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Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 26.03.2022 11:50Sie konnte spüren wie wütend ihr Mann war. Sie sah es an seiner Kiefermuskulatur, an seiner angepannten Haltung, den Muskeln die an seinen Armen hervortraten und dem Druck seiner Hand. Leicht erwiderte sie diesen. "Gemeinschaft und Verbindung ist in diesem Dorf alles. Ich habe durch den Unfall... ich habe dadurch nicht nur fünf Dorfbewohner umgebracht, sondern auch das Dorf selbst angegriffen. Alle hier. Sowas... ist nun einmal nicht zu verzeihen." Und sie versetand es. Sie versetand es, verdammte scheiße. Sie ließ den Kopf gegen die Wand sinken, noch immer James' Hand haltend und versuchte... versuchte einfach nur nicht durchzudrehen. Nicht so wie gestsern. Obwohl die Angst in ihr vor ihrem Friedhofsbesuch immer weiter zunahm, ebenso wie das Verlangen nach Alkohol. Bei James' Worten, dass er es einfach nicht zulassen könne, dass sie so behandeltw urde, zuckte ein schwaches Lächeln über ihr Gesicht.
"Womit hab ich nur nen Mann wie dich verdient?", fragte sie leise. Früher einmal hatte sie sich so etwas noch nicht einmal gefragt - und wenn hätte sie hunderte von Antworten darauf gehabt. Heute... heute verstand sie es wirklich nicht.
Sie unterdrückte den Impuls ihn zu küssen. Sie frühstückten zu Ende und als sie fertig waren zitterten joannas Hände stärker denn je. Das Verlangen war jetzt greifbar, füllte alles aus und sie konnte an nichts anderes mehr denken. Selbst die Nervosität und angst vor dem Friedhof und was sie erwarten würde, waren wie weggewischt. Sie stand auf, ignorierte die Blicke und das unwirsche und unfreundliche Gemurmel von Tom und verließ gemeinsam mit James die Bäckerei. Sie konnte keine Sekunde länger mehr waren. "Wir sehen uns später", meinte Joanna, gab James einen schnellen Kuss ohne selbst zu wissen, woher der nun gekommen awr und drehte sich um, um in großen schnellen Schritten, die zittrigen Hände in den Taschen ihrer Jacke verborgen, den Brügersteig entlang zu gehen. So schnell wie möglich zum Spirituosen-Geschäft. so schnell wie möglich zu der Flüssigkeit, welche sie gerade mehr als alles andere brauchte.

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 22.03.2022 14:46Joanna nickte zustimmend. "Ja... okay. Guter Plan.", seufzte sie leise und spürte dabei, dass ihre Mauer noch wackelig war. Sie wünschte, sie hätte sie ganz wieder. Aber... vielleicht war es auch gut so. Sie wollte ihren Mann schließlich nicht immer und immer wieder vor den Kopf stoßen. Er bemühte sich, das konnte sie sehen. Und er war gestern bei dem Ausbruch da gewesen und... auch das würde sie ihm nicht vergessen. Genauso wenig wie dass er ihr seit Jahren die erste ruhige Nacht verschafft hatte. Aber das waren alles gedanken, die sie später noch aussprechen konnte. Alles Dinge, für die sie sich später noch bei ihm bedanken konnte. Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht an diesem Wochenende. Nicht am Todestag ihrer Familie.
Leicht drückte sie seine Hand. "Ich werde versuchen, mich zu bessern.", sagte sie ruhig. Und fügte nach kurzem Zögern hinzu: "Versprochen." Sie hatte immerhin Leyna, nicht wahr? Sie würde über alles mit ihr reden müssen. Schon der Gedanke daran behagte ihr nicht, aber sie würde es utn. Und dann... dann würde sie weitersehen. Auch wenn Joanna diese Hilfe nach wie vor nicht verdient zu haben glaubte.
Gemeinsam machen sich James und sie nun auf den Weg zur Bäckerei um zu frühsücken, da in dem Kühlschrank Daheim nach all der Zeit selbstversetändlich nichts essbares mehr erhalten war. Bereits auf dem Weg wurden sie von den Dorfbewohnern die Joanna erkannten immer wieder bedrängt. Früher war es natürlich nicht so gewesen. Vor dem Unfall. Die Leute hatten Joanna zwar nicht sonderlich gemocht, sie als Außenseiterin und schwarzes Schaf gesehen, aber sie war nicht gehasst worden. Seit dem Unfall hatte sich das geändert. Joanna wünschte, James würde ruhig sein. mit sanften Druck auf seine Hand versuchte sie ihn hier und da zurückzuhalten. Es war doch in Ordnung. Es... war ja nicht so, als könnte die die Reaktion der Leute nicht verstehen...
Aber dann kamen sie in die Bäckerei und Joanna war zu einer kurzen - und grausamen - Konservation gezwungen. Sie hätte wissen müssen, dass James nicht würde an sich halten können. Ohne irgendetwas zu sagen oder den hasserfüllten Blick zu beachten, den Tom jetzt nicht nur ihr, sondern auch noch James schenkte, zog sie ihn zu dem leeren Tisch. Die erste Zeit sagte sie nichts. Aß nichts und trank auch nichts. Aber dann blickte sie auf und legte ihre schrecklich zitternde Hand unter dem Tisch vorsichtig auf seinen Oberschenkel. "Lass... lass die Leute einfach, ja? Ich möchte nicht, dass sie dich auch noch anfangen zu hassen.", bat sie ihn leise. "Es würde alles nur noch komplizierter machen." Und das Haus vermutlich gar nicht mehr sicher. Sie müsste ohnehin überlegen, was damit geschehen sollte. Jetzt, wo sie wieder fest bei James lebte. Aber nicht heute. Einfach nicht... heute. Sie nahm den Kaffee - ihre Hand zitterte so stark, dass ein wenig was überschwappte - und trank einen Schluck. Es klapperte, als sie ihn auf den Teller zurückstellte und nun wandte sie sich ihrem Essen zu. Ein Blick auf die Uhr. Noch etwas über eine halbe Stunde.
Sie konnte es kaum erwarten.

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 17.03.2022 17:08"Besser letzteres", meinte Joanna und ihre Lippen zuckten leicht. "Du kennst mich." Für einen winzigen Moment zögerte sie. Aber dann erinnerte sie sic h daran, dass er ihr Mann war. Ihr Mann. Der zu ihr stand und für sie da war. Selbst nachdem sie drauf und dran gewesen sich zu trennen, nachem sie fünf Jahre lang keinen Kontakt zu einander gehabt hatten. Weil... sie ihn nicht zugelassen hatte. "Ich... bin doch noch nie auf andere zugegangen, wenn ich Hilfe brauchte." Das kurze Zucken ihrer Mundwinkel, die ein Lächeln andeuteten, war bitter. nd doch hatte sie gerade fast schon gestanden, dass sie Hilfe brauchte, oder? Automatisch baute sich Ablehnung in ihr auf, das gefiel ihr nicht. Si ehätte nichts sagen sollen. Oder doch, war es vielleicht doch besser so?
Verwirrt schüttelte sie den Kopf und shnte sich umso mehr Alkohol herbei. Einfach ein wenig beschwipst sein und der ganze Scheiß wäre wenigstens nicht mehr ganz so kompliziert.
Sie hörte seine Antwort auf ihre gemurmelte Frage. Wieder war da diese lustlose Bitterkeit. "Beschissen wie immer, also?", fragte sie leise und sah sich erneut um. Wenn es dieses Desaster hier war, was er von ihr kannte, von ihr gewohnt war, dann... "Es tut mir leid, dass ich so bin.", sagte sie, ehrlich und leise und gab ihm einen leichten Kuss auf die Wange. "Es tut mir wirklich leid, dass ich so bin."
Gemeinsam machten sie sich nun auf den Weg. Hand in Hand im Dorf entlang. Im Dorf waren viele Menschen alleine schon aufgrund der Notwendigkeit Frühaufsteher, selbst an Wochenenden. So begegneten sie einigen Dorfbewohnern auf dem Weg zum Bäcker. Einige blickten ungläubig, einige zischten im Vorbeigehen Beleidigungen, viele wechselten einfach mit hasserfüllten Blicken die Straßenseite. Joanna tat als würde sie nichts bemerken, nichts hören und ging in die Bäckerei. Der Kerl - Tom, wenn sie sich richtig erinnerte - knurrte, als er sie sah. "Dass du es wagst hier aufzukreuzen, Companion. Und das auch noch heute!" Seine Stimme war hasserfüllt. Dann lachte er trocken auf. "Ach ne warte. Du hießt ja Officer, nicht wahr? Was für ein Bullshit!" Joanna sagte nichts, umklammerte mit ihrer zitternden Hand nur die Ihres Mannes. "Einen Kaffee, und ein Salamibrötchen.", bestellte sie tonlos. Es ging nicht anders. Für dieses verfickte Dorf msste sie ihre Mauer gerade wieder hochfahren, sonst... würde es sie zerstören. Tom schnaubte und seine Augen richteten sich nun auf James. "Und für Sie?" Er klang zwar nicht gerade freundlich, aber immerhin nicht so hasserfüllt wie gegenüber Joanna.
Erst anschließend wandte er sich wieder an sie. "Ihr könnt euch da hinten hinsetzen. Aber versuch nicht alle in diesem Laden umzubringen, ja?"
Das tat weh. Jeder Atemzug war ein Schwert in ihr Herz. Doch Joanna ließ sich noch immer nicht das geringste anmerken. Sie würde sich mit James hinsetzen, frühstücken und morgen wäre sie schon wieder weg von hier. Alles kein Problem..

Re: Steve & Joanna ~ What Did You Saw?
von Joanna am 15.03.2022 14:31Das Blut rauschte ihr in den Ohren. Sie nahm kaum etwas von ihrer Bewegung war, ihr Herz raste, ihre Hände zitterten. Sie hatte die Tabletten genommen, daran erinnerten sich, doch es waren Tabletten, sie brauchten immer ein wenig bis sie wirkten und da sie weggenickt gewesen war einfach aufgrund der Erschöpfung wusste sie nicht, wann sie sich das letzte Mal eine der paniksenkenden Mittelchen eingeworfen hatte. Sicher war es zu lange her. Schlucken fiel ihr schwer. Selbst ihre Knie zitterten. Sie nahm nichts wahr. Nichts. Es war als würde jamnd ihr ihre Brust zuschnüren, dunkle Punkte tanzten vor ihren Augen, der Blick war verschwommen - und dann war da plötzlich jemand. Unwillkürlich klammerten sich Joannas Finger an ihm fest, an dieses reale etwas und sie tat, was sie hörte. Atmete mühsam ein und aus, wenn auch zittrig, schnell, hastig. Es war schwer den Rhythmus des Anderen zu übernehmen, doch nach einiger Zeit schaffte sie es endlich. Ihr Puls beruhigte sich ein wenig, ihre Wahrnehmung der Umgebung kehrte zurück und auch die der Situation. Die Tabletten hatten angefangen zu wirken. Ruckartig ließ Joanna den anderen los und atmete tief durch. Nein, Autos waren gestrichen. Autos waren definitiv gestrichen. Sie wollte nie mehr in eine Karre steigen.
Erst dann wurde ihr auch gewahr, was er vorher gebrüllt hatte, als sie so panisch aus dem Auto gestolpert war, nicht Herr ihrer Sinne. Würde er sie noch einmal zwingen in ein Auto zu steigen, würde sie diesem Arschloch ganz sicher die Kehle aufschlitzen. Von sich selbst angewidert über diese kaltblütigen Gedanken schluckte sie schwer und versuchte dieses Bild aus ihrem Kopf zu verjagen. "Wär cool wenn es ein Motorrad oder irgendetwas anderes wird.", sagte sie nichtsdestotrotz distanziert, vielleicht sogar ein wenig kalt. "Ich hab mir diese beschissene Panik nicht ausgesucht." Im Notfall sollte er sie vorher zusammenschlagen, dann bekam sie wenigstens nicht mit. Da wartete er doch sicher eh nur drauf.
Als er die Schlaftabletten erwähnte, nicke Joanna nur knapp. Das war das einzig gute was sie bisher gehört hatte. Auch wenn es sofort wieder Schuldgefühle in ihr wach rief. Hatte sie es verdient? Hatte sie verdient ruhig und selig zu schlafen, nach dem, was sie getan hatte? Nein, war die laute und eindeutige Antwort in ihrem Kopf. Wahrscheinlich würde sie diese Scheiß-Pillen doch nicht nehmen, egal wie beschissen die Nacht würde. Sie hatte dieses verfickte Leiden doch verdient, oder nicht?
Ihre beiden Blicke ruhten auf dem Safehouse. Joanna lächelte bitter. "Das denke ich nicht.", antwortete sie nur, in der gleichen abweisenden Distanziertheit wie zuvor und betrat das Innere. Auch wenn sie wusste, dass Steve bezüglich des Alkohols wohl Recht haben würde, führte sie ihr erster Weg in die Küche, wo sie erst den Kühlschrank und dann sämtliche andere verbliebenen Schränke öffnete. Nichts. Was hatte sie auch erwartet? Dann kehrte sie ins Wohnzimmer zurück. Und jetzt? "Gibt es hier wenigstens irgendwie einen CD-Player, eine Bluetooth-Box, Internet oder sonst irgendetwas?", fragte sie. Sie brauchte Ablenkung und das einzige was ihr jetzt noch (hoffentlich) blieb, war die Musik. Ihre Hände zitterten stark, allerdings nicht aufgrund der vorherigen Panikattacke.. Fuck, hatte sie Durst..

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 13.03.2022 16:00"Okay, gut.", nickte Joanna und trank den Kaffee aus. Dann fuhr sie sich mit ihren Händen kurz über das Gesicht. Sie meinte noch immer die Tränenspuren vergangener Nacht zu fühlen. Sie fühlte sich schuldig, weil sie so lange und so ruhig geschlafen hatte. Und das ausgerechnet am Todestag. Das... war doch nicht richtig. Was war los mit ihr? War sie echt so verdammt gefühlskalt geworden? Ihr Herz verkrampfte sich. Das war eine Frage, über die sie definitiv nicht weiter nachgrübeln wollte. Nein, auf keinen Fall.
Als er meinte er wollte ursprünglich mit schwieg sie kurz, dann zuckte sie mit den Schultern. "Wie du möchtest. Du kannst dich ja auch erst um die Fenster kümmern und dann nachkommen. Ich... werde den Tag wohl ohnehin am... Grab verbringen." Das Wort kam ihr unglaublich schwer über die Lippen. Sie fragte sich, wie es wohl aussehen mochte. Ob es von den Leuten hier gepflegt worden war? Oder war es komplett verwahrlost? Sie vermochte es wirklich nicht zu sagen. Es war sehr lange her, seit sie das Letzte mal dort gewesen war. Genauer gesagt war es bei der Beerdigung selbst gewesen. Sie hatte keine Ahnung wie es abgesehen vom Grabstein (den sie noch klar vor Augen hatte) aussehen mochte.
Sie seufzte leise, ging dann in den Flur und zog sich eine Jacke über. Langsam ließ sie ihren Blick nochmal durch das verwüstete Wohnzimmer mit den Spinnennetzen, dem Staub, den Blättern, den Ästen und vor allem den Haufen leerer Flaschen streifen. "Du musst einen echt beschissenen Eindruck von mir haben, oder?", murmelte sie, ohne die Bitterkeit aus ihrer Stimme streichen zu können. Sie wandte den Blick ab und sah stattdessen zu James. "Wollen wir dann los?" Ihre Hände zitterten, lechzten nach Alkohol. Es war immer noch über eine Stunde. Wie sie es hasste.

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 10.03.2022 10:39Nachdem sie ihren Mann den ebcher gegeben hatte, lehnte sie sich wieder gegen die Theke und nippte langsam an ihrem eigenen Kaffee. Es war kalt durch die eingeworfenen Fenster, daher war sie nur froh über die heiße Flüssigkeit - auch wenn ihr der Geschmack des Alkohols darin definitiv fehlte. Bzw. am meisten fehlte ihr antürlich des Alkohol selbst. Sie brauchte einige Augenblicke, ehe sie auf James' frage antworten konnte. "Ich weiß es nicht.", sagte sie danns chließlich leise und wandte ihm endlich wieder ihren Blick zu. "Traurig. Schuldig." Das Übliche, fügte sie still hinzu. Ihre Stimme war wieder ruhig und gefasst. So wie sonst. Sie stellte ihre Tasse kurz beiseite, schloss die Augen und fuhr sich mit hren zitternden Händen kurz durch die noch feuchten blonden Haare. Dann öffnete sie die Augen wieder und sah zu ihm.
"Ich dachte mir, wir könnten in der Bäckerei früshtücken. Dann wollt ich kurz was einkaufen und dann zum Friedhof." Sie musste ihm ja nicht unter die Nase reiben, dass sie Alkohol kaufen wollte, auch wenn er sich das wahrscheinlich denken konnte. "Was ist dein Plan?" Dunkel erinnerte sie sich daran, dass er in der vergangenen Nacht gemeint hatte, er wolle sich um die eingeworfnenen Fesnter hier kümmern. Andererseits war es Samstag, die meisten Läden würden hier auf dem Dorf also nur bis Mittags aufhaben. Eigentlich wäre es auch gar nicht so schlimm, wenn er andere Pläne hätte. Dann musste er nicht beobachten, wie viele Flaschen sie kaufte. Es war ihr unangenehm, wenn er das mitbekam, gerade da sie wusste, dass ihm das nicht gefiel. Aber fuck. Sie brauchte es eben einfach. Alles in ihr schrie gerade danach, sie konnte es kaum erwarten dort um Punkt 10 Uhr auf der Matte zu stehen.

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 09.03.2022 12:25Joanna antwortete nicht direkt auf die leisen Worte ihres Mannes. "Vielleicht.", sagte sie dann schließlich und fügte hinzu. "Irgendwann." Nicht jetzt. Sie hatte gerade genug geweint. Genug heausgeschrien. Ihre Mauer hatte lange und stark gehalten. Durch das Gefängnis hindurch, wo sie sie sogar aufgebaut hatte, die Monate danach, die Gespräche mit James für das Widerzusammenziehen, einfach alles. 5 1/2 Jahre insgesamt. Aber irgendwnan brach wohl jede Mauer mal ein. Und war zurückblieb war das Vermissen. Das Vermissen, die Schuld, die Schwere. Und doch war irgendetwas... anders als vorher. Jo konnte es nicht in Worte fassen und ehrlich gesagt wollte sie es auch gar nicht. Sie wollte sich nicht gut fühlen. Sie hatte es nicht verdient, sich gut zu fühlen.
Aber trotzdem konnte sie nichta dagegen tun, dass James Erinnerung an ihr Gelübde... wohl tat. Es brachte ihre Lippen sogar erneut kurz zum Zucken, ließen sie sich ansatzweise anheben. "Ja..", ,murmelte sie und gab ihm einen kurzen flüchtigen Kuss auf die Lippen. "Immer." Sie hatte sich geschworen nie aufzugeben. Weder in ihrer Karrierewahl, noch in der Ehe, noch in ihrem Leben. Sie hatte es soweit geschafft. Sie würde nicht aufgeben, nein. Niemals.
Und mit diesen Gedanken hatten die brennenden Augen sie schneller als üblich in den Schlaf fallen lassen. Und nicht nur schneller als üblich - sondern auch länger als üblich. Inbseondere wenn sie fast nüchtern, so wie grade war.
Tatsächlich wurde sie erst von Sonnenstrahlen geweckt, welche ihr ins Gesicht schienen. Joanna schluckte schwer und schmeckte Salz. Ihr Gesicht fühlte sich klebrig an, ihr ganzer Körper wie zerschlagen, ihre AUgen dick und geschwollen. Vorsichtig blinzelte sie und konnte unzählige Staubpartikel in dem Licht der Sonnenstrahlen tanzens ehen. Es brauchte einige Zeit, bis sie sich erinnerte, wo sie war. Nicht ini hrem Zimmer, sondern bei Lis. Rasch blickte sie zur Seite und konnte die Flasche erkennen, welche Lis' allerletztes Geschenk an sie geweesen war. Doch Jo widerstand dem Drang, sie zu nehmen und daraus zu trinken erfolgreich. Oh nein, sie würde das Geschenk ihrer Schwester nicht damit ehren, indem sie es einfach wegsoff. das würde sie nicht.
Und dann sah sie nach links von sich. James hatte sich neben sie auf den Boden gelegt. Wann ind er Nacht vermochte Jo nicht zu sagen. Es war weit über 5 Jahre her, dass Joanna das letzte Mal eine Nacht durchgeschlafen hatte und das auch noch ohne irgendwelche beschissenen verfickten Träume. Leyna würde sich freuen das zu hören. Jos Herz wurde schwer als ihr einfiel, welcher Tag war. Doch sie hatte sich wieder. Der Abend des Zusammenbruchs war vorbei. Sie würde das alles schaffen. Sie schaffte das.
Kurz blickte sie zu James, gab ihm dann einen sanften Kuss auf die Wange, ehe sie aufstand und leise aus dem Zimmer ging. Sie war dankbar, dass er an dem Abend da gewesen war, auch wenn es ihr nicht gefiel, dass er sie so gesehen hatte. dankbar war sie nichtsdestotrotz. Die Morgenroutine ging ihr von der Hand, als wäre sie ein Roboter, trotz des desaströsten und kalten Zustands der unteren Etage. Küchenmaschine, Blick auf die Uhr, Dusche, Anziehen, Kaffee. Wie ein ganz normaler Tag. Nur dass es kein normaler Tag war. Wieder dieses schwere fallende Gefühl ihres Herzens. Es würde nie aufhören. Nie. Die Gedanken an den Tequila. Wieder der Schmerz.
Sie hörte James und als er in die Küche kam, reichte sie ihm einen Becher Kaffee. "Morgen.", sagte sie. Sie hatte keinen Whiskey um sich den Becher aufzufüllen. Aber es war Viertel nach neun. Sie würden in der Bäckerei was frühstücken können, dann hätte der Alk-Laden auf. Sie würde sich endlich eindecken (ihre Hände zitterten schon wieder fürchterlich), Blumen kaufen und sich dann auf den Weg zum Friedhofen machen.
Die Angst schien sie lähmen zu wollen. Aber sie würde das hinbekommen.

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 07.03.2022 16:10Seine Worte allein reichten aus, damit sich neue - diesmal aber vollkommen stumme Tränen auf den Weg ihre Wange hinunter machten. Der Kloß und der Druck auf ihren Hals und ihre Brust waren schwer. "Ja", brachte sie dann aber heraus. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauchen und durch das viele Weinen belegt. Mit der freien zitternden Handw ischte sie sich die Tränen fort. Sie atmete nochmal tief und nicht minder zitternd durch, ehe sie nochmal neu ansetzte: "Ja, das hat sie. Und ich sie auch. Sie... war so ein wundervoller Mensch." James hatte sie ja kennengelernt. Ihre kleine aufgeweckte Schwester. Tierärztin. Zu jedem freundlich, zu jedem offen, zu jedem tolerant und immer hilfsbereit. Sie war perfekt gewesen, sehr gut in der Schule - Einserschülerin - aber dabei nicht im Mindesten überheblich. Sie hatte in der Nachbarschaft und auch ihren Mitschülern immer gern geholfen, konnte gut backen und hielt sichs tets an die Regeln, war nicht im Mindesten so rebellisch wie ihre große Schwester gewesen. Sie war einfach nur ein goldener Engel der Geduld gewesen und nur dank ihr - Joanna - war sie so früh, viel zu früh, ihres Lebens beraubt worden.
Die Tränen versiegten. Zurück kehrte das schwere Gefühl, als würde ihr Herz zu einem Klotz aus Eisen werden und sie irgendwo ganz nach unten in die Tiefe betreachten. Das Zitternd erstarb. Sie war wieder ganz ruhig. Ihre Wangen fühlten sich klebrig an, ihr Körper erschöpft. Die Augen brannten wie Hölle, viel schlimmer als normal, und sie war so unendlich müde...
"Ich schätze, das habe ich gerade ganz gut getan, oder?", meinte Joanna nur auf James Worte, sie solle alles raus, alles zulassen. Sie seufzte und verbarg für einen moment ihr Gesicht in den Händen, ehe sie diese wieder sinken ließ und zu ihm sah. "Danke, dass du da bist. Wirklich." Sie meinte es ernst. Ihre Augen fühlten sich an, als hätte jemand Gewichte daran gehangen. Eigentlich hatte sie noch etwas sagen, hatte duschen wollen. Doch stattdessen sank ihr Kopf gegen seine Schulter und sie schloss die Augen. Eigentlich nur, um kurz ihre brennenden Augen auszuruhen, zu entspannen. Doch ehe sie sich versah, hatte die Schwere, die Erschöpfung und die Trauer ihren Körper übermannt und sie in den Schlaf gerissen.

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 05.03.2022 21:01Joanna hatte nicht bemerkt, dass ihr Mann dazu gekommen war. Sie hatte nicht gemerkt, dass sich die Tür ihres Ziemmers geöffnet und Schritte erklungen war, hatte nicht bemerkt, wie er sie nun ansah, hatte nicht bemerkt, dass er sich zu ihr hockte. In ihr war nur die Flur, die Flut der Tränen und des Schmerzes, aufgewühlt und durchbrochen von der Handschrift ihrer Schwester, dieser unendlichen Liebe ihrer Schwester, die Joanna nicht glaubte noch verdient zu haben.
Doch dann waren da Arme um sie. Beschützende Arme, Arme die sie kannte, Arme die sie brauchte. Ohne es wirklich zu realisieren ließ sie isch in diese Umarmung hineinfallen. Sie realisierte gar nicht, dass es sich um James handelte, doch die Wärme und die Nähe waren gut. Ihre eine Hand umkrallte noch immer die Whiskeyflasche, mit der anderen verfing sie sich nun in James' Shirt. Sie umklammerte es so fest als würde sie ertrinken, wenn sie losliß, wandte ihm schließlich auf ihr Gesicht zu und legte ihren Kopf auf seine Brust, während nach wie vor die Tränen über ihre Wangen rannen, ihre Schultern bebten, sie vollkommen unregelmäßig nach Luft schnappte und jegliche Kontrolle über ihren Körper verloren hatte.
Sie wusste nicht wie lange es dauerte bis ihr bewusst wurde, dass sie sich hier an James festklammerte. Wie lange es dauerte, bis ihr Schluchzen allmählich erstarb, sie nur noch stumm weinte. Wie lange es dauerte, bis ihr Atem - wenn auch noch zittrig - ruhiger wurde. Aber als es dann schließlich soweit war, dass sie ihre Umgebung wieder anfing wahrzunehmen, da... war irgendetwas anders. Auch wenn sie noch nicht benennen konnte was es war.
Einige Male atmete sie tief und bewusst durch. Hin und wieder wollte ihr Atem noch abkacken, schien es ihr, als würde ein dicker Kloß in ihrem Hals liegen, doch schließlich glaubte sie, sprechen zu können, ohne direkt zusammenzubrechen. Ganz vorsichtig löste sie sich von James, strich sich einige blonden Strähnen die an den getrockneten Tränenspuren auf ihrer Wange festhingen weg und zeigte ihm dann die Whiskeyflasche, die in der Zwischenzeit zu Boden gefallen war. "Lis... wollte sie mir schenken.", brachte sie leise und mit viel rauerer Stimme als sonst heraus. "Sie... sie war so ein guter Mensch. So eine gute Schwester..."
Sie warf James einen kurzen Blick zu. Suchte einen Ausweg zu den Schuldgefühlen, die schon wieder in ihr aufkommen wollten. Und ihre Augen verweilten auf den dunklen Flecken seines Shirts. "Tut mir leid, dass ich dein Shirt so durchnässt hab.", meinte sie dann und ihre Mundwinkel zuckten leicht. Jetzt zitterte ihr Körper unkontrolliert. Gott, fuck. Sie wusste nicht, wann sie jemals einen solchen Nervezusammenbruch erlebt hatte. Fuck..

Re: James & Joanna ~ Do You Still Love Me? (2021)
von Joanna am 01.03.2022 13:50Ihre Mundwinkel zuckten schwach bei seiner Aussage. Seine Worte hallten in ihrem Kopf wieder. Du siehst wirklich... am Arsch aus. "Vermutlich, weil ich das bin.", murmelte sie. Sie fragte sich, was wohl wäre, wenn sie nicht so eine verdammte K#mpferin wäre. Wie alles gelaufenw äre, wenn sie aufgeben nicht derartig hassen würde und immer ihren Dickkopf durchsetzen musste. Die Antwort war so klar, wie sie auch erschreckend war. Und verlockend: Sie wäre tot. Ein trockenes kurzes unzusammenhängendes Lachen verließ ihre Kehle. Ja, sie hätte sich sicher schon lange umgebracht. Was jedoch am erschreckendsten war, war die Tatsache, wie sehr Joanna es sich teilweise wünscte, aufgeben zu können. Sie hatte sich schon so oft gewünscht, einfahc loslassen zu können. Eindach drauf zu scheißen, alles hinzuschmeißen und den Löffel einfach abzugeben. Aber fuck, die Genugtuung wollte sie weder dem Leben, noch sich sel bst aus welchen Gründen auch immer geben.
Es war schwer diesen Gedanken zu entkommen. Ihre Augen brannten vor Erschöpfung und Müdigkeit. Was nichts neues war. Kurz fuhr sie sich mit den Fingern über sie. Sie hatte über die Zeit nach dem Knast hier gesprochen ohne es zu merken. Ihr Mann saß noch immer schweigend neben ihm. Was tat sie hier überhaupt? Innerhalb von Sekundenbruchteilen hatte sie ihre Entscheidung plötzlich getroffen. Sie beugte sich zu ihm, um ihm einen sanften Kuss auf die Wange zu geben. "Versuch etwas zu schlafn. Wär dann wenigstens einer von uns. Ich... geh in Lis' Zimmer." Sie wusste noch nichtmal warum es sie plötzlich dorthin zog, wo doch das stets der raum gewesen war, den sie komplett gemieden hatte. Vielleicht war es dieser eine Gedankengang eben gewesen. Was gewesen wäre, wenn ihre Rollen tatsächlivh vertauscht gewesn wären. Joanna stand auf, atmete tief durch und ging zur Tür. Dort drehte sie sich aber nochmal zu ihm um.
"Danke, dass du da bist. Ich liebe dich James." Es war zwar immer noch distanziert gesprochen, doch sie meinte die Worte ehrlich. Sie hoffte, er wusste das. Erst dann wandte sie sich endgültig um, um Zombiegleich ihre Zimmertür hinter sich zuziehen und dann zu der tür von Lis zu gehen. Sie zögerte. Ein Herzschlag, zwei Herzschläge, drei Herzschläge...
... und dan öffnete sie.
Es war, als würde sie eine Zeitreise machen. An den Wängen hingen überall Bilder und Poster von Tieren. Obwohl über allem eine Staubschlicht lag, hätte es ordentlicher nicht sein können. AN ihrer Pinnwand tummelten sich ganz ordentlich ihre Familienfotos, der Schrank mit ihren Medizinbüchern und Romanen war ordentlich sortiert, der Laptop auf ihrem Schreibtisch zugeklappt, alles aufgeräumt. So war sie schon immer gewesen. Ordentlich. Gewissenhaft. Freundlich. Hilfsbereit. Jeder hatte sie geliebt. Einfach jeder. Und das kleine Kreuz am Kopfende ihres Bettes zeige auch noch, dass sie gottestreu gewesen war. Eine weitere Sache, wo sich Joanna vom Rest ihrer Familie und ihres Dorfes unterschieden hatte.
Langsam betrat Joanna das Zimmer ihrer Schwester, wobei ihre Schritte den Staub aus dem fluschigen Teppich aufwirbelten und sie etwas husten ließ. Langsam öffnete sie die Schränke. Sah Lis elegante und praktische Sachen für Freizeit und Beruf. sie stutzte kurz, als sie den Schreibtisch erreichte. Hier lag ihr Verlobungsring. Was tat der denn hier? Sie hatte ihn doch nie abgenommen und auch beim Tod getragen. Hatte Joanna ihn vielleicht hierhingelegt? Betrunken, ohne sich daran zu erinnern?
Mühsam und zitternd atmete Joanna durch und ging nun die Schreibtischschubladen durch. Und dort fand sie es. Unten rechts in dem großen Fach. Eine große Flasche eines sehr guten alten Whiskey-Jahrgangs, an dem ein Zettel klebte. Die Handschrift auf dem Zettel war eindeutig die von Lis. Für die beste große Schwester der Welt. Danke für deine Hilfe und alles, was du für mich tust! ❤
Tränen begannen über Joannas Wangen zu rollen. Sie saß auf dem Boden, ohne bemerkt zu haben, wie ihre Beine utner ihr nachgegeben hatten. Sie beugte sich vor, drückte den Verschluss der großen Flasche gegen ihre Stirn und weinte. Endlich, endlich brach es aus. Nach all den zurückgehaltenen Tränen, all den feuchten Augen die sie mühsam wegblinzelte und wegstrich, der aufgabeute Damm, die Mauer, alles was sie über all die Zeit und all die Alpträume hinweg aufgebaut hatte, brach es nun endlich aus ihr heraus. Sie schluchzte hemmungslos, allein auf dem Boden des Zimmers ihrer Schwester hockend, die Flasche, das letzte Geschenk von Lis umklammert und weinte, die Tränen vielen auf den weichen staubreichen Teppich, unkontrolliert und schnell, während jegliche Selbstkontrolle für den Moment endlich aufgegeben war...









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