Lizzie & Sharon ~ I'm more than you think (zwangscut)

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Sharon
Gelöschter Benutzer

Re: Lizzie & Sharon ~ I'm more than you think

von Sharon am 02.07.2022 11:10

Bitte, tu dir nicht weh. Wieder musste James laut lachen. Die Stimme klang so schwach und weiblich, so unschuldig, so... naiv.
"Oh... ich werd mir nicht wehtun.", raunte er dann, mit gefährlich glitzernden Augen. Seine zuvor noch flache Hand mit welcher er gegen die Gitterstäbe geschlagen hatte, klammerte sich nun um dieses kalte Metall. Und seine linke Hand, ballte sich zur Faust. So fest, dass er spürte, wie sich Sharons Fingernägel in seine Handflächen bohrten. Als er sprach, war die eigentlich doch weibliche Stimme nur als dunkel zu beschreiben. Ohne jeglichen. "Aber das System wird leiden." Und ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, fuhr er seinen Arm aus und ließ die Faust gegen die dicken Steine seiner Zelle krachen, wobei er die Umklammerung um die Gitterstäbe dazu verwendete, noch mehr Schwung als ohnehin schon in den Schlag zu legen.
Ein übelerregendes Knacken war zu hören und ein scharfer Schmerz schoss seinen Arm hinauf, bis in die Schulter, sogar bis in den Kopf. Es zog, die Hand schmerzte bei der kleinsten Bewegung. Zufrieden sah James wie die Haut an den Fingern und vor allen Knöcheln abgerieben war, wie sie blutete und durchsichtige Wundflüssigkeit durch den Schmutz hindurch hervortrat. Das Handgelenk pochte und war bereis am Anschwellen. Damit würde das System noch eine Weile zu tun haben und dabei würde es nicht belassen, oh nein nein nein.
Aber erstmal musster er sie hier rausschaffen. War ja klar dass er wieder derjenige war der sie aus der Scheiße reiten durfe! Und wer würde sich nachher bei ihm dafür bedanken??
Ganz genau. Niemand!!!
Sein Lächeln triefte vor Bitterkeit, während er glecihzeitig neben seiner Wut noch immer mit der Panik kämpfte die ihn zu überrollen drohte, doch in diesem Augenblick - ging ein Licht an. James starrte nach oben zu der Lampe, starrte in das Licht und er spürte, wie sich sein Puls minimal beruhigte. Aber es war hier immer noch zu eng. Viel zu eng. Die Erinnerungen an damals waren lebhaft. Allzu lebhaft...
Unter weiteren unfassbar ziehenden Schmerzen öffnete und schloss er mehrmals die Faust. Schon wieder war da ein hohles Lachen, als er die Worte dieser verfluchten Blondine hörte. War das etwa das Mädchen dem sie alles hatten erzählen wollen? Er war von Anfang an dagegen gewesen. Aber nein, natürlich hatte niemand auf ihn gehört, natürlich hatte man ihn wie immer ales paranoid abgestempelt. Es war doch immer die gleiche verfluchte Scheiße.
"Haha, und du meinst das funktioniert so leicht, ja? Du meinst, ich ruf einfach mal kurz 'SHARON' und dann wird sie kommen, ja??" Er knurrte, seine unverletzte Hand umklammerte die Gitterstäbe noch fester.
"Ich sag dir was, Mädchen. Ich bin durch die verfluchte Hölle gegangen und wieder daraus hervorgekommen. Und ich werde es auch aus dieser verdammten Hölle rausschaffen, selbst wenn mir keiner danken wird! Du willst wissen was Sharon weiß? Sie weiß einen verdammten Scheißdreck! Viel wichtiger ist doch: was weißt du? Was weißt du über uns, was hat Sharon dir über uns erzählt? Und WARUM..." seine Augen vergenten sich leciht, sein Herz raste ihm mittlerweile in der Kehle, er hatte das Gefühl die Wände der Zelle würden auf ihn zu kommen. Wie in einer ihn langsam zermalmenden Müllpresse. Er spürte wie ihm Scheiß ausbrach. Er zitterte, dennoch versuchte er die Panik nicht ins eine Stimme vorzulassen. "...warum sind wir hier? Was willst du von uns??"
Irgendetwas musste sie wollen. Sie vergewaltigen? Geld? Sie irgendwie anderweitig missbrauchen? Warum sonst sollte man ausnutzen ein Baby zu entführen? Seine Hand klammerte sich noch fester um die Gitterstäbe - wenn das überhaupt ging und (er konnte einfach nicht anders) - jetzt warf er auch panische Blicke über die schulter, wie weit die Wände noch enfernt waren. Wie viel näher sie ihm schon gekommen waren. Würden sie ihn bald erreicht haben? Dafür bringe ich ecuh verdammt nochmal um., schwor er innerlich dem System. Nie wieder.
Nie wieder.

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Lizzie
Gelöschter Benutzer

Re: Lizzie & Sharon ~ I'm more than you think

von Lizzie am 20.06.2022 10:02

Eine unbekannte Gefühlsregung machte sich in der blonden Hexe bei. So etwas wie.. Schuld? So ganz konnte sie es nicht genau zuordnen, irgendwie hatte sie dieses Gefühl zwar schon ab und zu mal bemerkt, doch es kam recht selten vor, dass sie sich darüber Gedanken machte. Aber in gewisser Weise fühlte sie sich ja schuldig. "Dir muss es nicht leid tun.", erwiderte sie deshalb schnell und schüttelte den Kopf. "Ich mein, es ist eine Tatsache, oder nicht? Und die sollte man im Normalfall auch aussprechen. Manchmal haben Menschen bloß ihre eigene Art darauf zu reagieren." Und wenn sie Elizabeth Saltzman hießen, erst recht - denn Lizzie hatte es echt nicht so mit Gefühlen. Schon gar nicht mit denen anderer Menschen.
Interessiert lauschte die Blondine dann Sharons Ausführungen über die Fee. Es klang schon recht interessant, vor allem bei der Vorstellung, dass Sharon selber ja 'nur' ein Mensch war. War sie dann tatsächlich in der Lage Magie zu praktizieren oder war es lediglich die Einbildung, etwas, was ihre Psyche ihr vorspielte, wenn dann nicht Sharon sondern die Fee die Kontrolle über den Körper hatte? Natürlich konnte sie ihrer neuen Bekanntschaft nicht so direkt danach fragen, denn immerhin wusste Sharon nichts von dem ganzen magischen Kram, der überall existierte - und es war vermutlich auch besser so, wenn dem erstmal so blieb. So wäre sie nicht in Gefahr. "Das klingt alles ziemlich interessant.", erwiderte sie deshalb, ein wenig zurückhaltend, wenn auch sehr interessiert.
Ein Schmunzeln schlich sich in ihr Gesicht und Lizzie nickte. Sie würde Sharon gern helfen - und Legenden, Mystik und all die Geschichten, die sich um Mystic Falls drehten waren nicht ohne. Damit würde sie mehr als nur ein Buch voll kriegen. "Ich helfe dir gerne. Du hast ja meine Nummer und ich die deine, da geht das dann ganz schnell. Wobei es dauern wird, dir alle Legenden nahe zu bringen. Davon gibt es nämlich sehr.. sehr sehr viele.", bestätigte sie deshalb und konnte sich ein breites Lächeln nicht verkneifen. Wenn Sharon nur wüsste, dass all die Legenden, Sagen und Mythen tatsächlich wahr waren..
-
Nachdenklich musterte Lizzie die junge Frau vor sich. Auch, wenn auf ihrem Gesicht Sharons Lächeln zu sehen war und auch wenn es sich vom Verhalten so hätte einrichten können, hatte die Blondine doch erheblich Zweifel daran, dass es sich um Sharon handelte. Und ganz gewiss war es auch nicht Ruby gewesen, mit der sie feiern war. Vermutlich war es jedoch egal, denn wenn sie sich in Schwierigkeiten gebracht hatte, dann würden es vermutlich auch die anderen wissen. Egal wie.. sie hatte ein Problem. Und ihr Vater hatte ihr aufgetragen es zu lösen.
Das raue freudlose Lachen und die tiefe Stimme bestätigten dann die Ahnung, die sich ohnehin schon in ihr gefestigt hatte. Vor ihr stand nicht Sharon, vor ihr stand auch nicht Ruby und das Baby Gott sei Dank auch nicht. Doch das bedeutete gleichermaßen auch, dass es jemand war, der sie noch nicht kannte - der ihr vermutlich auch nicht vertraute. Es würde einiges an Arbeit bedeuten, um herauszufinden, was diese Person wusste. Wie viel sie mitbekommen hatte und es würde dauern, um einen Plan auszuarbeiten.
"Bitte, bitte tu dir nicht weh, okay?", fragte die Blondine sorgenvoll nach und rang sich ein Lächeln ab, als Sharon.. oder diese andere Person aus Sharon gegen die Gitterstäbe schlug. Sie tat so, als ob sie in der Dunkelheit nach einem Lichtschalter suchte, murmelte ein paar leise Worte und an der Decke erschien dann so etwas wie eine Lampe, die genug Licht spendete. "Ich kann dich noch nicht gehen lassen.. aber bald, versprochen. Ich muss vorher mit Sharon sprechen, ich muss wissen, was sie weiß. Aber ich tu euch nichts, ich tu dir nichts, das verspreche ich hoch und heilig! Auf das Leben meiner Schwester Josie schwöre ich dir, schwöre ich euch, dass ich euch unter keinen Umständen freiwillig weh tun werde!"

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Sharon
Gelöschter Benutzer

Re: Lizzie & Sharon ~ I'm more than you think

von Sharon am 09.05.2022 18:20

Sharon schüttelte den Kopf. "Du brauchst nichts sagen. Ich... es tut mir leid." Es tat ihr wirklich leid es ausgesprochen zu haben. Sie wusste nicht was sie da geritten hatte. Sie hätte es nicht tun sollen. Zum ersten Mal während des ganzen Gespräches mit Lizzie stieg Unbehagen in ihr auf. In gewisser Maßen auch leichter Selbsthass. Verdammt. Womöglich wurde es bald an der Zeit zu gehen. Sich auf den Nachhauseweg zu machen. Immerhin hatte sie erledigt, wofür sie hergekommen war, nicht wahr? Sie hatte Lizzie alles erklärt, so wie das System abgestimmt hatte und mehr gab es nicht zu tun.
Doch dann wendete sich das Gespräch wieder und Sharon war froh, dass sie doch noch geblieben war, das Gespräch mit Lizzie doch noch fortführen konnte und das unangenehme kurze Gefühl langsam wieder in den Hintergrund rückte. Bald wüde es so sein, als wäre es nie da gewesen. Zumindest hoffte sie es.
Offenbar schien Lizzie vor allem Ziva zu interessieren, ihre interne Fee. Auch wenn Sharon sie wohlweißlich nicht beim Namen genannt hatte - immerhin wusste sie wie Ziva tickte und wie gerne diese frontete für neue Bekanntschaften. Etwas, was sie gerade wirklich nach Möglichkeit vermeiden wollte. Es war sicher, früher oder später würden sie beiden noch Möglichkeiten bekommen miteinander in Kontakt zu treten und sich kennenzulernen. Das musste wirklich noch nicht jetzt sein.
"Ja, ganz genau", nickte Sharon also als Antwort auf die Frage und lächelte leicht. "Also, zumindest was die Feenflügel betrifft. Magie hat sie auch, nutzt sie aber hauptsächlich um Pflanzen zum Wachsen zu bringen... glaube ich zumindest, bin mir da gar nicht so sicher." Sie würde zwar sagen, dass sie mit Ziva gut befreundet war, aber tatsächlich wandte sie nur selten Magie an (was vielleicht auch daran lag dass Sharon relativ selten Zeit in der Inner World verbrachte - anders als die anderen Alter).
Interessiert lauschte Sharon Lizzies eigenem Glauben an Magie oder Nicht-Magie. Sharon selbst war viel zu realitätsverbunden um an Magie oder übernatürliche Wesen zu glauben, auch wenn sie das zuvor absichtlich nicht so hart gesagt hatte (sie versuchte in der Regel andere nicht vor den Kopf zu stoßen). Daher konnte sie Lizzies Glauben zwar nicht teilen, dennoch akzeptierte sie ihn natürlich und so lächelte sie, als die Blonde mit ihren Ausführungen schließlich geendet hätte. "Das klingt spannend. Weißt du, eines Tages möchte ich Romanschreiberin werden. Wenn du magst kannst du mir mal so einige von diesen Geschichten und Legenden erzählen - vielleicht schaffe ich es ja, ein Buch darüber zu verfassen." Es war nur eine Spontanidee gewesen - aber eine Idee, die ihr durchaus gefiel. Letztlich holten sich doch alle Autoren irgendwoher ihre Inspiration, oder nicht? Jedenfalls hatte sie das mal gehört und davon gelesen.

~*~*~

Eine weilbliche fremde Stimme meldete sich und für einen kurzen Moment schoss James' Puls in die Höhe. Für einen winzigen Moment hörte sich die Stimme wie die seiner Mutter an. Ihm wurde schlecht, ihm wurde kalt, er konnte die körperlichen Schmerzen nahezu wieder fühlen... doch als er dann sah, wer gerufen hatte - ein blondes unbekanntes Mädchen-  beruhigte er sich minimal. Er schämte sich fast. Und die Scham wurde in seinem Körper ohne Unterbrechung in Zorn umgewandelt.
Das Mädchen dachte offensichtlich er sei Sharon. Scheiße verdammt. Mühsam lächelte er auf die gleiche Art wie Sharon, tat perfekt so, als wäre er sie, obwohl er innerlich am liebsten wieder und wieder und wieder auf die Wand eingeschlagen und sich gleichzeitig am liebsten in die Ecke gekauert hätte. Die Dunkelheit, die Enge, diese weibliche Stimme... fuck. Fuck, das alles durfte doch gottverdammt nochmal nicht wahr sein!!!
Doch dann sagte das Mädchen etwas. Dann war da dieses Baby. Sie wusste es. Sie wusste von Leo. Leo war gefrontet. Leo. Warum ausgerechnet Leo? Warum...
Er lachte freudlos. Es klang nicht mehr Sharon. Es klang rau und freudlos, tiefer als Sharons Stimme gewesen war. Eine Stimme, die aber auch von Angst durchzogen war. Oh, ihr werdet sowas von dran sein!! Er würde sie bestrafen. Er würde das System leiden lassen, das derart unvorsichtig gewesen war, Leo in einer Situation fronten zu lassen, wo sie entführt wurden. Sie hatten gleich tausende Grenzen überschritten. Wenn sie ihm nur die Sicherheit des Systems überlassen würden, dann....
Sein Herz raste ihm in der Brust. "Ich will Licht.", raunte James und schlug mit einer flachen Hand erneut gegen die Gitterstäbe, die unter dem Schlag kalt erzitterten. Seine Klaustrophobie verstärkte sich. "Und ich will hier raus!!" Oh, das würde er dem System sicher nicht durchgehen lassen...

Antworten Zuletzt bearbeitet am 02.07.2022 10:49.

Lizzie
Gelöschter Benutzer

Re: Lizzie & Sharon ~ I'm more than you think

von Lizzie am 02.05.2022 10:42

Lizzie schwieg, sie wusste nicht, was sie darauf entgegnen sollte. Es gehörte eine wahnsinnige Menge an Vertrauen dazu, da war sie sich sicher. Immerhin war sie selbst ja eine Fremde, für Sharon und das ganze System dahinter. Sie kannten sich nicht richtig - zwar hatte sie Ruby und jetzt auch Sharon kennengelernt und die Kleine, die sie nachhause gebracht hatte... aber vertraut hätte sie sich noch lange nicht. Jedenfalls nicht so sehr, dass sie ihr erzählt hätte, dass der ein oder andere Versuch sich das Leben zu nehmen schon hinter ihnen lag. "Ich.. ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll.", gestand sie dann ehrlich, traute sich allerdings noch nicht, wieder zu Sharon zu sehen. "Ich.. ich bin sonst selten sprachlos und weiß nicht was ich sagen soll, aber gerade.. fällt mir einfach nichts passendes ein." Und das war wirklich selten - normaler Weise hatte sie immer einen kecken Spruch auf den Lippen oder manchmal auch etwas verletzendes, damit man selber nicht sah, wie nah ihr gesprochene Worte oder ausgeführte Taten gingen. Aber gerade.. ihr fiel nichts passendes ein. Gar nichts.
Schweigend sah Lizzie auf ihre Hände. Sie würde jetzt liebendgern das Thema wechseln, weg von dem Thema, mit dem sie selber Gott sei Dank noch keine Erfahrungen gemacht hatte. Jedenfalls nicht in der Art. Es war bereits vorgekommen, dass man sie hatte opfern wollen und alles.. aber das sie selber versucht hatte sich das Leben zu nehmen, nein, soweit war es trotz ihrer Persönlichkeitsstörung noch nicht gekommen. Und dafür war sie den Menschen, die sie dann beruhigten sehr dankbar. Besonders ihrem Vater und ihrer Schwester. Das heißt.. die Verschmelzung, die sie erwartete war wohl ein reines Selbstmordkommando - immerhin war Josie um einiges stärker als ihre Schwester - doch wenn sich ihre Mom nichts anderes einfallen lassen konnte, keine Hexen finden konnte, die einen anderen Ausweg hatten, blieb ihr wohl oder übel nichts anderes über. Und wenn ihre Schwester überleben sollte, wäre sie ihr kein Stück böse gewesen - auch wenn die Angst sie förmlich auffraß.
Es dauerte nicht all zu lange, bis sie sich Themen widmeten, mit denen Lizzie weitaus lieber in Kontakt stand. Zwar war es für sie durchaus gefährlich, mit Sharon darüber zu reden, weil es jederzeit passieren könnte, dass sie sich selbst und damit die ganze Schule verriet - was ihren Vater furchtbar sauer machen würde - aber sie war trotzdem sehr neugierig. Schmunzelnd sah sie zu Sharon hinüber als sie von der Fee redete. "Eine wirkliche Fee? Mit Flügeln und Magie?" Die Vorstellung war irgendwie witzig, gefiel ihr auf eine komische Art und Weise. Als sie dann gefragt wurde, was sie davon hielt, neigte sie leicht den Kopf. Hier die richtige Formulierung zu finden, die sie und ihre Art nicht sofort verriet, war nicht gerade einfach. "Naja, ich schätze ich bin ein wenig voreingenommen.", entgegnete sie dann leicht lächelnd. "Ich komme aus Mystic Falls und die Kinder der Stadt wachsen mit dem Wissen auf, dass dort mal etliche Vampire ihr Unwesen getrieben haben. Neben Hexen, Werwölfen oder auch Dryaden." Die meisten der Unruhestifter kannte sie persönlich oder hatte sie zumindest schon mal gesehen. Auch ihr Stiefvater und ihre Mutter gehörten der Spezies der Vampire an - auch, wenn ersteres sich für seinen Bruder geopfert hatte. Und eine gute Freundin von ihr, war sogar alles drei in einem - eine vollkommen neue Spezies. "Es gibt unfassbar viele Legenden und mein.. Onkel.. wenn man so will, hat einen verrückten Vorfahren, der glaubt, von Vampiren verfolgt worden zu sein." Jeremy hatte tatsächlich mal eine ganze Arbeit darüber geschrieben, hatte ihr Vater gesagt. Dadurch war er erst so genau auf Damon aufmerksam geworden. "Also.. ich schätze schon irgendwie, ja."
Zustimmend nickte Lizzie dann und ließ kurz darauf das Thema auch schon fallen, sie mochte es nicht, darüber zu reden. Sie hatte weitesgehend alles überstanden, war allerdings nie vor einem Rückfall gefreit.
Die Blondine lächelte, sie freute sich wirklich sehr für Sharon, dass ihre Tante ein so wirklich herzensguter Mensch zu sein schien - es war wichtig, eien solche Bezugsperson in seinem Leben zu haben.
"Ich bin auch froh, dass wir uns getroffen haben.", entgegnete die Schülerin und nickte. Sie hätte nicht damit gerechnet, dass sie sich jemals mit einem Menschen verstehen würde, der so unschuldig war, nichts von dem wusste, mit dem Lizzie und ihre Freunde zu kämpfen hatte. Und es freute sie wirklich, dass sie sich so gut mit Sharon verstand.
---
Lizzie hatte ab und zu mal nach Sharon gesehen, doch es hatte lange gedauert, bis sie endlich wieder aufgewacht war. Vermutlich war der ganze Stress zu viel gewesen - und mit einem Baby konnte die Schülerin nun wirklich nicht viel anfangen. Und so hatte sie einfach gehofft, dass so bald wie möglich wieder ein 'normaler' Mensch von Sharon zum Vorschein kam.
Das letzte Mal, dass sie nach ihr gesehen hatte, war jetzt etwa eine Stunde her und nun war es Zeit, mal wieder nach dem Rechten zu sehen. Das hatte sie schließlich auch ihrem Vater versprochen. Die Tür war schon geöffnet, als sie ihre Stimme hörte. Anders als sonst, aber trotzdem nach Sharon. Und so beeilte sich die Schülerin, das sie dort hinunter kam. "Ich komm ja schon!", rief sie, laut genug das Sharon sie hören konnte.
Und so dauerte es nicht lang, bis sie vor der Gittertür stand. "Sharon?", fragte sie vorsichtig nach, unwissend, mit wem sie es jetzt zu tun hatte. "Du musst keine Angst haben, bitte, okay? Keiner von uns tut dir etwas. Aber du bist auf einmal umgekippt und dann war da dieses Baby und ich wusste nicht, wohin mit dir, deswegen habe ich dich mit in meine Schule genommen.", versuchte sie zu erklären und ging etwas näher an das Gitter heran. "Du brauchst wirklich keine Angst haben, du kannst auch bald wieder nachhause."

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Sharon
Gelöschter Benutzer

Re: Lizzie & Sharon ~ I'm more than you think

von Sharon am 18.04.2022 14:18

Sharon schwieg. Wieder war ein wunder Nerv getroffen worden und sie wusste noch nicht genau, wie sie darauf antworten sollte. Würde es zu weit gehen, wenn sie das auch noch offenbarte? Sie war sich nicht sicher. Wahrscheinlich würde es das. Andererseits... langsam öffnete sie ihren Mund und begann dann genauso langsam zu sprechen. "Tatsächlich... haben wir schon mehrere Versuche hinter uns." Sie schluckte und bereute es sofort die Worte ausgesprochen zu haben. Ja, auch sie hatte schon Suiziderfahrungen gemacht. Nicht nur das Aufwachen danach. Nach ihrer Diagnose dass sie DID hatte, hatte sie... sich vor ein Auto geworfen. Weil sie den Gedanken nicht ertragen hatte von so vielen Personen 'besessen' zu sein. Niemals allein sein zu können in ihrem Kopf. Das all das womit sie kämpfte niemals enden würde, für immer ihr Leben bleiben würde. Vielleicht hatte sie auch ein wenig gehofft durch den Tod die anderen aus diesem Körper zu verbannen.
Aber so funktionierte diese Krankheit nicht. Und seitdem hatte Sharon viel über sich und das System dazu gelernt, auch wenn es noch immer oft schwer genug war.
Aber wenigstens in einer Sache hatte Lizzie Recht: Sie hatten keine Sucht. Zumindest nicht alle von ihnen. Juliet verletzte sich selbst, und Lily und Juliet hatten eine Essstörung, vor allem Juliet hatte auch Magersucht. Aber sie missbrauchten keine Drogen. Das hatten sie im ganzen system festgehalten und abgesprochen. Ruby beklagte sich darüber zwar hin und wieder gern, aber sie hielt sich dran, soweit Sharon es beurteilen konnte. Und darüber war sie wirklich froh. Eine Sucht würde... echt alles nur noch viel komplizierter machen, als es ohnehin schon war.
Auf die Frage nach den übernatürlichen Wesen und ob sie daran glaubte antwortete Sharon erneut nicht sofort. Sie überlegte. "Nicht direkt..", sagte sie dann langsam und lächelte leicht. "Also ich kann mir vorstellen dass manche besessen sind, aber ich denke, dass das dann eher eine Störung ist die aus dem Inneren kommt. Denn im Kopf selbst ist alles möglich. Tatsächlich haben wir im System auch eine Fee. Ich... bin sicher du wirst sie noch kennenlernen. Sie freut sich immer sehr, neue Bekanntschaften und Freundschaften zu schließen." Absichtlich erwähnte Sharon nicht Zivas Namen. Ziva war viel zu euphorisch und aufgedreht und Sharon wollte nicht riskieren, dass sie Ziva jetzt frontete. Tatsächlich spürte sie sie gerade schon näher kommen als hätte sie gespürt, dass man gerade über sie redete. Aber nein. Sharon wollte in ihrem Körper bleiben und dieses Gespräch mit Lizzie fortführen. Dazu war sie fest entschlossen. "Glaubst du an solche Dinge?", stellte sie dann sogleich die nächste Frage - ehrlich interessiert.
Endlich lächelte Sharon leicht. "Ja. Genau so war es. Aber hey, damit gebührt das gleiche Lob auch dir, würde ich sagen. Immerhin hast du es auch üebrstanden so gut es eben geht, oder?" Sie meinte ihre Worte ernst
Dann waren sie - wenn auch nur kurz - beim Thema Familie. Sharon zuckte leicht die Schulter. "Wie gesagt, ich... erinnere mich gar nicht an meine Familie. Was vermutlich auch besser so ist. Aber unsere Tante ist wirklich..." Ihr Lächeln wurde breiter, fast zu einem kleinen Lachen. "wirklich großartig." Sie könnte sich keine bessere Tante vorstellen - und ihre Tante war auch so ziemlich der einzige Mensch, mit dem das gesamte System klar kam, den das ganze System mochte und vertraute.
Lizzies Dank tat Sharon mit einer handbewegung ab. "Ich wollte zunächst gar nicht, aber das System hat so entschieden dass du es erfahren wolltest. Und ganz ehrlich? Ich bereue es nicht. Du bist ein guter Mensch Lizzie und ich bin froh, dass wir uns getroffen haben." Selten hatte es sich so gut oder natürlich angefühlt über all das zu reden. UNd allein dafür... war sie LIzzie wirklich dankbar.
Sie hoffte sehr dass sie es schaffen würden, den kontakt zu halten. Nun, da sie ihre Kontaktdaten auch ausgetauscht hatten.

~*~*~

James schlug die Augen auf. Langsam richtete er sich auf.
Seine Finger waren klebrig und er wischte sie sich an seiner Hose ab. Es war dunkel. Sein Herzschlag beschleunigte sich, seine Augenbrauen zogen sich zusammen. Das gefiel ihm nicht. Es gefiel ihm ganz und gar nicht. Ebenso wenig der Stein um ihn herum.
Er richtete sich auf. Er hatte einen Pferdeschwanz. Ts. Sharon. Er zog sich das Gummi heraus und die braunen Haare ergossen sich über seine Schultern, das Gummi zog er sich einfach über das viel zu dünne weibliche Handgelenk. Wo zur Hölle war er? Was für einen verdammten Scheiß hatte das System jetzt schon wieder angestellt???
"HEY!", rief er laut und schlug gegen die Eisenstäbe. "HEY!!" Unschöne Erinnerungen begannen in ihm aufzusteigen. Seine Klaustrophobie wuchs und wuchs. "Ich schwöre euch, ich bring euch Arschlöcher um", murmelte er - und ja, das bezog sich auf das verdammte beschissene System, dass echt nie lernen würde auf sich aufzupassen verdammte Scheiße!!

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Lizzie
Gelöschter Benutzer

Re: Lizzie & Sharon ~ I'm more than you think

von Lizzie am 17.04.2022 12:55

Sharon hatte recht. So war es nun mal. Man konnte es nicht ändern. Sie konnte nicht ändern, dass sie die ganzen Stimmen in ihrem Kopf hatte, die ganzen Persönlichkeiten, die je nach Situation hervorkamen und Lizzie konnte genauso wenig ändern, dass die andern sie als arrogante Ziege empfanden. Denn wenn man so darüber nachdachte, hatte sie etliche Versuche unternommen, um auch nur irgendetwas an dem Denken ihrer Mitmenschen zu ändern und zu zeigen, dass sie eben nicht nur dieses arrogante Mädchen war. Es hatte wenig Menschen gegeben, die ihre Versuche gewürdigt hatten und viel zu viele hatten ihr das Herz gebrochen. Sogar Sebastian, den sie wirklich geliebt hatte. Oh bei ihm hatte es besonders weh getan. Das er sie nicht so akzeptiert hatte, wie sie war und das er ihr nicht geglaubt hatte. Das er sie hatte verändern wollen.
Leicht lächelnd blickte die Blondine zu ihrer Gesellschaft hinüber und beobachtete ihre Haltung. Sharon saß gerade, die Hände zwischen den Oberschenkeln. Lizzie könnte nicht so gerade sitzen, jedenfalls nicht über all die Zeit. Denn so weit sie sich erinnerte, saß ihre Gesellschaft schon die ganze Zeit so da. Aber es war schließlich ihre Sache und vielleicht war es eine Eigenheit von ihr, genau so wie es eine Eigenheit von Lizzie war, an den Fingern zu knubbeln.
Dann jedoch schüttelte sie den Kopf. „Ich empfinde dich schon als stark.", gab sie zu und nickte. „Selbst, wenn du keine andere Wahl hast, musst du ja trotz allem damit klarkommen, was du bist oder wie du bist. Genau genommen könnte man sich ja auch einfach einen Ausweg suchen, einen Weg aus dem ganzen heraus, um es zu beenden." Nachdenklich blickte Lizzie zu Sharon hinüber und zuckte leicht die Schultern. Unsicher. Sie wusste nicht, ob sie damit vielleicht eine unsichtbare Grenze überschritt, aber so war nun mal ihre Denkweise. „Immerhin musst du ja irgendwie damit klarkommen. Und es gibt Menschen, die damit nicht klarkommen und in irgendeine Sucht oder etwas dergleichen verfallen. Oder vielleicht noch schlimmer. Nur, um zu verhindern, dass sie das erleben, was sie nun mal gerade erleben müssen."
Ihre nächsten Worte ließen Lizzie verstummen und leise die Frage in ihrem Kopf aufkommen, ob ihre Gesellschaft vielleicht sogar an Dämonen glaubte. Denn.. wenn sie wüsste, was Lizzie war und mit was sich ihre Schwester und die ganze Schule rumschlug, nur, damit die Menschen es nicht mitbekamen, nicht in Gefahr kamen... . Trotz allem war es jedoch immer noch eine Sache, die die Schüler der Salvatore School irgendwie gern taten. Auch, wenn sie nicht alles Leid verhindern konnten und schon das ein oder andere Mal vor einem unlösbaren Problem standen. „Glaubst du an solche Sachen wie Dämonen und Monster? Vampire, Geister, Nymphen, Hexen oder was auch immer?", fragte sie dann interessiert nach und neigte den Kopf. „Also, ich mein, es ist natürlich schlimm, wenn du dachtest verrückt zu werden und von einem Dämonen besessen zu sein. Ich kenne das Gefühl, wenn man denkt, verrückt zu werden. Und dann versucht man es zu meiden, doch ganz schafft man es doch nicht und.. ach egal. Ich habe jedoch große Achtung vor dir, dass du das bisher so gut überstanden hast. Oder jedenfalls so gut, wie man es eben überstehen kann."
Je mehr sie über das Thema sprachen, desto glücklicher war sie dann, eine Familie zu haben, die sie doch so schätzte. Ihr Stiefvater Stefan Salvatore war zwar im Höllenfeuer gestorben, ihre leibliche Mutter durch ihren Onkel getötet worden und genau genommen mussten die Zwillinge sie auch nochmal umbringen, doch ansonsten war die Familie halbwegs normal. Caroline, ihre Adoptivmom versuchte alles zu tun um die Zwillinge zu schützen. Und ihr Vater Alaric tat ebenfalls alles dafür. Auch, wenn es nun einmal darin mündete, eine strenge Erziehung zu nutzen und ihnen Dinge zu verschweigen. „Ich bin froh, dass es dir.. euch.. bei deiner Tante gut ging. Aber es tut mir auch sehr leid, dass du davor ein solches Leid durch deine Familie erfahren musstest. Das sollte niemand müssen." Innerlich schickte Lizzie ein Stoßgebet gen Himmel, das ihre Familie zwar nicht ganz normal aber trotzdem liebevoll war.
"Danke.", entgegnete sie dann leicht lächelnd. "Es ist immer recht angenehm zu hören, dass einen nicht alle für eine arrogante Ziege halten." Und dann riss sie ihre Augen leicht auf, als ihr einfiel, das sie etwas wichtiges vergessen hatte. Denn genau genommen musste sich Lizzie bei Sharon für ihr Vertrauen bedanken. "Nein, nicht doch. Du musst dich nicht bedanken. Genau genommen muss ich das tun. Immerhin hast du mir beinahe deine ganze Krankengeschichte erzählt, vermute ich."

 

Die Fahrt verlief recht unproblematisch. Denn auch, wenn der Taxifahrer immer mal wieder skeptisch nach hinten sah, ging es doch recht schnell, bis die beiden wieder an der Salvatore School angelangt waren. Lizzie bezahlte ihn, ließ Sharon mittels Magie aus dem Auto herausschweben und ließ von MG noch schnell die Erinnerungen an den Vorfall beim Taxifahrer löschen. Natürlich war Schulleiter und Vater Alaric Saltzman alles andere als begeistert, als Lizzie mit MG und Sharon durch die Tür kam, jedoch fand er es auch sehr lobenswert. Trotzdem blieb ihnen nichts anderes üblich, als Sharon dort einzusperren, wo man Landon damals eingesperrt hatte. Denn auch wenn es sich bei Sharon jetzt scheinbar um ein Kleinkind oder Baby handelte, war die Gefahr zu groß, das irgendetwas passierte. "Pass auf sie auf, Lizzie. Schau immer mal nach ihr.", erwiderte ihr Vater, ehe die beiden gemeinsam das Kellergewölbe verließen. "Und ich bin stolz auf dich, Liz."

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Sharon
Gelöschter Benutzer

Re: Lizzie & Sharon ~ I'm more than you think

von Sharon am 08.03.2022 12:16

Lizzie war eine wirklich gute und interessierte Zuhörerin. So fiel es Sharon leicht ihr zu erzählen, was es mit DID auf sich hatte, was diese Erkrankung alles bedingte und wie sie überhaupt entstehen konnte. Und in der Tat, es war schon schwer mit den Aussetzern und den Gedächtnislücken. Aber gleichzeitig... kannte Sharon es nicht anders. Es war schwer, aber siebekam es irgendwie hin. Sie fragte sich, wie es wohl von außen auf andere wirken mochte. Sie hatte wirklich keine Ahnung, also zusckte sie mit den Schultern. "Ja. Sio ist es nun einmal.", stimmte sie dem Mädchen zu. Gleichzeitig wusste Sharon aber auch - zumindest mittlerweile - dass sie wirklich kein Recht hatte sich beschweren zu durfen. Sie wusste, dass ihre Alter verschiedenste Traumata trugen, nur damit sie sich nicht an sie erinnern musste, nur damit sie dieses Leben eben führen konnte. Es war schwierigm, keine Frage, aber mittlerweile bezweifelte Sharon es wirklich nicht mehr, dass andere Alter es schwieriger hatten. Juliet beispielsweise. So viele Suizidversuchte sie schon hinter sich hatte...
Als Lizzie jedoch meinte, dass man dafür außergewöhnlich stark sein müsste, lächelte Sharon leicht und schüttelte den Kopf. "Ich weiß nicht. Ich fühle mich ehrlich gesagt nicht sonderlich stark. Ich habe ja keine andere Wahl und kenne es lsetztlich auch nicht anders." War mans tark, wenn man keine andere Wahl hatte. Sharon dachte ans System. Juliet war nicht stark. Aber Heather war es. Und Simon. James wusste sie wirklich nicht. Innerlich seufzte sie. Letztendlich war es eigentlich einfach nur kompliziert. Damit ließ es sich wohl am besten zusammenfassen.
Mit der nächsten Frage traf Lizzie einen uwndern Punkt. Diesmal zögerte Sharon kurz, ehe sie antwortete. "Doch... doch, das habe ich. Ich dachte, ich wäre möglicherweise von einem Dämon oder dergleichen besessen. Ich habe versucht Regelmäßigkeiten in den Zeiten zu entdecken, wo ich keine Erinnerungen habe und diese Situationen zu vermeiden. Aber nichts funktioneirte. Also... ja. Ja, das dachte ich. Aber ich versuchte es... zu verdrängen." Sie lächelte bitter und zuckte mit den Schultern. "Wer gibt schon gerne zu dass er glaubt, besessen zu sein oder verrückt?" einer der Gründe, warum sie immer versucht hatte Ausreden zu finden.
Beim Thema der Familie nickte Sharon dann. "Ja, normalerweise schon. Aber so... ist es eben nicht immer. Ich weiß nur dass meine Familie im Gefängnis sitzt - meine ersten richtigen Erinnerungen beginnen tatsächlich als wir bei meiner Tante eingezogen sind. Sie ist wundervoll, wirklich. Ein großartiger Mensch!" Und oft erinnerte sie sie an Heather. Tatsächlich war sie sich sehr sicher, dass Heather auf ihrer Vorstellung von ihrer Tante basierte. Vermutlich auch ein Grund warum wirklich das gesamte System ihre Tante mochte. Was so ziemlich bei keinem anderen Menschen der Fall war.
Gedankenverloren nickte Sharon langsam. Heftig. Ja, das traf es wohl ebenfalls. Es würde sie ihr gesamtes LEben lang begleiten. Natürlich konnte es heilen und besser werden, Alters sogar fusionieren zu einem neuen Alter und so die ANzahl der insgesamten verringern, bis vielleicht nur noch einer übrig war, aber es musste nur irgendetwas geschehen und es könnten auch wieder neue entstehen. Es war eben komplex. Sehr... komplex. Da machte sich Sharon keine Gedankend rum. Sie hoffte einfach nur, mit dem System irgendwie trotz allem halbwegs gut durch dieses Leben zu kommen. Mehr konnte sie sich nicht erhoffen.
Und dann war Sharon diejenige gewesen, welche ihrem Gegenüber nun eine Frage gestellt hatte. Sie wartete geduldig, noch immer gerade da sitzend, noch immer die Hände flach aneinander zwischen ihren Beinen verborgen. Sie drängte Lizzia nicht, sondern schwieg und gab ihr alle Zeit die sie brauchte. Es war in Ordnung, wenn sie nicht darüber sprechen wollte. Immerhin tats ie selbst meistens ja auch nichts anderes bei Fremden und verschwieg die Errkrankung, welche sie ahtte. Zu oft waren einfach negative Reaktionen zurückgekommen. Schließlich aber begann Lizzie doch mit ihrer Antwort und Sharon hörte aufmerksam zu. Als Lizzie dann geendet hatte, lächelte sie leicht und legte sanft eine Hand kurz auf Lizzies Oberschenke. "Ich empfinde dich nicht als arrogante Ziege, eher im Gegenteil.", meinte sie ehrlich und nickte. "Und hey - ich finde, da musst du auch schon ziemlich stark sein, vor allem wenn du immer alle gegen dich sind und sich wohl kaum jemand die Mühe gibt, mal den Grund zu hinterfragen." Nache iner kurzen Pause fiel Sharon dann noch was ein. Typisch für sie, echt typisch! Danke für dein Vertrauen."

Bald darauf, als sie sich eigentlich schon verabschiedenw ollten, war es dann passiert. Sharon war verschwunden und an ihrer Stelle hatte jetzt - ausgerechnet jetzt - Leo übernommen. Und Leo... war ein 3 Monate altes Baby. Leo frontete entsprechend sehr, sehr selten. Normalerweise eigentlich nur, wenn Einsamkeit herrschte oder dergleichen - warum jetzt vermochte wohl niemand [abgesehen von Jes] im System vermuten, doch nun war es so gekommen.
Der kleine Leo jedenfalls war sich keiner Gefahr oder Verwirrung bewusst, sondern lutschte glücklich an seinen Fingern zu der frendlichen Bonden hoch, die so anders aussah als seine Mama im Inneren.
Als die Frau schließlich zu ihr kam, streckte Leo die Hände wieder nach ihr aus. Statt dass die Fremde sich runterbeugte, bewegte sich Leo plötzlich in die Senkrechte. Erschrocken weitete er die Augen und wollte gerade beginnen zu weinen und zu schreien, als eine unsichtbare Macht ihn zu gänzlich anderen Bewegungen zwang. Die Angst wuchs in dem Baby rapide, bis er seine Mama im Kopf hörte, während das Auto losfuhr. Ganz ruhig mein Schatz, Mama ist da, Mama ist da... Allein die Stimme beruhigte ihn und als endlich diese Macht was weniger war, steckte er sichs ofort den Daumen tief in seinen Mund um daran zu nuckeln. Seine Mama war da, das war gut...

// Ich würde sagen, in der Zelle oder whatever lasse ich sie dann später irgendwann wieder aufwachen, oder? //

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Lizzie
Gelöschter Benutzer

Re: Lizzie & Sharon ~ I'm more than you think

von Lizzie am 07.03.2022 08:24

Lizzie hatte interessiert Sharons Ausführungen gelauscht. Alles in allem war es wirklich schon wahnsinnig interessant, was der eigene Körper leisten konnte, um sich am Leben zu erhalten. Da erschuf er doch glatt mal ein paar andere Persönlichkeiten um das ganze erlebte Leid auf jemand anderen übertragen zu können. Wahnsinn.
Ab und zu hatte das blonde Mädchen interessiert genickt, sonst allerdings still und teilnahmsvoll gelauscht. "Das ist wirklich wahnsinnig interessant, was du da erzählst.", gab sie dann zu und nickte erneut. "Was der eigene Körper leisten kann ist wirklich unfassbar interessant und vor allem auch unfassbar unglaublich, wenn man so will. Es ist aber trotzdem ziemlich heftig, das man selber, wenn man davon so absolut nichts weiß, absolut auch nichts mitbekommt. Ich mein, allein schon wenn ich mir vorstelle auf einmal weg zu sein und an einem anderen Ort wieder aufzuwachen.. ohne jegliche Erinnerung." Schaudernd zuckte sie kurz zusammen. Allein die Vorstellung war schon grausam. Und mit ihrer.. Unkontrollierbarkeit würde es ganz sicher zu einer Gefahr von vielen Menschen werden. Schon so waren ihre Gefühlsausbrüche nicht kontrollierbar und wenn sie einen ihrer Wutanfälle hatte, sollte man sich besser nicht in ihrer Nähe aufhalten. "Ich möchte mir gar nicht ausmalen wie das ist. Man muss schon eine unfassbar starke Persönlichkeit haben, um damit fertig zu werden.", nickte sie dann und neigte dann den Kopf. Auch die Geschichte mit der Diagnose und dem Suizidversuch ließ sie alles andere als kalt. Sie stellte sich vor, wie sie dort erwachte und wenn man ihr dann erzählte, das sie sich versucht hatte, sich umzubringen. Wenn man davon so gar nichts wusste.. wieder lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken. "Wie hast du das geschafft? Hast du dich nicht selbst manchmal gefragt, ob du jetzt wahnsinnig wirst? Ich mein.. wenn du deine Handschrift nicht lesen kannst, an anderen Orten aufwachst oder einer deiner Alters dich sogar versucht dich umzubringen.. und du keinerlei Erinnerungen hast?"
Ihren Erklärungen, wie die Krankheit enstand hatte die 16-jährige mindestens genauso interessiert gelauscht wie den Ausführungen davor. "Ich finde es schon heftig, das so etwas auch von der Familie ausgehen kann. Ich mein.. sollte eine Familie einen nicht beschützen und nicht dafür sorgen, das man krank wird?" Sie wusste selbst nur zu gut, wie es war, wenn man einen nicht beschützte. Ihr Onkel hatte sie bereits im Mutterleib versucht umzubringen und auch danach hatten die Zwillinge immer gut zu tun gehabt. Selbst mit ihrer Nanny waren sie nicht hundert Prozent sicher gewesen - die hatte sie schließlich versucht an Cade, den Teufel, zu verkaufen. Da war es beinahe ein Wunder, das Lizzie und Josie nicht noch mehr davon getragen hatten. Trotzdem nickte sie langsam. "Ich verstehe. Es spielen eine ganze Menge an Umständen eine Rolle und man muss auch eine gewisse Veranlagung haben. Das ist alles wirklich wahnsinnig interessant. Aber auch irgendwie ziemlich heftig."
Dann hatte Lizzie neugierig gewartet, was für eine Frage Sharon wohl stellen würde. Auf eine solche Frage war sie allerdings nicht wirklich vorbereitet gewesen. Und deswegen schwieg sie auch für den ersten Moment, legte sich ihre Antworten zurecht. In keinster Weise konnte sie ihr von der Magie erzählen, also musste sie wohl ein wenig aus ihrem Leben plaudern. "Also..", begann sie dann zögerlich und ging im Kopf nochmal alle Möglichkeiten durch die ihr einfielen. Keine Rede von der Magie. Eigentlich wollte sie genauso wenig über ihre psychischen Probleme reden, doch in gewisser Weise fühlte sie sich schuldig, Sharon auch etwas von sich preisgeben zu müssen. "Ich schätze man kann sagen.. das ich psychisch nicht ganz auf der Höhe bin. Diagnostiziert hat man mir Stimmungsschwankungen, eine bipolare Störung, Selbstabsorption, Überbessenheit und narzisstische Neigungen. Das.. macht es meinen Mitmenschen nicht einfach in meiner Umgebung zu sein. Die meisten halten mich für eine arrogante Ziege, das komplette Gegenteil von meinem Zwilling. Sie mögen mich nicht. Aber das ist auch okay, ich will mit ihnen auch nichts zu tun haben. Die meisten haben echt einen an der Waffel." 
Kopfschüttelnd verneinte sie dann Sharons Entschuldigung. "Nein, es muss dir nicht leid tun. Ich glaube mein Dad ist glücklich, wenn ich heute nicht vollkommen betrunken heim komme.", lächelte sie dann und sah im nächsten Moment ein wenig besorgt zu ihrer neuen Bekanntschaft. "Ist alles in Ordnung mit..", doch sie konnte ihren Satz schon gar nicht mehr zu Ende sprechen, denn auf einmal war Sharon zur Seite gekippt und lag nun auf dem Rücken.
-
Verdammter Mist, das durfte doch jetzt nicht wahr sein, oder? Zwar konnte Sharon da nun wirklich nichts dafür aber hätte sie das nicht lassen können? Ja, Lizzie wusste, das man das ganze nun wirklich nicht kontrollieren konnte aber so war es nun wirklich auch nicht gerade günstig. Und mit Kindern - oder Babys - und nach dem Sprachgebrauch und dem Verhalten nach zu urteilen war Sharon gerade genau das - konnte sie nun schon mal gar nicht. "Nein.. nicht Baba..", gab sie skeptisch von sich und beobachtete die junge Frau vor sich. Was sollte sie denn bitte jetzt mit ihr machen? Hier liegen lassen konnte sie sie gewiss nicht, wer wusste schon, was mit ihr passieren würde? Auf der anderen Seite allerdings war es bald Zeit, das sie sich das Taxi rief um zur Salvatore School zurück zu fahren. Vermutlich blieb ihr nichts anderes übrig, als Sharon mitzunehmen.. vielleicht wusste ihr Vater was zu tun war. Allerdings war Lizzie alles andere als stark genug, um die zierliche Frau in das Taxi zu kriegen, also musste wohl ein wenig Magie her. Lizzie hoffte wirklich, das das bisschen was sie noch hatte dafür reichte. Wenn nicht hatte sie wirklich ein großes, großes Problem. "Weißt du was.. ich nehm dich vermutlich einfach mit zu meinem Dad."
Als das Taxi endlich da war, ließ sie Sharon zuerst einsteigen. Sie versteckte sich hinter ihr und versuchte ihre Bewegungen möglichst authentisch aussehen zu lassen. Lizzie hatte keine Ahnung ob ihr das gelang, das einzige was sie wusste war, das ihre Magiereserven wirklich schrecklich gering waren. Und so war sie schrecklich erleichtert, als die beiden in dem gelben Auto saßen und in Richtung des Internats fuhren.

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Sharon
Gelöschter Benutzer

Re: Lizzie & Sharon ~ I'm more than you think

von Sharon am 28.12.2021 15:11

Interessiert und mit einem leichten Lächeln auf den Lippen lauschte Sharon Lizzies bisherigem Wissen über DID, ohne dabei den Blick von ihr zu lassen. Als Lizzie schließlich fast schon verlegen und peinlich berührt endete, nickte Sharon noch immer mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. "Hey, das ist doch alles in Großem und Ganzem richtig. Du hast Recht, es..." Ihr Blick schweifte ab. "...es ist sehr schwer nicht zu wissen, was los ist. Ich hatte diese Stimmen im Kopf aber ich war überzeugt dafür, dass das einfach nur meine innere Stimme ist - so wie es jeder Mensch hat. Ich hatte immer diese Lücken. Du musst die vorstellen es ist wie... wie... du stehst unter der Dusche, blinzelst und dann sitzt zu plötzlich am Schreibtisch, mit einem Stift in der Hand und die Sonne ist untergegangen. Du hast nicht den Hauch einer Ahnung was geschehen ist. Besonders in der Schule war das schwierig. Natürlich hab ich versucht das zu ignorieren, hatte immer Ausreden parat und hab versucht das was in meinen Heften stand - nicht in meiner Handschrift zu entziffern. Es war... schwer. Neben allem andern." Sharon lächelte schwach und fokussierte isch wieder zurück auf Lizzie. "Es wurde bei mir diagnostiziert nachdem ich im Krankenhaus aufwachte. Nach einem Suizidversuch, wie man mir sagte. An den ich mich - so nebenbei gesagt - nicht erinnern konnte. Daraufhin wurde ich befragt und man stellte zum ersten Mal die Vermutung auf dass ich DID haben könnte. Und naja. Dann begann das alles." Leicht schüttelte Sharon den Kopf und richtete sich wieder auf, ließ ihren Blick kurz schweifen. "Wie auch immer. DID entsteht in sehr jungen Jahren - du musst unter 7-9 Jahren sein und in dieser Zeit immer und immer wieder schwere Traumata sein. Das kann alles sein. Naturkatastrophen, Entführungen oder auch einfach..." Sie stockte kurz. Denn dieser letzte Punkt war bei ihr der Auslöser gewesen, auch wenn sie keinerlei Erinnerungen daran hatte. "...Familie. Und wenn du dazu noch eine Veranlagung dafür zu dissoziieren - also dich gedanklich von der Realität loszulösen, dann kann etwas passieren. Im Alter von 7-9 Jahren vereinen sich normal alle Grundbedürfnisse von einem Kind - Spielen, Wunsch nach Liebe, Austesten und so weiter - zu einer einzigen komplexen Persönlichkeit. Aber wenn man diese ganzen Traumata und fürchterlichen Erfahrungen gemacht hat funktioniert das nicht. Die Fragmente bleiben sozusagen für sich, entwickeln sich unabhängig. Als Kind erfundene Retter oder Haltefiguren werden real, immer das was dir am meisten hilft mit dem erlebten umzugehen. Der Kopf errichtet Amnesiebarrieren, er verteilt das erlebte auf verschiedene Personen, damit der Körper lebensfähig bleibt, weil ein einerziger Mensch mit all den schrecklichen Erfahrungen schlichtweg... nicht leben könnte. Verstehst du?" Sie sah Lizzie an und lächelte leicht. "Es ist ein Schutzmechanismus des Körpers, damit wir... überhaupt leben können. Mit allem." Und seitdem sie das wusste und gelernt hatte war sie unglaublich dankbar dafür. Und es tat ihr unglaublich leid. Was ihre Alters alles für Erinnerungen mit sich tragen mussten... es tat ihr so leid. Sie hatte nichts dergleichen, daher war sie auch der Host. Sie war am besten im System dazu geeignet, das Leben hier außen irgendwie zu leiten. Auch wenn das auch alles andere als einfach war, aber... so war es nun einmal.
Jetzt ging es aber um Lizzie. Selbst der absolut nicht so gefühlsaffinen Sharon war es, als wäre da irgendetwas. Und wenn es ihr möglich war, dann würde sie gerne auch mit ihr darüber sprechen, denn aus Erfahrung wusste sie, dass es manchmal wirklich... wirklich gut tat, einfach darüber zu sprechen. Einfach jemanden zum reden zu haben. Als sie also Lizzies wenn auch sehr zögerliches Einwilligen hatte atmete Sharon nochmal durch und blickte dann erneut zu ihr. "Hast du auch mit etwas zu kämpfen? Etwas in deinem Kopf meine ich, was kaum wer versteht?" Rasch hob Sharon eine Hand. "Wie gesagt, du... musst nicht darauf antworten, wenn du nicht willst."
Für Sharon zumindest was es klar, dass sie den Kontakt mit Lizzie halten wolte. Sie war interessiert, sie hatte keine Angst, hatte keine Vorurteile. Die anderen kannten sie auch schon, waren größtenteils gut auf sie zu sprechen - also warum nicht? Sie würde wirklich gerne, wenn das denn möglich war, eine Freundschaft mit dem blonden Mädchen aufbauen. Denn... Freunde hatte das System wirklich nicht allzu viele.
Ein entschuldigender Ausdruck trat auf Sharons Gesicht. "Oh... es tut mir leid, dass ich dich vom Feiern abgehalten habe. Das wollte ich nicht, wirklich nicht!" Sie stand auf. "Ich hoffe, du wirst dann noch... wirst noch..." Ihre Kopfschmerzen nahmen wieder zu, sie verlor den Faden. "Ah...", machte sie leise, schloss die Augen und versuchte sich zu konzentrieren. "Ich..." Wieder Stille... der unendliche Druck in ihrem Kopf nahm zu, ins Unermessliche, drückte sie weg und...

Der Körper der Frau kippte zur Seite. Auf allen vieren zunächst, dann rollte sie auf den Rücken. Aus großen Augen starrte sie nach oben, wandte den Kopf und fasste die fremde Frau im Kopf. "Baba?", machte sie mit unglaublich hoher Stimme und schob sich zwei, dann drei Finger in den Mund, nur um sie dann - speichelbedeckt - wieder herauszuziehen und auf Lizzie zu deuten. Die hohe Stimme, die der eines Baby glichs klang fast fröhlich. "Ba-Ba!"

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Lizzie
Gelöschter Benutzer

Re: Lizzie & Sharon ~ I'm more than you think

von Lizzie am 27.12.2021 21:28

Es dauerte einen Moment, bis Lizzie von ihrem Traumschiff zurück in die Realität geholt wurde. Die Worte, die Sharon nun zu ihr gesagt hatte, hatte sie nur ganz leise vernommen, begleitet von einem Rauschen, das sie viel mehr in ihre Vergangenheit warf, als es gedurft hätte. Das blonde Mädchen interessierte sich für Psychologie und Sharons.. Erkrankung fand sie furchtbar interessant. Doch das war neu für sie, denn sie konnte sich nicht erinnern, wann sie sich das letzte Mal ernsthaft für jemanden interessiert hatte. Natürlich gab es da ihre Schwester Josie, ihren Dad, ihre Ziehmutter oder auch Hope und Hazel, doch das war alles anders. Auch für sie war sie nicht hundert Prozent da, oft genug stellte sie ihre Geschichte in der Vordergrund, war bedacht darauf, das trotzdem niemand etwas von ihr mitbekam, was wirklich in ihr vorging.
Erst als Sharon die letzte Frage gestellt hatte, war die Schülerin wieder vollständig in der Realität angekommen. Es hatte gedauert, doch jetzt galt ihre Aufmerksamkeit wieder Sharon. Und zwar vollständig und ungeteilt. Langsam schüttelte sie deshalb als Reaktion den Kopf. "Nein.. zugegeben, das weiß ich nicht. Es gibt allgemein sehr wenig, was ich darüber weiß.. das einzige was mir dazu in den Kopf kommt, sind tatsächlich all die verschiedenen Persönlichkeiten in ein und derselben Person, die ganze Zeit über. Und, das vielleicht nicht mal alle voneinander wissen. Und wie schrecklich es sein muss, zum Beispiel irgendwo aufzuwachen und nicht mehr zu wissen, was man gemacht hat, weil zu dem Zeitpunkt wer anderes die Kontrolle über den eigenen Körper hatte. Ich will mir nicht vorstellen, wie das ist, wenn man vielleicht noch nicht offiziell weiß, was wirklich Phase ist. Also, wenn es vielleicht noch nicht diagnostiziert ist.", gab sie dann langsam von sich und lächelte leicht. Unsicher, nachdenklich, was sie noch wusste. Leicht peinlich berührt, weil sie eben nichts darüber wusste. Wie lang es schon her war, das es ihr das letzte Mal so ging..
Ihre nächste Frage machte den Saltzman-Zwilling unsicher. Allerdings war es nicht so eine Unsicherheit, wie sie es eben gefühlt hatte. Sie fühlte sich, als ob Sharon vielleicht hinter eines ihrer unzähligen Geheimnisse gekommen war. Ob sie etwas wusste? Ob sich Lizzie vielleicht verraten hatte? Womit hatte sie sich verraten? Was hatte sie nur verraten? Oh ihr Vater wäre nicht begeistert, wenn es Probleme geben sollte, da war sie sich ziemlich sicher. Alaric Saltzman hatte in letzter Zeit ohnehin alle Hände mit der Schule zu tun, da konnte er nicht noch ein künstlich hinzugefügtes Problem durch seine Tochter gebrauchen.. aber gut, man würde schon sehen, was es war, oder nicht? Und der Zwilling hatte besonders in den letzten Jahren gelernt, wie wichtig es war zu schauspielern, so konnte sie auch jetzt ihre Maske aufrecht erhalten - wenn vielleicht auch nicht ganz perfekt. "Natürlich.. ich mein, das tu ich doch die ganze Zeit oder? Und.. wenn ich dir nicht antworten will oder.. kann, dann tut es mir zwar leid.. aber das ist dann eben so.", bestätigte sie dann lächelnd und nickte etas.
Auf den Dank von Sharon reagierte sie nur halb, ein einfaches Lächeln und Nicken bestätigten, was sie bereits im Voraus gesagt hatte. Sie nahm es ihr nicht übel - und deswegen bedurfte es auch keinem weiteren Kommentar an der Stelle, wenn sie es sich so vorstellte. Und als sie das Handy ihrer neuen Bekanntschaft entgegen nahm, übermannte ihr halbwegs neutrales Gesicht doch ein kleines Lächeln. Irgendwie war sie froh, das die Begegnung so glimpflich abgelaufen war. Zunächst war sie nicht geplant gewesen, doch irgendwie hatte die Kleine den Eindruck, das sie in Sharon vielleicht eine neue Freundin gefunden haben könnte. Und so gab sie ihre Nummer bei Sharon mit einem Lächeln ein, bedankte sich höflich, als sie ihr Handy zurückerhielt und zuckte dann etwas die Schultern. "Eigentlich hatte ich noch vor feiern zu gehen ja.. aber ich weiß nicht." Ein Blick auf die Uhr verriet ihr schließlich, das sie nicht mehr all zu viel Zeit hatte. "Nach dem letzten Mal ist mein Vater sehr erpicht darauf, das ich pünktlich zuhause bin und meine Schwester wird ihm da nur all zu gern zur Seite stehen. Ich bin noch unsicher, was ich jetzt mache, ehrlich gesagt."

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