
Eine Frau mit dunkler Haut betrat den Raum, ihr lockiges schwarzes Haar umspielte ihr Gesicht und das Leder ihrer schwarzen Hose glänzte im fahlen Licht.
Es war Death, der Tod höchstselbst.
Langsam trat sie durch den Raum und strich dabei dem Mädchen mit den grünen Haaren sanft über die Schulter, begegnete ihr mit einem Lächeln, wohl wissend, dass in ihr ihr eigenes Selbst steckte, als eine weitere Persönlichkeit eines Mädchens, das bereits so viele Persönlichkeiten in sich vereinte. Und sie ging weiter durch den Raum, ergriff Rickys Hand mit einem freundlichen Lächeln. „Dann können wir ja los."
Und dann wandte sie sich wieder um, Ricky bei der Hand haltend, die noch immer in einem leichten, schimmernden Licht erstrahlte, Death wandte sich noch einmal mit einen freundlichen und sanften Lächeln zu Tessa um – dann traten sie durch die Tür zurück in die Bar und waren verschwunden.
Das Mädchen war für einem Moment verwirrt. Sie...hatte sich eben selbst gesehen...nicht? Oder...die wahre Gestalt einer ihrer Persönlichkeiten. Sie bekam Kopfschmerzen und die Ränder ihres Sichtfeldes färbten sich schwarz. Mit einer Hand fasste sie sich an die Stirn, alles verschwamm vor ihren Augen und für einen Augenblick verschwand es einfach alles – keine Geräusche, keine Klänge, keine Gerüche, kein Geschmack...Ihr Kopf war leer.
Und doch fing sie sich schneller als es sonst der Fall war.
Blinzelnd, zitternd und verwirrt sah ich mich im Raum um...Ein Wohnzimmer? Was machte ich in einem Wohnzimmer...? Und es stank so furchtbar nach Alkohol! Noch immer war mein Kopf schwer und ich drehte mich ein wenig stolpernd auf meinen Beinen, die sich noch immer wie Wackelpudding anfühlten. Eine fremde Frau stand mir gegenüber...Nein, nicht fremd – ich hatte sie schon einmal gesehen, in dieser Bar...Warte! In dieser Bar?! Erschrocken sah ich mich nach einer Uhr um – konnte es sein, dass ich wieder...Als mein Blick endlich eine Uhr fanden, brach helle Panik in mir aus; es waren drei Stunden vergangen, seit ich daheim losgegangen war. Die Arbeit...meine Termine!
Für einen Moment starrte ich die Frau an, die mindestens genauso verwirrt aussah wie ich auch. Ich wollte sie etwas fragen...Oh, Gott, was wenn wir sie verletzt hatten...oder irgendjemand von uns?! Doch ehe ich mich dazu durchringen konnte, hatten meine Füße bereits ihre eigene Entscheidung getroffen. „Tut mir leid, was auch immer vorgefallen ist", rief ich, bereits jetzt vor Panik und Entsetzen außer Atem, sprang durch die Tür in den Schankraum, an den ich mich dunkel erinnern konnte, und durch die Tür nach draußen auf die Straße. Ich musste...
Der Schlag kam, ohne dass ich darauf vorbereitet war, zu schnell, um ihn kommen zu sehen und zu heftig, mich dagegen zu wehren. In der Ferne hörte ich das Quietschen von Bremsen und das Schlittern von Reifen auf dem Asphalt, und das Knattern eines enormen Motors...eines Lastwagens.
Ich hatte nicht mal mitbekommen, dass ich in drei Metern Entfernung wieder auf der Straße aufgeschlagen war. Ich spürte meinen Körper nicht...und dann kam...die Schwärze. Ich versuchte, meine schweren Lieder zu öffnen, mein Kopf hämmerte, etwas warmes, feuchtes breitete sich sich überall um mich herum aus, es kam aus meinem Kopf...Schatten tanzten vor meinen flatternden Lidern...ein kam langsam auf mich zu geschritten...schwarze Punkstiefel kamen genau vor mir zum Stehen, eine glänzende Lederhose knarzte, als die Person sich zu mir hockte und sacht eine Hand nach mir ausstreckte. Ich wollte danach greifen...doch ich...doch ich...alles war so schwer...sogar der Schmerz war bereits vergangen...und dann...kam die Schwärze...alles wurde bedeutungslose, die Welt leer und ich glitt langsam ins Nichts...
Und dann wurde es wieder hell. Vor mir stand eine Frau, in schwarz gekleidet, dunkle Haut, Lockenschopf. Und sie kam mir irgendwie bekannt vor, auch wenn ich nicht mit dem Finger darauf zeigen konnte. Sie strahlte eine sonnige Wärme aus, und ihr Lächeln war einladend und freundlich, einnehmend. Ich ergriff ihre Hand und sie zog mich nach oben auf die Beine. Erst jetzt fiel mir auf, welches Chaos um mich herum herrschte – Menschen über Menschen und ein Krankenwagen stand auch da, die Rettungskräfte allesamt auf dem Boden...um mich herum, nein, um...einen Körper. Meinen Körper! Ich erschrak und sprang panisch einige Schritte zurück, doch die Frau fing mich auf, als ich zu stolpern drohte. „Ist das...ist das...bin ich das?", brachte ich zittrig hervor und sah zwischen ihr und meinem eigenen reglosen Körper auf der Straße hin und her. Sie nickte. Verängstigt musterte ich sie. „Und du bist..." Ich wollte es eigentlich als Frage formulieren, doch ich berichtigte mich zwischenzeitlich selbst, weil es mir auf einmal klar war... „Du bist...der Tod? Du bist hier, um mich zu holen?" Leichte Panik stieg in mir auf. Weil...hatten wir das nicht alle? Angst vor dem Tod? Doch sie lächelte nur sanft und nickte nett. „Aber ich bin nicht gekommen, um dich zu holen, ich bin gekommen, um dich dorthin zu bringen, wo dein Weg nun hinführt." Was meinte sie nur? Ich glaubte nicht an Himmel und Hölle und auch an sonst nichts. Doch in diesem Augenblick hatte ich eine Antwort auf meine Gedanken bekommen – als sie mir nun nämlich freundlich eine Hand entgegenstreckte, die ich mit vollkommener Sicherheit ergriff (meine Ängste auf einmal wie weggeblasen, als ich diese Erscheinung vor mir sah), führte sie mich ein Stück die Straße entlang auf einen warmen Sonnenstrahl zu, ein helles Licht, das angenehm auf meinem Körper prickelte. „Auf Wiedersehen, Alice", sagte sie mit einem weiteren Lächeln. „Es war schön, dich kennenzulernen." Und auch ich lächelte und sie bedeutete mir mit einem Nicken, in den Lichtschein zu treten. Und ich tat es. Mir wurde warm ums Herz und...auf einmal verblasste alles in helles Licht, löste sich in Wohlgefallen auf, in angenehme Wärme und ausgelassene Stimmung. Und ich wusste, dass ich tot war, doch ich hatte keine Angst, denn nun war ich dort, wo es mich hinverschlagen hatte...am Ende meines Lebens. Und es war so schön...Empfangen von meiner Mutter, meiner Großmutter, die mich in ihre Arme schlossen, und neben mir, die Hände liebevoll auf meinen Schultern: Lucas und Jenny. So lange hatten wir in einer WG gelebt und nun waren wir auch hier wieder zusammen. Hatte ich am Anfang Angst gehabt, sie könnten mir böse sein, dass ich vor den Bus gerannt war, so nahmen auch sie mich nun in die Arme, als das Licht mich in sich aufnahm...
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Re: Death & Sylvia ~ You're Not Ready Yet {2007} | Triggerwarnung [FSK18]
von Death am 14.06.2023 15:49Es blieb still. Death betrachtete sie ruhig und spürte dennoch deutlich, wie sie zunehmend an Lebenskraft verlor und immer mehr in ihr Reich übertrat. Und doch hatte es noch lange nicht zwölf geschlagen. Niemals war das deutlicher als in der Zeit der heutigen, modernen Medizin; was die Menschen alles erfunden und entwickelt hatten, nur um ihr nur noch ein paar Jahre länger entgehen zu können...Und sie war ihnen da auch gar nicht böse – sie wusste um die Meinung, die die Menschen von ihr hatten...und ein Teil von ihr freute sich für sie, dass sie ihr Leben immer länger genießen konnten, ehe sie sie mit sich nahm. Nicht immer war es auch im Sinne des Betroffenen, ihn noch weiter am Leben zu lassen, doch die meisten Menschen war für eine solche Diskussion nicht bereit. Und sie würde sie nicht mit ihnen führen...
Und selbst waren die Chancen – auch wenn sie immer schlechter wurden – auch hier für Sylvia in diesem Badezimmer immer noch hoch, dass sie Death heute vielleicht nur einmal sehen würde, aber nicht mit ihr kommen musste. Wie es ausging, wusste nur ihr Bruder – und der war auch nicht hier, würde es ihr auch nicht verraten.
Doch dann...sie sank vor ihr im auf den Fliesenboden und umschlang ihren Magen.
Death machte einen Schritt in den Raum und ging selbst auf die Knie, vor ihr und erhob eine Hand, um sie ihr unter das Kinn zu legen und es etwas anzuheben.
„Ich verstehe", sagte sie mit sanfter, weicher Stimme und einen beruhigen Lächeln. Sie urteilte nicht – und besonders verurteilte sie nicht. Wenn es ihre Entscheidung war und es der Weg war, den sie gehen wollte, dann sollte sie diesen Schritt auch machen, sie wollte – und konnte – ihr da nicht im Weg stehen. Die Menschen hatten ihren freien Willen – und der war das wunderbarste Geschenk von allen. Und so sehr sie es auch bedauern würde, eine so junge Seele mit sich nehmen zu müssen, so würde sie es tun. Sie könnte ihre Schwester wiedersehen, hätte dafür jedoch ihr ganzes eigenes Leben gegeben.
Als die Worte ihrer Mutter vernahm, wandte Death schließlich den Kopf etwas und sah über ihre Schulter, als die Frau den Flur entlang ins Bad gestürzt kam.
Death erhob sich und trat wieder in eine Ecke des Bades, als sich die Frau auf ihre Tochter warf, verzweifelt aufschrie.
Sie ließ die beiden allein – sie würde sehr bald wissen, wie das Ganze ausging – und ging den Flur entlang, während sie die Frau telefonieren hörte, verzweifelt einen Rettungswagen rief, um ihre Tochter ins Krankenhaus zu bringen. Sie hatte die Haustür erreicht, als sie einiges Chaos hörte – ihre eigenen Versuche, sie zurück ins Leben zu holen. Und sie trat auf die Straße, die sie entlang sah, bereits auf die Sirenen wartend...
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Re: Death & Sylvia ~ You're Not Ready Yet {2007} | Triggerwarnung [FSK18]
von Death am 05.03.2023 05:09Noch immer mit recht bedrücktem Gesicht lehnte sie sich an das Waschbecken neben Sylvia. Sie schien noch etwas zu brauchen, ehe sie das Ganze realisieren und verarbeiten konnte, aber so ging es in der Regel allen Menschen – und ganz besonders solchen, denen es noch nicht bestimmt war, auf Death zu treffen. Und doch war sie hier – das musste man erst einmal sacken lassen.
„Was?", erkundigte sie sich bei ihrem leicht verwirrten Blick. Und das Lächeln auf ihren Lippen war locker, aber dennoch sehr traurig. „Verwundert, dass ich kein alter Knochenmann mit einer schwarzen Kutte bin?" Sie konnte gern so aussehen, wenn die Leute darauf bestanden, doch die meisten Menschen wollten an diesem Punkt in ihrem Leben doch lieber mit einem freundlichen Lächeln und einer sanften warmen Hand begrüßt werden, nicht wahr? Sicher, das Bild, das man von ihr in den Medien suggerierte – von einem Skelett in dunkler Kapuze und mit einer Sense, das durch die Welt zog und die Leute mit sich nahm, aus dem Leben riss, war nicht umsonst ein solches – sie konnte gern so auftreten, sie war auch in alten Zeiten einmal so aufgetreten. Doch solche eindeutigen Endzeitbilder waren nicht das, was die modernen Menschen brauchten, denn auch der Tod war modern geworden! Keine biblischen Fantasien und Monster mehr.
Schließlich nahm sie den Blick für einen Moment von dem Mädchen und sah hinaus in den Flur vor der Tür, die sie geöffnet hatte, um einzutreten. „Das kommt ganz darauf an." Sie konnte die Mutter in der Küche hören, wie sie auf und ab ging, kochte und ansonsten bereits mit dem Aufräumen begonnen hatte. Death wandte sich wieder der jungen Sylvia zu und neigte den Kopf leicht zur Seite. „Objektiv gesehen, nein, deine Zeit ist noch lange nicht gekommen, subjektiv gesehen...Nun, wir alle mögen ein Schicksal haben – sogar solche wie ich –, doch wir alle haben auch einen freien Willen." Sie zuckte mit den Schultern und beließ es dabei. Sie alle hatten das Recht, eigene Entscheidungen zu treffen und ihren eigenen Weg zu wählen – und wenn ihrer sie in Deaths Arme führte, dann wäre das so...Doch sie wusste genau, dass es eigentlich noch nicht so sein sollte.
„Auch das kommt ganz auf die Sichtweise an", erwiderte sie auf Sylvias nächste Frage. „Manchmal...da sind uns Dinge einfach vorherbestimmt – so schlimm sie auch sein mögen - , aber manchmal mischen wir uns auch mit unserem freien Willen ein, wie ich bereits gesagt habe. Und am Ende kann nur das Schicksal selbst entscheiden, was es selbst getan hat und was wir selbst entschieden haben, womit wir von unserem Pfad abgekommen sind." Und wenn sie ganz ehrlich war, so wusste selbst sie es nicht immer so genau, warum sie diesen oder jenen Menschen besuchen musste. Hatte der Killer ihrer Schwester aus freien Stücken gehandelt? Oder war es ihrer Schwester vorherbestimmt gewesen, mit ihrem ungeborenen Kind bei einem so grausamen Verbrechen zu sterben, weil sie eine solche Erfahrung machen sollte? Man konnte es jetzt nicht mehr genau sagen. Einzig ihr Bruder, Destiny, wüsste etwas dazu zu sagen...Doch das würde er niemals tun. Einzig er kannte die Geheimnisse dieses Universums – und die teilte er sehr ungern mit anderen, auch nicht mit seinen Geschwistern.
Schließlich blickte sie wieder nachdenklich zur Tür. Mittlerweile hatte sich die Situation eher in ein Spiel auf Zeit entwickelt und sie war die letzte, die sich da einmischen würde. Bald würde ihre Mutter nach oben kommen – und sie finden, noch bevor sie sie mit sich genommen hatte...oder danach. Auch das war nun alles abhängig vom freien Willen...vom freien Willen gleich zweier Personen, deren Wünsche nicht mehr gegeneinanderstehen könnten. Unter anderen Umständen wäre das wohl ein sehr faszinierendes philosophisches Phänomen. Doch in diesem Moment schien es einem Krieg um ein Leben näher zu sein – und entgegen aller Erwartungen war sie nur der Schiedsrichter.
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Bildernutzung - Death
von Death am 15.02.2023 17:16Avatar: Kirby Howel-Basptste
Profilbild:
Seite: Reddit (r/Blackcelebrity)
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Letzter Aufruf: 15.02.2023
Signatur:
Texte aus den Sandman-Comics (genommen aus dem Wikia: https://sandman.fandom.com/wiki/Death und Goodreads: https://www.goodreads.com/quotes/tag/sandman#:~:text="For%20some%20folks%20death%20is,there%20for%20all%20of%20them.")
Bilder:
- Seite: Hello, There - fanbynature - Links:
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Play: Sharon &' Death: You carry some unusual weight...
Seite: Tree of Life RPG: Graveyard in the Fog auf Tumblr
Links:
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- Gif 2: https://64.media.tumblr.com/880f344ccd27ab9996deb20c6879bbff/3030a5c76d62606c-32/s640x960/e44f8944320b5b55df2e4fbeb3d52c0c66c02715.gifv
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Re: Tessa &' Tod: Ein einziger Tag...
von Death am 15.02.2023 17:05Death im Körper des Mädchens war aus dem Raum getreten und war zurück nach vorn in die Bar gegangen, um den beiden etwas Raum zu geben.
Im Schankraum setzte sie sich auf einen Hocker und warf ihren Blick durch das etwas heruntergekommene und dennoch rustikal-anregende Etablissement. Es hat etwas...sehr menschliches, heimisches. Auch wenn es nur noch einen gewissen Funken davon zu geben schien, wenn sie sich nun einmal so richtig umsah – und es war nicht schwer zu erraten, weshalb dem so war. Und doch...noch nie hatte sie sich ihrer Aufgabe geschämt, auch wenn es Momente gegeben haben mochte, in denen es ihr sehr schwer gefallen war, sich dazu aufzuraffen ihre Position aufzufüllen...Denn durch alle Jahrhunderte hinweg hatte sie immer wieder gesehen, was sie den Menschen damit antat, was sie ihnen brachte – und wie Leben sich so sehr verkehrten wie dieses hier. Und es hatte einmal eine Zeit gegeben, in der wollte sie ihre Stelle im Universum aufgeben und hinter sich lassen, einfach gehen und nicht mehr zurückkehren, ihren eigenen Weg gehen..so wie es ihr Bruder getan hatte, Destruction, der einst einfach verschwunden war. So lange hatte sie gedacht, dass sie den Menschen nur schlechtes brachte, nur Elend und Verzweiflung. Und doch...es war ein wichtiger Tag zum Leben. Und ohne sie konnte Death nicht sein. Die Menschen konnten nicht ohne den Tod sein, nicht ohne ein Ende und einen Wandel, um etwas Neues hervorbringen zu können; es wären keine Transformation, keine Veränderung möglich, man würde auf der Stelle traben und am Ende...würde alles vergehen, ohne Ende und ohne Anfang, gefangen im Nichts.
Es war der Moment gewesen, in dem sie erkannt hatte, wie wichtig diese Aufgabe eigentlich war, welche Gabe sie den Menschen tatsächlich brachte, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erschien – und wie dringend sie die Menschen benötigte, um sein zu können, wer sie war, um zu existieren und um zu leben...Wenn sie am Ende eines jeden Lebens kam, um die Seele mit sich zu nehmen, so nahm sie ihre Hand...aber sie nahmen auch die Ihre – und es war wichtig für sie beide.
Ein sanftes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen, trotz der Umstände, in denen sie sich bei diesem sehr sonderbaren Besuch hier befand. Sie hasste sich lange nicht mehr dafür, dass sie war, wer sie eben war und dass sie den Menschen ihr Geschenk brachte – so ungern sie es auch empfangen mochten. Und früher oder später verstanden sie es dann alle, spätestens wenn sie dort angelangt waren, wo es ihnen nach ihrem Ableben bestimmt war, um ihren weiteren Weg gehen zu können.
Und so saß sie auf dem Barhocker und wartete geduldig, dass die beiden ihr Gespräch beendeten. Im Grunde war sie sich sicher, dass Tessa sie verstanden hatte und wusste, worum es eigentlich ging – und den schwierigen Abschied wagen konnte, denn sie wusste, dass es Ricky war, die einzige, die sie überzeugen könnte, sie wirklich loszulassen. Sie sollten noch einmal ihre Zeit bekommen.
Und vergingen Minuten um Minuten. Sie zählte nicht mit. Doch irgendwann, da war es ihr ein inneres Verlangen, nun doch wieder zur Tat zu schreiten; sie erhob sich vom Hocker und trat wieder um die Ecke auf die Tür zur Wohnung zu - und klopfte sachte. Sie würden sie nicht aussperren können - öffneten sie nicht, dann würde sie einfach eintreten. Doch sie wollte ihnen den Raum geben, sich auf das einzustellen, was nun geschehen würde...
Und siehe da, die Tür wurde geöffnet - und Death trat wieder über die Schwelle...Wie es in dieser kleinen Familie nicht das erste Mal tat. Sie trug ein sanftes Lächeln im Gesicht und betrachtete die beiden; teils ernst, teils erwartungsvoll. Sie alle wussten, was nun geschehen musste - und sie hoffte, dass sie nun alle bereit waren. Sollte das nicht der Fall sein, so würde es keine Ausnahmen mehr geben - diese Chance war sehr viel mehr gewesen als sie meisten sie bekamen. Und sie war sich sicher, dass Tessa das genau wusste. "Nun", sagte sie mit ruhiger Stimme und hob den Arm in Rickys Richtung. "Es ist Zeit." Und nach einer kurzen Pause fügte sie hinzu: "Dieses Mal wirklich."
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Re: Tessa &' Tod: Ein einziger Tag...
von Death am 18.12.2022 00:51Wieder blieb es lange still. Das Mädchen wartete ab, denn in Tessas Kopf schien mittlerweile offenbar vollkommenes Chaos ausgebrochen zu sein – das war allerdings nichts schlechtes. Sie war vielleicht nicht erste Mensch, aber einer von sehr wenigen, denen sie so begegnet war – und denen sie auch noch eine Botschaft zu überbringen hatte. Und es war kein leichtes Thema – keine Spezies tat sich so schwer damit, den Tod und alles, was damit zu tun hatte, zu akzeptieren. Und auch das war keine Schwäche, kein Makel. Es war nur ein Umstand, mit dem es umzugehen galt – und an dem sie nun schon so langte zu knabbern hatte...seit beinahe schon immer, seit sie die Menschen kannte. Und so mochten die beiden sich für den Moment wohl noch etwas im Kreis drehen, doch die Einsicht würde kommen – irgendwann...so hoffte sie jedenfalls. Natürlich konnte man nicht jeden retten...Doch sie würde es wenigstens versuchen.
Und so schwieg sie auch noch, als Tessa zu schreien begonnen hatte. Sie wartete ab, denn sie wusste, dass sie irgendwann noch an den richtigen Punkt kommen würde...Und es sollte schneller gehen als die Endlose es erwartet hatte. Noch im Satz brach sie ab und schien sich eines besseren zu besinnen. Und Death im Körper des Mädchens schenkte ihr ein beruhigendes Lächeln. Sie beobachtete sie, wie sie erschöpft auf die Couch sank. Und es blieb wieder still. Sie wollte ihr noch einen Moment der Ruhe gönnen – aber sie hatte noch ein Ass im Ärmel, von dem sie hoffte, dass es ihr weiterhelfen würde. Normalerweise sollten die Toten in der Welt verbleiben, in der sie gehörten – was nicht hieß, dass sie die Welt der Lebenden nicht einmal besuchen konnten, um nach ihren Lieben zu sehen, doch sie sollten sich nicht mehr so hier aufhalten wie es leider viele mussten, weil ihre Lieben sie nicht loslassen konnten, weil sie selbst den Tod nicht wahrhaben wollten. Wobei sie letzteren natürlich helfen konnte – immerhin kam sie genau aus diesem Grund zu ihnen.
Doch Tessa und Ricky waren da ein ganz andere Fall – und so bot sie die Besucherin selbstverständlich herein und gewährte ihr für diesen einzigen Augenblick für Möglichkeit, dass Tessa sie noch einmal berühren konnte, ihr nahe sein konnte, sie sehen und wahrnehmen konnte...oder mehr wahrnehmen konnte als nur einen Lufthauch oder einen sanften Stich ins Herz, wenn Ricky bei ihr war.
Die Weinflasche, die sie von ihrem Schoß hatte fallen lassen, rollte noch immer neben den anderen umher, als Tessa sie bereits in die Arme geschlossen hatte – sie hatte eben erst Gestalt angenommen und schon lagen sie sich in den Armen.
Death bedachte die beiden mit einem einfühlsamen und ruhigen Lächeln. Doch die Situation hatte ihren Ernst nicht verloren. Und so erhob sich das Mädchen nun auch und trat zu den beiden und wahrte dabei einen gesunden Abstand, um ihnen nicht dazwischen zu gehen. Sie hatte Ricky nicht willentlich mitgebracht, doch das war ja genau das Problem...Sie war immer hier...auf die eine oder auf die andere Weise und konnte diese Welt nie ganz verlassen.
„Ich lasse euch beide einen Moment allein", gab Death dann vor und sah die beiden eindringlich an. Sie sollten sich ruhig ein letztes Mal austauschen und miteinander sprechen, füreinander da sein, doch Ricky sollte Abschied nehmen...und Tessa ebenso – besonders Tessa. „Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht, aber nicht zu lange, denn umso schwerer wird es." Sie sah bei diesen Worten Tessa eindringlich in die Augen, ehe sie ihr noch einmal ein sanftes Lächeln schenkte, und dann zur Tür trat, sie öffnete und auf den Flur ging. Sie würde nicht lauschen, sie würde nicht unterbrechen. Doch sie würde Ernst machen, selbst wenn sie sich nicht verabschiedet hatten, nichts besprochen hatten.
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Re: Tessa &' Tod: Ein einziger Tag...
von Death am 31.10.2022 17:42Sie brauchte noch etwas – und das Mädchen ließ sie gewähren. Sie war Tessa näher getreten und achtete dennoch darauf, ihr Freiraum zu gönnen. An ihrem Gesicht war abzulesen, dass sich ihre Gedanken im Kreis drehten.
Tod hatte ihre Worte vorsichtig gewählt, um sie auf einen Gedanken zu bringen, dass Ricky noch dort draußen war...allerdings ohne ihre eigene Ruhe, sondern immer noch an diese Welt gebunden. Es schien Tessa neue Erkenntnisse zu bringen. Vorsichtig nickte sie. „Ja, sie sieht nach dir – leider jedoch mehr als es gut für sie wäre...weil sie nicht gehen kann. Die Verschiedenen sehen immer nach ihren Hinterbliebenen, sie sind nicht vollkommen aus dieser Welt verdammt. Sie können für euch da sein – das sollen sie sogar. Doch manchmal...sind sie noch an diese Welt gefesselt, wenn man sie nicht gehen lässt. Und das ist kein Verbrechen, aber man muss sie auch ziehen lassen." Sie wusste, dass sie sich ein wenig wiederholte. Doch es war die beste Erklärung, weshalb die Art, mit der Ricky sie noch besuchte, keinesfalls gut war...für keine der beiden Seiten.
Einen Moment später war Tod wieder auf Abstand gegangen. Sie lauschte Tessa.
„Nun", sagte sie schließlich, nach einer kurzen Pause, in der ihre Worte noch im Raum geschwebt hatten. „Das eine schließt das andere nicht aus. Und wer weiß, vielleicht liegst du wirklich im Koma – hier auf dem Boden, nachdem du einen über den Durst getrunken hast." Sie zuckte sanft mit den Schultern. „Am Ende des Tages macht es keinen Unterschied. Die Botschaft, die ich dir überbringen wollte, bleibt dieselbe – und der Hintergrund, die Situation mit dir und deiner Tochter...ist deshalb nicht weniger wahr..." Die Welt war nicht in schwarz und weiß geteilt; und es gab nicht immer nur eine Wahrheit. Die Wissenschaft war eine Tatsache – aber das machte andere Kräfte im Universum nicht weniger wahr und existent. Tatsächlich waren Wissenschaft, Magie, Glaube, Religion...alle nur das, was sie eben waren, weil sie zusammen existierten – zwei Seiten einer Medaille. Unterschiedliche Erklärungen für die gleiche Sache. Und wieso sollte sie nicht im Koma liegen – vielleicht träumte sie auch nur...Aber das bedeutete ja nicht, dass das hier nicht weniger real war.
Tod lehnte sich an die Wand. Sie ließ die Worte erst einmal auf Tessa wirken, während sie abwartete. Doch sie schien noch weitere Sorgen zu haben. Und sie ließ sie gewähren, ließ sie sprechen.
Sie nickte sanft, als sie ihren Worten zuhörte.
„Das weiß ich", erklärte sie schließlich und nickte noch einmal. Ricky hatte sie retten sollen – es war Schicksal gewesen, vorherbestimmt, wie es gekommen war. Es wart noch nicht ihre Zeit gewesen und ihr Leben hatte nicht schlimmer werden sollen – es war bestimmt gewesen, sie wieder aufzubauen...Doch ob Rickys Tod nun hatte sein sollen oder nicht – ihr Leben sollte nicht verschwendet gewesen sein. „Es ist schwer und es ist leichter es zu sagen als es in der Umsetzung ist. Doch lass Ricky leben nicht wertlos und verschwendet sein, indem du alles, was sie deinem Leben gebracht hast, einfach wegwirfst...Denk an die guten Zeiten, an all das, was sie dir bedeutet und dir gebracht hat...wie sie dein Leben besser gemacht hat. Der Schmerz mag unendlich sein, doch der Alkohol, dass du dich gehen lässt...Denk daran, wie sich Ricky dabei fühlt, wenn sie dich so sehen muss..." Doch vermutlich würden ihre Worte auch zum Dutzendsten Mal nicht den gewünschten Erfolg erzielen. Nun, sie hatte noch ein Ass im Ärmel. Und da sie trotz des sterblichen Körpers, den sie angenommen hatte, doch bei diesem Besuch unter den Sterblichen immer noch irgendwie sie war...Sollte sie dieses Ass nun zu Tage fördern.
Sie richtete sich wieder auf und trat an die Tür. „Komm doch hervor, wenn du schon hier bist", erklärte Tod und streckte einladend eine Hand aus – in den scheinbar leeren Raum vor der Tür. Doch nach einigem Zögern trat sie vor – und als sie in das Licht des durchwühlten Wohnzimmers trat, wurde sie sichtbar, als stünde sie noch mitten im Leben.
Ricky.
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Re: Death & Sylvia ~ You're Not Ready Yet {2007} | Triggerwarnung [FSK18]
von Death am 08.10.2022 00:41Sie hatte sich unbemerkt ins Haus begeben. Eingeschlichen, könnte man sagen, allerdings...das war das falsche Wort – sie wollte niemandem etwas böses. Sie hatte sich auch nicht mit schlechter Absicht Zugang zum Haus verschafft, hatte sich an seinen Bewohnern vorbei geschlichen, um an Sylvia heranzukommen, nein, sie war dieser lediglich erschienen.
Die Schwarzhaarige hatte ein müdes Lächeln aufgesetzt – es zeugte von Freundlichkeit, aber im Gegensatz zu dem Lächeln und Lachen, dass sie vielen anderen ihrer...Gäste entgegenbrachte, war dieses Lächeln hier jedoch nicht billigend. Wenn jemand überfahren wurde, wenn er im Alter oder an Krankheit starb, war es immer schade, doch es war der Lauf der Dinge – sie gehörten eben in ihren Terminplan. So etwas hier, jedoch, hatte nichts sinnvolles, nichts...unumgängliches. Wenn man so wollte, konnte man es Dummheit nennen – nicht, dass sie mit den Betroffenen kein Mitgefühl hatte, doch...sie sollten einfach noch nicht ihre Kunden sein! Es war...als hätten sie nicht gebucht in einem Hotel, in dem immer nur so viele Zimmer frei waren, wie Gäste eincheckten...Und sie waren diejenigen, die die Nacht im Foyer verbringen mussten.
„Ich kenne die Namen aller Wesen dieser Welt", erklärte sie schließlich, noch immer bedrückt lächelnd. Ihre Worte waren allerdings etwas wärmer.
Sie trat etwas näher zu dem Mädchen am Waschbecken und lehnte sich dort mit dem Rücken an die Wand, die Beine überkreuzt und die Arme hinter dem Rücken stand sie da, ruhig, gelassen, wenn man so wollte. Sie beobachtete Sylvia, doch diese hatte innegehalten; natürlich schuldetet sie ihr eine Erklärung. Sie neigte den Kopf etwas zur Seite und musterte ihre blutverschmierten Arme und die Tablettenschachteln vor ihr – die bunten Pillen in ihrer Hand, die sie eben noch hatte nehmen wollen. „Ich komme zu euch, wenn es Zeit wird, zu gehen", stellte sie es in den Raum. Sie wusste, dass sie es verstehen konnte, aber ob sie es in diesem Moment verstehen wollte und sollte, das wäre das andere. „Aber ich komme auch zu euch, wenn es noch nicht Zeit sein sollte, diese aber dennoch abgelaufen ist..." Den zweiten Satz gab sie etwas trauriger von sich. Die Menschen hatten dieses Geschenk, das Leben, alle lebendigen Wesen hatten es bekommen...und doch warfen so viele es einfach weg. Waren ihre Geschwister nicht gütig zu ihr gewesen? Sicherlich, keiner von ihnen war immer gütig und freundlich zu den Lebenden. Doch jeder von ihnen machte einen integralen Bestandteil jeder Existenz aus – wir existierten für sie und sie existieren für uns. Verzweiflung und Zerstörung gehörten ebenso zum Leben wie es Tod und Träume taten, Delir oder Verlangen. Allerdings war das den meisten Sterblichen nur wenig begreiflich – verhältnismäßig kleine Hürden bedeuteten für sie die Welt...und deshalb bedeuteten sie auch die Welt...aber deshalb ging die Welt nicht immer sofort unter...
„Und ich bin hier, um dich zu abzuholen", schloss sie endlich und legte den Kopf etwas schief.
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N O M O R E . N O L E S S

...Anyway: I'm not blessed, or merciful. I'm just ME. I've got a JOB to do, and I do it.
Listen: Even as we're talking, I'm there for old and young, innocent and guilty, those who die together and those who die alone...
Re: Tessa &' Tod: Ein einziger Tag...
von Death am 27.08.2022 21:50Sie hatte eigentlich nicht aus der Haut fahren wollen – sie hatte das Gespräch doch ruhig und neutral halten wollen, eine Erklärung und hoffentlich eine Verbesserung der Situation, doch auf der anderen Seite hätte sie es wissen müssen, sobald sie sich darauf eingelassen hatte. Die Menschen waren nicht dumm, doch sie verloren ihr Gefühl für das Universum, sobald sie erwachsen wurden, immer mehr. Die Gründe dafür waren klar und lagen auf der Hand, doch es war sehr schade. Es war nicht so, dass die Menschen dumm waren, dass sie egoistisch waren oder nur auf sich selbst bezogen, doch sie lernten, Fremdes abzustoßen und auf der anderen Seite entwickelte sich eine solche Liebe für das Leben in im Grunde allen Menschen (außer sie wurde gebrochen), dass sie den Tod, zu ihrer Geburt noch freudig anblickend, nicht mehr antreffen wollten, unter keinen Umständen. Es gab nur wenige Menschen, die sie freudig empfingen...als einen Segen, als Erlösung. Und sicher war es noch schlimmer, wenn es dann auch noch jemand war, der so jung war...und der einem so wichtig war. Da musste ein Machtwort gesprochen werden!
Als sich die Situation dann allerdings etwas beruhigt hatte, stellte sie fest, dass ihre Wort ihr Ziel nicht verfehlt hatten. Und so sehr es nun wehtat, so sehr hatte sie recht – und sie war sich nun sicher, dass das auch Tessa tief in sich wusste, so schwer es auch sein mochte, es sich einzugestehen...die Botschaft war angekommen. Aber sie setzte sich nicht wieder. Sie blieb noch stehen und beobachtete Tessa, die ihren Weg zu den Fenstern gefunden hatte – mit einer Flache Wein in der Hand.
Death lauschte ihren Worten und trat dann zu ihr ans Fenster – vorsichtig und ruhig. Sie wollte sich ihr nicht aufdrängen, doch sie sah den Sturz ihrer Fassade bereits kommen, bevor die erste Träne ihr über die Wange gerollt war. „Sie wird glücklich sein", erklärte sie Tessa mit sanfter Stimme. „Solange sie nicht mehr krampfhaft an dieser Welt gehalten ist, für die sie nicht mehr geschaffen ist, wo sie nicht mehr hingehört." Ich legte ihr vorsichtig eine Hand an den Oberarm. „Das bedeutet nicht, dass du sie vergessen oder aus deinem Leben streichen musst, doch du musst anfangen, dich auch auf dich selbst zu konzentrieren, deinen eigenen Weg wieder vor Augen zu haben. Denn wenn du an ihrem Tod kaputt gehst, leidet sie nicht nur, weil sie noch an dich gebunden ist, sondern auch, weil sie dich leiden sehen muss. Keiner von euch muss den anderen richtig hinter sich lassen, ihr müsst euch nicht vergessen, doch ihr müsst den Tod akzeptieren, damit er nicht mehr zwischen euch steht." Sie machte eine Pause, damit sich Tessa etwas sammeln konnte. Sie gab ihr nun so viel Stoff zum Nachdenken, sie sollte sich langsam damit auseinandersetzen können.
Zum Schluss musste sie dann allerdings auch etwas lächeln. „Ihr Menschen seht das so streng...bis zum Schluss." Es war doch immer wieder auch ein wenig amüsant für sie, wenn ihr diese Haltung begegnete. „Der Tod ist nicht einfach irgendein Ende – und Freude und Glück sind nicht nur an das Leben gebunden, sondern so viel größer, auf so vielen Ebenen des Bewusstseins, der Existenz...in jedem Zustand." Sie lächelte wieder freundlich und warm. „Ganz sicher hat sie das – und das darf sie auch immer noch. Doch du darfst dich ihretwegen nicht vergessen und verlieren. Sonst seid ihr beide verloren...und müsst grundlos leiden." Sie ließ ihr wieder ihren Freiraum, als Tessa sich zu bewegen begann, ging auf Abstand und gab ihr damit den Weg zum Sofa frei. Sie folgte ihr einen Moment später nach, um sich mit etwas Abstand ebenfalls wieder zu setzen. Ihre Worte trieben wieder ein leichtes Lächeln auf ihre Lippen. „Nun, ich kenne deinen Namen, wann und wie du geboren wurdest und, ja, im Grunde fast alles – außer solcher Dinge, die außerhalb meines Feldes liegen. Doch da es sich dabei um Leben und Tod handelt, kann man sagen, dass ich alles weiß. Wieso fragst du, Schatz?" Sie hatte ehrlich nichts gegen solche Fragen - wenn Tessa doch nun schon einmal die Gelegenheit hatte, da würde wohl jeder in Versuchung kommen, und das war auch gar nicht schlimm. Aber auf der anderen Seite war ihr bewusst, dass die Menschen nicht alles erfahren durften...oder sollten. Denn viele Dinge konnte ihr Geist nicht verkraften - oder es konnte sie verstören. Denn kein Mensch hörte es gern, wenn ihm jemand sagte, dass eine omnipotente Personifikation eines allumfassenden Umstandes dieses Universum (selbstverständlich) alles über einen wusste...und über sein Leben entscheiden, oder es jedenfalls beeinflussen, konnte.
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Re: Death & Sylvia ~ You're Not Ready Yet {2007} | Triggerwarnung [FSK18]
von Death am 27.08.2022 20:36Es war ein sonniger Maitag. Die Stiefel machten in regelmäßigen Abständen ein kräftiges Plonk auf dem Asphalt, der lange Schatten des späten Nachmittags zog sich hinter ihr her, als sie die schmale Straße heraufging. Sie hatte sich auf dem Rummel in der Nähe eine Zuckerwatte gekauft und naschte nun immer wieder kleine Fetzen, die sie sich von der süßen pinken Masse abriss, kaute scheinbar von ihrer Umgebung in Gedanken gezogen immer wieder leicht darum, während es sich schmackhaft zuckrig auf ihrer Zunge auflöste. Mhm.
In der Nähe in einem Baum zwitscherte eine Amsel vor sich hin – sie suchte nach einem Partner, ganz sicher. Und sie hatte auch schon eine Ahnung, dass der erste Bewerber nicht allzu weit weg war; im Geäst eines Baumes in der Nähe hatte nämlich jemand auf das Lied eingestimmt und suchte sich seinen Weg durch die Zweige.
Mit einem Schmunzeln setzte sie ihren Weg fort. Die untergehende Sonne war längst nicht mehr so warm wie es noch am Mittag gewesen war, doch es war bereits ein golden-schimmernder Maiabend – der Sommer nahte in größeren Schritten als man annehmen würde. Ein Umstand, der sie erfreute, denn den Sommer mochte sie. Das Licht war schön und von Dauer, es war warm und die Welt sprühte nur so vor Energie. Der Höhepunkt des Jahres!...ehe sich der Kreis wieder schloss, versteht sich. Doch so lief es bereits seit Jahrmillionen...immerzu. Ein Kreislauf, der sich immer fortsetzte und nur auf dessen Grund die Welt überhaupt so sein konnte wie sie war.
Die Kette um ihren Hals, an der ein auffälliges Ankh sanft hin und her schwang, glitzerte in der abendlichen Sonne. Sie trug ihr Symbol, das Zeichen ihrer Standes, ihrer Existenz, eng an ihrem Herzen. So eng wie ihre Aufgabe selbst – so war das Oval auf einer Spitze mit einer Linie hindurch wohl auch so etwas wie eine Metapher für sie selbst und ihre Beziehung zu allem, was sie mit sich trug.
Wieder ein leichtes Schmunzeln, als sie sich einen letzten Happen Zuckerwatte in den Mund steckte, den Holzstab ließ sie ihm Vorübergehen in einer nahen Mülltonne zurück. Es mochte Holz sein, aber dennoch sollte man ihn nicht einfach in die Natur werfen, war eine Meinung, die sie da vertrat.
Und so setzte sie ihren Weg fort, bog um die nächste Ecke und hatte dabei bereits den nächsten Termin vor Augen. Es würde der letzte für diesen Tag sein. Das wusste – natürlich wusste sie das, immerhin war es ihre Aufgabe. Die anderen Termine hatte sie bereits unternommen – schließlich kam sie zu jedem Menschen, zu jeder Zeit, an jeden Ort. Wann immer ihre Zeit gekommen war, war sie da, um sie zu empfangen. Vollkommen unerheblich war es dabei, aus welchem Grund sie sie dabei aufsuchte – und Im Grunde war es dennoch jedes Mal das gleiche, auch wenn der Mensch ein anderer war...Sie waren nicht bereit, sie wollten sie nicht sehen und sie wollten wieder zurück. Wünsche, die sie nicht zu erfüllen vermochte – die sie nicht erfüllen sollte, denn so funktionierte es nicht, so ging es nicht im Universum...und wohl auch in keinem anderen. Nicht dass sie sich an diese erinnern konnte, doch bei ihr war es doch wohl am wahrscheinlichsten, dass sie bereits andere Universen durchstreift hatte...mit ihrer Aufgabe.
Ihre Aufgabe...Diese war es, die sie jetzt noch einmal hergeführt hatte. Ein weiterer Termin.
Mit den Händen in der Tasche und lockerem Schritt war sie an das Gartentor getreten und sah zu dem Haus nach oben. Sie wurde bereits erwartet, das wusste sie, doch sie kam nie zu spät zu einem Termin – denn erst ihr Erscheinen setzte den Beginn des Termins, wenn man mal ganz ehrlich war. Also öffnete sie das Gartentor und ging den schmalen Weg entlang zur Haustür, betrat das Haus. Keiner nahm Notiz von ihr – nicht die Nachbarn, während sie durch den Vorgarten gegangen war, noch die restlichen Bewohner des Hauses – Gina, ihre Mutter, in der Küche, die schluchzend kochte, hörte weder wie sich die Haustür öffnete und wieder schloss, noch dass jemand durch den Flur ging. Auch Nici, ihre kleine Schwester in ihrem Zimmer, war ungerührt von der Fremden in ihrem Haus und malte einfach weiter. Und genauso wie sich niemand für die interessierte, kümmerte sie sich um sie; nein, sie war aus einem anderen Grund hier und das war auch die einzige Sache, die nun wichtig war. So war es eben, so lag ihre Verantwortung.
Zwischen dem warmen Geruch nach Essen und einem blumigen Duft in einer Wohnung, die sich anderweitig kalt und entlebt anfühlte, trat sie ans Badezimmer. Sie drückte die Klinke und öffnete die Tür und lehnte sich an den Türrahmen. „Sylvia." Ihre Stimme war warm und gemütlich – wohlig und einladend. „Das ist aber nicht der richtige Weg mich zu rufen, Schatz." Ihre Worte von einem Tonfall begleitet, der einer freundlichen, intimen Umarmung gleichkam. Diese Termine waren die schlimmsten – egal wann, egal wer und egal wie alt er war...Diese Treffen waren die unschönste Sache, die sie erleben konnten...Menschen, die ihrem Leben mutwillig ein Ende setzten... Denn auch wenn es ihre Aufgabe sein mochte, die Seelen abzuholen, war das eine, doch wenn sie nicht hatten sterben sollen...Das berührte selbst den Tod.
Y O U L I V E D W H A T E V E R Y O N E G E T S
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