June & Davin ~ Facing Your Fears [ABGEBROCHEN]
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Davin
Gelöschter Benutzer
Re: June & Davin ~ Facing Your Fears
von Davin am 08.05.2024 15:45Yeah... mit der Reaktion hatte er gerechnet. Immer noch war er so unglaublich dankbar für den Job als Kindergärtner den er bekommen hatte. Dafür, dass er die Ausbildung zum Erzieher hatte machen durfen, auch ohne gültigen Schulabschluss. Das würde er nie vergessen. Aber dann überaschte ihn seine neue Bekanntschaft ebenfalls. "Oh... Really?", fragte er und die Überraschung konnte man auch seiner Stimme anmerken. Er kannte kaum welche, die keinen Schulabschluss hatten, so wie er. "Darf ich fragen, was sie jetzt macht?" Es interessierte ihn, was für Wege in solchen Fällen andere einschlugen, denn... nun, viele Möglichkeiten hatte man oft leider nicht.
Einige Minuten später hatte sich das Thema gewendet. Und nun ging es nicht mehr um nicht gemachte Schulabschlüsse oder seine Schwester, die Mutter seines Kindes und etwaige psychische Probleme oder sonstige Familiengeschichten. Nein, jetzt ging es um einen von Davins größten Triggern und letztlich den Grund, warum die Dame ihn eben wie zur Statue versteinert auf dem Weg hatte einsammeln müssen. Nachdem er mit glasigem Blick der ganz weit entfernt wirkte in monotoner leiser Stimme die Geschichte erzählt hatte, herrschte erstmal Stille. Er bemerkte kaum, wie mitgenommen auch June war. Er beschäftigte sich mit Bella, um selber erstmal wieder klarzukommen. Er wippte leicht mit dem Bein, strich ihr gedankenverloren durch die Haare und lauschte ihrem kindlichen Gegluckse und Gekicher. Erst als er aus dem Off fast schon ein Luftschnappen hörte, blickte er wieder auf und bemerkte wie blass sie geworden war. Sorgen machten sich in ihm breit. Er öffnete bereits den Mund um sich zu entschuldigen, sollte seine Schilderung bzw. seine Antwort zu heftig gewesen sein. Doch dann sagte sie Worde, die ihn den Mund wieder schließen ließ. Wieder herrschte eine Weile ruhige. Dann sagte Davin. "Sie... haben selbst so etwas erlebt, right?" Er sprach leise und er hatte das Gefühl, dass es eine willkürliche Vermutung war, die gar nicht unbedingt stimmen würde, andererseits... war sie so blass gewesen und die Worte danach... es würde Sinn ergeben... oder? "Sorry. Tut mir leid. Ich..", versuchte er sich rasch rauszureden und spürte, wie ihm ein wenig Schamesröte ins Gesicht stieg. Damn, konnte er überhaupt irgendwas?
June
Gelöschter Benutzer
Re: June & Davin ~ Facing Your Fears
von June am 05.05.2024 03:17"Oh ..."
Für einen Moment schwieg June, während sie Davin ein wenig verblüfft anblickte. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass er keinen Schulabschluss hatte, geschweige denn mit seiner Ehrlichkeit. In der nächsten Sekunde fing sie sich jedoch wieder und winkte lächelnd ab.
"Ach, Schulabschlüsse werden ständig überbewertet. Meine Tochter ist auch von der Schule geflogen und hat keinen."
Sie zuckte mit den Schultern, als wäre es das gewöhnlichste der Welt. War es vielleicht nicht unbedingt, nicht in der heutigen Zeit, aber sie wollte Davon nicht noch mehr in Verlegenheit bringen. Außerdem war ihre Tochter der beste Beweis dafür, dass man auch ohne Schulabschluss überleben konnte, wenn man den richtigen Weg einschlug. Und da lag wohl der Unterschied. Ihre Tochter lebte ihren Traum, aber June wusste nicht, dass Davin weit von seinem entfernt war.
Sie nahm ihren Kaffee und trank einen Schluck davon und damit ließ auch sie das Thema Selma auf sich beruhen. Auch, wenn es auf sie weniger wie ein Problem wirkte und selbst, wenn sie die Wahrheit gewusst hätte, Davin hatte keine Ahnung wie sehr auch sie in solche Geschichten involviert war. Sie schluckte ihren Kaffee unter und stellte ihre Tasse nachdenklich ab, während Davin bezüglich ihrer Ahnengeschichte lachte. Für den Hauch einer Sekunde sah sie ihn so an, als wäre alles, was sie sagte wahr, doch dann entsann sie sich eines besseren und lächelte. Es war schön ihn lachen zu hören. Er hatte eine meldische Stimme und es schien auch ehrlich gewesen zu sein. Also beließ sie es dabei. Wie auch nicht, denn das Nächste, dass Davin erzählte, riss ihr selbst fast den Boden unter den Füßen weg.
Auch June schien kurzzeitig einen Kloß im Hals zu haben. Sie war viel zu empathisch, konnte sich dieses Szenario nur zu gut vorstellen, vielleicht auch aus anderen Gründen und für einen Moment schien auch June in eine andere Welt abzudriften, indem sie starr auf den Tisch starrte, nachdem Davin geendet hatte. Sie wusste, dass sie ihn hätte unterstützen müssen, damit er in der Realität blieb und nicht abdriftete, aber sie selbst wusste, wie verbrannte Menschen aussahen, sie wusste, wie sie rochen, sie wusste, wie zerstörerisch Feuer sein konnte ... auch, wenn sie nicht dabei gewesen war, als es in ihrer eigenen Familie passierte. Sie wusste aber auch, wie verbrannte Tiere rochen, wie diese schrien, wenn sie brannten und dahinschieden ... in Australien gab es auch viele Buschfeuer. June schnappte nach Luft, atmete tief ein, um das, was sich vor ihren Augen abspielte, zu vergessen, was kaum möglich war. Unbewusst legte sie Davon dann doch eine Hand auf den Arm. Sie sagte nicht, dass es ihr Leid tat, was ihm passiert war. Das hatte er mit Sicherheit zu genüge gehört und es half nicht. Nichts konnte helfen.
"Erinnerungen, die niemals verschwinden werden und ein ewiger Kampf bleiben ..."
Flüsterte sie dann leise.
Davin
Gelöschter Benutzer
Re: June & Davin ~ Facing Your Fears
von Davin am 24.04.2024 15:12Davin war gerade ausgesprochen froh, dass er nicht dazu neigte, allzu schnell zu erröten. Denn Junes Worte gaben ihm ein Gefühl peinlicher Berührtheit. Solche Komplimente bekam er wirklich ausgesprochen selten. "Wow, ich..." Seine Stimme war rau und kackte kurz ab. Er räusperte sich etwas, um sich wieder zu sammeln und versuchte es noch einmal. "Des bedeutet mir wirklich viel, danke." Ehrlich lächelte er sie an - und fast zeitgleich kam auch schon das schlechte Gewissen. Ah scheiße. Des konnte er so nicht stehen lassen, oder? "Um ehrlich zu sein... einen Schuabschluss habe ich nie gemacht, so... es freut mich, dess des doch nicht zu sehr auffällt." Alles was er wollte war immerhin, ein normales funktionierendes Mitglied der Gesellschaft zu sein. Nur leider war er so ziemlich das Gegenteil davon und er schaffte es einfach nicht, seinen Traum in die Tat umzusetzen - egal wie sehr er sich auch bemühte.
Er war froh, dass June nicht näher nach Selma fragte. Zum einen wollte er die Privatsphäre seiner Schwester schützen, zum anderen hatte er Angst, er könnte einen Fehler machen, wenn sie sich darüber unterhielten. Seit ihres letzten Umzugs und der Fälschung ihrer Heiratsurkunde hatten sie beschlossen, als Ehepaar zu leben. Aber zu oft rutschte Davin doch noch 'Schwester' in der Öffentlichkeit heraus, wenn er über sie sprach. Schließlich war sie das: seine kleine Schwester, die er über alles (und auf jeder erdenklichen Ebene) liebte. Und June wirkte ausgesprochen intelligent - sicher würde sie den kleinsten Patzer seinerseits merken und er... shit. Er wollte nicht in den Knast. Des wollte er wirklich nicht. Und noch weniger durften Selma oder gar Bella darin involviert werden...
"Yeah... des ist sehr wahr.", stimmte er also einfach lediglich zu, zu der verdammten Psyche, die ihn ebenfalls praktsich täglich an seinem Leben oder seinen Vorhaben behinderte. Es gab kaum etwas, das er mehr hasste.
Froh, dass sie das Thema auf June umgelenkt hatten, lauschte er ihr aufmerksam und ehrlich interessiert. Er stieß ein kurzes leises Lachen aus. "Ich wollte gerade fragen!", schmunzelte er bezüglich der angeblichen funklen Kräfte und des Fluchs auf ihrer Familie. "Denn trotz der dunklen Ahnengeschichte wirken Sie auf mich ganz und gar nicht wie ein Dämon oder eine böse Hexe." Freundlich lächelte er sie an.
Und dann, völlig aus dem Nichts, kam die Frage. Langsam drehte Davin den Cappuccino zwischen seinen Fingern. Es brauchte einige Augenblicke, aber dann öffnete er den Mund. Auch er sprach leise - und langsamer als zuvor, auch distanzierter. Oder... sollte man sagen, dissoziierter? "Meine... Eltern starben in einem Brand. Wir... hatten einen Bauernhof. Außerhalb. Es war Brandstiftung, mein... Dad hatte wohl den falschen Leuten Geld geschuldet und... well..." Es fühlte sich an als würde Rauch in seiner Kehle stecken. Er räusperte sich um ihn wegzukriegen, doch es funktionierte nicht. Jetzt schmeckte er den Rauch fast. Er zwang sich, einen Schluck des Cappuccinos zu trinken. "Ich war 16. Ich schaffte es rauszukommen und meine kleine Schwester zu retten, but... meine Eltern starben." Er sah es wieder. Hier und jetzt. Hörte diese hohen kreischenden Stimme. Sah, wie diese zuckenden schwarzen Leiber in diesen hell lodernden Flammen wie menschliche Fackeln zu Boden gingen. "Ich habs gesehen.", flüsterte er jetzt nur. Wieder räusperte er sich, schüttelte den Kopf, schluckte und begann mit seinem Bein auf und ab zu wippen, was Bella ein verspieltes Lachen entlockte. Ihr Kuscheltier steckte halb in ihrem Mund und es gab wohl nichts Besseres, um sich wieder zurück auf die Realität zu konzentrieren, als mit seiner Tochter zu spielen.
June
Gelöschter Benutzer
Re: June & Davin ~ Facing Your Fears
von June am 21.04.2024 22:30June lächelte und hob ihre Augenbrauen.
"Na, ich habe nicht gesagt, dass sie keine Schulbildung genossen haben. Das haben jene die denken, es gäbe die Sprache Australisch vielleicht auch."
Auch sie musste und leise lachen und blickte dabei kurz auf ihren Kaffee. Anschließend schaute sie noch einmal auf.
"Im Gegenteil, Sie wirken wie ein sehr gebildeter und kultivierter Mann, außerdem können sie fabelhaft mit ihrer Tochter umgehen und das kann wahrlich nicht jeder Mann."
Schlussendlich nahm sie ihre Tasse in die Hand. Wäre es etwas Alkoholisches hätte sie nun mit ihm angestoßen, doch das war nicht der Fall, also ließ sie es. Ansonsten wäre es sehr albern gewesen. Stattdessen wollte sie Davin lauschen, doch so wirklich viel kam nicht über seine Lippen und June akzeptierte es. Es gab Dinge, die man nicht mit der Öffentlichkeit teilte und so blieb June in der Vermutung, dass seine Frau einfach nur starke psychische Probleme hatte. Und doch hatte sie das Gefühl, dass es hier um so viel mehr ging, als nur das. Sie seufzte unbewusst, obwohl sie das eigentlich nicht wollte. Wie sehr wünschte sie sich, sie hätte nicht diesen siebten Sinn dafür, wenn Menschen lügten, etwas verschleierten oder gar ihr ganzes Verhalten verstellten, ihr etwas vorspielten oder gar mit ihr spielten. Letzteres war selbstverständlich nicht der Fall bei Davin, aber es gab wieder dieses Gefühl, dass es hier um so unheimlich viel ging.
"Ja, es ist immer schwer, wenn das Hirn, die Psyche involviert ist."
Sollte sie fragen? Sollte sie fragen, wie es dazu kam? Ihr brannte ohnehin schon die Frage auf der Zunge, warum Davin von Rauch wie festgefroren am Straßenrand in seine eigene Welt gezogen wurde. Aber das wagte sie nicht, noch nicht ... vielleicht gab es einen anderen Weg. Am liebsten hätte sie ihm geantwortet, dass sie bereits so viel erlebt hatte, dass sie beinahe förmlich seine Aura wahrnehmen konnte, aber das unterließ sie, stattdessen nickte sie.
"Ja ... auf meiner Familie liegt seit meinen Urgroßeltern ein Fluch. Sozusagen. Ich glaube nicht wirklich dran, aber an manchen Tagen tue ich mich schwer nicht doch zu glauben es sei wahr. Und das alles nur, weil behauptet wurde, dass meine Urgroßmutter eine Hexe aus England war und mein Vater ein Dämon der in den USA sein Unwesen trieb, bis er gefasst wurde."
Sie lachte leise, setzte ihre Tasse an ihren Lippen an und nahm einen großen Schluck ihres kräftigen Kaffees und trotzdem vermisste sie etwas in dem Getränk. Dennoch, sie schüttelte den Kopf und kam Davin zuvor.
"Nein, ich habe keine magischen Fähigkeiten oder häute Menschen und verleibe mir ihre Seele ein."
Obwohl das kleine Mädchen noch recht jung war, hatte June ihre Stimme gesenkt. Man wusste nie, was Kinder nicht doch mitbekamen und trotzdem umspielte ihre Lippen ein Lächeln.
"Wie kommt es eigentlich, dass Sie Angst vor Feuer haben?"
Davin
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Re: June & Davin ~ Facing Your Fears
von Davin am 27.03.2024 12:28Unwillkürlich musste Davin lachen - er hatte ein raues, warmes und tiefes Lachen und wieder kam das Grübchen in seiner einen Wange zur Geltung, ebenso wie die Lachfalten in seinen Augenwinkeln. "No, so viel Schulbildung durfte ich denn doch genießen.", grinste er. Australisch. Manche Leute kamen wirklich auf faszinierende Ideen! Zugegeben, er selbst war wirklich nicht der Vorzeige-Schüler. Mit 16 waren seine Noten immer schlechter geworden, als er auf andere Bahnen abgerutscht war. Er war suspendiert worden und mit 17 hatte er schließlich ganz hingeschmissen. Einer der Gründe, warum er so unglaublich dankbar für seinen Job als Kindergärtner war. Er könnte sich ehrlich keinen besseren Beruf vorstellen.
Die Getränke kamen. Dankend nahm Davin seinen Cappuccino entgegen, und trank einen kleinen Schluck, eher ihr ihn abstellte und Bella nebenbei weiter ein wenig bespaßte. "Yeah...", sagte er leise, als June von der Sicherheit des eigenen Heims sprach. Er hatte sich wirklich bemüht, es für Selma so sicher wie möglich zu machen. Jedes Fenster hatte Panzerglas. Er hatte die modernsten Sicherhetissysteme und Überwachungskameras, auf die er auch jederzeit mit dem Handy Zugriff hatte. Niemand kam in die Nähe des Hauses, ohne dess er es bemerkte (oder Selma). und des war auch gut so. Vor allem nach der Entführung, die er zu verantworten gehabt hatte...
Ers schluckte den schweren Kloß beiseite und rang sich ein Lächeln ab. "Yeah...", sagte er erneut. "Ich geb jedenfalls mein Bestes für sie dazu sein und sie so gut es irgendwie geht zu unterstützen, aber... es ist oft nicht leicht." Von ihrer beider Seiten aus. Es lief einfach zu viel Shit. Mal ganz davon abgesehen, dass selbst Selma dank ihrer Inzucht illegal lebte (von ihm selbst ganz zu schweigen - er hatte vermutlich schon so zielich jedes Gesetz gebochen das es gab). Auch das versuchte er zu verdrängen. Er wollte nicht, dass die ältere Dame bemnerkte, dass sie mit einem Verbrecher am Tisch saß. "Des klingt jedenfalls, als hätten Sie schon viel erlebt, right?", versuchte Davin das Thema ein wenig auf June umzulenken und lächelte sie leicht an.
June
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Re: June & Davin ~ Facing Your Fears
von June am 27.03.2024 00:09June nickte verstehend. Um ehrlich zu sein, wäre sie wahrscheinlich selbst eine Person, die nicht allzu oft oder gar nicht aus Scone herauskam, wenn da nicht die Wurzeln ihrer Mutter gewesen wären. Aber mehr als die Gegenden hier in Irland und die Gegend um New York herum, kannte auch sie nicht. Von daher machte sie sich eigentlich kaum Gedanken darüber, wenn Menschen zugaben, noch nirgendwo anders gewesen zu sein. Ein leichtes Schmunzeln breitete sich auf ihren Lippen aus, als Davin bemerken zu schien, dass er sich Australien ganz falsch vorstellte. So ging es vielen außerhalb des Landes.
"Naja, wenigstens gehen Sie nicht davon aus, dass man in Australien australisch spricht."
Merkte sie belustigt an, denn schon einmal war sie gefragt worden, wieso sie so gut Englisch beherrschen würde, wenn sie doch aus Australien kam und dort die Amtssprache australisch war. Sie lachte sogar leise, aber nur ganz kurz. Ihr Blick fiel wieder auf das kleine Mädchen und ihre Gedanken schweiften ab. Tatsächlich hatte Australien viel zu bieten und während sie so an dem Tisch saß, wurde ihr bewusst, wie sehr sie ihre Heimat, ihre Farm, ihre Freunde doch vermisste, obwohl sie erst ein paar Tage hier war. Sie war um die Ablenkung froh, als Davon begann von seiner Frau zu erzählen. Bevor sich June jedoch darum Gedanken machen konnte, kamen schon die Getränke und sie bestellte für das kleine Mädchen einen Früchtetee und fragte nach besonders weichen Keksen. Der Kellner wollte einmal nachsehen, was sie so da hatten und June bedankte sich schon einmal. Dann nahm sie ihren Kaffee und nippte vorsichtig daran, während sie ihre Gedanken noch einmal auf das Gespräch zurücklenkte. Die Frau des jungen Mannes gegenüber hatte also pychische Probleme. Das konnte alles bedeuten ...
"Ich weiß, dass es sich am sichersten in bekannten Umgebungen und in den eigenen vier Wänden anfühlt."
Es gab eine Zeit, da hatte selbst sie Jahre lang das Anwesen ihrer Farm, ja sogar zwei Jahre lang das Farmhaus nicht mehr verlassen.
"Und ich weiß auch, wie beängstigend andere Menschen sein können."
Murmelte sie, während sie auf ihren Kaffee starrte. Ja, Whiskey wäre nun sehr willkommen. Sie blickte wieder auf und lächelte schwach.
"Ihre Frau kann sich glücklich schätzen jemanden wie Sie zu haben, der ihr hilft, für sie da ist und ihre Psyche erträgt, vor allem, wenn man selbst zu kämpfen hat."
Denn auch das war nicht einfach, wie June wusste. Der Umgang mit psychisch Kranken war immer schwer, obwohl ... wer war heutzutage schon psychisch gesund? Und wenn man selbst mit Dämonen der Vergangenheit kämpfen musste, wie es ganz offensichtlich auch der junge Mann ihr gegenüber tat, dann war es noch um ein vielfaches schwerer.
Davin
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Re: June & Davin ~ Facing Your Fears
von Davin am 26.03.2024 14:49"No, des sagt mir wirklich nichts.", bestätigte Davin mit einem Lächeln, der seiner neuen Bekanntschaft nichtsdestotrotz aufmerksam und gerne lauschte. "Ich war noch nie außerhalb von Britannien, so... mein geografisches Wissen durfte wirklich mangelhaft sein.", entschuldigte und erklärte er sich sogleich im nächsten Satz. Er stellte es sich unglaublich spannend vor, in einem so fernen Land (nein, Kontinent) aufzuwachsen wie Australien. es musste eine völlig andere Welt sein. Eine Welt, die er probably nie zu Gesicht bekommen würde. Aber des war okay. Er hatte seine Familie und die war ihm wichtiger als alles andere. Niemals würde er so hergeben oder aufgeben.
Die Ausführungen von June über Australien animierten seine Vorstellung von diesem fernen Land nur noch. "Regenwald? Really??", unterbrach er sie kurz überrascht. Davon hatte er noch nie gehört! Er hatte sich Australien immer als eine Art einzige riesige Wüste voller nichts und Steinen und giftiger Tiere vorgestellt - mit Ausnahme natürlich von den Küstengebieten. Vom Great Barrier Reef wusste man immerhin, wie wunderschön es sein sollte.
Bei der Frage, ob er jemals nach Australien reisen wolle, lächelte er traurig und sah auf den Tisch. "Well...", begann er unsicher und sah dann wieder auf. "...in Theorie schon, but... des ist leider nicht so einfach. Meine-" Einen kurzen Moment stockte er. Er war sich noch immer stets unsicher, ob er Selma als seine Schwester oder eine Ehefrau vorstellen sollte. Bella fiel ihm ihn ein, die ihm auf dem Schoß sa0 und überprügte sein kurzes Stocken. "-Frau hat leider ein paar... psychische Probleme. Sie braucht mich, und Reisen kommen da nicht in Frage." Er wippte leicht mit dem Bein, sodass Bella ein wenig auf und hüpfte. Die Kleine gab lachende glucksende Geräusche von sich und erstickte sie wieder in ihrem Kuscheltier. Davin strich ihr den Scheitel aus der Stirn und gab ihr einen Kuss auf den Kopf. Er liebte seine Kleine.
"Yeah, why not? Thanks.", stimmte Davin zu, als June einen Früchte-Tee für seine kleine anbot. "ein Keks ist okay, aber nur wenn er wich genug ist. Sie hat ja erst ein paar Zähne." Unbewusst streichelte er ihr weiter über den Haarschopf, als auch schon ihre Getränke kamen. Dankend nahm Davin seinen Cappuccino entgegen.
June
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Re: June & Davin ~ Facing Your Fears
von June am 21.03.2024 23:03June folgte Davin in die Räumlichkeiten und wartete geduldig, bis er seine kleine Tochter aus dem Kinderwagen gehoben hatte. Dann schritten sie zu einem freien Tisch und setzten sich. Sie überlies Davin die Getränkekarte zuerst. Im Grunde wusste sie eigentlich schon, was sie trinken wollte, nur konnte sie das in Anwesenheit eines fremden, labilen Mannes und seiner kleinen Tochter nicht bringen. Aber sie würde gerade viel für einen original Irish Coffee mit einem guten Schuss Whiskey geben. Das hätte ihre Nerven wegen des Zwischenfalls auf dem Feldweg beruhigt, nicht, dass sie es nötig gehabt hätte. Sie hatte vor dem Spaziergang ein recht volles Glas eines guten irischen Whiskeys getrunken. Einen langen Spaziergang hatte sie nicht im Sinn gehabt und sie war auch noch nicht weit gekommen, ehe sie auf Davin stieß. Der Alkohol sollte also locker noch für die nächste Stunde ausreichen und in ihrem Blut verweilen. Es war nicht so, dass June ein Alkoholproblem hatte, sie trank einfach nur gerne. Laut ihrer Aussage, um klar denken, ruhiger und besonnener Handeln zu können, aber das erwähnte sie in der Öffentlichkeit nicht. Nicht jeder musste davon wissen und ein Fremder mit Sicherheit nicht. Also bestellte sie für sich selbst einen einfachen, schwarzen Kaffee, als die junge Servierin ihren Tisch unmittelbar nachdem sie Platz genommen hatten, aufsuchte. Der herbe Geschmack und das Koffein würden vielleicht die Gedanken an einen Irish Coffee vertreiben. Auch sie zog ihre Jacke aus und hängte sie im Gegensatz zu Davin über die Stuhllehne, während sie ihm antwortete.
"Das ist richtig. Ich bin in Australien auf einer Farm aufgewachsen. Uhm, in Scone, aber ich denke nicht, dass Ihnen das etwas sagt. Es liegt in New South Wales und ist rund drei Autostunden von Sidney entfernt. Eine Kleinstadt, wenn man es so nennen kann. Kaum mehr als 5.000 Einwohner. Nichts besonderes, aber zum Entspannen kann ich es empfehlen."
Sie haderte damit ihre Jacke anständig über den Stuhl zu hängen und rieb sich die Hände, als sie es dann doch endlich geschafft hatte.
"Australien ist ein wunderschönes Land, vor allem auch sehr groß. Wir haben viele verschiedene Klimazonen, demnach auch viele verschiedene Gebiete. Vom heißen Outback, über den Regenwald, wunderschöne Strände, hohe Gebirgsketten und so tiefe Feuchtwälder wie man sie sonst nur in Neuseeland findet. In Victoria zum Beispiel sind diese Feuchtwälder schwer vertreten. In einem davon hatte sich meine Freundin ... Exfreundin mal verlaufen. Bis wir die wieder gefunden hatten, das war ein Chaos. Allerdinsg ist Australien, was wilde und giftige Tiere angeht wirklich nicht mit dem harmlosen Neuseeland zu vergleichen. Haben Sie denn mal vor, nach Australien zu reisen?"
Fragte June, denn dann könnte sie sicher bei dem ein oder anderen Organisatorischem helfen und vielleicht würde er sich ja auch mal die Gegend um Scone ansehen. Ihr Blick fiel auf das kleine Mädchen und wie es an dem Fuß seines Stofftieres nagte.
"Möchte Ihre Tochter auch etwas trinken? Vielleicht gibt es hier Bio-Früchtetee und sicherlich haben sie auch Kekse hier, also, falls sie das essen darf."
June hatte keine Ahnung, wie das Mädchen ernährt wurde. Sie konnte nur auf ihre eigene Erziehung zurückgreifen und die war damals vor ca. 30 Jahren und mehr noch eine ganz andere, freiere Erziehung gewesen als die heutige.
Davin
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Re: June & Davin ~ Facing Your Fears
von Davin am 21.03.2024 15:45Rasch - schneller als erwartet - hatten sie das Café erreicht. Davin dankte, als June ihm die Tür aufhielt, schob den Kinderwagen hinein und zog nun ebenfalls seine Jeansjacke aus, um sie an einen der Kleiderhaken zu hängen. Hier vorne war es noch dunkel, erst der Schankraum war hell beleuchtet. Während der der Antwort seiner neuen Bekanntschaft lauschte, beugte er sich über den Kinderwagen, um Bella sanft herauszunehmen. Er schob ihr seinen muskulösen Unterarm unter den Körper und hob sie hoch, sodass sie gegen seine Schulter lehnte. Er nahm ein Kuscheltier mit, welches sie sich gleich in den Mund stopfen könnte und folgte June dann zu einem der hellen freien Tische. "Australia?", sagte er, während er sich setzte. "Damn, des soll doch auch ein wunderschönes Land sein, right? Trotz der ganzen giftigen Tiere." Er lächelte sie erneut an, was erneut das eine Grübchen offenbarte. Er setzte sich Bella vernünftig auf den Schoß und strich ihr den dunklen Haar schopf etwas zur Seite. Der Fuß von dem rundlichen Vogel-Kuscheltier befand sich schon in ihrem Mund. Davin streichelte ihre Wange.
Jetzt, wo sie im hellen saßen, konnte man sehen dass auf seinem linken Arm vier dicke schwarze Balken tätowiert waren. Diese Tätowierungen konnten jedoch die unzähligen dünnen und dicken Narben, die sich darunter und drüber und da drauf befanden, nicht im mindesten verbergen (auch wenn das seine ursprüngliche Absicht gewesen war). Er zog sich die rustikal wirkende Karte heran und entschied sich kurzerhand für einen Cappuccino. Er gab Bella einen Kuss auf den Schädel, ehe er sich dann wieder June zuwandte.
"Des heißt, Sie sind in Australien aufgewachsen?", fragte er nochmal sicherheitshalber nach. "In welcher Stadt denn?" Er selbst war noch nie außerhalb von Irland gewesen - okay das stimmte nicht ganz. Für wenige Schulausflüge oder ähnliches war er auch schonmal in England gewesen, aber sehr, sehr selten. Sein Platz war hier. Bei Selma. Seiner Schwester und Frau. Und bei Bella. Seiner Tochter. Er konnte es sich nicht leisten, irgendwo anders zu sein als bei ihnen. Und aufgrund von Selmas großer Angst das Haus zu verlassen, waren Reisen in der Regel ausgeschlossen. Er war schon immer stolz auf sie, wenn sie es schaffte, mit Bella einen Spaziergang um den Block zu machen..
June
Gelöschter Benutzer
Re: June & Davin ~ Facing Your Fears
von June am 14.03.2024 00:57June nickte lediglich. Sie hatte erwartet, dass man ihr die Antwort gab, dass es gut gehen würde. Im Gegensatz dazu hatte sie auch nicht erwartet, dass sich ihr gegenüber ein Fremder sofort und ihne Umschweife öffnen wurde, wobei sie das auch wiederum nicht erwartete. Manchmal half man einfach in dem man in einer gewissen Situation da war. Demnach war sie froh, dass er ihr Angebot erst einmal das Café aufzusuchen und den Regen abzuwarten, annahm. Während sie so neben ihm herging und immer mal wieder einen Blick auf das kleine Mädchen warf, dass sie so sehr an ihre eigenen Kinder vor langer Zeit, als sie noch klein waren, erinnerte. Und dann erwähnte Davin, dass er sie einladen wollte, obwohl June die Idee gehabt hatte. Sie blickte ihn nicht an, schritt nur mit hinter dem Rücken verschränkten Händen neben ihm her und betrachtete den Feldweg unter ihren Füßen. June brauchte die Situation nicht zu analysieren, sie wusste, was hier passierte. Dem jungen Mann war es einerseits peinlich, dass sie ihn in einer solchen Situation kennengelernt hatte und andererseits fühlte er sich schuldig, dass er ihr diese Bürde auferlegt hatte, wobei er dafür eigentlich nichts konnte. Davon abgesehen hatte June sich selbst ausgesucht in die Situation einzugreifen, aber das jemandem zu erklären, der Schuldgefühle hatte, würde auf diese Art nichts bringen. Also lächelte sie und blickte ihn an.
"Sehr gerne."
Somit gewährte sie ihm, dass er sie einladen durfte und half ihm gleichzeitig einen Teil seiner Schuld loszuwerden. Bei seiner nächsten Frage schüttelte sie den Kopf, ehe sie an dem Kinderwagen vorbei eilte. Mit der Weile hatten sie das Café erreicht und June hielt Davin und dem Kinderwagen die Tür auf, damit sie problemlos hineinfahren konnten und das gerade rechtzeitig, ehe der Regen sich zu verschlimmern begann.
"Sie haben Recht."
Erklärte sie ihm, während sie sich im Innern nach einem Platz umschaute und bereits ihre feuchte Jacke auszog.
"Meine Großeltern mütterlicherseits stammen von hier. Mein Mutter hatte ihre Kindheit in Irland verbracht, bevor sie nach Australien ausgewandert sind. Demnach haben meine Eltern und ich fast jedes Jahr für ein, zwei Wochen Urlaub in Irland gemacht. Ich dachte vor Kurzem, dass ich schon Jahrzehnte nicht mehr hier gewesen bin und mir hier mal wieder eine wohlverdiente Auszeit gönnen könnte."
Dass diese Auszeit mit harten, letzten Jahren, die ihr noch immer nachhingen einhergegangen war, ließ sie selbstverständlich aus.
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