Anwesen der Ceelens
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Cherry
Gelöschter Benutzer
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Re: Anwesen der Ceelens
von Cherry am 23.09.2024 18:24Sie schmeckte Blut, während sie auf den glänzenden gold schimmernden Kochtopf auf dem Boden starrte. Ihr linker Arm schmerzte bei jeder Bewegung, die Hand konnte sie noch nicht einmal millimeterweise zucken, schon fuhren die höllischsten Schmerzend en Arm hinauf bis in die Schulter. Ihr Schädel dröhnte. Sie leckte sich über die Lippen, spürte die Wunde an der Lippe. Und über ihrer linken Augenbraue pulsierte eine vermutlich heftige Beule, die ebenfalls bluten musste, denn sie spürte es kitzeln, an ihrem Auge vorbei zwischen der Schläfe und der Augenbraue. Wieder leckte sie sich über die Lippen und bückte sich langsam. Ihre Beine zitterten, wachen schwach.
Wie immer nach einem Ausbruch schien die Stille danach dröhnend und erdrückend zu sein. Sie fasste den Topf, stand auf und stellte ihn langsam und vorsichtig auf die Spüle - natürlich alles nur mit der rechten Hand. Dann ging sie zum Herd, wo die Tomatensuppe noch köchelte und die Fleischbällchen in ihrer Schüssel lagen. Es war ihre Schuld gewesen. Gust hatte den ganzen Tag lang hart gearbeitet, war gestresst und hungrig und hatte sich auf ein leckeres Essen Daheim gefreut - und sie? Sie war noch nicht fertig gewesen. Das war ihre Schuld. Sie konnte ihm keinen Vorwurf machen. Nein, das konnte sie nicht. Sie atmete durch, nahm Salz und Pfeffer und würzte damit die Tomatensuppe - so wie immer. Sie selbst aß sie schließlich nicht. Dann fügte sie die Fleischbällchen hinzu. Ihren linken Arm hielt sie dabei in konsequenter Schonhaltung, denn fast jede Bewegung trieb ihr die Tränen in die Augen. Sie würde später ein paar Räucherstäbchen anzünden oder dergleichen.
Als es gut roch und fertig aussah, nahm sie den Teller vom Tisch und wollte mit einer Nudelzange die Nudeln und Fleischbällchen auf den Teller tun. Natürlich entglitt es ihr, klatschte erst auf ihr helles mit Blumenmustern verziertes Kleid und dann auf den Boden - und bevor sie es verhindern konnte, segelte der Teller hinterher und zerschellte laut auf dem Boden.
Zwei Sekunden war Stille. Dann schlug die Bürotür ihres Mannes auf und seine wütenden stampfenden Schritte ertönten.
"Was hast du jetzt schon wieder geschafft?!", rief er zornig - und als er in die Küche kam, blieb er stehen. Sein Blick glitt kurz über den Boden - die Portion Nudeln mit Tomatensoße und Fleischbällchen und die Scherben des weißen Porzellans. Und dann zu Cherry, die an der Küchenzeile stand, den linken Arm schonend vor sich und mit der rechten Hand sich an der Küchenzeile festhaltend; Verletzungen im Gesicht, Tomatensoße auf der. Die Spannung baute sich auf. Und schon war er bei ihr, holte aus und schlug sie so heftig auf die ohnehins chon lädierte Seite ihres Gesichtes, dass sie mit der anderen gegen den Kühlschrank knallte und sich die nächste Platzwunde zuzog. "Was kannst du eigentlich?? Du solltest mir doch nur Essen machen!!"; schimpfte er und raufte sich durch die Haare, während Cherry nun am Boden kauerte.
Er beugte sich zu ihr hinunter, packte sie grob am verletzten Arm -s ie schrie auf, irgendwas in ihrer Schulter schien zu knacken und zog sie zu sich. "Nur essen machen solltest du doch...", flüsterte er nun, und gab ihr einen sanften Kuss auf die Lippen. Einen Moment lang fühlte sich Cherry sicher und geboren. Alles würde wider gut werden.
Dann ließ er sie los. "Ich nehm mir den Teller selbst, mach du einfach sauber, in Ordnung?" Er sprach ganz ruhig, als wäre nie etwas gewesen. War es auch nicht wirklich, oder?
Sie beobachtete, wie er sich etwas zu Essen nahm und damit wieder verschwand. Dann ging sie zur Spüle, machte vorsichtig einen Lappen sauber und belastete den linken Arm nicht. Sie putzte so gut es ihr mit einem Arm möglich war. Die Scherben legte sie alle einzeln in eine Schachtel, musste anschlieénd den Staubsauger hervorzerren um die feinen Scherben einzusaugen und ging dann - noch immer mit etwas schwachen Beinen - nach draußen, um die Scherben gleich in den richtigen Müll zubringen, damit Gust sich nicht aus Versehen daran schneiden konnte.
Die kühlte Nachtluft strich angenehm über ihre Verletzungen, als sie in die Nacht hinaustrat. Und dann trat plötzlich jemand aus den Schatten. Cherry zuckte heftig zusammen - Schmerzen schossen durch ihren Arm - und sie ließ vor Schreck die Schachtel mit den Scherben fallen. Doch dann erkannte sie, wer es war.
"Clara!!", rief sie erfreut und eilte auf ihre Tochter zu, um sie vorsichtig mit einem Arm zu begrüßen.

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