Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

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Felix
Gelöschter Benutzer

Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

von Felix am 14.10.2020 21:20

Felix wusste nicht im Geringsten, was er darauf erwidern sollte. Er fühlte sich komplett erschlagen, hilflos und überfordert. Überfordert mit der ganzen Situation, aber anders, als es in der Sekte gewesen war...ganz anders. Positiv anders, auch wenn er es nicht einordnen konnte, auch wenn er wirklich nicht im Geringsten damit umgehen konnte. Seine Lippen öffneten sich leicht, ohne dass er wusste, was er dazu bloß sagen könnte. Und dann - nach einer Weile, die sich für ihn wie eine Ewigkeit anfühlte - fand er seine Stimme endlich wieder: "Was du tust, das ist...nicht selbstverständlich." Zumindest für ihn war es nicht selbstverständlich. Und ziemlich sicher auch hier draußen nicht, obwohl er in dieser Welt zugegebenermaßen bisher kaum Zeit verbracht hatte. Aber er konnte sich nicht vorstellen, dass es großartig anders sein sollte. Das Waisenhaus, in dem er damals als zehnjähriger für kurze Zeit untergekommen war, war ihm noch sehr lebhaft im Kopf. "Und deshalb möchte ich dir danken. In meinem Namen und im Namen von Max." Sein Sohn hatte eine warme ruhige Nacht unbedingt gebraucht. Ganz dringend. Und wenn er ehrlich war, dann...hatte er das selbst ebenfalls gebraucht.
Er wusste nicht, ob er ihre Angebote wirklich annehmen konnte. Schlafen für diese Nacht war in Ordnung. Und ein wenig zu essen...es war eine Überwindung, aber hatte so fürchterlichen Hunger... Aber er wollte nicht duschen oder ihre Gastfreundschaft anderweitig mehr als nötig ausnutzen. So jemand war er nicht. Er wollte niemandem zur Last fallen. Und auch wenn es für sie keine Last war...für ihn fühlte es sich so an.
Womöglich, weil er gewissermaßen bereits sein ganzes Leben nichts weiter als eine Last war...
Er vertrieb die Gedanken und den bitteren Geschmack, der dabei in seine Kehle kam und versuchte sich zu konzentrieren. Immerhin hatte Claire ihn gefragt, was er essen wollte.
Er zuckte leicht mit den Schultern. "Ich hab mir in den letzten Wochen immer verschiedenes zusammengesucht. Ich bin nicht wählerisch." Wenn er sich etwas Geld erbetteln konnte, hatte er sich natürlich durchaus auch Brote gekauft. Oder mal einen Müsliriegel oder Donut, wenn es besonders gut lief (Max war dabei eine Hilfe). Doch oft genug hatte er auch einfach in Mülleimern gewühlt, etwas von Sträuchern oder Bäumen gepflückt und naja...hatte halt einfach versucht durchzukommen.
Als Claire bereits die Nudeln in der Hand hatte und von der Tomatensoße zu schwärmen begann, konnte Felix nicht verleugnen, dass ihm begann, das Wasser im Mund zusammenzulaufen. Sein Magen knurrte willig. Er war so erschöpft, so am Ende mit seinen Kräften und so hungrig. "Ja...ja, in Ordnung", stimmte er dann mit schwacher Stimme zu. "Aber lass mich dir bitte helfen. Ich kann die Tomaten schneiden." Er wollte sie wirklich nicht alles alleine machen lassen. Sie tat so schon viel zu viel für einen völlig Fremden...
Als sie den morgigen Tag ansprach, wandte Felix wie ertappt den Blick ab. Er konnte darauf nicht antworten. Das Angebot ehrte sie und sicher wäre es für seinen Sohn das Beste, als wenn sie weiter auf der Flucht wären... sie waren ganz im Osten Amerikas, aus dem Westen waren sie losgereist...aber war es wirklich weit genug weg? Sollte er sich nicht vielleicht doch lieber nach einem Schiff umsehen? Aber er hatte kein Geld...und sollte man ihn als schwarzen Passagier entlarven, würde man ihm sicher seinen Sohn nehmen...
Sein Herz fiel tief, tief in die Tiefe. Nein, das konnte er nicht zulassen. Er würde sich einen Ort suchen müssen, wo er bleiben konnte, einen kleinen Job, um etwas Geld zu verdienen und sobald er genügend zusammengespart hatte, würde er mit seinem Sohn auf ein Schiff steigen und fort reisen. Ja.
Aber er wollte Claire und ihrer wundervollen Tochter wirklich nicht länger als nötig zur Last fallen. "Ich...Danke", brachte er heraus und hob vorsichtig den Blick. "Aber ich....ich werd morgen schauen, ob wir nicht...ob wir nicht irgendetwas finden." Irgendein Obdachlosenheim oder ähnliches würde es doch gewiss geben...
...oder?

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Claire
Gelöschter Benutzer

Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

von Claire am 14.10.2020 20:10

Für Claire gab es nichts selbstverständlicheres als einen Menschen so zu akzeptieren wie er war. Mit allen Fehler, Tics und Traumen. Selbst ihren Vater hatte sie immer genommen wie er war, egal wie er zu ihr gewesen war. Egal wie viel Alkohol er getrunken hatte, egal wie laut er sie angeschrien hatte. Egal wie viel Angst sie vor seiner Gewalt hatte. Er war eben so und das hatte sie akzeptiert. Felix war dahingehend viel, viel einfacher anzunehmen als der, der er war. So viel einfacher. Aber sie wusste, dass nicht viele Menschen das so sahen, dass er mit Sicherheit sehr viel Leid erfahren hatte und das alles gar nicht so einfach glauben konnte. Aber das war okay. Gerne würde sie ihm diese Gewissheit immer und immer wieder geben - egal wie. Sie schenkte Menschen gerne so viel Glück wie sie konnte, half wo auch immer es möglich war. Zur helfen tat ihr gut. Es heilte ihre Wunden und auch die der anderen.
''Ich ... weiß. Ich weiß wie grausam die Welt sein kann und das sicher mit Abstand nicht so sehr wie du das tust. Und es ist nicht einfach jemandem einfach so zu vertrauen. Es geht vielen Menschen so. Aber ich tue das hier wirklich gern. Ich könnte gar nicht anders handeln als wie ich es jetzt tue. Das ist alles für mich kein Umstand, es macht mir nichts aus. Ihr stört mich nicht im geringsten.'', sprach sie erneut mit warmer, liebevoller Stimme und schenkte ihm dabei ein ehrliches Lächeln. Alles was sie wollte war, ihm zu helfen, ihn wenigstens ein wenig das Leben zu erleichtern. Etwas für ihn zu tun. ''Du kannst dich hier wirklich wohlfühlen. Du kannst essen, trinken, hier schlafen, duschen. Es ist vollkommen in Ordnung.'' Das war es wirklich. Zu hundert Prozent.
''Ein Brot? Von Broten hast du doch sicher genug, oder nicht?'', entgegnete Claire während sie eine Packung Nudeln in den Händen hielt und diese schüttelte. ''Ich liebe Nudeln. Vollkornnudeln. Ich kann dazu eine Tomatensoße machen. Aus frischen Tomaten. Gesund und lecker, wenn du möchtest.'' Sie wusste immerhin nicht ob er zu den wenigen, seltsamen Menschen gehörte die keine Nudeln wollten. ''Und lange wird es auch nicht dauern. So würde sich das kochen ja ohnehin lohnen.'' Wahrscheinlich redete sie ihm das Essen doch ein wenig ein, aber mit einer fast schon mütterlichen Fürsorge. ''Oh und ... du musst auch nicht Morgen sofort wieder gehen. Natürlich kannst du das, wenn du das möchtest. Aber du musst nicht. Es ist kalt. Es wird Winter. Vielleicht solltest du das Angebot annehmen. Wir finden sicher etwas für euch.''

Antworten Zuletzt bearbeitet am 14.10.2020 20:11.

Felix
Gelöschter Benutzer

Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

von Felix am 11.10.2020 20:02

Diese warme Freundlichkeit, die ihm wie eine einzige riesige Wand entgegenschlug, war ungewohnt, raubte ihm schier den Atem, drohte ihn zu erschlagen. Er war es nicht gewohnt, nicht im Mindesten gewohnt. Sie wusste, was er war, sie wusste, dass er mit seinem Geschlecht nicht zufrieden war, dass er sich anders fühlte als er war, und dennoch half sie ihm. Nein, es war viel mehr als nur helfen... sie hatte ihn bei sich aufgenommen, sie akzeptierte ihn!
Seit seiner Kindheit... seit seiner Schwester Dawn und seit Harper, war ihm das nicht mehr passiert. Er wusste...er wusste schlichtweg nicht damit umzugehen. Mit dieser Freundlichkeit und Wärme und Selbstverständlichkeit, mit der sie ihm half. Und von der eine leise böse Stimme in ihm flüsterte - die Stimme, welche zu den Aetherianern gehörte und die, wenn er ehrlich war, gar nicht mal so leise war - dass er sie nicht verdient hatte, da er ein Dämon war. Ein verdammter Dämon, der sie bloß mit seiner Anwesenheit hier in Gefahr brachte.
Felix verscheuchte mühsam diese Gedanken und lächelte Claire an. Ihre Hand auf seinem Arm war zart, eine fast schon liebevolle Geste und das nächste 'Danke' lag ihm bereits auf der Zunge, als ihm das Paradoxon daran auffiel. Mühsam schluckte er es hinunter, lächelte und nickte. "Es ist...nur schwierig, es anzunehmen", erklärte er ehrlich, da er ihre so lieben Worte auch nicht einfach ohne ein Danke stehen lassen konnte. Es würde sich falsch anfühlen. "Ich bin es...ich bin es nicht gewohnt, dass man mir hilft." Er lächelte schwach in dem Wissen, wie traurig es sich anhörte und blickte hinab auf Max in dem Bettchen, das Claire geholt hatte, während diese in ein anderes Zimmer verschwand. Sein ganzer Stolz. Für den er alles getan hatte und auch in Zukunft alles tun würde. Nur seinetwegen war er von dort weggerannt, hatte die Strapazen in Kauf genommen, hatte alles aufgegeben, was er gekannt und was er - trotz der Exorzismen und Folter und Vergewaltigungen - jahrelang als sein Zuhause bezeichnet hatte, wo nach wie vor sein Glauben hing. Ohne Max wäre er noch immer da, aber...nein. es hatte kein Sinn darüber nachzudenken. Er war jetzt hier, hier mit Max und das war gut so. Niemals im Leben hätte er Max dort aufwachsen lassen können.
Niemals.
Claire tauchte wieder auf, dieses Mal mit Kleidungsstücken. Und als sie dann auch noch das Wort 'geschlechtsneutral' in den Mund nahm, machte sein Herz einen gewaltigen Satz. "Danke", sagte er mit all der Dankbarkeit, die er empfand. Er wollte ihr so gerne danken, richtig danken, wollte ihr zeigen was ihr empfang, wollte ihr die Last, die er ihr hier gerade aufbürdete, irgendwie abnehmen...doch er hatte nicht die geringste Ahnung, wie er das anstellen sollte, wie er das tun sollte... "Wenn ich...wenn ich irgendwie helfen kann - egal wie - dann lass es mich bitte wissen", bat er. Er fühlte sich fast schon schlecht, und die kleine böse stimme in ihm feuerte dieses Gefühl neben all den restlichen Zweifeln nur weiter an.
Doch er musste sie ignorieren, dürfte sie nicht zulassen.
Er folgte ihr in die Küche und kurzerhand zog er eine Schublade auf, hatte Glück, da er Besteck fand und holte dieses heraus, um es auf den Tisch neben die Teller zu legen. So kam er sich wenigstens nicht ganz so nutzlos vor.
"Ich...wie gesagt, ein Brot reicht schon. Wirklich." Er lächelte schwach, fast schon beschämt. Er wollte irh wirklich nicht mehr als nötig zur Last fallen und sich morgen wieder auf den Weg...tja, auf den Weg wer weiß wohin machen. Für heute war er einfach nur erleichtert, dass sein Sohn und er einen warmen, gemütlichen Platz gefunden hatten, für eine Nacht ein Dach über den Kopf hatten, was in den letzten Wochen alles andere als selbstverständlich für sie geworden war...

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.10.2020 20:04.

Claire
Gelöschter Benutzer

Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

von Claire am 11.10.2020 17:50

Sie konnte sich schon denken, dass es ihm unangenehm sein würde wirklich zu sagen, was sein Magen gerade wirklich wollte. Für sie war es einfach das schönste überhaupt einem anderen Menschen zu helfen, weshalb ihr selbst eine Stunde kochen nichts ausmachen würde (wobei es für ihn sicher besser wäre, wenn er nicht noch so lange warten musste). Sie entschied sich schließlich von sich aus für diese Hilfe, man hatte sie nicht überredet. Sie wollte das! Sie wollte helfen. Und das tat sie nun auch. Mehr als gerne. ''Alles gut! Alles bestens! Ich hab's!'', nickte sie stolz wie ein König und stemmte selbstbewusst (was sie nicht unbedingt war) ihre Hände in die Hüften. Ja, helfen tat ihr gut. Helfen war genau das, was sie gerne tat. ''Du brauchst dich wirklich nicht so oft bedanken. Ich möchte euch helfen und die Tatsache, dass ich es irgendwie auch kann, reicht vollkommen aus.'' Mit einem warmen Lächeln legte sie kurz eine Hand auf seinen Oberarm.
Ihr nächster Weg führte sie in ihr Schlafzimmer, wo sie für die beiden noch etwas zum zudecken und Kissen schnappte und alles ins Wohnzimmer brachte. Dabei lief ihr Yelva über den Weg und half ihr dabei die Sachen auf die Couch und zu dem kleinen Max zu legen. ''So dürfte es sich gut schlafen. Ich habe vielleicht auch noch ein paar Sachen hier, die dir passen könnten. Gemütliche, Gechlechtsneutral. Dann kannst du mir das was du hast für in die Wäsche geben.'' Während Claire sprach war sie schon in der Küche angekommen und nahm erst einmal etwas zu trinken aus dem Schrank, genau so wie Gläser. ''Hast du dir überlegt, was du essen möchtest?'' Eine kleine Glückswelle überkam sie und damit auch die etwas hippelige Art von Claire, die sie gerne zu verstecken veruschte. Fast schon zitternd nahm sie die Teller aus dem Hängeschrank und stellte alles ordentlich auf den Esstisch.

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Felix
Gelöschter Benutzer

Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

von Felix am 06.10.2020 22:57

"Vielen vielen Dank", sagte Felix nochmals, als Claire nicht nur betonte, jetzt eben schnell das Bettchen zu holen, sondern auch danach noch Essen zuzubereiten. Felix hatte...ganz ehrlich keine Ahnung, was er essen wollte. Es aß nun schon so lange einfach nur das, was er fand, dass er es nicht mehr gewohnt war, eine wirkliche Auswahl zu haben. Natürlich wäre etwas warmes, eine richtige Mahlzeit wunderbar...doch er bereitete Claire wirklichs chon mehr als genug Umstände und erw ollte es nicht auf die Spitze treiben. Nein. Ein Brot oder so etwas würde schon genügen. Und morgen früh würde mit Max auch schon weiterziehen. VIelliecht würde er gegen Arbeit eine Mitfahrgelegenheit auf irgendeinem Boot finden. Oder ein Obdachlosenheim oder etwas, wo er vorübergehend mit Max unterkommen konnte. Irgendetwas, bis er sich wieder etwas aufbauen konnte - und er betete inständig, dass die Aetheriander ihn nicht finden würden..
"Großartig! Warte ich helfe!" Im Handumdrehen wollte Felix zu ihr gehen, doch da hatte die junge Frau es bereits aufgestellt. "Vielen Dank", sagte er nochmal, gab seinem jungen einen liebevolle Kuss auf die Stirn, ehe er ihn vorsichtig in das Bettchen legte. Bei dem Anblick umfing ihn ein wunderbar warmes, freudiges kribbelndes Gefühl. So sollte ein Kind aussehen. So sollte es sein.
Wenigstens eine normale Nacht konnte er seinem Sohn so ermöglichen.
Die Augen von Max schlossen sich rasch müde, ein breites Gähnen öffnete seinen kleinen Mund und brachte Felix zum Lächeln. Er selbst wollte auch nur zu gerne die Augen schließen, die Belastung seiner Beine und Füße beenden, doch nun war der Hunger da. "Ein...ein Brötchen würde mir schon reichen oder...irgendwas. Irgendwas, was da ist. Ich möchte wirklich nicht noch mehr Umstände als ohnehin schon machen oder etwas wegessen oder sonst was."
Er meinte seine Worte ehrlich. Er war unendlich dankbar für die Hilfe, doch er wollte auch nicht mehr als nötiig zur Last fallen. Wie gesagt. Am nächsten Tag würde er schon wieder gern. Er würde schon irgendwas für sie zwei finden.
Irgendwie.

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Claire
Gelöschter Benutzer

Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

von Claire am 06.10.2020 19:33

Praktisch schon immer hatte Claire ein unglaubliches Einfühlungsvermögen, sodass sie manchmal glaubte, die Gefühle anderer tatsächlich wahrnehmen zu können. Sie konnte diese Unsicherheit und die Angst förmlich in ihrem Nacken spüren, doch vernahm sie das nicht als etwas schlechtes. Nein. Sie nutzte es um die Gefühle zu beruhigen, um die Angst zu nehmen, um etwas gutes zu tun. Sie wollte Felix die Angst nehmen. Denn vor Claire brauchte man diese nicht zu haben. So nickte sie nur zu den erstaunten Worte der Dankbarkeit und lächelte beruhigend. 
Natürlich kam auch ihr die Frage, wie sich Felix wohl fühlte. Als Mutter, wenn er doch scheinbar ein Mann war. Innerlich. Schwierig. Gott, es musste so schwierig sein. Aber das würde sie nicht fragen, sie würde es schon merken und vor allem - konnte sie es sich ein wenig vorstellen. Den Schmerz, die Zerrissenheit. Grauenvoll. Wie konnte man einen Menschen wie ihn nur ansatzweise verstoßen. Sie litten alle schon genug mit ihrem Körper. ''Dann hat sich Max ein gemütliches Bettchen verdient.'', nickte sie mit einem sanften Lächeln. ''Ich ... werde schnell alles holen und dann können wir gerne etwas essen. Überleg doch schon einmal was du dir wünschst.'' Claire schlüpfte in ihre Hausschuhe, um nicht mit Socken hinunter in den Keller rennen musste. ''Du musst nichts wieder gut machen. Ich helfe gerne.'' Und mit diesen Worten war sie schon wieder aus der Tür verschwunden.
Im Keller dauerte es nicht lang, bis sie das Bett in Schutzfolie eingepackt fand und es schnell nach oben trug. Es war nicht schwer, nur unhandlich, weshalb sie auf dem Weg ein oder zwei Dinge mit sich riss und dabei auf ukrainisch fluchte. ''Durne lizhko!*'', murmelte sie als sie die Wohnungstür wieder hereinkam und das Bett hinter sich herschob. ''Ich hab's gefunden!'' Das Bett stellte sie an einer Wand im Wohnzimmer ab und grinste stolz zu den beiden Gästen. 

*dummes Bett

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Felix
Gelöschter Benutzer

Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

von Felix am 25.09.2020 17:46

Die Anspannung und der Ballen der Angst in ihm schienen stetig zu wachsen. Verdammt, er hatte seine Klappe halten sollen, einfach seinen Mund halten. Sich Daina nennen sollen. Er sah es bereits kommen, wie sie stehen blieb, wie sie verächtlich den Kopf schüttelte,wie sie ihm erklärte, so einen Dreck wie ihn würde sie ganz sicher nicht helfen,g eschweige denn in ihr Haus lassen.
Es war...okay. Es war okay. Er kannte solche Reaktionen. Und er wappnete sich innerlich dafür. War schon bereit, zu nicken, Max fester zu halten und umzukehren, zurück zur Bank zu gehen und diese als Bett zu verwenden.
Doch dann...dann überraschte Claire ihn.
Sie...sie nahm es an. Und nicht nur das. Sie würde ihn tatsächlich Felix nennen. Ungläubig starrte er auf, starrte in ihr Gesicht. Er konnte es nicht glauben. Das...das... "Danke", brachte er mit leicht kratziger Stimme heraus, aus der seine Fassungslosigkeit wohl mehr als nur deutlich heraussprach. Er räusperte sich leicht, lächelte unsicher und war fast dankbar, dass die Frage der kleinen Yelva seine Scham unterbrach. Er lächelte sie an. "Ja", bestätigte er mit einem freundlichen Lächeln zu dem kleinen süßen Mädchen, aber redete nicht weiter. Er wusste nicht, ob ihre Mutter die Erklärung nicht vielleicht übernehmen wollte und er würde sich ganz sicher nicht in die Erziehung von anderen einmischen.
Er dachte an die Sekte, an die Aetherianer...wo sie ihm Max weggenommen, einen Exorzismus an ihm durchgeführt und dann im Heiligtum eingesperrt und großgezogen hätten. Fernab von ihm.
Nein. Nein, er würde sich nicht einmischen. Und Felix würde er immer bei sich behalten.
Schon kurz darauf waren sie bei Claires und Yelvas Haus angekommen. Obgleich es nur ein kurzer Weg gewesen war, fühlte sich Felix vollkommen erschöpft. Seine Beine konnten ihn nicht mehr tragen,a lle seine Muskeln taten weh durch Max' Gewicht (ganz zu schweigen von der Geige) und er wollte seine müden kaputten Glieder einfach nur noch ausruhen.
Aber noch war nicht die Zeit dafür. Max hatte Hunger und so war das erste, was er tat, als sie die kleine aber hübsche Wohnung ebtreten hatten, Max zu stillen.
Er hasste es, aber sein Sohn brauchte es. Also gab es da keinen weiteren Diskussionsbedarf.
Nachdem Max fertig getrunken hatte, legte er ihn sich auf die Brust und klopfte ihm leicht immer wieder auf den Rücken, damit er ein äuerchen machen konnte. Er spürte diesen weichen Kinderkörper an seinen. Alles würde er für ihn tun. Einfach alles.
Kurz darauf hörte er, wie Claire wieder ins Zimmer trat und drehte sich mit einem Lächeln zu ihr um. Selten war einer solchen Freundlichkeit begegnet. Er... er wusste ganz ehrlich kaum damit umzugehen. Aber dankbarer hätte er nicht sein können.
"Ich...danke. Vielen Dank", stimmte er dann zu. Sein Sohn hatte seit ihrer Flucht in keinemr ichtigen Bett geschlafen. Immer nur in seinen Armen. In Kälte, nur gewärmt von seiner Jacke oder seinen Armen. Sein Junge war stark, so stark. Hatte schon so viel durchgestanden. Mit einem liebevollen Lächeln gab er seinem Sohn einen Kuss auf den Kopf und hielt ihn.
Bisher hatte Felix kaum drauf geachtet, alle seine Muskeln waren einfach nur erschöpft, doch als Claire 'Essen' sagte, begann sein Magen sofort zu knurren. Gott, wann hatte er das letzte Mal eigentlich was richtiges gegessen?? Also... nichts aus dem Müll geklautes oder sonst was?
War sein Gedächtnis wirklich so schlecht?
"Sehr gerne. Ich...wie kann ich das jemals wieder gutmachen?" Er wollte sich so gerne für all die Freundlichkeit und Hilfe bedanken, die ihm hier zuteil wurde, doch er wusste beim Besten willen nicht wie...

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Claire
Gelöschter Benutzer

Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

von Claire am 25.09.2020 12:47

Unwissend in welche Gedankengänge sie die Person gerade gedrängt hat, wartete sie gespannt auf den Namen. Zunächst schien sie zu zögern, was bei Claire eher den Eindruck erweckte, dass ihr noch nicht genug Vertrauen für den Namen entgegengebracht wurde. Doch das konnte sie verstehen, ja, und wie sie das konnte. Doch dann ... sprach sie Worte aus, die ihr sofort ein wenig Klarheit verschafften. Felix? Ein Name für das männliche Geschlecht. So wandte sie ihren Blick von der Natur, von Yelva und all dem ab und blickt nur zu Felix. ''Dann werde ich dich Felix nennen.'', nickte die junge Frau mit einem ehrlich liebevollen Lächeln. Sie war absichtlich zu dem du gewechselt. Für sie lag in dieser Tatsache absolut kein Problem. Sie war also ein er und das war okay. ''Felix?'', fragte ihre Tochter kurz nach Claires Worten neugierig. Für sie war es ein wenig schwieriger zu begreifen, doch glaubte Claire keine Sekunde daran, dass sie ein Problem damit haben würde, sobald sie verstanden hatte, was die Worte von ihm zu bedeuten hatten. Spätestens nachher - wenn alle bei Claire angekommen waren und es sich gemütlich gemacht hatten - würde sie Yelva einmal zu sich holen und ihr die Sache ein wenig erklären. So wusste sie schließlich nicht, ob Felix schon bereit dazu war, das alles von sich aus zu erzählen und unangenehm sollte ihm das Thema nun wirklich nicht sein.
Froh darüber, dass Felix so ehrlich zu ihr war und ihr auch einen kleinen Vertrauensvorschuss schenkte nickte sie letztendlich auf die Frage. ''Nur zu, nur zu!'' Claire hatte schließlich selbst eine Tochter, wusste was gemeint war und sofort kam ihr der Gedanke, dass es sicher ein merkwürdiges Gefühl für ihn sein musste, sein Kind wie eine Frau (was der Körper schließlich war) zu sättigen. Zu stillen. Daher ließ sie die beiden für diesen Moment allein, half Yelva dabei sich fertig für das Bett zu machen und schickte sie daraufhin schon ins Badezimmer um ihre Zähne zu putzen. Ein kurzer Blick reichte aus um ihr zu zeigen, dass der kleine Mann fertig war und so trat sie wieder in den Raum. ''Ich würde schnell das kleine Reisebett aus dem Kellerraum holen. Yelva möchte nichts mehr essen, deshalb ist sie schon im Bad. Aber wir können gerne gleich noch etwas essen, wenn du hunger haben solltest?''

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Felix
Gelöschter Benutzer

Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

von Felix am 23.09.2020 17:42

Felix nickte. Er war erleichtert, dass der Weg nicht mehr weit sei. Sehr erleichtert. Er hatte nicht das Gefühl, dass seine zittrigen erschöpften Beine ihn noch lange tragen würden. Mal ganz davon abgesehen, dass Max offenbar gestillt werden wollte - und gleichzeitig wollte er natürlich die junge Mutter und ihre Tochter, die so unfassbar freundlich zu ihm waren, nicht aufhalten.
Nachdem er also seine Geige aufgezogen und Max sicher in seinen Armen hatte, ging es los. Diese unglaublich hifsbereite jugne Frau stellte sich als Claire vor, ihre kleine Tochter als Yelva. Zwei wunderschöne Namen. Felix lächelte. "Es freut mich sehr euch kennenzulernen", sagte er ehrlich. "Ich bin..." Er stockte. Gebürtig hieß er Daina. Und sah natürlich auch nach einer Daina aus. Weiblich nunmal. Aber auf der langen Reise hierher hatte er sich überlegt, dass er - sobald er eine Unterkunft gefunden hatte, irgendeinen Ort, wo er und Max leben konte - seinen Namen ändern wollte. Er wollte gerne Felix halten. Felix. Glück. Denn Himmel, das konnten er und sein Junge gebrauchen.
Und doch rumorte es in seinem Magen unangenehm. Er hatte keine guten Erfahrungen gemacht bezüglich seines Geschlechts. Er konnte sich noch gut an das katholische Waisenhaus damals erinnern. Wie man ihn behandelt hatte.
Wie hoch standen die Chancen, dass ihm das jetzt wieder blühen würde? Er holte tief Luft. Und zögerte erneut. Er wollte Felix heißen, oder nicht? Er wollte sich ändern. Er wollte Felix heißen, aber hieß Daina. Er dachte an die Engel. An die Aetherianer. Die Wahrheit war wichtig. Wahrheit war eines des heiligsten Guts der Engel. Nochmal holte er Luft, und diesmal sprach er es aus, obgleich sich einen Ballen der Angst schwer in seinem Magen befand. "Ich wurde als Daina geboren, aber...es wär mir lieber, wenn man mich Felix nennt." Er lächelte die Frau schüchtern, fast schon ertappt und beschämt an und wandte seinen Blick dann gen Boden. Sein ganzes Leben praktisch kannte er es nur, dass die Leute nicht mit ihm, wie er sich in Wahrheit fühlte - als Mann - nicht klarkamen. Immer hatte man es ihm austreiben wollen. Immer. Die einzige, die ihn je in seinem Leben verstanden hatte, wirklich verstanden, war seine Zwillingsschwester Dawn. Wie es ihr wohl erging? Oh Engel, er hatte seit Ewigkeiten nicht an sie gedacht!
Wie auch immer. Trotz seiner durchweg schlechten Erfahrungen, trotz der Tatsache, vermutlich von einem Dämon besessen zu sein, wollte er... er selbst sein. Wollte er sich nicht verstecken,s ondern die Wahrheit sagen und das hatet er getan.
Schweigend gingen sie dahin.
Claire hatte recht, der Weg war wirklich nicht weit gewesen. Dennoch quengelte Max mittlerweile deutlich, als sie die Haustür erreichten. Seine durchgelatschten, kaputten und dreckigen Schuhe zog er nur zu gerne im Flur aus und betrat das innere der kleinen Wohnung. Hier traf definitiv der Spruch 'klein aber fein' den Nagel auf den Kopf. "Stört es Sie, wenn ich kurz...?" Er deutete auf den quengelnden Max und dann auf seine Brust und als man ihm das Einverständnis gegeben hatte, ließ er sich vorsichtig (nachdem er den Geigenkoffer abgestellt hatte) auf dem Sofa nieder, mit dem Rücken zum Raum, entblößte seine Brust und gab sie seinem Sohn,w elcher sogleich begann begierig zu trinken.
Felix hasste das Gefühl. Es fühlte sich einfach nur falsch an. Doch sein Sohn brauchte die Muttermilch und für seinen Sohn würde er einfach alles tun...

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Claire
Gelöschter Benutzer

Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

von Claire am 23.09.2020 16:35

Claire erkannte das Erstaunen in den Augen, die sie anblickten. Scheinbar waren ihre Worte das letzte, womit sie gerechnet hatte. Eine traurige Tatsache, so wusste sie wie schmerzhaft es war sich von allen abgestoßen zu fühlen. Unerwünscht. Überflüssig. Es nicht wert, beachtet zu werden. Fast schon rechnete sie mit Widerworten, hoffte dennoch nicht darauf. Es war spät, dunkel, kühl. Sie wollten sicher alle unter eine warme Decke schlüpfen. Doch es kam alles anders. Keine Widerworte, keine Ausreden, keine Sorgen, nichts. Sie nahm das Angebot an, zum Glück! Gott sei Dank! Was hätte sie nur getan, wenn es anders gekommen wäre? Wahrscheinlich wäre sie ihr Lebtag nicht mehr froh geworden. ''Sehr gerne.'', strahlte die junge Frau fast schon zu sehr über die Worte und nickte leicht. Yelvas Hand hatte die ihre Gesucht und so drückte Claire diese sanft. Sie wusste, dass ihre Tochter nach Hause wollte. So wie alle. ''Nein, nein. Es ist wirklich nicht weit. Vielleicht noch fünf Minuten.'', beruhigte sie die Sorgen und deutete in die Richtung, in welche sie gehen mussten. Man konnte das Haus in dem sie wohnten theoretisch schon sehen, nur eben von der falschen Seite. ''Ich bin Claire und das ist Yelva, meine Tochter.'', stellte sie die beiden noch kurz vor, ehe sie sich abwandte und loslief.
Mit ihrer Tochter an der Hand und den zwei fremden an ihrer Seite lief sie den Weg zu dem Haus. Es war wirklich nicht weit, sie musste nur in zwei Straßen hinein und um ein Haus herum, schon waren sie da. Zwar mitten an einer Hauptstraße, dennoch war es in der Wohnung relaltiv ruhig. Vielleicht war es ein klein wenig naiv einfach jemanden mit sich nach Hause zu nehmen. Doch ihr Herz ließ nichts anderes zu, sie hätte sich alles andere niemals verzeihen können und musste einfach diesen Schritt wagen. Helfen. Was wäre sie sonst auch für ein Vorbild für Yelva? Ihre Tochter sollte einmal ein guter Mensch werden. Das war Claire wichtig. ''Nur ein paar Stufen hoch.'', sprach sie nach einer Weile des Schweigens als sie die Tür zum Haus aufsperrte. Sie führte die beiden Gäste den Hausflur zu den Treppen und hinauf zu ihrer Wohnung. Dort sperrte die die Tür ebenfalls auf und es offenbarte sich eine kleine, aber feine Wohnung. Sie standen direkt in einem kleinen Flur. ''Einfach reinkommen. Die Schuhe können dahin.'', sie deutete in eine Ecke in der noch einige andere Schuhe von ihr und Yelva lagen und schloss die Tür hinter allen.

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