Lydia & Davin ~ Welcome to Dublin | Triggerwarnung [ZWANGSCUT]

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Davin
Gelöschter Benutzer

Re: Lydia & Davin ~ Welcome to Dublin | Triggerwarnung

von Davin am 16.08.2022 12:46

Davins Körper bebte, seine Schultern gingen auf und ab, die Laute die tief und dunkel aus seinem Brustkasten an die Oberfläche drangen waren quälende, schluchzende Laute. Es war, als würde das Innerese noch immer von den Flammen aus seinem Flashback verzerrt werden. Doch er hatte es registriert. Er wusste wo er war. Und er wusste auch, dess er noch immer nicht alleine war. Dass Lydia noch immer da war. Er musste sich einkriegen, fuck, er musste sich einkriegen, er musste...
Er blickte auf, strich sich halb wütend, halb noch immer leidend über die Augen und entdeckte das Tuch. Sein Lächeln war zittrig, aber dankbar als er es mit bebenden Fingern entgegannahm. Er drückte es sich erst gegen das eine, dann gegen das andere Auge, doch die Tränen strömten sofort wieder nach.
"Shit.", brachte Davin heiser raus. Er schüttelte leicht den Kopf, wandte den Blick ab und stieß dann ein kurzes Lachen aus. Es klang verbittert. "Shit, I'm so sorry, echt." Seine Stimme war rau und belegt, etwas heiser sogar. Wieder schüttelte er den Kopf, versuchte erneut sich seine Tränen unter den Augen wegzuwischen, ehe er sich einmal die Nase schnäubte und das Taschentuch dann fest in seiner noch immer zitternden Faust verbarg.
"Fuck." Er versuchte tief durchzuatmen, wurde dabei jedoch erneut zweimal von unterdrückten Schluchzern unterbrochen. Es hatte keinen Zweck ey. Es hatte fucking keinen Zweck. Er musste ienfach weiterreden. Weiterreden und hoffen, dess dieser verfickte Zusammenbruch aufhören würde. "Du musst jetzt echt beschissen von mir denken, right?", fragte er und blickte Lydia mit einem gequälten Lächeln an. Eines war klar: er hatte es mal wieder grundälich versaut.

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Lydia
Gelöschter Benutzer

Re: Lydia & Davin ~ Welcome to Dublin | Triggerwarnung

von Lydia am 12.08.2022 19:24

Es dauerte einige Minuten, doch ich gab nicht auf, sondern faselte unaufhörlich belangloses Zeug, was mir gerade in den Sinn kam. In meinem Kopf setzte sich nichts davon zusammen, doch mein Fokus lag auch viel mehr auf Davin, den ich aus seinen Erinnerungen holen wollte. Seine Mutter war längst verschwunden, anscheinend hatte sie genügend Vertrauen in mich, sodass sie die Szene nicht länger beobachtete, oder sie tat es aus einem Winkel, den ich nicht bemerkte, da ich ihre Anwesenheit nicht mehr spürte. Aber gerade war ihr Sohn auch viel wichtiger, der mit seiner Vergangenheit ganz offensichtlich nicht abschließen konnte. Wer würde es ihm auch zum Vorwurf machen? Ich kannte keine Details, aber es reichte aus, dass ich mir vorstellen konnte, dass es schrecklich gewesen sein musste.
Erst als er mich wieder wahrzunehmen schien hörte ich auf Unsinn von mir zu geben und atmete ebenfalls auf. Ich war schon mal froh darüber, dass er wieder in der Realität angekommen war, auch wenn die Situation dennoch kompliziert war. Doch ich wäre nicht Lydia, wenn ich nicht bleiben und ihm weiterhin beistehen würde. Aus diesem Grund sah ich mich schnell um und holte eine Packung Taschentücher, mit der ich mich langsam und vorsichtig zu ihm setzte, jedoch mit einem Abstand, da ich ihm nicht zu nahe treten wollte. Ich hielt ihm die Packung hin und sagte kein Wort, denn diese Geste sollte ausreichen, um ihm zu verdeutlichen, dass ich da war und ihm helfen wollte, solange er mich ließ. Manchmal war es alles, was man brauchte, zu wissen, dass man nicht allein war und man gleichzeitig auch nicht verurteilt oder abgestempelt wurde. Und sollte ihm doch nach Reden sein, dann würden wir das tun. Ich stellte mich jetzt ganz auf ihn ein und sah, was ich für ihn tun konnte.

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Davin
Gelöschter Benutzer

Re: Lydia & Davin ~ Welcome to Dublin | Triggerwarnung

von Davin am 08.08.2022 10:49

Alles dröhnte, alles war verschwommen. Er hatte unfassbare fucking Kopfschmerzen, seine Glieder fühlten sich schwer wie Blei, noch immer hatte er den Rauchgeruch des rieisgen Feuers in der Nase, spürte er die Hitze der Flammenzungen nicht weit entfernt von ihm. Doch allmählich gesellte sich zu dem Schreien der kleinen Selma noch etwas anderes hinzu. Eine Stimme, die immer mehr, ganz langsam in sein Bewusstsein vordrang.
Davins Starre löste sich. Jetzt zitterte er. Seine Hände waren eiskalt. Tief und plötzlich holte er Luft, zitternd. Sofort fuhr seine Hand in sein Gesicht, wollte den Rauchgeruch aus seiner Nase irgendwie wegwischen und spürte dabei die nassen Spuren auf seinen Wangen. Die Welt um ihn nahm wieder Gestalt an. Er war in seiner Wohnung. Nicht vor dem Bauernhof. Er stand zwischen Esszimmer und Wohnzimmer, an der Wand. Nicht draußen. Er war erwachsen. Nicht der Teenager von damals.
Davin schluckte so schwer, dass es sogar in seiner Kehle wehtat und dann erst registrierte er Lydia, die immer noch da war.
"Shit.", murmelte er - so leise und mit so rauer Stimme, dass sie kaum verständlich war. Wieder fuhr er sich mit den Händen übers Gesicht, diesmal um wirklich die letzten Tränenreste zu beseitigen. Er zitterte immer noch, überall. Und seine Finger waren auch immer noch eisig. "Ich...", begann er, diesmal etwas lauter - ohne Wissen, was er sagen wollte.
Und dann schlugen seine Emotionen zu. In diesem Moment, wo seine mühsame Mauer dank des Flashbacks niedergerissen worden war, rollten sie unaufhaltsam über ihn hinweg. Seine Knie gaben unter ihm nach, er rutschte an der Wand zu Boden - und weinte. Die Schluchzer - so sehr er sie zu unterdrücken suchte - schüttelten seinen Körper, sein Bart wurde durchnässt.
Es war einer der seltenen Augenblicke, in denen auch er selbst mal zusammenbrach. Vielleicht ja auch nur, weil sein Unterbewusstsein ganz genau wusste, dass er Lydia vertrauen konnte.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.08.2022 12:40.

Lydia
Gelöschter Benutzer

Re: Lydia & Davin ~ Welcome to Dublin | Triggerwarnung

von Lydia am 03.08.2022 15:45

Logischerweise war mir nicht klar was hier genau passierte, doch dass Davin Hilfe brauchte war mehr als nur zu erkennen. Nachdem ich realisiert hatte, dass er nicht mehr ansprechbar war, überlegte ich erst fieberhaft, wie ich ihn aus seiner Trance rausholen sollte. Ihn einfach anzufassen fiel gleich raus, denn niemand konnte sagen, wie er dabei reagierte und ob das nicht eventuell alles verschlimmern würde. Gerade als ich schon gedanklich aufgeben wollte hörte ich ein Flüstern. Es war die Stimme einer älteren Frau, die mir zu verstehen gab, dass sie Davins Mutter war. Sie erzählte mir außerdem, dass sie und ihr Mann in einem Feuer gestorben waren und das bei ihren Kindern große Spuren hinterlassen hatte. Verständlich. Außerdem wies sie mich an, dass ich auf ihren Sohn einreden sollte, vorsichtig und mit klarer Stimme.
Was genau ich alles von mir gab wusste ich zwar nicht so genau, da ich darauf nicht achtete, aber es war zumindest ein Versuch wert. Mein Gegenüber schien in einer schrecklichen Situation festzuhängen und wenn ich ihn da rausholen wollte, dann musste ich eben alles in Angriff nehmen, was sich mir bot. Zudem hatten die Toten ein Wissen, dass sie mir weitergeben konnten und kannten ihre Hinterbliebenen natürlich wesentlich besser. Davins Mutter schien auch weiterhin da zu bleiben, was sicherlich ein ganz normales Verhalten war, wenn man wusste, dass es einem Lebenden ziemlich schlecht ging, es dabei vielleicht auch um den Tod der entsprechenden Person ging. Ob ich ihm später von dieser Anwesenheit erzählen würde wusste ich noch nicht, aber das war auch nicht weiter wichtig. Ich wollte ihm gerade nur beistehen und hoffte, dass ich hierbei nichts falsch machte. Es war schon ein riesiger Fortschritt, dass ich mittlerweile erkannte, wenn ein Toter mit mir reden wollte und ich darauf hören konnte, um schlimmeres zu verhindern.

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Davin
Gelöschter Benutzer

Re: Lydia & Davin ~ Welcome to Dublin | Triggerwarnung

von Davin am 31.07.2022 19:56

Davin nickte gedankenverloren. Er dachte zwar selten an seine Eltern - des war einfach zu lange her und zu viel war seitdem geschehen - aber dennoch erinnerte er sich an sie. Sie würden immer ein Teil von ihm sein, so viel stand fest. Sie hatten ihn großgezogen als er tatsächlich noch ein normaler Junge gewesen war. Bevor des Leben mit aller Härte zuschlug und ihn aus seiner Jugend gerissen hatte.
Und da kam es. Er spürte. Ein Flashback der sich näherte, ein Zusammenbruch der sich nä herte. Erinnerungen, die sich krampfhaft hinter seinen Augenlidern abspielen wollten, wo er sie einfach nicht gebrauchen konnte, wo er sie einfach nicht haben wollte. Dazu die Übelkeit, des Gefühl sich überfressen und viel zu viel gegessen zu haben... ihm war so schlecht. Ihm gings so beschissen. Fuck. Wie konnte eine Psyche nur so schnell abkacken. Why? Und warum jetzt? Wo er des erste mal des Gefühl gehabt hatte...
Noch während er mit geöffnetem Mund überlegte, was er sagen könnte, um Lydia auf die am wenigsten Arschloch-Weise nach draußen zu bitten, kam sie ihm zuvor. Sein Herz raste. Sein Inneres drohte in Panik aufzugehen. "Nein, ich... des...", begann er stotternd ohne zu wissen, was er eigentlich sagen wollte. Das Licht brach sich in Lydias roten Haaren. Schienen sie zum Leuchten zu bringen. Leuchtend rot. Rot wie Feuer.

Und die Realität war weg. Davin starrte gegen die Wand ohne sie zu sehen. Starrte durch Lydia hindurch. Hindurch durch Raum und Zeit und stattdessen auf das Haus seiner Kindheit. Selma schrie in seinem Arm. Sie war gerade mal drei, sie wusste nicht genau was geschah, aber sie wusste dass es schrecklich war. Am Anfang hatte sie noch immer wieder in ihrer kindlichen Sprache Feuer, Feuer! geschrieen, doch nun schrie sie nur noch. Der ganze Bauernhofs tand in Flammen. Die Hitze schlug immer wieder in Wellen über den jugendlichen Davin ein. Schweiß lief ihm die Schläfe und den Nacken hinab. "MUM? DAD??", brüllte er. Sie mussten noch da drinnen sein, oder? Er konnte sie draußen nicht sehen, sie mussten noch...
Und dann ertönten die ungeheuerlichsten Laute, die ein Mensch sich vorstellen konnte. Ein Kreischen, nicht von dieser Welt und doch produziert von menschlichen Kehlen. Und hinter den herausbrechenden und klirrenden Fenstern konnte er die beiden schwarzen verkohlten und zuckenden Gestalten gesehen, ohne Augen, ohne Haare, ohne Haus, doch mit Mündern die aufgerissen waren, die rot lodernd und zuckend da waren und diese grausigen Laute erzeugten, ehe sie endlich - endlich - in sich zusammensackten.  Und Davon stand reglos und hilflos da. Starrte auf die nun grausige dröhnende lauteste aller Stillen... und wusste, dass er die Bilder nie mehr würde vergessen können. Wusste, dass seine kleien schwere Schwester auf seinem Arm und er nun alleine waren. Wusste, dass seine Eltern tot waren.
Wusste, dass nun alles anders war...

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Lydia
Gelöschter Benutzer

Re: Lydia & Davin ~ Welcome to Dublin | Triggerwarnung

von Lydia am 21.07.2022 19:32

„Das stimmt. Wir werden sie immer im Herzen tragen und sie hören nicht auf zu existieren, solange wir uns an sie erinnern", pflichtete ich Davin sofort bei. Gerade ich sollte das wissen, denn die Toten kommunizierten nach wie vor mit mir und manchmal schaffte ich es mich um ihre Anliegen zu kümmern, damit sie friedlich ruhen konnten. Leider hatte ich bisher nicht mit meiner Großmutter sprechen können, aber vielleicht bedeutete das auch, dass sie ihren Frieden gefunden hatte und sich nicht mehr an dies Welt klammerte.
Mir fiel auf, dass es Davin schlechter zu gehen schien und als er das Zimmer verließ stand ich bereits wieder auf. Natürlich war mir jetzt schon klar, dass er mich so langsam aus der Wohnung wollte, aber ich musste mich vorher vergewissern, dass ich nichts für ihn tun konnte. Denn ihn jetzt einfach allein zu lassen könnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.
„Hey... ich sehe, dass es dir nicht gut geht. Kann ich dir mit irgendwas helfen?", stellte ich also die Frage, die mir im Moment auf der Seele brannte, hielt dabei jedoch Abstand von ihm, da ich schlecht wissen konnte was er gerade brauchte und ich war lieber vorsichtig, anstatt ihn ungewollt zu irgendwas zu drängen. Ich würde es selbstverständlich verstehen, wenn er meine Hilfe nicht annehmen wollte, aber ich wollte ihm damit wenigstens zeigen, dass ich mich um ihn sorgte und ihm Hilfestellung geben konnte, wenn er diese zuließ.

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Davin
Gelöschter Benutzer

Re: Lydia & Davin ~ Welcome to Dublin | Triggerwarnung

von Davin am 12.07.2022 11:40

Davins Augen ruhten auf denen Lydias und er lächelte sie warm an. "Des freut mich zu hören, really. So ganz... verlassen uns die Toten wohl auch nie, right?" Er dachte an seine eigenen Eltern - sofort flackerte ihr Tod wieder vor seinen Augen auf, seine Hand verkrampfte sich und sein Mund wurde stuabtrocken. No! No no no! Keine Panikattacke, kein Flashback, nicht jetzt!!
Seine Hand verkrallte sich in seinen Oberschenkel und er leerte seinen Sekt in wenigen Zügen in der Hoffnung dass der prickelnte Alkohol wieder ins Hier und Jetzt holen würde. Es funktionierte. Halbwegs zumindest. Er atmete schwer, seine Zunge fühlte sich dick an - und ihm war schlecht. Er bereute des viele Essen. Shit. Fuck.
"Alright, des... sollten wir wiederholen.", murmelte Davin, öffnete die Augen wieder und lächelte gezwungen. Er stand auf und brachte ihr restliches Geschirr zurück in die Küche, wobei er versuchte sich nicht ganz so beschissen zu fühlen. Was seiner Psyche aber ganz offensichtlich fucking egal war. Shit, wie er des hasste... Wie er sich hasste...
Er wollte sie nicht einfach rauswerfen. Aber er wusste auch nicht wie lange er noch gegen seine unterdrückten Erinnerungen ankämpfen konnte. Und den Drang sich zu übergeben. Er schluckte schwer, seine Hände zitterten. Was sollte er sagen? Wie sollte er sie wegschicken, ohne dess er wieder einmal des komplette Arschloch war?
Er räusperte sich leicht und trat zurück ins Esszimmer. Er öffnete den Mund, noch immer nicht genau wissend, was er jetzt sagen sollte. Shit, wie konnte jemand so fucking inkompetent sein wie er??
Er würde niemals Normalität können.
Fucking niemals.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 31.07.2022 19:43.

Lydia
Gelöschter Benutzer

Re: Lydia & Davin ~ Welcome to Dublin | Triggerwarnung

von Lydia am 02.07.2022 14:08

Früher hatte ich nie darüber nachgedacht, was ich hinter mir ließ und welche Auswirkungen wohl haben könnte. Doch je erwachsener ich wurde, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich kein trockenes und langweiliges Leben leben wollte. Mal ganz davon abgesehen, dass das bei mir ohnehin schwer werden könnte, schließlich war es schon aufregend die Stimmen der Toten zu hören, die ich noch immer nicht alle sofort verstand. Aber das Rudel machte alles natürlich noch komplizierter und gefährlicher. Davon wollte ich mich jedoch nicht unterkriegen lassen, ich hatte mich mittlerweile als hilfreich gezeigt und das nicht nur einmal, was aber auch nicht nur an meiner Fähigkeit lag, sondern auch weil ich mehr auf dem Kasten hatte, als man mir auf den ersten Blick zutraute.
„Ich war ein glückliches Kind. Meine Mom hat immer dafür gesorgt, dass es mir an nichts fehlte und als meine Grandma gestorben ist war es zwar schwer für mich gewesen, aber mittlerweile fühle ich mich ihr wieder sehr viel näher", auf meinen Lippen breitete sich ein warmes Lächeln aus, denn ich war inzwischen echt froh darüber, dass sie mir ihre Fähigkeiten vererbt hatte und ich ihr so wieder nah sein konnte. Sie hatte mir als Kind auch schon Dinge darüber sagen wollen, doch es war damals zu verwirrend gewesen, als dass ich es damals verstanden hätte. Das spielte jetzt aber keine Rolle mehr, denn ich kannte die Wahrheit inzwischen und war stolz darauf ihre Enkelin zu sein.
Länger hier zu bleiben fühlte sich im Augenblick richtig gut an, denn ich kam weg von meinem stressigen Alltag und konnte die Ruhe genießen, mich auf anderes einlassen und einmal mehr die Lydia sein, die ich wirklich war, anstatt mich immer wieder hinter etwas zu verstecken, was ich eigentlich gar nicht sein wollte. Die Schulzeit hatte mich anfangs echt eingeengt, weil ich geglaubt hatte mich verbiegen zu müssen, damit mich andere mochte, ich wusste inzwischen, dass das falsch war. Und dass ich mich mit Davin verstand hatte natürlich auch nur seine positiven Seiten, worüber ich ebenfalls unglaublich froh war, nie hätte ich gedacht, dass ich auf meiner Reise vielleicht sogar Bekanntschaften kennenlernen würde, die eventuell zu Freunden werden könnten.

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Davin
Gelöschter Benutzer

Re: Lydia & Davin ~ Welcome to Dublin | Triggerwarnung

von Davin am 26.06.2022 15:54

Davin konnte nur nicken. Langsam, ehrlich. Shit, da sagte Lydia etwas Wahres. Etwas sehr wahres. Er dachte selten an seine Kindheit. Sehr selten sogar. Ausgesprochen selten. Eigentlich hatte er des meiste seiner eigenen Kindheit verdrängt. Eine Tatsache, die ihm gerade derartig bewusst wurde, als hätte man einen Nagel mit einem Holzhammer tief in seine Wirbelsäule geschlagen. Erinnerungen kamen wieder, an welche er jahrelang nicht gedacht hatte. Glückliche Erinnerungen. Er spürte ein unangenehemes Kratzen im Hals und räusperte sich. Er zwang sich zu einem Lächeln. "Yeah", meinte er, noch immer in diesen aufgewirbelten, längst vergangenen Erinnerungen verschwunden von denen er nicht gewussst hatte, dass sie sich überhaupt noch in seinem Kopf befanden. "Des... hast du gut gesagt. Da kann ich dir nur zu einhundert Prozent zustimmen." Er zögerte kurz, wusste nicht, ob diese Frage nicht zu weit ging, but... es interessierte ihn einfach. Es interessierte ihn wirklich. "Wir war denn deine Kindheit? Hattest du eine glückliche Kindheit?" Offen und ehrlich interessierte blickte er sie an. Er hoffte dass sie eine glückliche Kindheit gehabt hatte. Er hoffte es wirklich.
"Des freut mich wirklich zu hören!", lächelte Davin ehrlich, während sie gemeinsam ihr Eis verspeisten. Es freute ihn mehr, als es vermutlich sollte, dass sie noch ein wenig länger hier in der Stadt blieb, in dem Ort. Aber tatsächlich war es keine sexuelle Freude, es war... eine andere Art. Vielleicht spielte dieses Gefühl der Hoffnung mit rein - diese Hoffnung, zu dieser Frau die irgendwie... anders war, eine Freundschaft aufbauen zu können. Kurz schweiften seine Gedanken zu Selma. Ob sie eifersüchtig werden würde, wenn er eine weibliche Freundin hätte? Fuck, er hoffte nicht...
Sein Herz machte ein kurzes Stechen und mit einem Kopfschütteln versuchte er die Gedanken zu vertreiben. Wahrscheinlich spielte es ohnehin keine Rolle, denn früher oder später würde er es verkacken. Des hatte er bis jetzt doch noch fast immer geschafft...

Antworten Zuletzt bearbeitet am 12.07.2022 11:26.

Lydia
Gelöschter Benutzer

Re: Lydia & Davin ~ Welcome to Dublin | Triggerwarnung

von Lydia am 15.06.2022 09:31

„Dem kann ich nur zustimmen. Ich wünschte ich könnte die Welt nochmal durch die Augen eines Kindes sehen. Alles war noch so aufregend und neu, man hat einfach ganz anders gedacht. Vieles im Alltag nimmt man inzwischen nur noch richtig stumpf wahr und kann es nicht mehr wertschätzen, was ich echt ziemlich schade finde", ich war zwar nicht sonderlich alt, aber trotzdem bemerkte ich, dass ich mich sehr veränderte. Klar, irgendwo gehörte das zum Erwachsenwerden dazu, denn man musste viel Verantwortung übernehmen und da wäre es sicherlich hinderlich, wenn man noch genauso denken würde wie in der eigenen Kindheit, trotzdem wäre es schön, wenn man noch einen großen Teil des Kindes bewahren konnte. Immerhin war das Leben schon ernst genug, da sollte man wenigstens noch ein wenig Spaß haben.
„Ich lasse mich immer gerne überraschen", gab ich mit einem Lächeln zurück, ehe ich mich dem Eis wieder zuwandte. Es stimmte, irgendwann war ich lockerer geworden, da mein Leben sowieso ziemlich schnell sehr chaotisch werden konnte, aber was will man dagegen schon tun? Man musste lernen sich darauf einzustellen und es so zu nehmen wie es eben kam.
„Heute hab ich tatsächlich nichts geplant. Ich dachte mir, dass ich es einfach auf mich zukommen lasse. Inzwischen hab ich hier einiges gesehen und Gefallen an vielen kleinen Orten gefunden", teilte ich meinem Gegenüber auch schon mit und war wirklich zufrieden mit dem, was ich bisher erlebt hatte. Es war schön hier und obwohl ich ganz andere Zukunftspläne hatte, so könnte ich mir sogar vorstellen hier mal eine Weile zu leben.

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