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Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen)
Dissoziative Amnesie
F44.0
=> Entwicklung durch extrem belastende oder traumatische Erlebnisse
=> ca. 2 % betroffen
=> Frauen ca. 3x so häufig wie Männer
=> Schutzfunktion, indem die Psychoe vor wiederholter Aus-einandersetzung mit Trauma geschützt wird
=> verschiedene Formen möglich:
lokalisierte Amnesie: am häufigsten; Vergessen eines best. Zeitabschnitts (häufig traumatisierend)
selektive Amnesie: Erinnerung an einiges noch da, aber nicht alles (z.B. bei Kriegsveteranen)
generalisierte Amnesie: selten; gesamtes Leben wurde ver-gessen, z.T. sogar eigene Identität. Verbinden mit Desorien-tiertheit & Verwirrtheit
Systematisierte Amnesie: selten; Vergessen für best. Katego-rien von Informationen (bspw. Erinnerungen an eigene Familie oder bestimmte Person)
Kontinuierliche Amnesie: selten; von best. Zeitraum bis zur Gegenwart. Neue Ereignisse werden sofort wieder vergessen
=> oft einhergehend mit anderen dissoziativen Störungen, somatoformen Störungen, Depression, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen und/oder Posttraumatischen Belastungsstörungen
=> Symptome: Unfähigkeit sich an wichtige persönliche Infor-mationen erinnern zu können -> eine oder mehrere Lücken in der Erinnerung der Lebensgeschichte (kann einige Minuten bis zu Jahrzehnten betragen), häufig wird das Vergessen auch für neue traumatische Erfahrungen angewandt, Vergessen kann sich auf alltägliche Situationen ausbreiten (chronischer Verlauf, v.a. bei häufig widerholter und besonders schwerer Traumatisierung im Kindes- o. Jugendalter), Amnesien sind oft nicht bewusst/werden ignoriert
=> Dauer: v.a. bei traumatischen Kindheitserinnerungen häufig über Jahre oder Jahrzehnte
=> Heilung: mit Traumatherapie sehr gut möglich mit gleich-zeitiger Aufarbeitung; z.T. spontanes Erinnern möglich (z.B. bei Rückkehr an Ort) oder mit zunehmendem Alter
=> eher selten
=> 0,2-0,3% der Bevölkerung hat es einmal im Leben (mehr in Kriegszeiten und bei Naturkatastrophen)
=> Entwicklung meist durch Konfrontation mit extrem unange-nehmen Situationen und Hoffnungslosigkeit
=> Symptome: plötzliches unerwartetes und zielloses Weglau-fen (oft mit Verlassen des Landes und Reisen von tausenden Kilometern) ohne objektiv feststellbaren Grund und unabhän-gig des eigenen Willens, während Weglaufen große Angst und Heimweh, späteres Vergessen an stressbehaftete Situation und/oder Weglaufen, vermindertes Persönlichkeitsbewusst-seins, sehr selten Heranbildung neuer Identität (meist mit komplett neuem Lebensstil)
=> Dauer: wenige Stunden bis Tage, in Einzelfällen Monate
=> Heilung: Phase des Weglaufens klingt spontan ab, Erinne-rungen können mit Therapie zurückgewonnen werden
Dissoziative Fugue
F44.1
Dissoziativer Stupor
F44.2
=> etwa 0,1 % erkrankt
=> Ursachen i.d.R. vorausgeagngene traumatische Erlebnisse oder sehr stark belastende Probleme
=> Vermutung eines "Totstell"-Effekts um zu großen psychi-schen Belastungen zu entkommen
=> nicht zurückzuführen auf andere Erkrankungen mit An-triebsminderung/Stupor
=> oft einhergehend mit Depression, sonstigen Persönlich-keitsstörungen, Angststörungen und vers. somatoformen Störungen
=> Symptome: psychische & motorische Erstarrung, keine oder minimale Reaktion auf Umweltreize, vollständige Teil-nahmslosigkeit, Fehlen willkürlicher Bewegungen, Verstum-mung oder sehr starke Einschränkung der Kommunikations-möglichkeiten, z.T. sogar eingeschränkgte Augenbewegungen (Muskelspannung, aufrechte Haltung & Atmung aber erhalten)
=> Heilung: mit verschiedenen Therapiearten gut möglich
=> i.d.R. traumatische Erlebnisse oder extrem belastende Ereignisse als Ursache
=> oft auch begleitend zu anderen dissoziativen Störung (z.B. nicht näher bezeichnete dissoziative Störung oder dissoziative Identitätsstörung) oder komplexen posttraumatischen Belastungsstörungen
=> Symptome: unfreiwillig auftretende Trance- & Besessen-heitszustände
Trancezustände: Veränderung des subjektiven Erlebns, Kog-nition und des Bewusstseinsrahmens, Verlust der persönli-chen Identität, Verlust der Wahrnehmung der Umwelt und/ oder Einschänkung von Bewegungen, Haltungen und Äuße-rungen auf ein geringeres, sich ständig wiederholendes Repertoire
Besessenheiszustände: Überzeugung von einem anderen Persönlichkeit, Geist, Gottheit oder anderer Kraft beherrscht zu werden
=> Dauer des Zustandes: wenige Minuten bis zu Stunden
=> Heilung: möglich mit langwirksamer Therapie
Trance- & Besessenheits-zustände
F44.3
Dissoziative Bewegungs-störungen
Psychogen: Aphonie/Dysphonie
F44.4
=> Ursache oft unverarbeitete traumatische Erlebnisse, die dabei schon sehr lange zurückliegen können (Erinnerungen müssen nicht zwingend vorhanden sein)
=> Symptome geschehen unfreiwillig als Reaktion auf über-wältigende emotionale Belastungen
=> Symptome: vollstängier oder teilweise Verlust der Bewe-gungsfähigkeit eines oder mehrerer Körperteile (z.T. auch der Sprache), partielle (nur schwache und langsame Bewegungen möglich) oder vollständige Lähmung, mangelnde Koordination (v.a. in Beinen -> bizarrer Gang, Unfähigkeit des alleinigen Aufrechtstehens), starkes Zittern oder Schütteln eine oderer mehrer Extremitäten bzw. des ganzen Körpers
=> Heilung: mit Therapie möglich
=> selten (0,0002-0,0003 %)
=> v.a. Frauen betroffen (70 %)
=> erstmaliges Auftreten i.d.R. nach der Pubertät
=> Ursache zurückliegende Traumata (nicht immer mit Erinne-rung) oder sehr schwierige Lebenssituationen
=> Symptome geschehen unfreiwillig und beginnen & enden allmählich
=> oft einhergehend mit anderen dissoziativen Störungen, somatoformen Störungen, Depression, Angststörungen, Per-sönlichkeitsstörungen, posttraumatischen Belastungsstörun-gen
=> Symptome: Stupor- bzw. tranceähnliche Zustände, krampf-artige Zuckungen, verrenkungsähnliche Bewegungen, Über-streckungen des Kopfes, Grimassierungen, schüttelnde Bewegungen der Arme, Beine oder des Kopfes, Flashbacks/ Erinnerungen an ein Trauma oder Alpträume, danach nur teilweise oder keine Erinnerung an den Anfall
=> Dauer der Anfälle: individuell sehr unterschiedlich, aber i.d.R. länger als epileptische Anfälle (> 3-5 Minuten)
=> Heilung: mit Therapie möglich
Dissoziative Krampfanfälle
F44.5
Dissoziative Sensibilitäts- & Empfindungs-störungen
F44.6
=> Ursache oft unverarbeitete traumatische Erlebnisse, die dabei schon sehr lange zurückliegen können (Erinnerungen müssen nicht zwingend vorhanden sein)
=> am häufigsten Hautempfindungs- & Sehstörungen
=> Symptome: Einschränkungen in Fühlen, sehen hören und riechen, teilweiser oder vollständiger Verlust von Haut-empfindungen an Körperteileno der ganzem Körper (ein-geschränkte Wahrnehmung von Berührung, Hitze oder Kälte), Gefühe des Kribbelns und der Taubheit, Verlust der Seh-schärfe, verschwommene Bilder, Tunnelblick, selten auch Erblindung möglich
=> Heilung: mit Therapie möglich
Kombinationen der unter F44.0-F44.6 beschriebenen Störungen.
Dissoziative Störungen (Konersionsst.), gemischt
F44.7
  TRASHkind
F44.8 - Sonstige dissoziative Störungen (Konversionsstörungen)


Ganser-Syndrom
F44.80
=> selten
=> v.a. Männer jüngeren & mittleren Alters, in Einzelfällen bei Kindern
=> Symptome: Wunsch, als geisteskrank oder unzurechnungs-fähig betrachtet zu werden, Vorbeiantworten, fluktuierende Bewusstseinseintrübung, Unterdrücken des Schmerzempfin-dens, Kribbelgefühle, Lähmungen, akustische oder visuelle Pseudohalluzinationen, kindisch-läppische Stimmungsände-rung, depressive Verstimmungen, Unruhe, Gedächtnislücken, dissoziative Fugue-Zustände, Sehfeldeinschränkungen, zwang-hafte Nachahmung von Bewegungsbläufen o.ä., pseudoepilep-tische Anfälle, anschließend keine Erinnerung mehr daran
=> Dauer: nur kurz und akut
=> Heilung: sehr schwierig, bisher nur wenige Therapieversu-che
=> Entwicklung vermutlich durch schwere traumatische Erlebnisse in der frühen Kindheit wie Vernachlässigung, Misshandlung & Missbrauch
=> ca. 1-3 % betroffen
=> in schwer traumatischer Situation dissoziieren die Kinder zunächst körperlich (z.B. Genitalbereich und Bauchregion) mit Schmerzunempfindlichkeit und im Verlauf schließlich Abspaltung ganzer Persönlichkeitsanteile
=> auch bei nachfolgenden truamatischen Erlebnissen Kreie-rung neuer Persönlichkeiten möglich
=> Symptome: mind. zwei verschiedene Persönlichkeiten (oder auch deutlich mehr) leben in einem Körper und unterscheiden sich in ihrem Wesen, ihrer Sprache, der Wahr-nehmung der Umwelt, den Vorlieben und/oder dem Verhal-ten, eine Persönlichkeit hat nicht den Zugang zu den Erinne-rungen einer anderen und ist sich z.T. deren Existenz auch nicht bewusst, Amnesien/Zeitverluste von mehreren Minuten bis zu Monaten, öfters situationsbedingt geistig abwesend (kann auf internen Persönlichkeitswechsel hindeuten), z.T. (bei 1/3) ausgeprägte, nach außen auffallende Persönlichkeits-wechsel, bei den anderen nicht so offensichtlich (vermutlich aus Eigenschutz des Gesamtsystems)
=> Heilung: Traumaaufbereitung und ggf. Integration der Persönlichkeitszustände. Erkrankung an sich jedoch nicht heilbar
Multiple Persönlichkeit-(sstörung)
F44.81
Transitorische dissoziative Störungen
in Kindheit & Jugend
F88.82
Vorübergehendes Gefühl des Fremdseins im eigenen Körper/im eigenen Leben (s. obige dissoziative Störungen), welches im Jugendalter auftritt und beim Übergang ins Erwachsenenalter i.d.R. wieder verschwindet.
Weitere bisher nicht genannte dissoziative Störungen, wie z.B. ein Dämmerzustand oder Verwirrtheit, welche alleinig durch psychische Faktoren ausgelöst wurden.
Sonstige dissoziative Störungen
Psychogen: Dämmerzustand/Verwirrtheit
F44.88
  TRASHkind
Dissoziative Störung
nicht näher bezeichnet
F88.9
...
  TRASHkind
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Erkrankte
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