Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

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Felix
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Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

from Felix on 03/15/2021 07:18 PM

"Danke", lächelte Felix zum x-ten mal an diesem Abend. Aber jedes einzelne davon hatte er auch wirklich so gemeint. Seine Mundwinkel zuckten für ein kurzes, schwaches und vor allen Dingen müdes Lächeln kurz hoch, dann brachte er mühsam seinen ganzen körper in die Senkrechte. Bei den Engeln, er war so müde...
Mühsam ging er einen Schritt nach dem anderen, wobei er gefühlt bei jedem einzelnen schon einfach einknicken und einschlafen könnte. Aber er erreichte erfolgreich das Sofa und ließ sich mit einem tiefen Seufzen, was fast schon an ein Stöhnen grenzte, auf dem Sofa nieder. So müde...
Es war ungewohnt, den Geigenkoffer nicht zwischen den Beinen und vor allem Max nicht im Arm zu halten. Doch ein kurzer Blick aus seinen erschöpften Augen, die sich nur um wenige Millimeter öffneten, zeigten ihm, das Max sicher und schlummernd in dem kleinen Kinderbettchen lag. Wie unglaublich ungewohnt...
Doch viel weiter kam er mit den Gedanken nicht. Schon waren seine Augen zugefallen und er selbst in einen tiefen, tiefen Schlaf geglitten.

Felix wusste nicht, wie lange er schlief. Doch der Schlaf war tief und fest und nur ein Zeichen dafür, wie unbeschreiblich dringend ein körper diese sichere Rast gebraucht hatte. Sein Körper hätte locker bis zum Nachmittag weiterschlafen können - immer weiter - doch am frühen Nachmittag gegen neun Uhr, wurde er von Max' Schreien geweckt.
Felix gähnte breit, streckte sich und setzte sich mühsam auf, sich dabei den Schlaf aus den Augen reibend. Einen Moment lang hatte er vergessen wo er war. Im allerersten Moment wunderte er sich, warum ihm warm war, im zweiten Moment, warum Max bei ihm war - wenn er doch in seinem Zimmer bei den Aetherianern war. Doch dann sah er die Wohnung um sich her und Claire fiel ihm wieder ein.
"Verdammt", murmelte er leise, stand schon auf seinen Füßen, welche sofort mit einem dumpfen Schmerz protestierten und noch mehr Ruhe verlangten und trat hinüber zu dem kleinen Reisebettchen, in welchem sein Sohn lag und nach Milch schrie.
"Hey, schon gut mein kleiner", lächelte Felix beruhigend mit seiner weiblichen Stimme, nahm ihn auf den Arm und wiegte ihn leicht. "Du kriegst ja schon Milch." So ließ er sich erneut auf der Kante der Couch nieder, legte eine Brust frei und ließ seinen Sohn trinken - wobei er darum kämpfte, dass seine Augen nicht sofort wieder zufielen.
Als Claire den Raum betrat, sah Felix auf. "Guten Morgen", begrüßte er sie freundlich und mit seinem leichten Lächeln. "Ich hoffe, Max hat dich nicht geweckt.." So war es nun einmal mit kleinen Kindern. Dennoch war es ihm ein wenig unangenehm...

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Claire
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Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

from Claire on 02/18/2021 04:36 PM

Claire nickte nur schwach, es war kein einfaches Thema und das konnte sie so gut verstehen. So gut. Er hatte also eine Zwillingsschwester? War wohl mit ihr war? Wo sie wohl war? Sie ... würde besser nicht weiter nachfragen. Nicht jetzt, hier. Es war nicht er richtige Zetpunkt. Jetzt sollte er essen, trinken und sich dann hinlegen. Endlich etwas Ruhe finden, entspannen. Ja, das brauchte er nun. Er und sein Sohn. Aber sie würde es nicht vergessen. Nichts von dem, was er ihr gerade erzählt hatte. ''Sehr gerne, wirklich. Ich helfe euch beiden gerne.'', meinte sie daher mit einem schwachen Lächeln, ließ auch ihre letzte Gabel im Mund verschwinden. Er war erst einmal satt. Das war die Hauptsache.
''Natürlich, nur zu. Ich räume nur schnell alles in die Spüle und verschwinde dann in meinem Zimmer. Dann habt ihr beide eure Ruhe zum schlafen.'' Es machte Claire glücklich, wenn sie anderen Menschen helfen konnte. Sie wollte einfach etwas bewirken. Also stand sie auf, nahm die Teller und die Gläser an sich und stellte alles in das Waschbecken. Sie ließ nur ein wenig Wasser drüberlaufen, sodass sie am nächsten Morgen nicht zu viel schrubben musste. Aber der Abwasch war nun wirklich nicht so wichtig.
Kurzerhand ging sie noch einmal sicher, dass Felix sowohl ein Kissen, als auch eine Decke und etwas zu trinken (sollte er das über die Nacht brauchen) hatte und verschwand schon kurz im Badezimmer. Dort putzte sie ihre Zähne, ging noch einmal auf die Toilette und schlüpfte dann schon in ihr Schlafzimmer, wo sie sich umzog und ins Bett legte.
Sie hoffte, er würde etwas erholsamen Schlaf finden, genau so wie Max.
Eine Weile noch vertiefte sie ihre Gedanken mehr oder weniger in das Buch, welche sie gerade laß, doch da ihre Gedanken doch immer wieder zu Felix und Max wanderten, gab sie das auf und legte es zu Seite, löschte das kleine Licht und versuchte zu schlafen.

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Felix
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Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

from Felix on 01/23/2021 06:25 PM

Völlig erschöpft saß Felix am Küchentisch. Er könnte hier jetzt, auf der Stelle, so wie er war, im Sitzen einschlafen. Alles war müde, alles tat weh, alles war müde. Nur der Hunger - sein knurrender Magen - hielt ihn davon ab. Ebenso, wie das Gespräch, welches Claire und er führten. Es tat ihm leid, dass sie in ihrer Vergangenheit, in ihrer Kindheit Angst vor ihrem Vater hatte haben müssen. Das tat ihm wirklich leid. Und im Gegenzug.. hatte er ihr auch etwas preisgegeben. Von seiner Mum.
Bei den Engeln, es kam ihm vor wie in einem anderen Leben. So weit entfernt. Es war so viel passiert seitdem. Doch im Grunde genommen... ja, im Grunde genommen hatte an diesem Tag alles seinen Anfang genommen...
"Mehr oder weniger...ja.", stimmte Felix Claires entsetzer Nachfrage müde zu und zuckte mit den Schultern. "Ich hab mich das natürlich schon immer gefragt, aber... ich hatte noch nie das Gefühl, dass sie da wirklich mit klarkam. Und an dem Tag... ich weiß wirklich nicht warum oder wie, schien sich ihre Enttäuschung oder was auch immer einfach... entladen zu haben." Und ohne seine Schwester... wer suste es... vielleicht wäre er dann jetzt tot.
Seine Schwester. Dawn.
Irgendwann musste er sie kontaktieren. Ihr mitteilen, dass es ihm gut gint. Sie hatten sich nun schon so lange nicht mehr gesehen. Seit ihrer Kindheit. Es mussten... ah, sein Kopf war nicht mehr fähig zu rechnen. Aber es musste verdammt lange Zeit her sein.
Bei Claires aufmunternden Worten stahl sich ein schwaches Lächeln auf seine Lippen. "Meine Schwester hat mir geholfen. Damals.", erzählte er. Vollkommen in Gedanken verloren. Wo sie wohl war? Was sie machte? Wie es ihr ging? Was sie in der langen Zeit alles erlebt hatte? Es war ihr nicht immer gut gegangen - das hatte er spüren können. Was war jetzt mit ihr? "Meine Zwillingsschwester..." Er würde definitiv versuchen sie zu finden. Sie zu erreichen.
Irgendwie.
Sobald er konnte.
Er blinzelte und zog sich mühsam zurück ins Hier und Jetzt. Blickte Claire an, der die Traurigkeit und Bestürzung ins Gesicht geschrieben stand. "Es ist.... okay.", sagte Felix. Versuchte Hoffnung und beruhigung in seine müde Stimme zu legen. "Ich habs ja überlebt und es ist lange her."
Es bedeutete ihm Nach wie vor viel, dass Claire ihn so nahm, wie er war. Vorurteilslos. Kompromisslos. Seit seiner Schwester hatte das nie jemand getan. Seine Schwester nicht. Und die Aetherianer natürlich erst recht nicht. Letztendlich... ja noch nichtmal er selbst... so wirklich...
Die Uhr piepste. Stach wie Pfeile in sienen Kopf. Er war zu müde um zu helfen, sonst wäre er sicher aufgestanden. So jedoch ließ er zu, dass Claire zu trinken, sowie die Nudeln und Soße holte. Es duftete köstlich.
"Vielen vielen Dank, Claire. Ehrlich." Er lächelte sie aus seinen glasigen Augen an und griff dann zu den Nudeln. tat sich welche auf den Teller, die Soße und aß.
es war ein wunderbares Gefühl und es schmeckte herrlich. Selig schluckte er und spürte, wie der Schmerz in seinem kleinen Magen allmählich nachließ. Die Müdigkeit auch noch in die letzten Ecken seines Körpers kroch.
Er schaffte es nicht, allzu viel zu essen - dennoch war er zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder richtig satt. Es war ein gutes Gefühl. "Danke fürs Essen", wiederholte Felix lächelnd. Er konnte das breite Gähnen nicht unterdrücken. Seine Augen fielen ihm bereits beim Reden zu. "Ich... leg mich jetzt mal hin, wenn ich darf." Er öffnete seine Augen wieder und blickte Claire erschöpft an.
Schlafen. Oh wie sehnte er sich danach. Schlafen.

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Claire
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Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

from Claire on 01/02/2021 07:20 PM

Mehr als das konnte sie wohl wirklich nicht tun. Sie konnte nicht mehr anbieten, mehr darauf hindeuten, er sollte ihr Angebot doch annehmen. Zwingen konnte sie ihn nicht (leider). Aber so war sie relativ zufrieden, er würde sich darüber Gedanken machen und das war gut. Das war sehr gut. Sie freute sich wirklich aus tiefstem Herzen darüber. Helfen war alles was sie wollte. ''Es würde mich wirklich freuen, wenn ich euch irgendwie helfen kann.'', meinte sie ein letztes Mal mit unglaublich liebevoller Stimme, ehe die beiden sich eine anderen, noch weniger schönen Thema widmeten. Angst. Angst vor den eigenen Eltern. Es war ... wohl eine Erfahrung, die beide gemeinsam hatten. ''Sie hat mit einer Waffe auf dich gezogen ... weil du dich mit zehn gefragt hast, ob du wirklich ein Mädchen sein willst?'' Das Entsetzen stand ihr förmlich ins Gesicht. Niemals, wirklich niemals, würde sie ihre Tochter für einen solchen Gedanken verurteilen. Nichts auf dieser Welt könnte sie je daran hindern ihr Kind zu lieben. Nichts könnte Yelva jemals tun oder sagen, um so etwas auszulösen. Davon war Claire einfach überzeugt. ''Das tut mir wirklich leid.'' Von seinen Eltern nicht so genommen werden, wie man war ... das war schmerzhaft. Egal ob beide oder nur eins. Es war egal. Es tat immer weh und es hinterließ Narben. Schlimme, tiefe Narben. ''Aber das Gute ist, dass diese Zeit vorbei ist. Genau so wie die Zeit, in der dir niemand geholfen hat. Oder es niemand konnte.'', lächelte sie sofort wieder. Dennoch konnte man die Traurigkeit über dieses Wissen deutlich sehen. Claire konnte ihre Gefühle nicht gut verstecken und sie hatte schon vor langer Zeit aufgegeben, es überhaupt zu versuchen. Einige Zeit lang schwiegen die beiden. Claires Gedanken kreisten um diese Vorstellung, eine Mutter wollte ihr eigenes Kind töten. Die Nudel tischte sie mit etwas zu trinken und der Soße auf und setzte sich wieder. Noch immer nachdenklich. ''Lass es dir schmecken.'' Es war genug da. Er konnte so viel oder wenig essen, wie es gut für ihn war. Sicher hatte gar nicht mehr so viel Platz in seinem Magen. Aber die Zeiten des Hungerns mussten einfach vorbei sein. Sie konnte ihn nicht gehen lassen ... allein, ohne Heim. Ohne Essen. Mit Kind. Nein, das ging nicht.

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Felix
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Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

from Felix on 12/29/2020 04:14 PM

Nachdenklich nickte Felix, ohne den Blick von seinem schlafenden Sohn zu nehmen. Ja, vielleicht sollte er das wirklich tun. Er wusste es nicht. Sein Kopf funktionierte nicht mehr, war einfach nicht mehr fähig zu denken. Aber... womöglih hatte sie recht. Er würde morgen nachdenken. Er wollte nur das Beste für Max, das stand außer Frage. Und er war jetzt angekommen. Angekommen am Osten der USA. Weiter konnte er nicht flüchten. Hier war vorbei. Er musste hier einen Ort finden zum Niederlassen, und bis er das getan hatte...
...ja vielleicht.
Er hatte Kopfschmerzen. Er konnte nicht mehr denken, jetzt nicht mehr. Er war einfach nur noch erschöpft. Nur noch essen und schlafen, das war alles, wonach sein Körper schrie. Ruhe.
"Ich werd drüber nachdenken. Danke.", lächelte Felix leicht und ehrlich. Vielleicht würde er es wirklich annehmen. Vielleicht. Für Max.
Immerhin das Essen hatten sie mittlerweile fertig. Er saß am Tisch, seine Füße schrien danach, nicht mehr belastet zu werden, genossen es, dass er nicht mehr auf ihnen stand. Blei hing an seinen Augenlidern. Wollten sie zuziehen. Seine Augen brannten so sehr... aber sein Magen schmerzte noch mehr. Erst etwas essen. Dann schlafen.
Felix nickte leicht auf Claires Nachfrage. Ja. Er konnte sich nochs ehr gut an die Angst erinnern, die er vor seiner Mutter gehabt hatte. Insbesondere in jenem Moment. Er wusste es noch so gut. Und er erinnerte sich auch an die Schuld. Zum Teil fühlte er sich sogar jetzt noch schuldig.
Er öffnete den Mund - und zögerte einen Moment. Dann gab er sich einen Ruck. Claire hatte ihm von ihrem Vater erzählt. Dann konnte er ihr auch von seiner Mutter erzählen. "Sie kam nicht sonderlich klar damit, dass ich mich als... Junge fühlte. Glaube ich. Sie war sehr hitzköpfig. Und einmal..." Er zuckte mit den Schultern, während sein Herz in seinem Brustkasten begann zu rasen. Selbst jetzt noch. Nach all der Zeit. Wie es Dawn wohl ging? Ob sie über den Mord hinweggekommen war? "...hat sie mit einer Waffe auf mich gezielt. Da war ich zehn."
Er beobachtete, wie Claire kurz aufstand um nach den Nudeln zu sehen und nickte. "Gut. Danke". Sein leerer schmerzend drückender Magen gab ein tiefes Geräuch vor sich, als wüsste er, dass er bald etwas zu essen bekam und als wollte er nicht mehr warten.

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Claire
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Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

from Claire on 12/26/2020 01:30 PM

Claire nickt. Sie verstand es. Auch sie würde alles für ihre kleine Tochter tun, alles um Yelva ein schönes Leben zu bieten. So gut ihr das eben möglich war und so erging es ihm eben auch. Eltern wollten das so gut wie immer. ''Vielleicht solltest du gerade für ihn meine Hilfe annehmen. Es ist nichts schlimmes daran, das zu tun und irgendwann kannst du auch nicht weiterkämpfen. Allein. Ich helfe gerne. Egal wie.'' Wahrscheinlich würde er nicht wieder so schnell jemanden wie Claire finden. Jemand, dem das nichts ausmachte, der keine Vorurteile hatte und versuchte, jeder Seele dieser gottlosen Welt zu helfen. Nicht jeder wollte oder konnte ihm ein wenig Hilfe anbieten. Es würde ihr schwer fallen, die beiden einfach ziehen zu lassen. ''Versteh mich nicht falsch, ich möchte dir nicht sagen, was du tun sollst. Ich kann es verstehen, wenn du lieber Morgen gehen möchtest. Ich meine es wirklich nur gut und ich brauche auch keine Gegenleistung. Allein dass ich helfen kann macht mich schon glücklich.'' Und das war nicht einmal eine Lüge.
Seine Müdigkeit könnte sicher selbst der Nachbar durchs Fenster erkennen, würde dieser schauen. Er sah einfach wirklich fertig mit allem aus. ''Danke.'' Sie selbst sah sich nicht als starke Frau an. Sie konnte sich nicht gut durchsetzen, ließ viel zu viel mit sich machen. Es war einfach Claire auszunutzen. Sie war nicht gut darin, Konflikte zu bewältigen und sie dachte viel zu oft an viel zu viele Dinge. Das alles wirkte gar nicht stark und das war auch das, was sie an sich sah. Eine kleine, schüchterne Frau. Aber das wollte sie ihm nicht auf die Nase binden. Er hatte genug Probleme, da musste sie nun nicht noch mit solchen Sachen um die Ecke kommen. ''Wirklich? Das tut mir leid zu hören.'' Angst vor ihrer Mutter hatte sie zum Glück nie. Doch war es wohl auch egal ob Vater oder Mutter. War beides einfach nicht okay. ''Darf ich fragen wieso? Du musst aber auch nicht darüber reden.'' Kurz sah Claire zu dem Wasser mit den Nudeln, stand auf, rührte einmal und setzte sich wieder. ''Ist gleich fertig.'' Er musste so hunger haben ... Gut, dass er sich gleich den Magen vollschlagen konnte!

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Felix
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Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

from Felix on 11/15/2020 10:42 AM

Felix lächelte leicht. Er wusste wirklich nicht, was er dazu sagen sollte. Die Umarmung war überraschend gekommen, unerwartet, aber sie...hatte sich gut angefühlt. Ebenso, wie ihre Worte gut getan hatten. Und jetzt noch das. Hauptsache dir geht es gut. Hauptsache du fühlst dich halbwegs gut. Er...wusste es nicht. Er wusste es wirklich nicht. Für den moment war er einfach nur erleichtert, für eine Nacht ein Dach über den Kopf zu haben, seinem Sohn wegenigstens eine warme Nacht schenken zu können- Und die Aussich auf Essen würde seinem Körper ebenfalls wirklich gut tun. Er hatte fast seine ganze Kraft erschöpft und musste unbedingt ein wenig Energie tanken, eh er schauen würde, wie es amnächsten Tag weitergehen könnte.
Claires Worte hallten in seinem Kopf ein wenig nach. Das Leben so zu leben, wie er es wollte. "Danke", sagte er (schon wieder, allerdings völlig unbewusst) und blickte zu seinem Sohn, der bereits völlig erschöpft wieder eingeschlafen war. Er konnte es ihm wirklich nicht verdenken. "Ich will nur...ich will nur ihm ein halbwegs normales Leben ermöglichen." Er schaute wieder zu Claire und lächelte unsicher. Das war wahrlich das einzige, was er zu einhundert Prozent wusste, wo er sichw irklich sicher war. Ja, er wollte seinem Sohn ein halbwegs normales Leben ermöglichen. Nur deshalb war er überhaupt aus der Sekte geflohen, nur deshalb hatte er diese ganze Flucht auf sich genommen, nur deshalb war er nun hier. Er hatte keine Ahnung, was ihm noch alles bevorstehen würde, er wusste nur: ein normales Leben gab es ind er Sekte nicht. Erst recht nicht für ein auserwähltes Kind von einem Dämon-Besessenen. Nein. Er es war richtig, dass er von dort geflohen war.
Womöglich sogar die einzige richtige Entscheidung.
Dankbar nahm er Claires Angebot fürs Essen an - und etwas widerwilliger auch das Angebot für die Nudeln, wobei er es sich selbstverständlich nicht nehmen ließ, zu helfen. Er mochte es nicht, andere für ihn arbeiten zu lassen. Zumal er Claire wirklich schon mehr als genug aufbürdete.
Es war schnell vorbereitet und jetzt mussten sie nur noch auf die Nudeln warten. Selbst beim einfachen am Tisch sitzen wollten Felix' brennende Augen am liebsten einfach nur zufallen. Er war so endlos müde, einfach nur so am Ende mit seinen Kräften...
Doch Claires Stimme riss ihn aus seinen dämmernden Gedanken und er blickte zu ihr, um ihr auch wirklich Aufmerksamkeit schenken zu können. Während sie erzählte bahnte sich ein mitleidvoller Ausdruck in sein Gesicht. Es hörte sich schrecklich an. Angst vor seinem eigenen Vater haben zu müssen. In seinem Magen rumorte es ungemütlich. Er dachte an seine Mum. An das, was damals - vir gefühlten hundert Jahren - geschehen war.
Verdammt, er konnte es wohl besser nachempfinden, als sie ahnte. Das war nicht schön.
"Du bist eine starke Frau", sagte er und lächelte sie leicht und ehrlich an. Er meinte es so. Stille hüllte sie wieder ein. Er haderte mit sich. Er wusste nicht, ob er etwas sagen sollte oder nicht. War sich unsicher. Er öffnete die Lippen, haderte nochmal einen Moment lang, ehe er dann sagte: "Als Kind hatte ich...hatte ich vor meiner Mum auch Angst." Er schenkte claire ein kurzes flüchtiges Lächeln. Es sollte nur andeuten, dass er es ansatzweise womöglich verstand.
Natürlich hatte er sich nicht immer vor seiner Mum gefürchtet. Erst, als sie ein wenig älter geworden waren. Ihnen die Anspannung und Paranoia und Hitzköpfigkeit ihrer Mum aufgefallen war.
Als sie eine Waffe auf ihn gerichtet hatte...
Er hörte wieder das Geräusch des Messers in Fleisch. Den Aufprall des Körpers auf dem Boden. Mit geschlossenen Augen schüttelte Felix den Kopf. Wollte die Erinnerungen loswerden. Gott, er hatte seit Jahren nicht daran gedacht. Seine Kehle war wie zugeschnürt.
Tief atmete er durch und öffnete die Augen mühsam wieder, die laut protestierten. Oh mann, er war gerade einfach nru noch am Ende..

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Claire
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Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

from Claire on 11/14/2020 01:47 AM

Sie spürte die Blockade, welche Felix erstarren ließ. Er stand wie ein Stein dort, doch nach und nach nahm er die Umarmung an, was sie wirklich freute. Es war ein schönes Gefühl eine Umarmung zu bekommen. Eine echte, keine gezwungene. Es war schön, einem anderen Menschen etwas Gutes zu tun, aus tiefstem Herzen. Einfach nur, um jemandem Trost, Hoffnung oder Freude zu schenken. Sie nahm ihn, wie er war. Genau so und nicht anders. Vielleicht war sie die erste Person, aber sicher nicht die Letzte. Das wusste sie einfach. ''Alles gut. Hauptsache dir geht es gut gut. Hauptsache du fühlst dich halbwegs gut.'' Noch immer hatte sie ein ehrliches Lächeln auf ihren Lippen. Es war ihr egal, wie sehr er nach der Straße roch, auf welcher er gelebt hatte. Es war ihr egal, wie er hieß, woher er kam, wie er aussah oder was seine Geschichte war. Jeder Mensch hatte irgendwo Liebe verdient, Zuneigung, Freundschaft, Vertrauen und Glück. ''Egal was auch immer passiert sein mochte. Jeder hat es verdient glücklich zu werden. Jeder hat es verdient er selbst zu sein, sein Leben so zu leben, wie er es wollte. Auch du und das wirst du auch. Irgendwann ... wird alles gut sein.'' Das glaubte sie wirklich. Es musste so sein. Wieso sonst waren die Menschen auf dieser Erde? Nur zum Leiden? Nein. Es gab immer auch schöne Zeiten, es musste so sein. Sonst wäre ein Leben nicht lebenswert, oder doch?
Während Felix die Tomaten schnitt, bereitete sie den Rest vor. Zum Glück handelte es sich um kein schweres Rezept, weshalb die beiden auch relativ schnell fertig waren und sich an den Tisch setzen konnten. Sie wusste, dass er etwas schlimmes erlebt hatte. Wahrscheinlich nicht nur eine Sache und es war schwer, sich zu öffnen. Daher wollte sie ihm etwas von sich erzählen, von ihrem Leben und dem, was sie geprägt hatte. ''Weißt du, ich hatte als Kind schreckliche Angst vor meinem Vater. Ich bin ihm so gut es mir möglich war aus dem Weg gegangen, habe nur gesprochen, wenn ich es musste. Ich hatte solche Angst, etwas falsches zu tun, dass ich täglich Bauchschmerzen hatte, wenn ich von der Schule nach Hause kam. Er hat meiner Mutter und mir sehr oft wehgetan, er war ständig wütend, überfordert. Aber nun bin ich hier, habe eine Tochter und habe es zum größten Teil geschafft, diese Angst hinter mir zu lassen.'' Natürlich war das nur ein kleiner Bruchteil, den sie schon halbwegs verarbeitet hatte, dennoch wollte sie ihm zeigen, dass sie ihm vertraute und dass sie ehrlich mit ihm umging. Er sollte sich nicht wie ein Außenseiter fühlen.

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Felix
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Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

from Felix on 10/27/2020 03:44 PM

Einen Augenblick lang stand Felix wie erstarrt da, während sein Kopf versuche zu realisieren, was hier gerade geschah. Die Fremde - Claire - die so voller Liebe ihn mit zu ihrem Zuhause genommen, ihn Felix nennen wollte und Max sogar ein Kinderbett geholt hatte, umarmte ihn. Sie umarmte ihn, obwohl er völlig fertig aussah und fürchterlich stank (schließlich war er seit unzähligen Wochen schon unterwegs und hatte maximal in einem Fluss vielleicht baden können) und doch tat sie es und nach einem Moment der völligen Perplexität nahm Felix es an, legte nun seinerseits die Arme um sie und hielt die Umarmung für ein oder zwei Sekunden lang. Es war ein...es war ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Ein Gefühl...ja, ein Gefühl der Akzeptanz.
Ein Gefühl, von dem er schon fast vergessen hatte, wie es sich anfühlte.
Und fast noch unglaublicher als die Umarmung selbst, waren ihre Worte dazu. Unwillkürlich musste er schwach lächeln und obgleich er sich der Paradoxität der ganzen Sache bewusst war, konnte er nicht anders, als es trotzdem zu sagen: "Danke." Eine Sekunde später stieß er ein kurzes schwaches Lachen aus. Er war wirklich schlecht darin, sich nicht zu entschuldigen, nicht wahr? Doch Claires Worte brachen ihm zu nachdenken. Wenn er ehrlich war...er wusste wirklich nicht, mit dem Leben etwas anzufangen. Er wusste ja noch nicht einmal, was Leben war, er konnte nocht nichmal entscheiden, was schlimm war und was nicht. Die meiste Zeit seines Lebens hatte er in einer Sekte gelebt und...ja, vieles war dort schlimm gewesen und dach hatte er sich dort Zuhause gefühlt, hatte es ihm...naja ein Leben gegeben. Er konnte die Tage auf der Flucht nicht als übermäßig schlimm oder nicht schlimm ansehen, weil... nun... es fehlte ihm einfach ein Vergleich. Er lebte schon so lange dort...seine Kindheit war in so weite Ferne gerückt... Und er war doch durchgekommen, oder nicht? Rückblickend. Durch jeden Tag. Das war doch...gut, oder?
Verwirrt schüttelte Felix leicht den Kopf und versuchte den Gedankenkreis los zu werden. Ob schlimm oder nicht schlimm vermochte er nicht zu beurteilen, aber er wusste, wie ein Leben - ein normales Leben - eigentlich auszusehen hatte (ungefähr zumindest wusste er es) und sein Ziel war es, das für seinen Sohn zu erreichen. Danach...danach konnte er sich um alles andere kümmern.
Kurz darauf hatte Claire auch schon entschieden, dass es Nudeln zu essen geben sollte und obgleich Felix müde und erschöpft war, seine Füße bei jedem einzelnen Schritt schrien und seine Muskeln protestieren, wollte er wirklich nicht auch noch hierbei Claire alles alleine machen lassen. Sie tat so schon weit mehr als genug.
Er fand ein Brettchen, die Tomaten im Kühlschrank und ein scharfes Messer und stellte sich neben Claire in die Küche an der Theke, wo er begann die Tomaten zu schneiden. Bei den Aetherianern hatte er manchmal - an den guten Tagen - auch in der Küche geholfen. Wie auch viele andere Jungen und Mädchen (diese allerdings viel öfter als er, schließlich war er "vom Dämon besessen" und hatte somit stets eine Sonderbehandlung erfahren). Er schnitt den Strunk heraus und die Tomaten in Stücke.
Unwillkürlich musste Felix leicht lächelnd, als Claire ihm ganz viel Käse anbot. "Klingt gut", sagte er jedoch nur darauf. Doch es klang wirklich gut. Er spürte, dass sein Körper nur noch nach Energie schrie. Er war auf der Flucht fürchterlich abgemagert von der täglichen Anstrengung und der täglichen viel zu geringen Energiezufuhr. Dabei war er noch nie wirklich dick gewesen.
Aber heute...heute würde er zumindest ein wenig Kraft wieder tanken können und morgen würde er schauen, wie es weitergehen könnte...
Während die Nudeln kochten setzten sich Claire und er gemeinsam an den Esstisch. Felix' Augen brannten vor Erschöpfung und Müdigkeit, seine Lider waren schwer, doch er rieb sich einfach über seine Augen und unterdrückte das Gähnen, dass sich hochdrücken wollte. Essen und schlafen. Das war alles, was er in diesem Augenblick noch wollte...

Reply Edited on 11/09/2020 06:55 PM.

Claire
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Re: Claire & Felix ~ Beginning Of a Patchwork-Family | Triggerwarnung

from Claire on 10/27/2020 01:40 PM

Es war ein unglaubliches Gefühl Felix und Max helfen zu können, ihnen ein Bett, etwas Essen und Wärme zu schenken. Ihr Herz könnte es niemals ertragen jemadem nicht zu helfen, wenn er in Not war. Das ging einfach nicht. Allein der Gedanke daran, dass er scheinbar so unglaublich selten auf jemand wirklich nettes getroffen war schmerzte. Seine Reaktion. Ihm fehlten die Worte. Es war so befremdlich für ihn, so unglaublich und dabei war das für Claire alles andere als ein Umstand. Mit einem liebevollen Lächeln trat sie daher an ihre neue Bekanntschaft heran und schlang vorsichtig ihre Arme um ihn. Es war ihr egal, in welchem Körper Felix steckte. Er wollte Felix sein, ein Mann und das war er daher auch. ''Du brauchst dich wirklich nicht zu bedanken. Ich mache das gerne, ich möchte dir helfen und zeigen, dass die Welt nur halb so schlimm ist, wie es dir an schlimmen Tagen erscheint.''
Sie hoffte wirklich, dass es ihm ein wenig Freude schenkte, dass sie nicht zu weit gegangen war und dass er sich nun nicht noch unwohler fühlte. Ihre unglaublich gutmütige Art erschien vielen Menschen fast schon merkwürdig und dessen war sie sich auch bewusst. Ändern würde sie sich dennoch nicht. Nicht mehr. ''Dann lass uns ein paar leckere Nudeln mit Soße machen und wenn du wirklich Morgen schon wieder aufbrechen möchtest, mache ich etwas mehr und du nimmst dir etwas mit. Für euch beide. Auch wenn es mir wirklich lieber wäre, ihr würdet einfach hier bleiben, bis ihr etwas habt.''
Mittlerweile hatte sie sich wieder von ihm gelöst und stand vor ihrem Herd. Dort stellte sie den Topf für die Nudeln auf und nickte schließlich zu seinem Angebot. ''Gerne. Ich meine, du musst mir nicht helfen. Aber du kannst es gerne tun.'' Ihr war icht ganz wohl bei dem Gedanken, dass Max und Felix schon so bald wieder abreisen wollten. Ein Obdachlosenheim war nichts für Kinder und konnte er auch wirklich Probleme bekommen, wenn er keinen festen Wohnsitz hatte. Vielleicht konnte sie ihn noch überzeugen, doch vorerst wollte sie einfach dafür sorgen, dass er gesättigt war. ''Ich kann dir übrigens auch ganz viel Käse anbieten! Für auf die Nudeln.'' 

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