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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 30.11.2021 20:30Wirklich viel von dem Geschehen um sich herum bekam Joanna nicht mehr mit. Sie war eher in ihren Gedanken verloren. Sie sehnte sich nach Abstand und Ruhe. Der Jahrmarkt war aber zum Glück auch nicht relativ groß, sie hatten ihre Runde schnell hitner sich gebracht und kehrten dann zu dem Likörstand zurück. Darauf freute Joanna sich schon. Wobei sie nicht wusste, ob sie heute etwas gemeinsam mit James trinken würde. Wahrscheinlich nicht. Vielleicht besser ein andern Mal. Ja. Ja, das klang gut.
Es brauche nicht lange, da waren sie am Auto angekommen. Joanna zögerte, rang kurz mit sich, aber dann trat sie doch einen Schritt auf ihn zu und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. Schon ging sie wieder einen Schritt zurück. "Bis später. Fahr... fahr vorsichtig." Sie schaffte ein leichtes Lächeln, dann drehte sie sich um und machte sich auf den Weg. In ihrem Kopf hatte sie schon einen genauen Plan in welche Kneipe sie ku rz einkehren würde. Kurz nur, nicht lange. Zwei, drei rasche Getränke, dann würde sie auch schon in die Bahn steigen und nach Hause fahren. Aber scheiße, das brauchte sie einfach gerade...
Und genau das tat sie auch. Natürlich waren es starke Getränke gewesen, welche sie - aufgrund des Zeitmangels - sehr schnell getrunken hatte. Dementsprechend war ihr etwas schwindelig, als sie Daheim ankam. Aber iher Laune war etwas besser, sie fühlte sich lockerer, die schwarzen dunklen Wolken welche sie immer umgaben waren für den Moment etwas lichter geworden. "Hey, ich bins..", sagte sie in den Summer. Natürlich hätte sie auch aufschließen können - den Schlüssel hatte sie. Aber so war es bedeutend einfacher. Zumal sie wirklich nicht wusste, inwieweit ihre koordinatorischen Fähigkeiten noch intakt waren.
Sie stieg die Treooenstufen hoch und lächelte James an, als sie sein Gesicht sah. "Hey! Tut mir leid, dass es etwas länger gedauert hat."

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 30.11.2021 16:00Sie hörte den Unterton in seiner Stimme. er fuhr direkt in ihre Eingeweide bis hinein in ihr Herz. Rie Reaktionen in ihrem Körper folgten prompt. Das Zusammenziehen ihrer Innereien, der Kloß in ihrem Hals, der Trotz und das schlechte Gewissen in ihr. "Klar.", antwortete sie auf seine Frage, locker, so, als würde es ihr nichts ausmachen. Obwohl ihr bewusst war, dass sowohl James als auch sie selbst wussten, dass es ihr durchaus was ausmachte. Es kam ihr einfach wie eine verschenkte Gelegenheit vor, noch etwas lockerer zu werden, zumal Glühwein auch einfach leckerer war. Aber sie wollte es nicht zugeben. Konnte es nicht zugeben. Also trank sie einen großen Schluck von dem Punsch, schaffte es diesmal keine Miene zu verziehen und biss noch ein Stück von ihrem dafür etwas alkoholisierten Crepe ab. Das schlechte Gewissen pochte in ihr. Sie ignorierte es.
Nachdem sie aufgegessen hatten kam auch schon sein nächster Vorschlag. Joanna nickte. "Klingt nach nem guten Plan." Sie war froh, wenn sie hier weg waren. Und sie auf dem Nachhauseweg ihre Ruhe hatte. Kurz unbeobachtet sein. Kurz wirklich einfach das tun - und trinken - können, was sie wollte, bevor sie dann wirklich Zuhause ankam. Ja, das würde sie auf jeden Fall nutzen. Und dann ins Bett und Musik hören und einfach... abschalten. Das war es, was sie gerade wollte. Einfach nur ihre Ruhe.
Sie stand auf. "Dann los.", sagte sie zu James und schob ihre Hände in ihre Jackentaschen. Es war nicht mehr lange.

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 28.11.2021 09:28Sie nickte nur. Die Wahrheit war, dass sie es ja selbst noch nichtmal genau sagen konnte mit dieser verfickten Leere in ihr. Diesem einzigen dunklen schwarzen Sog, der unaufhörlich irgendwjenda war, alles so viel schwerer machte als es mal gewesen war. Selbst hier grade gemeinsam mit James am Crepestand (obwohl die Crêpes wirklich geil aussahen und klangen) … na was sollts. Sie wusste einfach selbst nicht was sie wollte. Unterwegs sein, obwohl es so schwer war und sie keinen wirklichen Bock hatte oder im Bett liegen eines nur schlimmer werden würde.
Jep. Es hatte sich nichts geändert. Depressionen bleiben echt beschissen. Sie hätte echt nie gedacht, das mal am eigenen Leib zu erfahren. Sie hätte so oder so nie gedacht mal so weit zu sein, dass sie psychologische Hilfe brauchte… scheiße. Aber sie war selbst schuld, ne? Nach wie vor. Das würde sich nicht ändern.
Zeitgleich zum Stechen in ihrem Herzen wurde ihr der Crêpe gereicht. Sie hatte weder mitbekommen was James bestellt hatte, noch sonst was. Aber der heiße Crepe in ihren Händen tat gut und als sie reinbiss tat er sogar doppelt gut. Auch wenn sie aufpassen musste, dass ihr die Kirschen nicht aus dem Teig fielen beim Abbeißen. Vor allem noch mit dem Kirschlikör drin schmeckte es richtig geil. „Der schmeckt mega.“, stimmte sie James also zu und nickte zu den Hockern an der kleinen Bar. „Wollen wir uns da hinsetzen? Ist leichter mit Essen und Trinken.“, schlug sie vor, als sie sah, dass ihnen auch noch zwei Becher hingestellt wurden. Es sah aus wie Glühwein. Geil!
Aber als sie sich setzten und Joanna sogleich einen - soweit es bei der Hitze ging - großzügigen Schluck ihres Getränkes nahm, verzog sie leicht den Mund. Nope. Definitiv kein Glühwein. Definitiv kein Alkohol. Sie sah zu James. „Punsch“, fragte sie nach, was genau sie gerade trank. Schade. Wirklich.

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 24.11.2021 14:00"Es wird schon alles gut gehen, James", sagte Joanna erneut. Streichelte mit ihrem Daumen leicht über seinen Handrücken. "Ich komme doch jeden Tag von der Arbeit allein nach Hause." Zugegeben, nach der Arbeit war es dann natürlich nich so spät wie es nach ihrem Ausflug hier sein würde, aber dennoch machte das doch keinen großen Unterschied. Sie machte sich da keine Gedanken, auch wenn er das dafür wohl anscheinend umso mehr tat.
Gemeinsam betraten sie den Jahrmarkt - und sie konnte James besorgten Blick nahezu auf sich spüren. Als sie aufsah, sah sie ihm tatsächlich direkt in die Augen und da sprach er auch schon seine Bedenken an. "Sie schüttelte etwas den Kopf. "Nein, ist schon okay. Ich schaff das." Es war doch nur ein Jahrmarkt. Früher hätte sie zehn von solchen besuchen können - mit allem Drum und Dran - bevor die Erschöpfung sie vielleicht mal eingeholt hätte. Okay, zugegeben: heute war nicht merh früher. Aber trotzdem war es doch nur ein Jahrmarkt. Und James und sie hatten lange nichts mehr gemeinsam gemacht. Es war okay. Sie hatte nichts dagegen.
Essen und Trinken zumindest klang doch nach einem Plan. Gemeinsam gingen sie also zum Crepe-Stand. Sie las sich durch, was es hier alles gab - wirklich außergewlöhnliche Kreationen. Joannas erster Impuls war den Crepe mit Banenscheiben und Eierlikör zu nehmen - allerdings hatte sie das früher auch oft gegessen. Sie kannte (und liebte es), aber da war noch etwas anderes, was mindestens genauso spannend klang. "Ich glaub, ich probier mal den Nutellacrepe mit Kischen und Kirschlikör. Das klingt geil. Welchen nimmst du?" Einen Crepe mit Baileys sah sie auch noch. Verdammt. Aber egla, sie hatte sich jetzt entschieden und sicher würde es auch gut sein.
Nach wie vor James Hand in ihrer wartete sie darauf, für was er sich wohl entscheiden würde.

Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Joanna am 22.11.2021 10:52Joanna stand einfach nur da und starrte Steve an, während dieser in einem wahren Monolog - und anscheinend einem wütenden Monolog - abschoss, was zur Hölle sie zu tun und zu lassen haben sollte. Sie könnte kotzen. Echt, sie könnte einfach nur kotzen. Er führte sich auf, als sei er hier die geschädigte Partei. Dabei tat er doch nur seinen Job, oder nicht? Sie war diejenige, die aus ihrem Haus rausquartiert, an einen unbekannten Ort gebracht und (mehr oder weniger) gefangen gehalten wurde, die darum kämpfen musste irgendwie weiter arbeiten zu können und anscheinend von diesem Scheiß-Arsch gejagt wurde. Und fast gleichzeitig zu diesem Gedanken durchfuhr sie ein tiefer, schmerzhafter Stich durch ihren Brustkasten, als wäre sie gerade nich nur von einem Messer, sondern gleich von einem Schwert aufgespießt worden. Du hast kein Recht dich zu beschweren. Sagte dieser innere Teil von ihr, der immer da war. Die Schuld. Du hast deine Familie umgebracht. Du hast kein Recht wütend zu sein oder dich darüber zu nerven, vielleicht in ein Safe-House zu müssen. Du hast es nicht anders verdient. Mörderin. Joannas Fassade stand. Nichts drang nach draußen, doch umso mehr nach ihnnen. Fuck. So war es halt.
"Habe ich mit irgendeinem Wort erwähnt, dass ich mich weigern würde?", entgegnete sie, mit genauso emotionsloser Stimme wie zuvor, ihr Blick in Steves aufgebrachte Augen gerichtet. Fuck, sie brauchte echt Alk bei diesem ganzen Scheiß. "Ich hab doch eh keine andre Wahl als hier mitzumachn. Klar, werd ich mitkommn." Auch wenn sie keinen Bock hatte. Und auch wenn Steve von ihr anscheinend in etwa genausoviel zu halten schien wie die Dorfbewohner. Ihr Babysitter also, hm? Großartig. Wirklich. Du hast es nicht anders verdient. Kurz zuckte ihr Mundwinkel verbittert. Jep. Sie hatte es nicht anders verdient. Wirklich nicht.
Wie schon im Knast würde sie einfach alles über sich ergehen lassen. Denn: sie hatte es nicht anders verdient. Und letztlich war dieser ganze Scheiß hier ja nicht groß was anderes. Cool. Echt cool.
Tony verabschiedete sich um mit diesem anderen Kerl zu bereden, wie man ihre Erinnerungen möglicherweise wiederholten könnte und zurück blieben nur noch Steve und sie. Wurde ja immer besser... nicht.
Insbesondere weil Steve es natürlich nicht auf sich sitzen ließ und direkt wieder auf die Briefe einging, die man bei ihr Zuhause gefunden hatte. Sie blieb dabei. Es ging ihn nichts an. Es ging ihn nichts an und auch die Kerle die die Briefe gefunden hatte ging es nichts an. Es war ne Sache zwischen ihr und dem Dorf. Und es war eben einmal so. Und die Leute hatten ja Recht...
Ruhig sah sie ihm in die Augen, während er ein weiteres Mal begann auf sie einzureden. Er hatte Recht. Es ging nicht spurlos an ihr vorbei. Sie tat so. Vor jedem den sie traf tat sie so, als wäre es ihr Scheiß egal, als würde es einfach direkt von ihrer Mauer abprallen. Aber ein kleiner Teil drang immer zu ihr durch. Schmerzte. Jeder Blick. Jeder Brief. Sie... trank nicht umsonst so viel. Es ließ sie nicht nur wortwörtlich vergessen... es betäubte auch diese Schmerzen. Wenigstens für einen moment lang. Wenn sie dann nur noch im Hier und Jetzt, nur noch in der Gegenwart lebte und alles und ejder andere egal geworden war... "Ich wüsste nicht, was ich darüber reden sollte", antwortete Joanna als erstes, als Steve endlich eine Pause machte in seiner Rede in ihr Gewissen. "Und was das andre angeht... was, wenn ich die Hilfe nicht verdient habe?" Und das hatte sie nicht. Sie hatte den Unfall verursacht. Sie war die einzige Schuldquelle, weshalb fünf Menschen ums Leben gekommen waren. Es war keine Ampelfehlstellung oder Unachtsamkeit gewesen. Noch nichtmal besoffenes Fahren. Nein, es war ganz allein sie. Sie hatte kein Recht auf Hilfe. Sie war selbst schuld, dass es so gekommen war und niemand konnte daran etwas ändern.
"Ich sollte eigentlich eh nicht mehr leben.", es war nur leise dahin gesagt, aber auch das entsprach der Wahrheit. Ihre Familie hätte es verdient zu leben. Vor allem ihre Schwester. Sie hätte den Unfall überleben sollen, alleine schon für ihren Verlobten, für ihre Hochzeit. Und Joanna - als Unfallverursacherin - war diejenige, die hätte sterben sollen. Das hatte sich joanna schon oft gedacht in den einsamen Stunden im Knast. Aber es war wie es war und es einfach zu beenden, dafür war Joanna doch zu sehr Kämpferin. Sie hasste aufgeben.
"Mhm", machte Jo zum Abschied nur, wandte sich um und ging in großen Schritten sofort aus dem Raum, sobald sie von Steve entlassen worden war. Ihr war es scheiß egal, was er sagte, Sie würde sich in der Bar ein oder zwei Flaschen unter den Negal reißen, die vorsichtig mit sich nehmen und irgendwo trinken, wo niemand sie beobachtete.
Denn das brauchte sie gerade mehr denn je...
In den folgenden Tagen lernte sie, zu welchen Zeitpunkten Steve nach ihr sah: ergo wann sie sich in die Bar setzen und arbeiten konnte, und wann sie sich besser auf ihrem Zimmer oder beim essen oder wo auch immer befand. In manchen Momenten kam es ihr schon erschreckend vor, wie geübt sie mittlerweile darin geworden war, heimlich zu trinken. Aber dann wieder war es ihr scheißegal. Es war ja nicht so, dass sie sich völlig abschoss (außer wenn sie spät Abends alleine in ihrem Zimmer saß mit einer gestohlenen Flasche Alk und sich die Kante gab um wenigstens halbwegs schlafen zu können), sondern man konnte immer noch was mit ihr anfangen. Aber etwas Alk brauchte sie nun mal einfach. Und es war ihr Scheiß-egal, was alle anderen davon hielten.
Zum Glück hatte Tony Stark ihr auch einen Mail-Account eingerichtet, wo sämtliche Nachrichten welche sie sonst auf ihre übliche Arbeits-Mailadresse empfing, umgeleitet wurden. So war es ihr möglich, Kontakt mit ihren Kollegen aufzunehmen, ihnen zu erklären, dass sie zurzeit in Sicherheitsgewahrsam oder sowas steckte, es ihr aber gut ging (auch wenn man hier wohl 'gut' definieren musste) und sie so gut es ging von hier aus weiterarbeiten würde. Die Musikprogramme die Tony runtergeladen hatte funktionieren zumindest, sodass sie unablässig Musik hörte, bewertete, Rückmeldungen gab, Mails schrieb und neue in der Produktion befindliche Songs abmischte.
Allmählich hatte sie den Überblick verloren, wie lange sie schon hier war. Sie ging allen aus dem Weg, redete kaum. Ihre Arbeit unterbrach sie nur, wenn Tony und Bruce sie zu irgendwelchen Tests riefen, um an ihrem Kopf herumzudoktorn. Auch heute war es nicht anders. Am Vormittag war sie kurz bei ihnen gewesen, wo sie ihre Hirnströme oder sowas gemessen hatten, und danach war sie in die Mensa zum Mittagessen, wo Steve auch kurz nach ihr sah. Was bedeutete dass ihr Weg nach dem Essen auf direktestem Weg zur Bar führte. Ihr absoluter Lieblingsort in diesem riesigen Gebäudecomplex. Sie hatte sich eine Tequila-Flasche geschnappt, sich in ihre Ecke der Bar zurückgezogen, sich im Schneidersitz auf der Bank niedergelassen und arbeitete. Mit den Kopfhörern auf den Ohren, auf dem Bildschirm schauend und dabei immer wieder große Schlucke aus der Flasche neben sich trinkend. Eine Bewegung die sie aus den Augenwinkeln wahrnahm, ließ sie aufblicken. Steve.
"Fuck", murmelte Joanna, nahm sofort die Kopfhörer herunter und sah an, wie der Mann eiligen Schrittes näher kam. Jetzt würde es Anschiss geben.
Und da war die Nachricht. Also doch ein Safe-House. Und wahrscheinlich würde es in diesem Safe-House keine Bar geben, an der sie sich gütlich tun konnte. "Na geil.", gab Joanna ironisch von sich. Mit etwas mehr Emotion in der Stimme als sonst. Das war der Alkohol. Jetzt war eh egal, oder? Sie griff nach der Flasche, trank zwei große Schlucke, klappte den Laptop zu, stand auf und nahm diesen unter den Arm. "Ich will den Laptop mitnehmen", erklärte sie. Gut möglich, dass sie im Safe-House keinen Empfang habenw ürden, aber falls doch, wollte Joanna wenigstens die Möglichkeit haben, ein bisschen zu arbeiten. Die Flasche in der einen Hand, den Laptop unterm andern Arm stand sie da. "Na dann los. Bin bereit."
Sie war absolut nicht motiviert. Aber sie hatte eh keine andere Wahl. Also von daher... lets go ins nächste Gefängnis...

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 21.11.2021 11:34Er schien sich wirklich Sorgen zu machen. Was Joanna einerseite süß fand, aber andererseits auch verwunderte. Warum auf einmal? Sonst kam sie ja auch immer Zuhause an. Selbst im Dorf (gut, das konnte James nicht wissen, aber trotzdem), war sie nachts und sturzbetrunken irgendwie jedes Mal nach Hause kommen. Auch wenn sie sich an die Wege dort eher verschwommen (oder gar nicht) erinnern konnte. zur Beruhigung drückte sie leicht seine Hand. "Ich schaff das, James. Hab ich doch immer."
Sie erreichten den Übergang zum Jahrmarkt und als James sich dazu entschied, ihn jetzt bereits zu besuchen, lenkte sie ihre Schritte sogleich in diese Richtung. Langsam und beständig. Fuck, sie wünschte ihre Psyche würde auch mal solche Schritte machen. Obwohl... wollte sie das überhaupt? Denn es gab da diesen gar nicht so kleinen Teil von ihr, der sich immer dagegen stellte. Ihr sagte, dass dieser ganze Scheiß richtig so war. Dass sie es nicht anders verdient hatte. Immerhin hatte sie fünf Unschuldige umgebracht... ihnen einfach das Leben genommen... Ihre Hand verkrampfte sich ganz leicht in die von James und mühsam versuchte sie sich (natürlich erfolglos) von diesen inneren penetranten Stimmen loszureißen. Daran arbeiteten Leyna und sie gerade vor allem. Zwei Baustellen hatte sie genauer gesagt zurzeit. Einmal, mit Kleinigkeiten ihrer Umwelt und Gedanken, die sie wiederholen sollte, ihre Motivation für Dinge Stück für Stück zurückzugewinnen. und zum anderen, an diesem inneren großen Loch der Selbszweifel und des Selbshasses herumzudoktorn. Damit Joanna auch endlich Hilfe annehmen könnte (was sie im Übrigen überhaupt nicht wollte, da zumindest war sich Joanna sicher. Aber sie hatte es James versprochen und sie würde es auch nicht einfach abbrechen. Das wäre wie aufgeben. Also... fuck it. Zog sie es eben jedes Mal aufs neue durch).
"Klingt nach nem guten Plan", sagte Joanna endlich, mit zwar eher emotionslosen Stimme, was sie aber gerade auch brauchte nach dem Rückzug in sich selbst. War doch jedes Mal aufs Neue beschissen in sich selbst verloren zu gehen. Bei seinem Vorschlag nach Essen nickte Joanna. Sie hatte seit dem Mittag auf der Arbeit nichts mehr zu sich genommen. Abgesehen natürlich vom heimlich getrunkenen Wein, den Shots nach der Arbeit und gerade eben dem bisschen am Likörstand. "Crepes, klingen doch gut. Genauso wie Getränke, egal ob heiß oder kalt. Wir können ja schauen, was sie da haben." Es war nur ein ungefährer Vorschlag. Vielleicht würden die ja was Gutes da haben... etwas, was nicht so auffällig nach Alkohol schrie. Sie wollte James nicht noch mehr Sorgen als ohnehin schon bereiten - und etwaigen Schwierigkeiten ehrlich gesagt aus dem Weg gehen.

Re: Holly Springs
von Joanna am 19.11.2021 19:09Joanna nickte. "Hätte nicht gedacht, dich wiederzutreffen. Oder überhaupt jemanden, den ich kenne." Wieder der Gedanke an James. "Und der kein Zombie is." Der nächste kleine Schwindel ließ sie sich doch kurz an der Straßenlaterne neben ihnen, die schon lange kein Licht mehr von sich gab, anlehnen. Sie spürte den Whiskey doch heftiger, als erwartet. Aber das mchte ihr nichts aus. Im Gegenteil. So sollte es sein. So brauchte sie das. So kam sie - völlig paradoxerweise - klar.
Als Sienna auf die Leichen der Zombies zutrat - hoffentlich wirklich tot, folgte Joanna ihr, das blutige Katane nach wie vor in ihrer nun zgleich klebrigen wie auch rutschigen Hand, die voller Blut war. Wie eigentlich das meiste an ihr. Wiederlich. Wieder juckte die Stelle infizierter Haut an ihrem Handgelenk, doch sie hatte gerade keine freie Hand zum Kratzen. Also ließ sie es einfach bleiben.
"Kann gut sein. War immer schon ne Kämpferin. Obwohl ich nicht gedacht hätte, es auch auf so ne Weise zu sein.", gab Joanna zu und zuckte mti den Schultern. Aber Sienna hatte Recht. Extremsituationen, wenn sie denn einmal da waren, brachten es dann wohl ganz klar und deutlich hervor. Joanna wusste allerdings nicht, ob sie glücklich darüber wäre. Wäre sie keine Kämpferin, wäre dieser ganze Scheiß schon lange zu Ende. Vielleicht hätte sie ihn noch nicht einmal mehr miterlebt. Wäre im Knast schon draufgegangen, oder hätte sich danach selbst in den Garaus gemacht. Es wäre alles vorbei gewesen. Aber nein, sie musste sich ja durchbeißen. Wie dumm einfach eigentlich.
Erneut nickte Joanna. New York. Machte Sinn. Bei der Gegenfrage zuckte Joanna mit den Schultern. "Ziemlich genau nur das. Überlebn. Hab sonst nirgendwo wo ich hin könnt oder den ich suchn könnt oder sonst was. Ich überleb einfach nur." Kurz schwieg sie, ehe sie dann hinzufügte: "Und hoffe dabei auf andere Überlebende zu treffen. Bist die erste wieder. Nach meinem Mann." Den sie hatte umbringen müssen. der Gedanke schmerzte nach wie vor, als würe man mit einem Messer auf sie einstechen. Immer und immer wieder.
Ein Wunder, dass sie solch psychischen Schmerz nach allem was geschehen war, überhaupt noch spüren konnte.
"Essen such ich auch grad", stimme Joanna zu. "Ich hab mich innem Laden verbarrikadiert. Da wirste einige Vorräte finden. Wasser ist da auch noch viel." Sie selbst hatte sich eher am Alkohol gütlich getan und diesen Bestand doch ziemlich dezimiert. "Muni und Essen is da aber nicht. Das müssn wir also woanders irgendwie finden." Oder sich jagen. Wobei man in heutiger Zeit nei wusste, was vielleicht verseucht war, was wirklich gut war zum Essen. Es war echt einfach nur eine beschissne Welt.
~ Thread frei

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 19.11.2021 18:00Joanna lächelte leicht, während sie beobachtete, wie eine Flasche von dem Walderdbeerlikör für sie beiseite gestellt wurde. Sie freute sich wirklich darauf, ihn Daheim zu trinken. Vielleicht ja sogar heute Abend. Mmmh, ja, das würde sehr elcker werden! Und definitiv mal was anderes als was sie sonst trank. Und jaaa, natürlich würde sie mit James teilen! Das gehörte sich, alleine schon weil er sie jetzt letztendlich ja sogar gekauft hatte. Vielleicht trank sie viel Alkohol, ja. Aber deswegen war sie noch lange nicht unfair oder so etwas. Zumindest... hoffte sie das.
"Sehr schön", erwiderte Joanna leicht und bestellte bei dem Standverkäufer auch noch eine Flasche von dem Rumtopf, nachdem James dem zugestimmt hatte. Auch wenn sie an seinem Ton erkannte, dass er nicht völlig begeistert davon war, aber... tja. Sie schob das Gefühl beiseite und ergriff wieder seine Hand, als sie sich vom Stand entfernten und weiterschlenderten. Wobei sie nun vorsichtig das Thema Rückfahrt ansprach.
Sie nickte erleichtert, als er ihrem Plan zustimmte. Bei seinem Zusatz blickte sie ihn dann aber an. "Hey - ich bin ich. Natürlich komm ich klar. Was glaubst du denn?" Sie war kein junges Mädchen mehr. Und selbst als junge Frau hatte sie sich zeitweise erfolgreich auf der Straße durchgeschlagen. Sie war durch den Knast gekommen - irgendwie - und hatte die Tortur in ihrem Dorf überstanden. Jeden einzelnen Messerstich tief in ihr Herz bei jedem Wort und Blick, der ihr dort zugeworfen worfen. Die Zeit zwischen ihrer Entlassung und jetzt wieder ihr Zusammenziehen mit James.
"Wollen wir uns noch was umsehn, ob du noch irgendwas findest? Oder willste aufn Jahrmarkt?", fragte Joanna, als sie an dem Übergang zwischen den beiden Veranstaltungen ankamen. Ihr war es echt vollkommen gleichgültig. Sie war noch nicht betrunken genug, um völlig von dieser inneren schwarzen Schwere loslassen zu können, die sie kontinuierlich nach unten zu ziehen wollen schien. Von daher war es ihr echt völlig egal.

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 18.11.2021 11:46Joanna musste noch nicht einmal nachdenken, da spürte sie sich bereits nicken, auf seine Frage, ob sie sich eine Flasche von dem Walderdbeerlikör holen wollten. "Klar, sehr gern! Der ist richtig gut!" Und sie würde ihn auch brav in James Schrank stellen und nicht in ihrem Zimmer verstecken. Das war nur fair, dass sie beide was davon hatten. Vielleicht mal abends gemeinsam vor dem Fernseher oder so etwas.
Auch Joanna nahm einen großen Schluck von dem Rumtopf, um dann mit dem Stäbchen gleich noch die enthaltenden Früchte aufzupieken und in ihrem Mund verschwinden zu lassen. Diese kleinen Früchtchen hatten es wirklich in sich.Sie schmeckte den Alkohol aber fuck, es gefiel ihr. Das war genau das richtige! "Schmeckt mir sehr gut. Davon auch eine Flasche?" Fragend sah sie James an und hoffte, dass er zustimmen würde. Wieder wandte sie sich dem Standbesitzer zu. "Hey, wir schauen uns hier noch ein bisschen um - wäre es in Ordnung, wenn Sie die Flaschen für uns zurückstellen und wir holen Sie uns wenn wir gehen wieder ab?"
Nachdem der Standbesitzer lächelnd bejaht und ihre ausgewählten Flaschen zur Seite gestellt hatte, machten sie sich wieder auf dem Weg. Joanna schob dabei ihre Hand wieder in die von James, der Blick auf den Jahrmarkt gerichtet der hinter dem Flohmarkt war, ohne ihn wirklich zu sehen. "Hey, wegen der Rückfahrt", begann sie dann vorsichtig und blickte zu James auf. "Wärs für dich okay, wenn ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückfahre?" Denn der Gedanke ins Auto zu steigen, das.... nein. Das wollte sie einfach nicht. Wenn es irgendwie möglich war, dann wollte sie es einfach nur vermeiden..

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 13.11.2021 14:04Nachdenklich nickte Joanna, während sie sich versuchte genau vorzustellen, wo in der Wohnung sie das Aqurium (bzw. bei James Idee die Aquarien, was ihr wirklich gefiel!) hinstellen könnten. "Je nachdem was für ein Aquirum wir uns holen könnte das nachträglich irgendwohinstellen schwierig werden. Obwohl... wenn es wirklich nur ein kleines ist, müsste das gehen." Dann konnte man die Pumpe sicher mittragen. Sciher wusste Joanna das allerdings nicht. In ihrem Elternhaus hatten sie immer nur ziemlich große Aquarien gehabt. Plötzlich kam ihr ein Gedanke der sie zugegeben ein wenig begeisterte. "Hey! Wenn wir wirklich zwei holen, wie wäre es, wenn wir ein Süßwasser und ein Salzwasseraquarium machen? dann haben wir noch mehr Fischvielfalt!" Das stellte sie sich richtig schön vor. Auch für Gäste, die sie vielleicht haben könnten. Sobald... naja. Alles wieder ein wenig normaler lief.
Eine ganze Weile später - also nach ihrem musikalischen Einkauf, der tatsächlich überraschend viel Zeit gefressen hatte - trennten sie sich kurz, währenddessen James die Sachen zum Auto brachte und Joanna einen Likörstand fand. Der perfekte Ort um ein wenig verschiedene Getränke zu probieren und auf James zu warten. Der tatsächlich nicht lange auf sich warten ließ und rasch zu ihr stieß. Sie lächetle als sie sah, dass er sich tatsächlich nun ebenfalls die selbstgemachten Likörflaschen ansah, die hier standen.
"Bisher hab ich nur diese drei probiert", sagte sie und deutete auf einen Brombeerlikör, einen Sauerkischlikör und einen Walderdbeerlikör. "Die waren alle drei extrem gut, wobei der Walderdbeer glaub ich am besten war. Oder der Sauerkisch. Schwierig. Wie gesagt, waren beide geil." Sie grinste und wandte sich an den Standbesitzer. "Was ist das?", fragte sie den Standverkäufer, der gerade für ein anderes Pärchen etwas aus einer Flasche mit allerlei Inhalt in ein Glas goss. "Rumtopf. Dafür muss ich dann aber wenigens 1$ Probierpreis berechnen."
"Dann geben Sie und bitte zwei", bat Joanna und reichte dem Mann 2$, während ihr und James nun ebenfalls zwei Gläser gefüllt wurden. Sie hob ihr eigenes an die Augen. "Cheers", sagte sie mit einem leichten Lächeln und trank einen Schluck.









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