Salazar & Sylvia ~ Let Me Help You [Zwangscut]

1  |  2  |  »  |  Letzte [ Nach unten  |  Zum letzten Beitrag  |  Thema abonnieren  |  Älteste Beiträge zuerst ]


Sylvia

35, Weiblich

FSK 18 Mensch gut pansexuell panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

Beiträge: 362

Re: Salazar & Sylvia ~ Let Me Help You

von Sylvia am 17.01.2021 14:10

"Das richte ich sehr gerne ein", saget Sylvia ehrlich und lächelte, ihre Gedanken bereits mal wieder einen Schritt voraus. "Meine Mum hat sicher nichts dagegen, jeden Nachmittag mit ihm vorbeizukommen zur Besuchszeit. Dann können Sie ihn jeden Tag sehen und mit ihm spielen. Falls sie sonst irgendwelche Kleinigkeiten haben möchten, mit denen sie mit ihm spielen können, dann sagen Sie nur Bescheid. Das richte ich gerne ein." Irgendwelche bestimmten Hunde-Accessoires zu besorgen würde nun wirklich kein Problem sein. Sie wollte einfach nur, dass es ihren Patienten so gut wie nur igend möglich ging mit de jeweils eher schwierigen Situation und dafür war sie - anders als viele ihrer kollegen - bereit vollen Einsatz zu zahlen. Sowohl innerhalb, als auch außerhalb ihres Berufes.
Das schuldete sie ihren Schwestern.
Einen moment lang dachte sie an Julia und Nici und lächelte traurig. Doch dann, in diesem Augenblick, als Kinder mit Stöcken aufeinander schlagend lachenda n ihr vorbeirannten, bemerkte sie, wie Mr. Rosales sich komplett versteifte. Jeder Muskel angespannt, seine Augen weit aufgerissen und nichts sehend.
Verdammt!
Sie wusste was das wa,r hatte es oft genug bei Kriegsveteranen gesehen.
Er er litt einen Flashback.
Sie wusste nicht, was es ausgelöst hatte - es konnte alles mögliche sein - doch in Hand umdrehen war sie bei ihm, hockte vor seinem Rollstuhl, legte ihre Hände sanft auf seine Schultern, um ihn nicht zu erschrecken - doch er schien ohnehin nicht das geringste von seiner Umgebung mitzukriegen.
"Mr. Rosales??", saget sie eindringlich, ihm unablässig in die Augen starrend. "Mr. Rosales! Können sie mich hören?? Hey!"
Und plötzlich zuckte er zusammen, blinzelte, war wieder da. Schweiß rann ihm über die Schläfe.
Und er sprach. Sylvia nahm ihre Hände wieder von seinen Schultern, blieb aber hocken wo sie war und blickte ihn besorgt an. Konnte darauf nichts erwidern. Sie wusste, das 'Sie hatten Glück.', das letzte war, was er gerade hören wollte.
Gott ist manchmal echt ein Mistkerl. Da zumindest konnte sie zustimmen.
"Ja. Das ist er.", sagte sie alles und mti einem Mal wusste sie, was sie sagen sollte. "Das ist er wirklich. Ich hatte zwi Schwestern, eine große und eine Kleine. Als Jugendliche habe ich die Leiche meiner großen Schwester gefunden. Ermordet von ihrem Freund. Sie war schwanger gewesen. Etwa ein Jahr später musste ich mit ansehen, wie meine kleine Schwester von einem Auto überfahren wurde. Sie verstarb an der Unfallstelle." Sie schob den Ärmel ihrer Jacke hoch. "Es wird ihnen aufgefallen sein-" Bei der Arbeit trug sie immerhin immer kurzärmlige Kleidung. Auch sie warf einen kurzen Blick auf die unzähligen hellen waagerechten Narben, die dort ihren Arm zierten. "-aber die hier, die kommen nicht von ungefähr."
Sie schob den Ärmel wieder hinunter und sah ihren Patienten an. "Gott kann wirklich ein Mistkerl sein, aber irgendwie kann es immer weitergehen. Immer." Sie hätte auch niemals gedacht, ohne ihre Schwestern leben zu können. Mit diesen Erinnerungen im Kopf, diesen Bildern. Und doch hatte sie die Therapie abgeschlossen, und doch war sie Karnkenschwester geworden und ihren Weg gegnagen. Ihre Schwestern vermisste sie jeden Tag und sie waren immer bei ihr - aber sie hatte gelernt, damit zu leben.
"Darf ich Sie fragen, ob sie regelmäßig zur Therapie gehen?", fragte sie dann vorsichtig. Es war ihr ein wichtiges Anliegen. Ein wirklich wichtiges.

sylvia-removebg-preview.png
Who is this angel, sent here to change me, sent here to take me where I've never been?

Sylvia_Signatur1.png

Long I have wandered, weary and waiting, for something to shake me and laugh to begin.
~aus Sylvias Song "This Angel"

Antworten

Salazar
Gelöschter Benutzer

Re: Salazar & Sylvia ~ Let Me Help You

von Salazar am 12.01.2021 23:50

Cerberus nach so langer Zeit wiederzusehen tat unsagbar gut. Salazar´s Gesicht zeigte so viel Freude, wie ein kleiner Junge, welcher sein Wunschgeschenk unter dem Weihnachtsbaum entdeckte. "Du hast mir das Leben gerettet, mein Junge", flüsterte Salazar in das kurze Fell des belgischen Schäferhundes. "Dank dir bin ich am Leben." Er knuddelte den Hund richtig durch. Doch man merkte, dass er trotzdem ziemlich müde war, und die ständige Alarmbereitschaft in seinem Zimmer wegen dem Handy seines Zimmergenossen, nahm ihn doch ziemlich mit. Es war für Salazar wie Folter - jedesmal wenn das Handy seines Zimmergenossen klingelte, katapultierten seine Erinnerungen ihn zurück zur Explosion. Er bekam kaum Luft, die Decke fühlte sich dann an wie die Trümmern unter denen er gefangen gewesen war. "Es wäre mir eine große Freude, meinen tierischen Kumpel wieder öfters sehen zu dürfen", sagte er ehrlich gerührt und fragte sich, warum er so verdammt ehrlich war. Damals war er es nicht gewesen - es war beinah sein Markenzeichen gewesen, dass er oft die Wahrheit verdreht hatte oder auch sonst öfters unehrlich gewesen war, bei so vielen Dingen. Doch nun - war Salazar ehrlich schon die ganze Zeit, seit er das erste Mal im Krankenhaus aufgewacht war. Er sagte, wenn es ihm nicht gut ging, wenn er Schmerzen hatte, oder sonst irgendetwas war. Damals hätte er vielleicht gelogen. Manchmal vielleicht die Wahrheit gesagt, wenn die Schmerzen wirklich total schlimm waren zum Beispiel. Sein Kopf tat wieder weh, in dem Moment, wo irgendwo vom Weiten Kinder mit Stöcken `Krieg´ spielten und so taten als wären die Stöcke Maschinengewehre mit denen sie sich erschießen. Salazar zuckte so dermaßen zusammen, dass Cerberus quietschend von Sal´s Schoß sprang und sich fast unter der Bank verkroch mit eingezogen Schwanz, weil diese Reaktion seines Herrchen dem Hund Angst gemacht hatte. Salazar war kreidebleich und zitterte, die Schultern starr, die Augen leicht geweitet. In seinem Kopf wirbelten Schüsse herum, Wüstensand und er schmeckte es sogar zwischen den Zähnen, den Sand. Die Kinder kamen näher, rannten an ihnen vorbei. Salazar blieb im Rollstuhl sitzen wie erstarrt. "Eine Kugel ist endgültig", flüsterte er und seine Augen suchten nach einer Möglichkeit sich in Deckung zu bringen. Die Kinder drehten um und rannten wieder an ihnen vorbei. Peng-Peng, machten sie. Und riefen: Hab dich getroffen! Du bist tot!

"Traust du dich nicht?" fragte Daniel lachend und nahm den Helm ab, um im Fluss etwas zu trinken. Salazar stand neben seinen Kameraden und Feldbruder, wie er ihn nannte. "Das Wasser ist lecker, Sally."
"Einer muss die Umgebung im Auge behalten, Danny", antwortete der Hundeführer des Teams, welcher dieses einemal ohne Cerberus unterwegs war. Auf einer Routine Partrouille, wo selten etwas passierte. Doch dann ging alles sehr schnell. Salazar hörte die Schüsse, und spürte dann wie Daniel sich auf ihn warf und zu Boden in den Fluss riss. Eisblaue starre Augen starrten ihn an, als er Daniels toten Körper von sich herunter stieß und versuchte aufzustehen. Ein scharfer Schmerz in seiner Schulter, ließ ihn allerdings wieder ins Wasser zurück sinken. Dunkle Punkte tantzen vor seinen Augen. Dann verlor er das Bewusstsein. Eine hand auf die verwunderte Brust seines toten Freundes.
Salazar lag halb im Wasser. Sein Bein war voller Blut und Schlamm, welches halb vom Wasser umspült wurde. Er war blass. Viel zu blass. "Sal", stieß Segeant Winter aus. "Hey, Kumpel, bist du bei mir? Kannst du mich hören?!"
Der verletzte Soldat blinzelte trägte. Seine dunklen Augen wrikten müde, und Schweißperlen standen auf seiner Stirn. Er wirkte neben sich, nicht ganz da. Und sah aus als hätte er wahnsinnige Schmerzen, die ihm jegliche Kräfte raubten. "Da bist du ja", sagte Winter und er und ein anderer Soldat griffen ihren Kameraden und schleiften ihn erstmal aus dem Wasser. "Bleib bei mir, ja. Castle - hörst du, bleib bei mir." Sal merkte, wie er hochgezogen wurde, und zwischen zwei Kameraden, den Sanitäter und dem besten Scharfschützen hing, die ihm halfen, auf dem Weg zu dem Helicopter, der sie in die sichere Zone zurück bringen würde. "Daniel", flüsterte Salazar. "Daniel...ist..." Daniel war auch getroffen worden, nur war es bei diesem kein Durchschuss durch die Schulter gewesen, wie bei ihm sondern Daniel hatte man am Herzen getroffen.
Daniel hatte immer gesagt, eine Kugel sei endgültig. Wie endgültig sie war, hatte Salazar allerdings erst bemerkt, als eine Kugel seinen Kameraden fatal getroffen und getötet hatte.

"Eine Kugel ist endgültig", wiederholte der traumatisierte Soldat erneut. "Wenn man getroffen wird, steht man in den Meisten Fällen nicht wieder auf." Auch nicht, wenn ein Selbstmord-Attentäter vor einen sich und das gesamte Gebäude in die Luft sprengte - und man nur mit sehr viel Glück in den Keller geschubst wurde, wo man dann unter den ganzen Trümmersteinen lebendig begraben und das Bein zerquetscht wurde. Hätte John sein Leben nicht gegeben um Salazars zu retten, dann wäre John jetzt hier in diesem Krankenhaus-Park und könnte seine Familie treffen. Seine Kinder - Zwillinge - ein Mädchen und ein Junge, die ihren Vater nie wiedergesehen hatten. "Gott ist manchmal echt ein Mistkerl", sagte er und seine Hände verkrampften sich ineinander. Die Kinder spielten weiter, und merkten nichts von dem, was sie angerichtet hatten. 
Salazar sah vollkommen verstört aus, bleich und er zitterte - weil er keine Deckung finden konnte. Er saß in diesem Rollstuhl, und rechnete damit, jeden Moment von einer Kugel getroffen zu werden und einfach weg zu sein. Nie wieder aufzustehen. Denn eine Kugel war immer endgültig. 

Antworten

Sylvia

35, Weiblich

FSK 18 Mensch gut pansexuell panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

Beiträge: 362

Re: Salazar & Sylvia ~ Let Me Help You

von Sylvia am 16.12.2020 16:08

Sylvia lächelte holte den Rollstuhl aus der Ecke und half Mr. Rosales professionell dorthinein - natürlich darauf achtend, dass das Bein nicht zu sehr belastet wurde. Gott sei Dank brauchte der Patient mittlerwele keine ständigen Flüssigkeitsinfusionen mehr, sodass sie den metallenen Infusionshalter neben dem Bett sehen lassen konnten, anstatt ihn mit spazieren zu fahren.
Nachdem Mr. Rosales sich richtig in den Rollstuhl gesetzt hatte, ging es auch schon los. Sie schob ihn aus dem Zimmer und hinaus, die kleine Rampe hinunter und auf den Weg, der durch die Grasbewachsene Fläche führte, der hier als Krankenhaus-Park fungierte. Sie waren noch nicht einmal in der Nähe der Bank angeommen, da konnte sie Cerberus bereits schon kläffen hören und als die Bank in Sicht kam, stand er da, den Schwanz wie wild wedelnd, mit heraushängender Zunge. Ein breites Lächeln breitete sich auf Sylvias Gesicht aus. Das war wahre Freude. So sollte es sein.
Und auch in Mr. Rosales sah Sylvia zum allerersten Mal ein richtiges, ehrliches Lächeln. Genau das hatte sie erreichen wollen. Sie war erleichtert. Glücklich. Sie schob den Patienten bis ganz zu seinem Hund, befestigte dann die Bremsen, damit er nicht wegrollte, wenn Cerberus ihn ansprang, dankte Lassie (welche sich sofort wieder auf den Weg nach drinnen machte) und band Cerberus vorsichtig los , dass er sofort zu seinem Herrchen konnte.
Sylvia wollte noch aufhalten, doch schon war der Hund der Aufforderung seines Herrchens nachgekommen und ihm auf den Schoß gesprungen. Besorgt beobachtete Sylvia Mr. Rosales Bein, doch der Gips schien die Sache mitzuamchen und die Euphorie und die Schmerzmittel gleichermaßen einen möglichen Schmerz betäuben.
Gut, dass er noch den Gips und nicht schon eine Schiene hatte. Sonst sähe das ganz sicher anders aus.
Sylvia trat ein wenig zurück, beobachtete die Interaktion eher diskret, wollte den beiden ihren Raum geben. Es war für beide immerhin ein intimer Moment. Ob nun Mensch und Mensch oder Mensch und Tier - sie wollte ihnen die Privatsphäre geben.
Doch schließlich blickte Mr. Rosales sie an, Sylvia blickte zurück. Und das eine Wart war so voller Gefühlen, so voller Dankbarkeit, dass Sylvia sofort wieder wusste, warum sie diesen Job so liebte, warum sie tat, was sie tat. Sie trat wieder auf ihn zu. "Sehr gerne", sagte sie ehrlich. Sie hatte es wirklich gerne getan.
"Cerberus hat Sie sehr vermisst, meine Mutter und ich konnten natürlich kein Ersatz sein. Aber meine Mum hat sich bestmöglich versucht, um ihn zu kümmern. Jetzt, wo Sie nicht mehr auf der Intensiv liegen, kann ich gerne öfter mit ihm vorbeikommen. Im Inneren des Krankenhauses darf es aus gesundheitlichen Gründen leider nicht sein." Das konnte sie auch noch verstehen, aber imerhin ging es so. Und darüber war sie ehrlich froh.

sylvia-removebg-preview.png
Who is this angel, sent here to change me, sent here to take me where I've never been?

Sylvia_Signatur1.png

Long I have wandered, weary and waiting, for something to shake me and laugh to begin.
~aus Sylvias Song "This Angel"

Antworten

Salazar
Gelöschter Benutzer

Re: Salazar & Sylvia ~ Let Me Help You

von Salazar am 11.12.2020 17:45

Eine lange Zeit hatte Salazar nur die Krankenschwester oder einzelne Ärzte zum Reden gehabt. Nicht das er sonderlich viel sprach, aber mit der Krankenschwester Sylvia redete er doch mehr, als mit allen anderen. Selbst der pyschologische Dienst des Krankenhauses hatte er bislang noch gar nichts gesagt, da schwieg er nur eisern und knirschte mit den Zähnen. Der Mann mit Hornbrille sprach die ganze Zeit oder schwieg ebenfalls, dann nachdem die Zeit des Gesprächs vorbei war, erhob sich der Pyschologe und sagte, dass sie sich dann in zwei Tagen wiedersehen würden, für die Beurteilung, einer Weiterbehandlung. Salazar antwortete nur mit: "Gut." Damit war es für ihn erledigt und der Pyschologe verschwand aus dem Zimmer. 
Wenn Salazar sprach, sagte er nur noch das Nötigste. Seine Sätze waren kurz und präszise geworden.  Militärisch präszise. Er war nicht mehr so eine Quasselstrippe wie vor der Explosion. Aber es war niemand da, der dies feststellen konnte. Sein Zimmernachbar war ein Bankangestellter, welcher sich bei einem Sturz von einer Leiter den Arm und das Fußgelenk wohl sehr kompliziert gebrochen hatte. Äußerlich schienen beide im selben Alter zu sein, aber für Salazar war dieser junge Mann im Nebenbett wie seine persönliche Hölle. Der Bankangestellte telefonierte oft, bekam viel Besuch von der Familie. Ein kleines Mädchen , die Tochter des Nachbarnbettes, namens Jane und die Frau namens Clarissa. Zudem kamen auch dessen Eltern oft, und wenn nicht dann spielte der Typ mit dem Handy herum, und für Salazar war das wie Folter. Er starrte auf das Handy, als wäre es eine Atombombe, die jede Sekunde hochgehen konnte. Sein Blick starr, erschrocken, Angst erfüllt. Wenn das Handy des Bankangestellten klingelte, wurde Salazar panisch, seine Hände zitterten, er zuckte zusammen und bekam Flashbacks von der Ursache der Explosion. Doch er bat nicht um ein Einzelzimmer, und auch nicht darum, einen neuen Zimmergenossen zu bekommen. Er versuchte, mit den regelmäßigen Flashbacks klarzukommen. Manchmal hatte er das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen, und drückte den Notfallknopf. Die Krankenschwestern kamen kurz, sahen dass es ihm eigentlich gut ging und verschwanden wieder. Manche sagten, er sollte wirklich nur im Notfall den Knopf drücken, und nicht bei Belanglosen Sachen, wie Albträume. In letzter Zeit, kehrte er jede Nacht an die Ursache für seinen Aufenthalt in diesem Krankenhaus zurück. Sah schreckenweite dunkelbraune Augen, ein junges schweißnasses Gesicht, und eine Handybombe, die der Auslöser für alle Sprengsätze im Gebäude war. Das Vibrieren des Smartphones seines Zimmergenossen ließ ihn nicht in Ruhe. Er hielt sich die Nacht solange es ging wach, um überhaupt etwas Schlaf zu finden. Doch Salazar war hundemüde, und als die Tür aufging und die Krankenschwester Sylvia in Zivil da stand und sagte, dass er Besuch hatte und ob er Lust auf einen Ausflug in den Park hatte - zog er zischend die Luft ein und nickte. "Ja", antworte er dann kurz angebunden, auf ihre Frage. Innerlich griff er nach diesen kleinen Ausflug. Wie die Reißleine bei einem Fallschirmsprung. Seufzend ließ er sich in den Rollstuhl helfen und sich durch die Fluren und den Fahrstuhl schieben.

Die erste frische Luft nach langer Zeit zog er mit einem befreiten Atemzug ein. Er hatte noch ein Wundpflaster auf der rechten Seite am Kopf, und natürlich die Schiene am Bein, welches er noch nicht vollständig bewegen durfte. Selbstständig wieder zu laufen würde noch ein langer Weg in der Reha-Klinik werden.
Der Park war ruhig. Vereinzelt liefen ein paar Schwestern, Ärzte und Besucher mit Patienten herum. Es war ein Tag im Herbst, es war ein schöner Tag. Und da neben der Bank lag er - der beglische dreijährige Schäferhund Cerberus.  Sein tierischer Kamerad. Der Spürhund für Drogen, Sprengstroff, Munition und auch Personen. Der Kumpel im Schützengraben, der ihm durchs Gesicht schleckte. Der seine Stimmung merkte, wie kein anderer. Sein Junge.  Viele halten Hunde beim Militär für eine Kampfmaschine, die auf feindliche Soldaten gehetzt wurde. Doch die Hunde konnten nicht weiter entfernt zu sein, klar sie lernen auf Kommando zu beißen, aber hauptsächlich dienten sie dazu Leben zu retten. "Cerb", brachte er heraus und ein Lächeln legte sich auf sein Gesicht. "Hey - Mein Junge." Er klopfte auf seine Beine. Cerberus sprang halb auf den Schoß seines Hundeführers. Die Leine war fast auf Anschlag gespannt. Die Zunge fand einen Weg in das Gesicht und entlockte dem Menschen ein Lachen. "Ich hab dich auch vermisst, Kumpel." Der belgische Schäferhund hechelte und lies sich hinter den Ohren kraulen und auch generell streicheln. Salazar genoss es das Fell zwischen seinen Fingern zu spüren und ließ unbeirrt Cerberus seine Hände ablecken. Er lächelte und seine Augen hatten den gehetzen Ausdruck nicht mehr sondern waren sanft, liebevoll, freundlich. Sie strahlten eine Freude aus, die er lange nicht mehr gefühlt hatte. Cerberus wieder zu sehen, ihn zu streicheln, zu knuddeln war herzerwärmend. "Man hat sich gut um dich gekümmert, was?" lächelte Salazar, auf seinen Lippen dieses sanfte Lächeln, welches wie ein frischer Wind durch ein Roggenfeld wirkte. Es war, als könnte er mit diesem Lächeln alle entwaffnen. "Ich gefall dir immer noch, hm? Das ist das tolle an dir, Cerberus. Ich muss mir nie Sorgen machen, dir nicht gefallen zu können. Auch mit kaputten Bein, und ner Wunde am Kopf, Kratzern und anderen Macken. Du findest mich immer gut." Er drückte sein Gesicht in das Fell des Hundes und streichelte diesen weiter. "Du weißt gar nicht, wie gut mir das tut, mein Junge", nuschelte er in das braun-schwarze Fell seines Hundes. Leicht schwankte ein spanischer Akzent mit, wie so oft, wobei er mehre Sprachen fließend sprechen konnte. Spanisch, Latein, Alt-Englisch, Englisch, Arabsich, und natürlich Parsel. Cerberus versuchte ein wenig den Hals seines Herrchen abzuschlecken, beglückte sich dann aber damit vollständig auf dessen Schoß springen zu wollen. Wie ein Tornando der Freude zog er an der Leine, die ihn zurück hielt. Wedelte mit dem Schwanz und zog wie wahnsinnig.
Salazar hob seinen Kopf und sah die Krankenschwester dankbar und ehrlich gerührt an. "Danke", sagte er mit belegter Stimme, weil da so viele Gefühle waren, die hochkamen. Freude - Cerberus wiederzusehen. Dankbarkeit - weil Syliva dies ermöglicht hatte. Hoffnung - auf eine Zukunft, den harten Weg ins Leben zurück weiter zu bestreiten. Auch wenn er keine anderen Besucher hatten. Merlin hatte sich noch nicht blicken lassen, Jessamine war kurz mal dagewesen, um ihm Sachen zu bringen, aber ansonsten hatte er keinen Besuch erhalten. Rowena, Helga und Hepzibah selbst Regulus scherten sich einen Dreck um ihn. Nun er war auch nicht sonderlich beliebt bei den anderen Unsterblichen - seit die Sache mit der Kammer heraus gekommen war. Aber war er wirklich so bedeutungslos für Septem Ageless, dass man ihn einfach als Kanonenfutter sah? In so vielen Kriegen hatte er gekämpft, weil Merlin es so gewollt hatte. Ein Ritter sollte Kämpfen hatte der alte Kauz zu ihm gesagt, mit diesem honigsüßen Lächeln im Gesicht. Wie lange sollte das weitergehen? Bis er endlich mal in Feuergefechten draufging? Er hatte so viele Menschen sterben sehen. Feinde, Fremde, Freunde. Sein Herz war tausendfach gebrochen, seine Mentalität schon lange nicht mehr so stabil wie damals. Klar, er war ein Krieger, doch so verwundet, kämpfte selbst ein erfarhener Krieger nicht mehr.
Kümmerte es seinen unsterblichen Freunden wirklich so wenig, ob er lebte oder starb? Wussten sie überhaupt, wie sehr er sie brauchte? Es wäre schön Besuch zu bekommen, von Leuten, den er am Herzen lag. Die wollten dass es ihm gut ging. 
Seine Kameraden aus der Armee, sein Team, würden alles tun, um ihn zu besuchen, wenn sie könnten. Ihre Leben waren kurz, sie wussten Freundschaften mehr zu schätzen, als Rowena, Helga, Godric, Hepzibah und Merlin. 

Antworten

Sylvia

35, Weiblich

FSK 18 Mensch gut pansexuell panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

Beiträge: 362

Re: Salazar & Sylvia ~ Let Me Help You

von Sylvia am 11.12.2020 11:48

Gedächtnisverlust.
Sylvia ging zum Klemmbrett und schrieb die Worte nieder. Es war nicht ungewöhnlich mit einer Gehirnerschütterung oder generell nach einem Unfall an Gedächtnisverlust zu leiden. Entweder von dem Geschehen vor dem Unfall, oder von dem Geschehen nach dem Unfall. Manchmal beides. Manchmal - je nachdem welche Kopfregion betroffen war - konnten sogar das Langzeitgedächtnis anstelle des Kurzzeitgedächtnisses betroffen sein. Es war immer schwer, solche Fälle mit zu erleben und Sylvia war wirklich froh, von diesen bisher nicht allzu viele gehabt zu haben.
"Sie wurden im Krieg durch eine Detonation und ein zusammenstürzendes Gebäude schwer verletzt", erklärte sie ihm mit ruhiger, sanfter und langsamer Stimme, damit er ihren Worten auch folgen könnte. "Ihr Hund Cerberus wurde ebenfalls verletzt, doch er erholt sich gut. Zurzeit kümmert sich meine Mutter um ihn." Und sobald sich sein Zustand etwas verbessern würde und sie den leitenden Chefarzt von ihrer Ansicht überzeugen konnte, würde er seinen geliebten Hund auch wiedersehen können. Sie wusste, wie wichtig so etwas war.
Als seine heisere Stimme erklang, lächelte Sylvia schwach. "Das hört sich nicht sehr glaubwürdig an." Sie sagte es vollkommen ohne Vorwurf. Es gab immer wieder Patienten die raus aus dem Krankenhaus wollten, so taten, als würde es ihnen toll gehen, obgleich ihre Vitalwerte auf dem Computer und ihre Symptome etwas anderes zeigten. Er war innerlich aufgewühlt. Aufgeregt. Kein Wunder. Noch hielt es sich in Grenzen, doch sollte es übermäßig werden musste man sich überlegen, ob man die Dosis der Beruhigungsmittel ein wenig erhöhte - Aufregung konnte er in seinem jetzigen Zustand am wenigsten gebrauchen.
Sie sah, wie seine Augen wegglitten. Seine Werte schossen nahezu in die Höhe. Okay, alles klar. Flashback. Nicht ungewöhnlich bei Kriegsveteranen. Aufs Klemmbrett schrieb sie Deutlich 'PTBS' und kreuzte des Feld für den Psychologen an, dass er zu gegebenem, passendem Zeitpunkt kommen würde, um mit Mr. Rosales zu reden. Für jetzt konnte sie nichts anderes tun als das, was sie sich zuvor bereits überlegt hatte: sie erhöhte die Dosis der Beruhigungsmittel in der Infusion, um die Aufregung und die Flshbacks etwas zu unterdrücken. Das war keine langfristige Lösung, nur für jetzt.
Ihr Patient stöhnte. Sie wahnte sich ihm zu. Er schien sehr gebildet zu sein, denn er erzählt ihr, woher der Name Hospital stammte. Sie lächelte ihn an. "Na, das passt doch", lächelte sie leicht, ehe sie seine weiteren Worte vernahmen.
Das traf. Doch unbeirrt hielt sie ihr freundliches leichtes Lächeln auf den Lippen. "Vielleicht ändert sich das ja noch, Mr. Rosales. Versuchen Sie zu schlafen, Ihr Körper braucht den Schlaf zurzeit."
Leise richtete sie sich auf und verließ das Zimmer wieder. Schweren Herzens.
Es gab immer wieder Patienten, welche Krankenhäuser nicht ausstehen könnten oder gar alle Arten von Ärzten hassen. Weil sie schlechte Erfahrungen gemacht hatten, weil irgendein verdammter Arzt sie ausgenutzt, ihnen falsche Medikamentation verschrieben oder schwere operative Fehler gemacht hatte. Und viele dieser Ärzte, von denen sie gehört hatte, würde Sylvia am Liebsten eigenhändig den Hals umdrehen. Es gab nichts schlimmeres, als das Vertrauen von Menschen zu missbrauchen. Erst recht in der Medizin, wo es für die Menschen dcoh so wichtig war für ihre Gesundheit, richtig und vertrauensvoll versorgt zu werden, von Menschen die sich damit auskannten! Manche Menschen nahemn lieber jahrelange Schemrzen in Kauf, anstatt sich behandeln zu lassen,a us Angst, ausgebeutet oder noch weiter verletzt zu werden, weil ihr Vertrauen gebrochen worden war. Oh, sie hasste das!!! Wenn sie könnte, würde sie....!!!!
Mühsam atmete Sylvia durch, setzte dem brodelnten Topf in ihrem Inneren einen Deckel auf...
...und machte sich weiter daran, sich liebevoll und mit ehrlicher Sorge und Freundlichkeit um die Patienten zu kümmern. So wie sie es gelernt hatte, und so, wie die Menschen es verdient hatten. Ganz egal, um wen es sich handelte.

Mr. Rosalles war eine ganze Zeit lang Gast bei ihnen auf der Intensivstation. Das erste, was er wieder lernen musste, war schlucken. Dann kam Schlückchenweise das Trinken und schließlich die ersten vorsichtigen Bissen sehr weichen essens. Alles langsam, Tag für Tag nur ein wenig mehr - ansonsten würde sich der Körper sofort überanstrangen. Anders ging es nicht. Täglich bekam er Physiotherapie, damit die Muskulatur seiner noch bestehenden Muskeln wieder aufgebaut wurden. Bei seinem verletzten Bein ging dies natürlich nicht. Doch auch dort zeigten sich Fortschritte, bald würde der Gips abkommen und durch eine Schiene ersetzt werden können. Selbstredent, dass er es genau gar nicht belasen oder gar beugen dürfte.
Und schließlich war der Tag gekommen, an dem die Ärzte beschlossen, dass eine 24h-Überwarchung von Mr. Rosales nicht mehr nötig sei. Er wurde auf die Normalstation verlegt.
Und das wiederum bedeutete, dass sie endlich - endlich - ihren Plan in die Tat umsetzen konnte.
Während der ganzen Zeit hatte sich ihre Mum wirklich liebevoll um Cerberus gekümmert. Seit Ewigkeiten hatte Sylvia ihre Mutter nicht mehr so lächeln sehen. Es war ein gutes Gefühl. Der Hund hatte ihr etwas geschenkt, was sie offenbar vergessen hatte. Sobald Cerberus wieder u seinem richtigen Herrchen käme, würde sie mit ihrer Mum in ein Tierheim fahren und ihr einen Hund kaufen. Es schenkte ihrer Mum Lebensfreude und wenn jemand das verdient hatte...
...dann ihre Mum.

Heute war es soweit. Sylvia stand an ihrem Auto, der Kofferraum war auf. "Komm Cerberus. Hier hoch. Komm. Es geht zu deinem Herrchen, ja!" Lächelnd klopfte Sylvia in den Kofferraum und elegant sprang Cerberus hinauf. Die Halskrause war ihm mittlerweile abgenommen worden, seine Wunden verheilt. Er war fidel und munter - und offenbar ganz begierig darauf, endlich zu seinem Herrchen zu kommen. Sylvia konnte es ihm nicht verdenken.
Sie winkte ihrer Mutter zum Abschied und fuhr zum Krankenhaus. Sie band Cerberus an der Metallbank im Park fest, bat ihre Freundin Lassie, die gerade ihre Frühstückspause machte, auf ihn aufzupassen, sagte Cerberus, er soll Platz machen und ging dann - als Besucherin heute - hinein in Mr. Rosales Zimmer.
"Mr. Rosales?", sagte sie und lächelte ihn leicht an, ehe sie eintrat. "Sie haben Besuch. Hätten Sie Lust auf einen kleine Ausflug im Rollstuhl? In den Park?"
Die Ärzte hatten partout kein Tier in den Räumen des Krankenhauses zugelassen - die Gefahr, einer Allergie bei einem ihrer Patienten war zu groß - aber im Park, draußen, hatte sie sie dann doch überreden können. Der Kontakt mit seinem Hundefreund war unabdingbar für Mr. Rosales psychische und physische Genesung.
Und heute war es endlich soweit.

sylvia-removebg-preview.png
Who is this angel, sent here to change me, sent here to take me where I've never been?

Sylvia_Signatur1.png

Long I have wandered, weary and waiting, for something to shake me and laugh to begin.
~aus Sylvias Song "This Angel"

Antworten

Salazar
Gelöschter Benutzer

Re: Salazar & Sylvia ~ Let Me Help You

von Salazar am 05.12.2020 18:24

Als Salazar erneut aufwachte fühlte er sich schrecklich. Irgendwie neben sich. Er spürte gar nichts. Und die monotonen Geräusche erinnerten ihn auf irgendeine Art und Weise an einen blinkenden Sprengsatz in der Einöde. Es war als würde Staub in seinen Kopf herum wirbeln. Gesteinstaub oder Wüstenstaub. Wo zur Hölle war er noch einmal? Als die Krankenschwester ihm einen guten Mittag wünschte, zuckte er so heftig zusammen, dass er sich selbst dabei erschreckte, dass er sich so erschreckte. Es dauerte eine Weile, bis Salazar auf die Krankenschwester reagierte. Doch sein Nicken war kaum zu erkennen. Doch er fühlte sich einfach nicht in der Lage Sätze zu sagen. Seine Hände zitterten, und er ballte sie zu Fäusten, damit das Zittern aufhörte. Es funktionierte. Seine dunkelbraunen Augen suchten seine Umgebung ab. Der Gründer runzelte die Stirn und sah sich um, doch er konnte niemanden entdecken, bis auf die Krankenschwester am Ende seines Bettes. Er erinnerte sich nicht mehr, wie er ins Krankenhaus gekommen war. Sein Bein war noch immer in Gips und auf eine Art Gestell, damit es nicht bewegt wurde. Langsam hob er die Hand zu seinen Kopf und betastete sein Gesicht, alles noch da, wo es sein sollte aber da...da war was falsch. Ein Verband, er spürte Stoff um seinen Kopf herum. Er schloss leicht die Augen. "Was ist passiert?" wollte er mit heiserer schwacher Stimme wissen. Er hob den Kopf so, dass er zu der Krankenschwester blicken konnte, doch ließ den Kopf wieder ins Kissen sinken, da es schon anstrengend war. "Mir geht es gut", schaffte er es schließlich doch über die Lippen zu bekommen. Heiser - leise - erschöpft. Seine Stimme klang so anders. Alles war so anders. Salazar war in der miserablsten Verfassung seit Hunderten von Jahren. Er wusste, dass er einen langen Weg vor sich hatte, den er wohl alleine meistern musste. Seine besten Freunde hatten keine Ahnung, dass er wieder im Land war - zudem dass er sich in einem Krankenhaus befand. 
Ob es sie überhaupt interessierte? Klar, er hatte die Wogen mit Rowena und Helga geglättet, sie hatten sich ausgesprochen und sich gegenseitig Fehltritte verziehen. Aber interessierte es sie, wenn er knapp dem Tod von der Schippe sprang? Er hatte Jahre nicht wirklich mit ihnen geredet, bis auf die kurzen Gespräche bei Merlins Versammlungen, wo Salazar derjenige war der meist dann irgendwelchen Mist plapperte, und vermutlich sich selbst am Liebsten hörte, während alle anderen genervt von ihm waren. Sie hatten alle ein Leben in der Muggelwelt und Salazars militärische Laufbahn hielt ihn sehr in einen strukturierten und durchgeplanten Wochenplan auf Trab. Er hatte meist einfach nicht die Zeit, um die Freundschaften mit den anderen Unsterblichen zu pflegen. Selbst seine Freundin kam zu kurz. Jessamine hatte sich zwischen zwei Einsätzen von ihm getrennt, weil sie mit der Angst ihn zu Verlieren nicht mehr auseinandersetzen konnte und wollte. Trotzdem meinte sie, dass sie ihn gern hatte, und weiterhin mit ihm zusammen wohnen könnte. Als Freunde, nicht als Liebespaar. Jessamine war die Einzige Person, mit der Salazar Kontakt hatte. Die Muggelfrau war jung, erfolgreiche Jouarnalistin und hatte einen Beitrag über die British Army geschrieben, als sie sich kennen gelernt hatten. Es hatte sofort zwischen ihnen gefunkt. Der charismatische Soldat mit dem trainierten gehorsamen Schäferhund und die vollkommen choatische Jouarnalistin. Jessamine und Salazar hatten sich ergänzt und waren zusammen gezogen, hatten zusammen bleiben wollen. Doch die Trennung war jetzt fast schon ein halbes Jahr her, trotzdem lief die Wohnung noch immer auf beide Namen. Salazar war sowieso sehr selten daheim, sodass es beiden egal war. Es würde halt nur komisch werden, wenn er wieder nach Hause kam. Jetzt war er wieder in England, in einem Krankenhaus und fragte sich, ob man Jessamine Bescheid gegeben hatte oder seinen Notfallkontakt Merlin verständigt hatte. Sein Vorgesetzter Offizier kannte Jessamine und wusste dass sie zusammen waren - gewesen waren. Sie waren ja nicht mehr zusammen.


"Ihr seid ein Mann Gottes, ein Mitglied es Hospitaliter Ordens, mit herausragenden Schwertkampffähigkeiten,", sagte der  König mit der eiseren Maske mit ruhiger und erhabener Stimme. König Balduin stellte eine Schachfigur auf das Brett. Salazar runzelte die Stirn und krizelte etwas auf ein Pergament, ehe er aufblickte und Balduin anschaute, während er diesem zuhörte. "Wisst Ihr,keiner von uns kann sich sein Ende aussuchen. Ein König mag einen Mann fordern, ein Vater mag Anforderungen an seinen Sohn haben, aber seid Euch bewusst, dass selbst wenn Ihr von einem König gefordert werdet oder von einem mächtigen Mann, Eure Seele gehört Euch allein. Wenn Ihr vor Gott steht könnt Ihr nicht sagen, dass man Euch befohlen hat nun so oder so zu handeln, oder das Tugendhaftigkeit in diesem Moment nicht angebracht war. Das wird nicht genügen."
"Ich diene in erster Linie Gott und den Bedürftigen, meine Majestät,", sagte der Parselmund und setzte seine Figur auf das Schachfeld, ein Lächeln auf den Lippen. "Mein Vater war bedeutend, seine Ländereien waren es nicht. Es war eine langweilige Moorlandschaft. Ich trage dieses Schwert nicht, weil mein Vater Anforderungen an mich hatte. Als ich jung war, habe ich mich ständig mit solchen Fragen beschäftigt wie wo die Grenze ist zwischen Vernunft und Glaube, zwischen Angst und Gottvertrauen. Wenn ein Mann gehorchen muss, wie ich meinen Vater gehorcht habe, hatte es meine Angst gemindert?  Solche Fragen sind gut für den Kopf. Aber inzwischen bin ich träge geworden. Man gehorcht. Man besiegt das Böse. Anschließend dankt man Gott, das ist alles." - "Und wenn man seinen Feind nicht besiegt?" fragte Balduin mit einer Stimme, die weich und besorgt klang. Er legte den Kopf erhaben zur Seite und die blauen Augen musterten den Hospitaliter sorgevoll.
"Da stirbt man, zumindest in meinen Fall", antwortete Salazar. 

Salazar blinzelte irritiert und kniff die Augen dann zusammen. Warum war er damals nicht schon vor Jahrhunderten gestorben? Warum hatte er so viele Verletzungen überlebt, um von Sprengsätzen bei einen Einsatz der British Army schwer verletzt in einem englischen Krankenhaus zu landen? Würde er es hier jemals wieder raus schaffen? Klar, er war ein Kämpfer, war er schon immer gewesen, aber die Erinnerungen wirbelten in seinen Verstand herum, und gaben kaum einen Sinn. So viele Schlachten, ungefiltert, unsortiert. Er sah Maschinengewehre und Schwerter, Kanonen und Giftgas, ohne wirklich eine Jahreszahl hinter all den Gefechten setzen zu können. Sein Kopf dröhnte von all den schwindelerregenden Erinnerungen.

"Bist du wirklich unverletzt...Bruder?" fragte Siegfried keuchend und legte eine Hand auf die Schulter seines Kameraden. Eigentlich versuchten sie, die Verletzten zu versorgen, wobei sie allerdings gelegendlich erstmal Kämpfen mussten, bevor sie zu ihren Patienten durchkommen konnten. Ihre schwarzen Waffenkleid waren mit Blut und manchmal auch Erbrochenes verklebt, das weiße Kreuz mit Blutspritzer übersehen.  "Ja, und du auch, wie ich erfreut feststelle", gab Salazar schweratemnd zurück und steckte das Schwert zurück in die Scheide an seinem Gürtel. "Die Schlacht scheint vorläufig zu unserer Zufriedenheit zu verlaufen. Lass uns die Verletzen sortieren, die Leichtverletzen können warten. Die Schwerverletzen haben Vorrang." Das königliche Heer hatte dreizehn Gefallene zu beklagen, sechsundvierzig Männer waren verletzt, davon vierzig schwer. Die Hospitaliter widmeten sich der Betreuung der Verletzten, Kranken und Armen innerhalb der Burg.  Die Mitglieder des Ritter- und Hospitalorden kümmerten sich oberflächlich um die Verletzungen der Männer. Salazar hockte bei einem verletzten Kind und hatte eine Hand auf dessen schweißnasse Stirn gelegt. Er murmelte etwas, was für Siegfried klang wie Zauberei, denn es war schwer zu verstehen. Es hatte lateinische Elemente, doch die Betonungen waren anders, und irgendwie leicht verfremdet.  "Was tust du da?" fragte der Johanniter seinen Ordensbruder unverblühmt. Salazar zuckte merklich zusammen und nahm die Hand weg. "Nichts", antwortete er hektisch. "Ich habe nichts gemacht. Was sollte ich machen?" Der Parselmund machte einen Wickel aus Leinen, welches er in Wasser tunkte und auf die glühende Stirn des Jungen legte. 

Salazar stöhnte leise und wollte seine Hand zur Stirn führen, doch wegen der Infusion gelang das nicht wirklich. Blut. Zu viel Blut. Zu viel Tod. "Wissen Sie, dass das Wort Hospital von den Hospitalorden abstammt, welche die gezielte hospitalische Versorgung von Kranken, Notleidenen und Pilgern als christlichen Liebesdienst in den Mittelpunkt stellten? Es leitet sich von hospitalis ab, das ist Latein und bedeutet `gastfreundlich´." Wow, dass war mehr als er in den letzten paar Tagen gesagt hatte. Vermutlich war es auch das meiste Gesagte, was er in den nächsten Wochen und Monaten sagen würde.  "Ich finde Krankenhäuser, aber nicht gastfreundlich."


Antworten

Sylvia

35, Weiblich

FSK 18 Mensch gut pansexuell panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

Beiträge: 362

Re: Salazar & Sylvia ~ Let Me Help You

von Sylvia am 26.11.2020 16:24

Sie musste nicht lange warten und dem mitleiderregenden Bellen und Winseln der Hunde lauschen, da kam bereits ein Mitarbeiter des Zwingers auf sie zu. "Guten Abend", erwiderte sie ebenfalls lächenlnd und schüttelte zur Begrüßung seine Hand, ehe er auch bereits einen Regen von Worten auf sie niedergehen ließ. Bei seiner Frage, ob sie einen schriflichen Nachweis habe, nickte sie. "Ach ja, richtig." Sie kramte in ihrer Tasche und zog ein Stück Papier heraus. Es war natürlich nicht von Mr. Rosales persönlich unterzeichnet worden (der zurzeit für solcherlei bürokratische Förmlichkeiten in einer zu schlechten Verfassung war), aber das Krankenhaus hatte eine Sondergenehmigung für solche Fälle im Wunsch ihrer Patienten, und diese Sonderverfügung legte Sylvia ihm nun vor. Im Falle des Falles hatten sie Mr. Rosales Wunsch natürlich auch noch auf Kamera, aufgrund der 24h-Überwachung, welche auf der Intensivstation existierte.
Kaum hatte der Commander die Sonergenehmigung inspiziert und offensichtlich für annehmbar empfunden, als er ihr auch schon einen ganzen Haufen von Informationen über den Hund und seine Haltung gab. Aufmerksam und ohne ihren Blick abzuwenden lauschte sie seinen Worten und merkte sich die wichtigsten Details, die er genannt hatte. Sie liebte Menschen wie Tiere und wollte unbedingt alles bei Cerberus richtig machen - sowohl zum Wohl des Tieres, als auch ihres Patienten.
Als dieser sie aufforderte, folgte sie dem Commander hinein in den Zwinger und schon wurde Cerberus an der Leine und mit Leckerlis zu ihr geführt. Bei der abschließenden Bitte von dem Mann, dass Cerberus und sein Herrchen baldmöglichst zusammengebracht werden sollten zur besseren Genesung nickte Sylvia mit dem Kopf. "Selbstverständlich", stimmte sie sogleich zu. Sie wusste nur zu gut, was für eine Wirkung Tiere auf eine kranke Person haben konnten und wie sehr es bei der (mentalen) Genesung helfen konnte. Sie hatte es am eigenen Leib erfahren. Dennoch konnte man nicht einfach mal eben so einen Hund mit auf die Intensivstation schleppen. Es gab strenge regeln - und genügend Patienten, welche bspw. auch eine Hundehaarallergie aufwiesen. Ein Hund auf der Intensiv könnte für diese schnell tödlich enden.
Doch Sylvia war fest entschlossen, ihr möglichstes zu tun, um den beiden zumindest ein wenig gemeinsame Zeit zu vermachen. Die ein oder andere Idee hatte sie schon. Sie müsste sich nur noch mit den Ärzten darüber aueinandersetzten.
Wenn sie so weitermachte, würde sie wohl wirklich noch gefeuert werden.
Sie bedankte und verabschiedete sich vom Commander und führte den verletzten Hund vorsichtig zu ihrem Auto. Sie hatte vorsorglich ein Handtuch auf der Rückbank ausgebreitet, auf welches er sich legen konnte und schon fuhr sie nach Hause.

Ihre Mum hatte rot umrandete, feuchte und geschwollene Augen, als sie die Tür öffnete - vermutlich hatte sie den ganzen Tag geweint - doch freute sie sich sehr über den unerwarteten Besuch. Während ihre Mum sich sogleich über das beste Essen für Cerberus informierte und sich in die Küche stellte, fuhr Sylvia nochmal los, um am späten Abend ein Hundebett und auch einiges an Kauspielzeug zu kaufen. Sie wollte, dass es dem Hund an nichts mangelte.
Sie gab ihrer Mutter auch alles weiter, was der Commander ihr zur Erziehung des Hundes aufgetragen hatte und ihre Mum nichts. Sie würde häufig und lange mit ihm hinausgehen und sich um alles kümmern, versprach sie. Sylvia sollte sich nur darum sorgen, dass sein Herrchen schnell wieder auf die Beine komme.
Und Sylvia war ihr unendlich dankbar dafür. Ohne ihre Hilfe wäre es ihr unmöglich gewesen, sich pflegerecht um Cerberus zu kümmern.

Am nächsten Tag zurück zu ihrer Schicht hörte sie von den schwerwiegenden Komplikationen, die ihr Patient in der Nacht gehabt hatte. An diesem Tag wachte er noch nicht auf, erst am nächsten Tag war es soweit, dass Mr. Rosales nach den erlittenen Strapazen die Augen erneut öffnen konnte.
Die Ärzte setzten sie darüber in Kenntnis und nachdem Sylvia ihre Runde beendet und alle notwendigen Informationen über die Patienten in die Listen eingetragen hatte, kehrte sie in das Krankenzimmer von Mr. Rosales zurück. Allein, bleich, dünn und erschöpft lag er da in dem weißen Bett.
"Guten Mittag", lächelte Sylvia ihn leicht und freundlich an und trat näher an sein Bett. Die Infusion war noch voll. Die Vitalwerte könnte sie gleich noch überprüfen. "Wie geht es Ihnen? Irgendwelche Beschwerden?" Sie trat ans Fußende seines Bettes und legte ihre dünnen Hände darauf ab. Sie wusste, auf welche Information er vermutlich sehnsüchtig wartete. "Ihren Hund Cerberus habe ich aus dem Zwinger geholt. Während meiner Schicht kümmert sich meine Mutter sehr liebevoll um ihn. Sobald Sie in der passenden Verfassung sein werden, werde ich zusehen, dass ihr beide euch widersehen könnt." Sie lächelte ihn leicht und aufmunternd an.

sylvia-removebg-preview.png
Who is this angel, sent here to change me, sent here to take me where I've never been?

Sylvia_Signatur1.png

Long I have wandered, weary and waiting, for something to shake me and laugh to begin.
~aus Sylvias Song "This Angel"

Antworten

Salazar
Gelöschter Benutzer

Re: Salazar & Sylvia ~ Let Me Help You

von Salazar am 25.11.2020 19:06

Sal Rosales, so nannte er sich zur Zeit auf dem Papier stand zwar Salazar Federico Rosales, aber er hatte den Namen Slytherin schon lange abgelegt, um nicht versehentlich einen Zauberer über den Weg zu laufen und haarsträubende Geschichten erzählen zu müssen - Warum, wesshalb und überhaupt! 
Er schlief ein sobald das Schmerzmittel seine Wirkung entfachtete. Doch es gab Kompliaktionen, die Ärzte und Sanitäter der British Army hatten ihn vermutlich auf der Schnelle zusammen geflickt, damit er stabil genug war - für den Flug nach England. Es war als würde das Leben in einen Art verzerrten Zeistrprung stattfinden - er auf der einen und alle anderen auf der anderen Seite.  Seine Gedanken verschwammen, und es wurde immer schwerer - sich auf etwas zu konzentieren, bis er ganz abdriftete. Erneut eine Operation. Erneut ein MRT, erneut eine Blutuntersuchung, und ob er bei der Expolosion irgendwelche giftigen Gase eingeatemt hatte. Zum Glück bekam der verwundetete Soldat von all dem nichts mit.

Der Arzt betrat nach Stunden den Aufenthaltsraum, wo die Gruppe der Einheit des Hundeführers darauf wartete, Nachricht zu erhalten. Sie hatten Sal kurz sehen dürfen, da war er ansprechbar gewesen. Es schien ihm gut zu gehen. Doch als sie gerade am Stützpunkt gewesen waren, kam der Anruf, dass sich der Zustand verschlechtert hätte. Sofort war James mit dem Team umgekehrt und wieder ins Krankenhaus gefahren, wo sie mehre Stunden lang unruhig warteten und sich Sorgen um ihren Bruder machten. "Wie geht es ihm?" fragte der Captain des Teams sorgevoll. 
"Er wird leben," meinte der Arzt lässig, als würde es ihm wenig bedeuten.
"Was ist genau geschehen?" wollte der Captain wissen, und übernahm automatisch die Fragen an den Arzt, während alle anderen sich die Köpfe hielten, manche die Hände gefaltet hatten oder den Arzt hoffnungsvoll anschauten, als würden sie sich wünschen, gute Nachrichten zu hören. Nur gute Nachrichten zu hören. 
"Die Kopfwunde war doch schwerer, als wir angenommen haben", sagte der Arzt ruhig. "Aber Sie kennen ja Rosales harten Kopf, nicht wahr?" Dieser Witz brachte keinen zum Lachen. "Zu einem hat die Erschütterung durch die Explosion eine leichte Gehirnerschütterung ausgelöst und wahrscheinlich hätte man das Bein unter den Bedingen drüben abnehmen müssen, aber wir haben es noch hinbekommen es wieder korrekt zu stabiliseren. Die gebrochenen Knochen müssen nun heilen, Fuß und Kniegelenk, leichte Erschütterungen im Oberschenkel. Wir haben uns alles noch einmal angesehen und die übersehenden Schäden wieder hergestellt. Er wird uns hier eine Weile erhalten bleiben, soweit kann ich Ihnen sagen. Aber er wird leben."

"Wie geht es unserem Jungen?" wollte Robinson wissen und trat näher. Er trug normale Zivilkleidung, da er aus dem aktiven Dienst ausgeschieden war. "Wie geht es ihm wirklich?"
"Wisst ihr noch was mit dem Hundeführer vom Team  Tiger 3 passiert ist? Er wurde von eine Sprengfalle in Einzelteile gelegt", sagte einer der Soldaten nüchtern. "Das passiert mit den Leuten hinter den Hunden. Sie sterben oder ihre Hunde sterben."
Robinson drehte sich zu diesen um: "Und mir fehlt ein Arm, Thomas. Halt deinen Mund, wenn du nichts zu sagen hast! Es geht um unseren Jungen. Sal war stets für uns da. Verdammt er hat mich im Kugelhagel auf den Schultern bis zu den Sanitätern getragen, während mein Arm blutete wie ein Schwein beim Metzger!"
"Und mich hat er vor einer Schlange gerettet", warf ein anderer Soldat an. "Dass war schon abgefahren, wie er die Schlange beruhigt hat...es war als würde er ne andere Sprache sprechen. Und dann hat er mir das Gift ausgesaugt und auf den Boden gespuckt und mir irgendwelche Kräuter gegeben, verdammt ich dachte...ich sterbe, aber er hat mir das Leben gerettet!"
"Und Cerberus hat uns doppelt so oft den Arsch gerettet", meinte Bobby ein anderer Soldat mit belegter Stimme, "Dank ihm."
"Fakt ist, wir sind seine Familie, Mann", sagte der Captain zu dem Arzt. "Wir alle sind seine Familie. Die Einzige die er noch hat."


Militärische Kaserne der British Army
Der Commander der Hundestation der British Army trat zu der jungen Frau und begrüßte sie freundlich. Es kam selten vor, dass jemand Außenstehendes herein kam. Die Hunde im Zwinger bellten, bis auf einer. Der hatte sich ruig im Zwinger zurück gezogen und winselte sogar. "Guten Abend, Miss De Santis.  Commander Benjamin Trent. Ich kümmere mich im Augenblick um den verwaisten Bomben-Spürhund Cerberus. Ich habe ihn die ersten Wochen großgezogen, bis unser Hundeführer ihn übernommen hat. Haben Sie denn eine schriftlichen Nachweis, dass Sie Cerberus für Lieutenant Salazar Rosales abholen dürfen?" Benjamin fuhr sich durch die Haare und seufzte. "Es gibt einiges zu Beachten bei einen Militärhund. Er braucht viel Auslauf, man sollte mindentens dreimal am Tag mit ihm raus gehen oder mit ihm trainieren. Zudem kann Cerberus Fremde Personen angreifen, meist beißt er allerdings nur auf Befehl oder wenn er seinen Halter beschützen will. Der Hund trauert um seinen Besitzer. Er fehlt ihm. Wir gehen auf Weihnachten und Silvester zu, bitte achten sie da besonders darauf, dass Cerberus ein Kriegshund ist, er ist zwar trainiert bei Schüssen und Explosionen ruhig zu bleiben, aber nach allem was er gesehen hat, können wir nicht sicher sagen, ob er nicht daran erinnert wird, wenn Feuerwerkskörper am Himmel knallen. Zudem mochte er es gestreichelt und gekuschelt zu werden. Sein Halter und Cerberus waren ein Team. Die Zusammen durch dick und dünn gegangen sind, und zusammen Verletzbarkeit riskierten. Entweder für den Hundeführer oder für den Hund, wenn dieser in Gefahr ist. Meist die Bindung zwischen Mensch und Hund so stark, dass der Hund sein Leben für den Menschen riskieren würde, und auf Befehl gehorcht, auch wenn er eine Falle und Sprengstoff wittert. Aber auch dass der Mensch um den Hund zu schützen, seinen Posten verlassen würde. Was Cerberus im Moment durchmacht ist nicht leicht, er wurde zweimal aufgeschnitten und operiert. Die Fäden werden Ende der Woche gelöst, solange muss er die Decke anbehalten, um nicht an die Nähte zu gehen. Konnten Sie mir folgen, Miss?" Benjamin ging in den Zwinger und hockte sich neben Cerberus, ehe er diesen an die Leine nahm und mit einem Leckerchen zu Sylvia führte. "Und als Tipp für die Genesung beider - sie sollten Halter und Hund schnellsmöglich zusammen bringen." 

St. Marys Hopsital
Als Salazar erneut seine Augen aufschlug, blieb die Welt um ihn herum allerdings dunkel. Was? Er hob sein Arm und riss sich den Stoff des Verbands von den Augen, um etwas zu sehen. Gedämpfte Geräusche drangen an sein Ohr - verzerrt und weit entfernt. Es war ein Quietschen was abwechselnd lauter und leiser wurde. Gesichter kamen in sein Blickfeld. Das erste gehörte einem dunkelhäutigen Mann mit gütigen dunkelbraunen fast schwarzen Augen und einem müden Zug um dem Mund. Dann war da noch eine Frau mit einer kleinen runden Brille und die halb ergrauten Haare zu einen durftigen Dutt zusammengeknotet. Daneben ein kahlköpfiger Mann mit buschigen Augenbrauen, und dann war da noch das noch recht junge Gesicht von Dr. Carl Lewis. "Wirklich erstaunlich!" murmelte der kahlköpfige Arzt, während die Frau flüstuerte: "Wie seltsam."
"Willkommen zurück,Soldat", grüßte Carl ihn lächelte, doch irgendetwas schwang in diesem Lächeln mit - war das etwa Angst? Was war los? Hatte er gezaubert oder Parsel gesprochen? Oder war ihnen aufgefallen, dass manche Wunden wie oberflächliche Schnitte magisch in wenige Tage abheilten? Gebrochene Knochen und gar lebensbedrohliche Verletzungen konnte die verdammte Unsterblichkeit nicht heilen. Tiefe Schnittwunden blieben tiefe Schnittwunden. Bekam man ein Kugel ins Herz oder ein Todesfluch ab, war man genauso tot wie jeder andere auch. Unsterblich sein bedeutete nicht, dass man nicht getötet werden konnte. Es bedeutete nur, dass man ein langes Leben hatte und nicht alterte, solange niemand einen umbrachte. 
Sal hatte noch immer eine Infusion am Arm. Sein Sichtfeld verengte sich etwas. "Wo ist die Krankenschwester?" fragte er und seine Worte hörten sich brüchig und heiser an. Als hätte er seine Stimme lange nicht mehr benutzt. 
"Ganz ruhig, Soldatenjunge", murmelte der kahlköpfige Mann, anscheinend auch Arzt, was Salazar an dessen Arztkittel erkannte. "Ruh dich doch noch ein bisschen aus." 

Antworten

Sylvia

35, Weiblich

FSK 18 Mensch gut pansexuell panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

Beiträge: 362

Re: Salazar & Sylvia ~ Let Me Help You

von Sylvia am 22.11.2020 18:17

Sylvia nickte. Das ließe sich ändern. Und er hatte Kopfschmerzen?
Die Wut in ihr, was diese Idioten mit ihrem verdammten Besuch angerichtet hatten (und den noch größeren Zorn, dass der Doktor diesen Besuch überhaupt zugelassen hatte), schob sie beiseite. Das einzig Wichtige für diesen Moment war die Gesundheit ihres Patienten.
Dieser wechselte die Sprache, doch da hörte Sylvia ohnehin schon kaum noch zu, denn sie erkannte die Anzeichen seines Körpers. Das Würgen, das Zusammenkrümmen, die Anspannung all seiner Muskeln. In geübten schnellen Handgriffen hatte sie den Eimer hervorgeholt, half Salazar, sich ein wenig zur Seite zur ollen (dabei natürlich darauf achtend, dass cihs ein Bein nicht bewegte) und er sich übergab.
Erst als die Anspannung von seinem Körper allmählich nachließ, er nur noch leise zuckte und der Würgeflex vorbei war, drehte sie ihn wieder auf den Rücken. Sie nahm ein feuchtes Tuch und wischte ihm das Erbrochene von den Lippen. Er sprach zu ihr - es klang wie Spanisch - doch verstehen konnte sie nichts. Die meiste Zeit ihrer schulzeit war sie in einer psychatrischen Klinik gewesen und das, was sie gelernt hatte, das hatte sie größtenteils wieder vergessen. Sie konnte nur Englisch und Italienisch, ihre beiden Muttersprachen.
Aber es war auch nicht nötig. Sie sah dan Schmerz in seinen Augen und rief den Doktor. Gemeinsam erhöhrten sie die Schmerzmitteldosis der Infusion, um ihm diese zu nehmen dämmten auch das Licht, damit es den Patienten nicht mehr blendete.
"Versuchen Sie zu schlafen", saget Sylvia sanft zu ihm, nahm einen nassen Tupfer und befeuchtete mit diesem die Lippen des Patienten, anschließend öffnete sie leicht seinen Mund, um auch seine Zunge zu befeuchten. Er brauchte Flüssigkeit, aber trinken oder richtig schlucken musste der Körper erst wieder lernen.
"Ruhen Sie sich aus." Sie lächelte Mr. Slytherin freundlich an, ehe sie leise das Krankenzimmer verließ.

Den Rest ihrer Schicht schlief der Patient durch. Hin und wieder befeuchte sie ihm nochmal die Lippen mit dem Tupfer und überprüfte seine Vitalwerte, doch es blieb alles normal. Nach ihrer Schicht verabschiedete sie sich von ihren Kollegen und ging aus dem Krankenhaus. Mittlerweile war es dunkel draußen. Es war 8 Uhr abends. Sylvia spähte auf ihr Handy dochi hre Mutter hatte ihr weder geschrieben, noch angerufen.
Nun, das war doch immerhin etwas. Sie blickte auf die Adresse, welche sie sich aufgeschrieben hatte. Dr. Lewis hatte ihr die Daten von Mr. Slytherins Kollegen gegeben und bei diesen hatte sie sich informieren können, in welchem Zwinger genau der Hund untergebracht war.
Cerberus, wenn sie sich recht erinnerte. Ein schöner Name für einen Bombenspürhund (was er anscheinend war, wenn er gemeinsam mit seinem Herrchen im Krieg in Afghanistan unterweges gewesen war).
Der Zwinger war gar nicht allzu weit entfernt. Nach einer zwanzig-minütigen Autofahrt war sie bereits dort.
Sie würde noch Hundefutter besorgen mussen, und am besten auch ein Körbchen. Obgleich...vielleicht würde sie das auche infach ihrer Mutter aufgeben. Sie brauchte Ablenkung und der Hund würde ihr gewiss helfen.
Sie kam am Zwinger an, parkte, stieg aus ihrem Wagen und hinein ins Gebäude, wo sie zur Rezeption gehen und den Mann dahinter anlächelte. "Guten Abend? Mein Name ist Sylvia De Santis. Ich bin hier um den Hund Cerberus für seinen Besitzer Mr. Salazar Slytherin abzuholen."

sylvia-removebg-preview.png
Who is this angel, sent here to change me, sent here to take me where I've never been?

Sylvia_Signatur1.png

Long I have wandered, weary and waiting, for something to shake me and laugh to begin.
~aus Sylvias Song "This Angel"

Antworten

Salazar
Gelöschter Benutzer

Re: Salazar & Sylvia ~ Let Me Help You

von Salazar am 21.11.2020 20:08

Militärische Kaserne der British Army
Commander Benjamin Trent holte den verwaisten Schäferhund aus dem Zwinger für einen Kleinen Ausflug, damit der Hund sich erleichtern und sich ein wenig bewegen konnte. Wenn dessen Hundeführer da wäre, würde man die Leine vermutlich gar nicht wirklich benötigt werden. Cerberus war so sehr daran gewöhnt neben seinen Herrchen her zu laufen, dass dieser auch an dessen Seite her lief, wenn der Haltegurt und die Leine gar nicht befestigt war. Nach dem kurzen Spaziergang wurde der Hund wieder in den Zwinger der Anlage gesteckt. Das Gebell der anderen Hunde mischte sich mit dem Winseln von Cerberus, welcher ungeduldig auf seinen Menschen wartete, welcher allerdings nicht kommen konnte.


St. Marys Hopsital
"Das Licht tut weh", sagte er mit trockener Stimme und schloss die Augen. Sein Schädel pochte und er hatte das Gefühl sich übergeben zu müssen, wenn er sie wieder öffnete und das grelle Krankenhauslicht erblickte. "Mein Kopf fühlt sich...Creo que vomitaré.*" Weiter kam er nicht, da die schwindelerregende Welle der Übelkeit über ihn hinein brach und er sich übergab.
Er fühlte sich wie ein kleiner Junge, nur dass er diesmal nicht von lieben Mönchen umgeben war, die ihn heilende Kräuter reichten und Tee machten. Das Krankenhaus war ungemütlich, fand Salazar. Der Schmerz hinter seiner Stirn lies seine Augen tränen, fast als würde Sand in seine Augen treten. "La pierna me duele mucho.*", sagte er leise und merkte nicht mal, dass er von Englisch auf Spanisch hinüber gewechselt war. Wie auch, sein Kopf fühlte sich an, wie bei der Expolsion. Zu viel. Zu laut. Seine Ohren begannen zu klingeln und es fiel ihm schwer, sich auf die Krankenschwester zu konzentieren. "Me duele la espalda, mis tobillos están hinchados, y me duele la cabeza." Er sprach schnell, zu schnell für jemanden, welche der Sprache wahrscheinlich nicht mächtig war. Aber zumindest sprach er Spanisch und kein Parsel. Spanisch da gab es noch Übersetzer für, aber wenn er in Parsel übergegangen wäre...hätte er jetzt defintiv ein Problem gehabt.


*Ich glaube, mir ist schlecht.

*Mein Bein schmerzt höllisch.
*Mein Rücken tut weh, meine Knöchel schwellen an, und mein Kopf schmerzt.



Antworten
1  |  2  |  »  |  Letzte

« zurück zum Forum