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Sylvia

35, Weiblich

FSK 18 Mensch gut pansexuell panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

Beiträge: 362

Biloxi /Zwangscut/

von Sylvia am 01.09.2022 15:16




Playbeginn Ezra & Sylvia

Sylvia wischte sich mit einer Hand über die schweißnasse Stirn. Ihr Rücken schmerzte von der Arbeit, ihre Muskulatur die sich bedeutend weiterentwickelt hatte in den letzten Monaten tat ebenfalls weh vom Muskelkater. Ihr einer Nagel war am Abfallen, sie hatte verschiedene kleinere Schnitte, aber alles nichts Wildes, alles, was nicht der Rede wert war. Sie leckte sich über ihre rissen Lippen und betrachtete ihr Werk vor sich. Die Metall- und Holz- und Segelteile, welche eines Tages mal ein Boot ergeben sollten, mit welchem sie in der Lage wäre über den Nordatlantik zu segeln. Es war... nun. Wem wollte sie was vormachen? Es war Scheiße und sah aus wie ein verdammter Müllhaufen. "Fuck!", fluchte sie und trat leise gegen ein liegen gebliebenes Auto aus welchem sie sich auch schon einiger Teile bedient hatte. Sie schnappte sich das Buch How To Build a Boat schlug es zu und stopfte es sich in ihre Umhängetasche, welche sie mittlerweile niemals mehr ablegte. Ihr Magen rebellierte. Höchste Zeit sich etwas zu essen besorgen.
Eigentlich war das Buch für den Arsch. Als sie es gesehen hatte in einer geplünderten Bibliothek dachte sie, es sei genau das was sie suchte. Doch es hatte sich als ein Abenteuer-Roman herausgestellt. Zwar bauten in diesem Buch Vater und Tochter auch gemeinsam ein Boot von Hand... aber es war nicht zu vergleichen mit einer richtigen Anleitung oder Instruction, welche Sylvia viel mehr gebraucht hatte.
Schon öfters hatte sylvia überlegt ob sie nicht an der Küste entlangstreifen sollte auf der Suche nach einem richtigen Boot, doch... nun. Die meisten Boote die vor Anker gelegen hatten als die Supererotion losging, waren zerstört worden und gekentert. Und alle verbliebenen waren bereits seit Ewigkeiten auf und davon.
Sie schüttelte leicht den Kopf um sich auf den Weg in den Kiosk zu machen. In der Ferne konnte sie einige Zombies über die Straßen torkeln sehen, doch zu weit weg um sie zu bemerken. Gut. Sie hasste diese Viecher. Eigentlich grenzte es an ein Wunder dass sie selbst noch nicht mit diesem verfickten Virus infiziert worden war.
Als sie sich dem Kiosk näherte (welcher oft ihre Hauptnahrungsquelle war), konnte sie plötzlich einen Schatten ausmachen. Sofort zog sie die Waffe - eine .45er, welche sie der Leiche einer Frau die bei ihren beiden toten Kindern gelegen hatte abgenommen hatte und zielte durch die Scheibe. Ein Zombie? Da drin? Dabei versuchte sie doch immer die Tür zu verbarrikadieren?
Doch als die Gestalt sich etwas zur Seite drehte konnte sie erkennen, dass es kein Zombie war. Es war ein Überlebender! Die Waffe noch immer hoch erhoben näherte sich Sylvia der Tür und öffnete sie vorsichtig - der Lauf war auf seinen Kopf gerichtet. "Wer bist du?", verlangte sie zu wissen. Sie hatte zu viele Räuber und Mörder in diesen Zeiten kennengelernt, um noch blindlings vertrauen zu können - so wie sie es früher getan hatte. Das Leben in dieser Apokalypse war hart... aber hatte sie auch in einigen Dingern reifer werden lassen.
Ihre Schnitte auf den Armen juckten.

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~aus Sylvias Song "This Angel"

Antworten Zuletzt bearbeitet am 21.01.2024 19:17.

Sylvia

35, Weiblich

FSK 18 Mensch gut pansexuell panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

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Re: Death & Sylvia ~ You're Not Ready Yet {2007} | Triggerwarnung [FSK18]

von Sylvia am 27.08.2022 13:51

Es war Mai 2007. Und es war Wochenende. Zum Glück. Sylvia hätte nicht zur Schule gekonnt, selbst wenn sie gewollt hätte. Es war zu schwer. Es war alles zu schwer. Sie wollte und sie konnte es schlichtweg einfach nicht mehr. Die Menschen, die Leute, einfach... einfach alles. Sie wusste sie würde dieses Jahr wiederholen müssen in der Schule. Zumindest hatte sie es gedacht. Zu viele Fehlstunden. Oft genug konnte sie sich nicht dazu aufraffen, aufzustehen udn sich den Blicken der MItschüler und Lehrer auszusetzen. Und selbst wenn sie es mal schaffte die Schulbank zu drücken, dann... konnte sie sich auf nichts konzentrieren. Die Worte der Lehrer gingen in das eine Ohr hinein und aus dem anderen wieder heraus. Es spielte keine Rolle.
Sylvias Hand, in welcher sie ihre Schere hielt zitterte. Tränen verklebten mal wieder ihre Wangen. Der Schmerz in ihrer Brust, in ihrem Herzen, war endlos. Julias Gesicht flackerte vor ihr auf. Das Bild wie sie da aus großen starren Augen aus der Tiefkühltruhe zu ihr hinaufstarrte. Der Kopf seltsam zur Seite geneigt, sämtliche Knochen ihres Körpers gebrochen, einfach blindlings irgendwie hineingestopft, sodass der Körper nichts menschliches mehr an sich hatte - bis auf den Kopf, und bis auf dieses rote eingeritzte 'A' auf ihrer Brust. Sie schluchzte kurz auf und mit ordentlichem Druck ratschte die Klinge der Schere nicht nur über ihre Haut, sondern auch durch ihr Fleisch. Die Spannung der Haut wurde genommen als sie auseinanderrass und rotes Blut sofort zutage trat. Unaufhaltsam lief es wie ein kalter Freund über ihren Arm udn tropfte auf das weiße Lacken ihres Bettes, wo es sich sofort dunkel udn groß aufsaugte. Ihre Mutter würde es sehen.
Es war ihr egal.
Die 16-Jährige wusste nicht wie lange sie da saß und auf ihre Verletzung starrte. Ini hrer Faust hielt sie noch immer die Schere. Sie zitterte. Sie dachte an Julia. An ihre große Schwester. Immer pünktlich, immer verantwortungsbewusst. Wie oft hatte Julia auf sie aufgepast. Sie zur Schule begleitet als sie klein war oder sie beaufsichtigt wenn sie sich als sie klein war mit Freunden traf und ihre Eltern nicht konnten. Sie war gerade an einer Schauspiel-Schule angenommen worden. Es war ihr größter Traum gewesen und er war so nahd ran gewesen, sich zu erfüllen.
Sylvia stand auf. Die Schere glitt ihr aus ihren tauben Fingern und fiel zu Boden. Blutstopfen begleiteten sie, die über den Teppich spritzten, ausgehend von ihren herunterhängenden Fingern, von ihrer tiefen pochenden Wunde. Wie in Trance öffnete Sylvia die Schublade ihrer Kommode. Sie alle drie hatten Kästchen voneinander gehabt. Mit Erinnerungen, die sie mitnehmen konnten, wenns ie mal auf Klassenfahrt waren oder andere längere Reisen unternahmen und einander vermissten. Sylvia nahm Julias Box heraus, setzte sich wieder aufs Bett und öffnete sie. Sofort war da das Bild von ihnen unter dem Deckel. Einmal als Kinder, einmal ein noch aktuelles. Es war etwa ein halbes Jahr vor Julias Tod aufgenommen worden. Sie waren... glücklich. In der Box selbst fanden sich selbstgebastelte Armreife und Ketten, Theatertickets, wo sie gemeinsam gewesen waren - und Kinotickets von jenen Filmen, die Julia inspiriert hatten selbst dorthin zu wollen. Ein winziges Büchlein mit den Fotos von Julias Idolen in der Welt der Schauspieler. Angefangen mit Sean Connery. Gott, wie hatte sie für ihn geschwärmt. Langsam glitten Sylvias saubere Finger über all die kleinen Gegenständen, all die kleinen Erinnerungen. Wo immer Julia jetzt war... sie musste einsam sein, nicht wahr?
Die Entscheidung war in einem Sekundenbruchteil gefallen. Sylvias Herzschlag beschleunigte sich bei dem Gedanken - vor Aufregung. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten empfand sie etwas. Etwas anderes als Schmerz und Schuld. Es war... Hoffnung. Dieses Leben hier... es hielt nichts bereit. Eine solch grausame Welt, wo ihre schwangere Schwester von ihrem Freund ermordet wurde, ein Kerl der noch immer auf freiem Fuß war, noch immer Leute abschlachtete (er war mittlerweile als Buchstabenkiller bekannt)... wieder flackerte das Bild ihrer toten Schwester in der Gefriertruhe vor ihr auf. Sie hätte es sein sollen. Nicht Julia, die doch gerade ihren Weg hatte beginnen wollen. Julia war so viel wertvoller gewesen als sie selbst. Aber wenigstens hatte sylvia sie gefunden. Sie war diejenige gewesen die eingebrochen und den Ort des Geschehens entdeckt hatte. Vielleicht hatte es von Anfang an so sein sollen.
Sie schloss die Box und gab ihr einen langen sanften Kuss auf den Deckel. "Ich komme, Julia.", flüsterte sie. Sie war sich noch nie in etwas so sicher gewesen.
Ihr Arm schmerzte und pochte.
Sie ignorierte das klebrige Blut, dass ihren Arm mittlerweile wie eine zweite Haut bedeckte. Sie platzierte die Box sanft auf ihrem Kopfkissen, dann verließ sie ihr Zimmer. Leise, um nicht ihre Mutter (sie hörte sie leise in der Küche schluchzen, wo sie gerade kochte) oder kleine Schwester (sie war sicher in ihrem Zimmer und malte) aufzuschrecken, schlich sie ins Badezimmer. Drinnen fasste sie den Schlüssel, schloss ab und atmete für einen Moment tief durch.
So schwer konnte es nicht sein, oder? Sie hatte es schon in Filmen gesehen. Es würde sicher funktionieren. Auch wenn sie keinen Alkohol hatte zum Mischen, die Tabletten alleine würden sicher ausreichen. Sie hob die Hände um den Medizinschrank zu öffnen und hielt einen Moment überrascht inne, als sie sah, wie rot ihr Arm war. Er brannte jetzt leicht und pochte noch immer. "Ups...", flüsterte sie leise. Es spielte keine Rolle mehr. Sie musste sich nicht drum kümmern. Bald - ganz bald schon - wäre es ohnehin vorbei. Ein für alle Mal vorbei. Dann könnte sie die Hand ihrer Schwester endlich wieder ergrifen und gemeinsam vielleicht irgendeinen neuen Weg gehen. Gemeinsam.
Sylvias Lächeln war glücklich und traurig zugleich, während sie alle Tabletten und Dosen herausnahm, welche sie im Medizinschrank finden konnte. Dann nahm sie die Zahnbürsten aus dem Glas in welchem sie immer standen und füllte es randvoll mit Wasser. Einen winzigen Moment lang zögerte die Teenagerin. Alles nach und nach... oder auf einmal? Unschlüssig starrte sie die Tablettenpackungen an und entschied sich immer eine ganze Packung gemeinsam. Und so nahm sie die erste (sie achtete nicht darauf worum es sich handelte), drückte die kleinen weißen runden Tabletten heraus und sammelte sie in der Hand. Es waren 8 an der Zahl. Einen kurzen Moment sah sie sich selbst im Spiegel an. Sie war blass, die Wimpern verklebt. Doch schon seit langer Zeit hatte Sylvia sich selbst nicht mehr so zufrieden gesehen.
"Tun wirs...", flüsterte sie ihrem Spiegelbild zu, und warf sich die Tabletten in ihrer Hand alle auf einmal rein. Sofort trank sie das Glas Wasser halb leer und schaffte es sie alle hinunterzuschlucken. Ihr Herz begann zu rasen. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Fast so etwas wie Euphorie erfüllte sie. "Ich komme, Schwesterherz.", flüsterte sie erneut, und begann die nächste Tablettenpackung zu leeren...

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Sylvia

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Death & Sylvia ~ You're Not Ready Yet {2007} | Triggerwarnung [FSK18] [BEENDET]

von Sylvia am 27.08.2022 13:04




  

Die frisch schwangere Julia De Santis wurde am 16.6.2006 von ihrem festen Freund - welcher sichs päter als Serienkiller herausstellen sollte - brutal ermordet. Seit ihre jüngere Schwester Sylvie De Santis die verunstaltete Leiche ihrer Schwester in der Gefriertruhe ihrer Wohnugn fand, ist nichts mehr wie es vorher war. Die 16-Jährige wird von den grausigen Bildern, Alpträumen und Schuldgefühlen geplagt. Immer mehr rutscht sie in den dunklen Spiralen ihrer Selbst ab- Selbstverletzung ist an der Tagesordnung. Und dabei soll es nicht bleiben. Als sie versucht sich knapp ein Jahr später das Leben zu nehmen, obwohl ihre Zeit noch gar nicht gekommen ist, beschließt Death der verzweifelten, hoffnungslosen Teenagerin einen Besuch abzustatten...

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 04.01.2024 18:23.

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Sylvia Vittoria De Santis | Apokalypse

von Sylvia am 16.08.2022 13:17

A L L G E M E I N E S

Name: Sylvia Vittoria De Santis
Geburtsdatum &-ort: 25.08.1990 in London, England
Alter: 31 Jahre
Wesen: Mensch
Wohnort: Biloxi
Wohnsituation: Ich wohne nich, ich bin auf Reisen. Ich versuche noch immer irgendeine verdammte Möglichkeit zu finden das Wasser zu überqueren oder zu fliegen oder irgendwas. Ich muss einfach nach England, ich weiß nur noch nicht wie...
Staatsbürgerschaft: Italienisch
Sternzeichen: Jungfrau
Geschlecht: weiblich
Sexualität: pansexuell


A U S S E H E N




Größe: 163 cm
Gewicht: 51 kg
Haarfarbe: blond
Haarlänge: etwas über schulterlang
bevorzugte Frisur: Im kleinen Pferdeschwanz nach hinten damit sie mich nicht nerven.
Augenfarbe: Haselnussbraun
Körperstatur: Schlank, doch mittlerweile doch mit so einigen sehnigen Muskeln.
Verletzungen: Ein tiefer Riss über meinen Arm.
Narben: Schrammen am Hals und Rücken, eine Brandnarbe an der Seite
Besonderheiten: Drei Tattoos besitze ich.


A P O K A L Y P S E

Ich war gerade im Amerika-Urlaub, als die Super-Eruption passierte. Ich habe meinen Urlaub genutzt um dort meinen Vater zu besuchen, welcher mal wieder mit einem seiner Orchestern auf Tournee war. Tatsächlich begann es während des Konzertes. Es war... der Horror. Der pure Horror. Ich kann mich nur ausschnittweise an die Schreckensszenen erinnern. An die Trümmer. Die... Leichen. So viele Leichen... mein Dad überlebte schwer verletzt. Ich versuchte ihn zu stützen, mit ihn zu fliehen. Fast eine Woche hielten wir durch - meinem Vater ging es nicht gut, trotz meiner notdürftigen Versorgung. Es wurde immer schlimmer. Ich versuchte ein Krankenhaus zu finden, doch alles war geplündert worden. Schließlich konnte ich meinem Vater nur noch beim fiebrigen Sterben zusehen. Es war eine der schlimmsten Dinge, die ich je erleben musste. Er lächelte, dass er bald Julia und Nici von mir grüßen würde. Und er weinte. Weinte um Mum. Er trug mir auf sie zu finden. Ihr zu sagen, wie sehr er sie lieben würde und wie sehr es ihm leid tun würde, dass er sie ind en letzten Jahren derart vernachlässigt habe.
Und schließlich... als er wirklich darum bettelte... gab ich ihm die Gnade. Das Blut klebt an meinen Händen. Seit jenem Tag wächst die Schuld in mir und das Verlangen der Selbstverletzung in mir wieder. Ich zog weiter. Immer nach Osten. Ich kann keine Autos kurzschließen, also war ich die meiste Zeit zu Fuß unterwegs. Schrecken ohne Ende. Tote und scheriende Menschen. Die Hitze, die Dunkelheit, dann die Kälte... ich weiß nicht wie lange ich umherirrte oder wann ich die ersten Zombies fand. Ich weiß nicht, wann ich begann langsam durchzudrehen. Wann ich begann Waffen zu tragen und selbst Läden zu plündern. Wann ich dannd och begann wieder erste Schnitte zu setzen. Es ist nur noch ein reines Überleben, es ist Irrsinn. Doch ich muss zu meiner Mutter. Ich habe es Dad versprochen. Und daran halt ich fest.
Vor einigen Wochen kam ich endlich in Biloxi am Meer an. Und bin dabei mir ein Schiff zu bauen. Oder es wenigstens zu versuchen, mit dem mangelhaften Wissen das ich besitze. Aber ich weiß eben keine andere Möglichkeit. Ich muss nach Großbritannien. Irgendwie muss ich nach Großbrittannien...


Mit dem Zombievirus infiziert?: Nein
Traumata: Die Leichen, welche die Erinnerungen an meine Eltern wieder wachrütteln... der Leidenweg meines Vaters und wie ich schließlich gezwungen war, ihm seinen Leiden zu beenden...
Verbündete: -
Aufenthaltsort: In einem Bootsverleih in Biloxi.
Bevorzugte Waffen: Eine Pistole und eine brennende Fackel.
Überlebensstärken: Überlebenswille & Heilungsfähigkeiten - ich kenne mich sehr gut mit medizinischer Versorgung aus.
Schwächen: Bei vielem Unwissenheit. Misstrauen.
positive Charakterveränderungen: Stärker, schneller, treffe sehr schnell wichtige Entscheidungen
negative Charakterveränderungen: Ich bin misstrauischer geworden. Fast schon paranoid hin und wieder.


B E Z I E H U N G E N

Verstorbene

Antonino De Santis (69 †)
>> Er starb an einem zertrümmerten Bein und den Nachfolgen des Fiebers, der Entzündung und des Eiters. Vielleicht auch eine Blutvergiftung. Es war schlimm. Ich... ich schnitt ihm schließlich die Kehle durch. Das werde ich nie vergessen können... <<

Verbündete

-

Feinde

-

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 01.09.2022 15:11.

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Re: Sylvia &' Quentin: The last person I want to see right now...

von Sylvia am 02.07.2022 15:20

Die Abendluft war kalt, der Wind schnitt geradewegs durch ihre Jacke hindurch. Aber es war egal. Es war angenehm. Sie steckte ihre Hände tief in ihre Jeansjacke, hielt den Kopf gesenkt und stapfte die Straße entlang. Sie versuchte nicht über Quentin nachzudenken. Nicht über die Diagnose, die er ihr gestanden ahtte, nicht darüber wie... wie katastrophal falsch dieses Gespräch gelaufen war. Sie hatte das Gefühl als hätte sie gerade einen Freund hinter sich gelassen. Einen Freund verletzt, wo sie ihm hatte helfen wollen. Sie hatte das Gefühl, als würde gerade einfach alles zusammen-, alles auseinanderbrechen. Sie ballte in ihrer Jackentasche die Hände zu Fäusten. Sie hatte die Klinge gleich mehr als nur verdient. Sie wusste wie falsch es war. Sie wusste es aus irher Jugend und... es war ihr egal. Es war ihr grade einfach nur verdammt nochmal egal.
Unerklärlicherweise glitten ihre Gedanken zu der Toten. Zu dem Mädchen, welche sie gefunden hatte. Ob es auch schonmal solche oder ähnlcihe Gedanken gehabt hatte? Solche Gefühle? Stress mit ihren Freunden, vielleicht sogar auf dieser Party...?
Und plötzlich hörte sie hinter sein Rufen, welches sie schlagartig stehen bleiben ließ. Alles in ihr wurde steif. Sie hätte nicht gedacht, dass er noch mitkommen wollen würde. Es fühlte sich falsch an. Wäre Ruhe nicht besser gewesen? Er versuchte doch immer sich für andere aufzuopfern, er... warum wollte er jetzt ausgerechnet mit ihr mitgehen? Nach diesem Gespräch?
Sie schluckte schwer, rieb sich mit einer Hand über die Stirn um die kommenden Kopfschmerzen zu verdrängen und wartete darauf, dass Quentin sie erreicht hatte. Er war außer Atem, sie konnte das Stechen in seinem Körper von dem kurzen Sprint nahezu selbst spüren. Sein Lächeln war gezwungen, genauso wie ihr eigenes und verweilt nur kurz.
Sie sagte nichts. Sie wusste nichts zu sagen. Es gab nichts mehr zu sagen. Alles wichtige... war eigentlich gesagt worden. Langsamer jetzt, noch immer mit gesenktem Kopf, ging sie weiter, ihre Augen folgten den Pflastersteinen über die sie schritten. Nur noch etwa fünf Minuten in dieser Stille und sie hätten ihren üblichen Treffpunkt im Café erreicht wo sie sich immer für ihre Bandbesprechungen versammelten.
Noch vier Minuten.
Drei Minuten...
Und dann wurde die Stille unterbrochen.

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Re: Sylvia &' Quentin: The last person I want to see right now...

von Sylvia am 04.05.2022 15:21

Sylvia war noch nie jemand gewesen, die ihre Sorgen und Gefühle der Außenwelt mitteilte, sie nach außen trug und zeigte. Gefühle hatte sie schon immer eher in sich abgekapselt, eher in sich versteckt. Und auch jetzt tat sie es, obwohl es ihr schwerfiel. Obwohl ihre Augen drückten, so sehr wollten die Tränen unbedingt kommen, aber die Augen blieben trocken. nicht jetzt. Nicht hier. Sie hatte etwas kolossal falsch gemacht. Das wusste sie, auch wenn sie noch nicht genau wusste worin genau der Fehler bestand - aber er war da. So klar, als würde ein Elefant in diesem Raum stehen.
Quentin brauchte Ewigkeiten bis er aus der Toilette zurückkehrte. Jegliche Energie und Vorfreude auf das Bandtreffen hatte Sylvia verlassen. Hinterblieben war nur dieses Gefühl des Versagens, die Schuld und der Drang der Selbstverletzung. Fuck. Sie hätte nicht gedacht eines Tages wieder in dieses Verhaltensmuster reinzurutschen, aber... es ging eben einfach nicht anders.
Es ging zurzeit einfach nicht anders...
Auch Quentins Antwort zeigte ihr ihren Fehler. Zeigte wie falsch dieses Gespräch gelaufen war, so überhaupt und gar nicht wie geplant. Sie fühlte sich deppressiv. Sie fühlte sich wie die schlechteste Freundin. Sie hätte es anders angehen müssen. Besser. Ihn nicht so überfallen. So viele Jahre und dennoch schien sie seit ihrer Jugend nichts gelernt zu haben.
Seine Stimme war fürchterlich rau. Kein Wunder, so wie es geklungen hatte auf Toilette. Langsam wandte sich Sylvia ihm an der Tür wieder zu, drehte sich zu ihm um - aber sah ihn nicht an. Ihr Blick ging auf den Fußboden vor seinen Füßen. "Ich kann dir nicht sagen was du tun sollst. Aber vermutlich würde es auch so auffallen dass es dir nicht gut geht. Ich kann mir zur Not irgendeine Lüge einfallen lassen. Es ist deine Entscheidung." Ununterbrochen war ihre Stimme dieses eher leise, tonlose Etwas, das so gar nicht zu ihr passte wie sie sonst war.
Langsam wandte sie sich wieder zu Tür und einen Augenblick später hatte sie sie schon geöffnet und war hinaus in die Nacht getreten. Sie machte sich auf den Weg. Ob Quentin noch nachkommen würde oder nicht... es war seine Entscheidung. Sie hatte an diesem Abend wirklich schon mehr als genug angerichtet. Sie hoffte allein, dass das Bandtreffen nicht allzu lange andauern würde. Ihr Arm sehnte sich nach dem süßen Schmerz der Schneide.

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Re: Briefkasten von Vivian

von Sylvia am 29.03.2022 10:21

Abs.: Sylvia De Santis, Via Angelo Mai 2, 00168 Roma, Italien

Vivian Rocher
189 Riverforest
Leixlip, Co.Kildare
Irland




Liebe Vivian,

zunächst einmal: mach dir bitte keinen Stress! Ich freue mich über jeden Brief von dir, egal wann dieser auch ankommen mag. Und ich kenne es nur zu gut, wenn man sich aufraffen muss um sich an das schreiben zu setzen. Handschriftlich ist es doch noch immer etwas ganz anderes als am Computer oder Handy, nicht wahr?

Oh wow, was für eine tolle Aktion eurer Karaoke-Bar! Es freut mich wirklich zu hören, dass du dich für ein Lied von uns entschieden hat. Es ist schon so lange her, dass wir "Baby Girl" aufgenommen haben, aber ich erinnere mich noch sehr gut daran - es hat riesigen Spaß gemacht. Ich hoffe, dir hat es genauso Spaß gemacht zu performen!
Dein Video ist auf jeden Fall wirklich mega schön und hat mir ein kleines Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Ich freue mich sehr für dich und deine Freundin. Ihr seht sehr glücklich aus. Hoffentlich bleibt das lange so!

Übrigens hattes du doch gefragt ob wir auch mal ein Konzert in Irland spielen könnten, nicht wahr?
Ich habe Neuigkeiten: ich bin gerade auf dem Weg meine Eltern in England besuchen, gemeinsam mit meinem Bandkollegen Milo. Ich werde auch eine Weile in Großbritannien bleiben. Ich weiß noch nicht ob ich es auch mal nach Irland schaffe oder wie auch immer, aber vielleicht trifft man sich ja trotzdem.

Hier meine Handynummer, wenn ich unterwegs bin - ich bitte dich aber, sie an niemanden sonst weiterzugeben: +39 06 97637822


Alles Liebe & Gute

Sylvia

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Re: Sylvia &' Quentin: The last person I want to see right now...

von Sylvia am 26.03.2022 14:12

Sein Körper war steif, als sie ihre Arme um ihn legte. Er zitterte. Atmete flach. Alles an ihm strahlte Unbehagen aus und gleichzeitig versuchte Sylvia ihm dieses zu nehmen. Sie war froh, dass er jetzt endlich - endlich - nach all der Zeit offen mit ihr gewesen war. Niemand sollte allein durch so etwas durch müssen. Dafür hatte man doch Freunde. Ob verzweifelt nach Heilmethoden zu suchen, um Ablenkungen zu schaffen oder die Zeit einfach noch so gut es ging zu nutzen - es war doch einerlei. Zu zweit, wenn man die Last wenigstens ein wenig verteilen konnte, wurde es auch ein klein wenig leichter. Zumindest wünsche sich Sylvia das so sehr für Quentin. Und sie wollte es ihm ermöglichen. Sie würde für ihn da sein.
Schließlich, nachdem sie wahrgenommen hatte dass er die Umarmung leicht erwiderte (was ein Lächeln auf ihre Lippen brachte), löste sie sich von ihm und sah ihm wieder in die Augen. Und was sie dort sah... schockte sie. Sie hatte gedacht es würde ihn auch befreien. Es auszusprechen. Sie hatte gehofft das Wissen, dass er nicht alleine war, würde ihm helfen. Doch irgendetwas stimmte ganz und gar nicht. Sie sah es an seiner Haltung, an seinem ausweichenden Blick. Und vor allem an seiner Stimme, als er Danke sagte. Ein Danke, welches ganz und gar nicht so klang.
Ihr Herzschlag beschleunigte sich. Das schlechte Gefühl verstärkte sich als er weitersprach, ohne dass diese Negativität aus seiner Stimme verschwand. Und Sylvia fühlte, wie es ihr entglitt. Sie fühlte, dass sie etwas falsch gemacht hatte, sie fühlte, dass es nicht so war wie es sein sollte. Und... sie hasste sich dafür. Aber sie durfte nicht aufgeben, richtig? Für ihn.
Einen Augenblick später, ehe Sylvia noch etwas hatte sagen oder tun können, war er an ihr vorbeigestürzt. Ein lautes Türenschlagen, dicht gefolgt von den unverkennbaren Lauten eines sich Übergebenden. Sylvia traten die Tränen in die Augen. Eine ungeheure, unüberwindbare Wut auf sich selbst ergriff von ihr Besitz. Wütend riss sie sich das Schweißband von ihrem Arm herunter, pfefferte es dabei unbewusst in die Ecke und fuhr sich mit ihren Nägeln wieder und wieder und wieder über ihre Wunden, riss die Krusten auf, welche schmerzhaft brannten und sofort wieder anfingen zu bluten. Ihr Herz raste. Sie schluckte schwer, starrte auf ihren Unterarm hinunter, schwer atmend. Wieder schluckte sie und schloss die Augen. "Ganz ruhig, Sylvia.", flüsterte sie sich selbst zu. Mit Beinen die sich wie Wackelpudding anfühlten ging sie langsam zurück zu ihrem Schweißband, hob es auf und schob es sich wieder über den Arm über die neuerlich aufgekratzen Wunden. Es brannte höllisch. Aber es war nicht genug. Einen Augenblick überlegte Sylvia Quentin zu folgen. An die Badezimmertür zu klopfen. Ihn zu fragen wie es ihm ging. Ob sie etwas tun könne. Doch würde sie ihn damit nur noch mehr bedrängen?
Sie wusste ehrlich nicht, was sie tun sollte.
Und dann hörte sie, wie sich die Tür öffnete. Quentin trat heraus, sah sie nicht an. Sylvias Herz raste noch immer schmerzhaft, ihr Arm brannte pochend. Sie öffnete den Mund. "Ich... will für dich da sein Quentin. Egal wann und egal wie. Sag mir einfach was du brauchst und willst und dann... regeln wir das." Langsam ging sie in Richtung zu der Tür. Ihre Motivation sich jetzt noch mit Milo und Dawn zu treffen war bei Null angelangt. Aber sie hatte keine Wahl, sie hatte es ihnen versprochen. "Kommst du noch mit? Mit zu den andern?", fragte sie eigentümlich ruhig und blickte auf zu ihm.
Die Gewissheit des Versagens brannte in ihr.
Heute Abend würde sie sich wieder bestrafen.

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Re: Sylvia &' Quentin: The last person I want to see right now...

von Sylvia am 15.02.2022 21:39

Die Probe war gut gewesen. Und für Sylvias Geschmack hätte die Probe noch länger dauern können. Stunden. Die ganze Nacht von ihr aus. Stattdessen jedoch fühlte es sich an, als wäre kaum eine halbe Stunde vergangen. Und das gefiel ihr nicht. Denn sie hatte Angst. Sie hatte fürchterliche Angst vor dem Gespräch. Egal wie oft sie es in den letzten Tagen in Gedanken durchgegangen war, egal wie sie versucht hatte Worte zu finden, egal wie sehr sie es sich vorgenommen hatte... sie hatte Angst. So Angst, dass ihr die Spucke fehlte, nachdem Milo und Dawn gegangen war, nachdem alle Instrumente an ihren Platz geräumt waren. Ihr Herz raste in ihrer Kehle, es rauschte in ihren Ohren. Aber sie ging es an. Leise. Vorsichtig. Denn sie wollte ihm endlich eine richtige Freundin sein...
Sie öffnete die Lippen bereits, nachdem er seinen Blick auf sie richtete, um zu beginnen. Sie wusste nicht genau was sie sagen wollte, doch die Worte würden schon kommen. Über seinen zustand, was ihr aufgefallen war, ihre Sorge, dass sie wusste dass etwas nciht stimmen kontne, dass er mit ihr reden konnte, dass sie für ihn da war... doch noch bevor sie den Mund auch nur öffnen konnte, begann Quentin. Sogleich schloss Sylvia ihre Lippen wieder, wandte ihre besorgten Augen nicht von ihm ab.
Sie ließ ihn ausreden. ruhig und geduldig. Als Freundin. Sie spürte, dass er etwas sagen wollte. Sie spürte, dass er es sich von der Seele reden musste.
Und dann kam es. Das, womit sie gerechnet hatte. Für diesen Zeitpunkt hatte sie sich nichts überlegt. Und so tat sie das erste was ihr einfiel. Schweigend trat sie auf ihn zu und legte die Arme um ihn. Um ihm zu halten. Einfach um ihn zu zeigen... dass er nicht allein war. Nicht mehr. "Danke, dass du dich mir anvertrat hast", flüsterte sie in sein Ohr. Kurz hielt sie ihn noch, ehe sie ihn dann wieder losließ, ihm wieder seinen Freiraum gab.
"Nur damit du es weißt: von mir wird niemand davon erfahren, solange du das nicht willst.", sagte sie ehrlich und blickte ihm in die Augen. Sie sprach vorsichtig, aber nichtsdestrotz ehrlich weiter, mit sanfter Stimme. "Und ich will außerdem dass du weißt, dass du damit nicht allein bist, okay? Ich weiß, dass es dich sehr belastet, auch wenn du versucht es dir nicht anmerken zu lassen. Ich... hab doch gesehen wie deine Wohnung aussieht. Wie deine Verfassung in letzter Zeit ist. Ich... kann dir die Diagnose vielleicht nicht nehmen. Oder die Schmerzen oder was kommen wird... aber ich kann dir eine Freundin sein. Ich möchte dir eine Freundins ein, ich möchte dir helfen dass zumindest das was du noch beeinflussen kannst... so gut wie eben möglich ist. Wenn du mich lässt." Sie verstummte, ihre haselnussbraunen Augen ehrlich und bittend auf ihn gerichtet.

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Long I have wandered, weary and waiting, for something to shake me and laugh to begin.
~aus Sylvias Song "This Angel"

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Sylvia

35, Weiblich

FSK 18 Mensch gut pansexuell panromantisch Geübter erfunden Apokalypse

Beiträge: 362

Re: Sylvia &' Quentin: The last person I want to see right now...

von Sylvia am 26.12.2021 15:30

Noch eine Lüge. Sylvia bemühte sich wirklich, es nicht persönlich zu nehmen und dennoch war es nur ein weiterer Schlag in ihren Magen, ein weiterer Stich in ihrem Magen... ein weiteres Brennen über ihrem Arm. Der Anflug von Zorn und vor allem die Verletztheit, die sich ihrer gerade bemächtigten, waren beide falsch, beides hatte Quentin nicht verdient dass sie das fühlte und später am Tag würde sie sich wahrscheinlich auch dafür bestrafen. War ja nicht viel. Nur ein kleiner Schnitt. Später. Jetzt für den Moment jedoch schluckte Sylvia die negativen Gefühle in ihr so gut es ging hinunter - und konnte dennoch nicht verhindern dass sie in sorgenvoller Wut zischte: "Lüg mich nicht an, Quentin!"
Sofort hielt sie sich ab, schloss die Augen und atmete zitternd einmal tief ein und aus. Dann erst öffnete sie ihre Lider wieder und sah ihn direkt an. "Ich weiß dass es nicht so einfach ist, Quentin..." Diesmal fand sich in ihrer leisen Stimme nichts als Traurigkeit wieder. Sie wandte sich von ihm ab, wandte ihm den Rücken zu und entfernte sich einige Schritte. Starrte aus dem Fenster und versuchte - auch wenn man praktisch nichts aus diesen schmalen Dingern erkennen konnte, Milo und Dawn auszumachen, ihre anderen Bandmitglieder. Nur um sich irgendwie abzulenken, nicht zu sehr drüber nachdenken zu müssen. Nach der Probe würde sie mit ihm sprechen. Und sie würde ruhig mit ihm sprechen, nicht zornig. Ruhig und verständnisvoll, so wie sie es doch tagtäglich mit ihren Patienten tat. Nur dass... Quentin eben nicht ihr Patient war. Sondern ihr Freund. Und das machte es so viel persönlicher, so viel... schmerzvoller, dass er sie anlog, nicht mit ihr reden wollte scheinbar...
Unbewusst war sie bis ganz nah die Scheibe getreten, sah fast schon ihr Spiegelbild. Sie schluckte. Drehte sich um, bereit zu verkünden dass sie eben ins Bad musste, als sie nun ausfragte. Und sie antwortete ihm. Ehrlich. So ehrlich wie es nun einmal ging. Obwohl... im Grunde war es keine Lüge. Sie hatte immerhin keine potentiell todbringende Krankheit, oder?
Noch immer spielte sie mit dem Gedanken diesem Raum, Quentin, einfach nur für einen kurzen Moment entfliehen zu wollen, aber fast in diesem Augenblick kamen Milo und Dawn hinein. Sofort machte Sylvia sich daran die beiden Neuankömmlige mit einer Umarmung zu begrüßen, ebenso wie diese nun auch Quentin begrüßten.
Während die beiden ihre Instrumente auspackten hängte Sylvia sich ihre Gitarre um und stellte sich an das Mikro. Sie nahm den Kaffee von Quentin entgegen ohne ihm in die Augen zu sehen, nahm einen Schluck und stellte ihn dann auf die Fensterbank. Sie atmete tief durch, lächelte und lachte und sprach wie immer, innerlich einfach nur hoffend, dass niemand ihre Schweißbänder an den Unterarmen und den Verband erwähnen würden dass ihre Ausreden zur Not auch bei ihren Freunden und Bandkollegen funktionieren würden und begannen miteinander zu proben.
Insgesamt zwei Stunden ging ihre Probe. Jeder warf mal einen Song ein, den sie mehr auseinander nehmen wollten. Dawn hatte auch noch eine Idee für einen neuen Songtext und als sie endlich alle dabei waren, wieder einzupacken, fragte sie, ob sie alle gemeinsam nicht noch sich irgendwo reinsetzen wollten um das zu besprechen. Sylvia zögerte, aber nur einen Moment. "Klingt gut. Ich hab vorher aber noch einen Termin. Wollen wir heut Abend 19 Uhr sagen? In der üblichen Location?"
Dawn willigte ein, Milo konnte ebenfalls. Sylvia trat auf Quentins Schlagzeug zu. Wieder sah sie ihn nicht an. "Ich mach das.", sagte sie, abweisend, fast schon kalt - aber natürlich so, dass nur er es hören konnte - schnappte sich zwei der Trommeln, stapelte sie übereinander und begann sie in die Ecke zu räumen, wo sie immer geschichtet standen. Letztlich mit einem Tuch überdeckt, damit das Instrument nicht als Staubfänger fungierte.
Schließlich verabschiedeten Dawn und Milo sich wieder, Sylvia nickte ihnen zum Abschied zu und wartete bis sie hörte, dass die beiden wirklich gegangen waren. Dann wartete sie nochmal etwas - um ihren Mut zu sammeln und sich die Worte endgültig zurechtzulegen.
Sie sah in seine Richtung, auch wenn sie es nicht schaffte, ihn direkt anzusehen. "Quentin?", begann sie. Nochmal atmete sie tief durch. "Ich... will mal mit dir reden." Jetzt richtete sie ihre Augen endlich auf ihn - und betete dort etwas anderes zu sehen als Hass, Abneigung oder dergleichen..

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.02.2022 20:38.
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